Archiv für die Kategorie ‘Uncategorized’

Allgemeines Live-Blog ab dem 15. April 2014

15. April 2014

17. April

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Ein Radar-Blick von Sentinel-1A auf die antarktische Halbinsel am 13. April mit 80 km breitem Streifen: die ersten Daten für Copernicus, das große europäische Umwelt-Überwachungs-Programm. Auch der gestrige Start von EgyptSat-2, ebenfalls ein Umweltsatellit, auf einer Soyuz-U, die Verfügbarkeit der Höhenkarte der Welt von TerraSAR & TandemX gegen Bares, der nun für Freitag geplante Dragon-Start (um 21:25 MESZ), die Übernahme der historischen Startrampe 39A durch Space X (mehr Links) – und wie A. Gerst den Deutschen verkauft wird. [0:50 MESZ]


16. April

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Relativzahl um 150: Die Sonne zeigt sich auch mal aktiv

Fast wie in alten Tagen gibt sich derzeit die Sonnenaktivität im weißen Licht, für den SDO heute Morgen (oben) ebenso wie für kleines Gerät am Nachmittag. Und am Abend gab’s einen M-Flare. Auch der Mars vorgestern hier, hier und hier, der Edgar Wilson Award für Amateur-Kometen 2013, weitere Fortschritte (mehr und mehr) bei der Feuerkugel-Erfassung durch jedermann in den USA, angebliche Mikro-Ichnofossilien in Impaktglas aus dem Nördlinger Ries, speckle-interferometrische Untersuchungen an Doppelsternen – und ein Paper, ein Press Release und ein Video zur automatischen Klassifizierung kosmischer Röntgenquellen. [23:40 MESZ]

Wiederinbetriebnahme von Rosetta nähert sich dem Ende

Die langwierige Prozedur des Recommissionings der Rosetta-Instrumente sollte Ende April abgeschlossen sein: u.a. wurde kürzlich der Staubanalysator COSIMA getestet (über den dieser Blogger einst mehrere Pressetexte verfasste; das andere Staub-Instrument MIDAS war zuerst erwacht), und die Kamera CIVA auf Philae fotografierte Rosettas Solarzellen. Auch die Geschichte der Umplanung der Mission zu einem anderen Kometen, der aktuelle Zustand und die Aktivitäten von Curiosity – und eine Diskussion über die mögliche Reaktivierung der Sonde ISEE-3. [23:20 MESZ]


15. April

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Und das war die erste totale Mondfinsternis des Jahres!

Impressionen vom Austritt des Mondes aus dem Kernschatten aus Los Angeles (oben und unten) und Arizona. Beide Übertragungen laufen noch. Auch Serien der 1. Partialität aus der Karibik, aus Florida und aus Venezuela. [10:30 MESZ] Der Kernschatten soll eher dunkel ausgefallen sein. Und ein Bild mit Spica & Mars – während dem LRO wohl nichts passiert ist. [10:45 MESZ] Und dieser Aussage kann man sich nur anschließen: Der Idioten-Ausdruck durchgeknallter Weltuntergangs-Spinner (s.u.) hat leider in Medien und unter Amateurastronomen rege Verbreitung gefunden – schämt Euch! [10:55 MESZ] Und die Totalität aus Australien in der Abenddämmerung. [11:00 MESZ] In San Pedro de Atacama in Chile gibt X. Jubier der Totalität einen – hellen – Danjon-Wert von 4. [11:15 MESZ] Die Arizona-Bilder als Serie montiert – und eine Bildersammlung. [11:25 MESZ] Der LRO kam gut durch, plus weitere Bilder aus Chile. [11:40 MESZ] Neben dem LRO hat auch LADEE die MoFi überstanden! Auch Bilderalben aus San Diego und Australien, ein Weitwinkel- und ein Extrem-Weitwinkel-Blick (Detail), noch mehr Bilder, 3 1/2 Stunden Aufzeichnung eines Webcasts, mäßig erhellende Artikel hier und hier – und ein ‘public viewing’ in Bonn. [17:25 MESZ] Mehr MoFi aus Australien (dito und dito), dem Yoshua Tree NP und Illinois, ein hektisches Zeitraffer-Video und weitere Bildergalerien hier, hier und – na ja – hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Serien aus Tucson und Texas, die MoFi über The Dish in Australien und eine Weitwinkel-Ansicht und mehr aus Chile]

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Die Mitte der Totalität der Mofi ist erreicht! Und eine Kamera auf dem Mt. Lemmon in Arizona liefert jede Minute ein neues scharfes Bild – auch ein Webcast vom Griffith Observatory aus Los Angeles, CA, liefert ein Live-Bild, trotz Cirren-Problemen – das z.Z. auch NASA TV und ein NASA-Webcast übernehmen. [9:55 MESZ] Ein Tele-, ein mittel-großes und ein Weitwinkel-Bild. [10:10 MESZ]

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Das Ende – der Totalität – ist nahe: Im inzwischen wieder klaren Griffith-Webcast wie im (anders orientierten) Arizona-Bilder-Feed wird es an einem Mondrand schon wieder deutlich heller. [10:15 MESZ]

78 Minuten totale Mondfinsternis – für Europa nur virtuell

Nachdem der Dragon-Start zur ISS wegen eines Helium-Lecks auf frühestens den 18.4. verschoben werden musste (mehr, mehr mehr, mehr und mehr Links), steht derlei bei der totalen Mondfinsternis heute Vormittag nicht zu befürchten: Von 9:07 bis 10:25 MESZ ist Totalität angesagt, von 7:58 bis 11:33 MESZ dauert die partielle Phase. Was zur Folge hat, dass die MoFi ganz nur in den Amerikas und im Pazifik zu sehen ist aber in Europa gar nicht: Da helfen nur die von der NASA oder hier, hier oder hier sowie in einigen der Artikel der letzten Wochen und Tage wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier angekündigten Webcasts, die man der Wetterlage nach auch im Osten der USA gebrauchen könnte. Leider gibt es heute wohl kein schönes Himmelsschauspiel mehr ohne zugehörigen Schwachsinn, der aber hier, hier, hier, hier und hier erledigt wird. [1:00 MESZ]

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Entsteht hier gerade ein neuer Saturnmond? Diese Cassini-Aufnahme einer 1200 km langen Störung am Außenrand des A-Rings von vor exakt einem Jahr kann jedenfalls so interpretiert werden, dass sie ein nur ~1 km großer und daher unsichtbarer verursacht hat. Auch der Verzicht auf eine Kurskorrektur der Mars Orbiter Mission, ein erfolgreicher Test des Lander-Abstoßsystems von Philae – und ein Crowdfunding-Versuch, auf dass doch noch mit ISEE-3 kommuniziert werden kann. [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: ein QMUL Release, Artikel hier & hier und mehr Links zum Saturn-Ding]

April-Alpha-Capricorniden? Wenn, dann extrem selten da

Die “detection a new meteor shower radiating from near the star alpha Cap between 2014 Apr. 7d16h59m and 7d19h33m UT” hatte das Electronic Telegram No. 3853 des IAU-CBAT am 12. April gemeldet, “first noticed by SonotaCo Video Meteor Network member Masayuki Shimoda” – wobei die Double-Station-Beobachtungen allerdings gerade einmal 15 Meteore (von 73) dem angeblichen neuen Radianten R.A. = 304.0±3.4°, Decl. = -12.6±1.6° (equinox 2000.0) zuschreiben konnten und an den Tagen davor und danach nicht einen (von 171 Meteoren). Da von dort zu dem Zeitpunkt 2011 und 2012 nie etwas gekommen sei, müsse es sich um einen nur periodisch auftretenden Meteorstrom handeln. In der Tat findet sich, wie gerade bekannt wurde, auch im Radianten-Katalog des IMO-Netzes von 1999 bis 2012 “keine Spur” von Aktivität, dito beim Kamera-Netzwerk EDMONT: “Wir können also bestätigen, dass es sich vermutlich um ein one-time-Event handelt”, so Sirko Molau. [1:00 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 9. bis 13. April 2014

9. April 2014

13. April

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Ferner Kometen-Staubschweif von Magnetfeld geformt

Da lernt und lehrt man seit Jahrzehnten, dass der Sonnenwind den Plasmaschweif eines Kometen formt und der Strahlungsdruck der Sonne den Staubschweif – aber ausgerechnet beim berühmten Kometen Hale-Bopp scheint das anders gewesen zu sein, wenn auch erst ein Jahrzehnt nach seiner Sonnennähe! IR-Bilder des Spitzer Space Telescope zeigten auch 2005 und 2008 noch einen Staubschweif, als der Komet schon 22 bzw. 27 au von der Sonne entfernt war – und ihre Vermessung hat jetzt ergeben, dass nicht das Spiel von Schwerkraft und Strahlungsdruck für dessen Form verantwortlich war, sondern die Lorentzkraft des interplanetaren Magnetfelds auf die vom Sonnenwind elektrisch aufgeladenen Staubteilchen (oben der 2005-er Schweif mit diversen Lorentz-Modellen). Dieser Effekt tritt erst in sehr großem Sonnenabstand in Erscheinung; die 2008-er Hale-Bopp-Bilder dokumentieren immerhin die sonnenfernste Kometenaktivität überhaupt.

In anderen Kometen-News P/2010 V1 (Ikeya-Murakami) als Mini-Holmes-artiger Ausbruch interpretiert und die aktuellen Kometen Jacques heute und am 9.4., PANSTARRS gestern und vorgestern, LINEAR vorgestern (mit einem Disconnection Event) und am 8.4. (mit Schweif-Strahlen) und Lovejoy vorgestern. Und ansonsten Venus bei Neptun heute, der Mars gestern, vorgestern (dito, dito und dito), am 10. April (dito und dito), am 9.4. (dito) und aus Australien, der Saturn vorgestern, ein Vesta-Webcast, die nächste Sternbedeckung durch Chariklo, Juwelen aus Mars-Meteoriten als Event (mehr und mehr), die ISS vor dem Mond, die Standort-Suche für den Cherenkov Telescope Array (mehr und mehr), eine Nacht auf dem Kitt Peak, eine angebliche Zunahme und atmosphärische Beziehungen von NLCs [NACHTRAG: erst Tage später Letzteres auch als Text] – und im Komplex von Lichtverschmutzung interessant leuchtende Straßen in NL und Hass auf LED-Laternen in D. [22:30 MESZ - Ende]


12. April

Ungeplante ISS-EVA soll defekten Backup-Rechner ersetzen

Der Ausfall eines Back-Up-Computers außen auf der Raumstation, der wohl hinüber ist, erzwingt einen ungeplanten Ausstieg, um den Rechner zu ersetzen, aber die Startvorbereitungen für den nächsten Dragon am 14.4. um 22:58 MESZ laufen vorerst weiter: Artikel hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links und Diskussion – und wenn der Dragon denn fliegt, dann hat er u.a. dies, dies und dies dabei. Auch der ISS-Führerschein für, noch ein Interview mit und eine Umfrage mit Bezug zu A. Gerst, ein kommendes Zwillings-Experiment auf und ein wunderlicher Kirschbaum (mehr) von der ISS, doch kaum Probleme mit DMSP-19, was Curiosity so treibt, ein Aufruf von Cassini, die letzte Missionsphase zu taufen – und LADEE flog bereits 3 km tief über der Mondoberfläche! [21:20 MESZ. NACHTRAG: Das allerletzte Bahnmanöver wurde jetzt durchgeführt. Und Details zu den ISS-Problemen: Um 18:00 MESZ wird man erfahren, ob der Dragon fliegt. NACHTRAG 2: Der Dragon darf am 14.4. starten, während die ISS-EVA zur Reparatur frühestens eine Woche später kommt. NACHTRAG 3: Zum Start des Dragon und seiner Nutzlast ein NASA Release, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]


