Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. Dez. 2014

18. Dezember 2014

20. Dezember

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Rosetta-Entzugserscheinungen zwischen den Jahren …

Dieses NavCam-Mosaik vom 17. Dezember hat die ESA schon gar nicht mehr verbreitet (aber dankenswerterweise die CNES), die bis zum 5. Januar schweigen will, vorher aber noch einen NavCam-‘Film’ und mehr zum Kometen-‘Gesang’ lieferte – während das DLR ein originell geschnittenes Video vom Landetag Philaes beisteuerte (und dieser Blogger Impressionen aus dessen LCC einen Monat später); mit seiner Wiederbelebung wird übrigens später gerechnet als zuweilen berichtet. Ansonsten gibt es noch – inoffiziell aber was soll’s – den kompletten Abstiegsfilm von ROLIS und von Artefakten befreite ROLIS-Bilder vom endgültigen Platz und Erkenntnisse zur genauen Größe des Kerns und zum Überleben aber unklaren Zustand des MUPUS-Hammers 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10 und 11. Und von und zu Rosetta (auch bei Science auf Platz eins gelandet) ein kurioser Glint auf NavCam-Bildern, der hier und hier diskutiert wird aber wohl nichts mit Philae zu tun hat, ein AGU-Cartoon, ein Science@NASA, Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und ein Radio-Märchen allein aus Tweets. Von anderswo im Sonnensystem noch Bilder vom Mars Express, dessen Mission wieder verlängert wurde, Erkenntnisse zum Mars-Wasser aus Meteoriten, Unterstützung der IAU für die Merkur-Krater-Taufe durch die Öffentlichkeit, eine Chang’e-3/Yutu-Galerie – und der schwierige Nachweis einer Atmosphäre von Europa durch Cassini. [16:25 MEZ – Ende]

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Ein X1.8-Flare hat sich gerade auf der Sonne ereignet – und könnte Folgen haben: weitere Visuals hier, hier, hier, hier und hier, letzteres eine Amateuraufnahme. Auch M-Flares früher und noch früher, die fleckenreiche Sonne am 19. Dezember, 18. Dezember und 17. Dezember – und ESA und NASA Releases zur Entstehung von Theta-Aurora in besonders hohen Breiten. [3:30 MEZ] Videos des X-Flares bei 30 nm hier und hier; Updates sind hier zu erwarten. [4:15 MEZ] Es ist immer noch unklar, ob etwas zur Erde unterwegs ist. [6:05 MEZ] Mehr zum Flare – eine CME Richtung Erde ist leider nicht in Sicht. [15:25 MEZ]

Komet 15P/Finlay durch Ausbruch auf 9. Größe gesprungen

Mal wieder ohne Vorwarnung ist der eben noch 11 mag. schwache Komet 15P/Finlay plötzlich auf 8.-9. Größe angestiegen und hat bei dem Ausbruch auch eine ungewöhnliche Schweifform mit (vermutlich Staub-)Streifen entwickelt: Bilder vom 19. Dezember (mehr), 18. Dezember (mehr und mehr) und 17. Dezember sowie mehreren Tagen. Derweil entwickelt sich die Helligkeit von Lovejoy prächtig (mehr, früher und mehr), und auch der Gasschweif kann sich sehen lassen: Bilder vom 19. Dezember (mehr und mehr), 18. Dezember (mehr, mehr, mehr und mehr), 17. Dezember (Infrarot), 16./17. Dezember (Spanien auf 40.5°N), 16. Dezember (mehr, mehr und mehr), 15. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14. Dezember (mehr und mehr) und 13. vs. 11. Dezember – und ein kurioser orbitaler Zufall. Von den Geminiden ein Orion-Nebel mit Meteoren (und geostationären Satelliten), ein Video und Bilder und Berichte hier (mit Nordkorea-Effekt), hier (609 GEM in Belgien in 7 1/2 Stunden), hier, hier und hier. In Sachen NEOs eine Übung, ein Workshop und eine kuriose Detektions-Methode für kleine NEO-Begleiter, eine Sternbedeckung durch ein TNO, ein Deep-Sky-Objekt neben Aldebaran, was die Folgen einer Explosion von Eta Carinae für die Erde wären – und das IYL steht vor der Tür (mehr und mehr). [2:30 MEZ]


19. Dezember

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Der Soyuz-Start VS10 in Französisch-Guyana gestern mit vier Satelliten, die die Fregat-Oberstufe diesmal korrekt aussetzte, womit Arianespace über 500 Satelliten gestartet hat: ein Video (länger), Stills daraus hier, hier, hier, hier und hier (leider war wieder mal altes Material dabei), Press Release von Arianespace und Roskosmos (man spricht jetzt auch Englisch), Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Auch der erste Jahrestag des Gaia-Starts auf derselben Rakete, erste Ergebnisse von OCO-2 (mehr und mehr) sowie vom Satelliten SMOS, eine Vorschau auf DSCOVR – und ein Sonnenaufgang auf 100’000 Fuß von einem WorldView-Ballon. [20:40 MEZ]

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Die Orion-Kapsel ist jetzt wieder im Kennedy Space Center angekommen, womit die Premierenreise der Neuauflage von Apollo abgeschlossen ist. Auch eine Vorschau auf die 1-Jahres-ISS-Mission nächstes Jahr – und ein rasantes DLR-Video, das bei der Gerst-Party in Bonn Premiere hatte. [16:55 MEZ] Mehr Bilder der Orion am Cape. [18:45 MEZ. NACHTRÄGE: der Hitzeschild im Detail und Artikel hier und hier] Und ein neues Video des Orion-Reentrys aus der Innen-Perspektive – mit wilden Plasma-Effekten. [20:25 MEZ. NACHTRÄGE: eine Montage aus Standbildern des Videos und Artikel hier, hier und hier]

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So sieht der erste Lynx jetzt aus, mit dem XCOR demnächst Passagiere – und wissenschaftliche Experimente – suborbital in den Weltraum fliegen will: Platz ist für einen Piloten und einen Kunden. Auch die definitive Verschiebung des nächsten Dragon-Starts, die Rückkehr der Orion nach Florida – und erwartungsgemäß wird der DLR-Chef nächsten Juli Generaldirektor der ESA (mehr). [3:30 MEZ. NACHTRÄGE: ein Radio-Interview mit Wörner und mehr Links zur Dragon-Verschiebung]


18. Dezember

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Indische Riesenrakete – mit Raumkapsel – vor dem Start

In einer halben Stunde soll ein GSLV Mark III mit dem Prototyp einer Raumkapsel für eventuelle bemannte Flüge – ein entpsprechendes Programm gibt es noch gar nicht – in Indien abheben: Updates und weitere Artikel hier, hier, hier und hier zum Flug der neuartigen Rakete und des Crew Module Atmospheric Re-entry Experiments oder CARE, das aus 126 km Höhe zur Erde zurückkehren soll. [4:30 MEZ] Fünf Minuten bis zum Start – Updates auch hier. [4:55 MEZ] Und die Rakete ist gut weg gekommen, alle Events nach Plan – und so geht der Suborbital-Flug weiter. [5:05 MEZ] Nach dem Start und einem niedrigen Apogäum hängt die Kapsel am Fallschirm. [5:15 MEZ] Und schon gibt’s die Festreden – die Kapsel sei gut im Wasser angekommen. [5:25 MEZ] Die Ansprachen dauern schon länger als der Flug … [5:45 MEZ]

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Der Start und die Kapsel im Wasser: ein ISRO Release, weitere Bilder hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [17:25 MEZ. NACHTRÄGE: Die ISRO meldet vollen Erfolg von CARE, detaillierte Updates des Testfluges, Bilder vom Start, der Kapsel im Wasser und der Bergung und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

MATLAB Handle Graphics

So sah der Kepler-Satellit den Kometen Siding Spring im Oktober: auch ein Versuch einer Entschmierung und der Status der K2-Mission Keplers sowie die Buchung einer Falcon 9 für TESS (mehr) und neue Sorgen um das JWST. Derweil ist SOFIA zurück in Kalifornien, die Aufgabe des Venus Express erfolgt (mehr, mehr, mehr und mehr), die Suche nach einem Landeplatz für den geretteten ExoMars 2018 kommt voran, es dürfen Namensvorschläge für Merkurkrater gemacht werden (mehr) – und Voyager 1 verfolgt eine CME (mehr und mehr). [4:20 MEZ]

Mondprojekt hat £ 672’000 – und braucht das Tausendfache

Das Crowdfunding der 1. Phase der Lunar Mission One ist knapp aufgegangen: Am Ende waren £672,447 eingesammelt – doch um die Mondmission tatsächlich durchzuführen, muss inetwa die tausendfache Summe eingetrieben werden. Mit der Anschub-Finanzierung können nun immerhin systematische Vorarbeiten – v.a. auch in Sachen Massen-Marketing – beginnen. Derweil hat der Google Lunar X Prize schon wieder seine Deadline verschoben, die zum Witz wird (Artikel hier und hier) – und Chinas Chang’e-3 arbeitet immer noch, einen Monat nach der Mondlandung. Ferner hat die NASA die Entscheidung über das Konzept der ARM – kleinen Asteroiden fangen oder Stein von großem holen? – verschoben (mehr [NACHTRAG: und mehr Links]), Russland träumt weiter von einer eigenen Raumstation, die ISS bekommt einen Wolken-Detektor, vielleicht ein CST-100 als Transporter, dieses Jahr keinen Dragon mehr, wird für Lichtverschmutzungs-Forschung benutzt und bekommt 2015 tatsächlich Besuch von einer Sängerin. Während die NASA – auf Betreiben des Kongresses – Millionen verschleudert, eine Menge Kohle 2015 erhält und Social Media in großem Stil einsetzt, ein gestrandeter Galileo-Satellit einsatzbereit ist – und der Start einer Proton gelang: Artikel hier und hier, ein Video und mehr Links. [4:05 MEZ]

Live-Blog zum AGU Fall Meeting (San Francisco)

15. Dezember 2014

17. Dezember

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Das ist eins von ca. 2000 Staubteilchen des Kometen, die COSIMA gefangen hat, unter dem Mikroskop des deutschen Staubanalysators (wobei das Bild von einer Weihnachtskarte des Herstellers stammt und das 5 Haare breite Teilchen “Hanna” zeigt, benannt nach der verstorbenen Firmengründerin Hanna von Hoerner): Die Ausbeute war viel größer als erwartet, wie in diesen Minuten auf der AGU-Tagung berichtet wird. Erste Analysen mit COSIMAS Massenspektrometer zeigen Olivin und Pyroxen. Auf das MIDAS-Instrument hat seine ersten Staubteilchen gesehen – während von OSIRIS zwar ein paar Zahlen aber wieder mal keine Bilder publik wurden … [20:25 MEZ] Auch das 3. Staubexperiment GIADA hat schon 800 Teilchen im Kasten. [20:30 MEZ] Während VIRTIS mit Daten-Kuben überzeugt. [21:05 MEZ] Die Kern-Albedo ist 6.0+/-0.3 % bei 550 nm – ein VIRTIS-Ergebnis aus einem Live-Stream, der inzwischen vorliegt. [21:20 MEZ] COSIMA hat auf den ersten 3 Tagets bis zum 21. November 1960 Staubteilchen gefangen – 100-mal mehr als erwartet, inklusive zweier “Staubstürme” in den letzten Wochen: Kometen-Staub-Modelle müssen “significantly adjusted” werden. [23:50 MEZ – Ende. NACHTRAG: Aufzeichnungen gestreamter Vorträge gibt es hier]

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So sah Philae – beim Hüpfen – seine erste “Landestelle”!

