“Winkt dem Saturn” am 19. Juli zwischen 23:27 und 23:42 MESZ, wenn Cassini eine weitere Gegenlicht-Aufnahme Saturns mit der Erde im Bild machen wird, fordert eine PR-Kampagne der NASA, für die jetzt allerorten geworben wird. In dem ‘kritischen’ Zeitraum steht der Saturn noch ein Dutzend Grad hoch am dunklen Abendhimmel: Das könnte man doch an Anlass für öffentliche Beobachtungen nehmen?! [22:05 MESZ. NACHTRAG: zum Timing bei 80 min Licht-Laufzeit] Die Idee nochmal ausführlicher. Z.Z. steht übrigens der Mond bei Spica & Saturn. [23:25 MESZ] Voila – samt Goldenem Henkel der Mond und Saturn vor wenigen Minuten. [23:55 MESZ. NACHTRAG: noch mehr Bilder, mit technischen Daten]
Die NASA informiert über ihre “Asteroid Initiative”
NASA-Vize Lori Garver berichtet über – ausschließliche – Begeisterung allerorten über die Asteroiden-Pläne in Politik, Presse, Public. Dieser Blogger hat es (leider!) ganz anders empfunden … [15:45 MESZ. NACHTRAG: alle Folien ihrer Präsentation]
NASA-Wissenschafts-Chef John Grunsfeld freut sich über einen Pallasiten – aber konkret geworden ist die Veranstaltung bislang noch nicht … [16:10 MESZ] Das ganze Bild – und die erste Neuigkeit: Der Satellit WISE soll wieder eingeschaltet werden, um die NEOWISE-Asteroiden-Jagd wieder aufzunehmen! [16:15 MESZ. NACHTRAG: alle Folien der Präsentation - WISE kommt auf Seite 7] Für den Asteroiden 2009 BD wurde schon mal eine Referenzmission durchgerechnet. Derlei Objekte könne man auf einem fernen Mondorbit (“deep retrograde orbit”, DRO) deponieren, der ein Jahrhundert stabil sei. Alternative Idee: einen Felsen von einem großen NEA abholen und in den DGO schaffen. [16:25 MESZ. NACHTRAG: alle Folien dieser Präsentation] Diese Grafik fasst zusammen, warum sich die NASA für die ‘Asteroid Initiative’ als nächsten Schritt für die bemannte Raumfahrt entschieden hat: Die Reisezeit zum Ziel ist entscheidend. [16:35 MESZ]
Na sowas, die erste Frage bei Q&A darf Chris Lewicki von Planetary Resources stellen. Der wissen will, auf welchen Typ Asteroid es die NASA abgesehen hat, was aber noch keiner recht zu wissen scheint. [16:40 MESZ, NACHTRAG: Kein wirklich guter Kandidat scheint z.Z. bekannt zu sein] Die Vorstellungen, wie “die Massen” bei der ganzen Sache mitmachen sollen, scheinen ziemlich unausgegoren zu sein: irgendwas mit crowd-sourcing die Datenflut von den NEO-Surveys, mit Lichtkurven-Analyse und so. Ansonsten sollen Industrie wie Öffentlichkeit schlaue Ideen äußern … [17:10 MESZ. NACHTRAG: alle Folien der Präsentation - die Lichtkurven gibt's auf Seite 7] … und zwar über einen Request for Information, der bis zum 18. Juli beantwortet werden soll. [17:35 MESZ] Heute wurde auch in Wien vor der UNO für die Asteroid Initiative geworben: Hier gibt’s einen Audio-Mitschnitt der Bolden-PK. [18:10 MESZ. NACHTRAG: noch ein UN Release dazu] Ein NASA Release zur “Asteroid Grand Challenge”, genau so detailarm wie die Veranstaltung. [18:55 MESZ] Artikel zur “Grand Challenge” ohne weitere Einsichten hier und hier. [21:30 MESZ] Die Talking Heads bei dem Event. [22:00 MESZ. NACHTRÄGE: jubilante Reaktionen hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier]
Die Entladung des ATV-4 wird vorbereitet: Nach – weiterhin nicht näher erläuterten – Verzögerungen ist heute die Luke geöffnet worden, und nach Tests der Luftqualität kann mit dem “Betreten” begonnen werden. Oben ein weiteres Bild von der Ankunft vor 3 Tagen. [15:25 MESZ. NACHTRÄGE: erste Video-Aufnahmen aus dem Inneren - und die vermutliche Ursache der Verzögerungen]
Hier rotiert der Asteroid 1998 QE2 für’s Arecibo-Teleskop
Die letzten Hilferufe des ESA-Satelliten Herschel, als heute sein Bordcomputer herunter gefahren wurde, nachdem alle Experimente mit dem kühlungslosen Satelliten (“Helium alle: Herschels Missions heute schlagartig vorbei”) abgeschlossen und der Tank mit einem Burn to Completion entleert worden war: auch ein Video-Clip und Artikel hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: die letzte Telemetrie, dann Schweigen ... und Nachrufe hier und hier]
Planeten-µ-Lensing in 3D: was Kepler noch können würde
In einem detaillierten Paper haben zwei Astronomen eine mögliche Weiternutzung des Satelliten Kepler vorgeschlagen, wenn sich seine präzise Lageregelung nicht wieder herstellen lassen sollte: Das Großfeld-Teleskop könnte sich auch weniger stabil nützlich machen, indem es – zusammen mit Teleskopen auf der Erde – statt Richtung Schwan zum Zentrum der Milchstraße starren und Microlensing durch Sterne und ggf. deren Planeten beobachten würde. Dazu wäre der Satellit allein auch nicht besser in der Lage als speziell dafür ausgelegte Teleskope auf der Erde – aber der Abstand Keplers von der Erde von 1/2 au ließe sich verwenden, um gemeinsam die Mikrolinsen-Parallaxe zu messen und wesentlich mehr über die linsenden Planeten heraus zu finden als die einfache Beobachtung der Lichtverstärkung erlaubt, wenn er in die Sichtlinie zu einem ferneren Stern tritt. Die Planeten, die auf diese Weise beobachtet würden, sind viel kühler als Keplers Funde mit der Transittechnik, weil sie sich meist in viel größerem Sternabstand – jenseits der Schneelinie – befinden. [NACHTRAG: Hat's noch wer mitbekommen.]