11. April

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Gestriger Start einer Atlas V mit einer geheimen Nutzlast des NRO, dafür aber schön anzuschauen: eine Kurzfassung des ULA-Webcasts, aus dem obiges Bild ein Screenshot ist; echte Bilder hat’s hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie einen ULA Release und Artikel hier, hier, hier und hier. Und der erste israelische Start in 4 Jahren (mehr und mehr, eine Video-Collage und mehr Links), weitere Details zum Zwischenfall mit Sentinel 1, ein neues Bild vom Mars Express, ein Video von einem Fallschirm-Test für künftige Marslandungen, war man über den Status von Change’e-3 & Yutu weiß, eine Großspende für einen Bewerber zum GLXP, der Beginn der Montage von OSIRIS-REx, ein Instrument auf Philae vor dem Erwachen, Fortschritte bei der Asteroid Redirect Mission und dem SLS – und Pilze auf der ISS. [0:55 MESZ] Mehr Artikel hier, hier und hier und mehr Links zur Atlas und ein Nachzügler zu OSIRIS. [13:45 MESZ. NACHTRAG: geht auch noch später]


10. April

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Astrometrie mit Hubble auf 40 Mikrobogensekunden genau

ist mit einem cleveren Trick möglich, der jetzt tatsächlich ausprobiert worden ist: Während der Belichtung der Zielsterne (links: um den Cepheiden SY Aurigae; Digital Sky Survey) mit der Kamera WFC3 wird das Teleskop gleichmäßig gedreht, so dass sie über tausende Pixel verschmiert werden (Mitte; rechts ein Ausschitt). Dadurch lassen sich die relativen Positionen der Sterne in einer Dimension auf ein tausendstel Pixel genau bestimmen, was 40 µas entspricht und in den Präzisionsbereich von Very Long Baseline Interferometry – die natürlich nur bei radiohellen Quellen funktioniert – und dem Satelliten Gaia vorstößt, der allerdings nur schwache Sterne astrometrieren können wird. Die neue Betriebsart von Hubble stößt genau in eine wichtige Lücke: Mit ihr werden sich die Parallaxen von Cepheiden – die ja gerade durch ihre Helligkeit hervorstechen – in der Milchstraße bis in 5 kpc Entfernung ermitteln und ihr Perioden-Helligkeits-Gesetz noch besser eichen lassen. Und das verspricht wiederum, zusammen mit anderen Daten, eine Hubble-Konstante auf 1% genau – was wiederum wesentlich ist, um der physikalischen Natur der Dunklen Energie auf die Schliche zu kommen. Und all das, weil Hubble einmal nicht mit seinen Fine Guidance Sensors supergenau ausgerichtet wird, sondern Sternstrichspuren gucken darf. [23:25 MESZ]

A supernova remnant about 24,000 light years from Earth.

Der Supernovarest G352.7-0.1 von Röntgen bis Radio: Es handelt sich um einen Mixed-Morphology SNR, der bei seiner Expansion viel interstellares Material – 45 Sonnenmassen – aufgefegt hat, dessen Röntgenemission aber trotzdem von den originalen Ejekta der Explosion vor ~2200 Jahren dominiert wird. Auch ein Stern, der neben einer Supernova überlebte, die den SNR DEM L241 hinterließ, der Zentralstern des Stingray Nebula, neue Untersuchungen an “Sakurais Objekt” in schneller Entwicklung – und eine Methode zur Vorhersage, wieviele neue Sterne sich in einer Molekülwolke bilden werden. [22:55 MESZ]

Eine ernsthafte Alternativ-Deutung für die BICEP2-Daten

der Polarisation der Kosmischen Hintergrundstrahlung (siehe ISAN 209-5) könnte dieses Paper anbieten, eines von unzähligen, die sich bereits mit den Daten und ihrer Interpretation auseinander setzen: Danach wäre das Curl-Muster der Polarisation ein bislang übersehener Vordergrund-Effekt durch Emission alter Supernova-Reste. Diese Hypothese lässt sich testen, sobald von Planck entsprechende Messungen bei verschiedenen Wellenlängen vorliegen. Auch weitere Artikel zum BICEP2-Komplex hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:55 MESZ]


9. April

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Der außergewöhnlich kugelsymmetrische Planetarische Nebel Abell 33 auf einem FORS-Bild des VLT – leider durch einen Vordergrundstern ‘verziert’. Auch die erfolgreiche Reparatur in Arecibo nach dem Erdbeben, die Kometen PANSTARRS gestern und Lovejoy vorgestern, ein Riesen-Impakt vor 3.3 Mrd. Jahren, ein neuer Platz für eine sächsische Tunguska-Ausstellung im Sauerland, wo auch gerade eine neue Mond-Ausstellung eröffnet – und der opponierende Mars gestern (dito) und auch früher. [23:55 MESZ]

Alle 4 Instrumente sind nun ins “Herz” des JWST eingebaut

Mit der Integration des Near-Infrared Spectrographs am 24. März und kurz zuvor der Near Infrared Camera in das Integrated Science Instrument Module sind nun alle vier Nutzlasten für den großen IR-Satelliten der NASA installiert. Nach ausgiebiegen Tests wird dieses ISIM Ende 2015 mit der Optik vereinigt; der Start bleibt weiter für 2018 geplant: Press Releases hier, hier und hier. Auch Cassini-Erkenntnisse über das Saturn-Hexagon, die Mars Orbiter Mission auf halbem Weg zum Ziel, die Aktivitäten von Curiosity, die sauberen Solarzellen von Opportunity, neue Erkenntnisse über Gusev, wo einst Spirit fuhr (doch in einem Ex-See?), noch keine neuen Signale von Change-3 oder Yutu, das baldige Ende von LADEE, der weitere Verlauf von Rosettas Mission, ein Kollisions-Vermeidungs-Manöver für Sentinel 1 kaum nach Erreichen des Orbits, ein neuer Progress auf dem Weg zur ISS (Ankunft gegen 23:20 MESZ) – und das Ergebnis einer Weltraum-Auktion. [22:30 MESZ] Schon um 23:14 MESZ hat der Progress angedockt: Bilder vom Anflug hier, hier und hier. [23:20 MESZ] Und ein NASA-FB-Posting und ein Artikel zur Ankunft – plus eine Beobachtung am Himmel. [23:30 MESZ. NACHTRÄGE: weitere Artikel hier und hier und mehr Links]

gpi

Den Planeten von Beta Pictoris in nur 60 Sekunden aufnehmen konnte der neue Gemini Planet Imager (“So sieht der Gemini Planet Imager …) schon bei seinen ersten Tests Ende 2013, es ist der fette isolierte Punkt auf 5 Uhr: Das Instrument ist für den Nachweis schwacher Punktquellen neben hellen in jeder Weise optimiert und schafft 10-mal höheren Konstrast als andere Systeme. Beta Pic b sehen zwar inzwischen einige Teleskope wie neulich erst Magellan erstmals bei < 1 µm, aber keins so leicht; die Bahn des Planeten ist nun besser denn je bekannt. Sie hat eine große Halbachse von 9 au und eine Periode von 20 Jahren; den größten Winkelabstand vom Stern hat der Planet (s.a. ISAN 112-7) gerade hinter sich. Mit dem GPI sollen nun ab diesem Jahr 600 nahe Sterne auf Planeten abgesucht werden. [2:05 MESZ]

Wird Jacques im Juli zu einem Kometen der 1.-3. Größe?

In den letzten Tagen wurde die brasilianische Amateurentdeckung C/2014 E2 (Jacques; ein Bild von gestern) auf etwa 10.0 mag. oder sogar etwas heller geschätzt – und gemäß einer Standardformel für die Helligkeit sollten es bis zum Maximum Anfang Juli noch 9 Größenklassen mehr als jetzt werden: Wenn der Komet durchhält, sollte es durchaus für’s bloße Auge reichen. Für Mitteleuropa steht der Komet derzeit mit dem Ende der Dämmerung keine 20° hoch, und die Sichtbedingungen verschlechtern sich im Mai bis zur Unsichtbarkeit. Aber Mitte Juli sollte Jacques wieder erscheinen, dann am Morgenhimmel 10° hoch und im Idealfall noch mit 2. Größe – und Anfang August mit vielleicht noch 3. Größe sogar 20° und mehr hoch, bevor die Dämmerung beginnt. Im weiteren Verlauf des August ist Jacques dann die ganze Nacht zu sehen, während er zwischen Abend- und Morgendämmerung von 30° auf 70° steigt und noch 5. Größe haben könnte. Auch ein gestriger LONEOS mit langem Plasmaschweif – und der Mars in Opposition scharf aufgenommen gestern (dito), vorgestern (auch ein Rohvideo plus Summenbild) und am 4. April. [1:25 MESZ]

titanduenen

Dünen auf dem Saturnmond Titan von Cassinis Radar im letzten Juli aufgenommen: mechanisch bestimmten irdischen Sanddünen durchausähnlich, chemisch freilich überhaupt nicht. Auch ein möglicher neuer Saturn-Mond im Ringsystem, ein kurioses Panorama aus aktuellen Curiosity-Bildern, ein per HiWish bestelltes MRO-Bild, die kommende MoFi auch für den LRO, der Rover Yutu vor dem nächsten Mondtag – und PMn von DWD und DLR zum neuen Copernicus-Programm mit den Sentinel-Satelliten. [1:05 MESZ]

Grissoms versunkene / geborgene Kapsel kommt nach Bonn

So viel Drama umgibt nur wenige Vehikel in der Geschichte der bemannten Raumfahrt: 1961 trug sie Gus Grissom als 2. Amerikaner – suborbital – in den Weltraum, versank dann unter nie geklärten Umständen im Meer (während der Passagier zwar gerettet wurde aber 1967 in Apollo 1 starb), um 1999 aufwändig geborgen zu werden. Seither befindet sich die “Liberty Bell 7″ in einem Museum in Kansas – und kürzlich ist es der Bundeskunsthalle gelungen, sie als Ausstellungsstück für eine große und (was die Exponate betrifft) ziemlich geheimnisvolle Weltraum-Ausstellung ab diesem Oktober an Land zu ziehen: Zusammen mit weiteren seltenen Stücken aus Kansas wird sie im August ihre Reise nach Bonn per Schiff antreten. [1:00 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 7. April 2014

5. April 2014

7. April

esobo

Eine Feuerkugel über den ALMA-Radioteleskopen in Chile, aufgenommen während mehrwöchiger Ultra-HighDef-Dreharbeiten. Derweil ist die norwegische Fallschirmspringer-Meteoriten-Story praktisch tot, nachdem sich deren Kronzeuge der Stein-kam-aus-dem-Schirm-Erklärung (s.a. hier, hier und hier) de facto angeschlossen hat: Man glaubt gar nicht, was alles in Fallschirmen stecken kann … Und der 5000. NEO-Fund der CSS, bald ‘bending metal’ bei Deep Space Industries (“Letter from the Chair”), die kühne Prognose eines Kometen-Profis, Jacques könnte der Komet des Jahres werden, C/2012 K1 (PANSTARRS) gestern (dito & dito) und am 4.4., die indische ISON-Kampagne, der Mars dieses Jahr in Opposition und vorgestern, Polarlicht bei einem Transatlantikflug bewegt und still, die Nova Cygni etwas heller und im UV, die SN 2014ai, Astronomischer Tourismus in Indien (größer), Links zu Outreach-Material – und Vorboten des IYL. [23:55 MESZ - Ende]

Fand Cassini “schmutziges Geheimnis der Planetenringe”?