Zum ersten Mal hat der Philae-Chefwissenschaftler auf der AGU-PK (s.u.) dieses verwischte Bild gezeigt: Es wurde von der Lander-Kamera CIVA kurz nach dem ersten Bodenkontakt aufgenommen, offensichtlich in Bewegung – Philae hatte bereits wieder abgehoben. Die gesamte ungeplante Bounce-Phase ist dank Messungen mehrerer Instrumente an Bord exzellent charakterisiert, und insbesondere kann man aus dem Sprung etwas über die Beschaffenheit des Bodens – wenige Zentimeter Staub über sehr festem Eis – lernen.

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Eine der CIVA-Aufnahmen nach der endgültigen Landung, mit der Helligkeit extrem gestreckt: Dies ist die Klippe, an der Philae zu Stehen kam, und die ihn all zu gut abschattet. Erkennbar sind viele Brüche: Sind die Fragmente der Klippe jene primitiven Bauteile, aus denen sich Kometen zusammen setzen? Angereichert jedenfalls mit viel organischem Material, das den Instrumenten PTOLEMY und COSAC bereits durch die Aufpraller in ihre Detektoren geriet, wobei noch nicht klar zu erkennen ist, ob es sich um dieselben Verbindungen handelt, die ROSINA in der Koma fand (s.u.).

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Etwa so, stellt sich die CNES vor, ist Philae zum Stehen gekommen; eins der drei Beine scheint regelrecht eingekeilt zu sein. Aber alles an Bord hat bis zum Ende der Batterieladung funktioniert – und wenn Philae vielleicht um Ostern 2015 wieder genug Strom hat, sollten auch die beweglichen Teile (außer MUPUS’ Hammer, der nur einmal ausgefahren werden konnte) erneut zum Einsatz kommen können. Die Klippe dient dann sogar als Schutz vor zuviel Sonne und könnte Philae womöglich bis zum Perihel am Leben erhalten: “Perihelion Cliff” ist sie daher schon getauft worden. Dass Philae erneut aufwachen wird, daran haben seine Erbauer kaum einen zweifel: Die Elektronik hat schließlich beim großen Winterschlaf Rosettas auch schon viel Kälte überstanden, und die Bordsysteme und Instrumente sind extrem robust ausgelegt. Die Suche nach Philae auf dem Kern könnte übrigens bald ein Ende finden: Nachdem OSIRIS am 24.11. und 6.12. nichts fand, da der Lander während der Aufnahmen im Schatten war, wurden vom 12.-14.12. Bilder mit Philae in der Sonne aus nur 18 km Höhe gemacht. Die müssten den Lander eigentlich zeigen, sind aber noch nicht zur Erde übertragen. Zur weiteren Missionsplanung ist eine genaue Kenntnis der Lage wichtig – und wenn Philaes zweite Chance kommt, dann wird womöglich gar eine bessere Mission draus als die ursprünglich geplante: Die Klippen-Stelle ist deutlich vielseitiger als die ursprünglich angepeilte. Der Rosetta-Orbiter wird derweil Mitte Februar noch einmal ganz nahe an C-Gs Kern heran fliegen, 10 km vom zentrum und 6 km von der Oberfläche – und dann den gebundenen Orbit verlassen und wieder in eckigen Escort-Bahnen neben dem Kern kreuzen. Wobei im Juli ein Flug durch einen aktiven Jet angepeilt wird: Das Abenteuer Rosetta hat quasi erst begonnen, und man ist schon jetzt “overwhelmed with data” … [19:15 MEZ] Ein NASA Release und Artikel hier und hier. [19:55 MEZ] Und hier – plus ein weiteres NavCam-Bild aus 19 km Abstand. [20:15 MEZ. NACHTRÄGE: eine komplette Aufzeichnung, ein JPL Release und eine Zusammenfassung der PK und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]

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Diese Moleküle hat Rosetta bisher sicher nachgewiesen, mit dem ROSINA-Instrument in der Koma von Komet C-G, erzählte die PI gerade auf einer AGU-PK: Es gibt aber bereits Anzeichen für einige mehr. Und da der Komet bis zum Perihel nächsten August noch rund 100-mal aktiver werden sollte, dürfte noch manches mehr zu entdecken sein, auch bzgl. Isotopen-Verhältnissen. Schon jetzt ist aber deutlich geworden, dass C-G der erhoffte primitive Körper aus Bestandteilen ist, die durchweg sehr kalt blieben. Auch Science@NASA und weitere Artikel hier, hier und hier zur anderen ROSINA-Entdeckung, ein NavCam-Bild von vor einer Woche, auch hier, hier und hier verarbeitet, ein Vortrag (1h), eine Spekulation über die Form des Kerns und ein Kommentar. [18:55 MEZ]

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Zu Weihnachten werden Amerikas Vorstädte messbar heller

während die Stadtzentren gleich hell bleiben: Das ist das in einer PK präsentierte Ergebnis einer aufwändigen Analyse der Nachtaufnahmen der Erde von Suomi NPP durch Miguel Román et al. 36 Monate Daten der VIIRS-Kamera des Satelliten von Nordamerika, der Karibik und dem Nahen Osten wurden um atmosphärische und viele andere Effekte bereinigt, so dass die Helligkeit bewohnter Gebiete – mit der räumlichen Auflösung einzelner Stadtteile – und ihre Zeitabhängigkeit absolut bestimmt werden konnten: oben ein typisches Differenzbild des Weihnachtseffekts, grün = mehr Licht in dieser Zeit, und unten die Jahreskurve für 70 Städte in südlichen Bundesstaaten der USA (Reflexion an Schnee ist ein Störfaktor, der nicht sauber berücksichtigt werden kann) aufsummiert. Alle machen mit und in den Vorstädten lange und mehr Licht an als sonst, was im Sinne der Energie-Verbrauchs-Forschung von Interesse ist. Ebenfalls gefunden wurde ein Ramadan-Effekt im Nahen Osten, der aber von von Ort zu Ort deutlich variiert und durch diverse soziale Faktoren moduliert wird. Und die syrische Großstadt Aleppo wurde nach dem Beginn der Kämpfe um 94% dunkler … [0:25 MEZ] Ein NASA EO dazu. [3:25 MEZ. NACHTRAG: und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier]


16. Dezember

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Curiosity: Methan in Atmosphäre, Organisches im Gestein

Gut zwei Jahre nach der Landung und sehr energischen Analysen der Daten mehrerer Instrumente an Bord des Mars Rovers Curiosity haben es seine Forscher vor zwei Stunden in einem Paper und zeitgleich auf einer AGU-PK verkündet: Es gibt Methan in der Marsatmosphäre, sowohl ein permanentes Level von 0.69±0.25 ppbv (Teilen pro Milliarde im Volumen) wie temporäre Anstiege um das Zehnfache auf 7.2±2.1 ppbv (Grafik in ppb vs. Sol; bei “Enrichment” besonders empfindliche Messungen) – und im Gestein (der Probe Cumberland) organische Verbindungen, namentlich Chlorbenzol. Beides hat mit – früherem, geschweigedenn heutigem – Leben auf dem Mars zunächst einmal nichts zu tun, und auf der PK wurde eher betont, dass die Entdeckungen v.a. dazu gut sind, den nächsten Marsrover 2020 gezielter auf die Suche nach Lebensspuren zu schicken. In wie weit die positiven Methan-Messungen (des SAM-Instruments mit dem Laser Tunable Spectrometer) mit früheren kontroversen Daten vom Erdboden wie von Marsorbitern aus unter einen Hut zu bringen sind, ist nicht recht klar, aber sie zeigen jetzt, dass “der Mars heute aktiv ist”, mit einem Methan-Austausch zwischen der Oberfläche bzw. dem Innenleben des Planeten und seiner Atmosphäre.

