Archive for 18. März 2011

Verformung Japans durch das Erdbeben auch aus dem Weltraum vermessen

18. März 2011

Oben radar-interferometrische Messungen der Deformation des japanischen Erdbebengebiets durch das Phased Array type L-band Synthetic Aperture Radar (PALSAR) auf dem Advanced Land Observing Satellite (ALOS) der JAXA (wie sie auch für das Neuseeland-Beben ["Verformungen Neuseelands ..."] gemacht wurden): Wie die mindestens 25 Interferenzstreifen bei der Kombination von Daten vor und nach dem Beben zeigen, die der veränderten Distanz von Bodenpunkten zu einer festen Höhe im Orbit entsprechen (ein Farbzyklus = 11.8 cm), hat sich die Topografie um mehrere Meter verändert. Das kann sowohl ein Einsinken wie eine Verschiebung nach Osten bedeuten – letzteres ist der Fall, wie bereits zuvor direkte Messungen mit Netzen von GPS-Empfängern gezeigt hatten: In der Mitte ist dargestellt, wie sich aufgrund der Daten von 1200 Stationen Verschiebungen um 6 bis 28 Meter infolge des Tohoku-Bebens nachweisen ließen, generell nach Südosten. Unten eine Analyse der USGS: Hier werden eine Ostwärts-Bewegung von bis zu 4 Metern und ein Absinken der Küstenlinie um bis zu 1.1 m festgestellt. Weitere Analysen des Bebens und seiner Folgen für den Planeten Erde durch indische Seismologen sind auch in PDF-Postern hier und hier zu finden.

Weitere größere Artikel

18. März 2011

Maunder-Minimum kündigte sich schon länger an, denn die Maxima davor wurden immer schwächer.

Jüngster »erwachsener« Galaxienhaufen aufgespürt, mit Rotverschiebung 2.07 – alles schon dran.

Großer Asteroidenbesuch im November vom 400-m-Brocken 2005 YU55.

Kleinere Artikel

Ein Brauner Zwerg mit nur 30°C Oberflächentemperatur? Noch ist die Entfernung nicht bewiesen!

Planet von Beta Pictoris auch im Nah-IR zu sehen bei 2 statt bisher 4 µm.

STEREO-Satelliten auch als Sternfotometer zu gebrauchen – für fast eine Million helle(re) Sterne!

Einschuss perfekt gelungen: Wir haben einen Orbiter um den Planeten Merkur!!!

18. März 2011

Vor 1 1/2 Stunden ist der Einschuss der Raumsonde MESSENGER in eine Umlaufbahn um den Merkur (“MESSENGER …”) allen Indizien nach mit absoluter Perfektion geglückt – begleitet von einem lebhaften gut zweistündigen Webcast aus dem zuständigen Applied Physics Lab der Johns Hopkins University und begeisterter Anteilnahme auf Twitter. Kurioserweise feierte man dort die Meilensteine der Orbit Insertion in Spacecraft Event Time, d.h. die Triebwerkszündung von 1:45-2:00 MEZ, während man am APL – wie in der interplanetaren Raumfahrt üblich – die 9 Minuten Signallaufzeit addierte und Ereignisse erst in Earth Received Time zur Kenntnis nahm. Was ja auch Sinn macht: Als der Dopplereffekt auf das Funkträgersignal (Plot ganz oben) jene Marke passierte, ab der ein gebundener Orbit erreicht sein musste, wurde zum ersten Mal heftig applaudiert (2. Bild: die “zwei Mikes” mit dem Kommentar), und als der Burn korrekt geendet hatte, wurde auch in der Mission Control gefeiert (Mitte). Der Kontrollraum leerte sich danach verblüffend schnell (4. Bild), aber nochmal richtig applaudiert werden konnte keine Stunde nach dem Einschuss (unten), als MESSENGER wieder mit hoher Datenrate funkte – aus einer offenbar perfekten Umlaufbahn und ohne jede Störung während des Burns oder danach. (Da hat dann auch der Chef gratuliert.) Die Sonne, der Merkur, die Venus, die Erde, ihr Mond und mehrere Lagrangepunkte, der Mars, mehrere Asteroiden, der Jupiter und der Saturn haben oder hatten damit künstliche Satelliten: eigentlich nicht schlecht für ein halbes Jahrhundert Raumfahrt …


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