Nachdem zunächst über zwei Neutrinos mit ~1 PeV Energie in dem riesigen Cherenkov-Detektor unter dem Südpol berichtet worden war, ohne dass ein astronomischer Ursprung bewiesen werden konnte (mehr, mehr und mehr), sind es nun gleich 28 Neutrinos hoher Energie, genauer gesagt über 30 TeV, die auf einer Tagung diskutiert wurden und aus dem Weltraum gekommen sein sollen: Ihre “properties are strongly inconsistent with what you would expect of atmospheric sources and are almost exactly what you would expect from an astrophysical source.” Bloss zu den konkreten Quellen lässt sich aufgrund der IceCube-Daten noch überhaupt nichts sagen. NACHTRAG: ein Nachzügler.
Warum Supersymmetrie eine schöne Erweiterung der Physik wäre, aber es wohl doch nicht ist – weniger wegen theoretischer Probleme als vielmehr des komplett ausgebliebenen Nachweises irgendwelcher SUSY-Partikel im LHC: “At this point, the theoretical hoops being jumped through to keep SUSY ‘viable’ (and yes, that belongs in air quotes) given our experimental null results are getting progressively more and more extravagant.”
Nur ~200’000 Sonnenmassen: Die masseärmste Galaxie
scheint Segue 2 zu sein, deren Geschwindigkeitsdispersion nach neuen Keck-Messungen extrem gering ist – doch ein Sternhaufen ist das blasse Objekt mit seinen 900 Sonnenleuchtkräften offensichtlich nicht, denn die Dispersion der Metallizitäten unter seinen Sternen ist groß. Auch Herschel-Beobachtungen von 1000 K heißem molekularem Gas nahe Sgr A* und GBT-Beobachtungen von neutralem Wasserstoff zwischen den Galaxien M 31 und M 33.
Das soll das beste direkte Bild der Spiralstruktur der Milchstraße sein, die sich aus der “Innenperspektive” notorisch schlecht kartieren lässt: Die Richtungen und Entfernungen von etwa 2000 H-II-Regionen, 1300 Riesen-Molekülwolken und 800 Methanol-Masern wurden hier geplottet. Das Fitten von Spiralarmen sei dem Leser als Übung überlassen …
Karoo Array Telescope sieht Radioflares von Circinus X-1
Der südafrikanische “MeerKAT”-Test-Array KAT-7, Teil der Vorarbeiten für den Square Kilometre Array (SKA), hat seine ersten Beobachtungen gemacht: Radioflares vom Röntgen-Doppelstern Cir X-1, die jetzt wieder so stark wie zuletzt in den 1970-er Jahren sind. Auch Papers zu den Swift- und NuSTAR-Entdeckungen des Magnetars bei Sgr A*, der eine willkommene Abwechslung beim Warten auf die Ankunft der mysteriösen Wolke G2 ist.
Hubble sieht den Vorgänger der SN 2011dh wirklich nicht mehr: Sein Verschwinden (“Der umstrittene Vorgänger …”; auch hier und hier) aus der Galaxie M 51, nachdem die Supernova verblasste, weist den gelben Stern eindeutig als den explodierten Stern aus, obwohl es daran starke Zweifel gegeben hatte.
Spezielle Adaptive Optik löst Kugelsternhaufen auf
Ein künstlicher Laser-Stern für das 4.1-Meter-Teleskop SOAR in Chile, der in nur 10 km Höhe erzeugt wird und das Seeing der unteren Atmosphärenschichten zu beseitigen hilft, dafür aber mit einem Schlag gleich für ein 3 Bogenminuten großes Feld und im Sichtbaren, hat bei der Analyse des Zentrums eines Kugelhaufens wertvolle Dienste geleistet. Die “normale” Laser-AO im Infraroten ist wesentlich aufwändiger.
Kalter Staub im Orion, gesehen vom Radioteleskop APEX und seiner Sub-mm-Kamera LABOCA, orange eingefärbt auf dieselbe Gegend im Optischen gelegt – oben rechts Ausläufer des Orion-Nebels.
Masse von Fomalhaut b zwischen Zwergplanet und Jupiter
Der Natur des mutmaßlichen Planeten des Sterns Fomalhaut, den nur Aufnahmen des HST im Sichtbaren zeigen, ist auch die detaillierte Auswertung all seiner Aufnahmen im Zusammenspiel mit Nicht-Sichtungen durch andere Teleskope nicht wirklich näher gekommen: Was das Weltraumteleskop sieht, kann nur Staub sein, aber was den schwerkraftmäßig zusammen hält, ist herzlich unklar. Für die erstaunliche Helligkeit im Optischen könnte aber eine nicht weit zurück liegende Passage durch Periapsis und/oder Bahnknoten des zentralen Objekts verantwortlich gewesen sein, die zu erhöhter Staubproduktion führte – indem sie zu verstärkten Kollisionen von mondartigen Gebilden im Orbit um das Objekt Anlass gab.
Ein 4 mag. heller 1 Sek. langer Impakt-Blitz auf dem Mond
ist am 17. März von einer NASA-Kamera aufgezeichnet worden: Er war 10-mal heller als jeder andere bisher auf der Mondoberfläche gefilmte und ging auf ein ca. 40 kg schweres und 30 bis 40 cm großes Meteoroid zurück, das mit 5 Tonnen TNT-Äquivalent-Energie explodierte – und dabei einen vielleicht 20 m großen Krater hinterlassen haben sollte, den der Lunar Reconnaissance Orbiter leicht finden können sollte. [NACHTRÄGE: das ganze in schriftlicher Form, die Homepage des NASA-Programms und früherer unabhängiger Erfolg]
“Sand” einer alten Supernova in Meteoriten gefunden: Die beiden Siliziumdioxid-Körnchen sind mit Sauerstoff-18 angereichert und stammen daher von einer Supernova des Typs II – womöglicher jener, die einst die Bildung des Sonnensysems getriggert haben soll.
