Archiv für die Kategorie ‘Weltraumobservatorien’

Nachrichten aus der Astronomie kompakt

16. Mai 2013

IceCube sah 28 Neutrinos vielleicht kosmischen Ursprungs

Nachdem zunächst über zwei Neutrinos mit ~1 PeV Energie in dem riesigen Cherenkov-Detektor unter dem Südpol berichtet worden war, ohne dass ein astronomischer Ursprung bewiesen werden konnte (mehr, mehr und mehr), sind es nun gleich 28 Neutrinos hoher Energie, genauer gesagt über 30 TeV, die auf einer Tagung diskutiert wurden und aus dem Weltraum gekommen sein sollen: Ihre “properties are strongly inconsistent with what you would expect of atmospheric sources and are almost exactly what you would expect from an astrophysical source.” Bloss zu den konkreten Quellen lässt sich aufgrund der IceCube-Daten noch überhaupt nichts sagen. NACHTRAG: ein Nachzügler.

Warum Supersymmetrie eine schöne Erweiterung der Physik wäre, aber es wohl doch nicht ist – weniger wegen theoretischer Probleme als vielmehr des komplett ausgebliebenen Nachweises irgendwelcher SUSY-Partikel im LHC: “At this point, the theoretical hoops being jumped through to keep SUSY ‘viable’ (and yes, that belongs in air quotes) given our experimental null results are getting progressively more and more extravagant.”

Nur ~200’000 Sonnenmassen: Die masseärmste Galaxie

scheint Segue 2 zu sein, deren Geschwindigkeitsdispersion nach neuen Keck-Messungen extrem gering ist – doch ein Sternhaufen ist das blasse Objekt mit seinen 900 Sonnenleuchtkräften offensichtlich nicht, denn die Dispersion der Metallizitäten unter seinen Sternen ist groß. Auch Herschel-Beobachtungen von 1000 K heißem molekularem Gas nahe Sgr A* und GBT-Beobachtungen von neutralem Wasserstoff zwischen den Galaxien M 31 und M 33.

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Das soll das beste direkte Bild der Spiralstruktur der Milchstraße sein, die sich aus der “Innenperspektive” notorisch schlecht kartieren lässt: Die Richtungen und Entfernungen von etwa 2000 H-II-Regionen, 1300 Riesen-Molekülwolken und 800 Methanol-Masern wurden hier geplottet. Das Fitten von Spiralarmen sei dem Leser als Übung überlassen …

Karoo Array Telescope sieht Radioflares von Circinus X-1

Der südafrikanische “MeerKAT”-Test-Array KAT-7, Teil der Vorarbeiten für den Square Kilometre Array (SKA), hat seine ersten Beobachtungen gemacht: Radioflares vom Röntgen-Doppelstern Cir X-1, die jetzt wieder so stark wie zuletzt in den 1970-er Jahren sind. Auch Papers zu den Swift- und NuSTAR-Entdeckungen des Magnetars bei Sgr A*, der eine willkommene Abwechslung beim Warten auf die Ankunft der mysteriösen Wolke G2 ist.

Hubble sieht den Vorgänger der SN 2011dh wirklich nicht mehr: Sein Verschwinden (“Der umstrittene Vorgänger …”; auch hier und hier) aus der Galaxie M 51, nachdem die Supernova verblasste, weist den gelben Stern eindeutig als den explodierten Stern aus, obwohl es daran starke Zweifel gegeben hatte.

Spezielle Adaptive Optik löst Kugelsternhaufen auf

Ein künstlicher Laser-Stern für das 4.1-Meter-Teleskop SOAR in Chile, der in nur 10 km Höhe erzeugt wird und das Seeing der unteren Atmosphärenschichten zu beseitigen hilft, dafür aber mit einem Schlag gleich für ein 3 Bogenminuten großes Feld und im Sichtbaren, hat bei der Analyse des Zentrums eines Kugelhaufens wertvolle Dienste geleistet. Die “normale” Laser-AO im Infraroten ist wesentlich aufwändiger.

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Kalter Staub im Orion, gesehen vom Radioteleskop APEX und seiner Sub-mm-Kamera LABOCA, orange eingefärbt auf dieselbe Gegend im Optischen gelegt – oben rechts Ausläufer des Orion-Nebels.

Masse von Fomalhaut b zwischen Zwergplanet und Jupiter

Der Natur des mutmaßlichen Planeten des Sterns Fomalhaut, den nur Aufnahmen des HST im Sichtbaren zeigen, ist auch die detaillierte Auswertung all seiner Aufnahmen im Zusammenspiel mit Nicht-Sichtungen durch andere Teleskope nicht wirklich näher gekommen: Was das Weltraumteleskop sieht, kann nur Staub sein, aber was den schwerkraftmäßig zusammen hält, ist herzlich unklar. Für die erstaunliche Helligkeit im Optischen könnte aber eine nicht weit zurück liegende Passage durch Periapsis und/oder Bahnknoten des zentralen Objekts verantwortlich gewesen sein, die zu erhöhter Staubproduktion führte – indem sie zu verstärkten Kollisionen von mondartigen Gebilden im Orbit um das Objekt Anlass gab.

Ein 4 mag. heller 1 Sek. langer Impakt-Blitz auf dem Mond

ist am 17. März von einer NASA-Kamera aufgezeichnet worden: Er war 10-mal heller als jeder andere bisher auf der Mondoberfläche gefilmte und ging auf ein ca. 40 kg schweres und 30 bis 40 cm großes Meteoroid zurück, das mit 5 Tonnen TNT-Äquivalent-Energie explodierte – und dabei einen vielleicht 20 m großen Krater hinterlassen haben sollte, den der Lunar Reconnaissance Orbiter leicht finden können sollte. [NACHTRÄGE: das ganze in schriftlicher Form, die Homepage des NASA-Programms und früherer unabhängiger Erfolg]

“Sand” einer alten Supernova in Meteoriten gefunden: Die beiden Siliziumdioxid-Körnchen sind mit Sauerstoff-18 angereichert und stammen daher von einer Supernova des Typs II – womöglicher jener, die einst die Bildung des Sonnensysems getriggert haben soll.

Das tiefste Bild des Himmels hat Grenzgröße 31 bis 33

Das eXtreme Deep Field des HST ist jetzt auch formell publiziert worden: Zehn Jahre ACD- und WFC3-Aufnahmen des HUDF-Feldes liefern – mit erheblicher Mühe passgenau aufaddiert – eine Grenzgröße von 31 (5 Sigma) bis 33 Magnituden (1-Sigma-Nachweis der Quelle). Die vor allem bei kürzeren Wellenlängen – die das JWST nicht beobachten kann – sicher mindestens ein Jahrzehnt lang nicht überboten werden kann. Auch ein sehr tiefes Bild mit dem Very Large Array, das den größten Teil einer Radio-Hintergrund-Strahlung diskreten Galaxien zuschreiben konnte.

Kann man ein Spiegelteleskope aus einem rotierenden parabelförmigen Streifen bauen? Diese “grundlegendste Modifikation des Teleskop-Designs seit den Tagen von Galilei und Newton” – so der Erfinder – ermögliche die preiswerte Konstruktion großer Geräte, die ihre Bilder mit Methoden der Tomografie erzeugen. Eine – sehr simple – Labordemonstration des Prinzips ist ihm jedenfalls schon geglückt.

“Zugabe” gerufen – fette Feuerkugel bekommen

22. April 2013

Das hätte sich die argentinische Folk-Band Los Tekis auch nicht träumen lassen, als sie weit nach Mitternacht – gestern morgen – ihr Konzert in Santiago del Estero im Norden des Landes gerade beenden wollte. Just als das Publikum nach einer Zugabe rief, es war gegen 3:20 Uhr früh, flammte hinter der Bühne eine beeindruckende Feuerkugel auf, die dem Zuschauer Matías Díaz mit auf sein Video (oben) geriet: eine der besten Aufzeichnungen des kosmischen Besuchers, der in weiten Teilen Nordargentiniens gesehen wurde; hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier weitere Clips und Zusammen-Schnitte. Die Band beschreibt hier selbst, wie das so war, auch eine Quellen-Sammlung und Artikel auf Spanisch hier, hier und hier und auf Englisch hier, hier und hier: Der in die Atmosphäre eingetretene Körper dürfte nur ein paar Dezimeter groß gewesen sein, es hing noch in der Morgendämmerung ein verwirbelter Contrail am Himmel, und Meteoritenfälle scheinen denkbar. [NACHTRÄGE: Warum da mitten in der Nacht ein Konzert war, der Bolide als animated GIF (aus diesem Artikel) und weitere Erkenntnisse & Spekulationen]

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Das vergangene Jahr innere Sonnenkorona aufaddiert aus 25 Aufnahmen des Solar Dynamics Observatory bei 17 nm Wellenlänge (die einer Plasma-Temperatur von 600’000 K entsprechen) zwischen dem 16.4.2012 und 15.4.2013: Die Konzentration der Sonnenaktivität auf zwei Breitenbereiche beiderseits des Äquators tritt so viel klarer hervor als in einem Zeitraffervideo – Bild anklicken – aus viel mehr dieser Aufnahmen, das die inzwischen verstrichenen drei Jahre seit dem First Light im Frühjahr 2010 abdeckt.