Starke Argumente für einen WFIRST-Satelliten mit 2.4 Metern Hauptspiegel an Stelle der ursprünglich für das Infrarot-Weitwinkel-Teleskop vorgesehenen von 1.1 bis 1.3 m liefert diese Studie, die sich für die Verwendung einer der überraschend geschenkten Optiken für das nächste große US-Weltraumteleskop nach dem JWST stark macht. Die größere Lichtmenge und Bildschärfe käme den – v.a. kosmologischen – Hauptaufgaben von WFIRST sehr zu Gute, und es würden sich auch noch weitere Anwendungen ergeben.
Die ULIRG IRAS 22491-1808 auf einer Hubble-Aufnahme: Eine Galaxien-Kollision hat hier nicht nur zu der verwegenen Gestalt sondern auch starker Sternbildung geführt, die wiederum Ultra-Leuchtkräftige Infra-Rot-Strahlung liefert. Und was dem Röntgensatelliten NuSTAR letztens so alles vor’s Teleskop kam.
Vertrag unterschrieben: ExoMars 2016 kommt wirklich
Der Vertrag zwischen der ESA und Thales Alenia Space über den Bau des 2016-er Mars-Orbiters im Rahmen des ExoMars-Programms mit Russland ist heute unterzeichnet worden: Dieser Trace Gas Orbiter (TGO) wird vom Entry, Descent and Landing Demonstrator Module (EDM) begleitet. Nachdem ExoMars mehrmals beinahe eingestellt worden wäre, geht es nun tatsächlich los: Für den 2018-er Lander fehlen zwar noch 150 Mio. Euro, aber die werden schon noch gefunden werden. [NACHTRAG: noch mehr Finanz-Zahlen] Auch eine DLR-PM zu einem deutschen Beitrag für Japans Hayabusa 2, den hüpfenden Lander MASCOT (Mobile Asteroid Surface Scout).
Es bleibt bei der schon immer geplanten Vorbeiflugdistanz am Pluto für die NASA-Sonde New Horizons, ist nun beschlossen worden, trotz der Entdeckung mehrerer kleiner Monde, die auf unerwartet viel Staub in der Nähe des Zwergplaneten hinweisen dürften – aber nach 18 Monate langen Beratungen glaubt man nun, das Risiko sei erträglich: Unter 0.3% soll die Wahrscheinlichkeit für einen fatalen Treffer liegen.
Deutsche Mittel freigegeben: Nachfolger für GRACE kommt
Das 2002 gestartete Satelliten-Duo GRACE wird voraussichtlich 2017 einen Nachfolger bekommen: Die deutsche Seite des mit den USA durchgeführten Langzeitprogramms zur Vermessung des Erdschwerefelds und seiner Veränderungen u.a. aufgrund von Klimaeffekten hat 49.2 Mio. Euro frei gegeben, um GRACE Follow-on den Weg zu ebnen. Mit ursprünglich für das Gravitationswellen-Instrument LISA entwickelten Laser-Interferometern soll die Distanz zwischen den beiden hintereinander her fliegenden Satelliten noch 50-mal genauer als via Radio gemessen werden. Das Interesse an noch besseren Daten ist hoch.
Amateurastronomen zur Mithilfe bei der Mission LADEE eingeladen: Wenn der NASA-Mond-Orbiter (“LADEE hat die Mission Critical Design Review passiert”) nach einem Start im September diesen Winter im Tiefflug die Exosphäre des Erdtrabanen erkundet, will man wissen, wann und wie oft es dort gerade Impakte gibt. Deswegen jetzt der Aufruf an alle Beobachter, entweder mit Videokameras die dunkle Mondseite auf Impaktblitze zu überwachen – oder Meteore in der Erdatmosphäre zu zählen, woraus sich auch der Fluss auf den Mond ergibt.
Die Galaxien in der “Nachbarschaft”: in 3D und animiert
Wo sie sich wirklich im dreidimensionalen Raum befinden, ist in einer aufwändigen Prozedur aus den Rotverschiebungen und Pekuliar-Geschwindigkeiten zahlreicher Galaxien relativ zur kosmischen Expansion rekonstruiert worden, und das obige 17-Minuten-Video – mit englischem Kommentar in französischem Akzent – gibt die Quintessenz dieser “Kosmografie” des lokalen Universums in ihrer erstaunlichen Komplexität wieder. [22:25 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier, hier und hier]
Der Technical Design Report für den International Linear Collider wird heute übergeben, in drei aufeinander folgenden Festakten in Asien, Europa und den USA: aus dem gerade laufenden mittleren Ereignis beim CERN dieser Screenshot mit dem Stand der Physik im Jahr 2025 [NACHTRAG: aus diesem Vortrag]. Die Technologie für den LHC-Nachfolger stände zur Verfügung, steht in dem dicken Report, und der science case sei durch die bisherigen Erkenntnisse aus dem LHC größer denn je. Jetzt muss das Millarden-Projekt bloss noch bezahlt und gebaut werden, wobei Japan eine treibende Kraft ist. [17:35 MESZ] Der Referent Sven Heinemeyer verspricht, dass der ILC auch das Rätsel der Dunklen Materie lösen werde. [17:40 MESZ] Das Design sei schon so weit entwickelt, dass die Kosten-Schätzung (ganz unten, in ILCUs …) “pretty robust” sei, sagt Nicholas Walker. [18:15 MESZ. NACHTRÄGE: vom folgenden Event am Fermilab noch mehr große Erwartungen an den ILC, WW mit Dunkler Materie inklusive - alle 16 Folien von Joe Lykken. Und ILC-Artikel hier, hier und hier]
Weiß denn niemand in der ESA-Pressestelle, was “Ultraviolett” bedeutet …? Für diese Darstellung der Galaxie M 101 wurden Aufnahmen des Optical Monitors auf XMM-Newton in drei nahen UV-Bändern zwischen 400 und 175 nm die Farben R, G und B zugeordnet – aber im Artikel dazu heißt es schon seit vorgestern: “This view of M101 is composed of images taken by XMM-Newton’s Optical Monitor telescope using different filters: red, green and blue.” Und trotz eines Hinweises – mit Nennung sogar des missratenen Paragraphen! – hat die ESA den Klops bisher nicht gefunden … [1:30 MESZ. NACHTRAG: Da musste die NASA wohl nachziehen - und nannte in der ersten BU dieser wunderlichen Montage die Sonnenfinsternis eine Mondfinsternis ... NACHTRAG 2: Im Gegensatz zur ESA wurde das immerhin bald korrigiert - jetzt steht da "lunar transit". Aber es ist immer noch fälschlich der "lunar shadow" vor der Sonne ...]
