Auf dem Flug LH 2920 heute Morgen von Düsseldorf nach Stockholm zu einem Science Writers Workshop gab es – von Sitz 8A des ausnehmend schlanken Regional Jets CRJ-900 aus – schon mal Science satt, atmosphärische und andere optische Phänomene rund um den Flugzeugschatten nämlich: erst eine Glorie in den Wolken, im 1. Bild extrem kontrastverstärkt, im 2. in Auflösung vor südschwedischer Landschaft. Und dann einen Oppositionseffekt in der Vegetation: Das Shadow-Hiding rund um den Schatten ist gut zu erkennen, während die Bäume rund herum erkennbare Schatten werfen (hinter dem ersten Bild liegt eine größere Version, die das besonders deutlich zeigt). Eigentlich banal, sollte man meinen – aber gerade in der Astronomie sind, wie z.B. aktuell hier und hier nach zu lesen, die Detailprobleme mit dem Phänomen erstaunlich hartnäckig. Nicht dass diese Aufnahmen hier etwas zur Klärung beitragen würden …
Archiv für die Kategorie ‘Beobachtungen’
(Astro)optische Effekte – aus der Luft genossen
26. Mai 2013Das ist inzwischen aus PANSTARRS geworden!
20. Mai 2013Diese Aufnahme von Michael Jäger aus der vergangenen Nacht – hier mal in der vollen Auflösung! – zeigt das “neue” Gesicht des Kometen C/2011 L4, durch dessen Bahnebene die Erde am 27. Mai stoßen wird: Die bekannte Syndyne aus 10-µm-Teilchen verwandelt sich mehr und mehr in einen spektakulären Gegenschweif, der sich in diesem Mosaik über 6° erstreckt. In einem größeren Fernrohr ist die ungewöhnliche Staubstruktur auch visuell gut zu sehen, wie dieser Blogger in der Nacht davor im Harz bestätigen konnte. Weitere PANSTARRS-Bilder vom 20. Mai, 19./20. Mai, 19. Mai, 18. Mai (mehr und mehr), 17. Mai und 16. Mai (mehr und mehr), Artikel über PANSTARRS & Lemmon hier und hier und über Lemmons Plasmaschweif und Bilder von Lemmon vom 17. Mai und 16. Mai (mehr), NEAT vom 19. Mai und McNaught vom 19. Mai und 13. Mai. Und ein angenehm zurückhaltender Artikel über sowie neue hochauflösende Beobachtungen (auch hier) von Komet ISON, der sich bald für ca. 3 Monate im Glanz der Sonne verstecken wird.
Das Planeten-Dreieck 2013 kündigt sich bereits an
Hier ist der Merkur gestern Abend tief unterhalb der Venus knapp aufgetaucht (aus einer Aufnahme von Bernd Brinkmann aus dem Harz heraus gekitzelt), während sich der Venus “von oben” rasant der Jupiter nähert – bis alle drei vom 25. bis 27. Mai ein kompaktes Dreieck tief am Himmel bilden werden: Vorschauen und Sichtbarkeits-Analysen z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.
Eine Protuberanz am 11. Mai in faszinierenden Amateur-Zeitraffer-Aufnahmen. Auch die Scheibe im weißen Licht am 17.Mai und 16. Mai – und Aurora-Hoffnungen, die sich kaum erfüllten. Sowie schon wieder ein neuer Transient bei Sgr A*, diesmal aber vermutlich eine bekannte Quelle.
Uranus und seine Ringe bedecken einen 9-mag.-Stern
am Morgen des 23. Mai, wobei der Sichtbarkeitsstreifen klein ist, “a small zone for the eastern mediterranean and south down to southern Africa. But the star is bright, the visual magnitude is 9m2, its I-Band magnitude even reaches 8m7. And Uranus has, due to its low temperature, very broad methane absorption bands. Using appropriate filters, the intensity loss for the occultation can reach 40% or more. Because its the brightest occultation since a lot of years, its an important opportunity to get data from the Uranian rings as well as of the atmosphere of Uranus.”