Mit solch drastischen Worten bedenkt Burns (Nature 508 [3.4.2014] 48-49) die nicht erfolgte Entdeckung vieler sogenannter Schäferhundmonde durch die Raumsonde Cassini in den bald zehn Jahren, in denen sie immer wieder Saturnringe im Detail aufnehmen konnte: Weder im filigran strukturierten C-Ring wie der Cassini-Teilung waren dabei neue sogenannte Schäferhund-Monde zu entdecken, die nach der Sichtweise seit den Voyager-Vorbeiflügen maßgeblich für die Entstehung und Stabilisierung dünner Ringstrukturen im Sonnensystem verantwortlich sind und dementsprechend auch für die Ringe des Zentauren Chariklo (“Hinweise auf zwei Ringe des Zentauren …”) postuliert wurden. Konkret gesehen wurden derartige Schäferhunde bisher nur bei Saturns F-Ring, der Encke-Teilung seines A-Rings und beim Epsilon-Ring des Uranus – aber anderswo im Saturnring eben nicht, und da die Massen solcher Begleitmonde ähnlich der des zu ‘behütenden’ Ringmaterials sein müssen, hätte sie Cassini eigentlich sehen müssen. Burns spricht vage von “fehlender Physik” bei der vollständigen Beschreibung der planetaren Ringsysteme – und hofft, dass gerade kleine und einfache Ringe wie nun bei Chariklo gefunden den Weg weisen könnten. [22:25 MESZ]

Die postulierte Super-Erde in der inneren Oort-Wolke kann es nicht geben, stellt ein italienischer Gravitations-Spezialist in einem knappen Paper fest: Die könnte vielleicht die Bahnverteilung von Sedna, 2012 VP113 & Co. erklären (s.a. ISAN 210-6), würde aber auch zu abnormen Periheldrehungen einiger Planeten führen – und die gibt es nicht. Schon jetzt kann man sagen, dass jedweder Planet mit 2 Erdmassen mindestens 500 au und jeder mit 15 Erdmassen mindestens 1000 au weit weg sein müsste. Und Astrometrie von New Horizons im Kuipergürtel verspricht noch viel schärfere Limits. [22:15 MESZ]


6. April

Jede Menge “Rocketcams” verfolgten den Sentinel-Start von der Rakete aus – ein Zusammenschnitt der ungewöhnlich guten Bilder in einem 5-Minuten-Video. Auch pretty pictures vom Start selbst, Asteroidensuche in Spitzer-Daten mit dem Moving Object Search Tool – und jede Menge Energie und schöne Aussichten aber weiter finanzielle Bedrängnis für den Rover Opportunity, der seit bald 10 1/4 Jahren auf dem Mars unterwegs ist. [23:55 MESZ]

Eine neuartige Datierung der Anfänge von Erde und Mond

schlagen Jacobsen & al. (Nature 508 [3.4.2014] 84-7) vor, unter der Annahme der populären Vorstellung, dass die Erde am Ende ihrer Akkretion von mehreren Mars-großen Brocken und danach noch etwas Kleinkram getroffen wurde (Chambers, ibid. 51-2): Sie sind bei umfangreichen Simulationsrechnungen auf eine deutliche inverse Korrelation zwischen dem Zeitpunkt des letzten Mega-Einschlags und der Menge der Restakkretion danach gestoßen. Der letzte große Einschlag schuf nicht nur nach allgemeiner Auffassung den Mond sondern ließ auch sämtliche siderophilen (eisenliebenden) Metalle wie Iridium und Platin im Erdkern verschwinden: Was wir heute an der Oberfläche finden, verdanken wir eben jener späteren Akkretion. Eingesetzt in die per Modellrechnung gefundene Korrelation ergibt sich, dass die Mondentstehung 100±40 Mio. Jahre nach der Entstehung des Sonnensystems vor 4.567 Mrd. Jahren – was sich aus der radioaktiven Datierung von Meteoriten ergibt – erfolgt sein sollte, auf jedenfall aber frühestens 40 Mio. Jahre danach: auch eine PM aus Bayreuth, ein SwRI PR und Artikel hier und hier. [23:45 MESZ]


5. April

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So fuhr der Mars-Rover Curiosity durch die “Dingo Gap”: Ausnehmend klare Reifenspuren im Sand hat hier die Kamera auf dem MRO abgelichtet. Auch der aktuelle Status des Rovers (mehr), ein kurioses Bild von Opportunity, die Auswahl der Landestelle für ExoMars (mehr und mehr), alte vulkanische Explosionen auf dem Merkur, das baldige Missionsende von LADEE am 21. April (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), wie sich die ESA die Oberfläche eines Kometen vorstellt, Fortschritte bei Gaia, die Bewertung der NASA-Astrophysik-Missionen [NACHTRAG: mehr Details zu dieser periodischen Senior Review], Indiens Astrosat für 2015, die DZZ-HR-Mission, die ersten Erdbilder von UrtheCast – und das amerikanisch-russische Verhältnis in der Raumfahrt. [23:55 MESZ]

Schwerefeld untermauert Ozean im Inneren von Enceladus

Dass es im Inneren des Saturnmonds flüssiges Wasser geben muss, um seine südpolaren Fontänen zu erklären, ist seit vier Jahren praktisch sicher (“Die überzeugendsten Indizien für flüssiges Wasser im Inneren von Enceladus”), und nun hat Cassini auch einen relativ direkten Hinweis geliefert: Das Schwerefeld des 500-km-Mondes lässt sich am besten erklären, wenn es in der südlichen Polregionen eine etwa 10 km dicke Schicht flüssigen Wassers gibt, unter 30 bis 40 km Krusteneis allerdings (Iess & al., Science 344 [4.4.2014] 78-80). Leider kann Cassini nur entweder Beobachtungen mit seinen Instrumenten machen oder über den Dopplereffekt am Funkträger höhere Schwerefeld-Komponenten vermessen, so dass nur 3 der 19 engen Enceladus-Besuche für letzteres benutzt werden konnten. Bis zum Ende der Mission in 3 Jahren wird es keine zusätzlichen Möglichkeiten geben (Kerr, ibid. 17), und da auch eine Sondenmission zu Enceladus utopisch erscheint, sind leider nun Jahrzehnte lang keine neuen Erkenntnisse über den Enceladus-Ozean zu erwarten: auch Press Releases hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:45 MESZ]

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Bilder von Sentinel-1 im Orbit gibt es reichlich: sein Aussetzen von der Fregat-Oberstufe aus gefilmt – und das Entfalten der Sonnensegel von ihm selbst aufgenommen. Auch Starts einer Atlas V mit DMSP-19 (ein Video und ein Bild, Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links) und eines PSLV mit IRNSS-1B (Artikel hier, hier, hier und hier) – und bald kann auch wieder am Cape gestartet werden. [3:45 MESZ] Mehr Links dazu sowie zum Starterfolg des PSLV. [22:15 MESZ. NACHTRAG: Ärger mit DMSP-19]

Konkurrenz kurz vor Widerlegung von Alpha Cen’s Planet

Seit der lautstarken Verkündigung der ESO (“Intermezzo: Planet mit einer Erdmasse ganz nahe bei Alpha Centauri B gefunden …”) wartet man auf das Urteil einer amerikanischen Gruppe, die ebenfalls energische Messungen der Radialgeschwindigkeit des Sterns vornimmt – in ihrem neuesten Zwischenbericht ist weiter kein Signal zu finden, und bald wird man wissen, wo der Planet doch nur Einbildung war. Auch der Mars am 4.4. und am 3.4., die Kometen LONEOS am 4.4., PANSTARRS am 4.4. (dito) und 3.4. und Jacques am 2.4. (dito), angeblich mehr kleine Impakte, wachsende Zweifel (mehr, eine Abwägung und ein Witzchen) an der Story mit Fallschirmspringer & ‘Meteorit’ (die die FAZ locker schluckt), ein Knall in Stendal, eine LOFAR-Station für Hamburg [NACHTRAG: auch eine PM aus Bielefeld - gibt's wirklich - dazu], die ESO sprengt im Juni einen Berg für das E-ELT – und eine leider unvollständige Liste der größten Amateurteleskope. [3:20 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 28. März bis 3. April

28. März 2014

3. April

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Erfolgreicher Soyuz-Start des ersten Sentinel-Satelliten um 23:02 MESZ: weitere Screenshots aus dem Webcast von Arianespace hier, hier, hier, hier und hier, ein ESA Release und ein Artikel über den Start dieses 1. Satelliten einer ganzen Flotte. [23:55 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: ein Arianespace Release, weitere coole Screenshots hier, hier und hier, die Zeit der AoS, von der Fregat auch Signale, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

Chariklo – und seine Ringe – bedecken schon wieder Stern!

Schon am 29. des Monats wird der Zentaur mit seinem Ringsstem wieder einen Stern 12. Größe bedecken, diesmal für Südafrika. Auch die Eliminierung eines lästigen Asteroiden aus der “Risk”-Tabelle, der Mechanismus der Bodenbildung auf Kleinplaneten, ein neues fettes Objekt im Kuiper-Gürtel (mit 700 bis 1000 km Durchmesser), die Kometen Jacques am 1.4. und 31.3. und PANSTARRS, LONEOS, Lovejoy und Schwassmann-Wachmann gestern sowie der neue Komet Hill, eine angebliche Beobachtung eines Meteoriten im Flug durch einen Fallschirmspringer, der Mars extrem scharf gestern (mehr), am 31.3. und den ganzen März hindurch und Jupiter am 31.3. und 21.3. sowie Mitte März kartiert. Mal wieder ein Aurora-’Alarm’ nach einem weiteren M-Flare gestern, und die Nova Cygni 2014 (mehr und mehr) und rasch verblassende Nova Scorpii 2014 (mehr) sind beide seit gestern offiziell. Und ein beeindruckendes grünes Segment an der Sonne – während die ESO-Teleskope keinen Schaden nahmen, als die Erde vor Chiles Küste bebte. [23:45 MESZ]


2. April

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Eine Plasmablase verlässt die Sonne am 26. März, gesehen vom SDO im EUV. Auch was die späteren Flares bewirken könnten (nicht viel), das abnorme Betragen von CMEs im laufenden Zyklus, eine weitere Missions-Verlängerung von AGILE, wie Rosetta den Kometen sieht, wie Dawn zu Ceres reist, wie schwierig der Nachweis aktiver Venus-Vulkane wirklich ist, wie es mit Sentinel 1A voran geht (früher, mehr & Bilder), kommende Starts für einen DMSP und die CYGNSS-Nanosatelliten (mehr) – und ein dringender Aufruf an potentielle neue Partner für SOFIA, gerne auch nächteweise zu nutzen … [3:40 MESZ]


1. April

Gestern Abend: Feuerkugel -10. Größe über Deutschland!