Während der geringe permanente Wert mit der Wirkung solaren UV-Lichts auf angewehten interplanetaren Staub zu erklären sein dürfte, erfordern die zeitweisen starken Anstiege eine Extra-Quelle, der vorherrschen Windrichtung nach eher nördlich von Curiosity gelegen, ziemlich nahe und ziemlich kompakt. Dabei dürfte es sich um Reservoire unter der Oberfläche handeln, in denen Methan in Klathrat-Käfigen eingekapselt ist, die durchaus Jahrmilliarden überdauert haben könnten, bevor sie das Gas durch Spalten im Gestein in die Atmosphäre entließen. Und entstanden sein können diese Methan-Vorräte entweder geologisch (namentlich die Serpentinisierung von Oliven und Pyroxen durch Wasser) oder biologisch durch methanogene Bakterien: Wahrscheinlichkeiten beider Szenarios zu benennen, wagte keiner. Für den raschen Abbau des atmosphärischen Methans sorgt dann wiederum das Sonnen-UV. Noch unklarer in Sachen Leben auf dem Mars sind die Funde organischer Verbindungen durch SAM im Felsen Cumberland: der erste klare Nachweis überhaupt, denn in allen anderen Proben war nix: erste Artikel zu beiden Entdeckungen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:25 MEZ. NACHTRÄGE: alles in 3 Minuten, Releases zu den TLS- und SAM-Daten, Science@NASA, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein absurder Aufmacher (später schrieben dieselben anders darüber) sowie mehr Links – plus die Frage der Habitabilität des Mars]


15. Dezember

 

Terrestrial Gamma-ray Flashes in Gewittern jeder Stärke

Die völlig unerwartet entdeckten Gammastrahlungs-Blitze aus Gewitterwolken sind hier ein Dauerbrenner, so 2009 (“Auch Gewitterwolken funktionieren offenbar als Teilchenbeschleuniger”), 2011 (“Geophysiker hin & weg …”) oder 2013 (“Satelliten helfen bei der Aufklärung …”), und das zu Recht: Immerhin registriert der Astronomiesatellit Fermi 1100 soche TGFs pro Tag. Wie auf einer AGU-PK berichtet wurde, sind inzwischen über 900 Fermi-TGFs in direkten Zusammenhang mit Intra-Cloud-Blitzen in Gewitterwolken gebracht worden, von denen 24 mit hochauflösendem Radar gescannt werden konnten. Dabei stellte sich heraus, dass TGFs in allen Arten von Gewitterwolken entstehen, selbst so schwachen, dass sie kaum zu normalen Blitzen oder Regen in der Lage sind. Auch sieht man die TGFs nur im oberen Teil dieser Wolken, was aber mit der Absorption der Gammastrahlung durch den Wasserdampf zusammenhängen dürfte: Vermutlich gibt es TGFs – die mit Teilchenbeschleunigung durch aufwärts rasende Elektronn zusammen hängen – überall in den Wolken, aber die Satelliten sehen halt nur die höchsten (und ihre Gesamtzahl ist noch viel größer als gedacht). Der Geostationary Lightning Mapper (GLM) auf dem Wettersatelliten GOES-R sollte die TGF-Forschung bald durch noch viel mehr Korrelationen weiter voran treiben. [22:05 MEZ. NACHTRAG: ein einsamer Artikel hier]

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Einer der wichtigsten Prozesse, über den der Mars Atmosphäre verliert, offenbart sich in den oberen beiden Diagrammen mit Daten des neuen NASA-Orbiters MAVEN: Mit zunehmender Höhe werden die atmosphärischen Ionen immer “heißer”, bis sich schließlich – mit dem Millionenfachen ihrer ursprünglichen Energie – das Schwerefeld des Planeten verlassen können. Unten Messungen diverser neutraler Gase während einer Annäherung an den Planeten: Diese und viele weitere Visuals der ersten Pressekonferenz des Fall Meetings der American Geophysical Union zu finden. Schon jetzt ist klar, dass die Hochatmosphäre des Mars, die MAVEN zum ersten Mal derart detailliert untersucht, komplexer und variabler als gedacht ist. Und die Folgen des enegen Kometenbesuchs vor zwei Monaten: unklar, denn fast zeitgleich erreichte den Mars auch ein koronaler Massenauswurf der Sonne, und Effekte beider sind mühsam zu trennen. [19:25 MEZ. NACHTRÄGE: U. Colorado und NASA Releases und Artikel hier, hier und hier]

Allgemeines Live-Blog vom 12. bis 14. Dez. 2014

12. Dezember 2014

14. Dezember

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Das erste Spektrum der Oberfläche eines Objekts aus der Oortschen Wolke ist dieses Frühjahr mit dem Gemini-Nord-Teleskop gelungen (blaue und rote Datenpunkte): Obwohl auf einer extrem elliptischen Kometenbahn wurde es nämlich auch in Sonnennähe praktisch nicht aktiv und verzichtete auf eine einhüllende Koma. Der Quasi-Komet unterscheidet sich deutlich von anderen Kleinkörpern des Sonnensystems und passt noch am ehesten zu den roten Bewohnern des Kuipergürtels. Noch ein zweiter Oort-Komet, der nicht ansprang, wurde gefunden: Auch das äußerste Sonnensystem ist wohl komplizierter als gedacht. Derweil wird ein Komet für den Sudbury-Impakt verantwortlich gemacht, die Struktur der Impakt-Diamanten im Canyon Diablo-Meteoriten wie auch Diamanten in den Meteoriten des Falles Sutters Mill in Kalifornien – und von den aktuellen Geminiden Komposite aus dem UK und Deutschland und Einzelmeteore aus den Niederlanden. [23:05 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: eine All-Sky-Slideshow aus Mexiko und eine Slideshow mit 340+ Video-Meteoren, incl. 270 Geminiden, aus Deutschland von der letzten und ein japanisches Super-WW-Komposit von dieser Nacht]

Der Venus Express verglüht wohl im kommenden Januar

in der Atmosphäre: Es steht jetzt praktisch fest, dass kein Treibstoff mehr im Tank für weitere Manöver ist. Anderswo im Sonnensystem Anzeichen für regelmäßige Meteoroiden-Schauer auf dem Merkur, weiter Probleme mit dem Speicher des alten Marsrovers Opportunity, langsames Wachstum der Dünen auf dem Saturnmond Titan (Artikel hier, hier, hier und hier) und bessere Karten und Bilder der Saturnmonde und vom Uranus. Auch die Rückkehr von Chang’e-5 T1 zum Mond im Januar, Visionen gemeinsamer Mondfahrt von ESA & Russland, die Versprechen von Moonmail und Team Indus, der bevorstehene Testflug einer indischen Kapsel für Passagiere, eine ART-Test-Uhr für die ISS, was die Orion mit dem ESA-Modul kann (und hier und hier weitere Videos von EFT-1), Vorbereitungen einer ESA-Mission mit China, ein kurioses Satelliten-Programm der DARPA, die Abschaltung von UWE-3 – und erneute Versprechungen von XCOR, suborbitale wissenschaftliche Nutzlasten mit dem Lynx zu fliegen. [19:05 MEZ]

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SOFIA hat Hamburg heute Richtung Kalifornien verlassen, nach der großen Wartung, und wird ab Januar wieder Astronomie betreiben: auch Videos vom Abflug und hier und hier von einem gestrigen Testflug. Die Abreise erfolgte nur Stunden nachdem auch der Senat Tage nach dem Repräsentantenhaus den NASA-Haushalt 2015 akzeptiert hatte, der dafür 70 Mio.$ bereit stellt und ebenfalls genug für Hubble. Und in Sachen Weltraumteleskope noch eine Zufallsbeobachtung von Microlensing durch Gaia. [17:50 MEZ]

Komet C/2014 Q2 (Lovejoy) jetzt für’s bloße Auge sichtbar!

Noch ist er für Europa nicht einmal über den Horizont gekrochen, nach Weihnachten ist es so weit, aber von der Südhalbkugel gibt es jetzt – so hier, hier und hier aus Australien – erste überzeugende Sichtungen des neuen Kometen Lovejoy mit dem bloßen Auge um 6.0 mag. unter dunklem Himmel! Die Lichtkurve entwickelt sich seit Monaten stabil prächtig, wie Analysen hier und hier zeigen, und eine gute Größenklasse mehr ist noch drin, wenn Lovejoy im Januar hoch am europäischen Himmel stehen wird. Dort könnte der Komet – umfangreiche Infos hier und hier und Artikel hier, hier und hier – der erste sicher mit dem bloßen Auge erkennbare Komet seit fast zwei Jahren werden, und das mal nicht in der Dämmerung am Horizont sondern näher am Zenit! Mehr als ein diffuses Fleckchen wird aber wohl nicht drin sein: Mit einem Staubschweif wartet dieser Lovejoy bisher nicht auf, wohl aber mit einem fotogenen Gasschweif, wie Bilder vom 13. Dezember (mehr und mehr), 12. Dezember (mehr), 11. Dezember, 10. Dezember, 9. Dezember, 7. Dezember und Ende November zeigen. Auch Elenins 3. Kometenfund, bereits unter Beobachtung, nette Geminiden 2014 (mehr Berichte und ein Komposit-Bild samt Aurora) – und schon wieder ein neuer Hauptgürtel-Komet bzw. Asteroid plötzlich mit Schweif. [16:40 MEZ]

Ein neues Aurora-Video in Echtzeit, aufgenommen mit einer neuen superempfindlichen Kamera, sowie ein älteres Echtzeit-Video. Auch eine Supernova 14. Größe, ein Upgrade des Lick Obs., der baldige Beginn des IYL, die Erfassung der dunkelsten Orte des U.K., ein Planetenwanderer in Thüringen – und die formelle Entschuldigung von Greenpeace für einen zunächst (Erklärungen in Deutsch und Englisch) angepriesenen PR-Stunt, der deutlich sichtbare Schäden in Nazca hinterlassen hat; auch Artikel in Spanisch (mehr), Englisch (mehr, mehr und mehr) und Deutsch (mehr, auch mit Hinweis auf früheren Nazca-Frevel). [15:35 MEZ]


13. Dezember

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Atlas V mit neuem Stufe-2-Triebwerk und Geheimsatellit

Gerade ist die erste Atlas V mit einem neuen Triebwerk der Centaur-Oberstufe in Vandenberg mit einem geheimen Satelliiten der NRO gestartet: Wieder einmal wurde der Webcast nach wenigen Minuten abgebrochen. Auch ein Hearing zum SLS und der Orion, deren erstes Exemplar nun nach ihrem Premieren-Flug die lange Reise nach Florida zurück angetreten hat – und ihre mögliche Asteroiden-Mission wird nun bald definiert. Ferner ist der nächste Dragon-Start auf den 19. Dezember gerutscht – und der NASA-Etat enthält 20 Mio.$ für Reparaturen auf Wallops nach der Antares-Explosion. [4:45 MEZ] So viel zum “geheimen” Start – ein britischer Amateurastronom beobachtete (zufällig) einen Fuel Dump der Centaur: Animation, Detail-, Weitwinkel-Bild. [13:05 MEZ] Ein Mini-Video vom Start, Press Releases von ULA und Moog, Artikel hier und hier und mehr Links. [17:35 MEZ] Und das “übliche” ULA-Video mit dramatischem Schnitt – und Hirschen. [23:50 MEZ. NACHTRÄGE: Nahaufnahmen des Starts und weitere Spekulationen über den Zweck und die Bahn des Satelliten]


12. Dezember

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Ein weiterer aktueller C-G-Kern aus 20 km Abstand am 9. Dezember mit der NavCam aufgenommen – auch die Philae-Landung als Inspiration, zur viel diskutierten Messung ROSINAs (“Das Deuterium-zu-Wasserstoff-Verhältnis von Komet C-G …”) und der Rückkehr der Asteroiden als Wasserspende-Kandidaten für die Erde noch Pressemitteilungen aus Bern und von der MPG, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Podcast sowie ein Hangout zu Ceres-Beobachtungen mit Hubble und Dawn und der YORP-Effekt für den OSIRIS-REx-Asteroiden Bennu. [1:45 MEZ. NACHTRAG: eine Zusammenfassung des Ceres-Hangouts] Das erste ‘offizielle’ Farbbild von C-G sieht in natürlichen Farben perfekt schwarz-weiß aus – aber wenn man die Sättigung hoch treibt … [16:00 MEZ] Auch eine PM des MPS und Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum Farbbild, Gedanken zur geringen Dichte des Kerns, mehr Wissenschaft nächste Woche, Hinweise auf Veränderungen auf dem Kern in den letzten Wochen, das neue 3D-Modell des Kerns, allerlei Ausschnitte aus NavCam-Bildern der letzten Tage, die Bahn-Pläne Rosettas bis nächsten Februar – und für Physics World ist die Mission der Durchbruch des Jahres; auch Videos dazu hier und hier und ein Artikel. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: hier, hier, hier und hier weitere OSIRIS-Farb-Experimente]

Aeolis Mons: in Episoden aus See-Sedimenten?