Amateurastronomische Splitter: viele Beschlüsse auf der Planetentagung / mögliche frühe Vorboten leuchtender Nachtwolken / ein paar Gedanken zu Aurora-Schall / die Übernahme von Meade durch Chinesen / und dieses Blog in der großen Vorstellungs-Serie – wo man auch dafür voten kann …
“Zugabe” gerufen – fette Feuerkugel bekommen
22. April 2013Das hätte sich die argentinische Folk-Band Los Tekis auch nicht träumen lassen, als sie weit nach Mitternacht – gestern morgen – ihr Konzert in Santiago del Estero im Norden des Landes gerade beenden wollte. Just als das Publikum nach einer Zugabe rief, es war gegen 3:20 Uhr früh, flammte hinter der Bühne eine beeindruckende Feuerkugel auf, die dem Zuschauer Matías Díaz mit auf sein Video (oben) geriet: eine der besten Aufzeichnungen des kosmischen Besuchers, der in weiten Teilen Nordargentiniens gesehen wurde; hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier weitere Clips und Zusammen-Schnitte. Die Band beschreibt hier selbst, wie das so war, auch eine Quellen-Sammlung und Artikel auf Spanisch hier, hier und hier und auf Englisch hier, hier und hier: Der in die Atmosphäre eingetretene Körper dürfte nur ein paar Dezimeter groß gewesen sein, es hing noch in der Morgendämmerung ein verwirbelter Contrail am Himmel, und Meteoritenfälle scheinen denkbar. [NACHTRÄGE: Warum da mitten in der Nacht ein Konzert war, der Bolide als animated GIF (aus diesem Artikel) und weitere Erkenntnisse & Spekulationen]
Das vergangene Jahr innere Sonnenkorona aufaddiert aus 25 Aufnahmen des Solar Dynamics Observatory bei 17 nm Wellenlänge (die einer Plasma-Temperatur von 600’000 K entsprechen) zwischen dem 16.4.2012 und 15.4.2013: Die Konzentration der Sonnenaktivität auf zwei Breitenbereiche beiderseits des Äquators tritt so viel klarer hervor als in einem Zeitraffervideo – Bild anklicken – aus viel mehr dieser Aufnahmen, das die inzwischen verstrichenen drei Jahre seit dem First Light im Frühjahr 2010 abdeckt.
Wie aus Hubble-Rohbildern eine große Visualisierung wird
In der vergangenen Stunde hat dies das Space Telescope Science Institute vorbildlich anhand des neuen Pferdekopf-Nebels von der WFC3 erklärt: Erstaunlicherweise zeigen die einzelnen 18 Rohbilder … nichts! Erst nach Abzug von Artefakten, Kontrasterhöhung, Entzerrung, Mosaik-Bildung und noch einigen Arbeitsgängen mehr kommt schließlich das spektakuläre (Falsch-)Farbenbild heraus, mit dem der 23. Jahrestag des HST-Starts gefeiert wird. [NACHTRAG: Ein weiteres Produkt war dann diese Quasi-3D-Animation des WFC3-Bildes.]
Weitere größere Artikel
19. April 2013PANSTARRS glänzt weiter – trotz 6. Größe, während er es nach dieser spanischen Analyse in Perihelnähe mal ganz kurz auf nullte geschafft hatte (auch ein besonders prächtiges Bild von vorgestern, eine Bildersammlung eines Einzelnen [NACHTRAG: und aktuelle Diskussionen]).
Bemannte Mission: NASA möchte Miniasteroid einfangen und in Mondnähe besuchen lassen.
κ CrB: Unterriese mit Planeten und Staubscheibe(n) gut ausgestattet.
Kürzere Artikel
Großer Strahlungsausbruch von Markarian 421 bislang ohne Wirkung im Optischen (mehr Artikel hier und hier).
Entwarnung für den Mars: Kometenimpakt praktisch ausgeschlossen.
PANSTARRS hat immer noch einiges zu bieten
17. April 2013Das zeigt nicht nur dieses Farbmosaik von Michael Jäger vom 15. April (mit dem Emissionsnebel NGC 281 im Feld) sondern auch weitere tiefe Aufnahmen vom 16. April, 15. April (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14./15. April, 14. April (mehr) und 13. April – auch eine Vorschau der Reise durch Cas.
