Ist hier ein Planet 80 au neben seinem Stern entstanden? Diese Lücke in der Scheibe um TW Hydrae auf (übrigens 8 Jahre alten) NICMOS-IR-Aufnahmen Hubbles interpretieren die Beobachter zusammen mit STIS-Spektren als von einem Planeten teilweise frei gefegt – wie einer (mit geschätzten 6 bis 28 Erdmassen) allerdings in so großem Sternabstand kondensieren konnte, wissen sie nicht wirklich, zumal TW Hya nur 8 Mio. Jahre alt ist und nur 55% der Sonnenmasse hat. Auch eine andere Untersuchung über den noch akkretierenden Jungstern selbst und ein Paper über die TW-Hya-Assoziation.
26 neue (stellare) Schwarz-Loch-Kandidaten in Messier 31 sind von Chandra entdeckt worden, wo vorher erst 9 dieser mutmaßlichen 5 bis 10 Sonnenmassen schweren kleinen Schwarzen Löcher – Überbleibseln explodierter massereicher Sterne – bekannt waren. Die meisten der nunmehr 35 Kandidaten (dass es wirklich Schwarze Löcher und nicht z.B. Neutronensterne mit schweren Scheiben sind, ist schwer zu beweisen) liegen in der Nähe des Zentrums der Andromeda-Galaxie. Auch die NuSTAR-Beobachtung eines “ausgegangenen” zentralen Schwarzen Lochs und Herschel-Messungen von mehr molekularem Gas als erwartet in der Milchstraße.
Als erster Satellit überhaupt empfängt Proba V Funksignale von Flugzeugen, obwohl letztere nicht speziell dafür eingerichtet sind: Dies – hier ist es nur ein Zusatzexperiment auf dem Vegetations-Beobachter – später einmal operationell eingesetzt werden.
Das Einsammeln der ausgedienten Satelliten wird an einer Uni in München zumindest theoretisch erforscht: Für ein sogenanntes Referenzszenario wird die Säuberung eines besonders betroffenen Orbits durchgespielt.
LROs CRaTER: Plastik hilft gegen kosmische Strahlung
Wie der große Sonnensegler “Sunjammer” funktionieren soll, dessen Start 2014 geplant ist: Das Experiment startet huckepack auf dem Umweltsatelliten DSCOVR auf einer Falcon 9; entfaltet soll es eine Kantenlänge von 38 m haben.
Zwei Temperaturmaxima & -minina pro Tag auf dem Mars
hat der Mars Climate Sounder auf dem Mars Reconnaissance Orbiter festgestellt: Atmosphärische Gezeiten und hohe Wassereis-Wolken sind offenbar der Mechanismus dahinter, der auch in einer Atmosphäre ohne Staub darin (der solch einen semi-diurnalen Effekt verursachen kann) funktioniert.
Rutscht gefrorenes CO2 Mars-Dünen hinunter? Dieses kuriose Szenario könnte bestimmte Streifenmuster auf HiRISE-Aufnahmen des MRO erklären, eine bestimmte Art von Gullies.
Sonnenforschungs-Ballon Sunrise wieder unterwegs
Das Das ballongetragene Sonnenobservatorium Sunrise ist gestern erfolgreich von der Weltraumbasis Esrange in Nordschweden zu seinem zweiten Flug abgehoben, an Bord das größte Sonnenteleskop an Bord, das jemals den Erdboden verlassen hat. Bereits in wenigen Tagen könnte das Observatorium den Norden Kanadas erreichen, wo es von einem Fallschirm getragen landen soll. [NACHTRAG: Am 17. Juni ist die Nutzlast glücklich gelandet, auf einer kanadischen Halbinsel.]
Wie es sich anfühlt, als Astronom mit SOFIA zu fliegen, der amerikanisch-deutschen Flugzeug-Sternwarte, beschreibt ein bloggender Astronom in allen Einzelheiten: Postings eins, zwei, drei, vier und fünf. NACHTRAG: noch ein Posting (diesmal war’s aber nur ein ‘return to base’) – und noch mehr Passagiere stehen in der Schlange … NACHTRAG 2: … von denen allerdings einer nicht weit kam, wg. des o.g. Flugabbruchs am 13. Juni. NACHTRAG 3: Und der nächste Versuch … NACHTRAG 4: … diesmal erfolgreich geflogen.