Das tiefste Bild des Himmels hat Grenzgröße 31 bis 33
Das eXtreme Deep Field des HST ist jetzt auch formell publiziert worden: Zehn Jahre ACD- und WFC3-Aufnahmen des HUDF-Feldes liefern – mit erheblicher Mühe passgenau aufaddiert – eine Grenzgröße von 31 (5 Sigma) bis 33 Magnituden (1-Sigma-Nachweis der Quelle). Die vor allem bei kürzeren Wellenlängen – die das JWST nicht beobachten kann – sicher mindestens ein Jahrzehnt lang nicht überboten werden kann. Auch ein sehr tiefes Bild mit dem Very Large Array, das den größten Teil einer Radio-Hintergrund-Strahlung diskreten Galaxien zuschreiben konnte.
Kann man ein Spiegelteleskope aus einem rotierenden parabelförmigen Streifen bauen? Diese “grundlegendste Modifikation des Teleskop-Designs seit den Tagen von Galilei und Newton” – so der Erfinder – ermögliche die preiswerte Konstruktion großer Geräte, die ihre Bilder mit Methoden der Tomografie erzeugen. Eine – sehr simple – Labordemonstration des Prinzips ist ihm jedenfalls schon geglückt.
Sieben sehr unterschiedliche Video-Veröffentlichungen der letzten paar Tage mit Weltraum-Bezügen: genug für mehr als einen regnerischen Sonntag-Nachmittag …
Drei Jahre Sonnenbilder des SDO im Ultravioletten im Zeitraffer – mit detailliertem Kommentar und Hervorhebung besonderer Ereignisse (5 Minuten).
“Learning Space with the Dawn Mission”: ein Hangout zu den Erkenntnissen des Asteroiden-Orbiters bei Vesta (63 Minuten). Zugabe: “Radar Imaging of Near-Earth Asteroids” – ein von-Kármán-Vortrag am JPL (91 Minuten).
“Hell Yeah, it’s Rocket Science! – pushing private space exploration with 30 Million US Dollars”: neueste Präsentation (Folien) der Part-Time Scientists auf der re:publica 2013, wo die u.a. schon hier (“Deutsche Computerfreaks wollen auf dem Mond landen”) und hier erwähnten Amateur-Mondfahrer (FB, Tw.) mal wieder Aufsehen erregt hatten (54 Minuten).
“ScienceLIVE: The Quest for Another Earth”: ein Hangout der Zeitschrift Science über neue Erkenntnisse der Exoplaneten-Suche mit besonderer Würdigung der kommenden TESS-Mission (47 Minuten).
aufgenommen von Hubbles WFC3 (oben) im J- und H-Band (1.1 bzw. 1.6 µm), denen blau und rot zugeordnet wurden, und von Herschel mit PACS und SPIRE (Mitte) bei 70 und 160 bzw. 250 µm (B,G,R): Im fernen IR ist von der charakteristischen Form nichts mehr zu sehen. Wie das alles zusammenhängt in den großen Gaswolken des Orion, ist in einem 3-Minuten-Video zu sehen, in dem zusätzlich zwei erdgebundene Teleskope mitspielen.
Mit der Veröffentlichung des Planck’schen Power-Spektrums der Temperatur-Variationen Kosmischen Hintergrundstrahlung am Himmel vor zwei Wochen – dazu noch weitere Pressemitteilungen hier, hier und hier, ein Interview und Artikel hier, hier, hier, hier (Cartoon), hier, hier, hier, hier, hier und hier – ist auch eine neue Sonifikation eben dieses Spektrums und seiner Variation über die ersten 760’000 Jahre kosmischer Geschichte möglich geworden, auch hier und hier beschrieben. Zwar gibt es jetzt dank der gegenüber WMAP höheren Winkelauflösung Plancks einen besseren Frequenzgang und sozusagen HiFi-Qualität, aber nennenswerte neue Erkenntnisse liefert wohl auch Planck vertont nicht.
Wie signifikant widerspricht Planck dem Rest der Welt?
Die Modellierung der Planck-Daten durch 6 Parameter (grüne Linie) liefert vermeintlich exakte Zahlen über den Kosmos, die indes nicht immer gut zu direkt bestimmten Werten passen. Insbesondere für die Hubble-Konstante H0 kamen letztens immer wieder deutlich größere Werte heraus, namentlich in diesem fundamentalen Paper, dessen erste zwei Autoren gegenüber diesem Blog keine Konzessionen gegenüber den Planck-Auswertern machen wollten, die alle Hoch-H0-er unter den Generalverdacht von Eichproblemen stellen. (Zusätzliche Konfusion schafft dabei übrigens die direkte Eichung von Cepheiden über die geometrische Distanzbestimmung der Galaxie NGC 4258, die ebenfalls zu 74 km/s/Mpc führt, während das Megamaser Cosmology Project, das die Technik auf weitere Galaxien ausdehnt, im jüngsten Zwischenbericht bei Planck-kompatiblen 68 steht.)