Eine fette Feuerkugel über Spanien am 13. April, zu der es auch ein Standfoto und weitere Details [NACHTRAG: und einen bizarren Artikel] gibt – und ein Bericht über eine Sonder-Session der Planetary Defence Conference über Erkenntnisse zum Chelyabinsker Airburst. Leider scheint genau diese nicht wie die regulären Sessions auf der Livestream-Seite archiviert zu sein. Dafür gibt’s aber allerlei Fotos und einen Bericht aus 1. Hand von den frühen Sessions, von denen nun noch ein paar weitere Screenshots aus dem Webcast folgen, aus Vorträgen von Moskovitz, Benner & Trilling (Session 3).
Aktuelle Erkenntnisse über das Wesen der Asteroiden
Auf der Tagung geht es inzwischen um das Abfangen oder Zerstören “böser” Asteroiden, was sich etwa in diesem JPL-Release von gerade [NACHTRAG: oder dieser Podiumsdiskussion später, die wenig brachte] wiederspiegelt – aber vorher war die große Bestandsaufnahme weiter gegangen.
Die Lichtkurve von 2012 DA14 bei seinem nahen Erdbesuch am 15. Februar, zusammengesetzt aus mehreren Photometrie-Reihen: Darin lässt sich kein wiederkehrendes Muster finden, was für eine Veränderung des Rotations-Zustands durch die Schwerkraft der Erde spricht.
Ausgewählte aktuelle Ergebnisse von Radarbeobachtungen erdnaher Asteroiden mit den Goldstone- und Arecibo-Antennen – und die Grafik unten zeigt, wie gut der Durchmesser/Sonnenabstands-Raum der NEAs inzwischen abgedeckt ist. Mit neuen Upgrades sollten die Bilder bald noch detailreicher werden und sich die Auflösung der Meter-Grenze nähern.
Und noch etwas NEA-Statistik, basierend auf der Messung der thermischen Emission von ~600 Exemplaren bei 3.6 und 4.5 µm mit dem “warmen” Spitzer-Satelliten im ExploreNEOs-Programm: Zusammen mit der Helligkeit im Visuellen (für die reflektiertes Sonnenlicht sorgt) lassen sich Durchmesser und Albedos eindeutig ableiten. Ein Ergebnis war ein großer Bereich vorkommender Albedos, eine Hochrechnung, dass es 20’000 NEOs > 100 Meter gibt – und gerade hat ein neues Spitzer-Programm begonnen, bei dem noch kleinere NEOs entdeckt werden sollen.
Weitere größere Artikel – und C/2011 L4 @ M 31
5. April 2013PANSTARRS bei Messier 31: oben ein weiteres Bild vom 3. April von Jost Jahn mit 30 Minuten Gesamt-Belichtungszeit – und noch viel mehr ausgewählte Bilder der Konjunktion vom 5. April, vom 4. April extrem tief, mit weitem Feld (mehr und mehr), näher dran (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und ganz nah dran (mehr), vom 3. April extrem tief, hoch aufgelöst, mit weitem Feld (mehr) und nett arrangiert (mehr, Erläuterung, mehr und mehr), vom 2. April mit weitem Feld (mehr und mehr) und im Detail (mehr und mehr) sowie vom 1. April (v.a. unten). Dazu News zum 4. und 3. April, Bildergalerien hier, hier und hier und eine Karte. Sowie ein Rückblick auf STEREOs Beobachtungen, ein anderer PANSTARRS (auch mit Schweif) – und viel Verwirrung bzgl. ISONs Zukunft …
Mit Planck schon das Ende der Kosmologie erreicht? Widersprüche zu “lokalen” Messungen …
Großsternwarte entsteht im indischen Himalaya auf dem Devasthal.
Kleinere Artikel
PANSTARRS extrem – schlechter geht’s nicht
Nicht überall sah’s so toll aus wie oben …
Verhindert Staub eine helle Supernova in M 65? “Versprochene” 12 mag. bleiben aus …
Erster – temporärer – Trojaner des Uranus kann nicht lange bleiben.
Schwerer Planet um M-Zwerg-Paar abgelichtet – und Theoretiker verwirrt.