Wie aus Hubble-Rohbildern eine große Visualisierung wird

In der vergangenen Stunde hat dies das Space Telescope Science Institute vorbildlich anhand des neuen Pferdekopf-Nebels von der WFC3 erklärt: Erstaunlicherweise zeigen die einzelnen 18 Rohbilder … nichts! Erst nach Abzug von Artefakten, Kontrasterhöhung, Entzerrung, Mosaik-Bildung und noch einigen Arbeitsgängen mehr kommt schließlich das spektakuläre (Falsch-)Farbenbild heraus, mit dem der 23. Jahrestag des HST-Starts gefeiert wird. [NACHTRAG: Ein weiteres Produkt war dann diese Quasi-3D-Animation des WFC3-Bildes.]

Der Pferdekopfnebel im nahen & fernen Infrarot

19. April 2013

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aufgenommen von Hubbles WFC3 (oben) im J- und H-Band (1.1 bzw. 1.6 µm), denen blau und rot zugeordnet wurden, und von Herschel mit PACS und SPIRE (Mitte) bei 70 und 160 bzw. 250 µm (B,G,R): Im fernen IR ist von der charakteristischen Form nichts mehr zu sehen. Wie das alles zusammenhängt in den großen Gaswolken des Orion, ist in einem 3-Minuten-Video zu sehen, in dem zusätzlich zwei erdgebundene Teleskope mitspielen.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

4. April 2013

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Ein Ausschnitt aus der Kleinen Magellanschen Wolke, kombiniert aus Chandra-, Hubble- und Spitzer-Bildern, die lila bzw. blau, grün und rot bzw. ebenfalls rot eingefärbt wurden, und auch in entsprechenden Press Releases hier, hier und hier beschrieben werden. Der glitzernde Sternhaufen in der Mitte ist NGC 602a, dessen Strahlung in der Umgebung das Gas vertrieben hat. Vor-Hauptreihen-Sterne darin sorgen für ein diffuses Röntgen-Glühen – und die Erkenntnis, dass junge “Sonnen” überall gleich sind.

Kepler beobachtet Gravitationslinsen-Wirkung eines Sterns

Und zwar eines Weißen Zwergs im Orbit um einen Roten Zwerg, dessen Durchmesser viel größer ist: Die Helligkeitabnahme im Transit ist entsprechend minimal – und sogar noch geringer als “klassisch” zu erwarten. Die Erklärung ist eine Lichtverstärkung des Roten Zwergs durch die Gravitationslinsen-Wirkung des Weißen Zwergs (vom Durchmesser der Erde aber der Masse der Sonne), die auf diese Weise – auch der Satellit GALEX war beteiligt – in diesem System KOI-256 erstmals nachgewiesen wurde. Derweil wachsen die Sorgen um Keplers gestörtes Drallrad: Für den Fall eines Ausfalls werden bereits Pläne geschmiedet, aber mit der Suche nach ‘fremden Erden’ – der eigentlichen Aufgabe Keplers – wäre es dann vorbei.


Das Solar Dynamics Observatory führt ein Tänzchen auf, regelmäßig, um die Instrumente zu eichen: Dann steht die Sonne kurzzeitig Kopf – so wie gestern und hier in diversen Wellenlängen zu sehen.

Hubble fand die fernste Typ-Ia-Supernovae, mit z=1.9

Diese Rotverschiebung platziert die Supernova UDS10Wil 3.5 Mrd. Jahre nach dem Urknall bzw. in eine Zeit vor etwas über 10 Mrd. Jahren: Das macht die in auch in Press Releases hier, hier, hier, hier und hier gefeierte Sternexplosion zu einem weiteren wichtigen Messpunkt für die Historie der kosmischen Expansion. Ihre Helligkeit passt jedenfalls schon mal zur Standardkosmologie – und ein vom CANDELS+CLASH Supernova Project, dem auch diese Entdeckung gelang, insgesamt festgestellter starker Rückgang der Ia-SN-Rate passt zum Szenario verschmelzender Weißer Zwerge [NACHTRAG: noch eine Einschätzung].

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Der Saturnmond Enceladus vorgestern von Cassini aufgenommen, aus 830’500 km Distanz: Über den Rand ragt eine auch im rückgestreuten Licht verblüffend helle Fontäne, die da aus den “Tigerstreifen” schießt – viel Action im äußeren Sonnensystem.

Die Integration des Mars-Orbiters MAVEN schreitet voran

Gerade wurde in “Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN” das Neutral Gas and Ion Mass Spectrometer (NGIMS) eingebaut, das die Zusammensetzung der oberen Marsatmosphäre erforschen soll. Damit sitzen alle Instrumente auf MAVEN: Es folgen Umwelt-Tests und dann der Start der NASA-Mission am 18. November. Unterdessen hat die Störung des laufenden Mars-Sonden-Betriebs durch die Sonnen-Konjunktion des Planeten begonnen: Die Rover dürfen z.B. nicht mehr fahren; für Curiosity ist es die erste Konjunktion. Und wie weit es bis zum Mars eigentlich ist, demonstriert ein cleveres Java-Programm: Mit “v” geht’s los …

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Mit Raketen den leuchtenden Nachtwolken auf der Spur war die NASA im Oktober 2011 mit den beiden CHAMPS-Raketen, die im norwegischen Andøya starteten: Die Abkürzung steht für “Charge and Mass of Meteoric Smoke Particles” und ist Programm. Bei den Flügen in die extrem hohen Eiswolken hinein konnte tatsächlich im Prinzip genug Meteoritenstaub festgestellt werden, rund 20’000 Partikel pro Kubikzentimeter, um ihre Kondensation zu erklären – mit nur 0.4 bis 1.2 nm Durchmesser sind sie allerdings eigentlich zu klein, doch ihre elektrische Ladung hilft offenbar. Jetzt können die Modelle für den ziemlich komplexen NLC-Prozess verfeinert werden. Auch Artikel zu Denkmalschutz mit Satelliten, z.B. in Krisenregionen, dem 30. Jubiläum der TDRS-Satelliten (der erste startete mit dem Space Shuttle Challenger) und dem Roll-Out der ersten Antares-Rakete am 6. April, die zwischen dem 17. und 19.4. starten soll.

PANSTARRS mit zweiter Größe in den Endspurt

3. März 2013

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So stand er heute Abend über Westaustralien, eine Woche vor dem Perihel: “The comet was certainly brighter tonight than two nights ago. It was easy to see in the twilight as a comet with tail,” schreibt der Fotograf Jim Gifford auf 34°S. “The head is still very intense, and the coma/tail at the head appeared to have broadened as seen in 25×100 binoculars.” In Europa ist derweil PANSTARRS am Tage vage nachgewiesen worden, per Teleskop & IR-Filter. Ausgewählte Fotos und Berichte von der Südhalbkugel von heute (mehr, mehr, mehr und mehr), gestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und vorgestern (mehr, mehr, mehr und mehr) und ein Weitwinkelbild mit PANSTARRS & Lemmon vom 28. Februar. Die letzten zwei detaillierten visuellen Beobachtungsberichte vom 1. März hier & hier sahen den Kometen bereits klar bei 2. Größe – ob er bis zum Perihel am 10. März (eine Karte mit den Sichtbedingungen dann) wohl noch eine 1 vor’s Komma bekommt? Weitere Vor- und Statusberichte hier, hier, hier, hier & hier auf Deutsch und hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier auf Englisch.

Impaktwahrscheinlichkeit von Komet Siding Spring für den Mars auf 1:640 gestiegen! Neu entdeckte Precovery-Aufnahmen des Kometen C/2013 A1 (“Neuer Komet kommt Mars nahe …”) haben zu einer Bahnverbesserung geführt – und die “approaches”-Funktion von JPL Horizons im telnet-Dialog liefert nunmehr eine nominelle Vorbeiflugdistanz von 53’500 km, eine maximale von 320’000 km und eine minimale von 0 km, mit einer Impaktwahrscheinlichkeit von 0.001571. (Mit einer Klon-Methode kommt seltsamerweise nur die Hälfte heraus; noch eine Privat-Analyse.) Weitere frühere Artikel zur Mars-Begegnung hier, hier und hier, auch ein Disconnection Event bei Lemmon und ein ISON mit 17 Zoll gestern, plus Updates zu letzterem.

