Archive for the ‘Uncategorized’ Category

Irgendwo im blauen Streifen ist Philae gelandet …

21. November 2014

 

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… oder vielleicht auch in der grünen Zone: Das ergibt sich aus der bisherigen Analyse des Radarexperiments CONSERT, beim die Pulse zwischen Philae und dem Orbiter hin- und herliefen, sowohl direkt als auch durch den Kometenkern hindurch. Jetzt weiß OSIRIS immerhin, in welchem Areal gesucht werden muss. Auch zusammenfassende Videos der ganzen Landung von der ESA (oben) und EuroNews (unten), eine DLR-PM zu den ROLIS-Bildern, von denen es nun zwar das ferne in 3D aber die ganz nahen und v.a. nach der Landung weiter nicht zu sehen gibt, eine ESA-PM zur Mission Rosettas danach und Artikel hier, hier und hier.

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Ein neu verarbeitetes Galileo-Bild des Jupitermonds Europa hat die NASA zusammen mit einem Werbevideo zum Ozean unter der Kruste veröffentlicht. Derweil ist der neue Mars-Orbiter MAVEN in einem Safe Mode gelandet (mehr), kaum dass er mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen hatte.

GRB-jagender Satellit Swift jetzt zehn Jahre im Einsatz

Und in dieser unterhaltsamen Mini-Doku der NASA beschreiben die Wissenschaftler des besonders “flinken” Satelliten, wie sich das anfühlt, wenn jederzeit ein Alarm kommen kann (einer wollte gerade den Thanksgiving-Truthahn …). Auch ein weiteres Video zu Swifts wichtigsten Entdeckungen und Press Releases hier und hier.

A spiral in a furnace

Ein uraltes HST-Bild der Balkenspirale NGC 986 – noch mit der 2009 ausgebauten Kamera WFPC2 aufgenommen – hat die NASA heute verbreitet, trotzdem nett. Auch Supernova-Reste von Chandra, ein Konferenz-Jux zum Satelliten WFIRST im Stil heutiger Astro-Preprints, die Startvorbereitungen für den Satelliten DSCOVR (kaum zu glauben, aber er fliegt nun wirklich – die Idee war Al Gore im Präsidentschafts-Wahlkampf 2000 gekommen) – und der deutsche CubeSat UWE-3 funktioniert auch nach einem Jahr noch.

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Expedition 42 Soyuz Rollout

Rollout der Soyuz für den nächsten Crew-Start zur ISS

am Sonntag, bei dem für die ESA Samantha Cristoforetti an Bord sein wird; das Video machte ein anderer ESA-Astronaut. Auch Artikel hier und hier – und hier, hier (teilweises Transkript) und hier weitere Interviews mit bzw. ein Konferenz-Auftritt von ihrem Vorgänger Alex Gerst.

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. 11. 2014

18. November 2014

20. November

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Von der ersten Kometen-Landung gibt es ein Sound-File

von den CASSE-Sensoren des SESAME-Experiments während der ersten kurzen Bodenberührung, das zwar nur 2 Sekunden lang ist, aber auch dem sich einiges über die Kometenoberfläche lernen lässt: Erst setzt Philae auf einer mehreren Zentimeter dicken, weichen Schicht auf, dann treffen die Füße einige Millisekunden später auf eine harte, vielleicht eisige Schicht – so hat es später auch MUPUS gesehen. Insgesamt drei Mal landete Philae, bis er auf der Kometenoberfläche stehenblieb und die nächsten Messungen beginnen konnten – so “hörte” das Cometary Acoustic Surface Sounding Experiment auch das Hämmern der Thermalsonde MUPUS. Vermutlich wackelte der Lander bei diesem Hämmern leicht und bekam mit verschiedenen Sohlen Kontakt zum Boden, denn das MUPUS-Signal wurde nicht in allen Füßen gleichzeitig von CASSE registriert. Auch die beiden weiteren Instrumente des Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiments, DIM und PP, konnten während den mehr als 60 Stunden Betrieb von Philae Daten zur Erde senden. Der Dust Impact Monitor stellte fest, dass Churyumov-Gerasimenko an der Landestelle am Rande eines Kraters derzeit nicht aktiv ist, denn er registrierte kein einziges Teilchen: In der unmittelbaren Umgebung des Kometen – oben ein neues NavCam-Bild vom 17. November aus 42 km Entfernung – befinden sich wohl nur wenige aufgewirbelte Staubpartikel. Die Permittivity Probe schickte von einer der Fußsohlen Wechselströme unterschiedlicher Frequenz durch den Kometenboden und konnte feststellen, dass sich zumindest unter einem Teil von Philae eine größere Menge Wassereis befindet. Ferner wurde heute bekannt, dass der Abstand vom Kometen Ende Januar zeitweise bis auf 5 km verringert werden soll; auch ein lebhaftes Interview mit dem PI von COSAC, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein umfangreiches ‘Ask me anything’ mit ESA-Experten (in dem auch eine Frage dieses Bloggers zur Lage Philaes auf der Oberfläche von Valentina Lommatsch detailliert beantwortet wird) und noch ein Philae-Scherz. Sowie Verlängerungen für 10 ESA-Missionen, ein Update zu Curiosity – und das britische Mond-Crowdfunding (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links) hat nach den ersten 44 Stunden bereits 258’000 Pfund eingesammelt, fast die Hälfte der ersten Zielsumme. [21:05 - Ende]

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Die wiedergekehrte einst große Gruppe geht jetzt durch den Zentralmeridian der Sonne, zu einer ‘Löwentatze’ geschrumpft und – bis auf einen M-Flare – weitgehend inaktiv: Bilder auch vom 18.11. und 17.11. (mehr, mehr und im Vergleich mit der letzten Runde). Derweil hat sich ein vermeintlicher Bolide über Russland (mehr und mehr und ein Video) durch ein weiteres Video klar als Explosion unter den Wolken erwiesen. Auch Spekulationen über Raketentrümmer in Australien, Werbung für Globe@Night, ein Interview zum Int’l Year of Light 2015 – und Fortschritte beim Galileium in Solingen. [19:05 MEZ]


19. November

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Rosetta wieder im “Routine”-Betrieb als Kometenorbiter

Nachdem die Mission von Philae schnell zuende ging (wobei immer noch unklar ist, was der Bohrer genau ereichte), hat sich der Rosetta-Orbiter wieder dem Normalbetrieb zugewandt: der “comet escort phase”. Markiert wurde das Ende des Ausnahmezustands Philae durch den Umzug der Flugkontrolle vom Hauptraum des ESOC in einen kleineren, von wo Rosetta zunächst in einen 30-km-Orbit manövriert wird: Bisher hatten alle Bahnen mit den Vorbereitungen der Philae-Landung zu tun, jetzt gibt die Wissenschaft den Ton an. So wird es am 3. Dezember noch einmal für 10 Tage auf 20 km hinab gehen, bevor man zu 30 km zurückkehrt. Über die weitere Bahnentwicklung bestimmt die Entwicklung der Aktivität von C-G – allerdings wird ab Anfang 2015 auch wieder periodisch nach Signalen von Philae gelauscht. Auch drei Stückchen von Vangelis für Philae, die Reise von Bennu, den OSIRIS-REx heimsuchen wird, der Status von Curiosity, das Überleben von Bakterien in der Foton-Kapsel, künftige Bodenfeuchte-Forschung mit SMAP – und wie Nachtaufnahmen der Erde bei der Flut-Forschung helfen: Viel Licht ist ein guter Indikator für dichte Besiedlung. [23:55 MEZ]

Fulminanter “Lunar Mission One”-Start – reicht der Atem?

Seit genau 17 Stunden wird für die Planungsphase des privaten britischen Mondprojekts (s.u.) gesammelt, und schon ist fast ein Viertel der geforderten 600’000 Pfund für “the most inspirational lunar project since the Apollo landings” (Eigenwerbung) zusammen: Eine energische Social-Media-Kampagne, fügsame Medienberichte mit kaum kritischen Fragen und der Nachhall des Philae-Dramas haben wohl das ihre getan. Auch fällt auf, dass die höchste Spendenkategorie von 5000 Pfund gleich siebenmal gebucht wurde und eine für 1200 Pfund 21-mal; am populärsten mit 674 Buchungen ist natürlich die 60-Pfund-Kategorie, ab der eine jener ‘digital memory boxes’ inklusive ist, auf deren Verkauf auch die spätere Finanzierung der eigentlichen Mission aufbauen soll. Auf einer inszenierten Konferenz-Präsentation heute (alt.) gab es wenig Details zu dieser oder auch dem Businessplan zu hören: Es wurde aber betont, dass die Wissenschaft am Mond-Südpol im Zentrum stehe und die lunare Zeitkapsel mit nämlichen ‘boxes’ darin v.a. der Finanzierung diene – während gleichzeitig der Bildungs-Aspekt des Ganzen betont wurde. Mit einer gewaltigen internatiomalen Marketing-Kampagne ist ab Ende des Jahrzehnts zu rechnen, wenn es mit dem Bau der Hardware ernst wird: Die Lunar Mission One ist ein großes soziales Experiment, ob man mit der Eitelkeit mehr oder weniger betuchter Massen etwas Großes finanzieren kann, unter Wahrung eines seriösen Profils … Auch frühere Artikel hier (mit Experten-Meinungen: So was gab’s noch nie, also weiß keiner, wie es ausgeht), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und heute begann gleich noch ein Mondflug-Crowdsourcing, mit weit weniger Wirbel und entsprechend Erfolg. [18:00 MEZ]

Deuterium/Wasserstoff-Ratio in C-G viel größer als irdisch!

Eine bedeutende Entdeckung des Instruments ROSINA auf Rosetta ist quasi nebenher bekannt geworden, obwohl sie nun wirklich Aufsehen verdient hätte: Das Isotopenverhältnis von Deuterium und Wasserstoff in der Koma des Kometen C-G liegt deutlich über dem Wert in den Ozeanen der Erde – und sogar noch über dem Wert aller anderen Kometen, wo es bestimmt werden konnte. Von denen hatte nur Hartley 2 einen irdischen Wert gezeigt, alle anderen lagen auch darüber. Der erneute Ausreißer nach oben von C-G stützt die Vermutung, dass das Wasser der Erde eben nicht von Kometen sondern eher von Asteroiden stammt: Der äußere Hauptgürtel käme dafür in Frage, wo sich Eis unter der Oberfläche lange gehalten haben könnte. Und auch heute noch zuweilen Asteroiden aktiv werden und Hauptgürtel-Komet spielen. Auch russische Anteilnahme am Schicksal Philaes. [2:50 MEZ] Das von manchen bereits als Fehlschlag abgebuchte APXS-Experiment auf Philae hat möglicherweise doch Kometen-Staub gemessen: “Der Austausch mit den anderen Teams der Mission wird hier in den nächsten Wochen und Monaten Aufklärung bringen, sodass hoffentlich ein Gesamtbild über die Lage und Position des Landers und schließlich auch über die Situation auf dem Kometen entsteht.” Auch Artikel hier, hier und hier. [14:45 MEZ] Morgen veranstaltet die ESA ein ‘Ask me Anything’ zu Rosetta – die lassen auch keine Social-Media-Methode aus. Zugabe: ein Manga über Hayabusa 2 und MASCOT, eine Art Verwandten Philaes. [16:55 MEZ]