PANSTARRS’ Schweif zeigt immer mehr Detail
23. März 2013Aus dieser Aufnahme von Michael Jäger vom 19. März (13 aufaddierte Bilder eines 10-cm-Teleskops) lässt sich bereits eine Menge heraus holen [NACHTRAG: dito in Farbe!] – auch eine parallele Aufnahme von G. Rhemann [NACHTRAG: auch in Farbe!] und eine ähnlich verarbeitete von L. Comolli vom 21. März [NACHTRAG: auch dieses Bild in Farbe!]. Weitere Aufnahmen und Videos vom 23. März aus Deutschland (mehr), vom 22. März aus Dänemark, Deutschland (mehr) und Italien, vom 21. März aus den USA, Norwegen (mehr), dem U.K., Frankreich und Deutschland (mehr und mehr), vom 20. März aus Norwegen (mit Aurora; mehr), Deutschland (mehr und mehr) und vom 19. März aus den USA und Österreich, Bildersammlungen hier, hier, hier und hier, Anmerkungen zum STEREO-B-Video, Zusammenfassungen über den 22., 21. und 20. März, die nächsten Tage (mehr) – und eine bizarre Statistik. Und ein alternatives Szenario für Komet ISON …
Dramatische Feuerkugel erregt den Osten der USA
Es war exakt 0:00 UTC (1:00 MEZ) heute Morgen bzw. 20:00 Uhr Eastern Daylight Time gestern Abend, als eine vielleicht -20 mag. helle Feuerkugel in etlichen Bundesstaaten an der US-Ostküste gesehen wurde – eventuelle Meteoriten fielen in den Atlantik, aber Berichte gibt’s reichlich und z.B. auch – Chelyabinsk Light – ein Dashcam-Video und eins von einer Überwachungs-Kamera. Artikel aus den USA hat’s reichlich, z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, TV-Berichte hier und hier (Vorsicht, bizarr verpackt) und deutsche Artikel hier und hier. [NACHTRÄGE: Die Helligkeit war wohl eher -13 mag., aber das Ereignis war das meist-gemeldete der Geschichte der American Meteor Society seit 2005. Auch Artikel hier, hier, hier und hier - und hier und hier noch zwei Videos.] Und in Sachen Chelyabinsk Details von den Meteoriten – und Seltsames vom See.
Junge Supernova in Messier 65 könnte noch 12. Größe erreichen: Die SN 2013am ist eine junge des Typs II und könnte von ihren aktuellen 16 mag. in den nächsten 2 Wochen noch auf 12.5 mag. steigen – Bilder hier und hier. [NACHTRAG: noch ein Foto]
PANSTARRS näher per Flugzeug: So war’s da oben
17. März 2013Das Medien-Interesse war enorm an wohl ersten öffentlichen Kometen-Beobachtungs-Flug seit Halley 1986, und so wuselten gestern Nachmittag bereits beim Check-In im Flughafen Köln-Bonn ein halbes Dutzend Kamera- und Tonleute zweier TV-Teams um den Organisator Stefan Krause (u.) von Eclipse-Reisen und die rund 55 Passagiere – darunter viele Veteranen exotischer Astro-Reisen, mit edlen Kameras und sogar Stativen bepackt.
Nach einem zünftigen rheinischen Buffet und detaillierten Instruktionen zum Ablauf des auf zwei Stunden angesetzten Zick-Zack-Fluges hob die gecharterte Boeing 737-700 der Air Berlin um 19:22 MEZ überpünktlich ab – der Pilot beschleunigte schon aus der Kurve von der Taxi- zur Runway heraus – und durchbrach bald die praktisch geschlossene Wolkendecke über NRW. Zunächst hatte die linke Seite nach kurzer Suche Blick auf den Kometen in der schwindenden nautischen Dämmerung, während die Maschine Kurs auf Bremen nahm: Für’s bloße Auge erschien er als Sternchen, in Feldstechern zeigte er bereits allerlei der von Fotos der letzten Tage her bekannten Schweifstrukturen. Nach einer knappen Viertelstunde Geradeausflug legte sich der Flieger plangemäß schwer in die Kurve und änderte das Heading binnen ein paar Minuten um 180°.