In einem lesenswerten Paper über die “importance of local measurements for cosmology” hatten kürzlich Licia Verde et al. auf genau diese Widersprüche schon zwischen WMAP und “lokalen” kosmologischen Parameter-Bestimmungen hingewiesen, wobei es außer bei der Hubble-Konstanten H0 auch beim Weltalter gewisse ‘Spannungen’ gibt (siehe ISAN 185-3): Bevor man sagen könne, ob das Problem durch Planck signifikant größer geworden sei, so Verde heute zu diesem Blog, müsse noch einige trickreiche Statistik ran, und die zwei völlig unterschiedlichen Methoden zu vergleichen. “At the moment ages look Ok with Planck, it’s when one combines all that with H0 that things get interesting”, lautet aber ihre derzeitige Einschätzung: “But yes, if there is indeed a tension and the H0 numbers (and their interpretation) hold, this would point to something beyond the ‘maximally boring Universe’ …”
Warum es dieses Mal noch keine Planck-Aussagen zur Polarisation der Hintergrundstrahlung gab, wurde auf einer Konferenz diese Woche durch noch nicht verstandene systematische Effekte erklärt. Über diese und andere Erkenntnisse von der ersten Post-Planck-Tagung hat ein Teilnehmer bereits hier, hier und hier in Quasi-Echtzeit ziemlich detailliert gebloggt – auf seinem Bericht vom heutigen, letzten Tag (wo es auch um den Vergleich von Planck mit anderen Methoden gegangen sein sollte), warten wir noch. NACHTRAG: Es sind sogar zwei Berichte geworden, hier und hier. “Unfortunately no real insight was gained regarding these discrepancies during the conference,” heißt es da bzgl. der o.g. Diskrepanz mit der Hubble-Konstanten. Und Planck hat quasi ‘das Ende’ der Kosmologie mittels CMB-Fluktuationen erreicht: “Planck has more or less exhausted the temperature anisotropies in the CMB as a useful probe of cosmology.” NACHTRAG 2: Außer zum SUSY-Suchen, vielleicht …
So stand er heute Abend über Westaustralien, eine Woche vor dem Perihel: “The comet was certainly brighter tonight than two nights ago. It was easy to see in the twilight as a comet with tail,” schreibt der Fotograf Jim Gifford auf 34°S. “The head is still very intense, and the coma/tail at the head appeared to have broadened as seen in 25×100 binoculars.” In Europa ist derweil PANSTARRS am Tage vage nachgewiesen worden, per Teleskop & IR-Filter. Ausgewählte Fotos und Berichte von der Südhalbkugel von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und ein Weitwinkelbild mit PANSTARRS & Lemmon vom 28. Februar. Die letzten zwei detaillierten visuellen Beobachtungsberichte vom 1. März hier & hier sahen den Kometen bereits klar bei 2. Größe – ob er bis zum Perihel am 10. März (eine Karte mit den Sichtbedingungen dann) wohl noch eine 1 vor’s Komma bekommt? Weitere Vor- und Statusberichte hier, hier, hier, hier & hier auf Deutsch und hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier auf Englisch.
Impaktwahrscheinlichkeit von Komet Siding Spring für den Mars auf 1:640 gestiegen! Neu entdeckte Precovery-Aufnahmen des Kometen C/2013 A1 (“Neuer Komet kommt Mars nahe …”) haben zu einer Bahnverbesserung geführt – und die “approaches”-Funktion von JPL Horizons im telnet-Dialog liefert nunmehr eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 53’500 km, eine maximale von 320’000 km und eine minimale von 0 km, mit einer Impaktwahrscheinlichkeit von 0.001571. (Mit einer Klon-Methode kommt seltsamerweise nur die Hälfte heraus; noch eine Privat-Analyse.) Weitere frühere Artikel zur Mars-Begegnung hier, hier und hier, auch ein Disconnection Event bei Lemmon und ein ISON mit 17 Zoll gestern, plus Updates zu letzterem.
Weitere harte Fakten zur Natur der russischen Boliden
hat die NASA aufgrund neuer Daten “by U.S. Government sensors” ermittelt, bei denen es sich natürlich nur um die Infrarotsignatur der Feuerkugel für Frühwarnsatelliten handeln kann – solcherlei Daten werden schon lange für die Analyse großer Boliden verwedet, wenn sie das US-Militär denn herausrückt. Die Gesamtenergie des Impakts wird nunmehr mit 440 kt TNT-Äquivalent angegeben, wovon der Feuerball etwa 90 als Licht abstrahlte. Der Durchmesser des Asteroiden ergibt sich jetzt (immer noch ziemlich grob) zu 18 m und seine Masse zu 11’000 Tonnen. Und die aus den mutmaßlichen Satellitendaten bestimmte Flugbahn des Boliden – und damit der der ursprüngliche Orbit des Asteroiden – passen gut zu entsprechenden Analysen aus den Videos vom Boden (die wohl beste tschechische, hier schon vor einer Woche beschrieben ["Analyse des Russen-Airbursts ..."], ist übrigens auch hier ‘entdeckt’ worden). Auch Artikel zur Unterbrechung der Meteoitensuche (erst wenige kg sind geborgen) und einem erwogenen Export-Stopp sowie der häufigen Fehl-Identifikation des Boliden durch Augenzeugen und die denkbare Vermarktung des Impakts.
Wird noch ein zweites Sonnenmaximum ‘nachgereicht’?
In einer ziemlich herum spekulierenden NASA-Story und einem der Thematik angemessen ungewöhnlich konfusen Video dazu wird der Vermutung Ausdruck verliehen, dass das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus eine ausgeprägte Struktur mit zwei disjunkten Maxima bekommen könnte, wie sie – schwächer – auch mehrere voran gegangene zeigten. Das würde erklären, warum es mit der Sonnenaktivität wieder abwärts ging (“Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus …”), nachdem bereits vor einem Jahr ein relativ scharfes Maximum erreicht war. Dass dem noch ein weiteres nachfolgt, womöglich erst 2014 oder gar 2015, scheint aber reine Spekulation zu sein. Auch ein nettes aktuelles Allsky-Aurora-Video und eine Galerie norwegischer Nächte.