Britisches Mondlander-Projekt will Planung crowdfunden

Viel Geheimnistuerei und gleichzeitig Wirbel in sozialen Medien, aber die Realität, die ab dieser Minute verraten werden darf, ist eher bescheiden: Hinter der britischen “Lunar Mission One” verbirgt sich erst einmal nur der Versuch, binnen eines Monats 600’000 Pfund (770’000 Euro) per Crowdfunding einzutreiben, um damit detailliertere Vorarbeiten für eine Mondlandung in der Nähe des Südpols bezahlen zu können. Wie dann die eigentliche Mission – bei der in zehn Jahren 20 bis 100 Meter tief nach lunarem Urgestein gebohrt werden soll – finanziert werden möge, dazu bleiben diesem Blog vorab zugegangene Werbematerialien eben so vage wie zu irgendwelchen technischen Details und der wissenschaftlichen Motivation: “Following the development phase, funded by Kickstarter, the remaining funding requirements of the project will primarily be met through sales of digital memory boxes to the general public, as well as through public sector and commercial backing.” Besagte ‘memory boxes’ sind dabei “for inclusion in a 21st Century time capsule that will be sent to and buried in the Moon as part of Lunar Mission One.” Das Projekt ist bereits sieben Jahre in Vorbereitung und besitzt die Unterstützung von zwei britischen Universitäten, einer Raumfahrtfirma und allerlei Weltraum-Promis – doch ob es eine Chance hat, die (nirgends auch nur grob bezifferten) Kosten für Lander wie Rakete aufzubringen, ist kaum abzuschätzen. Private Initiativen, zum Mond zu fliegen, hat dieser Blogger über die Jahre schon viele kommen und gehen sehen: Angekommen ist davon allein der Lunar Prospector – aber erst, nachdem dieser einfache Orbiter nach vielen Wirren zu einer Mission mutiert war, die komplett von der NASA bezahlt wurde. Kühn sind die Briten jedenfalls: Sie glauben, durch den Verkauf der “memory boxes” – bei denen es sich um Dateien und keine realen Schachteln handelt – nicht nur die Mission locker stemmen zu können, sondern auch noch einen Profit einzufahren. “We’ve undertaken market research in the UK and the USA which demonstrated a strong interest in the mission and the digital memory boxes,” schreiben sie: “Based on the findings, we are able to predict around 1% of the global population who can afford the product will purchase a digital memory box. This delivers a mid-point projected revenue of £3billion.” Eventuelle Überschüsse sollen dann in Bildungsprojekte gesteckt werden. Leuchtendes Vorbild ist dabei die Londoner Industrieausstellung 1851, die v.a. durch Kleinspenden finanziert wurde. [1:00 MEZ] Ein Promo-Video, die Kickstarter-Seite und ein Artikel, nach dem die Mission rund 500 Mio. Pfund kosten würde – und die größte Hoffnung auf Einnahmen darauf basiert, dass Leute auch ein Haar mit zum Mond schicken und dafür 200 statt 60 Pfund für die rein digitale ‘box’ zahlen. [1:15 MEZ] Weitere Artikel hier und hier – wo die haarige Mondreise (natürlich flöge nur etwas extrahierte DNS) “50 Pfund oder so” kosten soll. [2:25 MEZ]


18. November

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MUPUS-Messung: Hartes Kometeneis unter Staub mit -170°C

Weitere Erkenntnisse des MUPUS-Instruments auf Philae wurden heute präsentiert, die bei dem heroischen Hämmern auf die Kernoberfläche gewonnen wurden. In der Nacht vom 13. auf den 14. November 2014 war die Thermalsonde MUPUS vom sogenannten “Balkon” des Landers – das heißt von der nach vorne geöffneten Instrumentenbucht an der hinteren Seitenwand von Philae – ausgefahren worden und sollte sich rund 40 cm in den Kometenboden hämmern: Dies misslang, obwohl die Hammerleistung sukzessive auf die höchste Stufe gefahren und der Mechanismus dabei zerstört wurde. “Aus Vergleichsmessungen im Labor haben wir abgeschätzt, dass die Thermalsonde wahrscheinlich unter einer zehn bis 20 Zentimeter dicken Staubschicht auf eine Schicht gestoßen sein muss, die eine Festigkeit wie die von Eis haben sollte”, sagt MUPUS-PI T. Spohn. Der Infrarotsensor des Instruments habe eine geringe thermische Trägheit der aufliegenden Staubschicht festgestellt. “Das Team geht davon aus, dass unter der sehr porösen Staubschicht Eis ansteht.”

Dieses Eis enthalte wahrscheinlich Staub und könne selbst durchaus auch porös sein, aber über Jahrhunderte bis Jahrmillionen thermisch gesintert, also immer wieder durch Temperatur-Schwankungen mehr und mehr zusammengebacken worden sein. An diesem Eis hat MUPUS eine Temperatur von circa minus 170 Grad Celsius gemessen, während der Sensor am Balkon noch -153°C angezeigt hatte. Der Infrarotsensor der Sonde hatte schon während des Anflugs und während der Sprünge über dem Kometenboden Daten registriert. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Storify der MUPUS-Tweets, Bilder aus dem ESOC, ein Reddit – und hier, hier und hier mehr oder weniger gelungene humoristische Bezüge. Plus eine geologische Karte aus Dawn-Daten von Vesta, der Beginn der Forschung von MAVEN, die Bedeutung von MOM, die Geschichte des Wassers auf dem Mars, neue HST-Beobachtungen von Europa – und hier, hier, hier, hier und hier Rätselraten über russische Satelliten-Experimente. [22:25 MEZ]

Das hat Philae wissenschaftlich schon erreicht

17. November 2014

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Hier kommt der Kometenlander angeflogen (unten) – und hier hat er gerade seinen ersten großen Sprung begonnen (oben; ganz rechts), nachdem er zum ersten Mal den Kometenkern berührt hatte (oben; links): die ersten Aufnahmen der OSIRIS-Kamera von der Ankunft Philaes, dessen aktuellen Standort sie freilich immer noch nicht entdeckt hat. Die Detailauflösung der Bilder beträgt 28 cm/Pixel, die quadratischen Insets auf der Aufnahme haben eine Kantenlänge von 17 m. Besonders interessant erscheint das Foto der Landestelle um 16.43 Uhr MEZ: Im Vergleich zu der Aufnahme um 16.18 Uhr ist deutlich eine Veränderung der Oberflächenstruktur zu sehen, und tatsächlich hat Philae um 16.34 Uhr den Kometen zum ersten Mal berührt: Sind dies etwa Abdrücke der Landebeine? Ebenfalls heute präsentiert wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Philae bei seinem kurzen Batteriebetrieb in schräger Lage gewinnen konnte: Mehr als 60 Stunden hatte Philae dennoch kontinuierlich gearbeitet und bei jeder Funkverbindung Daten geschickt.

Fest wie Eis ist Churyumov-Gerasimenko, schätzt das Team der Thermalsonde MUPUS (Multi-Purpose Sensors for Surface and Sub-Surface Science), deren Sonde sich in den Kometen hämmern sollte und dies bekanntlich nicht konnte. Auch das Team des SESAME-Experiments (Surface Electrical, Seismic and Acoustic Monitoring Experiments) kann bereits jetzt bestätigen, dass Churyumov-Gerasimenko bei weitem nicht so weich und fluffig ist, wie man es angenommen hatte: Die Festigkeit der Eisschicht unter einer Staubschicht am ersten Landeplatz ist überraschend hoch. Das Instrument CASSE, das in den Füßen des Landers sitzt, wurde bereits beim ersten Abstieg eingeschaltet und registrierte deutlich die Landung beim ersten Kontakt mit dem Kometen. Aus den weiteren Daten sollen die mechanischen Eigenschaften von Churyumov-Gerasimenko abgeleitet werden. Zwei weitere Instrumente von SESAME lassen auf eine derzeit noch geringe Aktivität des Kometen an dieser Landestelle sowie auf eine größere Menge Wassereis unter dem Lander schließen.

Als letztes der zehn Instrumente an Bord von Lander Philae wurde der Bohrer SD2 aktiviert, der Bodenproben für die Instrumente COSAC und PTOLEMY zur Verfügung stellen sollte. Sicher ist, dass der Bohrer ausgefahren wurde und alle Arbeitsschritte abarbeitete, um eine Probe in den dafür vorgesehenen Ofen zu transportieren, und auch COSAC funktionierte wie geplant – leider hat sich aber gerade herausgestellt, dass keine Bodenprobe hinein gelangte (und bei PTOLEMY war es gar nicht erst versucht worden). Allerdings konnte COSAC bereits nach der Landung die Atmosphäre “erschnüffeln” und die ersten organischen Moleküle aufspüren. Weitere Daten gibt es von der Kamera ROLIS, die auch am endgültigen Standort Aufnahmen machen konnte (die aber nicht gezeigt wurden), und dem Radarexperiment CONSERT: Dabei befanden sich Lander und Orbiter auf unterschiedlichen Seiten des Kometen und durchleuchteten gemeinsam den Kometenkern, um ein dreidimensionales Profil zu erstellen.

Mit den CONSERT-Messungen verabschiedete sich Philae auch in den Winterschlaf, nachdem die Energie seiner Primärbatterie wie berechnet erschöpft war. “Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass Philae wieder Kontakt mit uns aufnimmt und wir erneut die Instrumente betreiben können”, sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR: Hat sich die wiederaufladbare Sekundärbatterie des Landers durch die Sonneneinstrahlung wieder aufgewärmt, meldet sich Philae selbstständig und das Team des Lander-Kontrollzentrums am DLR nimmt seine Arbeit an den Steuerkonsolen erneut auf. Ein Vorteil des schattigeren Landeplatzes an einem Kraterrand: Lander Philae wird bei der Annäherung an die Sonne nicht so schnell überhitzen, sondern von der stärkeren Sonneneinstrahlung profitieren. Dafür drehte das Lander-Kontrollteam Philae in der Nacht vom 14. auf den 15. November 2014, so dass dass größte Solarpaneel nun in Richtung Sonne ausgerichtet ist.

Wahrscheinlich im Frühjahr 2015, schätzt Ulamec, kann das Lander-Kontrollzentrum des DLR wieder mit Philae kommunizieren und eine kurze Rückmeldung erhalten, wie es dem Lander auf Churyumov-Gerasimenko geht. Im Sommer 2015 könnten dann auf dem Kometen Temperaturen herrschen, die es Philae erlauben, seine Batterie aufzuladen und ein zweites Mal wissenschaftliche Daten gewinnen: dann freilich auf einem wesentlich aktiveren Kometen nahe dem Perihel. Auch ein Glückwunsch vom NASA- an den DLR-Chef, Artikel – auch zu allerlei Themen am Rande der Mission – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein 27-minütiges Radio-Feature vom Landetag und noch ein cooler MUPUS-Scherz zum Hammer auf Maximum. [NACHTRÄGE: der Komet mit Gemini, mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die tolle BBC-Doku von gestern]

insight

Das soll der nächste Mars-Lander der NASA werden: InSight bei den Vorbereitungen für Tests vor dem Start 2016. Auch MAVEN als Relais, Erkenntnisse von Curiosity und Opportunity (mehr), Chinas Visionen eines Marsrovers, die Atmsphären-Tunker des Venzs Express, ein neues Erde/Mond-Bild von Chang’e-5 T1 in der Extended Mission, Cassinis Ozeanographie des Titan, Spitzer-Beobachtungen an einem jungen Quasi-Sonnensystem (mehr), ein neuer STScI-Chef für WFIRST-AFTA, weitere Rettungsbemühungen für STEREO B, die Anhebung der Orbits der gestrandeten Galileos, neue Bodenstationen für COSPAS – und die Zukunft der Ariane wird klarer.

Ein 10-Minuten-Video mit den Highlights von Blue-Dot

Also der Mission von Alexander Gerst, der auch eine erste Pressekonferenz gegeben hat: PMn von DLR und BMWi, Artikel hier und hier und die rustikale Rückkehr per Soyuz. Auch russische Gerüchte über den Bau einer nationalen Raumstation ab 2017 [NACHTRAG: mehr Links], die Ankunft der ersten Orion, die später mit ATV-Technologie fliegen wird (Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] und mehr Links), weiter Streit um die Asteroid Redirect Mission – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur Untersuchung des SpaceShipTwo-Unfalls (Siebold weiß nichts) und den Folgen.