11. Dezember 2014

Auf einer ziemlich überraschend angesetzten Telecon – komplette und teilweise Aufzeichnung plus alle Visuals – haben Forscher des Marsrovers Curiosity vor drei Tagen Bild-Belege dafür präsentiert, dass der Zentralberg des Kraters Gale durch Sedimentablagerungen beim Kommen und Gehen eines Sees entstanden ist. Ein Paper dazu gibt es nicht, nicht mal entwurfsweise: Vielmehr hat man beschlossen, der Öffentlichkeit nun “rohere” Wissenschaft – in Gestalt im Wesentlichen von Farbaufnahmen diverser Kameras des Rovers – zu bieten und sie beim Testen entstehender Hypothesen quasi zugucken zu lassen. Und da sehen wir – Anklicken liefert jeweils größere Bilder mit Maßstäben und Beschreibungen – dies:

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Ein Aufschluss am Rand des “Hidden Valley” am Sol 712 = dem 7. August – die gleichmäßigen waagerechnten Schichten sind typisch für Sedimente auf dem Boden eines Sees, nicht weit der Stelle, wo Wasser hinein floss.

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Sehr fein geschichtete Sedimente im Aufschluss Pahrump Hills am Fuße des Aeolis Mons am 28. Oktober: Die dünnere Schichtung verweist auf eine Bildung in größerem Abstand vom Delta des einströmenden Flusses wie auch größere Wassertiefe als oben.

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Der “Whale Rock” am 2. November zeigt typisches “cross-bedding”, gegeneinander geneigte Schichten: So etwas entsteht, wenn Wasser über ein lockeres Sedimentbett strömt – der Lage nach in diesem Fall vom Delta weg in tieferes Wasser und in Richtung des heutigen Aeolis Mons.

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Verkippte Sandstein-Schichten nahe Kimberley oben am 13. März und unten am 4. April: Sie neigen sich nach Südwesten, weg vom Kraterrand und hin zum Aeolis Mons – Hinterlassenschaften kleiner Deltas, die nach und nach die Sedimente Richtung Berg aufbauten. In der Mitte ein weiterer Blick in die Landschaft an dieser Stelle.

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Auch auf dem Zabriskie Plateau – am 22. Juli – neigen sich die Schichten nach Süden, Indiz für temporäre Deltas von Zuflüssen. Aber man befindet sich nun 25 Meter höher als bei den entsprechenden Schichten von Kimberley: Damit sind sie Zeugnisse einer jüngeren Episode einer solchen Delta-Bildung, derer es mehrere gegeben haben muss – und Curiosity fährt gewissermassen die Geschichte entlang.

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Dieser Prozess im Schema: Von rechts strömt Wasser in den See, wird abgebremst und bildet keilartige Sedimente, die sich in Richtung des Sees neigen – genau von der Art, wie sie Curiosity dieses Jahr mehrfach begegnet sind.

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Und das ‘große Bild’ der Entstehung des Aeolis Mons, wie sie sich die Curiosity-Forscher jetzt ausmalen: durch eine Abfolge von Flüssen, Seen und Wüsten, ihre Sedimente später zur heutigen Bergform erodiert (rechts). Hell sind Ablagerungen durch Deltas aber auch in Trockenperioden von Wind angewehtem Material dargestellt, dunkel Sedimente am Boden des temporär auftretenden Sees. Einige 10 Mio. Jahre dürfte das so gegangen sein, vor etwa 3.5 Mrd. Jahren – und das gesamte Marsklima müsste damals (etwas später in der Marsgeschichte übrigens als lange angenommen) wärmer und feuchter als heute gewesen sein.

Denn sonst funktioniert das mit den oberirdischen Flüssen und dem See einfach nicht; womöglich war gar anderswo auf dem Planeten ein richtiger Ozean vonnöten, um ein hinreichend stabiles Klima zu erhalten. Wobei das Bild der Sedimente bisher nicht klar aussagt, ob es durchgängig oder nur episodisch so gut war: Das wird Curiosity vielleicht bei der weiteren Fahrt den Aeolis Mons hinauf heraus finden, während der Rover die Klimageschichte gewissermassen abliest. Und natürlich dann und wann auch chemische Untersuchungen des Materials vornimmt, die das Bild weiter abrunden: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Ein dynamischer Vortrag über die Curiosity-Mission bis heute, gehalten vom PI des Curiosity-Experiments CheMin, das bisher die komplexe Mineralogie von 5 Bodenproben analysiert hat – auch was derweil Opportunity treibt, der Baubeginn von InSight, dem nächsten NASA-Lander, und Chinas Visionen für Marslandungen. Und wie sich dort bereits die Kleinsten darauf vorbereiten: u.a. mit Bordwaffen für Mars-Rover, man kann ja nie wissen …

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Lebens-Spuren in frischem Marsmeteoriten – alternativlos?

Kohlenstoff-Verbindungen tief in dem 2011 in Marokko gefallenen und 3 Monate später eingesammelten Meteoriten Tissint vom Mars interpretiert ein Mineralogen-Team aus China, Deutschland, der Schweiz und Japan (Lin et al., Meteoritics & Planetary Science 49 [2014] 2201-18) als Produkt biologischer Prozesse auf dem Mars: indem sie alle ihnen prinzipiell möglich erscheinenden Alternativ-Erklärungen ausschließen. Das Kerogen-artige Material stammte vermutlich aus einer Flüssigkeit, die in Brüche im Gestein eindrungen war, die ein früherer Impakt erzeugt hatte – später gab es dann einen weiteren Impakt, in dessen Folge einige der Kammern mit den organischen Ablagerungen isoliert (und etwas des Kohlenstoffs zu Mini-Diamanten) wurden: ebenso wie ein erhöhter Deuterium-Anteil ein Argument dafür, dass sie wirklich vom Mars stammen und keine späteren irdischen Verunreinigungen sind. Ihre Kohlenstoff-Isotopen sind gleichwohl erheblich leichter als im CO2 der Marsatmosphäre oder den Karbonaten des Planeten: “ein faszinierender Hinweis auf einen möglichen biotischen Prozess”, über den die Analyse freilich keine weitere Auskunft gibt. Die kosmochemisch naheliegendste Alternative wäre noch abiogenes organisches Material aus kohligen Chondriten – bei dem zwar die Chemie wie Isotopenverhältnisse passen würden, dessen Transport in den Meteoriten hinein aber kaum zu erklären wäre. Der Nachweis einer Flüssigkeit reich an organischen Verbindungen auf der Oberfläche des jungen Mars, die einst in die Ritzen des späteren Meteoriten kroch, würde das Bild der damaligen Umwelt des Planeten gravierend verändern: eine Pressemitteilung aus Bayreuth, ein Press Release aus Lausanne (von wo auch die beiden Videos stammen) und Artikel – teilweise mit mehr oder weniger konkreten Einwänden – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Allgemeines Live-Blog vom 8.-10. Dezember 2014

8. Dezember 2014

10. Dezember

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Der interessante Fall des Near Mars Asteroids 2014 UR116

Eigentlich war es wie immer: eine Entdeckung eines erdnahen Asteroiden in Russland, verwirrte Medienberichte dort und dann weltweit (in diesem Fall dasselbe Spiel sogar zweimal, Anfang November und Anfang Dezember), Kopfkratzen bei Sachkennern, weil das Objekt auf keiner Risiko-Liste auftaucht und es mithin in den nächsten 100 Jahren gar keine Impakt-Chancen gibt, schließlich Entwarnung durch die NASA, diesmal besonders eindeutig, da Prescovery-Aufnahmen den Bahnbogen auf 6 Jahre erweitert haben, allgemeines Aufatmen, weil’s die NASA so sagt, Akte zu. Oder etwa doch nicht? Zwar hat der Kleinplanet 2014 UR116 derzeit einen garantierten Minimalabstand von der Erde (MOID) von 0.029 au, aber sein Entdecker verweist nun auf Bahnentwicklungen über jene 100 Jahre hinaus, für die das All Clear der Impaktrisiko-Webseiten gilt. Für die Erde nimmt die MOID in den nächsten 200 Jahren noch zu, bleibt aber unter 0.05 au. Doch für den Mars sinkt sie kontinuierlich – bis sie in 170 bis 180 Jahren unter den Marsradius gefallen ist (Grafik)! Natürlich bedeutet eine kleine MOID noch lange keine Kollision, aber der “Fall” 2014 UR116 bleibt zumindest für Marsianer interessant. [23:55 – Ende]