Was ein öffentliches Weltraumteleskop für die MINT-Bildung bringt: halb Talkshow, halbe Werbung für das Crowdfunding-Projekt (mehr), das bisher 860’000$ eingetrieben hat (der Anstieg hat sich inzwischen stark verlangsamt), aber schon von 2 Mio.$ träumt – und dann mit besserer Lageregelung ein bisschen Kepler 2 spielen könnte. Auch eine Erwähnung des Atsa-Projekts (“Astronomische Teleskope für ein Suborbital-Raumschiff”) und Fortschritte bei Euclid, Start 2020. [1:10 MESZ. NACHTRÄGE: mehr zu Euclids Status und ein Interview zu Arkyd]
11. Juni
Es war heute vor 30 Jahren … als dieser Blogger seiner ersten totalen SoFi ansichtig wurde: hinter dem – von M. Druckmüller verarbeiteten – Bild eine Menge Erinnerungen. Die gibt’s auch zum Start von Spirit vor 10 Jahren. Ferner PANSTARRS heute hier und hier, neue Überlegungen zum Schicksal des ISON-Kerns im Perihel, ein NLC-Video, NLCs über Hannover und Holland heute Morgen und Erwartungen an die kommende Nacht, über die hier diskutiert wird. [23:55 MESZ]
Kein Gamma-Delphiniden-Ausbruch – aber Einzelmeteore?
Sicher ist bisher nur, dass es heute keinen visuell eindeutig erkennenbaren Meteorschauer gegeben hat (dito): Die meisten sahen (dito) oder registrierten überhaupt nichts, aber es gibt doch vereinzelte Meteore, die passen könnten, etwa hier, hier, hier, hier oder hier. Ein Meteor-Theoretiker ist sich jedenfalls noch nicht im Klaren, was da (nicht) passiert ist … [23:50 MESZ]
Morgen um 11:38 MESZ beginnt der nächste chinesische Raumflug, alles ist vorbereitet: Hier stellen sich die drei Passagiere von Shenzhou 10 der Presse vor (mit englischer Simultan-Übersetzung). Und im Iran gibt’s jetzt auch ein Weltraum-Zentrum, während in den USA die RS-25-Triebwerke einen 2. Frühling mit dem SLS erleben. [18:20 MESZ] Detaillierte Vorschau des Shenzhou-Flugs. [23:15 MESZ. NACHTRÄGE: noch eine - und was danach kommen soll]
Stuttgarter “Sternenbrunnen” wieder wie neu: Mit einem Festakt ist am 8. Juni der restaurierte Brunnen vor der Sternwarte in Stuttgart-Ost wieder in Betrieb genommen worden. Der 1920 entstandene Brunnentrog aus Naturstein mit Zusatzelementen – ein sitzendes Mädchen mit einem Stern in der Hand und “ein den Himmel beobachtender Hund” – war durch die Witterungseinflüsse der vergangenen Jahrzehnte stark beschädigt worden. [17:30 MESZ]
NLCs der letzten beiden Nächte im Landkreis Diepholz in Niedersachsen zeitgerafft. Auch ein Bild aus Wales, ein allgemeiner Artikel, Merkur Venus und der Mond gestern in Kolumbien und Merkur in größter Elongation, PANSTARRS heute, gestern und vorgestern (mehr und Mai/Juni im Vergleich), der neue Komet C/2013 L2 (Catalina), eine 140 Stunden belichtete Amateuraufnahme von Cen A – und Finanzprobleme auf dem Calar Alto. [12:10 MESZ] Von gestern noch hübsche NLCs aus Nordirland. [16:45 MESZ. NACHTRÄGE: noch ein NLC-Zeitraffer und ein irisches Bild von heute sowie von vorgestern dies, dies und dies]
9. Juni
Sehr schönes NLC-Video aus Kiel von der vergangenen Nacht. Und noch ein allgemeiner Artikel. [21:55 MESZ] Sowie noch ein schottisches Bild. [23:10 MESZ. NACHTRAG: und eins von der Isle of Man] Und es geht wieder los, wie auch zu erwarten war – Berichte beginnen hier einzulaufen. [23:30 MESZ. NACHTRAG: auch in England waren die NLCs schön]
“Empire of the Sun”: Bronzezeit-Astronomie vernetzt sich
Mehrere bronzezeitliche Fundorte mit archäoastronomischer Bedeutung in Europa haben heute eine gemeinsame Web-Plattform gestartet, um gegenseitige Werbung zu machen, darunter auch die “Arche Nebra” in der Nähe des Fundorts der Himmelsscheibe. Die anderen Stätten sind derzeit Tanum (Schweden) und Odsherred (Dänemark), aber vielleicht kann z.B. auch Stonehenge mit ins Boot geholt werden, dessen verbindendes Element ein Bezug zur Sonne ist – was bei Stonehenge kein Problem sein dürfte. [20:05 MESZ]
“God is not a Good Theory” – ein kurzweiliger Vortrag von Sean Carroll aus der Sicht moderner Physik und Kosmologie ist jetzt online: Die ‘Gott-Theorie’ erweist sich als “a logical possibility, but not a worthy competitor to simple naturalism.” Dazu auch ein Podcast und viele weitere Videos von der Tagung “Is ‘God’ Explanatory?” des Oxford/Cambridge-Projekts “Establishing the Philosophy of Cosmology” diesen Januar. [19:45 MESZ]
“International Year of Light” 2015 macht Fortschritte