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 16. 11. 2014

14. November 2014

16. November

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Rosettas NavCam sah Philae während des ersten Hüpfers!

Wir wissen zwar immer noch nicht, wo sich Philae – im Tiefschlaf – jetzt befindet, aber auf dem bereits unten gezeigten NavCam-Bild, das kurz nach der ersten Bodenberührung entstand, haben mehrere Betrachter Philae und seinen Schatten auf dem Boden entdeckt (mehr und mehr): Damit wird sich immerhin besser abschätzen lassen, in welche Richtung der Lander davon hüpfte. Auch Artikel hier (früher, noch früher), hier, hier = hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, mehr Links, eine brilliante BBC-Doku zur Landung, die gerade lief und hoffentlich bald anderweitig verfügbar ist, eine Jux-Umfrage – und ein neues Internet-Mem, das auf den Killer-Modus des MUPUS-Hammers anspielt. [23:55 MEZ - Ende]

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556 Feuerkugeln in den 20 Jahren 1994 bis 2013 zeigt diese Karte, die auf Daten “by U.S. government sensors” basiert: Nach dem Kontext der Veröffentlichung kann es sich dabei nur um die IR-Sensoren von Frühwarnsatelliten handeln. Die in die Atmosphäre eingedrungenen Asteroidchen maßen zuvor zwischen 1 und 20 Meter und explodierten – mit der Ausnahme des Chelyabinsker – folgenlos in der Atmosphäre: siehe diesen detaillierten Artikel zu den Hintergründen und der Statistik. Auch die Vermessung des Paares Patroclus & Menoetius einer Sternbedeckung, ein Zeitraffer eines Persistent Trains – und die zurückgekehrte große Fleckengruppe heute und gestern. [18:35 MEZ]


15. November

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Und hier kommt … die erste echte Wissenschaft von Philae!

Und zwar in den letzten Minuten gezwitschert aus einem fahrenden Zug von einem Mitglied des MUPUS-Teams, ganz offiziell, wobei es zunächst. um den Thermal Mapper ging: Der sieht bei der Wand, vor der Philae liegt, einen starken Temperaturgang mit der Beleuchtung. Im Schatten ist die Wand sehr kalt, wird dann rasch wärmer und dann auch wieder kälter: Sie muss aus einer “fluffy substance” bestehen. Woraus die besteht, darüber kann man nur spekulieren, feine Mineralkörner vielleicht und organische Substanzen porös wie Zigarrenasche. Der Penetrator wurde ausgefahren und dabei plötzlich viel kälter: “Might have hit a pile of stuff on the way out”. Nach dem Ausfahren bekam übrigens ein anderes Instrument bessere Werte: Die Action könnte die Lage Philaes verändert haben. Beeindruckend: So kann die Kommunikation von Rosetta-Science auch betrieben werden! Weitere allgemeine Artikel noch hier, hier, hier und hier. [19:20 MEZ] Noch mehr MUPUS: Gehämmert wurde zunächst mit der niedrigsten Stärke, dem ‘fluffy material’ angemessen – doch da tat sich nix, auch in den Stufen 2 und 3 nicht: Der Boden ist sehr hart! Das war aus dem Orbit nicht zu erkennen. [19:45 MEZ] Selbst eine extra starke Einstellung – nur mit größter Vorsicht zu verwenden – kam nicht durch, dafür ging der Hammer kaputt! Die Kometenoberfläche ist extrem hart: MUPUS funktionierte, aber der Komet nicht … Schade, dass es keine Daten von unter der Oberfläche gibt, aber die superharte Kruste ist eine Entdeckung, die nur vor Ort möglich war. [20:05 MEZ]

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Im Gedenken auf den schlafenden Philae seine verrückteste Aufnahme von der Oberfläche des Kometen in voller Auflösung – Anklicken liefert alle bisher publizierten CIVA-Produkte mit Erläuterungen in Französisch. Und ein kurzer kurzer Status-Update des DLR zur Wissenschaft, die am Boden absolviert werden konnte. [11:45 MEZ] Ein detailliertes Fazit der ESA (“it is unlikely that contact will be re-established with the lander in the near future” – aber später könnte noch was gehen) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [13:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – Rosetta wird immer wieder mal nach Philae horchen. Und ein Storify der letzten Nacht. [16:15 MEZ]

Das war’s (erstmal): Philae in Stand-By-Modus gegangen

Zwar sendet der tapfere Lander immer noch, aber alle Instrumente haben sich abgeschaltet. [1:35 MEZ] Doch ein bisschen Houskeeping-Daten kommen immer noch! Die nächste theoretische Funkverbindung gäbe es um 12:00 MEZ; jetzt ist gegen 2:00 MEZ Sense. [1:40 MEZ] Um 1:36 MEZ ist die Funkverbindung abgerissen. [1:45 MEZ] Aber alle Daten der First Science Sequence wurden übertragen! [1:50 MEZ]

bonne

“Gute Nacht, Philae!” aus dem Kontrollraum in Köln. [1:55 MEZ] Ein ESA-Update zur Lage: “Unser Lander schläft”. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Philae bleibt Thema. [9:25 MEZ] Mehr Artikel hier, hier und hier. [11:35 MEZ]

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Der grafische Beweis: Der Bohrer ist runter und wieder rauf gegangen! Da kommt Freude auf. Und Philae hat sich um 35° gedreht, wie kommandiert. [0:15 MEZ] Überhaupt macht Philae alles, was verlangt wurde. [0:30 MEZ] Die Entwicklung des Lade-Zustands – das Ende ist nahe – und ein Artikel. [0:40 MEZ] Das Ende kommt schnell näher. [0:45 MEZ] Warten … Das Signal war schon weg, kam aber wieder. [0:55 MEZ] Und ROLIS hat noch ein Bild geschickt, nach der Drehung. [1:00 MEZ] Und jetzt kommen auch noch CONSERT-Daten runter. [1:05 MEZ] Das Kommunikations-Fenster dauert noch ca. 45 Minuten, und die Daten fließen weiter, nun von CONSERT – für das Radarexperiment wird die letzte Energie verwendet. [1:10 MEZ]


14. November

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Plöpp! Hier wirbelte Philae beim 1. Aufsetzen Staub auf

Diese NavCam-Aufnahme wurde gerade – zusammen mit Vorher- und Nachher-Frames veröffentlicht: Wie schon aus den ROLIS-Bildern ermittelt, traf Phile praktisch perfekt das Zentrum der Landeellipse! Schön wär’s gewesen. Auch bedauerliche Kunde vom APXS, was sehr ärgerlich ist – und ein weiteres Live-Blog bis zum Schluss. Von Philae scheint derweil kurz ein Signal empfangen worden zu sein, aber nun ist es wieder weg. [23:20 MEZ] Ha, jetzt strömen Daten von COSAC – Philae lebt! [23:35 MEZ] Und sendet massenweise Daten von COSAC! [23:45 MEZ] Jetzt gilt’s: Die Orientierung Philaes wird verändert, um mehr Sonne einzufangen.Während eindeutig klar ist, dass der Bohrer gut gearbeitet hat – Grund zum Feiern. [23:50 MEZ] Die erfolgreiche Rückmeldung im Rosetta-Blog zusammengefasst. [23:55 MEZ]

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Nahinfrarote Keck-Aufnahmen vom Uranus am 6. August bei 1.6 und 2.2 µm, aber der große Sturm konnte bekanntlich auch von Amateuren abgelichtet werden. Auch neue Erkenntnisse zur Rotation des Planeten [NACHTRAG: mehr dazu], die Chemie von Jupiters GRF, die Rückkehr der großen Fleckengruppe auf der Sonne (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und die letzte Runde) – und eine moderat helle neue Zwergnova. [22:30 MEZ]

Ist dies schon Philaes letzter Tag auf dem Kometenkern?

Heute Nacht sollte sich herausstellen, ob die Mission von Philae auf der Oberfläche noch eine Zukunft hat: Kommandos waren letzte Nacht geschickt worden, den Temperatursensor MUPUS und den Bohrer zu aktivieren, und wenn die Batterie noch durchhält, sollte der nächste Downlink Ergebnisse zeigen. Von MUPUS weiß man bereits, dass der Sensor platziert und fleißig gemessen wurde, wobei die Auswertung noch dauert! Auch die Aktivierung des Bohrers gelang. Zuvor waren auch alle wissenschaftlichen Messungen durchgeführt worden, die ohne Bewegungen möglich sind: 80% des ersten Programms sind erfüllt (aber was rauskam, weiß man noch nicht). Während OSIRIS den Lander immer noch nicht gefunden hat. Auch ESA, Planetary Soc. und R.A.S. Releases und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:45 MEZ] Es sollen gewagte Versuche unternommen werden, um Philae in eine bessere Position zu bringen. Weitere Artikel hier und hier. [20:20 MEZ] Und hier und hier. [21:45 MEZ]

Live-Blog zur Landung von Philae auf Komet C-G

11. November 2014

13. November

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Ein paar der Visuals von der heutigen Philae-PK, von der es hier eine Aufzeichnung und hier ein paar Bilder und eine Zugabe gibt: eine Art Panorama aus CIVA-Bildern (auch anders projiziert), wo CONSERT die Landestelle andeutet (blaue Raute:; links die Region des 1. Bodenkontakts) und das ROLIS-Bild aus 40 m Höhe (zu dem es schon externe Instant Science gibt). Auch ein Leicester Press Release, Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und laufende Bemühungen um MUPUS (mehr und mehr), während der Bohrer noch nicht ran darf. [22:55 MEZ - Ende]

Philae sitzt am Rand des Kandidaten “B”, dicht neben einer Klippe, liegt auf der Seite – und kriegt viel zu wenig Sonne

Das ist die Quintessenz der heutigen ESA-Pressekonferenz, die parallel in Darmstadt und Köln stattfand und gerade zuende ging (viele der Visuals sind noch nicht im Web, hier gibt’s stattdessen Links zu Screenshots aus dem Webcast). Das unten beschriebene Szenario der “drei Landungen” gilt bereits als sicher, alle Messungen passen zusammen: Philae machte erst einen Sprung von einer Stunde und 50 Minuten mit 38 cm/s Geschwindigkeit, der wieder bis in etwa 1 km Höhe aber auch 1 km zur Seite führte. Und dann folgte noch ein 7-Minuten-Hüpfer mit 3 cm/s. Leider hat OSIRIS auf dem Orbiter Philae – der nach dem Abwurf viele Male gesehen wurde, auch zusammen mit dem Kometen in einem Weitwinkelbild – auf der Oberfläche noch nicht wieder gefunden, man sucht aber weiter emsig. Doch aus den Radarmessungen mit CONSERT ergibt sich das finale Landegebiet ganz gut: am fernen Ende des ehemaligen Kandidaten “B”! Und dort direkt vor einer steilen Klippe, wie die Bilder von CIVA nach der 3. Landung und ein Panorama daraus zeigen.