Nach 20 Monaten Aufenthalt am Cape York – wo sich u.a. der hier gezeigte Stein als besonders stark von Wasser modifiziert erwies – rollte der vor 10 Jahren gestartete Mars Exploration Rover Opportunity nun zu einer anderen erhöhten Stelle am Rand des Kraters Endeavour, dem Solander Point: Dort sind zehnmal mehr geologische Schichten aufgeschlossen, die Auskunft über die Klimageschichte des Mars versprechen. Auch praktisch: Viel des Geländes, das “Oppy” in ein einigen Wochen erreichen sollte, ist nach Norden geneigt – gut für die Stromversorgung im kommenden Südwinter, dessen Höhepunkt im kommenden Februar ist – schon Opportunitys sechster. Auch die Aufzeichung einer Telecon heute zu Oppys Status und deren Visuals und Artikel dazu hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: weiterer Artikel hier.
Ein Mosaik der Kasei Valles auf dem Mars aus 67 Aufnahmen der HRSC des Mars Express: eines der größten Kanal-Ausfluss-Systeme des Planeten, das 3000 km überdeckt und ein Gefälle von 3 km hat. Auch die endgültige Unterzeichnung der Verträge für ExoMars 2016 und Teile von 2018, was nur häppchenweise möglich war.
Das Hochwasser bei Magdeburg aus Sicht des Satelliten Terra gestern: Anklicken liefert auch den Vergleich mit dem Mai. Auch das Planetarium in Halle gehört zu den Leidtragenden der Überflutungen. Und die Rolle von SMOS bei der Flut-Vorsorge.
Der Start einer Delta 4 mit einem Militär-Nachrichten-Satelliten vergangene Nacht mit besonders klarer Sicht auf die ersten Flugphasen: Bilder auch hier und hier und Artikel hier, hier und hier. NACHTRAG: besonders gute Standbilder.
Die Erde aus Sicht des ecuadorianischen Pegaso-Satelliten (auch hier und hier) – vor seinem mysteriösen Orbitalunfall – von einer kleinen Videokamera an Bord.
Die NASA-PK zu den ersten Erkenntnissen des AMS02-Detektors auf der ISS, die keine klare Detektion von Dunkler Materie brachten (“ISS-Detektor AMS-02 bestätigt Positronen-Überschuss …”), was u.a. seither auch Papers hier, hier und hier, eine DLR PM, Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier in Worte zu fassen versuchten.
Sieben sehr unterschiedliche Video-Veröffentlichungen der letzten paar Tage mit Weltraum-Bezügen: genug für mehr als einen regnerischen Sonntag-Nachmittag …
Drei Jahre Sonnenbilder des SDO im Ultravioletten im Zeitraffer – mit detailliertem Kommentar und Hervorhebung besonderer Ereignisse (5 Minuten).
“Learning Space with the Dawn Mission”: ein Hangout zu den Erkenntnissen des Asteroiden-Orbiters bei Vesta (63 Minuten). Zugabe: “Radar Imaging of Near-Earth Asteroids” – ein von-Kármán-Vortrag am JPL (91 Minuten).
“Hell Yeah, it’s Rocket Science! – pushing private space exploration with 30 Million US Dollars”: neueste Präsentation (Folien) der Part-Time Scientists auf der re:publica 2013, wo die u.a. schon hier (“Deutsche Computerfreaks wollen auf dem Mond landen”) und hier erwähnten Amateur-Mondfahrer (FB, Tw.) mal wieder Aufsehen erregt hatten (54 Minuten).
“ScienceLIVE: The Quest for Another Earth”: ein Hangout der Zeitschrift Science über neue Erkenntnisse der Exoplaneten-Suche mit besonderer Würdigung der kommenden TESS-Mission (47 Minuten).
Auf der laufenden Planetary Defence Conference (“In Arizona hat …” und später) gab es in den Sessions 1 und 2 in den vergangenen Stunden einen guten Überblick über laufende Programme der Suche nach erdnahen Asteroiden und anderen Objekten (NEOs) und Pläne für die nähere Zukunft – auch im Licht des erhofften Einfangs eines Mini-Exemplars, das erst einmal gefunden werden muss. Slides aus den Vorträgen von Johnson, Spahr, Yeomans, Ryan, Tonry, Mainzer und Lu, thematisch umsortiert:
Die heutige Vorstellung über die Häufigkeit von NEOs und ihre Impakt-Wahrscheinlichkeiten, weiter aktualisiert aus der Grafik in ISAN 65-3 – dass es deutlich weniger Asteroiden des 100-m-Formats gibt, als das ansonsten sehr gut etablierte Potenzgesetz vorhersagen würde, ist jetzt gut etabliert.
Die laufenden Suchprogramme decken den Himmel schon gut ab: oben die im Januar 2013 abgescannten Felder in einer Grafik des Minor Planet Center. Die Histogramme darunter – in Ergänzung der laufend aktualisierten hier – zeigen die Entwicklung der Beiträge unterschiedlicher Programme zur Entdeckung kleiner und ganz kleiner (d.h. für den Einfang interessanter) NEAs; bei diesen am Himmel extrem schwachen Asteroiden spielen Amateurastronomen bei der Entdeckung keine Rolle.