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Das Deuterium-zu-Wasserstoff-Verhältnis von Komet C-G beträgt (5.3±0.7)×10^−4 und liegt damit – wie bereits berichtet (“Deuterium/Wasserstoff-Ratio in C-G viel größer als irdisch!”) – weit über dem Wert der irdischen Ozeane, nämlich um einen Faktor ~3. Zusammen mit früheren Messungen an anderen Kometen zeigt dieses Ergebnis von ROSINA auf Rosetta, dass der D/H-Wert unter den Kometen der Jupiter-Familie erheblich streut und sie mithin nicht aus Erdozean-ähnlichem Wasser(eis) bestehen – womit eine andere Quelle für das irdische Wasser wahrscheinlicher wird: auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier – und ein Artikel und ein früheres Paper zum Satelliten PROCYON, der mit Hayabusa 2 zusammen startete und einen anderen (noch nicht festgelegten) Asteroiden besuchen soll. [21:00 MEZ] Mehr ROSINA-Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:30 MEZ]

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Die NASA bekommt im laufenden Haushaltsjahr 18.0 Mrd.$

und damit zu guter Letzt eine halbe Milliarde mehr als das Weiße Haus gewünscht hatte: So steht es in der kurz vor knapp ausgearbeiteten “Omnibus Bill” des US-Kongresses, die einen erneuten Shutdown der Regierung verhindert hat – und die bis Ende der Woche angenommen worden sein sollte. Mit 18.01 Mrd.$ soll die NASA 549 Mio.$ mehr als ‘bestellt’ und 364 Mio.$ mehr als im Fiskaljahr 2014 bekommen, wobei das Wissenschaftsprogram 5.2 Mrd.$ abbekommt. Zu den Gewinnern gehören Planetenforschung, die um 12% auf 1.4 Mrd.$ steigt und 118 Mio.$ für den Beginn einer Europa-Mission einschließt, Astrophysik mit 727 Mio.$, worin 70 Mio.$ für den Weiterbetrieb der gerade fertig gewarteten fliegenden Sternwarte SOFIA enthalten sind, und die Orion und das SLS mit zusammen 2.9 Mrd.$. Auch ein Video und ein Bericht zu den Beschlüssen des ESA-Ministerrats. [20:35 MEZ. NACHTRÄGE: eine Analyse der AAS und eine Reaktion der PS zu den NASA-Zahlen]


9. Dezember

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Rauschende Willkommens-Party für Alex Gerst in Bonn

Erst eine Kurz-Führung durch die aktuelle “Outer Space”-Ausstellung der Bundeskunsthalle (mit Kugel-Planetarium, Liberty Bell 7 und Pressekonferenzchen), dann eine Bühnenshow im Foyer mit 300+ Gästen: Die Rückkehr des 11. und letzten deutschen Raumfahrers (unten mit 6 seiner Vorgänger) wurde gestern Abend zünftig gefeiert. Nachdem sich die deutsche Raumfahrt mit der Einordnung ihrer großen bemannten Komponente (Frauen brachten es nie in die Endauswahl) lange schwer tat, hat sie nun eine angemessene Rolle entdeckt: It’s Party Time! Jede Menge Bilder dieses Bloggers gibt’s hier mit reichlich Zugaben hier, hier und hier und Bilder anderer hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

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Die Orion-Kapsel ist nun wieder auf festem (US-)Boden

angekommen, nachdem die USS Anchorage vergangene Nacht San Diego erreicht hatte: weitere Bilder vom Ausladen – weiter geht es nun per LKW zurück an die Ostküste – hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier] und mehr von der Bergung im Pazifik hier und hier [NACHTRAG: plus ein längeres Video] sowie Artikel zum altertümlichen Bordcomputer hier und hier, ein Video des Starts von nahem und Berichte von Teilnehmern eines Tweetup alias ‘Social’ zum Start mit [NACHTRAG: dito] und ohne demselben.

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Und hier noch eine ungewöhnliche “Aufnahme” der ISS, die beim Anflug des letzten ATV per IR-Laser enstand, der die Raumstation aus 70 m Abstand anblitzte. Von derselben auch die Samantha-Berichte von L+12, L+13/14 und L+15. [20:20 MEZ] Die ersten Erfahrungen mit dem Laser-System OPALS zur Kommunikation mit der ISS. [21:00 MEZ] Der nächste Cygnus startet auf einer Atlas V zur ISS, Ende 2015, und wenn die Antares noch länger ausfällt, gibt es eine Option auf eine weitere ULA-Rakete. [21:25 MEZ. NACHTRÄGE: hier, hier und hier Artikel dazu]

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Analyse: Komet Churyumov-Gerasimenko ist ein Chaot!

Damit ist nicht das verwegene Aussehen seines Kerns – hier vorgestern aus nur 20 km Höhe – gemeint, sondern die Entwicklung seiner Bahn um die Sonne infolge mehrerer naher Vorbeiflüge am Jupiter wie auch nichtgravitativer Kräfte durch seine Jet-Aktivität in Sonnennähe: Wie die numerische Verfolgung zahlreicher “Klone” (also Kometen mit minimal anderen heutigen Bahnelementen) zeigt, ist es schon nur noch vage möglich, C-Gs Bahn vor dem letzten nahen Jupiterbesuch 1959 zu rekonstruieren – und völlig unmöglich vor dem vorletzten 1928. Trotzdem lässt sich noch erkennen, dass der Komet wirklich aus dem Kuiper-Gürtel (und nicht der Oortschen Wolke) stammt – und dass seine Periheldistanz vor 1959 größer als 2 au war (heute: 1.3 au) und die Aktivität mithin immer geringer als sie heute werden kann. Die chaotischen Eigenschaften von C-Gs Bahn waren zwar schon seit 2003 bekannt, aber so energisch wurden sie bisher nicht charakterisiert: Die Aussagen auf dieser ESA-Seite zur Bahn vor 1959 sind wohl übertrieben exakt. Auch ein neues Fan-3D-Modell und Artikel hier und hier. [16:45 MEZ]


8. Dezember

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Künstliche SoFi mittels zwei Satelliten wird Wirklichkeit

Über das kleine aber feine ESA-Projekt wurde hier schon vor über 5 Jahren zum ersten Mal berichtet und auch im Jahr darauf (“Zwei-Satelliten-Koronograph funktioniert … im Labor”) – und nun wird das Satelliten-Paar Proba 3 tatsächlich realisiert! In ca. 4 Jahren werden zwei Satelliten gestartet, die in 150 m Abstand voneinander Millimeter-genau positioniert werden, etwa so wie in der Grafik: Der eine wirft dabei einen Schatten so auf den anderen, dass ein Teleskop darauf eine perfekte und permamente totale Sonnenfinsternis erlebt, viel besser als es die Koronographen auf SOHO vermögen. Dabei steht die Sonnenforschung aber gar nicht im Zentrum: Vielmehr sollen Erfahrungen mit präzisem Formationsflug zweier Satelliten gesammelt werden, die später bei noch komplexeren Missionen zum Einsatz kommen könnten.

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Diese Rakete soll morgen zur Sonnenforschung starten: an Bord – zum zweiten Mal und verbessert – der Focusing Optics X-ray Solar Imager (FOXSI), der während des 15-Minuten-Fluges die Sonne im harten Röntgenlicht abbilden soll.

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Und eine große Protuberanz verließ heute die Sonne, hier gesehen vom AIA-Instrument auf dem SDO bei 30 nm Wellenlänge – auch ein M-Flare am 4. Dezember. [23:55 MEZ]

Wie die Orion vorgestern eingesammelt wurde

7. Dezember 2014

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Noch mehr Navy- und NASA-Bilder der Bergungsoperation vor Baja California gibt es hier, hier und hier – und es wurde noch ein kleiner Zwischenfall bekannt, der vor dem Start gelöst werden musste: indem kurzerhand ein Kabel durchgeschnitten wurde …

Der Winterschlaf von New Horizons ist vorerst beendet: Fast 20-mal war die NASA-Sonde auf dem Weg zum Pluto schon aufgeweckt und wieder eingeschläfert worden, aber diesmal soll sie rund zwei Jahre permanent aktiv bleiben: Press Releases von JHU und NASA, Science@NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (früher) und hier. Auch alles bestens auf Hayabusa 2 – und dem Testsatelliten PROCYON, der mit derselben Rakete auf eine interplanetare Bahn geschossen worden war.

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Was Hubble über “Mars-Komet” Siding Spring heraus fand

In einem Paper sowie auf einer Pressekonferenz (Screenshots hier, hier und hier sowie alle PKs der Tagung DPS 46) und in einem Press Release wurden im Herbst HST-Beobachtungen des Kometen aus drei Epochen vorgestellt: oben die Originalaufnahmen mit der WFC3, unten mit dem 1/Radius-Filter bearbeitete Versionen, zum zwei Jets heraus zu kitzeln, die jeweils vorhanden waren. Zwei ganz verschiedene Rotationsachsen lassen sich fitten, ein eindeutiges Bild der Lage im Raum ergibt sich mithin nicht. Interessant aber der Farbverlauf in der Koma, der an HST-Aufnahmen von ISON erinnert: Offenbar wird in beiden Koma Wasser erst von Eisteilchen freigesetzt, die schon in die Koma gelangt sind. Auch Siding-Spring-Aufnahmen von der MOM Indiens (dito und Artikel hier, hier und hier), die aber nur schwer zu verstehen sind, sowie Ergebnisse von Curiosity und MAVEN und was man insgesamt lernen konnte. Plus die Lichtkurve des Kometen, die eine Weile nach dem Mars-Besuch einen überraschenden Sprung nach oben machte, und Bilder des Kometen vom 6. Dezember, 25. November und 18. November.