Aus dem ergibt sich auch, dass Philae auf der Seite liegt, mit einem Bein in die Höhe gereckt! Während die Funkverbindung trotz der unverhofften Lage erstaunlich stabil ist (heute um 20:22 MEZ sollte sie wieder stehen), hat Philae nun ein gravierendes Stromproblem: Die Solarzellen liefern nur 1.5 statt 6-7 Stunden pro Tag Energie, und die an Bord Rosettas noch voll geladenen Batterie hält nur noch wenige Tage. Während manche Statements auf der PK schon fast wie ein Nachruf klingen, sprachen andere von starken Umplanungen, um Strom zu sparen – und eine Philae-Wissenschaftlerin eruzählte diesem Blog auch von der Idee, Philae zeitweise in einen Schlafzustand zu versetzen. Zu blöd, dass die Harpunen nicht gefeuert und Philae an der ersten Landestelle festgehalten haben, denn die war perfekt flach und sonnig. Die Frage stellt sich natürlich, ob man mit Philae gezielt noch einen Hüpfer machen könnte, um die Lage wieder zu verbessern, aber das erscheint hoch riskant. Bewegen wird sich Philae trotzdem noch, in Reaktion auf jedes der Instrumente an Bord, das bewegte Teile hat.

Man vermeinte fast, da eine gewisse Kontroverse zwischen den Top-Philae-Managern Ulamec und Bibring zu verspüren: Ersterer wollte lieber ruhig sitzen bleiben, letzterer unbedingt den Bohrer in Betrieb nehmen, sei doch das Eindringen in den Kometenkern die zentrale Aufgabe des Landes. Auch der PI des Temperatursensors MUPUS erzählte diesem Blog von mutigen Plänen, die bis zum Anbohren der Klippe reichen könnten. Das wissenschaftliche Programm Philaes läuft jedenfalls, die ersten Messungen schon seit dem ersten Bodenkontakt und während des großen Sprungs (wobei die Daten bei dessen Charakterisierung halfen), und auch vergangene Nacht kam eine Menge zusammen. Schon viel über die Kernoberfläche gelernt hat man von der Abstiegskamera ROLIS, deren gestern schon weit verbreitete mittelhohe Aufnahme (3. Bild von unten; so fügt es sich ein) 40 Sekunden vor dem ersten Aufsetzen entstand und 4 cm/Pixel Auflösung hat; der große Brocken oben hat 5 m Durchmesser. Man kann bereits erkennen, wie auf der Kernoberfläche Staub mobilisiert wird. Wie eine ROLIS-Mitarbeiterin diesem Blog erzählte, wird das Instrument noch weiter betrieben – und da Philae nun auf der Seite liegt, müsste es ja in die Rund schauen … [16:15 MEZ]

civa3

Die ersten Bilder von der Oberfläche des Kometen! Ein Teilmosaik aus zwei Aufnahmen von CIVA ist soeben veröffentlicht worden, mehr gibt’s in 3 Stunden. Und es besteht wieder Kontakt zum Philae, der aber in keiner Weise am Boden befestigt ist [11:05 MEZ] Es liegen 7 CIVA-Aufnahmen vor, von denen eine den Himmel zeigt: Philae steht schräg oder liegt gar auf der Seite. Auch ein ESA-Update, Artikel hier und hier – und deutsche Frontpages heute. [11:45 MEZ]

Philae ist offenbar sogar dreimal gelandet und steht nun da

Neuer Tag, neue Erkenntnis: Das Magnetfeld-Instrument ROMAP hat gerade mitgeteilt, dass Philae offenbar dreimal aufgesetzt hat, mit erst einem großen und dann einem kleinen Hüpfer dazwischen, und zwar um 17:01, 18:54 und 19:01 MEZ Bodenempfangszeit. Das passt exakt zu Ulamecs Szenario von zwei Stunden Bewegung bis zur Ruhe: Beim ersten Aufsetzen mit ~1 m/s absorbierte der weiche Boden bereits viel Energie, aber es blieb genug für einen zweistündigen erneuten Raumflug, dem die Schwerkraft C-Gs dann ein Ende setze. Die erneute Landung absorbierte nun fast den gesamten Rest, so dass es nur noch für einen 7-Minuten-Hüpfer reichte. Und dann war Ruhe: Ergo sollte Rosetta den Lander heute früh wohlbehalten herumstehend – aber in keiner Weise verankert – vorfinden. [0:55 MEZ] Ein geschätztes Diagramm zum Szenario sowie viele Bilder dieses Bloggers aus Köln und ein ellenlanges Protokoll eines Web-Guckers von gestern. [1:05 MEZ] Und die britischen Frontpages heute, hier und da tatsächlich mit Komet oder Lander, plus Artikel hier und hier. [2:20 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein TV-Clip, eine Gratulation der NASA und ein Scherzchen; dieser Rosetta-Mann ist Italiener. [4:25 MEZ]


12. November

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So hat ROLIS den Kern im Anflug aus 3 km Höhe gesehen!

Soeben wurde dieses Bild veröffentlicht, das erste nach der Landung (oder “Landung”) übertragene, und in Köln vorgestellt: Schon aus 3 km Abstand hat es 3 m Auflösung. Die nächsten in der Serie werden spannend. [18:40 MEZ] Aus Frankreich sind weitere Bilder von kurz vor und wohl nach dem Aufsetzen aufgetaucht – die man beim DLR nicht kennt. [19:20 MEZ] Anhand des ersten Bildes haben Fans bereits die Landestelle lokalisiert! [20:05 MEZ] Ulamec erzählt auf einer improvisierten PK am ESOC, dass man die Daten diverser Instrumente auf Philae so interpretieren kann, dass der Lander abprallte – und zwei Stunden später erneut landete und dann stehen blieb. Jetzt ist er erstmal unter dem Horizont. Und Ferri sagt, dass man in der Mitte der Landeellipse angekommen ist. Der Funk ging etwas früher verloren als erwartet: vielleicht ja nur ein Berg im Weg. [20:20 MEZ] Das ROLIS-Bild aus geringster Höhe in größer, und so hängen beide miteinander und mit dem ganzen Kometen zusammen. Auch die 4-stündige Aufzeichung eines CNES-Webcasts, ein bereits veralteter ESA Release, ein Bericht aus der Sicht des MCC, neuere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Live-Blogs hier und hier. [23:45 MEZ]

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Die Lage von Philae ist im Moment noch herzlich unklar

Einer aus dem Kontrollraum hat gerade in Köln detailliert Bericht erstattet: Man hat keine Ahnung, ob Philae sitzt oder schwebt! Deswegen wird auch vorerst darauf verzichtet, die Harpunen ein zweites Mal zu feuern – die Automatik hatte beim Aufsetzen versagt (die anfängliche Erfolgsmeldung war ein Missverständnis gewesen), man kann sie aber auch manuell auslösen. Der Boden, den Philae traf, ist jedenfalls sehr weich: Allzu hoch abgeprallt dürfte der Lander nicht sein. In vielleicht einer 1/2 Stunde gibt es die CIVA-Bilder, die unmittelbar nach dem – ersten – Bodenkontakt entstanden (wegen der häufigen Aussetzer der Kommunikation zu Rosetta dauert die Übertragung etwas länger): natürlich nur Schnappschüsse der Situation dann, die jetzt wieder eine andere sein kann. Derzeit werden alle denkbaren Informationsquellen gesammelt, etwa auch CONSERT-Ranging und neue OSIRIS-Aufnahmen: Ob es bis zum Verschwinden der Landestelle unter Rosettas Horizont mehr Klarheit geben wird? [18:20 MEZ]

Riesenjubel in Darmstadt wie Köln – wir sind gelandet!

Und es kommt Telemetrie von der Oberfläche! Noch keine klaren Infos über die Lage von Philae kommuniziert. [17:05 MEZ] “We are sitting on the surface and Phile is talking to us”, sagt Ulamec – die Harpunen haben gefeuert, die Beine sind eingefahren, und es gibt Telemetrie! [17:10 MEZ]

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Der Money Shot aus dem Webcast aus dem ESOC-Kontrollraum: Etwa jetzt war klar geworden, dass der Lander sicher auf der Kernoberfläche sitzt. Derweil Festreden in Darmstadt – hätte lieber mehr Infos zu Philaes Status. Mehr Szenen hier, hier, hier, hier und hier. [17:15 MEZ] Jetzt auch wieder Bühnenprogramm in Köln: Hansjörg Dittus vom DLR-Vorstand sagt, dass noch wenig über Philaes Zustand bekannt sei – er gewahre noch “Skepsis” im Philae-Kontrollraum. [17:30 MEZ] Philae ist weich gelandet – aber die Anker haben nicht funktioniert, heißt es gerade aus dem Philae-Kontrollraum in Köln: Man kann nicht sicher sein, dass der Lander sicher auf der Oberfläche steht. Und das Kaltgasssystem hat definitiv nicht funktioniert, es war also nicht nur ein Sensorproblem. [17:45 MEZ] Gemeint war, dass die Harpunen doch nicht gefeuert haben – und ein zweiter Versuch wäre riskant, da es die Düse zum Gegenhalten nicht tut … [17:55 MEZ] Das Signal Philaes schwankt, ein weiteres Indiz für instabile Lage. [18:05 MEZ]

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Die Co-Entdeckerin des Kometen auf der Bühne in Köln, Svetlana Ivanovna Gerasimenko – sie hatte die Fotoplatte aufgenommen, auf der Klim Ivanovych Churyumov dann den Kometen fand. Jetzt heißt es: warten – auch in Köln können sie nichts anderes als den ‘clean feed’ aus dem Kontrollraum des ESOC zeigen. [16:35 MEZ]

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Ab jetzt wird live vom DLR/ESA-Campus in Köln gebloggt!

Und zwar aus dem modernen Medien-Zentrum des :envihab, nur wenige Meter von jedem MUSC entfernt, wo Philae gesteuert wird. Dem geht es – bis auf das Kaltgas-Problem – weiter blendend, und bald soll es die ersten Bilder geben. [15:15 MEZ]

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Und da ist er schon: CIVAs Blick zurück auf Rosetta, kurz nach dem Abdocken – hier mal nach Gefühl etwas entzerrt! [15:25 MEZ] Die offizielle Entzerrung – und gerade wird bekannt, dass Philae auf OSIRIS-Bildern an der richtigen Stelle ist: Die Abstiegsbahn ist korrekt. [15:35 MEZ] Philae dreht sich einmal eine 9 Minuten um die eigene Achse – kein Problem, sagt Ulamec. [15:40 MEZ]

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Und jetzt der Gegenschuss: eine OSIRIS-Teleaufnahme des abgereisten Philae – wo alles so aussieht, wie es soll. Sierks strahlt, Applaus auch beim Medien-Event im :envihab. [15:55 MEZ] Alle drei OSIRIS-Aufnahmen, die Sierks zeigte, und ein weiterer Artikel aus Darmstadt. [16:20 MEZ]

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AOS! Philae spricht mit Rosetta, Rosetta mit der Erde – jetzt kann sich Paolo Ferri freuen: Nach doch einigem Warten hat sich Philae gemeldet! Nun kann der weitere Abstieg direkt verfolgt werden. [12:10 MEZ] Alles auf Philae “sieht nominal aus”, berichtet Ulamec gerade über die erste Telemetrie: Beine ausgefahren, Flywheel dreht sich. [12:30 MEZ] Frühestens um 13:40 MEZ kann mit CIVA-Bildern des Rosetta-Orbiters gerechnet werden. Derweil dreht sich Philae etwas schneller als vorgesehen, aber in den Toleranzen. [12:50 MEZ]

Philae darf runter, trotz vermutlich defekter Andrück-Düse

Der Abstieg von Philae wird noch riskanter als ohnehin schon: Der Zustand der Kaltgas-Düse ist unklar, die den Lander nach dem Aufsetzen auf die Kernoberfläche drücken sollte – vielleicht ist sie kaputt, vielleicht spinnt auch nur ein Sensor. Da man aber eh nichts machen kann, wurde dennoch dem Landemanöver heute zugestimmt: Ob sich Philae getrennt hat, sollte gegen 10:03 MEZ klar sein. [9:25 MEZ] Der Webcast läuft wieder: keine Diskussion des Düsenproblems bisher, aber die findet man hier. [9:40 MEZ]