Das sind die derzeit drei erfolgreichsten Suchprogramme Catalina Sky Survey (die auch Mt. Lemon und Siding Spring umfasst), LINEAR und Pan-STARRS: Die Folien aus den Vorträgen von Spahr und Johnson fassen ihre Parameter, Besonderheiten und auch zukünftigen Pläne zusammen.
Wo die zuletzt 20.5 Mio.$ hingehen, die die NASA derzeit für die NEA-Suche ausgibt – und wo die Reise hingeht, wenn es nur 40.5 Mio.$ werden sollen (zumindest im FY2014): Es wird auch über einen geostationären Satelliten nachgedacht. Die “ROSES” sind die Research Opportunities in Space and Earth Sciences mit über 50 Möglichkeiten, an NASA-Grants zu kommen.
Ein kommender Star der NEO-Jagd sollte das Space Surveillance Telescope in New Mexico werden, das sich neben seinen primären – militärischen – Aufgaben der Satelliten-Beobachtung jetzt auch um Asteroiden kümmert.
Nach der Entdeckung eines Asteroiden kommt die Verfolgung, um seine Bahn genau zu bestimmen und nicht nicht wieder zu verlieren: Im weltweiten Netzwerk für diesen “Follow-Up” spielen auch Amateurastronomen eine bedeutende Rolle, selbst in “wolkigen” Ländern …
Nicht für die systematische Suche, wohl aber für Warnungen bevorstehender Impakte kleiner Asteroiden, geeignet ist das Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), das nun aufgebaut wird – den Chelyabinsker Asteroiden hätte es trotzdem verpasst, da er fast direkt aus Richtung der Sonne kam.
Ein Ausschnitt aus der Kleinen Magellanschen Wolke, kombiniert aus Chandra-, Hubble- und Spitzer-Bildern, die lila bzw. blau, grün und rot bzw. ebenfalls rot eingefärbt wurden, und auch in entsprechenden Press Releases hier, hier und hier beschrieben werden. Der glitzernde Sternhaufen in der Mitte ist NGC 602a, dessen Strahlung in der Umgebung das Gas vertrieben hat. Vor-Hauptreihen-Sterne darin sorgen für ein diffuses Röntgen-Glühen – und die Erkenntnis, dass junge “Sonnen” überall gleich sind.
Kepler beobachtet Gravitationslinsen-Wirkung eines Sterns
Das Solar Dynamics Observatory führt ein Tänzchen auf, regelmäßig, um die Instrumente zu eichen: Dann steht die Sonne kurzzeitig Kopf – so wie gestern und hier in diversen Wellenlängen zu sehen.
Hubble fand die fernste Typ-Ia-Supernovae, mit z=1.9
Diese Rotverschiebung platziert die Supernova UDS10Wil 3.5 Mrd. Jahre nach dem Urknall bzw. in eine Zeit vor etwas über 10 Mrd. Jahren: Das macht die in auch in Press Releases hier, hier, hier, hier und hier gefeierte Sternexplosion zu einem weiteren wichtigen Messpunkt für die Historie der kosmischen Expansion. Ihre Helligkeit passt jedenfalls schon mal zur Standardkosmologie – und ein vom CANDELS+CLASH Supernova Project, dem auch diese Entdeckung gelang, insgesamt festgestellter starker Rückgang der Ia-SN-Rate passt zum Szenario verschmelzender Weißer Zwerge [NACHTRAG: noch eine Einschätzung].
Der Saturnmond Enceladus vorgestern von Cassini aufgenommen, aus 830’500 km Distanz: Über den Rand ragt eine auch im rückgestreuten Licht verblüffend helle Fontäne, die da aus den “Tigerstreifen” schießt – viel Action im äußeren Sonnensystem.
Die Integration des Mars-Orbiters MAVEN schreitet voran
Mit Raketen den leuchtenden Nachtwolken auf der Spur war die NASA im Oktober 2011 mit den beiden CHAMPS-Raketen, die im norwegischen Andøya starteten: Die Abkürzung steht für “Charge and Mass of Meteoric Smoke Particles” und ist Programm. Bei den Flügen in die extrem hohen Eiswolken hinein konnte tatsächlich im Prinzip genug Meteoritenstaub festgestellt werden, rund 20’000 Partikel pro Kubikzentimeter, um ihre Kondensation zu erklären – mit nur 0.4 bis 1.2 nm Durchmesser sind sie allerdings eigentlich zu klein, doch ihre elektrische Ladung hilft offenbar. Jetzt können die Modelle für den ziemlich komplexen NLC-Prozess verfeinert werden. Auch Artikel zu Denkmalschutz mit Satelliten, z.B. in Krisenregionen, dem 30. Jubiläum der TDRS-Satelliten (der erste startete mit dem Space Shuttle Challenger) und dem Roll-Out der ersten Antares-Rakete am 6. April, die zwischen dem 17. und 19.4. starten soll.
