Archiv für 9. Februar 2011

Arp 147: ein Ring aus Schwarzloch-Kandidaten

9. Februar 2011

auf einer kombinierten Röntgen- (Chandra; rosa) und optischen (Hubble) Aufnahme der Galaxienkollision in der Spiralgalaxie rechts, wo eine Welle der Sternentstehung ausgelöst worden war. Davon zeugen heute viele Sternüberreste, Neutronensterne und SL-Kandidaten, die Chandra (als 9 rosa Flecken) herauspicken kann, wenn ein Begleiter Materie drauf wirft; dass die Quellen besonders röntgenhell sind, soll für überwiegend Schwarze Löcher sprechen.

Die Galaxien NGC 3621, NGC 6503 und NGC 157, aufgenommen mit dem ESO-2.2-m-Teleskop bzw. Hubble bzw. dem VLT mit HAWK-I. NGC 3621 ist eine reine Scheibengalaxie ohne zentralen Bulge (wohl weil sie noch keiner anderen begegnet ist), die Zwergspirale – da nur 1/3 so groß wie die Milchstraße – NGC 6503 zeigt als rosa Kleckse jede Menge Sternentstehung, und zu NGC 157 ist dem Bildtexter nichts rechtes eingefallen, ein Pretty Picture halt …

Ein HST-Bild der Sternentstehungsregion NGC 2174, wo junge heiße Sterne das übrig gebliebene Gas – die Sternbildung ist ein ineffizienter Prozess – zum Leuchten bringen und gleichzeitig davon treiben.

Ein aktueller Streifzug durch’s Sonnensystem

9. Februar 2011

Derzeit sehen wir die ganze Sonne auf einmal, dank der beiden STEREO-Satelliten, die einander rund um den 6. Februar genau gegenüber stehen. Hier die ‘ausgerollte’ Sonne vom 5. Februar mit den SECCHI-EUV-Teleskopen aufgenommen; weitere Bilder & Videos hier, hier und hier – das Gesamtbild soll die Heliophysik wie auch konkret die Weltraum-Wettervorhersage voranbringen.

So erlebte LOFAR die partielle SoFi am 4. Januar! Aus jeweils 20-minütigen Messungen des noch im Aufbau befindlichen europäischen Radiointerferometers sind heute Bilder der mehr oder weniger bedeckten Sonne zwischen 9:40 und 11:00 MEZ – als die SoFi vorbei war – erstellt worden. NACHTRAG: das “Universe in a new light” sozusagen.

Der qualmende japanische Vulkan Shinmoedake am 4. Februar aufgenommen vom ESA-Satelliten EnviSat – der Ausbruch war ziemlich überraschend gekommen.

Sichtbare Folgen des Zyklons Yasi für das Great Barrier Reef sind die blau erscheinenden großen Sedimentwolken im aufgewühlten Wasser auf einer Aufnahme des Aqua-Satelliten der NASA vom 4. Februar – vielfältig sind die Folgen des Sturms und der Überschwemmungen für das Riff.

Noch’n Mond von der ISS aus gesehen, diesmal im (relativ) neuen Licht am 6. Februar.

Ein “Einstieg” unter die Mondoberfläche, gesehen vom Lunar Reconnaissance Orbiter in schräger Sicht und bei idealen Lichtverhältnissen: Anklicken des Bildes – die Bilder sowieso immer anklicken für mehr! – liefert auch eine Grafik mit der Sicht- und Lichtgeometrie und Schwärmerisches vom ASU-Autor: “What scientific riches wait to be discovered within the unseen reaches of sublunarean voids?”

Alte Marslandschaften im Argyre-Becken auf einem HiRISE-Bild des MRO: Unterschiedliches Gestein macht sich durch Farbdifferenzen bemerkbar – und zeugt von einer feuchteren Ära des Planeten.

Polygon-Strukturen auf dem Boden eines Mars-Kraters, ebenfalls von HiRISE aufgenommen: Ihre Größenskala spricht für einen zeitweise feuchten Boden; der Impakt hat vielleicht ein kurzlebiges hydrothermales System hervorgerufen.

Feine Brüche auf der ‘hinteren’ Hemisphäre des Saturnmonds Dione bekam Cassini am 20. Dezember aus 107’000 km Entfernung zu sehen.

Direkte Detektion Dunkler Materie: Kommt bald der Durchbruch?

9. Februar 2011

Die direkte Suche nach der Dunklen Materie des Kosmos mit Detektoren im Untergrund könnte schon dieses Jahr einen entscheidenden Schritt vorankommen: Schon Anfang 2011 sollte der besonders empfindliche XENON 100 (bisher Nullresultat) seine ersten Ergebnisse mit größerer WIMP-Fangmasse präsentieren, und auch von mehreren anderen Experimenten – darunter CoGeNT (geheimnisvoller Hintergrund) (“Radio-’Nebel’ …”) – werden Veröffentlichungen erwartet. Und wenn sich die WIMPs wieder nicht melden sollten: In den kommenden 10 Jahren wird die Empfindlichkeit vieler Experimente noch einmal um mehrere Größenordnungen steigen. Um 2020 werden wir entweder genau wissen, aus was die Dunkle Materie besteht – oder woraus nicht. Cosmic Variance 3.2.2011. Auch eine PM der JGU Mainz zu deren Beitrag zu XENON 100, Nature zu Ärger um das Untergrundlabor DUSEL (“Neues Untergrundlabor …”) und Silicon über einen britischen Supercomputer, der u.a. Daten der Dark Energy Survey (“Eine weitere …”) auswerten soll.

Lebensdauer des Myons besser denn je gemessen

2.196980±0.000002 µs beträgt die Lebensdauer des schweren Gegenstücks des Elektrons nach neuen Messungen in einem Schweizer Labor (deren Datenmenge allerdings so gewaltig war, dass nur ein Superrechner in den USA damit klar kam): Das verbessert wiederum Rechnungen zur Schwachen Kernkraft. (BU College PR 4.2.2011. Und PMn des MPK zu Präzisionsmessungen, die einmal bei der Klärung der Frage helfen sollen, ob das Neutrino sein eigenes Antiteilchen ["Gibt es ..."] ist, und zum Befüllen des Double-Chooz-Detektors)

Ein neuer Quantenzustand des Wasser-Moleküls manifestiert sich auf extrem engem Raum: Dann bestimmt nicht mehr allein Elektrostatik die Wasserstoffbindung, weil Quantenschwankungen der Ladung eine Rolle zu spielen beginnen. Was wiederum für die Rolle des Wassers beim Leben wichtig sein könnte: Der Effekt wurde auf Größenskalen von 2 µm beobachtet, was etwa dem Abstand zwischen Strukturen in Zellen entspricht. (Physics World 4.2.2011)


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