19:57 MEZ; 1 Sekunde belichtet bei Blende 3.4 und ISO 1600; 90 mm Kleinbild-Äquivalent-Brennweite, Ausschnitt
19:57 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.5 und ISO 1600; 116 mm, Ausschnitt
19:58 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.6 und ISO 800; 130 mm, Ausschnitt
19:59 MEZ, 1 Sekunde bei Blende 3.8 und ISO 800; 170 mm, starker Ausschnitt
20:10 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm, Ausschnitt
20:11 MEZ, 2.5 Sekunden bei Blende 3.2 und ISO 800; 44 mm, Ausschnitt
20:11 MEZ, 5 Sekunden bei Blende 3.0 und ISO 800; 32 mm, Ausschnitt
Der Blick durch den Feldstecher war definitiv der beste Weg, das Schauspiel zu genießen: Wie dieser Blogger auf der rechten Seite ab ca. 19:55 MEZ feststellen konnte, genügte die Qualität der – eigens besonders sorgfältig gereinigten – Scheiben vollauf für den förderlichen Einsatz eines 10×50-Feldstechers, der nicht nur viele Sterne bis zum Horizont sondern auch den gekrümmten Staubschweif und die helle innere Koma ähnlich gut wie auf den bisher besten Fotos von Mitte März oder auch der teleskopischen Zeichung eines Ausnahme-Beobachters zeigte. PANSTARRS stand da zwar theoretisch noch in der astronomischen Dämmerung, dank der Flughöhe aber bereits in einem tiefdunklen Bereich des Himmels. Die obigen Fotos mit einer simplen Bridge-Kamera (Panasonic DMC-FZ48) entsprechen ganz gut dem Eindruck für das bloße Auge, für das der Komet leicht – als etwas diffuses Sternchen knapp über dem Horizont – zu sehen war, der Schweif aber höchstens angedeutet blieb, während der Feldstecher wesentlich mehr Einzelheiten enthüllen konnte. (Und die die Fotografen mit dem besseren Equipment z.T. offenbar auch einfangen konnten – aber so gut wie Michael Jäger und Gerald Rhemann gleichzeitig in den Alpen?)
20:38 MEZ, 10 Sekunden Belichtung bei Blende 2.8 und ISO 1600; 25 mm
Doch viel Zeit blieb nicht, rasch sank der Komet tiefer. Wiederum links konnte man ihn beim dritten Flugabschnitt den Kometen schon untergehen sehen – und rechts war beim letzten “Leg” schon nichts mehr von ihm zu finden: Da halfen auch die Kimmtiefe von über 3° und die Refraktion nicht mehr (die in 12 km Höhe nur noch 10′ Anhebung ["The Devil is in the details"] anstatt der 35′ auf Meereshöhe schafft). Dafür aber ein unerwartetes Phänomen, nämlich – etwas – getrübte Sicht durch den Mondschein auf die Wolken eigentlich tief unter uns und offenbar eine Art feinen Dunst darüber. Das war eine weitere Erkenntnis dieses ungewöhnlichen Flug-Experiments: Es muss noch nicht mal Halbmond sein, damit die himmlische Lichtverschmutzung schon markant stört, für z.B. eventuelle Polarlicht-Flüge eine wichtige Einschränkung.
Nach exakt 2 Stunden waren der Flieger wieder in Köln und die Teilnehmer des PANSTARRS-Fluges um manche Erfahrung reicher. Viele weitere Bilder dieses Bloggers sind in diesem Album zu finden, und am 18. März wird es mehrere Berichte im ARD-Morgen- und Mittags-Magazin geben. Und vielleicht schon jetzt überall auf der Welt via Reuters TV. NACHTRAG: die geflogene Route, ein Link an edler Stelle, ein weiterer Bericht mit “tieferen” Kometen-Bildern, mehr Fotos hier, hier und hier, eine Mikro-Doku (ohne Komet) – und eine “Beobachtung” von uns.
NACHTRAG 2: hier der fast 6-minütige Beitrag des WDR im ARD-MoMa am 18. März – und N24 hatte schon am 17. März auch was via Reuters, wo sich am 18. März auch die Deutsche Welle bediente, siehe unten. Und noch ein Meta-Artikel zur Kometen-Fliegerei. NACHTRAG 3: bessere Bilder von P. Oden mit einigem Schweifdetail! Und auch das offizielle Album ist (unten) um gute Kometenbilder ergänzt worden.