Weitere harte Fakten zur Natur der russischen Boliden

hat die NASA aufgrund neuer Daten “by U.S. Government sensors” ermittelt, bei denen es sich natürlich nur um die Infrarotsignatur der Feuerkugel für Frühwarnsatelliten handeln kann – solcherlei Daten werden schon lange für die Analyse großer Boliden verwedet, wenn sie das US-Militär denn herausrückt. Die Gesamtenergie des Impakts wird nunmehr mit 440 kt TNT-Äquivalent angegeben, wovon der Feuerball etwa 90 als Licht abstrahlte. Der Durchmesser des Asteroiden ergibt sich jetzt (immer noch ziemlich grob) zu 18 m und seine Masse zu 11’000 Tonnen. Und die aus den mutmaßlichen Satellitendaten bestimmte Flugbahn des Boliden – und damit der der ursprüngliche Orbit des Asteroiden – passen gut zu entsprechenden Analysen aus den Videos vom Boden (die wohl beste tschechische, hier schon vor einer Woche beschrieben ["Analyse des Russen-Airbursts ..."], ist übrigens auch hier ‘entdeckt’ worden). Auch Artikel zur Unterbrechung der Meteoitensuche (erst wenige kg sind geborgen) und einem erwogenen Export-Stopp sowie der häufigen Fehl-Identifikation des Boliden durch Augenzeugen und die denkbare Vermarktung des Impakts.

Wird noch ein zweites Sonnenmaximum ‘nachgereicht’?

In einer ziemlich herum spekulierenden NASA-Story und einem der Thematik angemessen ungewöhnlich konfusen Video dazu wird der Vermutung Ausdruck verliehen, dass das Maximum des aktuellen Sonnenzyklus eine ausgeprägte Struktur mit zwei disjunkten Maxima bekommen könnte, wie sie – schwächer – auch mehrere voran gegangene zeigten. Das würde erklären, warum es mit der Sonnenaktivität wieder abwärts ging (“Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus …”), nachdem bereits vor einem Jahr ein relativ scharfes Maximum erreicht war. Dass dem noch ein weiteres nachfolgt, womöglich erst 2014 oder gar 2015, scheint aber reine Spekulation zu sein. Auch ein nettes aktuelles Allsky-Aurora-Video und eine Galerie norwegischer Nächte.

Der umstrittene Vorgänger der SN 2011dh in M51 ist tatsächlich weg: Mit dem Hubble Space Telescope konnte gestern – das ist mal Publikations-Geschwindigkeit! – klar nachgewiesen werden, dass der gelbe Überriese, der exakt an der Position der Supernova gesehen worden war (“Sieben Papers über die Supernova 2011dh …”), nicht mehr da ist. Also ist dies doch der Stern, der explodiert war, obwohl es doch so schöne Argumente dagegen gegeben hatte …

PSLV gut weg gekommen: alle 7 Satelliten – darunter 3 kleine astronomische – im Orbit!

25. Februar 2013

Auf diesen Start der 23. indischen Rakete des Typs PSLV hatten sich ganz unterschiedliche Kunden gefreut, von österreichischen und kanadischen Astronomen bis zu französischen Ozean-Forschern, und heute können sie alle zufrieden sein: Der Start um 13:31 MEZ – eine ISRO-Galerie – hat perfekt geklappt. Im Orbit angekommen sind:

Vorberichte hier, hier, hier, hier, hier und hier, Live-Notizen, eine Rede und allgemeine Berichte zum Start der 101. indischen Rakete hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRÄGE: Amateurfotos vom Start aus Chennai, 120 km entfernt, ein ISRO Release und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Und STRaND-1 (mehr und mehr) und UniBRITE (mehr) sprechen.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

21. Februar 2013

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iss-fun

Der Mond über der Erde, gesehen von Rosetta 2005 beim ersten Gravity Assist (und bis vor kurzem unveröffentlicht im Datenarchiv versteckt und nun hier kräftig bearbeitet, auch von diesem Blogger), mal wieder ein nächtliches Zeitraffer-Video aus der ISS, mit viel Polarlicht gegen Ende – und noch mehr Spass mit großen Wassertropfen (“Nette Demonstration von µg …”) auf der Raumstation.

In genau einem Monat gibt’s die Kosmologie von Planck!

Im Rahmen einer Pressekonferenz im ESA HQ in Paris werden am 21. März die ersten Gesamtkarten der kosmischen µ-Wellen-Hintergrundstrahlung des ESA-Kosmologie-Satelliten präsentiert – und damit zusammen sicher auch die abgeleiteten Parameter des Universums, genauer als je zuvor. Noch immer scheint nichts davon ‘geleakt’ zu sein.

Die 5 THEMIS-Satelliten sind nun 6 Jahre im All nach ihrem Start am 18.2.2007 und erforschen weiter die Magnetosphäre der Erde, namentlich die “Time History of Events and Macroscale Interactions during Substorms” – zwei davon inzwischen in der Nähe des Mondes (“Beide ARTEMIS-Satelliten kreisen nun um den Mond”).

11 Instrumente für die Jupiter-Mission JUICE ausgewählt

Für die letztes Jahr beschlossene ESA-Mission JUpiter ICy moons Explorer steht bereits die Nutzlast fest: kurz gesagt, “das Übliche” für die intensive Erforschung eines Gasriesen aus dem Orbit, auffällig höchstens ein Eis-durchdringendes Radar für die Monde. Von der NASA – die weiter von einer eigenen Mission zu Europa träumt – kommen eins der Instrumente (ein UV-Spektrometer) und Beiträge zu zwei weiteren, auch Japan ist vertreten. [NACHTRÄGE: weitere/späte Pressemitteilungen zu den deutschen Missions-Beiträgen von MPS und DLR, aus Bern sowie vom SwRI - und was JANUS' lateinisches Akronym bedeutet ...]

Indien verspricht erneut seinen ersten Mars-Start dieses Jahr, diesmal in einer Rede des Präsidenten vor dem Parlament – und ein ISRO-Wissenschaftler sagt, die “mission is ready to roll” im Oktober. Derweil hat der Inspector General der NASA das MAVEN-Projekt gelobt: Endlich mal ein Projekt mit gutem Management. Der Mars-Orbiter, der im November starten soll, ist inzwischen fertig und wird getestet – während diese Grafik insinuiert, dass die NASA Mars-süchtig ist …

Die Aktivierung des LDCM-Satelliten schreitet voran

Gemeint ist die Landsat Data Continuity Mission = der 8. Landsat seit 1972, der vor 10 Tagen gestartet wurde (Bild, Blog-Eintrag und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier): Er gesellte sich zu Landsat 7 von 1999 und Landsat 5 von 1984 (der immer noch arbeitet, was gerade als Rekord anerkannt wurde), und inzwischen sind alle Systeme eingeschaltet worden.

Der Fehlstart des Satelliten Glory bleibt rätselhaft: Damals hatte sich die Nutzlast-Verkleidung einer Taurus XL nicht abgelöst, und auch die intensive Untersuchung konnte nicht ermitteln, was letztlich dafür verantwortlich war. Selbst dieses Nicht-Ergebnis darf man allerdings nicht im Detail lesen, “because it contains information restricted by U.S. International Traffic in Arms Regulations and information proprietary to the companies involved” … [NACHTRAG: ein Artikel]

Will der erste ISS-Tourist jetzt um den Mars fliegen?

Er war 2001 – mit einigen Schwierigkeiten – der erste zahlende Besucher der ISS geworden, und nun will Dennis Tito offenbar am 27. Februar eine Reise zum Mars, ohne Landung und gleich wieder zurück, mit einem Start schon 2018 ankündigen. Wie dieser Recherche zu entnehmen ist, auch hier, hier und hier aufgegriffen, könnte da eine Dragon-Kapsel per Falcon Heavy auf eine 501-Tages-”Free Return”-Reise geschickt werden, spartanisch ausgestattet für zwei Passagiere. Ob Tito selber einer davon sein würde (er wäre älter als John Glenn bei seinem geriatrischen Shuttle-Flug), ist noch eine ganz andere Frage. Von den technischen und medizinischen Herausforderungen und Kosten ganz zu schweigen … NACHTRÄGE: Laut einem Update hier fliegt Tito selber sicher nicht, und es muss auch keine Hardware von SpaceX dabei sein. Und ein CNN-Clip und Armagh Planet mit vielen kritischen Fragen.