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Anspannung im Hauptkontrollraum im ESO, dann Jubel: Philae ist unterwegs! Kontakt kann erst wieder in kapp zwei Stunden aufgenommen werden. [10:10 MEZ] Die offizielle Nachricht, Artikel hier, hier und hier – und z.Z. aktive weitere Live-Blogs o.ä. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [10:30 MEZ] Rosetta empfängt das Philae-Radar CONSERT! Das wird unabhängig von Mitteilungen durch Philae selbst Informationen über die Fluglage geben. Auch ein ESA PR zur Separation. [10:45 MEZ] Ein paar Bilder aus dem Kontrollraum, ein QUB PR und ein Artikel. [11:15 MEZ] Um 11:53 MEZ soll sich Philae melden, mit Telemetrie etc. Auch ein Interview mit Ferri und ein Artikel. [11:35 MEZ]

Entscheidung über Philaes Zustand um 1 Stunde verschoben

Wie gerade einer sehr kurzen Ansage aus der Mission Control in Darmstadt im Dauer-Webcast zu entnehmen war, ist die zweite GO/NOGO-Marke problemlos passiert worden – aber die dritte, bei der der einwandfreie Gesundheitszustand Philaes attestiert werden muss, hat man von 2:35 auf 3:35 MEZ verschoben! Keine Erklärung, was für weitere Tests erforderlich wurden, jetzt wieder nur ein Testbild … [1:10 MEZ] … und auch im Blog keine Begründung. [1:25 MEZ] In diesem Live-Blog etwas mehr zu Philaes Problemen: “The lander was supposed to switch between two different electronics boards after activation, but failed to do that – presumably due to cold temperatures, according to Andrea Accomazzo, Rosetta’s flight director. A reboot of the system led to all parameters showing up as expected. Since then, Philae was under constant watch by teams in Cologne. A meeting was performed between the different lander engineering teams to discuss the off-nominal start-up and steps to be taken to verify that all lander systems were in good shape. Options were being evaluated as of the late night hours of Tuesday.” [1:55 MEZ] Und der Lander ist GO, damit fehlt nur noch eine Entscheidung im Morgengrauen nach dem lezten Bahnmanöver. Auch ein JPL Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:40 MEZ]


11. November

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Oops: Philae ließ sich erst im zweiten Anlauf einschalten

Hat der kleine Rosetta-Lander keine Lust, auf dieser verrückten Welt – hinter dem Bild oben 10 bisher nicht veröffentlichte Ansichten aus dem niedrigen Orbit – zu landen? In der Nacht weigerte sich Philae zunächst, sich einschalten zu lassen, aber ein Reboot half, und nun läuft wieder alles nach Plan. Auch eine Zusammenfassung der Orbiter-Science bisher, was RPC und ROMAP vorhaben, sonifizierte Daten von RPC und die Aufzeichnung der Status-PK von gestern. [18:45 MEZ] Ein Ablauf-Plan, das ESA-TV-Schema, ein anderes Live-Blog, weitere Informationsquellen, wo Komet C-G am Himmel steht, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und das Mission Control Team. [19:05 MEZ] Und hier streamt jetzt ein ESOC-Event, in dem um 20:30 MEZ die erste GO/NOGO-Marke (stimmt der Orbit des Orbiters) passiert werden soll. [20:00 MEZ] Denkste: hier, hier und hier ist bereits zu lesen, dass die Bahn korrekt ist. [20:10 MEZ] Offiziell wird’s mit einem getweeteten Cartoon mitgeteilt. Die Aufheizung Philaes wurde gerade abgeschlossen, teilt das Kontrollzentrum in Köln mit. Und aktuelle Artikel hier und hier. [20:15 MEZ] Es folgen noch drei weitere GO/NOGOs – ein einziges NO würde ~2 Wochen Verschiebung bedeuten. [20:20 MEZ] Während das orbitale “GO” nun im Kasten ist, gibt es doch noch gewisse Sorgen um Philaes Computer, auch wenn er seit dem Reboot stabil läuft; auch ein Stimmungsbild aus dem ESOC, wo sich gerade Churyumov mit einem C-G-Modell ablichten ließ. [21:25 MEZ] Press Releases von Leiceser, Open University und Univ. of Chicago, PM der Uni Bremen, ein Artikel zur Problematik der OSIRIS-Bilder (fast die ganze Story, aber nur fast), die 10-km-Bilder auf einer Seite und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 10. November 2014

10. November 2014

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Neue wissenschaftliche Erkenntnisse des Rosetta-Orbiters

über den Kometen C-G – hier eine NavCam-Aufnahme aus 30 km Abstand vom 6. November – sind heute auf einer Planetenforscher-Tagung in Tucson präsentiert worden, leider ohne jede organisierte Öffentlichkeit über die Teilnehmer hinaus, von denen zum Glück einige per Social Media berichtet haben. Sogar ein paar Super-Nahaufnahmen des Kerns von OSIRIS wurden dabei ‘geleakt’, leider nicht ein offenbar besonders spektakuläres Bild von der staubigen Umgebung des Kerns: darauf gekrümmte Bahnen einzelner Teilchen. Die Oberfläche des Kerns hat sich seit Rosettas Ankunft vor drei Monaten noch nicht erkennbar verändert, obwohl sich von Juni bis Oktober die Wasser-Produktion (Ausgasung) ver-6-facht hat (und dabei im Tagesgang stark schwankt). Wie inzwischen bereits den NavCam-Aufnahmen zu ersehen ist, strömt es v.a. aus der “Hals”-Region, wo die Oberfläche etwas blauer als anderswo ist und mehr Wassereis enthalten könnte (von dem dann aber nichts frei läge, nirgendwo auf der Oberfläche). Ob der Hals die Folge verstärkter Erosion ist oder aber C-G ein contact binary ist, wird immer noch intensiv diskutiert. Die mittlere Albedo beträgt 5.3%: Das ist extrem schwarz – und im UV ist der Kern sogar dunkler als der Hintergrund des interplanetaren Mediums! Inzwischen hat ROSINA zwei dutzend Moleküle in seinen Ausgasungen nachgewiesen, selbst massenmäßig sehr ähnliche können unterschieden werden, und es gibt immer besonders viel, wenn der Hals sichtbar ist. Auch der Status von Rosetta heute (weiter alles bestens), die Timeline der frühen Philae-Science, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Kommentar aus US-Sicht. [23:55 MEZ - Ende]

MUSE view of the ram-pressure stripped galaxy ESO 137-001

Der ausgeprägte Ram-Pressure-Schweif der Galaxie ESO 137-001, der bei ihrem Sturz in den Norma-Galaxienhaufen entsteht, auf einer Aufnahme mit dem neuen MUSE-Instrument am VLT, die hier ungefähr in echten Farben darfestellt, mit rot = H-Alpha-Emission: die äußere Scheibe der Spiralgalaxie hat durch den Staudruck des intergalaktischen Mediums schon alles interstellare Medium verloren, aber der Schweif wird weiter durch Gas aus Zentrumsnähe gespeist. [21:50 MEZ]

blue-bye

Alex Gerst und Co. sind bereits auf der Rückreise zur Erde

Ihre Soyuz legte um 1:31 MEZ ab, und gelandet wird und 4:58 MEZ: oben Gersts letzter Gruß aus der Cupola, danach winkte er noch, und bald war die Luke dicht, und die Soyuz entschwand aus ISS-Sicht (mehr und mehr) und umgekehrt (mehr und viel mehr Bilder). Auch Artikel hier, hier und hier, die Forschung auf der ISS Teile 1, 2 und 3, ein Ausweich-Manöver und Spielerei mit Wasserblasen. Derweil rückt der erste Testflug der Orion näher (mehr, mehr und mehr), eine Turbopumpe ist Hauptverdächtiger beim Antares-Desaster (Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links) – und beim SpaceShipTwo ist die größte Frage derzeit, wie der Pilot das überleben konnte, während die Meinungen über die Zukunft des Projekts weit auseinander gehen: hier, hier, Virgin-Statements, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und eine TMRO-Episode dazu. [2:35 MEZ] Der Deorbit-Burn hat stattgefunden, es gibt kein Zurück mehr. [4:25 MEZ] Alles bestens, Soyuz hängt am Hauptschirm – aber wegen schlechter Sicht keine Bilder. [4:50 MEZ] Um 4:58:35 MEZ sind Gerst und Co. gelandet, berichten die Bergungskräfte: nur 2 Sekunden zu spät. Die Kapsel ist auf der Seite zu liegen gekommen; weiter keine Bilder. [5:05 MEZ] Jetzt sieht man wasKommandant Surayev wurde als erster aus der Kapsel rausgeholt. [5:20 MEZ]

gerst

Und da ist Gerst! Der NASA-Sprecher ist beeindruckt, wie gut er sich gehalten hat. [5:25 MEZ] Weitere Bilder hier, hier, hier, hier und hier; Wiseman ist nun auch draußen. [5:30 MEZ] Inzwischen ist die Kapsel aufgerichtet worden, um etwas Fracht heraus zu holen. [5:40 MEZ] Jetzt sind erst mal alle im Medizin-Zelt verschwunden. [5:45 MEZ] Jetzt gibt’s auch Bilder von der Landung – gefilmt aus einem Geländefahrzeug, das sofort Kurs auf die Kapsel nahm. Und ein Artikel. [5:50 MEZ] Die Kapsel kurz nach der Landung: Sie war aufrecht gelandet, aber Wind war in den Fallschirm gefahren und hatte sie umgeworfen. Und mehrere Artikel und eine PM der ESA: Für Gerst geht’s jetzt fix zum EAC. [5:55 MEZ] Ein paar Fotos hier und hier – und ein Problem … [18:05 MEZ] Das Flugzeug mit Gerst ist in Köln gelandet – und hier gibt’s ein tolles Foto des Reentry der Soyuz vom Boden aus. [19:05 MEZ]

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Gerst vor wenigen Minuten in Köln, mit dem ADAC-Flieger, der ihn aus Schottland brachte, und dem DLR-Chef. [19:15 MEZ] Weitere Bilder aus Köln hier und hier, aus Kasachstan hier und hier und vom Reentry (vom ISON-Netzwerk), eine PM des DLR, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [21:35 MEZ. NACHTRÄGE: ein NASA Release und weitere Artikel hier und hier]

Eine beachtliche Feuerkugel über Texas ist hier schön von einer Dashcam gefilmt worden: ein weiteres Video (während eines Konzerts!), eine erste Einschätzung und Standbilder hier und hier – plus eine frühere amerikanische und eine japanische Feuerkugel (mehr, mehr und mehr). Plus nochmal Saturn neben der Mondsichel, eine detaillierte Studie über die Folgen der SoFi 2015 für die Photovoltaik in Deutschland (der Effekt sollte tatsächlich eingeplant werden; auch Artikel hier und hier), ein schönes Foto und ein besonders stabiles Video der letzten SoFi, ein X-Flare von einer neuen Gruppe, ein früherer Flare und Korona-Bögen, Aufnahmen von Polarlichtern in Echtzeit (auch ein langes Video), ein Meeting zum SKA (wo ‘Germany’ schon gar nicht mehr vorkommt), ein IAU OAD Newsletter – und die Sternwarte Lick ist gerettet, nach sich Finanzierung gefunden hat. [2:20 MEZ]

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Noch zwei Tage bis zum Absetzen des Landers Philae …

… auf dieses Ungetüm, das hier am 4. (oben) und 2. (unten) November mit der NavCam und am 29. September (Mitte) von OSIRIS unter hohem Phasenwinkel gesehen wird: Pressemitteilungen von DLR (früher), MPS und Johannes Gutenberg-Universität Mainz, ein JPL Release, eine ESA-Blog-Story, ein 64-Seiten-Press Kit, die Timeline (einfacher und die Schlüssel-Momente), allerlei Medien-Infos, ein informativer 1-1/2-Stunden-Hangout, wo bald alles live zu sehen sein wird, diverse Social-Media-Links und Public Viewings, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und ein Clip vom WDR mit seltenen Szenen von der Beratung der Landestelle. Ferner wurden auf einer Telecon erste Sonden-Beobachtungen von Siding Spring am Mars diskutiert, v.a. signifikanter Staubeintrag in dessen Atmosphäre: Press Releases dazu hier, hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Ausserdem Abschied von MASCOT auf Hayabusa 2, 50 Jahre Mariner 4, eine Vision eines Marsrovers Chinas, die hier analysiert wird, ein Meilenstein für TESS, den nächsten Exoplaneten-Jäger der NASA, eine Komponente für den LISA Pathfinder, fünf Jahre SMOS im Einsatz – und fast keine Iridium-Ersatzsatelliten mehr im Orbit. [1:50 MEZ]

Weitere größere Artikel und viele Zugaben

9. November 2014

metis

Fast 200 Besucher auf der 33. BoHeTa, wo z.B. ein Metis-Globus Premiere feierte.