SeaLaunch-Fehlstart durch defekte Komponenten aus der Ukraine? Das soll die Erklärung für das Disaster am 1. Februar – Artikel hier (früher und noch früher), hier, hier und hier – sein, während russische Bauteile unschuldig sein sollen. Auch Artikel hier und hier mit Spekulationen – mehr nicht! – über einen iranischen Fehlstart im Februar, der Chef der ‘Copenhagen Suborbitals’ über den Verdacht, das sei alles nur ein Hoax, und die “Final Scientific Facts From the Red Bull Stratos Mission” als reißerischer Trickfilm, dem man immerhin entnehmen kann, dass Mach 1.25 erreicht wurden.
Die erste globale Karte des Salzgehalts der Ozeane
ist ein Produkt des Satelliten Aquarius/SAC-D, den die NASA und Argentinieren gemeinsam betreiben. Gestartet am 10.6.2011, lassen sich bereits überraschende Veränderungen erkennen. Auch die ersten Bilder der Landsat Data Continuity Mission (LDCM), die Übergabe des Satelliten Suomi NPP von der NASA an die NOAA, und die Buchung einer Delta II für den Satelliten ICESat-2 – dabei schien es mal, als sei der Start von NPP der letzte Einsatz solch einer Rakete gewesen.
Ein Studenten-CubeSat aus Estland darf auf einer Vega fliegen: ESTCube-1 (1.3 kg) begleitet die beiden primären Passagiere von “VV02″, Proba-V (160 kg) und VNREDSat-1A (120 kg). Auch Artikel hier und hier zum Würzburger CubeSat UWE-3.
Noch kurz gemeldet aus der interplanetaren Raumfahrt
• Der Südpol-Wirbel der Venus ist stabil aber sehr variabel und benimmt sich chaotisch, besagt eine spanische Auswertung von Venus-Express-Daten, namentlich der Kamera VIRTIS-M.
• Die Extended Mission von MESSENGER ist zuende gegangen, am 17. März – und der Merkurorbiter macht einfach weiter, auch wenn die NASA noch gar nicht über eine 2. Verlängerung entschieden hat.
• Ein Reentry-Experiment vor der ersten chinesischen Mond-Sample-Return-Mission Chang’e 5 vor 2020 ist vor 2015 in Planung: Noch nie trat schließlich eine chinesische Kapsel mit 11.2 km/s in die Atmosphäre ein.
• Russland investiert in einem Lander für den Jupiter-Mond Ganymed, der um 2023 startklar sein soll – und vielleicht beim JUICE der ESA irgendwie an Bord darf.
Auf diesen Start der 23. indischen Rakete des Typs PSLV hatten sich ganz unterschiedliche Kunden gefreut, von österreichischen und kanadischen Astronomen bis zu französischen Ozean-Forschern, und heute können sie alle zufrieden sein: Der Start um 13:31 MEZ – eine ISRO-Galerie – hat perfekt geklappt. Im Orbit angekommen sind:
die Hauptnutzlast, der indo-französische Ozeanbeobachter SARAL, mit dem Höhenmesser im Ka-Band AltiKa und einem ARGOS-Relais-System (ein Artikel),
der kanadische Photometrie-Satellit CanX-3 – BRITE (BRIght-star Target Explorer) für helle Sterne und ihre Variabilität (U. Toronto und UTIAS Releases und ein Artikel),
Der Mond über der Erde, gesehen von Rosetta 2005 beim ersten Gravity Assist (und bis vor kurzem unveröffentlicht im Datenarchiv versteckt und nun hier kräftig bearbeitet, auch von diesem Blogger), mal wieder ein nächtliches Zeitraffer-Video aus der ISS, mit viel Polarlicht gegen Ende – und noch mehr Spass mit großen Wassertropfen (“Nette Demonstration von µg …”) auf der Raumstation.
In genau einem Monat gibt’s die Kosmologie von Planck!
Im Rahmen einer Pressekonferenz im ESA HQ in Paris werden am 21. März die ersten Gesamtkarten der kosmischen µ-Wellen-Hintergrundstrahlung des ESA-Kosmologie-Satelliten präsentiert – und damit zusammen sicher auch die abgeleiteten Parameter des Universums, genauer als je zuvor. Noch immer scheint nichts davon ‘geleakt’ zu sein.