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. Februar

18. Februar 2013

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Bald hat PANSTARRS eine 3 vor dem Magnituden-Komma …

… denn der mit Spannung erwartete Komet – hier eine aktuelle Aufnahme von Terry Lovejoy, verbreitet von der University of Hawaii, mit dem Ionenschweif rechts vom Staubschweif-Fächer – wurde gestern bereits 4.2 mag. hell geschätzt. Und das nur knapp über dem Horizont und in der Dämmerung – da ist noch einiges mehr drin. [21:55 MEZ am 20. Februar. NACHTRAG: noch 'ne Vorschau auf die Show]

Und die interplanetare Flugbahn des kleinen Asteroiden, der als Airburst von Chelyabinsk enden sollte, vorläufig rekonstruuert von kanadischen Astronomen – und auch aus der Bahn des Himmelskörpers selbst gesehen. Und der Boliden-GEMA-YouTube-Wahnsinn macht bereits internationale Schlagzeilen … [23:15 MEZ - Ende. NACHTRAG: natürlich kein Ende des Palavers]

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Die erste Bohrprobe auf dem Mars ist eingesammelt und wird hier heute – Sol 193 auf dem Mars – in der Schaufel abgeladen der MAHLI-Kamera gezeigt; später soll sie dann in die Labors im Inneren von Curiosity verfrachtet werden. So wurde die Probe entnommen – und so sieht das Loch aus, das der Rover am 8. Februar im Gestein hinterlassen hatte: ein historischer Moment in der Planetenforschung, wie gerade auf einer laufenden und hier gestreamten Telecon gefeiert wird. [21:15 MEZ] Bei einem von zwei Bodenmodellen Curiositys hat sich ein Sieb für die Proben etwas abgelöst, auf dem Mars ist alles o.k.: Man wird vorsichtiger sein, aber großen Grund zur Sorge gibt’s nicht. [21:20 MEZ] Viel zu berichten gibt’s sonst nicht; ein JPL Release mit Links zu mehr Bildern. [21:50 MEZ. NACHTRAG: mehr Einzelheiten von der PK]

unibrite

Noch 5 Tage bis zum Start von drei Mini-Astro-Satelliten

und vier weiteren Nutzlasten auf einem indischen PSLV: Details gibt’s in einer Broschüre der ISRO mit insbesondere Details zur Rakete und ihrem Flugprofil, dem Hauptsatelliten SARAL für Ozean- und Klimaforschung und den sechs kleinen Satelliten. Darunter die ersten beiden Österreichs, BRITE-Austria/TUGSAT-1 und (im Bild, dahinter eine Einladung zu einer Launch Party in Wien) UniBRITE für Fotometrie der hellsten Sterne sowie der kanadische NEOSSat zur u.a. Asteroidensuche. [20:15 MEZ. NACHTRÄGE: CSA Advisory zu letzterem und Uni Graz PM zu TUGSAT-1]

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Der Komet C/2012 F6 (Lemmon) mit seinem tollen Plasmaschweif – heute aufgenommen von Ronaldo Ligustri mit einem ferngesteuerten 10-cm-Refraktor. Und noch mehr Feinstruktur in Koma-Nähe zeigt diese ebenfalls ‘aus der Ferne’ gemachte Aufnahme, auch von heute. Zugaben: die Frage der Vorwarnung und die beklopptesten Verschwörungstheorien zum russischen Airburst … [20:00 MEZ]

Ein Kepler-Planet mit dem Durchmesser unseres Mondes

bzw. 1/3 Erddurchmesser ist Kepler-37b, der sich sein Planetensystem mit der Exo-Venus Kepler-37c und der Supererde Kepler-37d teilt: schon erstaunlich, dass der Satellit eindeutige Transits sehen und den Durchmesser auf 3% genau bestimmen konnte. Das besonders ruhige Licht von Kepler-37 – etwas kleiner und lichtschwächer als die Sonne – half dabei ebenso wie der geringe Bahnradius der drei Planeten, die ihn in nur 13 bzw. 21 bzw. 40 Tagen umkreisen. Alle dürften unbewohnbar heiß sein; Artikel auch hier, hier und hier. [19:25 MEZ]

Vier Minuten Protuberanzen-Fernsehen (vom letzten Juli) – die Zeitraffer-Sequenz vom SDO bei 30.4 nm Wellenlänge zeigt, wobei eine Sekunde 6 Minuten in Echtzeit entspricht: Zu erkennen ist v.a., wie heißes Plasma – aus der Korona kondensiert – entlang der magnetischen Feldlinien Richtung Sonnenoberfläche strömt. “Koronaler Regen” (coronal rain) wird dieses Phänomen auch genannt. [19:05 MEZ. NACHTRAG: aktuelle SDO-Beobachtungen eines schnell wachsenden Sonnenflecks]

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Wie sich die Vereinten Nationen ein internationales Warnsystem für bedrohliche Asteroiden vorstellen, zeigt dieses Diagramm aus einem Handout, der während der heutigen Pressekonfernz (s.u.; ein Artikel und noch einer dazu) in Wien verteilt wurde und diesem Blog nun vorliegt: Zu schaffen sei ein International Asteroid Warning Network (IAWN), beraten von einer Space Missions Planning Advisory Group (SMPAG, ausgesprochen wie ‘same page’) und einer Impact Disaster Planning Advisory Group (IDPAG). Die informieren im Falle des Falles das Office for Outer Space Affairs (OOSA) / Committee on the Peaceful Uses of Outer Space (COPUOS) der UN, das dann die betroffenen Nationen in Sachen Zivilschutz berät. Vorbereitet wird das alles schon seit 2001, und diesen Juni soll das System vom COPUOS und später von der UN-Generalversammlung beschlossen werden. [18:40 MEZ. NACHTRÄGE: eine PM der UN mit weniger Details und ein späterer Artikel]

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Ein 2-Stunden-NASA-”Social” zur Forschung auf der ISS hat soeben begonnen, alles auch live im NASA-TV (Bild anklicken)! Können die bei der UN mal gucken, wie man Weltraum-Webcasts macht … [16:00 MEZ] Bill Gerstenmaier – NASA Associate Administrator Human Explorations and Operations – rechtfertigt das Space Launch System: Für eine bemannte Marsmission müsse man ungefähr so viel Masse wie die ISS jetzt hat (“900’000 pounds”) in den Orbit bringen, und das würde ja sonst dutzende Shuttle-Starts erfordern. [16:08 MEZ] Typischerweise werden jetzt 165 Experimente pro Expedition auf der ISS durchgeführt. [17:25 MEZ]

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Und die wollen also unseren Planeten vor NEOs retten?

Zumindest der Webcast von der UN-Pressekonferenz zur Problematik der Near Earth Objects hat das kosmische Disaster schon einmal vorweg genommen: Zur Kameraführung siehe den Screenshot – und Ton gab es überhaupt erst 28 Minuten nach Beginn der Veranstaltung und mit ordentlicher Lautstärke nach 56 Minuten. Genau eine Minute vor Schluss. Hätte nicht ein Amateurastronom(!) im Publikum fleißig gewtittert, hätte man gar nichts mit bekommen. “Der Evakuierungs-Befehl für den Planeten Erde wurde leider nicht gehört, weil die UNO keine Mikrofone hatte” … [12:00 MEZ] Die Daily Show zum Russen-Boliden war jedenfalls unterhaltsamer. :-) [12:20 MEZ] Das Meteosat-10-Video seines Contrails neu bearbeitet. [13:30 MEZ] Eine lange und eine kurze Lichtkurve von 2012 DA14, der nach den Radarbeobachtungen eine Rotationsperiode von etwas mehr als 8 Stunden hat. [14:05 MEZ] Wobei auch 9.5 Stunden noch zu den Radar-Daten passen würde. [14:45 MEZ. NACHTRAG: Das JPL bleibt bei etwas über 8 Stunden]

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Die Europäische Südsternwarte schlägt alle an Produktivität ihrer Teleskope, hat sich die ESO gerade wieder selbst bestätigt: Über 870 referierte Papers sind 2012 erschienen, 70% davon vom VLT (mit oder ohne dessen Interferometer). Verglichen mit Weltraumteleskopen liegt man mit Hubble Kopf and Kopf, und die konkurrierenden Keck-Teleskope liegen noch unter den beiden großen Röntgensatelliten. Das bibliometrische Effizienzkriterium ist allerdings nicht die Zahl der Papers sondern die Häufigkeit, mit der sie zitiert werden – dazu legt die ESO keine Zahlen vor. [23:55 MEZ am 19. Februar]