Allgemeines Live-Blog vom 4.-6. Dezember 2014

4. Dezember 2014

6. Dezember

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Und zum Schluss noch der letzte Ariane-Start des Jahres

Der 77. Ariane-5-Start und 6. des Jahres fand – mit zwei Satelliten an Bord – noch am Tage und auch bei ziemlich klarem Himmel statt, so dass die ersten Flugphasen gut zu verfolgen waren, insbesondere das Abtrennen der Booster: viele weitere Screenshots hier und hier. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: ein Startvideo aus der Ferne (mit schöner Dschungel-Atmosphäre), ein ISRO Release, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

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Hier kehrt die Orion zurück, nach dem erfolgreichen “Rücksturz zur Erde” gestern, auf einem Foto der US Navy – auch eine größere Video-Sammlung, die NASA-Fotosammlung und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus Samanthas ISS-Berichte von L+8/9, L+10 und L+11 – und die ESA will wissen, warum das IXV plötzlich nicht fliegen durfte. [14:15 MEZ]

U.S. Navy and NASA Team up for Exploration Flight Test - 1

Ein weiteres Navy-Bild von der Kapsel im Wasser, kurz vor der Bergung: die wurde noch am Tag der Wasserung abgeschlossen, mit der Aufnahme der Orion durch die USS Anchorage. Bilder des Hitzeschilds – dessen Test die zentrale Aufgabe von EFT-1 gewesen war – sind von dort allerdings noch nicht in die Öffentlichkeit gelangt. Sonntagabend oder Montagfrüh soll die Anchorage in San Diego eintreffen: Dann wird man wohl mehr sehen. [23:35 MEZ]

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So sieht Dawn den Zwergplaneten Cenes jetzt: 9 Pixel groß

Die NASA-Raumsonde Dawn hat das erste aufgelöste Bild ihres nächsten Ziels, des Zwergplaneten Ceres, zur Erde geschickt: entstanden am 1. Dezember 2014 aus einer Entfernung von etwa 1,2 Millionen Kilometern hat. Das 9-Pixel-Bild hilft dem (u.a. deutschen) Kamerateam, das Instrument noch vor der Ankunft im nächsten Jahr zu kalibrieren; Mitte Januar werden die Aufnahmen dann deutlicher: Pressemitteilungen von MPG und DLR, ein JPL Release, ein Artikel, ein 1-1/2-Stunden-Vortrag zu Dawn von letzter Nacht – und Artikel hier, hier und hier zum Beginn der anderen Zwergplaneten-Mission mit New Horizons’ Erwachen.

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Ein Bild, das die nächste Asteroiden-Mission – Hayabusa 2 – geschickt hat: Es zeigt das planmäßig ausgefahrende Sammelrohr für die frei zu schlagenden und einzusammelnden Bodenproben. Weiter alles bestens an Bord; auch ein Science@NASA und Artikel hier und hier. Auch starke Kommunikations-Probleme mit dem Venus Express, der aber noch nicht schweigt, was Opportunity gerade treibt und die Vergangenheit des Mond-Magnetismus.

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Rosettas Komet am 2. Dezember aus 30 km Abstand: Diesmal fällt der Blick auf jene Vertiefung auf dem “Kopf”, an deren Rand Philae zum Stehen gekommen sein dürfte. In einer Mitteilung an dieses Blog ist Philaes “Chef” S. Ulamex gestern Abend Gerüchten entgegen getreten, der Harpunen-Mechanismus sei automatisch oder per Kommando abgeschaltet worden, weil die Retrodüse ausgefallen war: “[I]ch kann Ihnen versichern, die Harpunen von Philae wurden nicht absichtlich nicht gezündet. Die genaue Fehlerursache wird zur Zeit noch analysiert. Richtig ist, dass die Harpunen beim Feuern einen Impuls auf den Lander ausgeübt hätten, der etwa 7cm/s (pro Harpune) Aufwärtsgeschwindigleit bedeutet hätte. Falls die Anker abgeprallt wären, wäre Philae dann also noch weiter gesprungen (aber die Fluchtgeschwindigkeit hätte man wohl trotzdem nicht erreicht!). Man beachte die große Anzahl an Konjunktiva …” [0:55 MEZ]


5. Dezember

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Die triumphale Rückkehr der Orion nach ihrem ersten Flug

offenbar ohne irgendwelche nennenswerten Probleme: auch Bilder der Kapselkamera nach oben vor und nach der Wasserung und ein Artikel. Und so hatten sie an Bord der ISS den Start geguckt. [17:55 MEZ. NACHTRÄGE: die Rückkehr im Video, 8 Minuten lang, der ‘Predator’ der NASA, der die Bilder machte – und (mindestens) 33 Seiten Screenshots, Diskussion u.v.m. von und zu EFT-1]

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Die Orion im Wasser, auch ein anderes Bild, Press Releases von ESA und Planetary Society und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [18:15 MEZ] Es ist übrigens fast 40 Jahre her, dass zuletzt eine NASA-Kapsel wasserte. [18:30 MEZ] Eine Stunde nach der Wasserung hat sich die Orion planmäßig abgeschaltet und kann nun geborgen werden. [18:35 MEZ] Weitere Artikel hier und hier – die weitere Entwicklung kann hier erst wieder in ein paar Stunden verfolgt werden. [18:50 MEZ] Die Wasserung vom Schiff gefilmt, Press Releases von LockMart (was genau tetestet wurde), NASA (mehr) und ULA, Fotos vom Start, die Aufzeichnung der PK nach dem Flug, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [23:15 MEZ]

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Die Orion fliegt jetzt allein, nachdem sich um 16:28 MEZ die Delta-Oberstufe abgetrennt hat; dieses Bild entstand etwas vorher. [16:30 MEZ] Der kurze Delta IV Second Stage Disposal Burn ist gerade erfolgt. [16:45 MEZ] Und die Kapsel hat sich gedreht für den Reentry in 1/4 Stunde. [17:05 MEZ] Die Kapsel folgt genau der geplanten Bahn zur Wasserung vor Baja California – noch 8 Minuten bis zur Atmosphäre. [17:10 MEZ] Kurz vorher gab’s noch Erdbilder aus geringer Höhe, aber nun hat der Reentry begonnen, und Plasma verhindert den Funkkontakt. [17:20 MEZ] Die letzten 10 Minuten des 4 Stunden und 29 Minuten langen Fluges waren atemberaubend spannend: Das Videosignal von der Orion kam rasch wieder – und auch die Drohne hatte sie perfekt im Bild, erst infrarot, dann in Farbe. Beste Sicht auf die Fallschirme, und die Orion selbst übertrug ihre Wasserung live. [17:30 MEZ]

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So sieht die Orion die Erde auf dem Weg zum Apogäum

Weiter werden Live-Bilder aus der Perspektive künftiger Passagiere gesendet, aus inzwischen rund 5000 km Höhe. Noch 20 Minuten bis zur Erdferne. Es gab auch Live-Bilder einer Drohne über dem Pazifik. [15:50 MEZ] Das Apogäum wurde um 16:11 MEZ passiert – wobei der NASA-Sprecher die erreichte Höhe nur in Land- und Seemeilen verlas: Raumfahrt der Zukunft?? Es waren 5800.4 km. Weitere Erdansichten vorher hier, hier und hier – z.Z. blendet die Sonne hinter der schmalen Erdsichel. [16:15 MEZ]

Orion Exploration Flight Test

Wie die Reise der Orion begann: weitere frühe NASA-Fotos auch hier und hier und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. [14:10 MEZ] Eine kuriose Langzeit-Aufnahme des Starts unter schweren Wolken. [14:20 MEZ]

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Und noch ein Pretty Picture, diesmal vom Start-Veranstalter ULA, der hier noch mehr zu bieten hat. [14:35 MEZ] Wie der Start vom VAB aus zu sehen war. [14:50 MEZ] Und der 2. Burn ist absolviert! Die Orion soll nun bis auf 5808 km Höhe steigen, während das Perigäum unter der Erdoberfläche liegt. [15:05 MEZ] Der Burn war “perfekt”, damit hat die Delta ihre Schuldigkeit getan. [15:10 MEZ] Wobei deren 2. Stufe aber noch bis nach dem Apogäum an der Orion bleibt. Die Bahn dorthin ist perfekt, -37 x 5810 km x 28.8°. [15:15 MEZ] Kurios: der Start aus einem Passagier-Flugzeug gesehen. [15:30 MEZ]

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Die Orion ist unterwegs zum heißen Test ihres Hitzeschilds

Im zweiten Anlauf klappte alles wie am Schnürchen, und die Delta IV hob pünktlich ab, um allerdings schon nach einer Minute in den Wolken zu verschwinden. Die Orion mit der 2. Stufe ist inzwischen in einer Parkbahn angekommen, für 1 1/2 Stunden. [13:25 MEZ]

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Weitere Phasen des Aufstiegs der Delta IV – auch ein Video des Starts und weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Spannend wird’s nun wieder um 15:00 MEZ, wenn die zweite Stufe erneut zündet, um die Kapsel weg von der Erde zu drücken. Das Apogäum sollte um 16:10 MEZ erreicht sein – und der extra heiße Reentry und die Landung folgen um 17:20 bzw. 17:29 MEZ. [13:50 MEZ]


4. Dezember

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Das erste Bild von Komet C-G aus dem Dezember, aufgenommen von der NavCam vor drei Tagen aus 30 km Abstand – seither hat es ein erstes Manöver gegeben, um die Bahnhöhe temporär auf 20 km zu senken. Auch ein Artikel, ein inzwischen überwundener Rückschlag bei OSIRIS-REx – und der unermüdliche Student Dust Counter auf und die weiteren Beobachtungspläne für New Horizons, der bald bis Pluto permanent wach bleiben soll. Sowie Science@NASA, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links zum möglichen Ziel danach. [18:20 MEZ]

Kritik an sensationalistischer Anti-Asteroiden-Kampagne

Eine “Deklaration” mit stürmischen Forderungen, die aber Details wie Begründungen missen lässt, dafür von Promis – die meisten ohne Hintergrund in Asteroidenforschung – unterstützt wird (die Aufzeichnung einer PK, Press Releases hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier) und prompt zu dämlichen Schlagzeilen führt: Dankenswerterweise melden sich dagegen bereits echte Experten zu Wort. Natürlich seien die NEO-Kataloge noch unvollständig, und mehr Teleskope würden die Suche beschleunigen, sagt einer von der z.Z. führenden Catalina Sky Survey – aber es sei schlicht falsch, über “Millionen” von erdbedrohenden Kleinplaneten zu schwadronieren. Und: “The idea that we need to increase the rate of discovery by a hundred times significantly overstates the actual impact risk, and it is not clear that it is even technologically possible to do so without spending billions or tens of billions of dollars.” Und das LSST wird bereits ‘nebenbei’ die Entdeckungsrate nach oben treiben – während das Hauptproblem eher die Verfolgung neuer Funde zur besseren Bahnverfolgung bleibt. [15:45 MEZ]

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Keine Stunde verbleibt mehr im Startfenster für die Delta IV mit der Orion-Kapsel: Eine ganze Kette von Problemen hat immer neue Holds des Testflugs verursacht; z.Z. hängt’s an einem Ventilproblem. Wenn’s doch noch losgeht, wäre dies der Plan für den 4-1/2-Stunden-Flug. [14:45 MEZ] Das Ventil macht weiter Ärger, 40 Minuten vor der Deadline. [15:05 MEZ] Und der Start ist für heute abgesagt worden! [15:35 MEZ. NACHTRÄGE: zur Verschiebung – um wohl exakt 24 Stunden; die Wetteraussichten sind dann deutlich schlechter – die Aufzeichung einer NASA-PK, ein Media Advisory, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

Endgültiges “grünes Licht” für den Bau des E-ELT gegeben!