Nachdem sich die UNESCO bereits letztes Jahr hinter ein International Year of Light für das Jahr 2015 gestellt hatte, wurde man nun auch bei den Vereinten Nationen selbst vorstellig: Auf diese offizielle Liste – die einem “Weltjahr des …” erst die nötige Bedeutung verleiht – könnte auch ein IY(O)L nur mit dem Segen der Vollversammlung gelangen. Ein solches “Licht-Jahr” hätte sicher eine bedeutende astronomische Komponente, im Gegensatz zum International Year of Astronomy aber auch eine gewichtige wirtschaftliche, was u.U. beim Sponsoring von Outreach-Events zum IYL helfen könnte. 2015 jährt sich übrigens die Präsentation der Allgemeinen Relativitätstheorie zum 100. Mal, was in Kosmologen-Kreisen bereits zu dem Wunsch geführt nach, zehn Jahre nach dem International Year of Physics 2005 (100 Jahre Spezielle Theorie und Co.) erneut ein “Einstein-Jahr” auszurufen. Da seit der ART Lichtstrahlen krumm sind, würde das schon irgendwie zu einem “Jahr des Lichts” passen. [18:20 MESZ]
Die bisherige Fotometrie von Komet ISON und ein Modell der weiteren Entwicklung der Comet ISON Observing Campaign (CIOC) der NASA, Stand vorgestern: Eine Spitzenhelligkeit – direkt neben der Sonne! – von -3 bis -5 mag. ist der “current educated guess“, alles zwischen +5 und -7 mag. scheint möglich. Bei Elongationen < 45° (graue Bereiche) ist kaum mit neuer zuverlässiger Fotometrie zu rechnen: Die Frage ist also, mit welcher Helligkeit der Komet im Oktober aufwarten kann … Auch PANSTARRS vorgestern (mehr, mehr und mehr, plus ein Vergleich 6./4. Juni), ein Auftritt von David Levy [NACHTRAG: noch ein Artikel], Pre-Discovery-Beobachtungen der neuen Nova Sco und das blaue Ding in Aquila. [17:50 MESZ]
Der letzte Ariane-5-Start aus ungewohnten Perspektiven – inklusive der Dashboard-Cam eines fahrenden Autos. Auch der Verlust von MKA-PN1/Zond-PP, eines gerade einmal 10 Monate alten russischen Erdbeobachhtungs-Satelliten, und der Start des zweiten “Persona”, eines russischen Aufklärungssatelliten. [17:35 MESZ. NACHTRÄGE: doch noch Hoffnung für MKA-PN1 und schon Beobachtungen von Persona und Oberstufe]
Ein neues Radar-Video des Asteroiden 1998 QE2 und seines Mondes ist vorgelegt worden, zeigt aber immer noch nicht wirklich viel. Heute Nacht kommt übrigens ein 10-Meter-Asteroid näher als der Mond vorbei. Auch die “unsichtbaren” Arietiden, die jetzt ihr Maximum erreichen, ein möglicher Ausbruch der raren Gamma Delphiniden am 11. Juni – und der Staubeintrag durch die Draconiden bei ihrem Ausbruch 2011. [2:05 MESZ. NACHTRAG: noch ein Gamma-Del-Artikel]
Ein Sonnenflare der Stärke M5.9 vor einer Stunde hat sich um 0:49 MESZ genau am Sonnenrand ereignet [NACHTRAG: in Bewegung, plus eine NASA-Notiz], weshalb er folgenlos bleiben sollte. Auch die Ring-SoFi vom Mai in H-Alpha, überraschende Polarlichter in der Nacht 6./7. Juni in den USA, denen fotografische in Deutschland vorausgegangen waren – und Anmerkungen zum frühen Start der NLCs dieses Jahr. [1:55 MESZ]
Jetzt gibt’s schon 3216 Planeten-Kandidaten von Kepler
Auch wenn der Satellit selbst derzeit und vielleicht für immer lahmgelegt ist, geht die Auswertung seiner Fotometrie von vor dem Ausfall natürlich weiter – und nun sind 1924 weitere “Kepler Objects of Interest” (KOIs) ans Exoplaneten-Archiv der NASA geliefert worden, selektiert aus 18’406 “Threshold Crossing Events” in den Lichtkurven der 192’313 Sterne, die in mindestens einem der ersten 12 Vierteljahres-Intervalle der Mission beobachtet worden waren. [1:45 MESZ]
Ariane mit dem vierten ATV “Albert Einstein” unterwegs
Pünktlich ist die Ariane 5 mit dem ATV-4 gestartet, unten die Abtrennung der Booster. Relativ klares Wetter, aber Video-Bilder von weiteren Flugphasen gibt es nicht – leider auch nicht von der Kamera im Inneren des ATV. [23:55 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: ein NASA Release zum Start, ein Replay des und Ausschnitte und mehr Screenshots aus dem Ariancespace-Webcast und ein früher Artikel.
Der Start noch einmal und wie er bei dem Event in Darmstadt gefeiert wurde. Der anschließende Flug verlief komplett nach Plan, mit zwei Zündungen des ATV-eigenen Triebwerks, der Abtrennung der Oberstufe und der Entfaltung von Solarzellen & Antennen.
Alle Phasen des Starts aus der Perspektive des ATV-4 selbst, mit Booster Sep, Shroud Sep, Stufentrennungen: Die Videodaten der STEREX-Kameras wurden in der vergangenen Nacht von der DLR Bodenstation in Weilheim empfangen – und bald gibt’s das Ganze auch in 3D!