Auch wenn in der Nacht im Prinzip der Reentry eines größeren Stücks Raumschrott erwartet wurde: Was zahlreiche Beobachter v.a. in Deutschland gestern gegen 22:34 MESZ über den Himmel ziehen sahen – mehrere Berichtesammlungen hier (mit Allsky-Video-Summenbildern!), hier und hier, ein besonders detailreicher Bericht und Medienmeldungen hier, hier und hier – war nach Ansicht von Satelliten-Experten, die dieses Blog kontaktierte, eine langsame aber natürliche Feuerkugel: zu schnell für den Wiedereintritt von etwas, das orbitale Geschwindigkeit hatte, und für Mitteleuropa gab es auch keinen Reentry-Kandidaten, der passen würde. [0:35 MESZ] Das soll ein Foto der Feuerkugel sein – real aufgespalten oder optisches Artefakt? [1:15 MESZ] Ein unergiebiges Video, aber vielleicht zur Bahnbestimmung geeignet? [1:40 MESZ] Zehn Stunden später ein paar weitere Berichte in den oben verlinkten Sammlungen sowie hier, hier, hier und hier sowie ein paar Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier – in Europa fehlt gleichwohl eine systematische Erfassung aktueller Feuerkugeln. [11:10 MESZ] Mal wieder die übliche DPA-Story ohne klare Entscheidung zwischen Meteor und Reentry – dabei … siehe oben. [12:20 MESZ] Und obwohl das Allsky-Video einen Reentry ausschließt, wird ein solcher hier propagiert: Da kann man nur noch … [16:30 MESZ]

Die Allsky-Filme des Europäischen Feuerkugel-Netzes sind bereits auf dem Weg zum Auswerter, da praktischerweise direkt auf die Nacht ein Monatswechsel folgte: Bald sollte es eine gute Bahn des Meteors geben. Schon mal eine erste grobe Analyse aus anderen Daten durch das ERFM: Die leuchtende Spur war über 600 km lang, mit einem Ende aber schon in 30 km Höhe – leider zu hoch für einen Meteoritenfall. Das Meteoroid war fast schon ein Earthgrazer, mit 32 Sekunden Leuchtdauer, über 20 km/s Geschwindigkeit und ca. 5° Einfallwinkel: Dies sind allerdings alles nur grobe Werte, weil der Anfang noch nicht klar ist, doch auf jeden Fall kam es ungefähr aus Richtung nord-östlich Paris. [18:30 MESZ] Und nochmal die Argumente, warum es kein Reentry sein konnte. [18:55 MESZ] Aber “alle paar Wochen” kommt solch eine Feuerkugel natürlich auch nicht vorbei … [20:00 MESZ. NACHTRAG: ... wobei der Zitierte gegenüber diesem Blog betont, das habe er global gemeint - dann stimmt's ja auch] Durch Initiative dieses Bloggers hat dieser Artikel jedenfalls noch die Kurve gekriegt. [22:00 MESZ] Was diesem Werk – erfundener Spionage-Satellit inklusive – leider nicht zuteil wurde. [23:05 MESZ. NACHTRÄGE: was für diesen Trash erst recht gilt - aber laaangsam setzt sich die korrekte Interpretation wohl durch, wenn auch mit konfusen Zahlen ...]


31. März

sn-lk2

Die Lichtkurve der Supernova 2014J in Messier 82 in vielen Farben fast täglich (x = JD-2’456’000) an vier osteuropäischen Sternwarten gemessen, eine gute Fortschreibung der ganz frühen und frühen Lichtkurve – mit dem bekannten Ergebnis, dass die SN 2014J eine sehr typische Supernova des Typs Ia ist, wegen des vielen Staubs in M 82 aber stark gerötet. Auch eine mögliche Nova Cygni mit 11 mag., mehr Indizien hier und hier, dass die Nova Scorpii wirklich eine ist, Bilder des X-Flares vorgestern, der vielleicht Folgen hat, ein Feature über Aurora-Fans im UK, Jupiter am 12.3., der Mars am 30.3. (mehr Bilder des brasilianischen Planeten-Dobsografen und ein weiterer Mars des Tages), am 29.3. und am 27.3., ein Handy-Saturn durch einen anderen Dobson, Erörterungen des Status der Asteroid Redirect Mission der NASA hier, hier und hier, Komet PANSTARRS am 29.3., ein Paper dieses Bloggers von 1992 über den Plasmaschweif von Komet OLR 1989 (vgl. mit diesem Subaru-Paper über Lovejoys Schweif) – und eine Empfehlungsliste für SF mit brauchbarer Physik … [23:40 MESZ]


30. März

Segue 1 zur “extremsten Galaxie” des Universums erklärt

haben die Urstern-Forscherin Anna Friebel und Co.: Die ungewöhnlich reich mit Dunkler Materie versehene Zwerggalaxie hat sich jetzt auch als die chemisch am wenigsten entwickelte Galaxie erwiesen, die bislang untersucht wurde. Es scheint ein regelrechtes Fossil aus der Urzeit des Alls zu sein, das genau einen einzigen Schub an Sternentstehung erlebt hat. [20:35 MESZ]

Vermeintlicher Zwerggalaxien-Exot in Wirklichkeit fernster Kugelsternhaufen der Milchstraße? Gleichzeitig und unabhängig ist am Rande der Galaxis eine kleine Sternanhäufung entdeckt worden: für die einen eine neue Art von Zwerggalaxie (siehe ISAN 209-8), für die anderen aber ein Kugelsternhaufen in 150 kpc Abstand vom Galaktischen Zentrum und damit ein neuer Rekordhalter. [20:30 MESZ]


29. März

flare3

Zwei M-Flares kurz nach einander – hier der zweite – haben sich in der Nacht ereignet, aber ihre CMEs gehen offenbar aus der Ekliptik heraus. Auch Detail-Beobachtungen eines X-Flares, die bei der Prognose helfen könnten, ein ungewöhnlich GZ-naher Nova-Kandidat, die Bahn von 2013 VP113 bestätigt durch 2011-er Astrometrie der 2. Sedna (mehr, mehr und mehr), die kommende Mars-Opposition, die Kometen LONEOS, PANSTARRS und Jacques in den letzten Tagen, tatsächlich nicht eine Beobachtung der Regulus-Bedeckung, viele große Meteoriten in Korea nach dem Fall am 9.3. (bis 21 kg Masse), ein tolles Bild des Mondrandes – und Trends der Citizen Science. [2:25 MEZ. NACHTRAG: einen X-Flare gab's gleich noch hinterher - vielleicht kommt ja was von der folgenden CME bis zur Erde, vielleicht auch nicht]

NASA will weiter geschenktes Weltraumteleskop nutzen

Auch wenn das Projekt erst 2017 beginnen würde: Bereits jetzt laufen Vorarbeitungen, um eins der beiden überraschend aufgetauchten 2.4-m-Weltraumteleskope für die Astronomie zu nutzen. WFIRST-AFTA heißt der Plan derzeit, aber für den Fall, dass er scheitert, ist auch schon eine kleinere Alternative angedacht. Auch eine problematischen Komponente beim JWST, der Status von Curiosity (mehr, ein Bild und die Rolle bei ExoMars), wie die alte Sonde ISEE-3 in Bochum wieder gefunden wurde und später auch mit dem ATA, mal wieder Streit um die Richtung und den Haushalt der NASA (und astronomischer Polit-Aktivismus hier, hier und hier), die mögliche Rolle des SLS, Streit um die Ariane 6 – und ein Abkommen zwischen ESA & CERN. [1:55 MEZ]


28. März

Live vom Einschalten von Rosettas Kometen-Landers Philae

soll für 14:30 bis 16:00 MEZ hier berichtet werden: eine Pressemitteilung und Artikel hier und hier. Bereits seit heute Morgen werden die Systeme geheizt, während das Einschalten der Instrumente erst in den kommenden Wochen folgen wird. [14:15 MEZ] Bisher gibt’s nur einen Festakt, bei dem über Emotionen geredet wird, aber keine aufkommen. Noch nicht mal ‘ne Schalte in den Kontrollraum ein paar hundert Meter weiter … [14:55 MEZ]

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Nach den Festreden nun Talk-Runden – aber wenigstens vor dem Kontrollraum – und wieder Einspieler. Es soll aber auch erst in etwa 1/2 Stunde das erste Signal von Philae empfangen werden. [15:15 MEZ] Denkste: Während im Saal noch getalkt wird, sind längst Daten eingetroffen (aus denen bereits der gute Gesundheitszustand Philaes zu erkennen ist) – der ‘historische Moment’ wurde komplett verpasst und auf der Bühne erst 6 Minuten nach dem Tweet erwähnt … [15:35 MEZ] Endlich Details aus dem Kontrollraum: Die meiste Telemetrie ist da, der Bordcomputer ist gut hochgefahren, die Temperatur im Lander ist ein bisschen niedriger als erwartet aber noch im nominellen Bereich. [15:50 MEZ] Eine erste schriftliche Mitteilung der ESA – aus der man nun erfährt, dass das Aufwachen Philaes bereits um 12:35 MEZ bekannt war, was während der DLR-Show nie erwähnt wurde! – und ein erster Artikel. [16:10 MEZ] Eine PM des DLR ohne Hinweis auf die frühe Bestätigung des Erwachens. [16:20 MEZ] Und auch hier steht’s falsch. [18:55 MEZ] Dafür gibt’s einen Software-Upgrade für MIDAS. [19:25 MEZ] Ein CNES Release zu Philae aus der Perspektive des dritten Kontrollzentrums SONC. [21:05 MEZ] Und ein Artikel mit richtigen Zeiten. [23:55 MEZ]

Geht SOFIA schon vor dem 1. 10. das Geld für Flüge aus?

Noch mehr schlechte Nachrichten für die fliegende Sternwarte, die die NASA im nächsten Finanzjahr einmotten will: Wie es jetzt aussieht, kostet das mehr als die dann vorgesehenen 12 Mio.$. Entsprechend müssten die Wissenschafts-Flüge schon deutlich vor dem Stichtag 1. Oktober eingestellt werden, um mit Teilen des Etats von diesem Jahr die Außerdienststellung einzuleiten. Zugleich regt sich aber Widerstand auch im Kongress über das abrupte Ende des Projekts. Auch ein neues Koordinatensystem für Vesta, die staubige Nachbarschaft von Pluto, der entstaubte Marsrover Opportunity, die Suche nach einer Landestelle für den Rover von ExoMars und ein Spielplatz zum Üben, Status & Ziele der Asteroid Redirect Mission, Satelliten-Spaß in Litauen, Sentinel 1 ist aufgetankt, die EC wirbt aggressiv für Galileo – und ein wichtiges Radar am Cape ist kaputt, was zu Verschiebungen von Starts führt. [2:45 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Details und zuvor mehr Links dazu]

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Wolken über Myanmar, von der ISS aus gesehen am 4. März – nach den hier diskutierten Problemen (Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links) soll die Soyuz nun gleich um 0:58 MEZ an die ISS andocken. Aber ob die lange Reise wirklich mehr Spass macht als die kurze …? [0:15 MEZ] Man sieht einander schon: allerlei Screenshots von der Annäherung. [0:25 MEZ]

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Kommt eine Soyuz geflogen – und der Gegenschuss. [0:40 MEZ]

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Und über Brasilien angedockt, kurz nach dem Sonnenuntergang und 5 Minuten früher als geplant, schon um 0:53 MEZ. [0:55 MEZ] Artikel zur Ankunft hier, hier, hier und hier – und wie man sich vorher an Bord die Zeit vertrieb. [1:10 MEZ] Ein DSLR-Bild der Soyuz im Anflug und mehr Artikel hier und hier. [2:35 MEZ. NACHTRAG: der Einzug der Neuen. NACHTRAG 2: dazu ein NASA Release und Posting, die Expedition 39 nunmehr vereinigt und ein Artikel. NACHTRAG 3: mehr Links zur Ankunft]

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 26. März 2014

22. März 2014

26. März

Was bedeutet die Entdeckung der “2. Sedna” 2012 VP113?