Der ESO-Council, das Führungsgremium der ESO, hat auf seiner letzten Sitzung grünes Licht für den Bau des European Extremely Large Telescope (E-ELT) in zwei Phasen erteilt: Für die erste Phase wurden Ausgaben von rund einer Milliarde Euro bewilligt, wodurch die Baukosten eines voll funktionsfähigen Teleskops und einer Reihe leistungsstarker Instrumente eingeschlossen abgedeckt werden. Der bisher größte Industrieauftrag in der Geschichte der ESO für den Bau der Teleskopkuppel und der Teleskopstruktur wird im nächsten Jahr geschlossen, die Inbetriebnahme des Teleskops soll in 10 Jahren folgen. Der Bau des E-ELT – ein Teleskop für sichtbares und Nah-IR-Licht mit einen Hauptspiegel von 39 Metern Durchmesser auf dem Cerro Armazones in der chilenischen Atacama-Wüste – war vom ESO-Council im Juni 2012 unter der Bedingung bewilligt worden, dass die Industrieaufträge mit einem Wert von über 2 Millionen Euro nur vergeben werden dürfen, sobald die Geldmittel für die Gesamtkosten des Teleskops von 1083 Mio. Euro (Geldwert von 2012) zu 90% gesichert sind.

Eine Ausnahme wurde für die Baumaßnahmen am zukünftigen Standort bewilligt, die mit dem feierlichen Spatenstich im Juni 2014 begonnen haben und gut voranschreiten. Bis auf weiteres werden 10% der gesamten Projektkosten auf eine zweite Phase verlagert. Mit dem ESO-Beitritt Polens haben die finanziellen Beiträge für das E-ELT nun mehr als 90% der Gesamtkosten der ersten Phase erreicht, die ein voll funktionsfähiges E-ELT hervorbringen wird. Zusätzliche Unterstützung wird vom zukünftigen Mitgliedsland Brasilien in den nächsten Jahren erwartet. Um Verzögerungen zu verhindern, hat der ESO-Council beschlossen, dass der Baubeginn der ersten Phase des 39-Meter-Teleskops nun starten kann. Die so finanzierten Baumaßnahmen, die Ende 2015 freigegeben werden, beinhalten die Verträge für den Kuppelbau und die Teleskopstruktur – die größten in der Geschichte der ESO – und werden zum Bau eines voll funktionsfähigen E-ELT führen [NACHTRÄGE: ein STFC Press Release und Artikel hier, hier und hier].

Unter die Teile des Teleskops, für die es noch keine Geldmittel gibt, fallen Teile des Systems für adaptive Optik, einige Arbeiten an den Instrumenten, die innersten fünf Ringe der Segmente des Hauptspiegels (210 Spiegelsegmente) und ein Satz Ersatzsegmente für den Hauptspiegel, der für eine noch effizientere Nutzung in der Zukunft nötig sind. Der Bau dieser Komponenten, deren Aufschub die außerordentlichen wissenschaftlichen Erfolge, die von dem Teleskop am Ende der ersten Phase erwartet werden, nicht mindern wird, soll genehmigt werden, sobald zusätzliche Geldmittel zur Verfügung stehen, einschließlich derer vom zukünftigen Mitgliedsland Brasilien. Die Geldmittel, die nun bewilligt wurden, erlauben den Bau eines vollfunktionsfähigen E-ELT, das das leistungsstärkste aller extrem großen Teleskope sein wird, die derzeit geplant sind, und eine allen anderen überlegene Lichtsammelfläche und Instrumentierung beinhaltet. Auch eine neue Kamera für MAGIC auf La Palma – und warum das SKA so viel mehr bringt als nur coole Radioastronomie: Das hat man wohl in der Bundesregierung nicht mitbekommen … [13:50 MEZ]

Hayabusa 2 auf dem Weg zu Asteroid 1999 JU3!

3. Dezember 2014

 

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Pünktlich haben die japanische Asteroiden-Mission Hayabusa 2 und ihre zahlreichen kleinen Landeeinheiten heute die Erde verlassen, und bislang verläuft der Flug nach Plan: Der Start der H-IIA in zwei verschiedenen Videoclips und einem Standbild aus dem 2., ein typischer Cartoon dazu und die Abtrennung der Sonde, leider nur 3 Sekunden lang zu sehen. Auch Pressemitteilungen des DLR und der TU Braunschweig, amtliche Updates, der komplette Webcast (über 3 Stunden) und daraus die Fairing Separation und zahlreiche Standbilder, die Details der Mission und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier und hier].

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Testflug der Orion morgen von 13:05 bis 17:29 MEZ geplant

Das Startfenster für die Delta IV (unten: heute) mit der ersten Version der neuen US-Raumkapsel (oben) für Flüge jenseits des LEO – deren Details freilich angesichts leerer Kassen und diffuser Ziele unklarer denn je zu sein scheinen – ist allerdings 2 Stunden und 39 Minuten lang. Derweil haben sich die Wetterchancen auf 70% verbessert: auch ein Ames Release zu Beobachtungen des Fluges aus der Luft, die Homepage der Orion, mehr Bilder von heute, eine genaue Timeline des Fluges, mehr Updates von EFT-1, ein Video-Interview mit dem NASA-Chef und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier].

DSCOVR Satellite Media Day at NASA Goddard

So sieht er aus, der Satellit DSCOVR alias Triana alias GoreSat, der Anfang nächsten Jahres tatsächlich starten soll. Auch das erste Navigationssignal des fünften Galileo-Satelliten von seiner teil-korrigierten Umlaufbahn, der ISS-“Start” eines Mini-Satelliten (SpinSat), die Beobachtung kleiner Tiere aus dem LEO, neue Performance-Prognosen für Gaia, der auch ein großer Exoplaneten-Jäger werden dürfte, weiter kein Kontakt mit STEREO-B (aber die Versuche laufen weiter: Schließlich schien auch SOHO einmal mausetot und konnte doch wiederbelebt werden) – und Erkenntnisse über koronale Rayleigh-Taylor-Instabilitäten in Flares anhand von SDO- und STEREO-Bildern.

2. Dezember 2014

Allgemeines Live-Blog vom 28.11. bis 2.12.2014

28. November 2014

2. Dezember

Jets, bubbles and bursts of light in Taurus

The colourful star cluster NGC 3532

A hazy nebula

Der Lebenszyklus der Sterne in drei Bildern von Hubble (oben und unten) und MPG/ESO-2.2, die im November verbreitet wurden: oben das junge Mehrfach-Sternsystem XZ Tauri, das eine Blase heißes Gas in seine Umgebung bläst, in der Mitte der Sternhaufen NGC 3532, in dem viele Sterne schon zu Roten Riesen geworden sind, und unten der Planetarische Nebel NGC 1501, dessen Zentralstern ungewöhnlicherweise pulsiert. [23:55 MEZ – Ende]

LBT findet Near Earth Asteroid mit 26. Größe wieder

Es dürfte einer der schwächsten je beobachteten Kleinplaneten sein: Das Large Binocular Telescope hat den NEA 2014 KC46 mit 26.3 mag. wieder gefunden und mit den neuen Positionen schlagartig alle künftigen IMpakt-Möglichkeiten eliminiert. Auch eine erstaunliche Bildverabeitung an Aufnahmen des NEA 202 NY40, der NEA 2014 WX202 könnte ein künstlicher Körper sein, es soll morgen schon wieder Asteroiden-Furcht verbreitet werden, und es wird über Frühwarn-Möglichkeiten nachgedacht; derweil hat sich ein vermeintliches Boliden-Video aus den USA als Fälschung erwiesen, und der russische ‘Fall’ war eindeutig explodierende Munition, die entsorgt wurde. Echt dagegen die Kometen Lovejoy am 1.12., 29.11., 27.11. (mehr), 26.11. (mehr und mehr), 25.11. und 17.11. (mehr), PANSTARRS am 27.11., 26.11., 25.11., 22.11. und 17.11., Borisov am 30.11. und 10.11. (mit einer Supernova!), 32P/Comas Solà am 30.11. und 18.11. und 4P/Faye am 30.11. sowie der neue PANSTARRS C/2014 W2 – und ein fehlerhaftes MPEC, trotz x Beschwerden nicht korrigiert, in dem falsche Personen für die Oktober-Entdeckung der 2. Fragmentation von C/2011 J2 genannt werden. Plus die Chemie des GRF Jupiters und die großen Stürme auf Uranus (mehr), der Nutzen der Amateur-Astronomie, typische Halos aus dem Flugzeug, chinesisch-mexikanische Planetariums-Freuden, ein Blog-Aufruf und Podcast-Pläne für das ILY 2015, eine Art Pseudo-Open-Access bei Nature & Co. (mehr, mehr und mehr und Reaktionen hier, hier, hier, hier und hier) – und die drohende Schließung des Deutschen Museums in Bonn. [23:40 MEZ]

planck-map

So sah der Satellit Planck die Polarisation der Milchstraße bei 353 GHz in einem 30° großen Feld: verantwortlich Staubteilchem im galaktischen Magnetfeld. Das war eines der neuen Resultate, die auf einer Tagung zum baldigen nächsten Daten-Release diese Woche in Italien gezeigt wurden. Pressematerial dazu scheint es bisher seltsamerweise nur in Französisch zu geben, nämlich hier, hier, hier, hier und hier, aber es gibt auch diesen Tweet und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier: Wenig Sensationen, aber eine Haupterkenntnis war wohl, dass der Kandidaten-Pool für Teilchen der Dunklen Materie weiter geschrumpft ist. [20:10 MEZ]