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So sah das Goldstone-Radar den Asteroiden 2012 DA14

nach seiner größten Erdnähe in 120’000 km und mehr Abstand in der Nacht 15./16. Februar – 25 der insgesamt 72 Radarbilder mit 4 m Auflösung, aus denen (s.a. unten, “Auswertungen der Radarbeobachtung …”) eine Größe der langen Achse von 40 m bestimmt werden kann. Zugabe: aktuelle Kometen-Bilder aus Argentinien – und Lemmon im Detail heute. [20:25 MEZ] In diesem Amateurvideo des Asteroiden ist er übrigens reichlich schlapp – dafür aber ein Meteor mit vom Winde verwehtem Persistent Train um so prächtiger. [21:00 MEZ] Noch ein schönes Video vom “Aufgang” von 2012 DA14 in der Schweiz, ein 160-MB-Film – und der Wahnwitz um eins der russischen Boliden-Videos, das wegen Geplärre aus dem Autoradio(!) in Deutschland nicht gesehen werden soll … [21:15 MEZ] Warum es keine coolen Nahaufnahmen von 2012 DA14 gibt. [22:25 MEZ] Nochmal ‘ne Videosammlung zum Asteroiden und ein UCSB Release zur möglichen Zerstörung kleiner Asteroiden per Laser – die einen Tag vor dem Russen-Airburst heraus kam … [23:35 MEZ. NACHTRAG: Nachgedanken zu diesem und Asteroiden an sich, plus politische Effekte]

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Deswegen konnte der russische Impaktor vorher nicht entdeckt werden: Keines der Himmelsüberwachungs-Teleskope hat eine Grenzgröße besser als 24 mag., die der Körper erst zwei Stunden vor dem Airburst erreichte – und da er aus der Richtung der Sonne kam (im Gegensatz zu ersten Berichten flog er von Osten heran), war er für Teleskope sowieso unsichtbar. Das hätte wohl auch für das nun finanzierte Asteroid Terrestrial-Impact Last Alert System (ATLAS) gegolten. Zwei neue FAQs von ESA und B612 (keine neuen Erkenntnisse) und ein US-Cartoon. [15:25 MEZ] Russische Meteoriten-Sucher – und wie man das Ding abwehren hätte können … [17:20 MEZ] Zu internationalen Maßnahmen wurde jetzt für morgen eine PK der UN angekündigt [NACHTRAG: die irgendwo hier gestreamt werden soll]; von deren laufender Konferenz gibt’s hier Dokumente zuhauf. Auch die Lage vor Ort (weitere Bilder), Trubel um die Meteoriten hier, hier, hier und hier – und der gesamte Film “Meteor” von 1979, wem’s noch nicht reicht … [19:55 MEZ]

Fünftes International Dark Sky Reserve in Wales etabliert

Im neuen Brecon Beacons IDSR leben auf 1400 Quadratkilometern 30-mal so viele Schafe wie Menschen – aber zu den 33’000 letzteren haben eine Million weitere eine nicht zu lange Anreise. Der Brecon Beacons National Park hatte viel in himmelsfreunlichere Beleuchtung invenstiert, was ihm den “Silber”-Status einbrachte: Den haben auch das einzige andere IDSR Europas, ebenfalls im UK, und eins in Kanada; Gold gab’s nur für Namibia und Neuseeland. [15:20 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier und später hier - und der Death Valley NP ist der 11. Int'l Dark Sky Park geworden, zugleich der größte mit "Gold"-Status]

Ein 2012-DA14-”Aufgang” auf dem Pic du Midi; weitere Clips hier und hier. Und es gibt auch mal 2012-DA14-Beobachtungen mit einem Profi-Teleskop, dem 2.1-Meter auf dem Kitt Peak, sowie was von Ex-Profi Fred Espenak. [NACHTRAG: wie am LCOGT 2012 DA14 geguckt wurde.] Und als Zusatz-Gag ein Komet ISON mitten aus Bonn – na gut, mit 50 cm … [22:20 MEZ am 18. Februar] … und es gibt mit C/2013 C2 (TENAGRA) einen Centauren mit Kometen-AKtivität, trotz 10 au Periheldistanz! [23:50 MEZ]

isound

17 Stationen des CTBTO’s International Monitoring System registrierten den russischen Airburst am 15. Februar, selbst 15’000 km entfernt in der Antarktis: Es war der stärkste in der Geschichte dieses Infraschall-Überwachungs-Netzwerks für geheime Nukleartests. Es war keine isolierte Explosion sondern eine bewegte Quelle, die die unhörbaren Schallwellen absonderte, sondern ein überschallschnelles Brennen: Die Signatur unterscheidet sich stark von irdischen Explosionen. Auch dubiose Berichte über seltsame Effekte der Druckwelle, der Wert der Meteoriten, die Natur des Impaktors und noch mehr Gedanken über Konsequenzen hier, hier und hier. [22:15 MEZ. NACHTRAG: Dito in Russland]

Vermutlich nicht das beste Video der Jupiter-Bedeckung durch den Mond heute in Australien, aber das erste und immer noch einzige, das auf YouTube aufgetaucht ist. Dafür gibt’s tolle Fotos hier und hier. [22:10 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Impressionen, auch hier - und ein arg prozessiertes Bild, das eher wie ein Gemälde aussieht]

Auswertungen der Radarbeobachtung von 2012 DA14

nach seiner Erdpassage in den USA wurden gerade auf einer Konferenz präsentiert (Schnappschuss): Den Bildern zufolge hat der Kleinplanet die Maße 20 x 40 Meter und rotiert alle 7 Stunden. [14:00 MEZ] Und wird immer noch optisch verfolgt, mit derzeit 17 mag. [14:10 MEZ] In Russland soll derweil aktiv gegen Asteroiden im Anflug vorgegangen werden, wie auch immer, während im Gebiet des Airbursts langsam wieder Normalität einkehrt. Und allerlei Forderungen nach Konsequenzen gibt’s auch außerhalb Russlands. [18:25 MEZ]

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Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus herzlich unklar …

So – oben – sehen die Sonnenflecken-Zahlen des aktuellen Zyklus aus: insgesamt (schwarz, geglättet blau) und für die Nord- und Südhalbkugel (rot bzw. grün, geglättet hellblau bzw. lila) – vor allem die Nordhemisphäre scheint ihr Maximum schon ziemlich deutlich “hinter sich” zu haben, wobei man streiten kann, ob dies vielleicht nur ein Artefakt durch sehr hohe Aktivität Ende 2011 ist.

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Die Prognosen für den weiteren Verlauf gehen jetzt jedenfalls weit auseinander und hängen stark von der verwendeten Methodik ab – Anklicken liefert jeweils die aktuellen Grafiken. Bei der NASA (oben) geht man weiter von einem Maximum im “Herbst 2013″ aus, mit einer mittleren Fleckenzahl von 69. Für den Solar Terrestrial Activity Report (Mitte) geht es dagegen schon länger bergab. Und das Solar Influences Data Analysis Center (unten; in Geld zittern die täglichen Werte) kann sich überhaupt nicht entscheiden … [11:45 MEZ]

hh

Das Herbig-Haro-Objekt Nr. 151 auf einem alten WFPC2-Bild des HST, das heute die ESA im Rahmen einer ‘Suchaktion’ aus dem Archiv gekramt hat – der Jungstern HL Tau sorgt hier für den Jet. Andere Pretty Pictures heute morgen: die Kometen PANNSTARS und Lemmon und etwas Aurora- und Airglow-Leuchten, alles auf einer Aufnahme, sowie der Plasmaschweif von Lemmon in mehr Detail. [10:15 MEZ]

Nach zwei Jahren kommt das erste Paper von AMS-02

Nur keine vorläufigen Resultate in die Welt setzen, war immer die oberste Maxime des Chefs des 2011 auf der ISS installierten Teilchendetektors AMS-02 gewesen – aber jetzt hat Sam Ting verlauten lassen, dass es in wenigen Wochen ein erstes Paper über die Messungen des Alpha Magnetic Spectrometer – das inzwischen 25 Milliarden Teilchen registriert hat – geben soll. Und zwar zum Elektronen/Positronen-Verhältnis von 0.5 bis 350 GeV, auch in räumlicher Abhängigkeit, was etwas über den Zerfall Dunkler Materie verraten könnte. [10:05 MEZ. NACHTRÄGE: noch ein - enttäuschter - und noch ein, noch ein und noch ein Artikel. Und noch mehr]