Der umstrittene Vorgänger der SN 2011dh in M51 ist tatsächlich weg: Mit dem Hubble Space Telescope konnte gestern – das ist mal Publikations-Geschwindigkeit! – klar nachgewiesen werden, dass der gelbe Überriese, der exakt an der Position der Supernova gesehen worden war (“Sieben Papers über die Supernova 2011dh …”), nicht mehr da ist. Also ist dies doch der Stern, der explodiert war, obwohl es doch so schöne Argumente dagegen gegeben hatte …
Auf diesen Start der 23. indischen Rakete des Typs PSLV hatten sich ganz unterschiedliche Kunden gefreut, von österreichischen und kanadischen Astronomen bis zu französischen Ozean-Forschern, und heute können sie alle zufrieden sein: Der Start um 13:31 MEZ – eine ISRO-Galerie – hat perfekt geklappt. Im Orbit angekommen sind:
die Hauptnutzlast, der indo-französische Ozeanbeobachter SARAL, mit dem Höhenmesser im Ka-Band AltiKa und einem ARGOS-Relais-System (ein Artikel),
der kanadische Photometrie-Satellit CanX-3 – BRITE (BRIght-star Target Explorer) für helle Sterne und ihre Variabilität (U. Toronto und UTIAS Releases und ein Artikel),
Debatte über die “geschenkten Hubbles” live zu verfolgen
Wenn am 5. und 6. Februar auf einem NASA-Workshop beraten wird, was mit den 2011 überraschend den Zivil-Astronomen geschenkten zwei 2.4-m-Weltraumteleskopen (auch ISAN 165-3) geschehen soll, darf die Öffentlichkeit per Webcast zuschauen – was aber auch bedeuten dürfte, dass hier keinerlei neue Details über die geheimnisvolle Vorgeschichte der Optiken verraten werden dürfte. Aber der “SALSO Workshop” (Study on Applications for Large Space Optics) dürfte insofern interessant werden, als Vorschläge aus 5 ganz unterschiedlichen Bereichen – selbst bemannte Raumfahrt – gehört und schließlich bis zu 6 neue Detailstudien beschlossen werden sollen, die dann bis Mai laufen. [22:10 MEZ]
Bakterien-Sammeln auf dem Satelliten Herschel vor dem Start 2009: Teil eines Forschungsprojekts über extremotolerante Bakterien in Reinräumen, das jetzt zur ersten öffentlichen Stammsammlung von sehr widerstandsfähigen Bakterien geführt hat. Eine wichtige Ressource für Forschungsinstitute und die Industrie, um Anpassungsmechanismen von Bakterien – Resistenz gegenüber Hitze, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Austrocknung und Desinfektionsmitteln – zu untersuchen. [18:45 MEZ]
Eine moderate Feuerkugel über England gestern abend, eingefangen zwar nur klein, dafür aber lückenlos, von einer Dashboard-Kamera auf der Autobahn bei Birmingham. [14:15 MEZ]
Wikipedia ist jetzt auch ein Asteroid, Nr. 274’301
Wer den Kleinplaneten – als 2008 QH24 – in der Ukraine entdeckte und seine Taufe nach der Online-Enzyklopädie vorschlug, steht nicht im neuesten Minor Planet Circular auf Seite 467, wohl aber die Citation: “Wikipedia is a free, copyleft, collaboratively edited online encyclopedia launched in 2001. In 11 years of its compilation it became one of the largest reference works and one of the most visited web-sites on the Internet. It is developed in more than 270 languages by enthusiasts from all over the world.” [14:00 MEZ]
Der nächste Orbitalstart steht bevor, diesmal eine Atlas V mit dem NASA-eigenen Kommunikationssatelliten TRDS-K; die Konstellation hilft insbesondere der ISS und Hubble, ihre Datenströme zum Boden zu bringen. Updates gibt’s hier, das Startfenster öffnet sich um 2:48 MEZ. [1:00 MEZ] Die Atlas ist jezt in einem 25-Minuten-Hold bei t-4 Minuten – und der in Südkorea gestartete Satellit hat sich gemeldet. [2:25 MEZ]
Und die Atlas V ist gut weg gekommen, mit der Öffnung des Startfensters – auch die ersten 7 Minuten des Flugs problemlos. [2:55 MEZ] Von Cooper gibt’s schon erste Bilder! [3:05 MEZ]
Main Engine Cut-Off! Die Centaur und TDRS-K sind jetzt auf ihrer Parkbahn, wo sie 82 Minuten bleiben werden – der Zielorbit wurde genau getroffen. Hier noch ein Screenshot von einem Launch Replay. [3:10 MEZ] Und die Live-Version in Bewegung und gleich nochmal. [3:20 MEZ] Die 2. nur 2-minütige Zündung der Centaur steht bevor, dannn Separation. Aber dieser Artikel ist schon fertig. [4:20 MEZ] Spacecraft Separation auf dem perfekten GTO. [4:35 MEZ] Ein NASA Release; weitere Artikel sind hier verlinkt. Und Yonhap, Asia One und Arirang zu Südkoreas Satelliten-Erfolg. [13:45 MEZ]
“Timbuktu-Manuskripte” überstanden wohl doch Mali-Krieg
Entsetzen unter (auch Astronomie-)Historikern hatte kürzlich die Meldung ausgelöst, dass bei der Rückeroberung der Stadt Timbuktu in Mali von den Islamisten wichtige Bibliotheken mit den berühmten “Timbuktu”-Manuskripten aus dem Mittelalter in Flammen aufgegangen seien – aber das ist offentsichtlich Quatsch: Die meisten Texte in wissenschaftlicher Bearbeitung scheinen durchgekommen zu sein (und viele weitere sind eh in Privatbesitz und/oder vergraben). Über die astronomischen Inhalte der Manuskripte wurde in den letzten Jahren intensiv geforscht (auch hier und hier) und gar eine überschwängliche Doku produziert, die den eingebundenen europäischen Orientalisten in ihrer vermeintlichen Etablierung einer “afrikanischen Astronomie” dann doch zu weit geht … [23:55 MEZ am 30. Januar. NACHTRAG: mehr Details]
Nichts Auffälliges auf dem Live-Bild vom CTIO nach einem starken Erdbeben in der Atacama-Region um 21:15 MEZ ist um 23:00 MEZ auf diesem Webcam-Bild vom Cerro Tololo zu sehen. Das Beben hatte eine Magnitude von 6.8, hat aber nach ersten Berichten keine größeren Schäden hinterlassen. [23:05 MEZ]
Die Scheibe um den Stern TW Hydrae hat 50 Jupitermassen
Das konnte dank des ersten Nachweises von HD in einer zirkumstellaren Scheibe durch Herschel ermittelt werden: Unter der Annahme, dass das HD/H2-Verhältnis dasselbe wie im Sonnensystem ist, folgt direkt die Menge des dominanten H2, die ansonsten kaum fest zu stellen ist. Da das Sonnensystem aus einer viel weniger massereichen Scheibe entstand (nur 10 Jupitermassen), könnte der junge aber sonnenähnliche Stern TW Hya eines Tages ein ausgesprochen reiches Planetensystem besitzen, auch wenn man ihm bei seinem Alter die Bildung von Riesenplaneten eigentlich nicht zugetraut hätte. Was zeigt, dass nicht alle Wege dieselben sind, auf denen ein Stern zu Planeten kommt. [19:50 MEZ]
Kein folgenreicher Impakt vor 12’900 Jahren – Schluss!