11 Mio. Euro aus Deutschland für MeerKAT in Südafrika

Bei Square Kilometer Array darf Deutschland nicht mitmachen, hat die Bundesregierung bekanntlich mal so eben verfügt – aber wenigstens bei einem der Vorgänger-Projekte geht noch was: Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn baut für 11 Mio. Euro neuen Empfänger für das MeerKAT-Teleskop in Südafrika. Der wissenschaftlich begründete Frequenzbereich von 1.6 bis 3.5 GHz kann mit dem 100-m-Radioteleskop in Effelsberg wegen irdischer Störstrahlung nur mit starkem Empfindlichkeitsverlust beobachtet werden: Aus diesem Grund wurde das zur Zeit in Südafrika errichtete MeerKAT Einsatz dieses Empfangssystems ausgewählt. Es wird nach seiner Fertigstellung das empfindlichste Radioteleskop der Südhalbkugel für den Zentimeterwellenbereich sein und ist aufgrund des einzigartigen Standorts in der südafrikanischen Karoo-Halbwüste MeerKAT nur sehr wenig von irdischer Störstrahlung betroffen: Mit dem deutschen Empfänger sollen vor allem Pulsare beobachtet werden. Auch ein anderer “SKA-Vorgänger” hat kürzlich Zulauf von Übersee bekommen, mit dem Einstieg der ASU beim MWA in Australien. Während in Arizona selbst mal wieder Sorgen vor wachsender Lichtverschmutzung laut werden, die “die Astronomie-Industrie” des Staates gefährde. [19:45 MEZ]

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Ein Jet offenbar aus dem “Kopf” des Kometenkerns ist auf diesem aufgehellten NavCam-Bild vom 30. November zu erkennen – hier in HDR das ganze Bild. Derweil ist über dieses Konferenz-Abstract eine Art Farbbild des Kerns von OSIRIS ‘geleakt’, wenn auch offenbar schlecht bearbeitet: So geht es besser. Auch ein CNES-PR, Artikel hier, hier und hier und eine reißerische 45-Minuten-Doku über die Philae-Landung sowie Updates und Artikel hier (mehr und früher), hier, hier, hier und hier zum – weiterhin für kommende Nacht MEZ geplanten – Start von Hayabusa 2, ein neues Dawn Journal (das Zwergplaneten-Ziel kommt näher) – und Opportunity und Curiosity fahren immer noch. [17:25 MEZ] Eine genaue Timeline für den Hayabusa-Start. [18:00 MEZ. NACHTRAG: Video vom Roll-Out der H-IIA-Rakete] Ein Artikel von PTOLEMY zur Chemie der C-G-Oberfläche. [18:20 MEZ. NACHTRAG: eine weitere HDR-Version des obigen Bildes]

ESA-Minister beschließen Ariane 6 und finanzieren ExoMars

So soll die aussehen, die Ariane 6, deren Entwicklung der ESA-Ministerrat nun verabschiedet hat: wahlweise mit vier oder zwei Boostern (auch ein früheres Video dazu und Artikel hier und hier). Und allen unkenden Kritikern zum Trotz: Es ist jetzt genug Geld für beide ExoMars-Missionen zusammen mit Russland da, inklusive des Rovers für 2018! Auch Impressionen aus der Columbus Mission Control der ISS, alle Fotos von und zu Sams Flug in Hi-Res, der 1. Meilenstein für Boeings Raumschiff zur ISS, die lange Vorgeschichte und Updates zum Erstflug der Orion-Kapsel – und die weitere Planung für die Asteroiden-Mission ARM. [17:10 MEZ. NACHTRÄGE: ein ESA Release, eine PM des DLR, die Aufzeichnung der PK zum Konferenzende, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Tweet von Arianespace zu den ESA-Beschlüssen sowie Aufzeichnungen zweier NASA-PKs zum Orion-Start und was danach kommt, theoretisch, irgendwie]


30. November

Ein SF-Kurzfilm, der auf realem Bildmaterial aus dem Sonnensystem basiert, ist nach einem Monat Dornröschenschlaf diese Woche plötzlich ‘viral’ geworden und wird bereits in höchsten Tönen gelobt (mehr Inspiration in 3 Minuten als ein gewisser anderer Film in 3 Stunden schaffte …) – ein Kontrastprogramm zu den diese Woche erschienenen ersten Teasern bzw. Trailern von Star Wars VII und Jurassic World. [20:15 MEZ]

Start von Hayabusa 2 auf frühestens den 3. 12. verschoben

Weil die Windprognosen zu stark für die H-IIA-Rakete bleiben, konnte auch der zunächst geplante 1.12. als Termin für den Start zum Asteroiden nicht gehalten werden: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Vom Rosetta-Kometen gibt’s derweil ein detailreiches 3D-Modell von einem Fan, auch Artikel hier (mit der Spekulation, das Versagen der Harpunen habe Philae gerettet), hier, hier und hier. Auch ist das Mutterschiff von Chang’e-5 T1 im Erde/Mond-L2-Punkt angekommen, der Satellit Gaia geht ohne Aufsehen seiner massenhaften Astrometrie nach, die Spannung vor dem ersten Flug der Orion steigt in der Szene (mehr, mehr und mehr und Blog-Stories eins, zwei und drei), der erste bemannte Asteroidenflug damit wird aber kaum vor 2024 erwartet – und weitere ISS-Berichte von Sam von L+4 und L+5. [16:35 MEZ. NACHTRAG: und von L+6 und L+7, dem ersten Wochenende]


28. November

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Wie ROMAP die Hüpfer von Philae rekonstruieren konnte

Die besten Informationen über Philaes “drei Landungen” auf dem Kometenkern – oben ein aufgehelltes NavCam-Bild von vorgestern aus 30 km Abstand – lieferte bekanntlich das Instrument ROMAP: Vergleichbar mit der Drehung einer Kompassnadel, konnte man die Bewegung des Landeeinheit im Weltraum mit dem Magnetometer nachvollziehen. Die Magnetfelddaten geben inzwischen Preis, dass Philae nach dem ersten Abprall angefangen hat, sich immer schneller um seine vertikale Achse zu drehen: Der Grund dafür war, dass das für die Landung erforderliche Reaktionsrad ausgeschaltet war und sich sein Drehmoment nun auf den frei fliegenden Lander übertrug. Innerhalb von 40 Minuten beschleunigte sich Philae auf diese Weise auf Rotationsgeschwindigkeit von etwa 5 Umdrehungen pro Minute, was mit einem Windrad bei geringer Windstärke vergleichbar ist. Doch dann änderte sich das Bewegungsmuster schlagartig: Die Drehgeschwindigkeit halbierte sich, die Drehachse neigte sich und der Lander begann zu taumeln.

Die Ursache war höchstwahrscheinlich die Kollision mit einem Riff an einem Kraterrand. Wie das Braunschweiger Magnetometer zeigt, flog die Landeeinheit noch über eine Stunde taumelnd über den Kometen, bevor es zur zweiten, holprigen Landung kam. Erst im letzten Moment fiel der Lander auf seine Füße. Ein letzter Hüpfer mit einer Länge von sieben Minuten war für den Bewegungsverlauf dann vergleichsweise unspektakulär und endete in der von Eiswänden umgebenen Landeposition – wo er dann trotz der ungeplanten Odyssee tadellos funktionierte, bis die Batterie leer war. Auch ein CNES Release zur Orbitplanung Rosettas und der andauernden OSIRIS-Suche nach Philae (die im Dezember die besten Chancen hat), ein Besuch beim Philae-Chef und Artikel hier, hier und hier. Derweil wurde der Start von Hayabusa 2 verschoben, weil das Wetter zu schlecht ist (mehr und mehr Links), es gibt konkretere Pläne von ESA und China für eine gemeinsame Wissenschaftsmission, der Testflug der Orion steht bevor (mehr und mehr) – und schon wieder ein Gerst-Interview … [22:00 MEZ]

Zeitraffer vom 2. deutschen Aurora-Beobachtungsflug in der Nacht 22./23. November östlich von Island, jeweils in verstärkter und quasi-natürlicher Darstellung: weitere Videos hier und hier, Bilder hier und hier und Berichte hier und hier. Und eine Nacht zuvor wurden Polarlichter auf einem Linienflug San Francisco – London beobachtet: ein Zeitraffer-Video und Einzelbilder. [17:45 MEZ]

Erste Bild-Übertragung aus dem All über Gbit-Laserlink

Zwischen dem europäischen Radarsatelliten Sentinel-1A und dem Kommumikationssatelliten Alphasat ist heute Nachmittag die weltweit erste Laserübertragung von Bildern im Gigabit-Bereich gelungen: Dieses hochmoderne Kommunikationssystem auf der Basis des Laserkommunikationsterminals LCT (Laser Communication Terminal) ist ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Datenrelaissystems EDRS (European Data Relay System) der Europäischen Weltraumorganisation ESA, das auch unter der Bezeichnung “SpaceDataHighway” bekannt ist. Es ermöglicht die sichere Breitbandkommunikation zwischen erdnahen LEO-Satelliten oder fliegenden Plattformen und GEO-Satelliten im geostationären Orbit. Bei den aktuellen Tests zwischen Sentinel-1 in 700 km Höhe und dem geostationären Alphasat konnte eine Übertragungsrate von 0.6 Gigabit pro Sekunde über eine Entfernung von 45’000 km zwischen den Laserkommunikationsterminalen demonstriert werden, hat Airbus Defence and Space soeben mitgeteilt: Technisch möglich ist eine Rate von 1.8 Gbit/s.

Der Demonstration war ein erfolgreicher LCT-Betrieb zwischen zwei LEO-Satelliten seit dem Jahr 2008 vorausgegangen. Der SpaceDataHighway wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der ESA und Airbus entwickelt. Dabei wird die Systeminfrastruktur sowohl am Boden als auch im All von Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer eigenverantwortlich gebaut, betrieben und mitfinanziert. Die beim Lasersystem eingesetzte Technologie wurde in Deutschland entwickelt, mit Unterstützung des DLR und Mitteln des Wirtschaftsministeriums. “Unsere Laserkommunikationstechnologie wird die Erdbeobachtung und die Satellitenkommunikation revolutionieren”, glaubt Airbus D&S. Die erste einsatzbereite LCT-Nutzlast für den SpaceDataHighway wurde in EUTELSAT 9B integriert, der 2015 starten soll. 2016 folgt ein weiterer Raumflugkörper mit größerer Abdeckung und höherer Systemredundanz. [16:55 MEZ. NACHTRÄGE: Pressemitteilungen von DLR und ESA und ein Artikel]


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