NACHTRAG 4: Ein anders geschnittener Beitrag des WDR-Teams lief am 18. März im MittagsMagazin – unten gibt’s ihn jetzt ganz offiziell auf YouTube! NACHTRAG 5: ein langer Bild-Bericht, in dem auch dieser Blogger mitspielt. Und eine englische Kurzfassung aus dem Reuters-Material – vom New Tang Dynasty TV von Falun Gong in den USA …
Weitere größere Artikel – und PANSTARRS-News
8. März 2013Komet PANSTARRS ist da: die beste Woche für Europa steht bevor, und dieses Diagramm nach Vorlage dieses Bloggers zeigt, wo’s lang geht. Aus der bürgerlichen Dämmerung mittlerer Nordbreiten wurde der Komet offebar noch nicht gefischt, dafür aber am 8. März möglicherweise in Malaysia und den Philippinen, am 7. März angeblich in den Süd-USA (in Arizona sah man aber nix) und sicher in Brasilien, Südafrika und Australien (auch eine visuelle Beschreibung) und am 6. März in Chile. Auch eine Animation der wachsenden Schweife, ein Best-Of aus Argentinien, ein Vergleich mit Lovejoy, eine Schweif-Prognose und Artikel von den Philippinen, aus Österreich (mehr und mehr), Deutschland (Webseite dazu und mehr), Liechtenstein, dem U.K. (mehr) und den USA (mehr und mehr. Eine PM der Air Berlin Group in Deutsch und Englisch über den Kölner PANSTARRS-Flug hat einiges Echo ausgelöst – und eine PM aus Erlangen ist voller “Kleinstplaneten” …
Trifft neu entdeckter Komet 2014 den Mars? Noch stehen wir bei 1:640 Wahrscheinlichkeit für einen Impakt …
Drei kleine Astronomie-Satelliten im Erdorbit, NEOSSat und die ersten beiden BRITEs – laut Webseiten oder Tweets gehet es mit allen planmäßig voran.
Im Web-Fernsehen!
Interstellarum Sternstunde Nr. 14 mit u.a. einem “Best-Of” der Chelyabinsk-Videos und -Analysen, Clips von 2012 DA14 am Himmel und ein Interview mit diesem Blogger zum Kometen PANSTARRS im März.
Kleinere Artikel
Aktualisierte Zahlen zur russischen Meteor-Explosion aus Videoanalysen und dem Infrarot-Signal.
Zeitenwende bei der Volkssternwarte Bonn – Vorstand nach 41 Jahren erstmal ohne den Gründer.
Mars-Ausstellung im Kölner Hauptbahnhof von der VSW Laupheim.
Eine astronomiegeschichtliche Entdeckung in … einer Kneipe in Königswinter? War aber nur ‘ne Kopie …
Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 7. März 2013
5. März 2013PANSTARRS-Status: 1.4 mag. – und 15 t Wasser pro Sekunde
Eine weitere sorgfältige Helligkeits-Analyse gibt Komet C/2011 L4 gestern 1.4 bis 1.5 mag. – und nach radioastronomischen und Herschel-Beobachtungen hat er seine Wasserproduktion in 5 1/2 Monaten verhundertfacht, auf jetzt 15 Tonnen pro Sekunde. Auch ein Vergleich der Prognosen für den Staubschweif mit der Realität, ein Webcast am 15.3., ein PR der R.A.S. und neue Artikel in Deutsch (alt., mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr) – leider schafft es weiter praktisch niemand, den Kometen richtig “PANSTARRS” zu schreiben. Zwar wird das Entdecker-Teleskop “Pan-STARRS” abgekürzt, aber Kometennamen nach automatischen Suchprogrammen werden in Großbuchstaben und ohne Bindestriche geschrieben … [15:50 MEZ am 7. März] Ausgewählte Bilder vom 7. März aus Australien (mehr) und von den Philippinen, vom 6. März aus Australien (mehr und mehr), vom 5. März aus Argentinien, Australien (mehr, mehr, mehr & ein Video) und Tasmanien, vom 4. März aus Chile und vom 3. März aus Argentinien – auch ein undatierter Untergang, eine visuelle Beobachtung aus Botswana vom 5. März, eine PM der Uni Bonn samt Video und Artikel auf Deutsch (mehr) und Englisch (mehr, mehr und mehr). Und ein tolles Mosaik von Lemmons Plasmaschweif. [23:55 MEZ - Ende. NACHTRÄGE: noch eine visuelle Beschreibung vom 5. März, ein JPL Release und ein Artikel zu PANSTARRS' Nord-Ankunft]
