Archive for 25. April 2012

Was auch noch gezeigt werden musste …

25. April 2012

Ein paar der ALMA-Teleskope im Schein von Mond & Milchstraße – derzeit werden neue Antennen (hier einige der 12-m-Klasse) des Riesen-Interferometers in Chile in solcher Geschwindigkeit aufgestellt, dass selbst manche Manager den Überblick verloren haben, wie viele schon auf dem Chajnantor-Hochplateau angekommen bzw. bereits in das Radioteleskop integriert sind …

Der Sternhaufen NGC 6604 mit dem 2.2-m-Teleskop der ESO auf La Silla und seinem Wide Field Imager aufgenommen: Es handelt sich um die Sternansammlung oben links, neben dem assoziierten Nebel Sh2-54 und allerlei Dunkelwolken.

Der Tarantel-Nebel in einem Mix aus Hubble- und erdgebundenen Aufnahmen: Je 15 mit der WFC3 und dem 2.2-m-Teleskop (das Emissionsglühen von Wasser- und Sauerstoff beisteuerte) wurden hier kombiniert, um das Sternentstehungsgebiet in der Großen Magellanschen Wolken in neuem Licht darzustellen – zur Feier des 22. Start-Jubiläums des Weltraumteleskops.

Die OB-Assoziation NGC 2040 mit Hubbles WF/PC2, eine historische Aufnahme dieses jungen Sternhaufens in der Großen Magellanschen Wolke also, die jetzt dank der Hubble’s Hidden Treasures Image Processing Competition das Licht der (weiteren) Welt erblickte.

Der protoplanetarische Nebel CRL 2688 mit Hubbles WFC3 aufgenommen – einen deutschen Spitznamen scheint der “Egg Nebula” nicht zu besitzen. Sein Zentralstern selbst ist nicht zu sehen, aber vier Lichtkegel treten aus Löchern seines staubigen Kokons aus (deren Entstehung unklar ist) und beleuchten Schalen, die der Stern bei Pulsationen abgestoßen hat. [NACHTRAG: ein verspäteter Release dazu von der NASA]

Der Kugelsternhaufen Messier 70 mit Hubbles ACS aufgenommen: Er hat einen “Kernkollaps” erlitten, so dass die Sterndichte im Zentrum noch höher als üblich ist – das ist etwa jedem 5. Kugelhaufen der Milchstraße widerfahren.

So sieht SCUBA2 die Galaxie Messier 66 bei 850 µm Wellenlänge: links in Rosa einer Aufnahme im sichtbaren Licht überlagert, rechts allein in Falschfarben. Die neue Kamera, montiert am James Clerk Maxwell Telescope (JCMT) auf Hawaii, gilt als derzeit beste im Sub-mm-Bereich und wird nun für allerlei Durchmusterungen eingesetzt.

So sieht der Lunar Reconnaissance Orbiter die Landestelle von Apollo 16, als die Astronauten bereits längere Ausflüge auf der Mondoberfläche unternahmen: Zahlreiche Hinterlassenschaften, auch recht kleine, hat die Telekamera des modernen Mondorbiters sichten können.

Modellierte Meeresströmungen auf der Erde, wobei Beobachtungen zahlreicher Satelliten wie auch Messungen von Schiffen aus in die Rechnungen eingingen.

Moskau aus der ISS mit Polarlicht am Horizont, aufgenommen am 28. März.

Hilfe, Aliens haben meinen Satelliten entführt! In Wirklichkeit sind’s Techniker in Self Contained Atmospheric Protection Ensembles (SCAPE Suits) vor dem Betanken des Reaction Control Systems des neuen europäischen Wettersatelliten MetOp-B in Baikonur.

Ein Meteorit vom kalifornischen Mega-Boliden?

25. April 2012

Noch gibt es nur einen Tweet bzw. das knappe Posting eines (bekannten) Asteroidenforschers: Danach wurde an einer aufgrund von Radardaten berechnten Stelle in Kalifornien ein Meteorit des Chondriten-Typs CM gefunden, der somit der gewaltigen Feuerkugel vom 22. April zugeschrieben werden können dürfte. Diese – oben eine der berühmten Aufnahmen von Lisa Warren, courtesy of JPL; hier noch ein TV-Bericht und -Rumgealbere – ging auf ein Asteroidchen von der Größe eines Vans zurück, der etwa 70 Tonnen Masse hatte und (wie berichtet) mit einem Airburst eines Energieäquivalents von 5000 Tonnen TNT endete, wie er (auch schon hier berechnet) ungefähr einmal pro Jahr irgendwo über der Erde geschieht. (Obacht: Das amerikanische “minivan” entspricht dem deutschen “Van” oder “Großlimousine”, während der deutsche “Minivan” ein amerikanischer “subcompact” und erheblich kleiner wäre …) NACHTRAG: und nun die ersten Bilder von mehreren kleinen Meteoriten! NACHTRAG 2: Jenniskens hat auch einen gefunden. NACHTRAG 3: und ein weiterer Fund – es gibt auch eine Darstellung mehrerer Funde, die aber nicht alle schon bekannten umfasst.

Was die Asteroiden-Bergleute alles versprechen

25. April 2012

Kaum dass vor einer Woche aus heiterem Himmel eine geheimnisvolle Pressemitteilung (ohne die hier dazu gedichtete Überschrift!) in vielen Mailboxen geladet war, in der eine ganze Anzahl superreicher Unternehmer “a new space venture with a mission to help ensure humanity’s prosperity” ankündigten, war man sich in der Szene einig: Das konnte nur bedeuten, dass die Herrschaften – Frauen spielen nicht mit – Bergbau auf erdnahen Asteroiden vorhätten. Dass dem genau so war, wurde schließlich am Morgen des 24. April auch offiziell von “Planetary Resources” samt einigen Details bestätigt, und am Abend folgten weitere Einzelheiten des Unternehmens auf einer einstündigen Pressekonferenz. Danach geht es um die Förderung von Materialien aller Art auf der Erde nahe kommenden Asteroiden, von Wasser – das in Depots auf Raumfahrer warten kann – bis zu wertvollen Metallen, und rechnen soll sich das Ganze dank “kosteneffizienter Explorations-Technologien”.

Von den 9000 derzeit bekannten Near Earth Asteroids seien über 1500 energetisch günstiger zu erreichen als der Mond: Um die vielversprechendsten Kandidaten heraus zu finden, ist zunächst Prospektion per Fernerkundung angesagt, vermittels eines kleinen Weltraumteleskops. Über dessen Spezifikationen wird allerdings herzlich wenig verraten: Gleichzeitíg super billig und wahnsinning leistungsfähig soll es sein, und überhaupt seien die meisten Technologien Firmengeheimnisse. In zwei weiteren Phasen sollen dann konkrete Asteroiden angeflogen werden, bevor – in ferner, unbestimmter Zukunft und mit nicht näher erläuterter Technik – mit dem Abbau des ersten begonnen wird. Wieviel Konkretes auch immer hinter der jetzt sehr gesprächigen Firma steckt: Reichlich Aufsehen erregt hat sie durch ihren inszenierten ersten Auftritt. Das Medienecho der ersten Stunden ist z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu sehen. NACHTRÄGE: jede Menge mehr Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.


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