Seit 2007 verbreiten ein paar Außenseiter die – leider gut für Schlagzeilen geeignete – Spekulation, in der Atmosphäre explodierende Kometen hätten das Ende der Clovis-Kultur in Nordamerika, das Aussterben der Mammuts (“Dung-Pilz …”) und sonstwas verursacht, ohne dass es irgendeinen direkten Beleg dafür gegeben hätte. Und nun ist auch eine umfangreiche Monographie vorgelegt worden, die der Spekulation von allen möglichen Seiten den Garaus macht. Schluss jetzt damit, bitte … [17:40 MEZ] Vermutlich ein frommer Wunsch, da die Spekulation “Zombie-Status” erreicht hat. [18:05 MEZ]
Nette Demonstration von µg auf der ISS: Expedition-34-Kommandant Kevin Ford durch einen besonders großen Wassertropfen abgebildet – der eben keine Tropfenform sondern eine ziemlich gute Kugelgestalt annimmt. [17:25 MEZ]
Die Session “Science and Space” der Konferenz in Israel
(s.u.) läuft jetzt: hier die astronomischen Highlights des vergangenen Jahres, wie sie Ehud Behar zusammen fasste. [15:50 MEZ]
Während der Astronaut Randolph Bresnik bei seiner Übersicht über Wissenschaft auf der ISS auch an das Röntgenteleskop MAXI auf der Raumstation erinnerte, über dessen Leistungen (“Neuer Schwarz-Loch-Kandidat entdeckt …”) kaum berichtet wird. [16:05 MEZ]
Überzeugende Demo im Vortrag des Fernerkundungsspezialisten Eyal Ben-Dor, warum hyperspektrale Kameras (die nicht nur in RGB sondern in hunderten separaten Farbbändern gleichzeitig aufnehmen) so nützlich sind: Die Plastik-Pflanze rechts fällt jetzt sofort auf … [16:25 MEZ] … aber HSR erfordert, “in Würfeln zu denken”, x, y und Wellenlänge – nicht einfach für’s Gehirn. [16:35 MEZ]
ULTRASAT: ein israelisch-amerikanischer UV-Satellit?
Auf der Ramon-Konferenz (s.u.) berichtete Ilan Porat über das Satellitenprojekt ULTRASAT, das zunächst LIMSAT hieß (Notiz ganz unten) und in diesem Vortrag beschrieben wurde: Israel und die USA hoffen diesen März auf Grünes Licht für einen Kleinsatelliten mit 4 Teleskopen à 13 cm Öffnung und 4Kx4K-CCDs, der im Ultravioletten den Himmel auf Transients überwachen würde – mit 440 Quadratgrad Gesichtsfeld, was es noch nie auch nur annähernd gab. Neu aufleuchtende UV-Quellen am Himmel würden über Inmarsat automatisch an die Astronomen der Welt gemeldet, die zu Follow-Up-Beobachtungen schreiten könnten.
Israel träumt schon seit 20 Jahren von UV-Astronomie im Weltraum, aber der einzige jemals gebaute Satellit namens TAUVEX schaffte es nie in den Orbit: Zunächst ‘gebuchte’ Mitfluggelegenheiten in Russland und Indien (ganz unten) kamen nicht zustande, letzteres immerhin insofern “glücklich”, als die schon gebuchte Rakete dann versagte … [14:35 MEZ]
Weltraumkonferenz in Israel – und jetzt live im Web!