Die 5 THEMIS-Satelliten sind nun 6 Jahre im All nach ihrem Start am 18.2.2007 und erforschen weiter die Magnetosphäre der Erde, namentlich die “Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms” – zwei davon inzwischen in der Nähe des Mondes (“Beide ARTEMIS-Satelliten kreisen nun um den Mond”).
11 Instrumente für die Jupiter-Mission JUICE ausgewählt
Indien verspricht erneut seinen ersten Mars-Start dieses Jahr, diesmal in einer Rede des Präsidenten vor dem Parlament – und ein ISRO-Wissenschaftler sagt, die “mission is ready to roll” im Oktober. Derweil hat der Inspector General der NASA das MAVEN-Projekt gelobt: Endlich mal ein Projekt mit gutem Management. Der Mars-Orbiter, der im November starten soll, ist inzwischen fertig und wird getestet – während diese Grafik insinuiert, dass die NASA Mars-süchtig ist …
Die Aktivierung des LDCM-Satelliten schreitet voran
Der Fehlstart des Satelliten Glory bleibt rätselhaft: Damals hatte sich die Nutzlast-Verkleidung einer Taurus XL nicht abgelöst, und auch die intensive Untersuchung konnte nicht ermitteln, was letztlich dafür verantwortlich war. Selbst dieses Nicht-Ergebnis darf man allerdings nicht im Detail lesen, “because it contains information restricted by U.S. International Traffic in Arms Regulations and information proprietary to the companies involved” … [NACHTRAG: ein Artikel]
Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?
Er war 2001 – mit einigen Schwierigkeiten – der erste zahlende Besucher der ISS geworden, und nun will Dennis Tito offenbar am 27. Februar eine Reise zum Mars, ohne Landung und gleich wieder zurück, mit einem Start schon 2018 ankündigen. Wie dieser Recherche zu entnehmen ist, auch hier, hier und hier aufgegriffen, könnte da eine Dragon-Kapsel per Falcon Heavy auf eine 501-Tages-”Free Return”-Reise geschickt werden, spartanisch ausgestattet für zwei Passagiere. Ob Tito selber einer davon sein würde (er wäre älter als John Glenn bei seinem geriatrischen Shuttle-Flug), ist noch eine ganz andere Frage. Von den technischen und medizinischen Herausforderungen und Kosten ganz zu schweigen … NACHTRÄGE: Laut einem Update hier fliegt Tito selber sicher nicht, und es muss auch keine Hardware von SpaceX dabei sein. Und ein CNN-Clip und Armagh Planet mit vielen kritischen Fragen.
Debatte über die “geschenkten Hubbles” live zu verfolgen
Wenn am 5. und 6. Februar auf einem NASA-Workshop beraten wird, was mit den 2011 überraschend den Zivil-Astronomen geschenkten zwei 2.4-m-Weltraumteleskopen (auch ISAN 165-3) geschehen soll, darf die Öffentlichkeit per Webcast zuschauen – was aber auch bedeuten dürfte, dass hier keinerlei neue Details über die geheimnisvolle Vorgeschichte der Optiken verraten werden dürfte. Aber der “SALSO Workshop” (Study on Applications for Large Space Optics) dürfte insofern interessant werden, als Vorschläge aus 5 ganz unterschiedlichen Bereichen – selbst bemannte Raumfahrt – gehört und schließlich bis zu 6 neue Detailstudien beschlossen werden sollen, die dann bis Mai laufen. [22:10 MEZ]
Bakterien-Sammeln auf dem Satelliten Herschel vor dem Start 2009: Teil eines Forschungsprojekts über extremotolerante Bakterien in Reinräumen, das jetzt zur ersten öffentlichen Stammsammlung von sehr widerstandsfähigen Bakterien geführt hat. Eine wichtige Ressource für Forschungsinstitute und die Industrie, um Anpassungsmechanismen von Bakterien – Resistenz gegenüber Hitze, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Austrocknung und Desinfektionsmitteln – zu untersuchen. [18:45 MEZ]
Eine moderate Feuerkugel über England gestern abend, eingefangen zwar nur klein, dafür aber lückenlos, von einer Dashboard-Kamera auf der Autobahn bei Birmingham. [14:15 MEZ]