Die unten bereits berichtete Entdeckung eines weiteren substanziellen Himmelskörpers (oben ein Bahnvergleich mit Sedna von der Planetary Society), der stets deutlich außerhalb des Kuiper-Gürtels bleibt und damit eher zur inneren Oort-Wolke gehört, führt bereits zu angeregten Diskussionen im Web. Vor allem wegen der Spekulation der Entdecker (auch Press Releases hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), eine ferne Supererde könne bei der Entstehung ihrer Bahnen eine Rolle gespielt haben – sachte, sachte, sagt dagegen der Sedna-Entdecker Mike Brown. “There’s not much of an established view of what’s going on in the Sedna region yet, so it’s still too early to change the view,” so Brown heute Nachmittag zu diesem Blog: “I keep saying we need ~10 objects out there to really start understanding what is going on. What this paper says to me is that those 10 are finally on the way” – in der Tat spekulieren die Entdecker, dass sie einer der reichsten Populationen von Kleinkörpern des Sonnensystems auf der Spur seien.

Und ihre Feststellung, dass die Perihelia der Bahnen der beiden sowie anderer Objekte am Außenrand des Kuiper-Gürtels auffällig ähnlich seien – was für einen ordnenden Riesenplaneten weit draußen sprechen könnte? “The argument of perihelion argument is interesting,” gibt Brown zu: “I had never noticed that clustering before. Is it because of a large planet out there somewhere? I would love that to be the answer, but I suspect there will be a dozen more mundane explanations coming out in the next week as people start to digest this. Doesn’t mean the planet explanation is wrong, just that it is in no way unique.” Vielleicht hilft ja bei der Aufklärung der 2008 als Mini-Sedna gefeierte – siehe ISAN 68-6 und 78-8 – 2006 SQ372, der auch eine sehr ausladende Ellipsenbahn hat, der Sonne aber näher als der Kuiper-Gürtel kommt. Und genauso wenig wie 2013 VP113 oder selbst Sedna bislang als Zwergplanet klassifiziert ist. [20:40 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:10 MEZ] Warum das große Perihel das große Rätsel ist. [23:55 MEZ - Ende]

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Hinweise auf zwei Ringe des Zentauren (10199) Chariklo

hat eine Sternbedeckung am 3. Juni 2013 durch diesen größten Vertreter jener zwischen Saturn und Uranus entwichenen Ex-Bewohner des Kuiper-Gürtels geliefert, die an mehreren Orten in Südamerika beobachtet wurde: hier die Lichtkurve des “dänischen” 1.54-m-Teleskops auf La Silla (x-Achse: Tickmarken = Sekunden, Zeitauflösung dank Lucky Imager 10 Hz), die symmetrisch zur Bedecking durch den ca. 240 km großen Chariklo jeweils zwei scharfe Helligkeitseinbrüche zeigt. Die anderen Lichtkurven sind weniger überzeugend, bestätigen aber das generelle Bild: Die Ringe sind 7 bzw. 3 km breit, haben Radien von 391 und 405 km – und sind vermutlich Trümmer einer Kollision, die von kleinen eingebetteten Monden in Form gehalten werden. Die Entdeckung des ersten Ringsystems bei einem anderen Himmelskörper als einem Riesenplaneten beschreiben u.a. eine PM der MPG und Press Releases von ESO und NBI – und mal wieder war das Embargo der Story lange vorher gebrochen worden, v.a. hier und hier: Nur widerstrebend hat dieses Blog das von ESO und Nature leider doch nicht aufgehobene Embargo bis zum Ende befolgt … [19:00 MEZ] Das Ganze für Kinder und Artikel hier, hier und hier. [19:35 MEZ] Weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [20:25 MEZ. NACHTRÄGE: die Lichtkurve animiert und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Periode 4600 Jahre, Perihel 80 au: 2. “Sedna” entdeckt

Exakt zehn Jahre nach der Bekanntgabe eines Himmelskörpers auf einer Bahn noch weit außerhalb des Kuiper-Gürtels ist ein Nachbar dieser Sedna bekannt geworden: Ein Minor Planet Circular gibt 2012 VP113 eine große Halbachse von 276 au, eine Umlaufsperiode von 4590 Jahren und eine Exzentrizität von 0.71. Derzeit ist 2012 VP114 etwa 83 au von Sonne wie Erde entfernt; Details zu dem Himmelskörper, der mit einer Absoluthelligkeit von +4 zwischen 300 und 1000 km groß sein dürfte, und Spekulationen über seine Herkunft gibt es um 19:00 MEZ. [16:55 MEZ]


25. März

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Und wieder ein nächtlicher Soyuz-Start zur ISS, wo die drei Passagiere bereits nach sechs Stunden ankommen sollen: ein weiterer Screenshot, ein NASA-Foto, ein Bild eines Zuschauers, der Anblick aus der ISS, ein NASA Release und Artikel hier und hier. Auch Gewitter-Forschung auf der ISS, ein Asteroiden-Forum der NASA morgen, anstehende Entscheidungen über planetare Missions-Verlängerungen, weitere Details zum NASA-Haushalt, Fortschritte bei der Reaktivierung Rosettas, z.B. der Magnetometer, die ersten Bilder des GPM-Satelliten, Startvorbereitungen für den ersten Sentinel-Satelliten und den Mini-Shuttle IXV der ESA, Pläne der DARPA für Starts vom Flugzeug aus – und ein Hangout mit zwei GLXP-Kandidaten, der auch nicht klarer macht, ob bald ein Amateur-Rover auf dem Mond landen wird. [23:45 MEZ. NACHTRÄGE: NASA-Fotos, ein Video vom Start und ein Artikel hier - und hier, hier, hier, hier und hier zum verpassten Rendezvous!]

Automatisches Instrument fing seine ersten Exoplaneten

Bei dem Automated Planet Finder des Lick Observatory handelt es sich um ein 2.4-m-Teleskop in Kombination mit einem für die Exoplaneten-Jagd per Radialgeschwindigkeit optimierten Spektrometer: Zwei neue Planeten wurden schon in den ersten Monaten erkannt. Auch asiatische Astro-Pläne in China & Usbekistan, ein Streik auf dem Calar Alto u.a. gegen die MPG, ein neues Werbevideo für den alten Doppelrefraktor der Bosscha-Sternwarte in Indonesien, ein Paper über die SN 2014J, die Venus in Dichotomie, der Jupiter heute und vor einem Monat (mehr und animiert), die Kometen PANSTARRS und Jacques vor 3 Tagen, angeblich viele Feuerkugeln – und neue Bemühungen, ein womöglich noch größeres Stück Chelyabinsk zu heben. [23:30 MEZ]


24. März

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Schöne Aussichten für den Marsrover Curiosity heute, am 20. und 18. März (von oben): Die Landschaft in der Nähe von “the Kimberley” wird durch Variationen in der Art dominiert, auf die der dort herumliegende Sandstein zusammen gebacken ist – die wiederum die Geschichte der Feuchtigkeit im Gale-Krater dokumentieren dürfte. Daher wird die Reise zum am Horizont lockenden Aeolis Mons zunächst für nähere Gesteinsanalysen unterbrochen. Auch was Curiosity gerade sieht [NACHTRAG: Details], noch mehr zur Sicherheits-Planung mit Mars Express, wenn der Komet kommt, die neuen Hinweise auf aktive Vulkane auf der Venus, erhebliche Zweifel and einem einst feuchten Mond – und ein Broad Agency Announcement der NASA zur Asteroid Redirect Mission, die weiter verfolgt wird. [20:15 MEZ]


23. März

Leuchtende Nachtwolken rund um die Uhr beobachten

kann ein neues LIDAR des Leibniz-Instituts für Atmosphärenphysik in Kühlungsborn seit 2010 – jedenfalls im Sommer, wenn diese exotischen Wolken in 83 km Höhe auftreten können, und natürlich nur bei gutem Wetter, wenn die 532-nm-Laserblitze diese Höhe erreichen und ihr zurückgestreutes Licht zu sehen ist. Die Statistik ist zwar noch etwas dürr, aber ein Paper beschrieb kürzlich erste Trends. Danach hat das Auftreten der NLCs ein ziemlich spitzes Maximum gegen 4 Uhr morgens mit einem Sockel von 0 bis 9 Uhr sowie ein zweites flaches von ca. 12 bis 22 Uhr, während die Helligkeit der NLCs um 4, 14 und 18 Uhr Maxima erreicht. Dass NLCs bevorzugt zwischen 3 und 8 Uhr auftreten und am Abend deutlich seltener, hatten auch frühere Messungen gezeigt: Planetarische Wellen in der Hochatmosphäre dürften etwas mit diesem Muster zu tun haben, das in NLC-reichen wie -armen Jahren vorhanden ist, aber die Details sind noch unklar. Auch Videos des Meteoriten-Regens in Südkorea, die Kometen PANSTARRS heute (mehr), Jacques gestern und Siding Spring vorgestern, der Mars am 21.3. und 20.3., der Jupiter am 16.3. mit Ganymed, 14.3. und 13.3., ein Video der SoFi 1999 aus der Luft, Gammastrahlung von SN 2014J – und Citizen Science vs. Lichtverschmutzung. [22:45 MEZ]


22. März

Nach Bolide: Kanadier sollen im Garten Meteoriten suchen

Nach einer vielversprechenden Feuerkugel über Ontario hat es einen öffentlichen Aufruf der UWO gegeben, nach möglichen Meteoriten zu suchen: Der wurde vielfach verbreitet, z.B. hier, hier oder hier, aber noch wurden keine Funde bekannt. Auch weitere Suche im See nach Chelyabinskern, ein neues NEO-Teleskop, möglicherweise Wasser auf Vesta, eine permanente Staubwolke um den Mond, Komet Jacques schon heller als 10. Größe sowie gestern und am 16.3., C/2012 K1 (PANSTARRS) gestern und am 19.3., die Aktivierung der Payload von Rosetta, sieben interstellare Staubteilchen im Fang von Stardust – und erste Impressionen vom gerade laufenden 33. AKM-Seminar: von der Anreise mit Regenbogen, dem 1. Abendvortrag (zu den herben Eisnebelhalos vom 25.1., 30.1., 4.2.) und der 1. Session (es gibt wirklich deutlich weniger Meteorströme auf der Südhalbkugel). [14:30 MEZ] Nach 15 Jahren eine neue Vorsitzende. [15:40 MEZ] Die Kometen Jacques und PANSTARRS heute. [16:20 MEZ] Chelyabinsk kommt besser mit Bassboxen … [16:40 MEZ] Hier gibt einer Jacques nur 11 mag. – doh. [17:30 MEZ] Wir machen unsere Halos selber, beim AKM-Seminar … [23:50 MEZ. NACHTRÄGE: ein komplettes Fotoalbum von daselbst und das Gruppenbild]

G-Wellen-Detektoren: “ziemlich viele Ereignisse” ab 2019

Der mutmaßliche Nachweis primordialer Gravitationswellen durch BICEP2 hat auch das Interesse an den großen Detektoren für den direkten Nachweis von G-Wellen auf der Erde neu geweckt. “Die erste Generation der erdgebundenen Detektoren Ligo und Virgo wird gegenwärtig umgebaut, um eine deutlich höhere Empfindlichkeit zu erreichen”, sagt Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Hannover:”Nur unsere Anlage GEO600 in Ruthe bei Hannover hält noch Wacht nach gelegentlichen Ereignissen in unserer Nachbarschaft. Wenn die Detektoren auf der Erde etwa im Jahr 2019 ihre Design-Empfindlichkeit erreicht haben, dann wäre es schon sehr überraschend, wenn wir nicht innerhalb kürzester Zeit ziemlich viele Ereignisse registrieren würden.” Auch ein PR der U. Chicago und weitere Artikel zu BICEP und den Folgen hier, hier und hier. [14:20 MEZ. NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier - plus ein Interview mit Guth und alles auf einer Folie von ihm]

Weitere größere Artikel

21. März 2014

Zwei außergewöhnliche Sternbedeckungen durch Kleinplaneten: Metis in Europa perfekt, Erigone vs. Regulus in Amerika Totalreinfall.