Die Übertragung von der Eighth Ilan Ramon Annual International Space Conference kann hier verfolgt werden; gerade haben die vermutlich ergiebigsten Sessions “Space Industry and Technology” und “Science and Space” begonnen: Die Zeiten im Programm sind in IST = MEZ + 1 Stunde. [13:10 MEZ]
Die globale Start-Statistik (auch Fehlstarts) 2012 aus dem Vortrag von Tal Inbar, der auch auf den südkoreanischen Erfolg heute verwies: Das sei nun das 11. Land mit einer funktionierenden Orbitalrakete. [13:25 MEZ] Geheimnisvolle Andeutungen über drei iranische Startversuche 2012, mit 2 Fehlschlägen – und einer gewaltigen Explosion auf dem Startgelände … [13:33 MEZ] … und dass sich Nordkoreas Satellit nie aus dem Orbit meldete, sei “not important” – Hauptsache die Unha 3 funktionierte. [13:36 MEZ]
Und der iranischen Affen-Astronaut sei – im Gegensatz zu hitzigen Kommentaren – kein Beleg für tolle Raketen, da der Launcher nur auf einer schwachen solchen basierte. Aber das Experiment zeige, dass der Iran sein Weltraumprogramm ernst nehme – und die Ankündigung, einen eigenen Astronauten um 2020 starten zu wollen, nimmt Inbar zumindest ernst. [13:40 MEZ] Oder wollen die Iraner was ganz Anderes …? [14:25 MEZ]
Hardware des Satelliten QuikScat wird auf der ISS recycelt
Der Satellit funktioniert seit 2009 nicht mehr (“Meeressatellit QuikScat nach zehn Jahren ausgefallen”), aber Elemente von QuikScat werden 2014 auf der ISS installiert, um als ISS-RapidScat wieder Informationen über Luftströmungen aus Meereswellen zu liefern, die auch operationell genutzt werden können. [1:45 MEZ. NACHTRAG: Artikel dazu]
Das Startfenster für Südkoreas Rakete öffnet sich um 7:55 MEZ und dauert bis 11:30 MEZ: die nächste Chance für das Korea Satellite Launch Vehicle 1, mit der inzwischen erfolgreichen Unha 3 des nördlichen Nachbarn gleich zu ziehen – denn bisher sind ale KSLV-Starts gescheitert. Entsprechend groß ist die Anspannung … [1:45 MEZ]
Satellit Kepler sammelt jetzt wieder astronomische Daten
nachdem der 10-tägige “Wheel Safe Mode” (“Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt”) zuende ist: Nun wird es etwa einen Monat dauern, bis sich gezeigt haben wird, ob dem angeschlagenen Drallrad #4 die Ruhepause gut getan hat. [23:55 MEZ am 29. Januar. NACHTRAG: Artikel dazu]
Helle und dunkle Fächer auf der Marsoberfläche auf einer HiRISE-Aufnahme vom November 2012 auf 87° Süd: So was entsteht, wenn die Sonnen auf die saisonale CO2-Polkappe scheint, den Boden darunter erwärmt – und sublimierende Gase irgendwann durch die Eisdecke brechen. Und dann als helle Fächer wieder auskondensieren; die dunklen Strukturen darauf gehen auf mitgerissenen Staub zurück. [17:35 MEZ]
Die Venus spielt Komet, wenn der Sonnenwind abreißt
Die Ionosphäre aus Elektronen und Ionen, die die Venus in 150 bis 300 km Höhe umgibt, kann sich in Ausnahmefällen an ihrer sonnenabgewandten Seite schweifartig ins Weltall ausdehnen: Zu dieser seltenen Verformung kommt es, wenn der Sonnenwind nahezu abbricht, wie Messungen mit dem Venus Express (seinem Magnetometer MAG und dem Instrument ASPERA-4) gezeigt haben. Bei fehlendem Sonnenwind wird die Ionosphäre der Venus nicht magnetisiert; unter normalen Bedingungen binden diese induzierten Magnetfelder die geladenen Teilchen der Ionosphäre in Planetennähe. Bei schwachem Sonnenwind hingegen dehnt sich die Ionosphäre in der Übergangsregion zwischen Tag- und Nachtseite aus, wo sich eine Art Plasmaballon schweifartig ins All erstreckt – die gesamte Ionosphäre erhält so eine tropfenförmige Gestalt. [17:25 MEZ]
Lange haben sie gedauert, die Vorbereitungen für den ersten Einsatz des Bohrers des Marsrovers, der letzten noch immer ungetesteten Hardware – aber hier (Ausschnitt aus einem Hazcam-Bild vom 27. Januar, Sol 170) sieht man den Kopf schon mal Maß nehmen. An vier verschiedenen Stellen des Steins “John Klein” in der “Yellowknife Bay” wurde er aufgesetzt und Druck aufgebaut, ein sog. “pre-load testing”; ein weiterer derartiger Test über Nacht läuft gerade. Die ersten Drill-Experimente werden aber kaum vor Ende der Woche beginnen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: Details]
Mal wieder ein “künstlerisches” ISS-Timelapse-Video mit vielen Nacht-Szenen und diversen Polarlichtern, leider an einigen Stellen gar zu hektisch ‘verschönert’ – als ob die Lageregelung der Raumstation aus dem Ruder laufen würde … [0:25 MEZ]
Alt aber bunt: eine “Superbubble” in der LMC in einem Komposit-Bild aus Chandra-Röntgendaten (die 10 Jahre alt sind und deren Analyse vor 2 Jahren publiziert wurde; in Rosa) und einem optischen Bild von DEM L50. [0:00 MEZ]
Feuerkugel über den Ost-USA war vermutlich Kosmos 1484
Das Constellation Observing System for Meteorology, Ionosphere and Climate Taiwans und der USA (siehe Artikel C56) wird mit neuen Satelliten weiter ausgebaut, die im U.K. gebaut werden ab 2016 starten sollen: Die dreidimensionalen Atmosphären-Analyse basiert auf ihren Effekten auf die Signale von GPS-Satelliten. [0:00 MEZ]
Kometen-Lander Philae im irdischen Test: Noch ein Jahr ist Rosetta im Winterschlaf, aber die erste Landung auf einem Kometenkern ist erst jetzt in Testanlagen simuliert worden – was z.B. dem Handelsblatt und n-tv gefiel. [0:00 MEZ]
Ein winziger Ausschnitt aus der Großen Magellanschen Wolke, genauer gesagt ihrem Sternentstehungsgebiet LHA 120-N 11 neben NGC 1769 (links), aus Sicht des Hubble Space Telescope: Die Bilddaten entstanden im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms und wurden nun im Rahmen der “Hidden Treasures”-Aktion ‘geborgen’. [22:40 MEZ am 23. Januar - Ende]
Schon wieder eine Feuerkugel mit ca. -20m über den USA
Staubwolken im Orion im sichtbaren und Nah-IR-Licht und Sub-mm-Bereich in einem wilden Mix aus der Digital Sky Survey (440 bis 800 nm) und Daten des Atacama Pathfinder Experiments (APEX; 870 µm), das die orange eingefärbten Schwaden beisteuert, wo im Optischen wenig zu sehen ist – wo’s lang geht, möge dieses Zoom-Video klarer machen. [20:10 MEZ]
Neues Mosaiksteinchen in Sachen Heizung der Korona
Die Bilder der Sonnenkorona mit 0.2″ Auflösung des Hi-C-Raketenflugs vom letzten Juli sind jetzt ausgewertet: Sie stützen offenbar die Vermutung, dass das ‘Abwickeln’ magnetischer “Verflechtungen” und ihre Rekonnektion die besonders heißen Zonen der Sonnenkorona erzeugen (während für die Normalkorona eher Wellenphänomene verantwortlich seien). Während der 5 Minuten langen Beobachtungen mit Hi-C konnte zweimal beobachtet werden, wie in entsprechenden Zonen genügend Energie für ihre Heizung dissipiert wurde. Dass dies der generelle Prozess in der aktiven Korona ist, konnte in der Kürze der Zeit allerdings nicht bewiesen werden: Wie gerade auf einer noch laufenden NASA-Telecon erzählt wurde, wäre ein HiC-artiges Teleskop auf einem Satelliten wünschenswert … [19:35 MEZ. NACHTRAG: Press Releases auch von UCLan, LockMart und NASA]
Eine Riesen-Protuberanz hängt gerade am Südrand der Sonne, hier vom SDO bei 30 nm Wellenlänge vor 20 Minuten aufgenommen – und so sah es 75 Minuten früher aus. [5:05 MEZ] Und noch ein Bild. [5:30 MEZ] Und hier die Protuberanz in Bewegung, Show schon vorbei. [6:40 MEZ]
ExoMars-Vertrag zwischen ESA & Russland ausgehandelt!