Eine hervorragende britische TV-Doku über den russischen Airburst, die der kommerzielle(!) Sender Channel 4 bereits am 3. März ausstrahlte, kaum mehr als zwei Wochen nach dem Ereignis (und mit mehr Videoclips davon als irgendwo sonst) – nicht dass irgendeiner der Zwangsgebühren-finanzierten deutschen Sender auch nur auf solch eine Idee gekommen wäre. Wohl aber die BBC, deren Gegenstück am selben Tag direkt im Anschluss gezeigt wurde [NACHTRAG: bessere Version]! Und ein paar Stunden später gab’s auch noch The Sky at Night mit tollem Material von 2012 DA14 am Himmel. Britisches TV lässt sich heutzutage leicht per Internet verfolgen, und die beiden Chelyabinsk-Sendungen sind auch über ihre Titel schon mehrfach auf YouTube zu finden. Wer sich hierzulande für aktuelle und seriöse Astronomie interessiert, muss sich sein Fernsehen eben selber machen … [17:35 MEZ am 6. März] Noch eine eine Zusammenfassung der Erkenntnisse zu Chelyabinsk. [19:30 MEZ] Und allerlei Mitigation-Mathe angesichts des Falls Siding Spring vs. Mars. [20:35 MEZ]
PANSTARRS aus Melbourne am Abend des 5. März, gerade von Trevor Sellman diesem Blog gezwitschert: 100 mm f/4, 1 Sek. bei ISO 400 mit einer Canon EOS 7D. Auch ein – eher experimentelles – Video vom selben Abend und Kontinent sowie Reuters und AP zur Nord-Ankunft von PANSTARRS, der auch dem Zodiakallicht begegnen wird. [0:45 MEZ] Und ein längerer visueller Bericht vom 5.3. aus SO-Australien – der Komet ist auffällig am Dämmerungs-Himmel! [1:00 MEZ] Die Reuters-Story über den PANSTARRS-Flug jetzt auch bei space.com, mal wieder ohne Quellenangabe. Und dieses Blog wird beim DLF verlinkt! [1:20 MEZ] Das schönste PANSTARRS-Bild bisher (am 5.3. hinter dem Parkes-Radioteleskop) – und das erstaunlichste (heute aus einem Flugzeug über Neuseeland mit 1/5 Sekunde bei ISO 3200)! Und noch mehr, auch hier & hier. [16:35 MEZ] Oh, und keine Zweifel an ISON, bitte! [17:20 MEZ. NACHTRAG: oder hinkt der Vergleich mit Hale-Bopp ...]
Fantasievolle 3D-Animationen von Komet Siding Spring beim Mars im Oktober 2014: Was eine knappe Annäherung – ohne den unwahrscheinlichen Fall eines Impakts – für den Planeten bedeuten würde, ist noch nicht recht durchdacht, aber vermutlich passiert wenig, kein Meteorsturm oder so. Auch ein NSF Release zur seismischen und barometrischen Detektion des Russen-Airbursts in den USA. [0:10 MEZ]
RadioAstron feiert neue Orbital-VLBI-Bild-Schärfe-Rekorde
Einer RosKosmos-PM zufolge (bzw. deren maschineller Übersetzung) hat der Satellit Spektr-R zusammen mit irdischen Teleskopen (“Die ersten Fringes …”) neue Maßstäbe für Very Long Baseline Interferometry mit der vielfachen Basislinie des Erddurchmessers gesetzt. “Insbesondere gelang es den Rekord im Jahr 2012, bodengestützte Interferometer schlagen für Beobachtungen bei einer Wellenlänge von 1,3 mm,” sagt der Übersetzer: “Erreicht eine Winkelauflösung von 40 Mikrosekunden des Bogens.” [23:40 MEZ am 5. März]
Ein Aurora-Zeitraffer-Video aus Nordschweden vom 3. März – und am 1.3. gab es auch in Donegal im Norden Irlands ein Polarlicht am Horizont. [23:30 MEZ. NACHTRAG: letzteres machte sich auch als Aurora Australis in Australien bemerkbar]
PANSTARRS at home: Theoretisch geht’s morgen los …