Wikipedia ist jetzt auch ein Asteroid, Nr. 274’301
Wer den Kleinplaneten – als 2008 QH24 – in der Ukraine entdeckte und seine Taufe nach der Online-Enzyklopädie vorschlug, steht nicht im neuesten Minor Planet Circular auf Seite 467, wohl aber die Citation: “Wikipedia is a free, copyleft, collaboratively edited online encyclopedia launched in 2001. In 11 years of its compilation it became one of the largest reference works and one of the most visited web-sites on the Internet. It is developed in more than 270 languages by enthusiasts from all over the world.” [14:00 MEZ]
Der nächste Orbitalstart steht bevor, diesmal eine Atlas V mit dem NASA-eigenen Kommunikationssatelliten TRDS-K; die Konstellation hilft insbesondere der ISS und Hubble, ihre Datenströme zum Boden zu bringen. Updates gibt’s hier, das Startfenster öffnet sich um 2:48 MEZ. [1:00 MEZ] Die Atlas ist jezt in einem 25-Minuten-Hold bei t-4 Minuten – und der in Südkorea gestartete Satellit hat sich gemeldet. [2:25 MEZ]
Und die Atlas V ist gut weg gekommen, mit der Öffnung des Startfensters – auch die ersten 7 Minuten des Flugs problemlos. [2:55 MEZ] Von Cooper gibt’s schon erste Bilder! [3:05 MEZ]
Main Engine Cut-Off! Die Centaur und TDRS-K sind jetzt auf ihrer Parkbahn, wo sie 82 Minuten bleiben werden – der Zielorbit wurde genau getroffen. Hier noch ein Screenshot von einem Launch Replay. [3:10 MEZ] Und die Live-Version in Bewegung und gleich nochmal. [3:20 MEZ] Die 2. nur 2-minütige Zündung der Centaur steht bevor, dannn Separation. Aber dieser Artikel ist schon fertig. [4:20 MEZ] Spacecraft Separation auf dem perfekten GTO. [4:35 MEZ] Ein NASA Release; weitere Artikel sind hier verlinkt. Und Yonhap, Asia One und Arirang zu Südkoreas Satelliten-Erfolg. [13:45 MEZ]
“Timbuktu-Manuskripte” überstanden wohl doch Mali-Krieg
Entsetzen unter (auch Astronomie-)Historikern hatte kürzlich die Meldung ausgelöst, dass bei der Rückeroberung der Stadt Timbuktu in Mali von den Islamisten wichtige Bibliotheken mit den berühmten “Timbuktu”-Manuskripten aus dem Mittelalter in Flammen aufgegangen seien – aber das ist offentsichtlich Quatsch: Die meisten Texte in wissenschaftlicher Bearbeitung scheinen durchgekommen zu sein (und viele weitere sind eh in Privatbesitz und/oder vergraben). Über die astronomischen Inhalte der Manuskripte wurde in den letzten Jahren intensiv geforscht (auch hier und hier) und gar eine überschwängliche Doku produziert, die den eingebundenen europäischen Orientalisten in ihrer vermeintlichen Etablierung einer “afrikanischen Astronomie” dann doch zu weit geht … [23:55 MEZ am 30. Januar. NACHTRAG: mehr Details]
Nichts Auffälliges auf dem Live-Bild vom CTIO nach einem starken Erdbeben in der Atacama-Region um 21:15 MEZ ist um 23:00 MEZ auf diesem Webcam-Bild vom Cerro Tololo zu sehen. Das Beben hatte eine Magnitude von 6.8, hat aber nach ersten Berichten keine größeren Schäden hinterlassen. [23:05 MEZ]
Die Scheibe um den Stern TW Hydrae hat 50 Jupitermassen
Das konnte dank des ersten Nachweises von HD in einer zirkumstellaren Scheibe durch Herschel ermittelt werden: Unter der Annahme, dass das HD/H2-Verhältnis dasselbe wie im Sonnensystem ist, folgt direkt die Menge des dominanten H2, die ansonsten kaum fest zu stellen ist. Da das Sonnensystem aus einer viel weniger massereichen Scheibe entstand (nur 10 Jupitermassen), könnte der junge aber sonnenähnliche Stern TW Hya eines Tages ein ausgesprochen reiches Planetensystem besitzen, auch wenn man ihm bei seinem Alter die Bildung von Riesenplaneten eigentlich nicht zugetraut hätte. Was zeigt, dass nicht alle Wege dieselben sind, auf denen ein Stern zu Planeten kommt. [19:50 MEZ]
Kein folgenreicher Impakt vor 12’900 Jahren – Schluss!
