Archive for 26. März 2011

Stardust-Mission vorbei: nützlich bis zum Ende

26. März 2011

Wie schon lange angekündigt (“Stardust hat …”), ist die über 12-jährige Mission der NASA-Sonde Stardust, die den Asteroiden Annefrank und die Kometen Wild 2 und Tempel 1 besuchte, in der Nacht zum 25. März mit einem technischen Experiment beendet worden: Nach dem Abschluss der Fernbeobachtungen des letzteren Kometen wurde das Triebwerk so lange eingeschaltet, bis auch der geringe Resttreibstoff verbraucht hat. 146 Sekunden hat es gebrannt, von “wenigen bis 10″ Minuten hatte die Voraussage gereicht: Nun kann man analysieren, welches Verfahren zur Füllstandsberechnung des Tanks am besten war. Direkt nachdem das Triebwerk schwieg, wurde der Sender Stardusts um 0:33 MEZ endgültig abgeschaltet: So wird verhindert, dass die Sonde zufällig noch einmal Signale von sich gibt und andere stört. Ihre Flugbahn bringt sie weiterhin gelegentlich in Erdnähe, aber ein Mindestabstand von 2.7 Mio. km bleibt gewahrt. JPL Releases 23., 24., Spaceflight Now, New Scientist, Space.com, Nature Blog, Planetary Society Blog, Space Today, Spiegel 25.3.2011. Und Planetary Society Blog 10. und Space.com 21.3.2011 zu ein paar vagen neuen Einsichten über Hartley 2 nach dem Deep Impact-Besuch

Analyse der Hayabusa-Teilchen bestätigt erste Erkenntnisse

Wie bereits letzten Herbst berichtet, entspricht die Mineralogie der winzigen Partikel, die die japanische Sonde Hayabusa vom Asteroiden Itokawa mitgebracht hatte, LL-Chondriten, die damit direkt Kleinplaneten des Typs S zugeschrieben werden können. Die auf unkonventionelle Weise in den Probensammler gelangten Partikel (der eigentliche Mechanismus hatte versagt) wurden genau so kreativ wieder hervor geholt: Manche wurden ausgeschabt, andere durch wiederholte Schläge mit dem Griff eines Schraubenziehers heraus geklopft. Die meisten der 1500 Teilchen (die meisten 10 µm oder kleiner, das größte 180 µm) können tatsächlich Itokawa zugeschrieben werden – und die Detailanalyse zeigt, dass viele der per se besonders primitiven Partikel im Laufe ihres Lebens einer starken thermischen Metamorphose ausgesetzt waren: Der Mutterkörper war einmal sehr heiß geworden. Organisches Material war dementsprechend nicht zu finden, dafür aber eingelagerte Edelgase aus dem Sonnenwind: Die Teilchen waren auf Itokawas Oberfläche lange dem freien Weltraum ausgesetzt, und Prozesse der Weltraum-Verwitterung lassen sich an ihnen untersuchen. (PSRD Spark Feb., Spaceflight Now 13., Planetary Society Blog 16., Space.com 21.3.2011. Und Universe Today 22.3.2011 zu Bebenschäden in einem Labor, wo Hayabusa’s Proben untersucht werden)

Letzte Testaufnahmen der Kameras der Dawn-Sonde vor ihrem vorübergehenden Eintritt in den Vesta-Orbit in vier Monaten (“Dawn nähert sich …”) und die Wiederinbetriebnahme aller drei Instrumente sind ohne Probleme verlaufen; drei Tage lang wurden die beiden in Deutschland gebauten Kameras eingehend überprüft. (MPS, JPL Releases 21., Universe Today 23.3.2011)


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