Hierarchische Blasen im interstellaren Medium sind mit dem Weltraumteleskop Spitzer und dem Citizen-Science-Milky Way Project entdeckt worden, wie heute auf einer AAS-PK (s.u.) berichtet wurde: Die Druckwelle um neu entstandene Sterne läßt am Rand wieder neue entstehen, nicht nur in diesem Beispiel W39. [23:25 MESZ]
Zwei Stunden Mars live – in Darmstadt, in den USA – laufen
Erstmal zum deutschen Mars-Express-Event (das später auch als Aufzeichung verfügbar sein wird): zunächst der Geologe Ernst Hauber vom DLR, der auch vorgestern im ESOC HRSC-Ergebnisse präsentiert hatte. [20:05 MESZ. NACHTRAG: komplette Aufzeichnung des Darmstädter Abends, mit Mars Express und ATV-Start - 4 Stunden und 19 Minuten lang]
Das zweite Loch, das Curiosity gebohrt hat, gerade während der MSL-Telecon gezeigt: Diesmal ging alles schon viel schneller – und der Rover wird Glenelg bald verlassen und sich auf den Weg zum Aeolis Mons machen. [20:40 MESZ. NACHTRÄGE: Aufzeichnung der Telecon und Artikel hier und hier] Die Fahrtroute wird irgendwie in dieser Ellipse liegen und in ein paar Wochen fest gelegt – und für Interessantes “am Wegesrand” wird natürlich wieder angehalten. Und ein Status Report wurde auch gerade hochgeladen. [20:45 MESZ] Die Reise zum Fuß des Aeolis Mons – eine Strecke von etwa 8 km – wird “10 Monate bis 1 Jahr” dauern, wenn es nicht viele Zwischenstopps gibt, sonst deutlich länger. [20:50 MESZ] Bilder aus dem Orbit weisen aber nicht auf irgendwas Spannendes am Wege hin – und der Berg ruft … [21:00 MESZ] Über eventuelle Beobachtungen von Komet ISON unterwegs hat man sich übrigens noch keine tieferen Gedanken gemacht – d’oh. Nun wieder nach Darmstadt! [21:15 MESZ]
Bei dem Event zeigt Albert Zaglauer von Astrium eine irdische Test-Aufnahme mit der HRSC lange vor dem Start – aus der u.a. gelernt wurde, dass die Auflösung die Erwartungen noch übertraf. Hauber guckt zu. [21:30 MESZ]
Ein regelrechter “Starburst” in unserer Milchstraße im “Katzenpfoten-Nebel” NGC 6334 war wohl das Highlight der letzten PK von der 222. AAS-Tagung: In diesem Sternentstehungs-Gebiet am Südhimmel (über 150’000 Sonnenmassen) ist man mit dem Blanco-Teleskop des CTIO auf Scharen junger Sterne gestoßen, 375 Protosterne weniger als 500’000 Jahre alt und 1908 Sterne mit Scheiben weniger als 2 Mio. Jahre alt. Pro Jahrmillionen werden dort mindestens 3600 Sonnenmassen in Sterne umgewandelt, ein Mehrfaches der Sternbildungsrate im Orion-Nebel und der Effizienz von Starburst-Galaxien vergleichbar – aber natürlich viel besser zu untersuchen. [19:55 MESZ]
Gleich drei Live-Übertragungen aus der Raumfahrt
gibt es heute Abend: Ab 20:00 MESZ wird eine weitere Feier zu 10 Jahren Mars Express aus Darmstadt übertragen, die sich leider mit einer Telecon zum Status von Curiosity um 20:30 MESZ überlappt. Und kurz vor Mitternacht gibt’s noch u.a. hier und hier den Ariane-5-Start des ATV-4 “Albert Einstein”: Press Releases dazu von Arianespace, ESA, Astrium und Fraunhofer, das DLR-Blog, Artikel von NSF und Xinhua, ein paar Foto-Tipps und Updates hier und hier. [18:50 MESZ]
Die Leuchtenden Nachtwolken der vergangenen Nacht (s. ganz unten) aus der Nähe von Kiel “gefilmt” und fotografiert (mit Kühen), auch auf Helgoland und in Norwegen (mit Pferden). Und noch PANSTARRS von heute und vom 1. Juni. [21:15 MESZ - Ende]
Herzstück des LISA Pathfinder erfolgreich getestet
Ein in Hannover und Glasgow entwickeltes hochsensibles Präzisionsmesssystem für den Demonstrator eines erhofften Gravitationswellen-Detektors im Weltraum – ein 40 cm langes Laser-Interferometer – wird die beim Raketenstart auftretenden Kräfte von bis zu einem 35-fachen der Erdanziehungskraft ohne Schaden aushalten und präzise arbeiten können, haben jetzt Tests am Institute for Gravitational Research der Universität Glasgow ergeben. [21:10 MESZ]
Raumfahrt-Splitter: die Rolle von Erdbeobachtungs-Satelliten bei den aktuellen Überschwemmungen und Hilfsmaßnahmen / der erste Blog-Bericht von Parmitano aus der ISS / und das ATV-4 einen Tag vor seinem Start, den erstmals ein On-Board-Kamerasystem verfolgen wird. [21:05 MESZ]
Der Satellit IRIS soll nun am 26. Juni per Pegasus starten
So wurde es gerade auf einer NASA-Pressekonferenz – die noch läuft – zu dem Explorer zur Erfoschung der Sonnenatmosphäre angegeben, den man hier bei seinen letzten Tests vor dem Transport nach Vandenberg im April sieht. Bei der Mission geht es um die Interface-Region und den Energie-Transport durch sie in die Korona. [19:30 MESZ] Wie beim SDO und anderen Helio-Physik-Missionen sind alle Daten augenblicklich in der Public Domain. [19:35 MESZ] Im Unterschied zu SDO wird IRIS immer nur ausgewählte Regionen der Sonne anpeilen. [19:40 MESZ]