Erste russische Meteoriten da: gewöhnliche Chondriten

Während griechische Sternfreunde ein brilliant geschnittenes Video über eine Expedition zur Beobachtung von 2012 DA14 in Erdnähe vorgelegt haben (oben; auch Ergebnis-Videos und eine Strichspur bei einer Galaxie sowie der Asteroid am 17.2. aus Hagen), ist russischen Wissenschaftlern die Identifikation erster Meteoriten vom Mega-Boliden gelungen, die nicht gerade groß – Bilder hier und hier – und gewöhnliche Chondriten sind. Auch die Antwort auf die Frage, warum russisches Frühwarn-Radar das Objekt nicht kommen sah (es war eben kein ICBM), Aufräumarbeiten, der Airburst als Internet-Event, das vielleicht bald wieder vergessen sein wird – und Xinhua holt sich Rat in Münster. [0:15 MEZ] Berichte über die Meteoriten auch hier, hier, hier und hier – und die PM der Uni, die sie untersuchte. Plus eine Zusammenfassung anderer Forschungen zum Airburst. [9:25 MEZ. NACHTRAG: Nachzügler hier, hier, hier, hier, hier und hier zu Meteoriten und Eisloch]

Allgemeines Live-Blog vom 29. bis 31. Januar

29. Januar 2013

promi

Eine Protuberanz hebt ab: Die Show von heute Nachmittag gibt’s auch als Video, gleich nochmal und als Standbild – eine Coronal Mass Ejection Richtung Erde hatte damit nichts zu tun; auch ein Feature zur Physik der CMEs und ein Vorbericht über einen Raketenstart zur Polarlicht-Forschung. [23:55 MEZ am 31. Januar - Ende!]

salso

Debatte über die “geschenkten Hubbles” live zu verfolgen

Wenn am 5. und 6. Februar auf einem NASA-Workshop beraten wird, was mit den 2011 überraschend den Zivil-Astronomen geschenkten zwei 2.4-m-Weltraumteleskopen (auch ISAN 165-3) geschehen soll, darf die Öffentlichkeit per Webcast zuschauen – was aber auch bedeuten dürfte, dass hier keinerlei neue Details über die geheimnisvolle Vorgeschichte der Optiken verraten werden dürfte. Aber der “SALSO Workshop” (Study on Applications for Large Space Optics) dürfte insofern interessant werden, als Vorschläge aus 5 ganz unterschiedlichen Bereichen – selbst bemannte Raumfahrt – gehört und schließlich bis zu 6 neue Detailstudien beschlossen werden sollen, die dann bis Mai laufen. [22:10 MEZ]

herschel_bakterien

Bakterien-Sammeln auf dem Satelliten Herschel vor dem Start 2009: Teil eines Forschungsprojekts über extremotolerante Bakterien in Reinräumen, das jetzt zur ersten öffentlichen Stammsammlung von sehr widerstandsfähigen Bakterien geführt hat. Eine wichtige Ressource für Forschungsinstitute und die Industrie, um Anpassungsmechanismen von Bakterien – Resistenz gegenüber Hitze, UV-Strahlung, ionisierende Strahlung, Austrocknung und Desinfektionsmitteln – zu untersuchen. [18:45 MEZ]

sio

Drei Frauen, die Social Media in den NASA-Outreach brachten, standen gerade bei Science Online 2013 in der North Carolina State Univ. auf der Bühne, Veronica McGregor, Courtney O’Connor und Stephanie Smith – und das Event kann bereits im Archiv geguckt werden! [16:05 MEZ]

Eine moderate Feuerkugel über England gestern abend, eingefangen zwar nur klein, dafür aber lückenlos, von einer Dashboard-Kamera auf der Autobahn bei Birmingham. [14:15 MEZ]

Wikipedia ist jetzt auch ein Asteroid, Nr. 274’301

Wer den Kleinplaneten – als 2008 QH24 – in der Ukraine entdeckte und seine Taufe nach der Online-Enzyklopädie vorschlug, steht nicht im neuesten Minor Planet Circular auf Seite 467, wohl aber die Citation: “Wikipedia is a free, copyleft, collaboratively edited online encyclopedia launched in 2001. In 11 years of its compilation it became one of the largest reference works and one of the most visited web-sites on the Internet. It is developed in more than 270 languages by enthusiasts from all over the world.” [14:00 MEZ]

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Der nächste Orbitalstart steht bevor, diesmal eine Atlas V mit dem NASA-eigenen Kommunikationssatelliten TRDS-K; die Konstellation hilft insbesondere der ISS und Hubble, ihre Datenströme zum Boden zu bringen. Updates gibt’s hier, das Startfenster öffnet sich um 2:48 MEZ. [1:00 MEZ] Die Atlas ist jezt in einem 25-Minuten-Hold bei t-4 Minuten – und der in Südkorea gestartete Satellit hat sich gemeldet. [2:25 MEZ]

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Und die Atlas V ist gut weg gekommen, mit der Öffnung des Startfensters – auch die ersten 7 Minuten des Flugs problemlos. [2:55 MEZ] Von Cooper gibt’s schon erste Bilder! [3:05 MEZ]

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Main Engine Cut-Off! Die Centaur und TDRS-K sind jetzt auf ihrer Parkbahn, wo sie 82 Minuten bleiben werden – der Zielorbit wurde genau getroffen. Hier noch ein Screenshot von einem Launch Replay. [3:10 MEZ] Und die Live-Version in Bewegung und gleich nochmal. [3:20 MEZ] Die 2. nur 2-minütige Zündung der Centaur steht bevor, dannn Separation. Aber dieser Artikel ist schon fertig. [4:20 MEZ] Spacecraft Separation auf dem perfekten GTO. [4:35 MEZ] Ein NASA Release; weitere Artikel sind hier verlinkt. Und Yonhap, Asia One und Arirang zu Südkoreas Satelliten-Erfolg. [13:45 MEZ]

“Timbuktu-Manuskripte” überstanden wohl doch Mali-Krieg

Entsetzen unter (auch Astronomie-)Historikern hatte kürzlich die Meldung ausgelöst, dass bei der Rückeroberung der Stadt Timbuktu in Mali von den Islamisten wichtige Bibliotheken mit den berühmten “Timbuktu”-Manuskripten aus dem Mittelalter in Flammen aufgegangen seien – aber das ist offentsichtlich Quatsch: Die meisten Texte in wissenschaftlicher Bearbeitung scheinen durchgekommen zu sein (und viele weitere sind eh in Privatbesitz und/oder vergraben). Über die astronomischen Inhalte der Manuskripte wurde in den letzten Jahren intensiv geforscht (auch hier und hier) und gar eine überschwängliche Doku produziert, die den eingebundenen europäischen Orientalisten in ihrer vermeintlichen Etablierung einer “afrikanischen Astronomie” dann doch zu weit geht … [23:55 MEZ am 30. Januar. NACHTRAG: mehr Details]

CTIO_webcam

Nichts Auffälliges auf dem Live-Bild vom CTIO nach einem starken Erdbeben in der Atacama-Region um 21:15 MEZ ist um 23:00 MEZ auf diesem Webcam-Bild vom Cerro Tololo zu sehen. Das Beben hatte eine Magnitude von 6.8, hat aber nach ersten Berichten keine größeren Schäden hinterlassen. [23:05 MEZ]

Die Scheibe um den Stern TW Hydrae hat 50 Jupitermassen

Das konnte dank des ersten Nachweises von HD in einer zirkumstellaren Scheibe durch Herschel ermittelt werden: Unter der Annahme, dass das HD/H2-Verhältnis dasselbe wie im Sonnensystem ist, folgt direkt die Menge des dominanten H2, die ansonsten kaum fest zu stellen ist. Da das Sonnensystem aus einer viel weniger massereichen Scheibe entstand (nur 10 Jupitermassen), könnte der junge aber sonnenähnliche Stern TW Hya eines Tages ein ausgesprochen reiches Planetensystem besitzen, auch wenn man ihm bei seinem Alter die Bildung von Riesenplaneten eigentlich nicht zugetraut hätte. Was zeigt, dass nicht alle Wege dieselben sind, auf denen ein Stern zu Planeten kommt. [19:50 MEZ]

Hinz & Kunz twittern, man solle dieses Video gucken – also bitte: Mondaufgang in Echtzeit hinter anderen Beobachtern desselben in Neuseeland. Weshalb der Mond auch “falsch herum” läuft. [19:30 MEZ]

Kein folgenreicher Impakt vor 12’900 Jahren – Schluss!