Seit 2007 verbreiten ein paar Außenseiter die – leider gut für Schlagzeilen geeignete – Spekulation, in der Atmosphäre explodierende Kometen hätten das Ende der Clovis-Kultur in Nordamerika, das Aussterben der Mammuts (“Dung-Pilz …”) und sonstwas verursacht, ohne dass es irgendeinen direkten Beleg dafür gegeben hätte. Und nun ist auch eine umfangreiche Monographie vorgelegt worden, die der Spekulation von allen möglichen Seiten den Garaus macht. Schluss jetzt damit, bitte … [17:40 MEZ] Vermutlich ein frommer Wunsch, da die Spekulation “Zombie-Status” erreicht hat. [18:05 MEZ]
Nette Demonstration von µg auf der ISS: Expedition-34-Kommandant Kevin Ford durch einen besonders großen Wassertropfen abgebildet – der eben keine Tropfenform sondern eine ziemlich gute Kugelgestalt annimmt. [17:25 MEZ]
Die Session “Science and Space” der Konferenz in Israel
(s.u.) läuft jetzt: hier die astronomischen Highlights des vergangenen Jahres, wie sie Ehud Behar zusammen fasste. [15:50 MEZ]
Während der Astronaut Randolph Bresnik bei seiner Übersicht über Wissenschaft auf der ISS auch an das Röntgenteleskop MAXI auf der Raumstation erinnerte, über dessen Leistungen (“Neuer Schwarz-Loch-Kandidat entdeckt …”) kaum berichtet wird. [16:05 MEZ]
Überzeugende Demo im Vortrag des Fernerkundungsspezialisten Eyal Ben-Dor, warum hyperspektrale Kameras (die nicht nur in RGB sondern in hunderten separaten Farbbändern gleichzeitig aufnehmen) so nützlich sind: Die Plastik-Pflanze rechts fällt jetzt sofort auf … [16:25 MEZ] … aber HSR erfordert, “in Würfeln zu denken”, x, y und Wellenlänge – nicht einfach für’s Gehirn. [16:35 MEZ]
ULTRASAT: ein israelisch-amerikanischer UV-Satellit?
Auf der Ramon-Konferenz (s.u.) berichtete Ilan Porat über das Satellitenprojekt ULTRASAT, das zunächst LIMSAT hieß (Notiz ganz unten) und in diesem Vortrag beschrieben wurde: Israel und die USA hoffen diesen März auf Grünes Licht für einen Kleinsatelliten mit 4 Teleskopen à 13 cm Öffnung und 4Kx4K-CCDs, der im Ultravioletten den Himmel auf Transients überwachen würde – mit 440 Quadratgrad Gesichtsfeld, was es noch nie auch nur annähernd gab. Neu aufleuchtende UV-Quellen am Himmel würden über Inmarsat automatisch an die Astronomen der Welt gemeldet, die zu Follow-Up-Beobachtungen schreiten könnten.
Israel träumt schon seit 20 Jahren von UV-Astronomie im Weltraum, aber der einzige jemals gebaute Satellit namens TAUVEX schaffte es nie in den Orbit: Zunächst ‘gebuchte’ Mitfluggelegenheiten in Russland und Indien (ganz unten) kamen nicht zustande, letzteres immerhin insofern “glücklich”, als die schon gebuchte Rakete dann versagte … [14:35 MEZ]
Weltraumkonferenz in Israel – und jetzt live im Web!
Die Übertragung von der Eighth Ilan Ramon Annual International Space Conference kann hier verfolgt werden; gerade haben die vermutlich ergiebigsten Sessions “Space Industry and Technology” und “Science and Space” begonnen: Die Zeiten im Programm sind in IST = MEZ + 1 Stunde. [13:10 MEZ]
Die globale Start-Statistik (auch Fehlstarts) 2012 aus dem Vortrag von Tal Inbar, der auch auf den südkoreanischen Erfolg heute verwies: Das sei nun das 11. Land mit einer funktionierenden Orbitalrakete. [13:25 MEZ] Geheimnisvolle Andeutungen über drei iranische Startversuche 2012, mit 2 Fehlschlägen – und einer gewaltigen Explosion auf dem Startgelände … [13:33 MEZ] … und dass sich Nordkoreas Satellit nie aus dem Orbit meldete, sei “not important” – Hauptsache die Unha 3 funktionierte. [13:36 MEZ]
Und der iranischen Affen-Astronaut sei – im Gegensatz zu hitzigen Kommentaren – kein Beleg für tolle Raketen, da der Launcher nur auf einer schwachen solchen basierte. Aber das Experiment zeige, dass der Iran sein Weltraumprogramm ernst nehme – und die Ankündigung, einen eigenen Astronauten um 2020 starten zu wollen, nimmt Inbar zumindest ernst. [13:40 MEZ] Oder wollen die Iraner was ganz Anderes …? [14:25 MEZ]
Hardware des Satelliten QuikScat wird auf der ISS recycelt