Einen Press Release war’s der ESA bisher nicht wert, aber RIA Novosti, Voice of Russia und Xinhua melden übereinstimmend, dass die Chefs von ESA und Roskosmos, Dordain und Popovkin, gestern den Vertragstext über die gemeinsamen ExoMars-Missionen 2016 und 2018 fertig gestellt haben. Unterzeichnet werden soll das Abkommen am 15. März in Paris, direkt nach seiner Absegnung durch den ESA-Rat. [4:10 MEZ]
Dieser Antarktis-Ballon hat den Langzeitrekord gebrochen! Bereits seit 45 Tagen – im Bild der Start am 9.12.2012 – ist der Super-TIGER im polaren Vortex unterwegs, und ein Ende der Mission zur Messung Kosmischer Strahlung ist noch nicht in Sicht. Der alte Rekord von 2004/5 hatte bei 42 Tagen gelegen (siehe Cosmic Mirror #287 Kurzmeldung), der Super-TIGER wird auch auf Blogger und Facebook dokumentiert. [1:45 MEZ. NACHTRAG: späterer Wallops Release. NACHTRAG 2: Am Ende blieb er 55 Tage oben, bis das He abgelassen wurde]
Das war “DSI”: viele wilde Ideen aber (noch) kein Geld
Hundert Minuten dauerte die erste Pressekonferenz [NACHTRÄGE: komplette Aufzeichnung und eine neue Version des Promo-Videos daraus; die alte wurde entfernt] der “Deep Space Industries“, und schon bald ahnte das Publikum: Im Gegensatz zu “Planetary Resources” sind hier offenbar noch kaum nennenswerte Finanzen gesammelt worden, um die weitreichenden Pläne auch in die Tat um zu setzen. Wie es da gelingen soll, schon 2015 die ersten “Firefly”-Sonden (von denen gleich mehrere zusammen auf einer Rakete starten sollen) an Near Earth Asteroids vorbei fliegen zu lassen und bereits 2016 mit “Dragonfly” (Grafik in der Mitte; man sieht eine Heritage aus der CubeSat-Welt) gar eine Sample Return Mission zu beginnen, steht wahrlich in den Sternen. Ein wahres Wort sprach der Chairman of the Board R. Tumlinson allerdings auf der PK: Während ihrer Dauer hätte so mancher auf dem Planeten mehr Zinsen auf sein Vermögen bekommen als ein “Firefly” kosten würde – diese Leute müsste man halt nur irgendwie anlocken (und erste Investoren gibt es angeblich schon). Die ersten Einnahmen erhoffen sich die DSI (die einen Börsengang erwägen, wenn “Dragonfly” beladen auf dem Rückweg ist) jedenfalls aus dem Verkauf von Asteroiden-Beobachtunges-Daten an die Regierung. Und wenn dann erst der Abbau von NEAs beginnt, sind den Gewinnen keine Grenzen gesetzt, wenn im Weltraum mit den gewonnenen Rohstoffen die tollsten Sachen gebaut – oder sie an andere Kunden im All verkauft – werden … [21:00 MEZ am 22. Januar. NACHTRÄGE: weitere PK-Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]
Ein Bugschock vor Betelgeuse im interstellaren Medium ist auf dieser Herschel-Aufnahme bei 70-160 µm zu sehen – und 9 Bogenminuten in Flugrichtung lauert offenbar eine interstellare Staubwand: Mit der wird der staubige Schock in etwa 5000 Jahren und der Stern 12’500 Jahre danach zusammenstoßen. Wenn dieser nicht bis dahin schon zur Supernova geworden ist. [18:45 MEZ]
Russen sind raus: Indien baut seinen Mond-Lander selber
Nachdem Russland sein mehrteiliges neues Mondprogramm erneut umstrukturiert hat, werden auch in Indien die Karten für Chandrayaan-2 neu gemischt: Den Lander wird man nun selber bauen, mit 2 Instrumenten auf einem von ihm rollenden Rover, während der Orbiter derer 5 tragen soll. Vor gut 5 Jahren war eigentlich beschlossen worden, dass Russlands den Lander für Chandrayaan-2 beisteuert, aber die Pleite mit Fobos-Grunt hat auf beiden Seiten zu einem Neubeginn geführt. Und der asiatische Wettlauf zur Mondoberfläche hat wieder drei Teilnehmer, mit China und seinem Rover Chang’e 3 als klarem Favoriten mit Start noch dieses Jahr. Russlands Luna-Glob 1 und Chandrayaan-2 sind derzeit beide für 2015 geplant. [18:25 MEZ]
Als Curiosity vor dem Weißen Haus vorfuhr … eine dramatische Perspektive von der Inaugurations-Parade (siehe ganz unten) – auf der leider der winkende POTUS durch einen Querbalken verdeckt und auch in voller Auflösung nicht klar zu identifizieren ist. Ob es wohl einen ‘Money Shot’ von schräg unten mit deutlich erkennbarem Präsidenten und ebenso eindeutigen Curiosity-Details im Vordergrund gibt? Na ja, auf diesem anderen NASA-Bild ist Obama immerhin gut zu sehen, und er applaudiert dem Marsrover sogar. [1:40 MEZ. NACHTRAG: ein Video dazu]
Und die nächsten Asteroiden-Abbauer steigen in den Ring