Gravitationswellen vom Anfang der Welt? Kritische Einschätzung des BICEP2-Papers.

Kleinere Artikel

Neuer Amateurkomet könnte 6. Größe erreichen – wenn sich Jacques ordentlich entwickelt.

Keine Riesenplaneten am Rand des Sonnensystems von WISE gefunden: Akte zu!

Das Himmelsobjekt mit der größten Blauverschiebung scheint ein Kugelhaufen zu sein, den Messier 87 ausgepuckt hat.

Neuer Begleiter der Milchstraße fällt aus dem Rahmen: “Crater” ist halb Kugelhaufen, halb Zwerggalaxie.

Wie das erste Dark Sky Reserve den Himmel verdunkelte, nun mit Meßdaten untermauert.

Allgemeines Live-Blog vom 16. bis 20. März 2014

16. März 2014

20. März

glimpse

Ein 360°-Panorama der Milchstraße aus zwei Millionen IR-Aufnahmen des Satelliten Spitzer – enstanden im Rahmen von GLIMPSE – ist jetzt vorgelegt worden: Das gigantische Bild “GLIMPSE360″ mit 20 Gigapixeln (hier ein winziger Ausschnitt), das sämtliche Sternentstehungsgebiete der Milchstraße zeigt, kann mit speziellen Viewern inspiziert, als Video geguckt oder als Monster-Files abgeholt werden. [23:55 MEZ - Ende]

Muntere Diskussionen über BICEP2s primordiale B-Moden

finden derzeit in der Kosmologie statt, sei es in Blogs mit guten Zusammenfassungen der verbliebenen Zweifel wie Konsequenzen, wenn alles wahr ist, hier, hier und hier, in einer High-End-FB-Gruppe, auf Kolloquien z.B. bei Stanford (Screenshots vom Webcast eins, zwei, drei, vier und fünf) oder in Garching oder in ersten Papers wie hier, hier und hier (letzteres mutmaßlich unabhängig und zumindest interessant, da ohne Polarisation auskommend). Es gibt auch Press Releases zur Vorhersage der B-Moden und der durch sie populären Inflations-Variante, Artikel zur erfolgreichen Geheimhaltung, der offenen Diskussion jetzt und neuen Review-Kultur (mehr und mehr) und der Nobelpreis-Frage, ein rasantes Erklär-Video, TV-Clips hier, hier und hier, ein Podcast, eine bemerkenswerte Frontpage aus Österreich, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Meta-Artikel hier und hier – und ein 25 Jahre alter Artikel mit manchem Deja-Vu. [22:30 MEZ. NACHTRÄGE: viele weitere Theorie-Papers der ersten Tage hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier - und in in dieses wurden flugs die BICEP2-Daten eingepasst]

yoshii

Ein völlig neuer Weg zu einer genauen Hubble-Konstanten?

Dieses Diagramm aus einem Paper aus drei Kontinenten trägt in Rot die Fluchtgeschwindigkeiten von 17 Galaxien in km/s gegen ihre Entfernungen in Mpc auf – wobei letztere mit Hilfe der Lichtlaufzeit zwischen deren Aktiven Galaktischen Zentren und dem Innenrand des Staubtorus’ darum herum ohne weitere Zwischenschritte ermittelt wurden. Die Idee ist, dass der Abstand Zentrum/Scheibe mit der Leuchtkraft des Zentrums steigt, dessen Strahlung bis zu einer bestimmten Distanz allen Staub zerstört. Beobachtet wurden dann über Jahre Helligkeitsschwankungen der Zentren und der IR-Strahlung der Staubtoren, für die die Zentrums-Strahlung verantwortlich ist – nachdem sie die Strecke bis zum Torusinnenrand zurück gelegt hat. Die scheinbare Leuchtkraft des Zentrums und die Zeitverzögerung bis zum IR-Echos werden gemessen, und schon kommen die Entfernungen heraus und über die bekannten Fluchtgeschwindigkeiten die Hubblekonstante: 73±3 km/s/Mpc, ein überraschend geringer statistischer Fehler. In Grün die Galaxien des H0 Key Projects, deren Entfernungen über Cepheiden bestimmt wurden: Die neue Technik reicht viel weiter und sollte sogar bei Quasaren in noch viel größeren Distanzen anwendbar sein. [21:25 MEZ]

Regulus (1m) wird von einem Kleinplaneten (12m) bedeckt

heute Nacht, aber das seltene Ereignis ist nur im Osten Nordamerikas zu sehen – und auch dort wohl nur an wenigen Orten, da die Wetterlage ausgesprochen schlecht ist. Es soll um 2:06 EDT = 7:06 MEZ passieren: wissenschaftliche Fragestellungen hier, hier und hier, weitere Webseiten hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und geplante Webcasts u.a. hier, hier und hier. [3:30 MEZ] Das Ereignis scheint ein totaler Reinfall geworden zu sein: alle Stationen clouded out und auch 10 Stunden später nichts auf der FB-Seite – das Wetter war offenbar flächendeckend miserabel (mehr). In einem Webcast gab es immerhin die Annäherung Erigones an Regulus zu sehen. [17:50 MEZ] Schlusswort von David Dunham: “I haven’t heard of any positive observations from anywhere, either. Although there were a few breaks here and there, apparently none at the right time in the right direction for anyone in or near the path in North America; the IR weather satellite image looked grim.” [21:15 MEZ]

gully

Ein neuer “Gully” ist auf dem Mars entstanden, irgendwann zwischen Nov. 2010 und Mai 2013: In welcher Jahreszeit es passierte (und was damit der wahrscheinlichste Mechanismus war), weiß man leider nicht. Auch der Status von Yutu (statisch), ein splittriges Problem auf dem Mond, Plattentektonik auf Europa, die Story von ISEE 3 (mehr), Messungen der van Allen Probes zu Strukturen in den Strahlungsgürteln (mehr, mehr, mehr), deutscher Kampf um SOFIA (mehr und Kommentare hier und hier), die Senior Review der NASA, Kontroversen um die Ariane-Zukunft (früher) – und der nächste Cygnus zur ISS. [3:00 MEZ. NACHTRÄGE: Der nächste Dragon mit 104 Sprites vorher, und die Lage bzgl. ISEE-3]


19. März

Die Sonnenfinsternis 2013 aus einem kleinen Flugzeug gefilmt – bei offener Tür: auch eine avionische Leistung, in 3 km Höhe über en Wolken Kenias. Auch ein Sonnenuntergang mit extremer Vergrößerung aus Australien (mit vielen grünen Segmenten), eine ungewöhnliche CME (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Jupiter heute und am 13.3., der Mars voll Details heute, gestern & vorgestern, am 13.3. (dito) und 9.3., eine visuelle Beobachtung und Extrapolation von Komet C/2014 E2 (Jacques), ein möglicher Doppel-Impakt vor 458 Mio. Jahren, ein mehrfacher Meteoritenfall in Korea (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), die Erfahrungen mit dem 1. Dark Sky Reserve – und pretty pictures von ALMA. [23:55 MEZ. NACHTRAG: mehr Links zur CME]


18. März

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Ein gigantisches zoombares Bild-Mosaik der Nordpolar-Region des Mondes ist aus 10’581 Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiters erstellt worden, 931’070 Pixel à 2 Meter Größe im Durchmesser – hier geht’s “rein”! Auch Hinweise auf aktuellen Venus-Vulkanismus vom Venus Express, der Status von Curiosity, Hinweise auf Wellen auf Titans Seen (mehr), große Fortschritte mit mit der Solar Probe, eine Inventur von Galaxien-Staub mit einer Durchmusterung von Herschel, Probleme mit WFIRST/AFTA, der Wert alter Satelliten-Daten der Erde, die Vorbereitungen von Sentinel-1 – und warum die Orion warten muss. [20:10 MEZ] Der Startvertrag für den Solar Orbiter wurde jetzt auch abgeschlossen. [23:20 MEZ NACHTRAG: ein Artikel dazu und mehr Links]


17. März

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Die Pressekonferenz zu den Ergebnissen von BICEP2 läuft

jetzt am CfA – und diesmal gibt es einen unabhängigen Webstream, der im Gegensatz zum offiziellen der Harvard-Universität (Gegenstand großen Web-Spotts) aber läuft! Einfach den Screenshot anklicken. [17:05 MEZ] Und noch ein funktionierendes Video: Andrei Linde erfährt von den BICEP-Zahlen. [17:10 MEZ. NACHTRAG: Artikel zum Video hier, hier und hier] Press Releases von CfA und Caltech und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:30 MEZ. NACHTRÄGE: die Bekanntgabe der Resultate aus dem Publikum gefilmt, die nachfolgende Pressekonferenz, das Paper im ArXiv, die Zugriffe auf die Daten, mehr Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, die Technik (mehr), einige Reaktionen (mehr), ein APOD, jede Menge weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (früher), mehr Links, eine Wette Hawking vs. Turok (mehr), eine Frontpage, ein Video, ein Interview, der Twitter-Impakt, offene Fragen und Einschätzungen dort geäußert hier, hier, hier, hier und hier und Konsequenzen, wenn doch alles stimmt]

bicep

BICEP sieht ein starkes B-Mode-Signal, besser als 5 Sigma!

Während der Webcast des CfA eine Totalpleite ist, sind die wissenschaftlichen Daten problemlos vor 20 Minuten auf dieser Seite verfügbar geworden, darunter diese Schlüsselgrafik des Tensor/Skalar-Verhältnisses (r; y-Achse) gegen den Spektralindex (ns): r ist 0.20 +0.07/-0.05, wie dem Paper mit den Ergebnissen zu entnehmen ist. Das ist ein Nachweis mit mehr als 5 Sigma und – da zugleich die Abwesenheit nennenswerter systematischer Störeffekte konstatiert wird – tatsächlich ein Meilenstein der beobachtenden Kosmologie! [16:05 MEZ] Das große r bedeutet aber auch, dass sich Widersprüche zu anderen kosmologischen Messungen ergeben. Auch ein Info-Paket zur Entdeckung – und ein Foto von BICEP2 selbst. [16:25 MEZ] Ein Hangout zu den Ergebnissen, ein NASA Release und weitere Artikel – z.T. noch im Entstehen – hier, hier, hier, hier und hier. [16:45 MEZ]