Mathe auf einer Pressekonferenz! Hier wird auf der AAS-222-PK (s.u.) hergeleitet, wie man aus den wandernden Lichtechos um T Pyxidis nach dem letzten Ausbruch dieser rekurrierenden Nova 2011 schlau wird: Das Lichtmaximum hat eine klumpige, geneigte Scheibe angeleutet, deren Komponenten nacheinander aufleuchteten und wieder verblassten. [19:00 MESZ]
Lichtechos von zwei Supernovae des Typs Ia wurden auf der AAS-222-PK (s.u.) vorgestellt: von der SN 2007af (oben, als kleiner Ring um die verblasste Sternexplosion zu sehen) und von der SN 2009ig: In beiden Fällen befindet sich der das Explosions-Licht verspätet Richtung Erde umleitende Staub in unmittelbarer Nähe der Supernova, was zumindest in diesen beiden Fällen das “einfach-degenerierte” Szenario unterstützt, bei dem ein normaler Stern dem dann explodierten Weißen Zwerg Materie zuführte. [18:55 MESZ]
Oops, wir verstehen immer weniger, warum Kernkollaps-Supernovae eigentlich explodieren! In zweidimensionalen Computer-Simulationen schaffen es der bei der Bildung des Neutronensterns entstandene Neutrino-Schwall, die Ejekta auseinander zu treiben – aber in 3D-Simulationen bleibt die Explosion reproduzierbar stecken, wie etwa dieser Arbeitsgruppe widerfährt und heute auf einer PK der 222. AAS-Tagung berichtet wurde. Andere Effekte wie Rotation oder Magnetfelder spielen offenbar eine Rolle, um die Sternexplosion zu bewerkstelligen. [18:40 MESZ]
Japan macht beim 30-m-Teleskop mit – der Durchbruch?
Im inneramerikanischen Wettlauf um einen Konkurrenten für das – so gut wie finanzierte – europäische optische Riesenteleskop E-ELT hat das Thirty Meter Telescope nun möglicherweise die Nase vorn: Japan ist verbindlich und groß eingestiegen und wird u.a. die Teleskopstruktur und die Rohlinge für den segmentierten Hauptspiegel liefern. Das entspricht einer Investition von ~375 Mio.$, einem Viertel der erwarteten Gesamtkosten. [3:50 MESZ]
Zu den Feierlichkeiten zum 10. Jahrestag des Starts des Mars Express gehörten heute auch ein paar Vorträge im Kontrollzentrum ESOC, in denen es wesentlich tiefer in die spannenden Details von Europas erster Planetenreise ging als gemeinhin gegenüber der Öffentlichkeit präsentiert. Der grandiose Erfolg der – mit unvermindertem Schwung andauernden! – Mission wird erst begreifbar, wenn man versteht, was alles nicht nach Plan gelaufen war und doch gelöst werden konnte: Hier Viewgraphs aus zwei der Präsentationen, die das Flair des Mars Express wiederspiegeln, auch wenn man nicht jedes Akronym zu deuten weiß …
Michel Denis, der Leiter des Mars Express-Operationsteams, mit zehn korrekten und falschen Aussagen über operationelle Aspekte der (ersten) zehn Jahre: Mehrmals durchlebte die Mission existenzielle Krisen, sei es wegen eines Designfehlers (zu wenig Strom), des Marsmonds Phobos (der die Lageregelung nachhaltig irritierte) oder schlicht Alterung (Massenspeicher-Ausfall). Aber nicht nur konnte die Wissenschaft – die hier noch Gegenstand eines weiteren Artikels sein wird – weiter gehen, es sind im Prinzip noch viele weitere Jahre “drin”.
Das “Vermächtnis” des Mars Express thematisierte sein ehemaliger & langjähriger Projektwissenschaftler Agustin Chicarro: Die Europäer haben mit einem Bruchteil des Aufwandes – finanziell wie personell – etwas geschafft, was bin dahin nur die ganz Großen leisten konnten, und mit dem Venus Express wurde das Konzept noch schneller und günstiger ein zweites Mal umgesetzt. Dann aber leider nicht wieder auf den Erfahrungen aufgebaut.
zeigt offenbar eine Aufnahme des ESO-VLT mit der Adaptiven Optik NaCo (bei der der Stern selbst ausgeblendet wurde und hier nur markiert ist, ebenso wie im Größenvergleich der Neptun-Orbit um die Sonne): Ein Planetenfoto im Sinne eines von seinem Stern beleuchteten dunklen Körpers ist das zwar – wieder – nicht, aber doch ein neuer Meilenstein hin zu solch einem “echten” Exoplaneten-Bild. Denn zwar wurden schon rund ein Dutzend warme Exoplaneten in ihrer eigenen Wärmestrahlung aufgenommen, aber ihre nur schwer zu bestimmenden Massen lagen immer höher und oft bedenklich nahe an der Grenze zu Braunen Zwergen.
Der neue Fall HD 95086 b – entdeckt bei einer systematischen Suche – liegt klarer (und darf seit dieser Minute ‘offiziell’ präsentiert werden, auch wenn das Embargo schon vor gut 9 Stunden gebrochen wurde, als die Autoren das gesamte Paper publik machten, was hier und anderswo gleich aufgegriffen wurde). Da gibt es einen A8-Stern, der nur 10 bis 17 Mio. Jahre alt ist, und in einem Abstand von 0.6 Bogensekunden, der einer projizierten Distanz von 56±7 au entspricht, eine Punktquelle: Einmal wurde sie sehr eindeutig, in einer zweiten Epoche mäßig überzeugend nachgewiesen. Sie bewegt sich – auch das ist nur mäßig deutlich – mit dem Stern am Himmel und dürfte daher ein echter Begleiter sein. Der aber nur im L’-Band bei 3.8 µm zu sehen ist, im Ks-Band (2.2 µm) dagegen nicht.