ALMA sieht Scheibe um Jungstern HL Tauri: ESO und NRAO Releases, technische Details, eine schnelle Analyse und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Planetarium - Richtfest Nr. 2 - 12.10.1962

Das Planetarium Bochum feiert seinen 50. Geburtstag und Planetarium Bochum feiert 50. Geburtstag: Bilder vom Festakt bze. die Historie – hier das Richtfest im Oktober 1962. Auch eine PM der Stadt und lokale Artikel hier, hier (Seite 3 rechts bzw. hier) und hier.

Chinesischer Testflug um den Mond und zurück: Was Chang’e-5 T1 und 4M gebracht haben. Zum Status von 4M eine PM und ein Blogbericht, zu Chang’e ein ein weiterer Artikel.

“Interstellar”: gewiss kein zweites “2001” (oder “Contact”) Und auch auch ätzend lang …

Gravitationswellen gastieren in Bonn und Eröffnung der Gravitationswellen-Ausstellung im Deutschen Museum Bonn: Bilder eine Ausstellung – und Mini-News zu LIGO und LISA.

Mondbeobachtung vor der Bundeskunsthalle und Mondbeobachtung zum “Outer Space” auf dem Museumsplatz Bonn.

Kein Witz: noch 15 Jahre bis zur nächsten ordentlichen totalen Mondfinsternis in Bonn … nach einer außergewöhnlich lagen Dürre.

Das Ende eines Raumflugs … Videos der Antares-Explosion aus neun Kamera-Perspektiven.

R.I.P., Father Badillo! Während die Dämmerung durch Deutschland glüht.

Kürzere Artikel

Größter Sonnenfleck seit 1990 und Riesenfleckengruppe nur noch eine Marginalie, kurz vor dem Sonnenrand; auch ein weiterer Artikel.

Wenn eine US-Regierungsbehörde das eigene Bauchgefühl bestätigt … Wie dieser Blogger gegen den Mainstream die mutmaßliche Ursache des SpaceShipTwo-Unfalls erriet.

Zwei Supernovae 13.–14. Größe – wobei diejenige in M 61 gleich von Komet Borisov besucht werden wird.

Ein besonders kontrastreicher “Goldener Henkel” am Sinus Iridum.

Der erste echte »Uranus« bei einem anderen Stern per Microlensing gefunden: das Paper und ein Press Release.

Ein Merkur im Morgengrauen nach einem Tipp aus Uganda.

Meteoriten einer Feuerkugel nach 20 Jahren gefunden, in Tschechien: das Paper, ein Press Release und ein Artikel.

Die AAVSO hat eine neue Direktorin im kommenden Jahr: ein AAVSO Press Release und ein Artikel.

Allgemeines Live-Blog vom 2.-4. November 2014

2. November 2014

4. November

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Philaes Landestelle (ganz oben am Horizont) am 30. Oktober, als Rosetta bereits wieder 27 km vom Kometenzentrum entfernt war: Sie heißt seit heute “Agilkia”, nach einer ägyptischen Insel. Auch ein EuroNews-Update, Science@NASA, ein Video dazu (das einen um Philae bangen lässt) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus Dawn-Erkenntnisse über Vesta, gelinde gesagt bizarre ‘Bilder’ des Mars-Express und eine Übersicht der Ergebnisse bisher von Siding Spring am Mars, eine Bestätigung eines Mars-Minerals durch Curiosity, mehr Eis auf Merkur – und wohin jetzt das Mutterschiff von Chang’e-5 T1 fliegt. [23:55 MEZ - Ende]

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SpaceShipTwo-Desaster: Jetzt beginnt der mühsame Teil

der NTSB-Untersuchung, die sich bald nach Washington, DC, verlagern wird, weshalb die PK in Mojave gerade die letzte war. Große neue Erkenntnisse gab es diesmal nicht, im Gegenteil: Es ist wieder unklar, ob der (verstorbene) Copilot oder aber der Pilot die offenbar fatale Entriegelung der Feathers vornahm – auf einem Video aus dem Cockpit ist lediglich zu erkennen, dass es der rechts sitzende war. Konkret gibt es jetzt die Timeline der Ereignisse: 10:07:19 PDT Abwurf des SS2, 10:07:22 Zündung des Triebwerks, 10:07:29 Mach 0.94, 10:07:31 Mach 1.02, wobei zwischen diesen beiden Marken die Entriegelung passierte und sich die Feathers nach der zweiten von selbst aufzurichten begannen (wie in dem Modell, das C. Hart oben einem TV-Team zeigt), 10:07:34 Abriss von Telemetrie und Livevideo. Das Einsammeln der Trümmer kommt gut voran, wobei auch rund 50 km noröstlich des langgestreckten Hauptfeldes noch Kleinteile entdeckt wurden (die aber auch später der Wind dorthin geweht haben kann). An den Hauptteilen des SS2 können auch Systemtests z.B. elektrischer Art durchgeführt werden. Mit dem überlebenden Piloten konnte das NTSB immer noch nicht sprechen, aber um die Wechselwirkung von Crew und Vehikel kümmert sich jetzt eine noch zusätzlich eingerichtete “human performance”-Gruppe – die wird auch ganz genau prüfen, was auf der ‘flight card’ stand: höchstwahrscheinlich ganz klar “kein Entriegeln vor Mach 1.4″. Jetzt liegen bis zu 12 Monate vor dem Team, vielleicht aber auch weniger, weil es ungewöhnlich viele Daten gibt (die man gerade in lesbare Form bringt). Zuerst werden die reinen Fakten festgestellt und auch auf einer Webseite veröffentlicht: Die Öffenlichkeit ist explizit aufgefordert, sich damit auseinander zu setzen, aber das NTSB wird dies für sich selbst auch isoliert tun, um unbeeinflusst die wahrscheinliche Unglücksursache zu benennen und Empfehlungen geben zu können. Frühere Artikel noch hier, hier und hier. [5:30 MEZ] Hart war wohl ein wenig durcheinander: Es war eindeutig der Copilot, der den Riegel betätigte. [6:05 MEZ] In diesen Artikel berichten anonyme Quellen, Alsbury habe dies versehentlich getan – und den Fehler auch gleich bemerkt, doch da war es zu spät. Weitere Artikel, auch zu Antares, hier, hier, hier und hier. [6:25 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK, ein neues Statement von Virgin Galactic (das 2. SS2 wird weiter gebaut) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:05 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:50 MEZ]

cupo

Keine volle Woche mehr auf der ISS ist Alexander Gerst, der hier am vergangenen Wochenende aus der Cupola auf die Erde schaut. Auch die Versorgungslage der ISS nach dem Ausfall des Cygnus (die Untersuchung des Antares-Unfalls geht voran, das AIB ist benannt), ein interner Flugplan für die SLS-Rakete, bei dem sich bemannte Orion-Flüge und große unbemannte Wissenschafts-Missionen etwa zum Mars und Europa abwechseln und das Design des Adapters zwischen Orion und SLS – und Italien macht Stress wegen der Verschiebung des IXV-Fluges. [4:15 MESZ]


3. November

ss2w

Durchbruch bei Untersuchung des SpaceShipTwo-Disasters!

Die heutige Pressekonferenz des NTSB (oben Mitarbeiter im Hangar beim Trägerflugzeug WhiteKnightTwo) begann eine halbe Stunde verspätet und dauerte nur wenige Minuten – aber sie brachte eine Sensation: Das viel diskutierte modifizierte Hybrid-Triebwerk des SpaceShipTwo wurde ebenso unversehrt geborgen wie die Tanks und war offenbar unschuldig, keine Risse, kein Durchbrennen irgendwo. Und die bereits ausgewerteten Daten weisen auf eine völlig andere Anomalie hin: 9 Sekunden nachdem das Triebwerk zu brennen begonnen hatte (und fehlerfrei funktionierte) wurden plötzlich die beiden “Federn” am Heck entriegelt und bewegten sich in die Bremsposition! Normalerweise sollen sie das erst bei Mach 1.4, aber jetzt geschah es schon nahe Mach 1.0: Die Ursache ist noch unklar, aber es sieht so aus, als habe der Co-Pilot ihre Verriegelung geöffnet. Ein zweiter Hebel zum Aufstellen der Federn wurde zwar nicht bedient, aber sie stellten sich trotzdem 2 Sekunden später auf: Das dürfte zu erheblichen strukturellen Belastungen und letztlich dem Auseinanderbrechen des Vehikels geführt haben. Jedenfalls reißt in diesem Moment sofort der Telemetriestrom ab. Es wurden aber neben den für die Analyse wichtigsten Trümmerteilen auch mehrere Speicherchips geborgen, die man – teilweise beschädigt – gerade auszulesen versucht. Auch frühere Artikel hier und hier. [5:45 MEZ] Erste Artikel zur PK hier, hier und hier. [7:05 MEZ] Eine Aufzeichung der PK, warum sie diesen Blogger nicht überraschte, eine Grafik, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links – und um 5:00 MEZ eine “finale” PK des NTSB. [23:55 MEZ]

sn

Die Supernova 2014 dt in Messier 61 auf einer Aufnahme von Martzin Mobberley von vorgestern – visuell hat die Sternexplosion des Typs Ia-pec leider nur etwa 14 mag.: die japanische Entdeckungs-Aufnahme vom 29.10., Beobachtungen und Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine ähnlich helle SN noch ohne Nummer hier und hier. Sowie der inzwischen weg rotierte Riesen-Sonnenfleck am 30.10. direkt am Rand, 29.10. (mehr und mehr) und 28.10. (mehr und mehr): Von der großen Gruppe gibt es hier, hier, hier und hier Bilder mehrerer Tage, einen Artikel und ein Bild von Hinode – während seine immer folgenlosen vielen Flares auch komplett missverstanden werden konnten … [4:05 MEZ]