Das einzige Fenster direkt bis fast an den Urknall heran

sind die sogenannten B-Moden der Polarisation der kosmischen Hintergrundstrahlung, deren Entdeckung oder Andeutung oder Nichtentdeckung durch ein Radioteleskop am Südpol heute Nachmittag MEZ verkündet werden wird: Um 15:45 MEZ werden die wissenschaftlichen Details präsentiert, um 16:30 gibt es schon einen unabhängigen Hangout dazu, und um 17:00 MEZ eine Pressekonferenz, für die bereits Bingo-Karten entworfen worden sind. Warum ein Nachweis nämlichen Polarisationsmusters bisher unerreichbare Informationen über Prozesse Sekundenbruchteile nach dem Urknall verspricht, kann man den zahlreichen ganz unten verlinkten Stories entnehmen, v.a. dem exzellenten Grundsatzartikel von 2001, oder späteren a hier, hier und hier. In der Inflations-Epoche des frisch entstandenen Alls wurden demnach Gravitationswellen produziert, weil während dieser rasanten Expansionsphase virtuelle Gravitonen zu realen wurden: Diese Wellen verformten das primordiale Plasma und damit auch die Oberfläche des Feuerballs, die die heutige Hintergrundstrahlung emittierte – und das auf eine eindeutig von anderen Effekten zu trennende Weise. Praktischerweise sollte in die primordialen Gravitationswellen mit den größten Wellenlängen die meiste Energie gegangen sein, und nur sie hinterlassen in der Polarisation der Hintergrundstrahlung ein charakteristisches Muster aus “Wirbeln”, das mathematisch gesprochen eine “Rotation” besitzt: Das sind jene primordialen B-Moden, nach denen – nicht nur – BICEP2 gesucht hat. Und wenn diesem der Nachweis nun gelungen sein sollte, dann müssen sie ziemlich stark sein, was den Bereich der erlaubten Inflations-Modelle stark einschränken würde: Deswegen ware das fraglos größte kosmologische Entdeckung in über 10 Jahren. [12:35 MEZ] Eine zweite Einladung zur CfA-PK klingt nach einem eindeutig positiven Befund! [13:40 MEZ] Und auch dies gibt sogleich eine Reaktion, während man am CfA schon Platz nimmt. [14:35 MEZ] Und noch ein Primer für den Tag. [15:10 MEZ] Die CfA-Webseite ist schon überlastet; der Titel des (Nicht-)Webcasts soll “First Direct Evidence of Cosmic Inflation” lauten. Und dieser Harvard-Stream scheint zu funktionieren. [15:35 MEZ]

mhn

Das Sternentstehungsgebiet NGC 2174 von Hubble im nahen Infraroten (1.1 bis 1.6 µm) mit der WFC3 aufgenommen. Auch mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr zur bereits gemeldeten (“Voyager 1 …”, Kurz-Item) stärkeren Schrumpfung des Merkur – und eine deutsche Jubel-PM zu SOFIA, seltsam aus der Zeit gefallen … [11:30 MEZ. NACHTRÄGE: weiterer Press Release und Artikel zur Merkur-Schrumpfung - und vor 3 Jahren war MESSENGERs Orbit Insertion]


16. März

arecibo

Die Erdbeben-Schäden in Arecibo sind beseitigt, nachdem ein im Januar angeknackstes tragendes Seil des Fokus’ des Radioteleskops auf Puerto Rico geflickt worden ist: Nun wird wieder beobachtet. Auch Erinnerungen an den geomagnetischen Sturm vor 25 Jahren, Jupiter vorgestern, Komet Schwassmann-Wachmann im Ausbruch, eine Animation und Bilder hier, hier und hier von und Artikel hier, hier und hier zu Komet Jacques – und eine Korrelation von Finsternis-Düsternis und -Tiefe bei mehreren von Elmar Schmidt präzise photometrierten totalen Mondfinsternissen, gestern auf der 38. Würzburger Frühjahrstagung gesehen. [15:00 MEZ] Tagungs-Bericht. [19:45 MEZ] Ein Farbbild von Jacques, die Kometen LINEAR und 134P, Mars gestern, Jupiter am 6.3. und die Länge des GRFs – und die Sonnenaktivität. [23:55 MEZ]

proba

Das fast wolkenlose Westeuropa vor einer Woche aufgenommen vom Vegetations-Satelliten Proba V. Auch chinesische Gefühle für Yutu, ein Experiment für die ISS – und eine Verschiebung des 1. Orion-Testflugs auf Anfang Dezember (mehr, mehr und mehr Links) statt September/Oktober. [14:50 MEZ. NACHTRÄGE: was man von Yutu & Chang'e-3 alles nicht weiß]

So sieht ein kosmologisches Gerücht in vollster Blüte aus …

Am 17. März um 17:00 MEZ wird das Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Cambridge, Mass., eine “bedeutende Entdeckung” verkünden: Was das Rundschreiben vom 12. März ungewöhnlich machte, war das Fehlen jeglicher Hinweise auf das generelle Thema oder die beteiligten Wissenschaftler. Nach anfänglicher Verblüffung verbreitet sich inzwischen v.a. auf Physik-Blogs und wenigen ‘normalen’ Medien – siehe hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – rasant das Gerücht, dass das Radioteleskop ‘Background Imaging of Cosmic Extragalactic Polarization’ (BICEP) am Südpol in der Polarisation der kosmischen Hintergrundstrahlung die Signatur (B-Moden) von Graviationswellen des Urknalls nachgewiesen haben könnte. Was in der Tat eine beachtliche Entdeckung wäre. Oder wird es nur neue Grenzen für diese primordialen B-Moden – nicht zu verwechseln mit einer anderen Sorte durch spätere Gravitationslinsen-Effekte, die schon gesehen wurde – geben? Oder geht es doch um etwas ganz anderes? Auf dieser Seite soll die Verkündigung ab 16:55 MEZ gestreamt werden … [2:30 MEZ. NACHTRAG: Noch mehr haben's hier, hier, hier und hier gehört - und ein alter Artikel zu B-Moden]

SOFIA ist wissenschaftlich wertlos, Opportunity wird abgeschaltet, Sonnensegler muss warten: was alles im NASA Budget Request steht

15. März 2014

In einem 713 Seiten starken Dokument ist diese Woche nun auch der vollständige Haushaltsplan für die NASA ab diesem Oktober – wenn das Fiscal Year (FY) 2015 beginnt – vorgelegt worden, wie ihn sich das Weiße Haus vorstellt, daher “Budget Request” genannt. (An den Zahlen – und ganzen Bereichen – machen sich in den kommenden Monaten noch intensiv beide Häuser des Kongresses zu schaffen.) Und da ist noch einiges mehr an Details zu erfahren als bisher, viel mehr Details. Da gibt es so Aufregendes wie die Sanitary Sewer System Recapitalization (S. 604), oder man erfährt, dass 32% der Grundlagenforschung bei der NASA “high-risk, high-reward” ist (S. 696) oder diese jedes Jahr 48 Mio.$ für Public Relations ausgeben darf (S. 658) – aber für dieses Blog sicher interessanter z.B. auch dies:

  • Zur vorgesehenen Einmottung der fliegenden Sternwarte SOFIA ist zu lesen, dass v.a. die Verspätungen bei dem Projekt dessen wissenschaftlichen Wert stark gemindert hätten: “contributions to astronomical science will be significantly less than originally envisioned” (S. 39). Geplante Beobachtungen parallel mit dem Satelliten Spitzer sowie vor dem Start von Herschel hätten nämlich nicht stattfinden können, so dass SOFIA “will no longer provide the kind of scientific impact and synergies with other missions as once planned. Additionally, the James Webb Space Telescope, planned to launch in 2018, will provide data at mid-infrared wavelengths, partially mitigating the absence of SOFIA” (S. 195-202). Für das FY 2015 stehen 12.3 Mio.$ für die Stilllegung des Flugzeugs im Budget Request, für die Folgejahre dann gar nichts mehr, während bisherige Ausgaben NASA-seits von 1.1 Mrd.$ genannt werden – und jährliche Betriebskosten von ~80 Mio.$, wie sie sonst in der NASA-Astrophysik nur noch Hubble erfordert.

  • Für den Marsrover Opportunity, der gerade sein 10-jähriges Jubiläum auf der Oberfläche feierte, stehen bereits ab dem FY 2015 keinerlei Mittel mehr im Budget Request (S. 163), es droht also schon im Oktober die Zwangsabschaltung – eine Irritation, da sich der Rover eigentlich zusammen mit anderen Missionen in der Verlängerung erst noch einer Begutachtung stellen muss, und für diese, etwa Mars Odyssey und den Mars Reconnaissance Orbiter, stehen Finanzen im Budget Request, bis FY 2016 inklusive bzw. sogar unbegrenzt.

  • Für eine Mission zum Jupitermond Europa stehen gerade einmal 15 Mio.$ im Request für das FY 2015 – für fortgesetztes sogenanntes “pre-formulation work” (S. 173) – und dann nichts weiter für die Folgejahre: Das lässt bereits wieder Zweifel aufkommen, wie ernst die NASA dies eigentlich meint (und auch die Realisierbarkeit einer sinnvollen Mission für unter 1 Mrd.$ wird vielerorts bezweifelt). Dass überhaupt mal wieder über eine Europa-Mission nachgedacht wird, hatte der Kongress erzwungen.

  • Der Sonnensegler-Demonstrator Sunjammer (“Wie der große Sonnensegler …) wird auf unbestimmte Zeit verschoben (S. 336), bekommt aber gleichwohl im FY 2015 seine Flight Readiness Review und wird auf einen Start vorbereitet (S. 338) – doch das Projekt “is in the process of being re-phased and will be rescheduled upon identification of a new flight opportunity” (S. 355). “The project plans to identify a new ride-share partner, begin coordination of interfaces, and launch environments” (S. 363). Ursprünglich hatte der Sunjammer als größtes je im Orbit ausgesetztes Sonnensegel eine sekundäre Nutzlast auf jener Falcon 9 sein sollen, die 2015 das Deep Space Climate Observatory DSCOVR (S. 83) – den berühmten GoreSat – starten soll.

  • Dagegen hofft die NASA weiter, dass eine amerikanische Privatfirma bis 2017 bemannte Flüge in den Orbit schaffen und so den USA wieder eigenständigen Zugang zur ISS verschaffen wird, deren Weiterbetrieb bis mindestens 2024 inzwischen beschlossene Sache ist (S. 448). Gleichzeitig wird die Asteroid Redirect Mission für Orion & SLS voran getrieben, wobei der (unbemannte) Erstflug des SLS jetzt für das FY 2018 (S. 390) und der erste bemannte Orion-Flug für das FY 2021/22 vorgesehen ist (S. 386): Hier könnte der frühere Zeitplan langsam ins Rutschen kommen. Die ISS wie die ARM seien ohnehin nur Zwischenschritte auf dem Weg zum Mars, wird immer wieder betont (z.B. S. 461).

U.a. im Zusammenhang mit der Redirect Mission wird auch die Jagd auf NEOs verschärft (von denen ~96% derjenigen > 1 km und 10% derjenigen > 100 m schon gefunden sind): “In FY 2015 NASA will aggressively continue an expanded NEO observation effort that will increase the detection of NEOs of all sizes by increasing the observing time on ground-based telescopes such as Pan-STARRs and the Space Surveillance Telescope” (S. 128) – der Jahresetat soll dabei konstant bei 40 Mio$ gehalten werden (S. 3). Zum kompletten Haushalt auch eine Blog-Story des DLR-Chefs, der über SOFIAs Einmottungspläne ziemlich ungehalten ist (und gar die deutsch-amerikanischen Weltraumbeziehungen generell überdenken will), ein Press Release der Planetary Society (wie immer unzufrieden und “alarmiert”) und Artikel v.a. zu Opportunity und der Europa-Mission hier, hier, hier, hier und hier. Und zum Kenntnisstand davor noch Artikel v.a. zu SOFIA und Europa hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 10. bis 14. März 2014

10. März 2014

14. März

yutu

Ein starkes Signal von Yutu kommt nun wieder vom Mond, hier von Amateurfunkern nachgewiesen, aber China meldet weiter Probleme, während Chang’e-3 einwandfrei zu arbeiten scheint. Auch frühere Updates der Funker hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (Yutus Signal war zunächst merkwürdig gewesen), ein Video-Ausblick auf die nächsten Jahre und ein Amateur-Bildverarbeitungs-Aufruf anlässlich von zehn Jahren Cassini bei Saturn, weitere Vorbereitungen des Mars Express für Siding Spring, die nächste Discovery-Runde der NASA mit speziellen Regeln, der Status von LituanicaSAT-1, die Beine des Falcon – und eine Verschiebung des nächsten ISS-Starts desselben. [23:55 MEZ - Ende]