Damit hat das Objekt eine Temperatur von 1000±200 Kelvin, und Modellrechnungen geben ihm eine Masse von nur 4 bis 5 Jupiters. “If the comoving status of the companion is confirmed, this giant planet may become a benchmark for physical studies of young giant planets but also for formation and evolution theories of planetary systems,” heißt es in dem Paper zu der Entdeckung: “Future observations with NaCo and next-generation planet imagers will be important for, first, providing new photometric points at the predicted H ~ 18.9 mag and K ~ 18.5 mag to further explore its atmospheric properties, and second to search for additional close-in planets.” [NACHTRÄGE: ein paar Links - und ein substanzieller Nachzügler]
Deutscher Amateur entdeckt Asteroid auf exotischer Bahn
(genauer gesagt am 2. Juni 2003 um 19:45 MESZ), und der Jahrestag wird am Montag im ESOC groß gefeiert: mit einer Pressekonferenz und einer Party (zu der auch dieser Blogger eingeladen ist), plus einer öffentlichen Veranstaltung am 5. Juni. Im Mars-Express-Blog der ESA wird derzeit kräftig der Anfänge gedacht, aber besonders ins Zeug gelegt hat sich das DLR, dessen Marskamera HRSC (oben eine rekonstruierte 3D-Ansicht der Valles Marineris) immer das Aushängeschild der Mission war: mit einer aufwändigen neuen Webseite und einigem Rummel, der bereits zum gewünschten Echo – so hier, hier, hier und hier – geführt hat. [23:30 MESZ. NACHTRAG: noch einer zum Zehnjährigen]
Beratervertrag für die Planung des E-ELT-Großeinkaufs
Die Bestellung des Schutzbaus – fast 100 Meter im Durchmesser! – und der mechanischen Struktur des 39 Meter großen European Extremely Large Telescope wird Ende 2014 der mit Abstand größte Auftrag werden, den die Europäische Südsternwarte je vergeben hat: Um ja nichts falsch zu machen, hat die ESO jetzt eine dänische Beraterfirma für die Abwicklung angeheuert. Nach derzeitiger Planung beginnt des Bau des E-ELT noch Ende dieses Jahres, mit dem First Light 10 Jahre später. [22:10 MESZ]
Das Planeten-Dreieck ist schon lange Geschichte (hier am 26. Mai auf Hawaiis Big Island aufgenommen): Die drei Planeten bilden derzeit eine Linie, wie Bilder von heute aus Ostasien [NACHTRAG: und Frankreich] und gestern aus den USA und Italien zeigen. Auch PANSTARRS heute (alt. und noch einer) und gestern (negativ und noch einer [NACHTRAG: und noch einer]). Und es könnte heute Polarlicht geben, da das Feld noch in Unruhe ist und schon letzte Nacht Effekte hatte: US-Bilder hier, hier und hier – und ein neuer Zeitraffer-Film aus 9 Wochen Kanada-Aurora. [20:10 MESZ] Noch mehr US-Polarlichter der letzten Nacht hier und hier – und die zugehörige Diskussion nebst Updates zur geomagnetischen Lage. [21:25 MESZ] Ach du gute Güte, was für Farben … [22:00 MESZ]
Ein völlig atemloser Werbespot für Arkyd 100, das kleine öffentliche Weltraum-Teleskop (“Ein Billig-Weltraumteleskop für alle …”), dessen Zweck auch hier und hier diskutiert wird. Bereits jetzt ist mit 570’000$ mehr als die Hälfte der gewünschten Million gespendet worden, wobei diese offenbar für Start und Betrieb verwendet werden soll: Der Satellit selbst kostet wohl ein paar Millionen mehr, fällt aber quasi als Nebenprodukt der Arkyd-Massenproduktion für Asteroiden-Suchprogramme ab. Auch ein Paper über den Relativitätstester LARES (dessen Ergebnisse hier längst diskutiert wurden [noch ein Bericht]), wie es um Keplers Planeten-Kandidaten steht, die bevorstehende NASA-Entscheidung, ob einer der geschenkten NRO-Prä-Satelliten WFIRST werden soll, und der – weiterhin gute – Zustand Hubbles vier Jahre nach dem letzten Shuttle-Besuch: Der Satellit bleibt relevant. [1:50 MESZ] Ein detaillierter Artikel aus Belgien über das ruimtetelescoop voor iedereen. [18:00 MESZ]
Aus Röntgendaten erst Töne und dann sogar Musik gemacht
Selbst einem 8-m-Teleskop bietet Komet ISON noch nicht viel, wie diese 90-Sekunden-Farbaufnahme von Gemini North vom 4. Mai beweist. Auch die Großteleskop’ler bestätigen ein Abflachen der Lichtkurve und vermuten, dass der erstmals in innere Sonnensystem gekommene Komet inzwischen seine flüchtigen Bestandteile verloren habe, während die Wassereis-Sublimation noch nicht begonnen hat – mithin sei weiterhin keine Prognose für den Herbst möglich. Die jedoch wagt heute John Bortle, der eine Art Lovejoy Reloaded erwartet: eher geringe Helligkeit, ein kurzlebiger ansehnlicher Schweif, und der Kern werde das Perihel nicht überstehen. Auch PANSTARRS – der Schweif wird wieder breiter – vom 30. Mai, 29. Mai und 28. Mai (Mosaik und mehr). [22:30 MESZ - Ende]
Erste Radar-’Bilder’: Erdbesucher 1998 QE2 hat einen Mond