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A galaxy on the edge

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China feiert seine Kapsel, die um den Mond herum flog

und dann sanft in der Inneren Mongolei gelandet war: Hier wird sie gestern von Funktionären in Beijing beklatscht; auch Grafiken zum Anflug und Abstieg, ein TV-Bericht in Englisch mit IR-Bildern der Kapsel am Fallschirm, weitere Artikel hier (32 Bilder), hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links und der Verbleib des Begleiters 4M. Die anderen Bilder zeigen die Edge-On-Galaxie NGC 4762 auf einer Hubble-Aufnahme und ein bemerkenswertes Bild von Curiosity vom Sol 782. Ferner der Status von Dawn, das Ende des Projekts eines Sonnen-Satelliten Chinas (Kua Fu sollte er heißen), US-Sonnenforschung per Sounding Rocket, Bilder vom letzten Atlas-Start, eine Mini-Rückkehr-Kapsel für die ISS – und ein Vertrag über den Betrieb von Copernicus bis 2021. [3:45 MEZ]

sc324

Hier rotiert der Asteroid 2014 SC324 auf Radar-”Bildern”

des Goldstone-Radioteleskops vom 25. Oktober: ein schneller Rotator mit einer Periode von 0.36 Stunden, wie optische Beobachtungen zeigen, für deren Fit auch noch eine (weniger klare definierte) Taumelbewegung angenommen werden muss. Radarmessungen an (2340) Hathor belegen derweil einen ausgeprägten Yarkovsky-Effekt, der die Bahn nichtgravitativ veränderte (IAUC #9272 vom 30.10.). Auch ein neuer NEA über den gleich wieder Blödsinn verbreitet wurde, und wie es Apophis in Erdnähe ergehen wird. Ferner ist der deutsche Amateur-Kometenentdecker F. W. Gerber gestorben (hier links im Bild), es gibt Bilder der Kometen C/2014 Q3 (Borisov; erheblich heller geworden) am 30.10., 28.10. und 25.10., C/2014 R1 (Borisov) am 30.10. und 28.10., PANSTARRS am 30.10. und 29.10. (plus Bahninfos für Nord und Süd), NEOWISE, Lovejoy und Kowalski, letzterer ganz neu – und Beobachtungen von Siding Spring vom Ballon und mit dem MRO. Ansonsten wird Polen ESO-Mitglied, es ist eine Lösung für den Weiterbetrieb des UKIRT gefunden worden [NACHTRAG: mehr dazu], man wettert gegen Lichtverschmutzung – und im UK soll eine riesige Volkssternwarte entstehen. [3:20 MEZ. NACHTRAG: mehr zum “Kielder Observatory Astronomy Village”]


2. November

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Sie waren an Bord des SpaceShipTwo beim fatalen Flug

am Vormittag des 31. Oktober: Pilot Peter Siebold, der Director of Flight Operations bei Scaled Composites, war der Pilot und erholt sich von seinen schweren Verletzungen, er ist bei Bewusstsein und spricht mit Angehörigen und Ärzten. Copilot Michael Alsbury hat es nicht geschafft. Inzwischen sind sowohl ein Untersuchungsteam des National Transportation Safety Board – größer als üblich, da beim SS2 doch einiges anders als bei einem gewöhnlichen Flugzeug war – und Virgin-Chef Richard Branson im kalifornischen Mojave angekommen: ein kurzes NTSB-Statement (um 4:00 MEZ soll es die nächste PK geben, vielleicht mit allerersten Erkenntnissen) und eine Sonderseite zur Untersuchung sowie eine Kurz-PK von Branson und ein Teil seines Statements. Auch ein Statement des ESA-Chefs, einen Artikel mit schweren Vorwürfen gegen Virgin Galactic, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Zur Untersuchung des Antares-Unglücks gibt es derweil nur einen kurzen Update (sein Vorgänger) und Artikel hier, hier, hier und hier. [1:15 MEZ]

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Ein soeben vom NTSB verbreitetes Bild zeigt dessen Acting Chairman Hart mit dem Virgin-Galactic-Piloten Todd Ericson und weiteren Beamten im Trümmerfeld des SpaceShipTwo. Auch eine Anzahl Video-Clips, die weitere Trümmerstücke teilweise sehr detailliert zeigen sowie weitere Standbilder hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [2:45 MEZ] In einer nur 15 Minuten langen aber informationsreichen PK, die ein Lokalsender übertrug, hat gerade o.g. Acting Chairman das Trümmerfeld beschrieben: Es erstreckt sich 8 km lang von NO nach SW, entlang der Flugrichtung, und beginnt mit den beiden großen Heckflügeln, gefolgt von mehreren Tanks, dem Rumpf, dem Cockpit und ganz am Ende dem Triebwerk. Die Ausdehnung des Feldes beweist klar, dass das SS2 in der Luft auseinanderbrach, warum ist aber noch nicht klar. Etwa 4-7 Tage wird im Feld gearbeitet, und bis zum Abschlussbericht wird es etwa 12 Monate dauern (zunächst gibt es aber keinen Grund, warum Virgin Galactic in der Zeit nicht weiter arbeiten dürfte). Der Flug wurde geradezu perfekt überwacht, von 6 Kameras an Bord des SS2 mit nichtflüchtigen Speichern, 3 auf dem WK2 und noch mehr auf einem Begleitflugzeug (das auch Radardaten aufnahm), während eine Telekamera von der Edwards AFB aus zuschaute. Und über 1000 Messgrößen wurden per Telemetrie übertragen. [4:20 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK, Artikel hier (auch mit Video), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie mehr Links, ein Branson-Statement zu den Piloten – und mehr Kritik sowie verwegenene Kritik an der Kritik an Virgin Galactic und ein nüchterner Blick auf den ‘NewSpace’-Hype. Nächste NTSB-PK um 5:00 MEZ morgen. [21:50 MEZ] Lange Web-TV-Interviews mit Augenzeugen beider Disaster. [22:45 MEZ]

SpaceShipTwo bei Testflug zerbrochen; ein Toter

31. Oktober 2014

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Der Copilot tot, der Pilot schwer verletzt im Krankenhaus – Zustand unbekannt – und ein ausgedehntes Trümmerfeld in der kalifornischen Wüste bei Mojave, der Kleinstadt der Pioniere der privaten Raumfahrt: Das ist geblieben vom SpaceShipTwo, das heute beim ersten Testflug unter Raketenantrieb seit über 9 Monaten kurz nach dem Abwurf vom Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auseinander gebrochen ist. Dass es beim Zünden des Triebwerks – das erstmals eine neue Treibstoff-Rezeptur verwendete – explodiert sei, wie es zunächst hieß, stimmt womöglich nicht: Vom Boden aus war kaum etwas zu sehen gewesen, und auch die Trümmer sehen nicht nach einer Explosion aus. Ob es in den zwei Minuten zwischen Abwurf und Kontaktabriss Hinweise auf Probleme gab, blieb auf einer PK um 22:00 MEZ unbeantwortet; man betonte lediglich, die neue Mixtur sei am Boden ausgiebig getestet und das Triebwerk als solches kaum modifiziert worden.

Weitere Luftbilder der Überreste hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und hier, wie sie zur Struktur passen, sehr knappe Statements von Luftaufsicht und Virgin Galactic, eine engagierte Live-Diskussion (früher), frühere Artikel, die häufig mehrfach umgeschrieben wurden, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Beiträge zur schwierigen Vorgeschichte hier, hier und hier – und erste Kommentare hier und hier, die zwar zu Recht betonen, dass es am Anfang schwierig ist und nicht ohne Opfer abgehen mag. Aber verschweigen, dass das, was das SS2 einmal erreichen sollte, suborbitale Flüge nämlich, die NASA bereits 1961 routinemäßig schaffte und dann wieder dran gab, während sich die Sowjetunion damit erst gar nicht abgegeben hatte … [NACHTRÄGE: Erste Bilder vom Zerbrechen des SS2 hier, hier und hier zeigen tatsächlich keine Explosion, aber was warum passierte, bleibt rätselhaft; auch Statements des NASA-Chefs, von Virgin Galactic und R. Branson und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und treffende Kommentare hier und hier sowie ein ganz harter …]

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Erstaunliche geringe Schäden an der Startanlage von Wallops nach dem Antares-Disaster, von dem auch ein weiteres Video von inzwischen zahlreichen zu sehen ist – auch mehr Bilder vom Ende der Rakete und der Anlage danach, Updates von Orbital, der NASA und unabhänigen Experten, eine Kondolenz der AAS, eine Statistik der Erfolgsquote von Raketen der westlichen Welt, Artikel zu den Untersuchungen, Augenzeigen-Berichten und Konsequenzen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Interview – und die letzte orbitale PK von Alex Gerst sowie erneutes Gemecker an der ARM durch einen Asteroidenforscher, auch hier, hier und hier erwähnt.

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Rosetta ist jetzt auf dem Orbit zum Absetzen von Philae

auf dem Kern des Kometen – hier eine NavCam-Aufnahme vom 28. Oktober mit 65 cm/Pixel – angekommen, nach einer weiteren Bahnkorrektur! Und es werden mehr und mehr ‘Public Viewings’ der Landung bekannt – das große in Bonn ist längst ausgebucht, aber z.B. in Darmstadt oder Potsdam geht noch was. Auch Abschiedsblicke auf die Asteroiden-Sonde Hayabusa 2, fünf Jahre Proba 2 mit 3 Missionen gleichzeitig im Orbit – und das private LightSail zickt weiter rum.

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Merkurkrater aus geringer Höhe unter schrägem Licht aufgenommen, auch ein infrarotes Mosaik des Titan mit Blick bis auf die Seen-reiche Oberfläche, die ungefähr jetzt erfolgende Rückkehr von Chang’3-5 T1 zur Erde (viele Details, ein weiterer Artikel und eine Grafik) – und Chang’e-2 tut’s immer noch, zeitweise 100 Mio. km von der Erde entfernt. [NACHTRAG: Die Kapsel von Chang’e-5 T1 ist erfolgreich gelandet – und wurde sofort gefunden! NACHTRAG 2: ein längerer Artikel. NACHTRAG 3: Da steht sie, die Kapsel! NACHTRAG 4: die offizielle Geschichte und mehr Kapsel-Bilder hier, hier und hier. NACHTRAG 5: ein längerer TV-Bericht mit Original-Video von der Abtrennung und des Reentry der Kapsel!]

icl

Das ist das Intra-Cluster Light des Galaxienhaufens A 2744

Bestimmt aus Bildern des Hubble Space Telescope für “Frontier Fields”, einer Kampagne zur besonders tiefen Aufnahme von Galaxienhaufen in vielen Farben: Das Licht von Sternen im Raum zwischen den Galaxien erweist sich als blauer als deren eigenes Licht, und die Sterne – in denen 6% der gesamten Stellar-Masse des Haufens stecken – sind 6±3 Milliarden Jahre jünger als die großen Galaxien. Offenbar sind die ICL-Sterne erst viel später entstanden (bei Rotverschiebungen unter 1), als Galaxien ähnlich unserer Milchstraße in den Haufen fielen und aufgerieben wurden: Ein entsprechendes Schicksal von 4 bis 6 solchen Galaxien würde die Intensität des ICL erklären. Auch Press Releases zum Paper hier und hier und ein Artikel, Beobachtungen mit dem WISE-Satelliten von 400 Mio. Quellen, die die SDSS fand (viele davon der IR-Satellit aber nicht), das formelle Erscheinen der fast 30 Planck-Papers von 2013 – und ein erster Hangout zur Geschichte des Hubble Space Telescope.