Nur ein Dreivierteljahr nach dem Auftauchen von “Planetary Resources” – die erstmal ein ganz kleines Weltraumteleskop bauen, im Video oben vorgestellt – hat für heute ein Mitbewerber im vermeintlich lukrativen Markt des Asteroiden-Bergbaus zu einer PK eingeladen: “The world’s first fleet of commercial asteroid-prospecting spacecraft will be announced at 10 a.m. Tuesday, Jan. 22, at the Santa Monica Museum of Flying by a new company”, tönen die “Deep Space Industries”. Die wollen bereits ihr Raumschiff – in einem Video – präsentieren sowie “a breakthrough process for manufacturing in space. Deep Space is pursuing an aggressive schedule and plans on prospecting, harvesting, and processing asteroids for use in space and to benefit Earth.” Dem Ganzen soll man ab 19:00 MEZ auf diesem Kanal folgen können (vor Ort ist’s aber besser: “Coffee and doughnuts will be served”); Vorberichte gibt’s u.a. hier, hier und hier. [1:15 MEZ]
Die NASA zeigt Präsenz bei Obamas zweiter Inauguration während der Parade danach gestern Abend: Ein Modell von Curiosity (ganz oben in einem TV-Still vom Moment der Passage vor Obama und Biden) und eine Orionkapsel waren dabei, dazu bedeutendes Mars-Personal und 8 Astronauten. Die NASA war auch 1969 (ein Bild des Floats), 1973, 1977 (sehr bescheiden …) und 2009 (ganz am Ende) dabei gewesen; diesmal war die Teilnahme an der Parade nur eine von vielen Aktionen rund um die Inauguration, die auch eine kleine Starparty in Arlington umfassten. [0:25 MEZ]
Erinnert der Supernovarest W50 (oben in Blau ein Radiobild vom VLA, auf in Rot Sternen und Staub im IR von WISE) an einen ausruhenden Florida-Manati (Florida manatee, Trichechus manatus latirostris; Foto von Tracy Colson)? Na ja, irgendwie schon – und dewegen wird das Astro-Bild heute auf dem Florida Manatee Festival enthüllt und der SNR “Manatee Nebula” getauft [NACHTRAG: wie es zu der Aktion gekommen ist].
Der gesamte Cygnus Loop auf einem Bild-Mosaik des 90-cm-WIYN-Teleskops mit im Original 24’000 Pixeln Kantenlänge, die 3° am Himmel entsprechen – die rund 1 GB große Datei in voller Auflösung gibt’s hier. Die 3 x 3 engbandigen Bilder mit der NOAO-Kamera Mosaic 1 waren bereits vor 10 Jahren gemacht worden, aber damals gab es noch gar nicht die Rechner, um daraus ein Gesamtmosaik des Supernovarests zu erstellen …
Ein Herschel/XMM-Bild des Supernovarests W44 bei 70 – 250 µm Wellenlänge bzw. 1.2 – 8 keV Energie (blau eingefärbt): Im Röntgenlicht verrät sich mehrere Mio. Grad heißes Gas im Inneren der Schale, die schon stark mit dem interstellaren Medium wechselwirkt.
Auch ein Stück Supernovarest: der Pencil Nebula NGC 2736 – der hellste Teil des großen Vela-SNR – auf einer Aufnahme des 2.2-m-Teleskops auf La Silla. Auch bekannt als Herschel’s Ray, da John Herschel den Nebel 1835 in Südafrika visuell entdeckte.
Der Helix-Nebel im kombinierter GALEX-/Spitzer-/WISE-Sicht: Die Falschfarbendarstellung umfasst Wellenlängen von 150 nm bis 24 µm – und der Planetarische Nebel NGC 7293 sieht in allen Farben ungefähr gleich aus, was bei Deep-Sky-Objekten kaum je der Fall ist.
Der Planetarische Nebel NGC 7354 aus Hubble-Sicht: Zwei verschachtelte Schalen, Knoten und Jets sind zu erkennen. Hinter der ganzen Symmetrie steckt vermutlich ein Begleiter des Zentralsterns, auf den aber noch kein direkter Hinweis gefunden wurde.
Oder möchte das jemand bezweifeln? Mit dieser Aufnahme aus dem Außenbereich des Orionnebels wird auf der gleich beginnenden 9. PK der 221. AAS-Tagung die Leistungsfähigkeit des Gemini Multi-Conjugate Adaptive Optics System (GeMS) (“Premiere …”) zusammen mit dem Gemini South AO Imager (GSAOI) demonstriert werden. Bei der MCAO wird die Luftunruhe mit Hilfe von 5 künstlichen Laser-Sternen dreidimensional erfasst und kann dann über eine großes Gesichtsfeld ausgeglichen werden: Als die Daten für dieses nahinfrarote Bild am 28. Dezember 2012 entstanden, war das natürliche Seeing 0.8 bis 1.1 Bogensekunden – und nach der Korrektur nur noch 0.084 bis 0.103 Bogensekunden. Und das in einem Gesichtsfeld von 85 Bogensekunden Durchmesser. In falschfarbigem Blau erscheinen hier überschallschnelle “Geschosse” aus einem Sternentstehungsgebiet links unten außerhalb des Gesichtsfelds, weshalb dieser Teil des Orionnebels zuweilen “Orion Bullet Region” genannt wird.
RT @SolarHam: Still waiting for the arrival of an expected Coronal Mass Ejection that left the Sun on May 17.
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