Seit 2007 verbreiten ein paar Außenseiter die – leider gut für Schlagzeilen geeignete – Spekulation, in der Atmosphäre explodierende Kometen hätten das Ende der Clovis-Kultur in Nordamerika, das Aussterben der Mammuts (“Dung-Pilz …”) und sonstwas verursacht, ohne dass es irgendeinen direkten Beleg dafür gegeben hätte. Und nun ist auch eine umfangreiche Monographie vorgelegt worden, die der Spekulation von allen möglichen Seiten den Garaus macht. Schluss jetzt damit, bitte … [17:40 MEZ] Vermutlich ein frommer Wunsch, da die Spekulation “Zombie-Status” erreicht hat. [18:05 MEZ]

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Nette Demonstration von µg auf der ISS: Expedition-34-Kommandant Kevin Ford durch einen besonders großen Wassertropfen abgebildet – der eben keine Tropfenform sondern eine ziemlich gute Kugelgestalt annimmt. [17:25 MEZ]

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Die Session “Science and Space” der Konferenz in Israel

(s.u.) läuft jetzt: hier die astronomischen Highlights des vergangenen Jahres, wie sie Ehud Behar zusammen fasste. [15:50 MEZ]

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Während der Astronaut Randolph Bresnik bei seiner Übersicht über Wissenschaft auf der ISS auch an das Röntgenteleskop MAXI auf der Raumstation erinnerte, über dessen Leistungen (“Neuer Schwarz-Loch-Kandidat entdeckt …”) kaum berichtet wird. [16:05 MEZ]

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Überzeugende Demo im Vortrag des Fernerkundungsspezialisten Eyal Ben-Dor, warum hyperspektrale Kameras (die nicht nur in RGB sondern in hunderten separaten Farbbändern gleichzeitig aufnehmen) so nützlich sind: Die Plastik-Pflanze rechts fällt jetzt sofort auf … [16:25 MEZ] … aber HSR erfordert, “in Würfeln zu denken”, x, y und Wellenlänge – nicht einfach für’s Gehirn. [16:35 MEZ]

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ULTRASAT: ein israelisch-amerikanischer UV-Satellit?

Auf der Ramon-Konferenz (s.u.) berichtete Ilan Porat über das Satellitenprojekt ULTRASAT, das zunächst LIMSAT hieß (Notiz ganz unten) und in diesem Vortrag beschrieben wurde: Israel und die USA hoffen diesen März auf Grünes Licht für einen Kleinsatelliten mit 4 Teleskopen à 13 cm Öffnung und 4Kx4K-CCDs, der im Ultravioletten den Himmel auf Transients überwachen würde – mit 440 Quadratgrad Gesichtsfeld, was es noch nie auch nur annähernd gab. Neu aufleuchtende UV-Quellen am Himmel würden über Inmarsat automatisch an die Astronomen der Welt gemeldet, die zu Follow-Up-Beobachtungen schreiten könnten.

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Israel träumt schon seit 20 Jahren von UV-Astronomie im Weltraum, aber der einzige jemals gebaute Satellit namens TAUVEX schaffte es nie in den Orbit: Zunächst ‘gebuchte’ Mitfluggelegenheiten in Russland und Indien (ganz unten) kamen nicht zustande, letzteres immerhin insofern “glücklich”, als die schon gebuchte Rakete dann versagte … [14:35 MEZ]

Weltraumkonferenz in Israel – und jetzt live im Web!

Die Übertragung von der Eighth Ilan Ramon Annual International Space Conference kann hier verfolgt werden; gerade haben die vermutlich ergiebigsten Sessions “Space Industry and Technology” und “Science and Space” begonnen: Die Zeiten im Programm sind in IST = MEZ + 1 Stunde. [13:10 MEZ]

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Die globale Start-Statistik (auch Fehlstarts) 2012 aus dem Vortrag von Tal Inbar, der auch auf den südkoreanischen Erfolg heute verwies: Das sei nun das 11. Land mit einer funktionierenden Orbitalrakete. [13:25 MEZ] Geheimnisvolle Andeutungen über drei iranische Startversuche 2012, mit 2 Fehlschlägen – und einer gewaltigen Explosion auf dem Startgelände … [13:33 MEZ] … und dass sich Nordkoreas Satellit nie aus dem Orbit meldete, sei “not important” – Hauptsache die Unha 3 funktionierte. [13:36 MEZ]

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Und der iranischen Affen-Astronaut sei – im Gegensatz zu hitzigen Kommentaren – kein Beleg für tolle Raketen, da der Launcher nur auf einer schwachen solchen basierte. Aber das Experiment zeige, dass der Iran sein Weltraumprogramm ernst nehme – und die Ankündigung, einen eigenen Astronauten um 2020 starten zu wollen, nimmt Inbar zumindest ernst. [13:40 MEZ] Oder wollen die Iraner was ganz Anderes …? [14:25 MEZ]

Na endlich: Südkorea bringt Satellit in den Orbit! Beim dritten Versuch hat das KSLV 1 funktioniert und einen Satelliten in den Orbit getragen. Damit hat man mit dem nördlichen Nachbarn gleich ziehen können; das KSLV 1 alias Naro-1 und die Unha 3 sehen sich durchaus ähnlich. [12:50 MEZ. NACHTRAG: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG 2: Der Satellit ist im Orbit - aber kann man's wirklich einen "südkoreanischen" Start nennen, wenn die 1. Stufe russisch war? NACHTRAG 3: Diese 'Korea-Frage' wird auch daselbst aufgeworfen]

Hardware des Satelliten QuikScat wird auf der ISS recycelt

Der Satellit funktioniert seit 2009 nicht mehr (“Meeressatellit QuikScat nach zehn Jahren ausgefallen”), aber Elemente von QuikScat werden 2014 auf der ISS installiert, um als ISS-RapidScat wieder Informationen über Luftströmungen aus Meereswellen zu liefern, die auch operationell genutzt werden können. [1:45 MEZ. NACHTRAG: Artikel dazu]

Das Startfenster für Südkoreas Rakete öffnet sich um 7:55 MEZ und dauert bis 11:30 MEZ: die nächste Chance für das Korea Satellite Launch Vehicle 1, mit der inzwischen erfolgreichen Unha 3 des nördlichen Nachbarn gleich zu ziehen – denn bisher sind ale KSLV-Starts gescheitert. Entsprechend groß ist die Anspannung … [1:45 MEZ]

Der Raketenbahnhof Wallops der NASA braucht einen besseren Video-Regisseur … Diese Aufzeichnung dieses Teststarts einer Terrier-Improved Orion vor 1/2 Stunde zeigt nicht viel, und dieses und dieses Foto aus größerer Distanz hauen einen auch nicht um … [0:20 MEZ] … wobei sie die zu Testzwecken freigesetzten Lithium-Dämpfe zeigen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: längeres Video inklusive Freisetzung, auch hier]

Satellit Kepler sammelt jetzt wieder astronomische Daten

nachdem der 10-tägige “Wheel Safe Mode” (“Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt”) zuende ist: Nun wird es etwa einen Monat dauern, bis sich gezeigt haben wird, ob dem angeschlagenen Drallrad #4 die Ruhepause gut getan hat. [23:55 MEZ am 29. Januar. NACHTRAG: Artikel dazu]

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Helle und dunkle Fächer auf der Marsoberfläche auf einer HiRISE-Aufnahme vom November 2012 auf 87° Süd: So was entsteht, wenn die Sonnen auf die saisonale CO2-Polkappe scheint, den Boden darunter erwärmt – und sublimierende Gase irgendwann durch die Eisdecke brechen. Und dann als helle Fächer wieder auskondensieren; die dunklen Strukturen darauf gehen auf mitgerissenen Staub zurück. [17:35 MEZ]

Die Venus spielt Komet, wenn der Sonnenwind abreißt

Die Ionosphäre aus Elektronen und Ionen, die die Venus in 150 bis 300 km Höhe umgibt, kann sich in Ausnahmefällen an ihrer sonnenabgewandten Seite schweifartig ins Weltall ausdehnen: Zu dieser seltenen Verformung kommt es, wenn der Sonnenwind nahezu abbricht, wie Messungen mit dem Venus Express (seinem Magnetometer MAG und dem Instrument ASPERA-4) gezeigt haben. Bei fehlendem Sonnenwind wird die Ionosphäre der Venus nicht magnetisiert; unter normalen Bedingungen binden diese induzierten Magnetfelder die geladenen Teilchen der Ionosphäre in Planetennähe. Bei schwachem Sonnenwind hingegen dehnt sich die Ionosphäre in der Übergangsregion zwischen Tag- und Nachtseite aus, wo sich eine Art Plasmaballon schweifartig ins All erstreckt – die gesamte Ionosphäre erhält so eine tropfenförmige Gestalt. [17:25 MEZ]

Der Flug des iranischen Weltraumaffen – siehe unten (“Ein kleiner Affe …”) – in einem TV-Bericht: Scheint er seine suborbitale Reise ja gut überstanden zu haben. [2:40 MEZ] Und der Flug hatte keinen nennenswerten militärischen Wert, so. [3:15 MEZ] Einstweilen ist unklar, wann der Start eigentlich erfolgte; weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [17:05 MEZ. NACHTRAG: Mit den Bildern des Affen vor/nach dem Flug stimmt was nicht ...]