Der Satellit funktioniert seit 2009 nicht mehr (“Meeressatellit QuikScat nach zehn Jahren ausgefallen”), aber Elemente von QuikScat werden 2014 auf der ISS installiert, um als ISS-RapidScat wieder Informationen über Luftströmungen aus Meereswellen zu liefern, die auch operationell genutzt werden können. [1:45 MEZ. NACHTRAG: Artikel dazu]
Das Startfenster für Südkoreas Rakete öffnet sich um 7:55 MEZ und dauert bis 11:30 MEZ: die nächste Chance für das Korea Satellite Launch Vehicle 1, mit der inzwischen erfolgreichen Unha 3 des nördlichen Nachbarn gleich zu ziehen – denn bisher sind ale KSLV-Starts gescheitert. Entsprechend groß ist die Anspannung … [1:45 MEZ]
Satellit Kepler sammelt jetzt wieder astronomische Daten
nachdem der 10-tägige “Wheel Safe Mode” (“Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt”) zuende ist: Nun wird es etwa einen Monat dauern, bis sich gezeigt haben wird, ob dem angeschlagenen Drallrad #4 die Ruhepause gut getan hat. [23:55 MEZ am 29. Januar. NACHTRAG: Artikel dazu]
Helle und dunkle Fächer auf der Marsoberfläche auf einer HiRISE-Aufnahme vom November 2012 auf 87° Süd: So was entsteht, wenn die Sonnen auf die saisonale CO2-Polkappe scheint, den Boden darunter erwärmt – und sublimierende Gase irgendwann durch die Eisdecke brechen. Und dann als helle Fächer wieder auskondensieren; die dunklen Strukturen darauf gehen auf mitgerissenen Staub zurück. [17:35 MEZ]
Die Venus spielt Komet, wenn der Sonnenwind abreißt
Die Ionosphäre aus Elektronen und Ionen, die die Venus in 150 bis 300 km Höhe umgibt, kann sich in Ausnahmefällen an ihrer sonnenabgewandten Seite schweifartig ins Weltall ausdehnen: Zu dieser seltenen Verformung kommt es, wenn der Sonnenwind nahezu abbricht, wie Messungen mit dem Venus Express (seinem Magnetometer MAG und dem Instrument ASPERA-4) gezeigt haben. Bei fehlendem Sonnenwind wird die Ionosphäre der Venus nicht magnetisiert; unter normalen Bedingungen binden diese induzierten Magnetfelder die geladenen Teilchen der Ionosphäre in Planetennähe. Bei schwachem Sonnenwind hingegen dehnt sich die Ionosphäre in der Übergangsregion zwischen Tag- und Nachtseite aus, wo sich eine Art Plasmaballon schweifartig ins All erstreckt – die gesamte Ionosphäre erhält so eine tropfenförmige Gestalt. [17:25 MEZ]
Lange haben sie gedauert, die Vorbereitungen für den ersten Einsatz des Bohrers des Marsrovers, der letzten noch immer ungetesteten Hardware – aber hier (Ausschnitt aus einem Hazcam-Bild vom 27. Januar, Sol 170) sieht man den Kopf schon mal Maß nehmen. An vier verschiedenen Stellen des Steins “John Klein” in der “Yellowknife Bay” wurde er aufgesetzt und Druck aufgebaut, ein sog. “pre-load testing”; ein weiterer derartiger Test über Nacht läuft gerade. Die ersten Drill-Experimente werden aber kaum vor Ende der Woche beginnen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: Details]
Mal wieder ein “künstlerisches” ISS-Timelapse-Video mit vielen Nacht-Szenen und diversen Polarlichtern, leider an einigen Stellen gar zu hektisch ‘verschönert’ – als ob die Lageregelung der Raumstation aus dem Ruder laufen würde … [0:25 MEZ]
Alt aber bunt: eine “Superbubble” in der LMC in einem Komposit-Bild aus Chandra-Röntgendaten (die 10 Jahre alt sind und deren Analyse vor 2 Jahren publiziert wurde; in Rosa) und einem optischen Bild von DEM L50. [0:00 MEZ]
Feuerkugel über den Ost-USA war vermutlich Kosmos 1484
Das Constellation Observing System for Meteorology, Ionosphere and Climate Taiwans und der USA (siehe Artikel C56) wird mit neuen Satelliten weiter ausgebaut, die im U.K. gebaut werden ab 2016 starten sollen: Die dreidimensionalen Atmosphären-Analyse basiert auf ihren Effekten auf die Signale von GPS-Satelliten. [0:00 MEZ]
Kometen-Lander Philae im irdischen Test: Noch ein Jahr ist Rosetta im Winterschlaf, aber die erste Landung auf einem Kometenkern ist erst jetzt in Testanlagen simuliert worden – was z.B. dem Handelsblatt und n-tv gefiel. [0:00 MEZ]
Images crafted from a year’s worth of data collected by Suomi NPP provide a vivid depiction of worldwide vegetation: nasa.gov/mission_pages/… From 4 hours ago
Old pictures (from last fall), new panorama stitched - Curiosity looking around Gale crater, with 1.3 billion pixels: jpl.nasa.gov/news/news.php?… From 9 hours ago