Allgemeines Live-Blog vom 25.-29. Oktober 2014

25. Oktober 2014

29. Oktober

Orbital Sciences Antares Launch

Orbital Sciences Antares Launch

Orbital Sciences Antares Launch

Noch keine heiße Spur bei der Suche nach der Ursache

der Antares-Katastrophe ist 24 Stunden später bekannt, auch wenn sich externe Spekulationen auf die russischen Triebwerke oder ihre Zuleitungen konzentrieren: Wie man auf einem weiteren Video oder auch den NASA-Fotos oben erkennt, brach am Hinterende der Rakete plötzlich Feuer aus, der Schub ließ nach, und es kam zu einer Explosion. Weitere Bilder gibt’s z.B. in in diesem Album eines 14-jährigen Start-Fans (10 Starts, 1. Katastrophe) und hier, hier, hier, hier, hier, und hier – und die Rampe am Tag danach. Auch das Transkript einer Telecon von Orbital heute, eine Mitteilung von Planetary Resources zum Verlust des Arkyd 3, auf den die Konkurrenz viel schneller reagiert hatte, und Artikel hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr, mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Seither gab es auch wieder zwei erfolgreiche Starts: Eine Soyuz brachte einen Progress zur ISS (mehr, mehr, mehr und mehr) und eine Atlas 5 einen GPS-Satelliten in den Orbit: Artikel hier, hier und hier und ein Bild von ferne. [23:55 MEZ - Ende]

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Ein Ausschnitt aus einem NavCam-Mosaik von vorgestern aus 7.8 km Höhe (Anklicken liefert das ganze Mosaik in voller Auflösung, an dem sich hier schon jemand versucht hat [NACHTRAG: und weitere Ausschnitte]): Diese “Close Observation Phase” ist gestern mit einem Manöver beendet worden [NACHTRAG: ein Interview dazu] – die Vorbereitungen für Philaes Absetzen beginnen! Auch eine Galerie von Rosetta-Aufnahmen der letzten Wochen – und die erste Analyse eines Staubteichens durch COSIMA. [19:35 MEZ]

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Wie das Disaster begann: die Luftexplosion der Antares

sowie die größere Explosion nach dem Rücksturz und die brennenden Trümmer an der Rampe – weitere Screenshots aus der Live-Übertragung hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier und hier. [0:45 MEZ] Um 1:30 MEZ gibt’s eine Pressekonferenz – auch ein Amateurfilm aus einiger Distanz und Infraschall-Daten der Explosion(en). Und Orbital weiß (oder sagt) noch nichts über die Ursache. [1:00 MEZ] Der Anfang vom Ende in Zeitlupe – aber sind Orbital nun zukunftsweisend und mutig … oder aber rückwärtsgewandt und verrückt, mit der Verwendung russischer Uralt-Triebwerke für die Antares? [1:15 MEZ]

Ein dramatisches Video des Disasters, von der Press Site aus gefilmt; die Pressekonferenz verschiebt sich auf ca. 1:45 MEZ. Und weitere Artikel hier und hier. [1:30 MEZ] Eine australische Uni hat was zu sagen – und die PK rutscht auf 2:00 MEZ. [1:45 MEZ] Noch ein beeindruckendes Video – aus einem Flugzeug! [1:50 MEZ] Während sich die PK weiter verspätet, ist noch ein Amateur-Video aufgetaucht, nun wieder vom Boden. [2:10 MEZ] Auf der PK zeigt sich, dass Orbital wirklich keine Ahnung hat, was schief ging: Die Telemetrie ist wegen der Untersuchung unzugänglich. Man weiß also nur, was alle sahen: Die erste Stufe begann sich aufzulösen … [2:30 MEZ] … und die Selbstzerstörung wurde ausgelöst – als die Rakete schon wieder fiel aber bevor sie aufschlug. Weitere Artikel hier, hier und hier – und eine Sammlung diverser Videos des Disasters. [2:40 MEZ] Die Reaktion eines Cygnus-Kunden, der 26 kleine Satelliten verlor, Fotos aus einer Meile Abstand und ein langer Artikel. [3:20 MEZ] Ein knappes NASA-Statement, ein Artikel und ein fernes Handy-Video mit heftiger Reaktion … [4:15 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [5:05 MEZ]

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Die Trümmer der Antares explodieren auf der Rampe, nachdem das untere Ende der Rakete Sekunden nach dem Abheben auseinandergebrochen und kein Schub mehr vorhanden war – die brennende Antares war fast senkrecht zu Boden gefallen. Das NASA-Blog zum Start spricht von einem “mishap”; zu Schaden gekommen zu sein scheint dabei niemand. [0:05 MEZ] Wie das Unglück begann und für Wetter-Radar aussah, auch Artikel hier, hier und hier. [0:15 MEZ] Ein Foto aus anderer Perspektive der Luftexplosion, mehr Video-Stills und ein weiterer Artikel. [0:20 MEZ]


28. Oktober

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Abermals warten die Antares und Cygnus auf den Start

zur ISS, hier beim heutigen Sonnenaufgang auf Wallops Island: Das zehnminütige Fenster öffnet sich in knapp 45 Minuten. [22:40 MEZ] Die Wetteraussichten sind 100% positiv – und kein bekloppter Bootsheini (s.u.) in Sicht … [22:45 MEZ] … während die Sonne gerade untergegangen ist. [22:55 MEZ]

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Abenddämmerung über der Startrampe 20 Minuten vor der Öffnung des Startfensters – weiter keinerlei Probleme. [23:05 MEZ] Oh, Shit … Die Antares ist Sekunden nach dem Abheben explodiert! [23:25 MEZ] Ein Video des Disasters, ein Blick auf das Feuer aus größerer Distanz und ein Artikel. [23:55 MESZ]

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Drei ungewöhnliche Bilder aus dem Sonnensystem, die heute publik wurden: oben der Mond “von hinten” und die Erde, aufgenommen von Chang’e-5 T1 [NACHTRAG: das Bild größer] während der inzwischen beendeten Mond-Umrundung (Artikel hier, hier und hier, die Einschlagsstelle von LADEE auf dem Mond in einem Nachher/Vorher-Quotienzen-Bild des LRO und der Jupiter auf einem Hubble-Bild vom April mit dem Schatten Ganymeds mitten auf dem GRF. Außerdem das Innenleben von Enceladus, eine weitere Vorführung von Hayabusa 2 – und allerlei Optionen für die Nutzung der gestrandeten Galileo-Satelliten. [22:35 MEZ]

cyg-suse

Idiot in Boot verhindert den ersten Cygnus-Nachtstart

Die Antares im Licht des Sonnenuntergangs auf Wallops Island vor 75 Minuten, die den nächsten Cygnus mit viel neuer Wissenschaft zur ISS bringen sollte – nun darf noch einen Tag länger gewartet werden, weil ein Idiot in einem Boot in der Sperrzone rumgurkt und nicht rechtzeitig rauskommt! Nächster Versuch um 0:22 MEZ morgen 23:22 MEZ heute. [0:15 MESZ] Ein NASA Release zum Ärgernis und Artikel hier und hier. [3:00 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [22:25 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Erklärung der NASA, warum das Boot nicht verscheucht werden konnte, genau dies aber unabdingbar war]


27. Oktober

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X-Flares bis zum Schluss der Reise über die Sonnenscheibe liefert die Riesengruppe – schon randnah auf Bildern hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier!] von heute – ohne Unterlass: Heute gab es schon wieder einen, wobei diese H-Alpha-Aufnahmen kurz nach seinem Maximum entstanden. Auch der Eintritt des Saturn hinter den Mond bei der Bedeckung; eine Animation aus Zwardon in Polen bei 49.5°N, 19.0°O – und animierte Amateurbilder des Neptun zeigen klar den Transit einer hellen Wolke! [23:55 MEZ]

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Man möchte kein Kartograph für solche Kometenkerne sein

Oder gerade? Eine weitere NavCam-Nahaufnahme – vom 24. Oktober aus ca. 7.8 km Höhe – wieder mit einem vermeintlichen oder tatsächlichen Dünenfeld und auch einem markanten Riss in der Oberfläche des Kometen [NACHTRAG: die üblichen Kommentare dazu]. Derweil hat Chinas neue Mission den Mond erreicht, zahlreiche alte Surveyor-Daten werden digitalisiert, es gibt Einsichten zur Geologie des Gale-Kraters auf dem Mars und Effekten des Sonnenwinds auf Titan, ein paar neue Bilder aus dem Chandra-Archiv, was das Röntgenteleskop MAXI auf der ISS gebracht hat – und der Test eines neuen Raketenantriebs. [23:45 MEZ]


26. Oktober

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Unmittelbar nach der Saturn-Bedeckung durch den ganz jungen Mond gestern gelang Francesc Pruneda in Katalonien dieses Bild (mit freundlicher Genehmigung, und da kommt noch mehr Material) – auch ein besseres Bild aus den Niederlanden und eine französische Perspektive mit schon größerem Abstand der beiden. Ferner die Kometen Siding Spring im Perihel, C/2014 Q3 (Borisov) überraschend hell und LINEAR immer noch mit Begleiter, die große Fleckengruppe heute bereits wieder randnah auf der Scheibe, sichtbar auch bei Sonnenaufgang auf Wallops Island neben der Antares mit dem Cygnus und im Detail (mehr und mehr) – gerade hat sie wieder einen X-Flare abgelassen, einen X2.0, und zum 5. Mal ohne CME. [16:35 MEZ] Die Gruppe ganz groß. [20:25 MEZ] Und noch ein Mond-Saturn-Paar aus Spanien. [22:35 MEZ]

dragon-syd

Rückkehr eines Drachens: Hier fliegt er über Sydney bei Nacht (und einigen Wolken) kurz nach dem Abkoppeln von der ISS gestern – ein NASA Release (mehr) und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [2:05 MEZ] Und hier, hier, hier, hier und hier. [16:15 MEZ]


25. Oktober

hinode

Wir machen uns aus der partiellen SoFi … eine (Art) ringförmige – der Röntgensatellit Hinode und die Sonnenkorona machen es möglich: ein CfA Release, das Ganze als Video und ein Artikel. Auch Ähnliches von Proba 2 und GOES, SoFi-Effekte vom Satelliten Aqua aus, irdische Galerien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Berichte hier, hier und hier und mehr Links – und schmale Mondsicheln vorher und nachher. Die gewaltige Fleckengruppe – gestern hier, hier und hier – hat gerade einen X3.1-Flare produziert (“Homepages” hier, hier und hier und mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), aber es entstand wieder keine CME. Auch die Gruppe nach dem Flare, eine sehr schwer beobachtbare Saturn-Bedeckung durch den Mond heute – und die Kometen LINEAR (mit 45-Tages-Animation), 201P und 32P. [4:35 MESZ] Und heute noch ein X1.0-Flare aus der Gruppe (mehr und mit ISS), auch wieder ohne CME danach – was andererseits keine Anomalie darstellt, wie man schon lange weiß. Und ein einsames Bild vom Mond am Saturn. [23:55 MESZ]

nav1020

Der Komet aus nur etwa 7.5 km Höhe aufgenommen vor 5 Tagen aus einem Orbit 9.4 km vom Zentrum des Kerns. Für den Namenswettbewerb für “J” sind über 8000 Vorschläge eingegangen – und es gibt einen aufwändigen SciFi-Kurzfilm (5 Minuten) mit Rosetta und einem Game-of-Thrones-Schauspieler (mehr, mehr und mehr dazu und noch ein Rosetta-Artikel). Ferner hat Chinas neue Mond-Sonde die Bahn korrigiert (eine Grafik und hier und hier Details) – weitere Artikel zum Start hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zum Mit-Passagier 4M aus D bzw. LUX dieser und dieser [NACHTRAG: und dieser und dieser mit mehr Details; mehr Links]. Auch eine weitere Bahnänderung von MESSENGER – und Eiswolken hoch über dem Titan in Cassini-Daten. [4:00 MESZ]

loops

Koronale Bögen vor 10 Tagen im extremen UV vom SDO aufgenommen. Auch solare Sonifikation, das betagte HST hat das erste Frontier Field fertig, Spitzer NGC 1291 aufgenommen, der nächste Cygnus soll übermorgen starten (Bilder und Artikel hier, hier und hier, letzterer zur Nutzlast Arkyd 3), das IXV hat dagegen ein Startverbot erhalten, weil es Probleme mit der Sicherheit gibt [NACHTRÄGE: ein ESA Release zu den offiziellen Gründen und ein Artikel mit weitergehenden Spekulationen] – und da ist, ohne vorher Bescheid zu sagen, jemand noch höher in der Stratosphäre abgesprungen als Baumgartner: Bilder und ein Video und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:45 MESZ]


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