Denn am 6. März steht der Komet erstmals noch über dem Horizont, wenn die Sonne auf 50°N untergeht, versinkt allerdings selbst schon inmitten der bürgerlichen Dämmerung – doch Tag für Tag verbessert sich dann die Geometrie, wie der neuen grafischen Darstellung hier zu entnehmen ist. Das obige Video wiederum zeigt die globalen Sichtbedingungen animiert und wie die Sichtzone mit der Kometen-Deklination nach Norden wandert. Auch Konfusion eines echten Experten über die Bedeutung von Kometen-Lichtkurven, neue Bilder von heute (mehr und beide Kometen) und gestern (aus Hawaii, kein Vergleich zu Chile [auch Weitwinkel] oder Tasmanien), ein Reuters-Artikel über den deutschen Kometen-Flug und weitere Artikel auf Deutsch (mehr, mehr und mehr) und Englisch (mehr und mehr). Plus Palaver über ISONs Helligkeit und Details vom JPL zu Siding Spring vs. Mars 2014. [20:10 MEZ]
Eine Gravitationslinse mit Humor hat mittels des Galaxienhaufens Abell 68 dieses Bild einer Hintergrund-Galaxie produziert – eine Hubble-Aufnahme mit der WFC3. Auch zu vermelden: der endgültige Einstieg des UK beim ESO-E-ELT, was zwar ein weiterer Schritt ist, aber an Brasilien hakt’s immer noch – und First Light für drei weitere LCOGT-Teleskope, nunmehr in Südafrika; vgl. ISAN 174-9 zu weiteren Plänen. [15:15 MEZ]
Helium praktisch alle: Herschels Mission vor dem Ende
Wie schon lange berechnet (“Das letzte Jahr für den IR-Satelliten Herschel”), geht dem großen ESA-Weltraum-Observatorium Herschel irgendwann diesen Monat das flüssige Helium aus, ohne das keines seiner Infrarot-Instrumente betrieben werden kann: Im Gegensatz zu anderen IR-Satelliten der letzten Zeit ist also keine “warme Mission” möglich. Im April folgen noch ein paar technische Experimente, dann wird der große Satellit auf eine heliozentrische Drift-Reise geschickt. [14:45 MEZ. NACHTRAG: ein später JPL Release gleichen Inhalts]
Die Venus durch die Saturnringe gesehen von Cassini im letzten November aus dem Schatten des Planeten heraus aber erst jetzt von NASA und ESA (und hier, hier und hier) gefeiert – auch jede Menge Sturm-Bilder vom Saturn. [3:05 MEZ]
PANSTARRS scheint schon heller als 2.0 mag. zu sein
Jedenfalls legt das dieser Bericht aus Argentinien vom 3. März nahe, wo der Komet heller als Deneb Kaitos erschien; tags darauf wurde er in Australien allerdings auf genau 2.0 mag. geschätzt, wobei er in der nautischen Dämmerung mit bloßen Auge sichtbar wurde. Weitere ausgewählte Bilder vom 4. März (alt.), 3. März (mehr, mehr, mehr und mehr) und 2. März (mit Lemmon) – auch eine (noch rudimentäre) Galerie, Überlegungen zu Farbfiltern gegen die Dämmerung und noch mehr Artikel auf Deutsch (mehr, mehr, mehr und mehr), Englisch (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und Französisch. Plus ISON mit 10 cm, 51 cm und 200 cm Öffnung, der Fall Siding Spring vs. Mars und schon wieder ein kleiner Asteroid in Erdnähe, gefolgt von einem größeren in größerem Abstand. [2:35 MEZ]
Curiosity nach Speicherproblem auf Ersatz-Computer umgeschaltet; Safe Mode schon wieder aufgehoben
Es war “die erste größere (nicht lebensbedrohliche, aber richtig unbequeme) Anomalie” seit der Landung des Marsrovers: Weil es Probleme mit dem Flash Memory gab, schaltete Curiosity am 28.2. automatisch auf den redundanten Bordrechner (“B-Seite”) um und versetzte sich selbst in einen Safe Mode. Aus dem ist der Rover – oben ein neues MAHLI-Selbstportrait von Anfang Februar – gerade wieder erwacht, aber bis er die reguläre Arbeit wieder aufnehmen kann, wird es wohl die nächste Woche werden. Die A-Seite ist von nun an die redundante, wobei natürlich versucht werden muss, den Fehler – vielleicht ein Strahlen-Schaden – zu lokalisieren und zu umgehen; frühere Berichte hier, hier, hier, hier, hier und hier. [2:00 MEZ]








