Der neue Komet heißt nun Jacques – 0.6-au-Perihel im Juni

C/2014 E2 (Jacques) ist er gerade im CBET #3828 getauft worden, nach dem Amateurentdecker Cristovao Jacques, der ihn auf CCD-Aufnahmen fand, die er zusammen mit E. Pimentel und J. Barros mit dem 0.45-m-f/2.9-Reflektor des SONEAR Observatory bei Oliveira in Brasilien aufgenommen hatte. Die ersten Parabel-Bahnelemente lassen ihn Ende Juni ein Perihel in 0.6 au Sonnenabstand erreichen, wobei ihn seine Bahn am Himmel bis dahin von den derzeitigen -37° auf +23° getragen haben sollte. Die Helligkeit des Kometen – weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier – könnte dann bis auf 6. Größe steigen, da sie schon jetzt bei 11. liegt. [16:10 MEZ] Weitere Bilder und Animationen hier, hier und hier und etwas Diskussion. [22:30 MEZ] Nach einer neueren Bahn erreicht der Komet sein Perihel erst Anfang Juli in 0.7 au Abstand – am deutschen Himmel wird er ab etwa Ende Juli im Fuhrmann brauchbar zu beobachten sein, 15° hoch bei Beginn der Morgendämmerung. In der ersten August-Woche werden es dann bis über 30° im Perseus, danach stört heller Mond. [23:50 MEZ]


13. März

almost_x

Beinahe ein X-Flare am Sonnenrand hat sich vergangene Nacht ereignet (mehr, mehr und mehr), hier in 3 SDO-Wellenlängen. Auch erfolgreiche Sichtungen Jupiters am Taghimmel mit bloßem Auge durch diesen Blogger, der Doppelschatten dort vom 9.3. animiert (aus diesem Bericht) – und der Mars am 10.3. (dito) und am 9.3. sowie vom 3.-9.3. aus der Nähe vom MRO. [23:55 MEZ]

Ganz frisch: ein Komet 11. Größe, noch ohne einen Namen

Das erste bekannt gewordene Bild der Neuendeckung von SONEAR lässt keine Fragen offen: ein Komet mit etwa 11.5 mag. im Centaurus. Von dem hören wir sicher noch mehr. Auch C/2012 K1 (PANSTARRS) am 11.3. und an mehreren Tagen, LINEAR am 12.3. und 10.3. und Jäger am 6.3. – und ein systematisches Experiment hat gezeigt, dass Citizen Science für die Mondforschung geeignet ist. [23:50 MEZ. NACHTRAG: ein Video dazu]


12. März

Wie man auf der ISS die Bildung von Planeten simuliert, mittels möglichst langsamen Kollisions-Experimenten. Auch das Projekt MERCCURI (Microbial Ecology Research Combining Citizen and University Researchers on the International Space Station) mit crowdgesourceten Bakterien für die ISS, die Rückkehr der Expedition 38 (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links) – und Visionäres von Ulrich Walter … auf der ITB. [23:25 MEZ]

Venus_glory

Falschfarbenbild einer Glorie in der Venusatmosphäre aus Venus-Express-UV-, visuell und NIR-Bildern von 2011: Das Flugpassagieren bestens bekannte Phänomen lässt auf Wolkenteilchen von 1.2 µm schließen (mehr und mehr). Auch der Mars Reconnaissance Orbiter im Safe Mode (mehr und mehr Links [NACHTRAG: und schon wieder draußen]), ein angedachter Mars-Helikopter für 2020, noch kein Downlink von Yutu nach dem erneuten Sonnenaufgang für Chang’e-3, die nächste Mond-Mission Chinas schon dieses Jahr, ein Bahnmanöver von LADEE am 22.3., das die Bahn auf 20 km senken wird, bevor es ab dem 1. Apri nur noch 2-3 km sein sollen, Beobachtungen des Weltraumswetters durch die van Allen Probes – und ein Interview zu Keplers K2-Mission; die Entscheidung fällt ~ Ende Mai. [22:35 MEZ]

Wie die Milchstraße von anderen großen Galaxien in einer Scheibe umringt wird, verdeutlicht diese Animation aufgrund neuer Distanz- und Leuchtkraft-Messungen im “Lokalen Volumen” (mehr und mehr): Das Local Sheet ist um 8° gegen den Local Cluster geneigt, und 12 Riesengalaxien umzingeln die Local Group aus v.a. Milchstraße und M 31 regelrecht. Auch die Messung eines Sterns mit ~1300 Sonnendurchmessern mit dem VLT per optischer Interferometrie (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), der Teil eines exotischen Doppelsystems ist. [20:45 MEZ]

UK investiert Millionen in Forschung wie SKA und PLATO

Insgesamt 290 Millionen Pfund (ca. 350 Mio. Euro) wird die britische Regierung in drei Großprojekte der Grundlagenforschung investieren, darunter “größte Mikroskop und Teleskop”: 165 Mio. Pfund sind für die European Spallation Source vorgesehen und 125 Mio. für den Square Kilometer Array und PLATO. Für das Riesen-Radioteleskop ist das eine wichtige Finanzspritze, und für den Exoplaneten-Satelliten ein entscheidender Beitrag zur Nutzlast, den bei der ESA ja immer die einzelnen Nationen zum gemeinsam zwangsweise finanzierten Satelliten beisteuern müssen. [20:15 MEZ. NACHTRAG: weitere Press Releases zu SKA hier und hier]


11. März

gabon

Das war die Sonnenkorona vom 3. November 2013 in voll(st)er Pracht mit mehreren Massenauswürfen in Aktion: jetzt prozessiert von – natürlich – Miloslav Druckmüller aus Aufnahmen von Constantinos Emmanoulidis aus dem Gabun. Auch eine neue Nova Cephei (mehr), der Rosetta-Zielkomet jetzt aktiv (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), Komet Lovejoy gestern mit Hintergrund, ein Preis für Software zur Asteroiden-Jagd, der Mars am 9.3. und 8.3., der Jupiter mit Doppelschatten am 9.3. (unten) und am 5.3., die Planet Hunters auf einem Citizen-Science-Workshop in Taiwan, klare Worte der IAU gegen den Mars-Krater-’Verkauf’ – und Folgen von Lichtverschmutzung … für den Regenwald vermittels bestimmter Fledermäuse. [23:55 MEZ]


10. März

cosmos

Premiere des neuen ‘Cosmos’: Astro à la N24, fast forward

Der Hype im Vorfeld war kaum mehr auszuhalten gewesen vor der Austrahlung der ersten Episode von ‘Cosmos: A Spacetime Odyssey’ in der vergangenen Stunde, einer ebenfalls 13-teiligen Neuauflage des 1980-er Wissenschafts-TV-Meilensteins, ‘Cosmos: A Personal Voyage’. Besagte Person damals war natürlich Carl Sagan, diesmal ist es der New Yorker Planetariums-Direktor Neil Tyson, der gefühlt 95% der Zeit im Bild zu sehen ist und auch schon mal die teuren Spezialeffekte verdeckt. Die unterscheiden sich allerdings wenig von der typischen Astro-Doku-Ware, mit der N24 und Co. gerne ihre Sendezeit füllen (wobei historische Aspekte kurioserweise durch Billig-Animation dargestellt werden), und auch didaktisch war in der ersten Episode kaum ein roter Faden zu erkennen: einmal den ganzen Kosmos in 60 Minuten, von denen allerdings ein unangenehm großer Anteil an Werbepausen geht. Diesmal läuft’s nämlich in einem kommerziellen US-Network, während der originale ‘Cosmos’ noch eine Produktion des öffentlichen Fernsehens war.

Und vor allem den unschlagbaren Vorteil genoss, etwas völlig Neues und Alleinstehendes zu sein, während sich der neue ‘Cosmos’ gegen Konkurrenz auf allen Kanälen durchsetzen muss, was er mit einem Special-Effects-Feuerwerk, bombastischer Musik und einer Tyson-Personality-Show versucht, die kaum Erinnernswertes hinterlässt. Ausser in raren Momenten, wo tatsächlich etwas Authentisches passiert: Ganz am Schluss der ersten Episode zeigt Tyson einen Terminkalender Sagans von 1975, in dem sein Name steht – der 17-jährige durfte damals das Labor des damals schon Medien-bekannten Planetenforschers besuchen, in dessen sehr große Fußstapfen zu treten er sich nun bemüht. Ein paar Vorab-Reviews von der und Artikel zur Serie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:20 MEZ] Weitere Gedanken dieses Bloggers und andere Reviews hier und hier. [19:55 MEZ] Warum Giordano Bruno eine schlechte Wahl war (mehr), warum die Visuals nicht authentisch rüber kamen, wie Sagan einen der Macher geistig befreite, weitere Reviews hier, hier, hier, hier und hier und Volkes Stimme. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Wortmeldungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

metis

Die Form des Kleinplaneten (9) Metis gut erfasst haben zahlreiche Amateurastronomen in Europa, als er am 7. März einen ziemlich hellen Stern bedeckte (mehr und mehr): Aus den bislang eingegangenen oft positiven Meldungen ergeben sich die obigen Sehnen – und eine andere Sternbedeckung durch Metis lieferte 2008 noch viel mehr, als der Asteroid im Raum anders orientiert war. Auch eine Feuerkugel über Kanada nebst Aurora (mehr und mehr und andere Aurora), die Kometen C/2013 V1 (Boattini) und C/2012 X1 (LINEAR) Anfang März, Orbital-Berechnungen für Siding Spring, kein “Planet X” in WISEs Daten (mehr, mehr und mehr), Jupiter mit Schatten am 6.3., Mars am 6.3. (dito) und am 5.3., eine Sternbedeckung durch den Mond am 8.3., Ergebnisse der SoFi 2013, Amateurbeobachtungen des Planeten von WASP 43, das am schnellsten nahende Objekt des ganzen Universums, mal wieder Gülpen in der Zeitung, die Aufzeichung eines Events am Griffith Obs. zu Ehren von John Dobson – und eine Astrofoto-Ausstellung in Delhi am Jantar Mantar. [1:40 MEZ]

Deutsche Amateurfunker hören alte NASA-Kometensonde

Letzten Monat war bekannt geworden, dass die NASA keine technischen Möglichkeiten mehr hat, mit der alten Raumsonde ISEE-3 alias ICE Kontakt aufzunehmen, wenn sie dieses Jahr in die Nähe der Erde zurückkehrt – die Frage stellte sich aber, ob High-End-Amateurfunker eine Chance haben könnten. Sie haben, und sie haben sie genutzt: Mit der 20-Meter-Schüssel des Instituts für Umwelt- und Zukunftsforschung in Bochum ist es Spezialisten von AMSAT-DL gelungen, ICE zu empfangen! Stellt sich nun die Frage, was man damit anfangen kann: “In light of the recent observations and the available facilities in Bochum, additional studies about the economic feasibility to add a suitable uplink are being done.” Amateurfunker übernehmen die Kontrolle einer uralten Raumsonde, die deren Erbauer schon lange aufgegeben hat, das wär’ mal was … Auch zahlreiche weitere optische Beobachtungen von Gaia, die PlanetLabs-Satelliten vs. Skybox Imaging, Orbit-Säuberung per Laserstrahl in Australien – und zum ersten Mal ist ein Japaner ISS-Kommandant geworden. [1:15 MEZ. NACHTRAG: mehr Links dazu und mehr zu ISEE-3]

Weitere größere Artikel

7. März 2014

Frühe Lichtkurve der Supernova 2014J zeigt markanten Knick am Ausbruchstag.

Erster Polarlicht-Beobachtungsflug aus Deutschland bekommt Substurm über den Shetlands.

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Sonnenähnliche Sterne mit bedenklichen Superflares: Kann – und will – das die Sonne auch?

Fand Kepler wirklich 715 neue Exoplaneten auf einen Streich? Auf die Definitionen kommt es an …

Die NASA will die fliegende Sternwarte SOFIA einmotten – was man schon weiß.


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