Bereits letzten Oktober war Euclid als eine der ersten beiden M-Missionen des ESA-Langzeitplans ausgewählt worden, aber erst gestern hat es endgültig grünes Licht für dieses Weltraumobservatorium zur Erforschung der Dunklen Energie mit Hilfe einer tiefen ‘dreidimensionalen’ Durchmusterung von 2 Milliarden Galaxien gegeben. Der eigentliche Satellit mit seinem 1.2-m-Teleskop wird die ESA rund 600 Mio. Euro kosten: rund 125 Mio. Euro mehr als eigentlich für M-Missionen vorgesehen sind, aber das Projekt erschien so bedeutend, dass dies keine Rolle mehr spielte. Derweil kümmern sich die Mitgliedsländer separat um die beiden Instrumente auf dem Satelliten: die typische Konstellation bei ESA-Projekten. Es handelt sich um eine Kamera für sichtbares Licht und eine Kamera mit Spektrograph für’s Infrarote: Für die letzteren Detektoren sorgt im Rahmen eines Abkommens die NASA, die so als Juniorpartner mit ~5% der Gesamtkosten zu guter Letzt doch noch an Bord gekommen ist (der detaillierte Text dieses MOU steht bereits, unterschrieben ist es aber noch nicht). Gestartet werden soll 2019 – und dann sollen Weak Lensing sowie die räumliche Verteilung der Galaxien verlässliche Auskunft über die ‘dunklen Seiten’ des Kosmos – Dunkle Materie bzw. Dunkle Energie – geben, die bei der Strukturbildung im Universum entscheidend mitgewirkt haben. Ähnlich liegt auch die Aufgabenstellung der NASA-Vision WFIRST, die aber auch über Ia-Supernovae Dunkel-Energie-Vermessung betreiben soll: Das wäre vielleicht auch wiederum etwas für Euclid in einer Missionsverlängerung.
Schlagwörter: Dunkle Energie, Euclid, WFIRST
27. Januar 2013 um 23:00 |
[...] die europäische Weltraumbehörde den Satelliten und seine Instrumente baut, wird die NASA gemäß einem MoU 20 Detektoren für das infrarote liefern, wofür sich im Gegenzug [...]