Diese “Aufnahmen” – auch animiert erhältlich – enstanden gestern mit der 70-m-Schüssel von Goldstone und zeigen die Rotation des z.Z. erdnahem Asteroiden (die überraschend einer Periode < 4 statt der vermuteten 5.3 Stunden hat) – und einen bisher unbekannten Mond im Orbit. Aber Vorsicht: Dieses sind die rohen Doppler-Delay-Daten und keine echten Bilder, so hat der Mond mit ca. 600 m Durchmesser etwa 1/4 des Durchmessers des Asteroiden selbst, der die erwarteten 2.7 km groß ist. Auch beträgt die räumliche Auflösung hier nur 75 Meter – das soll noch 20-mal schärfer werden! [19:55 MESZ] Diese Erkenntnisse wurden – moderne Zeiten – zuerst in einem (noch laufenden) JPL-Webcast verbreitet: Da kommt noch mehr aus dem Computer, s.a. hier, hier, hier, hier und hier und zu direkten Beobachtungsmöglichkeiten auch hier und hier. [20:10 MESZ] Ein JPL Release zu den frühen Radar-Beobachtungen, ohne weitere Details. [20:45 MESZ] Eine Aufzeichnung des Webcasts ist da: Radar-Infos ab 12:00. [21:15 MESZ. NACHTRÄGE: zur Interpretation der Radar-'Bilder' plus noch 'ne Vorschau auf den Flyby]
PANSTARRS in der Nacht 28./29. Mai in Farbe von Michael Jäger aufgenommen – die Gesamtlänge des Gegenschweifs während der Kometenbahn-Kreuzung durch die Erde wird inzwischen mit 14-16 Grad angegeben, wie BUs von Bildern vom 28. Mai und 27. Mai zu entnehmen ist; weitere Bilder vom 27. und 26. Mai. Auch mehr zu den Sichtbedingungen des Kometen ISON, der seinen Schatten voraus wirft, und das Planetentrio am 29. Mai über Indien und Australien und am 28. Mai über den USA, Österreich, Deutschland (mehr), Indien und Australien. [1:30 MESZ]
29. Mai
Ein Billig-Weltraumteleskop für alle per Crowdfunding
wollen die Asteroiden-Bergleute von Planetary Resources als Zusatzgag realisieren: Das Teleskop soll 20 cm Durchmesser haben, 1″ Auflösung erreichen und durch verschiedene Filter 200 nm bis 1.1 µm abdecken. Angeblich reicht 1 Mio.$ für Start und Betrieb, wobei zahlende Kunden dann Bilder von Himmelsobjekten kaufen können – oder für 25$ von sich selbst, per Display auf dem Satelliten, das dann wiederum eine Minikamera vor der Erde aufnimmt. In den ersten Stunden haben jedenfalls schon 1500 Spender über 150’000 $ zugesagt, wobei die spätere Leistung vom jetzt versprochenen Betrag abhängt, und die Kampagne läuft noch einen Monat: die Aufzeichung einer PK heute (wenig ergiebig), noch mehr große Worte und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein noch seltsameres Projekt eines öffentlichen Teleskops … auf dem Mond. [23:55 MESZ. NACHTRAG: knapp 7 Stunden nach Ankündigung der Kampagne schon 200'000$ im Sack. NACHTRAG 2: ein paar Kommentare von Astronomen. NACHTRAG 3: mehr Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links]
Soyuz TMA-09M ist pünktlich an der ISS eingetroffen, nach einer nur 5 Stunden und 39 Minuten langen Anreise – noch schnell ging das noch nie: ein ESA Release (buntere Fassung), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Live-Blog. [12:55 MESZ]
“Der schnellste Supercomputer der Welt für Astronomie”
ist kürzlich in Japan in Betrieb gegangen: Das “XC30 System” von Cray Japan wird vom Center for Computational Astrophysics des National Astronomical Observatory betrieben und erreicht 502 TeraFlops Rechenleistung. Über High-Speed-Leitungen steht es Astronomen im ganzen Land zur Verfügung, die dort detaillierte numerische Simulationen kosmischer Objekte und ihrer Entwicklung durchführen werden. [12:40 MESZ]
Knapp 23 Jahre nach der ersten Begegnung stand dieser Blogger heute zum ersten Mal wieder dem Gemälde “Vädersolstavlan” – Schwedisch für “das Nebensonnen-Gemälde” – gegenüber, das zum Pflichtprogramm für Himmelsfreunde auf Stockholm-Besuch gehört: Nach wie vor gilt es als Darstellung einer spektakulären Halo-Erscheinung über Stockholm im Jahre 1535 und auch früheste Ansicht der Stadt überhaupt. Aber eine kleine Informationstafel gibt darüber Auskunft, dass zwischenzeitlich bei Restaurierungsarbeiten 1998-99 die überraschende Erkenntnis gewonnen wurde, dass es sich gar nicht um das Original aus der Zeit handelt! Die Baumringe im Holz, auf das gemalt wurde, datieren das Gemälde vielmehr in die 1630-er Jahre, der jüngste Ring ist von 1618. Inzwischen steht wohl fest, dass der Hofmaler Jacob Heinrich Elbfas 1636 den Auftrag zur Erneuerung des – verschollenen – Originals allzu wörtlich nahm und es einfach nachmalte, wenn auch sehr akkurat. Wie auch immer: Das Bild hängt nun wieder in der Storkyrkan (unten) gleich vis-a-vis dem Stockholmer Schloss. Direkt rechts vom Eingang und damit praktischerweise auch während Gottesdiensten zugänglich, aber leider auch sehr schlecht beleuchtet und für eine eingehende Inspektion der optischen Phänomene unpraktisch hoch.
RT @AAVSO: astronomers announce discovery of the most massive pulsating hydrogen-atmosphere white dwarf ever discovered, GD 518. http://t.c… From 5 hours ago
RT @KeckObservatory: Dr. Ian McLean's recent Astronomy Talk is now a Cosmic Video on our website. Watch this recent talk on the story... ht… From 5 hours ago
RT @interstellarum: Die Himmelsscheibe von Nebra gehört jetzt zum "Memory of the World", d.h. dem Weltdokumentenerbe der UNESCO: http://t.c… From 7 hours ago
All in one image (no HDR - and not even a tripod): the Moon with the "Goldener Henkel" (= Sinus Iridum) - and Saturn. http://t.co/H1YKyPi1wm From 9 hours ago