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Curiosity vor der ersten Bohrung auf dem Mars!

Lange haben sie gedauert, die Vorbereitungen für den ersten Einsatz des Bohrers des Marsrovers, der letzten noch immer ungetesteten Hardware – aber hier (Ausschnitt aus einem Hazcam-Bild vom 27. Januar, Sol 170) sieht man den Kopf schon mal Maß nehmen. An vier verschiedenen Stellen des Steins “John Klein” in der “Yellowknife Bay” wurde er aufgesetzt und Druck aufgebaut, ein sog. “pre-load testing”; ein weiterer derartiger Test über Nacht läuft gerade. Die ersten Drill-Experimente werden aber kaum vor Ende der Woche beginnen. [1:30 MEZ. NACHTRAG: Details]

In this new view of the Andromeda galaxy from the Herschel space observatory, cool lanes of forming stars are revealed in the finest detail yet.

Ein neues Herschel-Bild der Andromeda-Galaxie? Als solches wurde gerade diese Darstellung von Daten von PACS & SPIRE von Caltech wie JPL angepriesen – aber da war doch was, schon vor 2 Jahren: selbe Galaxie, selbe Instrumente Herschels, nur von anderen Leuten verarbeitet. Die Staubringe in der Spiralgalaxie hat übrigens WISE noch schärfer gesehen. [0:35 MEZ. NACHTRAG: Geht's noch? Jetzt verkauft auch die ESA das Bild als "neu", das lediglich "more data and different color mapping" - aber genau die Anmutung des alten - zu bieten hat ...]

Mal wieder ein “künstlerisches” ISS-Timelapse-Video mit vielen Nacht-Szenen und diversen Polarlichtern, leider an einigen Stellen gar zu hektisch ‘verschönert’ – als ob die Lageregelung der Raumstation aus dem Ruder laufen würde … [0:25 MEZ]

A superbubble located in the Large Magellanic Cloud about 160,000 light years from Earth.

Alt aber bunt: eine “Superbubble” in der LMC in einem Komposit-Bild aus Chandra-Röntgendaten (die 10 Jahre alt sind und deren Analyse vor 2 Jahren publiziert wurde; in Rosa) und einem optischen Bild von DEM L50. [0:00 MEZ]

Feuerkugel über den Ost-USA war vermutlich Kosmos 1484

Eine vollmondhelle und besonders langsame Feuerkugel über mehreren Bundesstaaten im Osten der USA ist vermutlich der – erwartete – Wiedereintritt eines russischen Satelliten, Kosmos 1484, gewesen. [0:00 MEZ. NACHTRAG: eine Zusammenfassung ohne neue Erkenntnisse]

Ein kleiner Affe unternahm einen Suborbital-Flug auf einer iranischen Rakete, melden offizielle Medien, aber bisher sind nur wenige Details bekannt geworden – z.B. darüber wie es dem unfreiwilligen Raumfahrer jetzt konkret geht, der nun in einer langen Liste tierischer Astronauten steht. [0:00 MEZ. NACHTRAG: schwer zu beweisen, was war - aber eine Bomben-Story ...]

Neue “COSMIC”-Wettersatelliten in Auftrag gegeben

Das Constellation Observing System for Meteorology, Ionosphere and Climate Taiwans und der USA (siehe Artikel C56) wird mit neuen Satelliten weiter ausgebaut, die im U.K. gebaut werden ab 2016 starten sollen: Die dreidimensionalen Atmosphären-Analyse basiert auf ihren Effekten auf die Signale von GPS-Satelliten. [0:00 MEZ]

Kometen-Lander Philae im irdischen Test: Noch ein Jahr ist Rosetta im Winterschlaf, aber die erste Landung auf einem Kometenkern ist erst jetzt in Testanlagen simuliert worden – was z.B. dem Handelsblatt und n-tv gefiel. [0:00 MEZ]

Kick-Off für ein “Weltraum-Teleskop für alle”

25. Januar 2013

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Der scheinbar verwegene Plan eines Weltraumteleskops für die deutsche Öffentlichkeit ist heute auf einem siebenstündigen Kick-Off-Workshop im Haus der Astronomie spürbar konkreter geworden: Der Einladung des Initiators Heiko Wilkens war ein breites Spektrum von Experten gefolgt, von Astronomie-Professoren über Didaktiker und Publizisten bis zu Vertretern der deutschen Raumfahrtindustrie und der Amateurfunk-Satellitenbauer der AMSAT-DL. Endgültige Spezifikationen für den Satelliten, dessen Bau und Start durch Sponsoren und dessen Betrieb durch die Benutzergemeinde – aber teilweise unterstützt durch weiteres Sponsoring – finanziert werden sollen, kamen bei dem Meeting natürlich noch nicht zustande, wohl aber ziemlich klare Rahmenbedingungen. So wird das Weltraumteleskop wohl “piggyback” beim Start einer anderen großen Nutzlast in den Orbit gelangen müssen, weil es das bereits für wenige Mio. Euro gibt (und schon die kleinste Exklusiv-Rakete ein Vielfaches kostet), und einen für derartige Zwecke bereits entwickelten “Bus” – also Satellitenkörper mit allen Subsystemen – verwenden müssen, weil ein speziell für sein Teleskop zugeschnittener unbezahlbar wäre.

Aus diesen harten Kriterien wird sich wiederum die maximal mögliche Größe des Teleskops ergeben, die wohl deutlich unter einem Meter liegt. Und daraus folgt dann wieder der Nutzen des Ganzen für die verschiedenen angepeilten Zielgruppen, die von der breiten Öffentlichkeit und Amateurastronomen über die Ausbildung an Schule und Hochschule bis zur Fachastronomie reichen. Letztere sieht vor allem im UV-Bereich von ca. 120 bis 300 nm eine reizvolle Nische auch schon für ein kleines Weltraumteleskop (ab 30 cm), da diese Wellenlängen astrophysikalisch viel zu bieten haben, aber nur oberhalb von 200 km zugänglich sind – und wenn es Hubble nicht mehr gibt, gar nicht mehr. Eine mögliche Lösung wäre die Aufteilung der Brennebene des Teleskops in einen zentralen CCD-Array für visuelles Imaging und daneben die Öffnung für einen UV-Spektrographen – für den es in der deutschen Astronomie gewichtige Vorbeiten gibt. Reizvoll erscheint auch, beim Bau des Satelliten nicht nur auf bewährte Komponenten zu setzen sondern auch Innovationen zu fördern: Die lässt sich die öffentliche Hand mitunter etwas kosten.

Eine Idee in dem Zusammenhang wäre z.B. ein kompakt gestartetes Teleskop, das erst in der Umlaufbahn ausklappt. Oder eine piezomechanische Feinnachführung der CCD. Denn die vielleicht größte Herausforderung für das Projekt wurde in Heidelberg bereits eingekreist: die Lageregelung, die so stabil sein muss, dass das Teleskop seine beugungsbegrenzte Abbildungsleistung im Orbit auch ausspielen kann. Über besagten Orbit übrigens wurde schon fast ein Beschluss herbei geführt: Eine hochelliptische Bahn hat den Vorteil, dass sie sich zwanglos aus dem geostationären Transferorbit der eigentlichen Nutzlast der Rakete – typischerweise ein Nachrichtensatellit auf dem Weg zum geostationären Orbit – ergibt, dass die Erde die meiste Zeit nur wenig Sicht auf’s Universum verdeckt, weil sich der Satellit überwiegend nahe des Apogäums aufhält, und dass besagte Erdferne mit langsamer Bewegung am Himmel den Datenempfang (man darf mit bis zu 1 GB/Orbit rechnen) mit einer großen Schüssel vereinfacht, die nur langsam nachgeführt werden müsste. Versehen mit einer Fülle von ‘action items’ trennte man sich schließlich in der Abenddämmerung, in der Gewissheit, dass dieses Jahr wesentliche Weichen gestellt werden dürften.


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