Allgemeines Live-Blog vom 28.11. bis 2.12.2014

28. November 2014

2. Dezember

Jets, bubbles and bursts of light in Taurus

The colourful star cluster NGC 3532

A hazy nebula

Der Lebenszyklus der Sterne in drei Bildern von Hubble (oben und unten) und MPG/ESO-2.2, die im November verbreitet wurden: oben das junge Mehrfach-Sternsystem XZ Tauri, das eine Blase heißes Gas in seine Umgebung bläst, in der Mitte der Sternhaufen NGC 3532, in dem viele Sterne schon zu Roten Riesen geworden sind, und unten der Planetarische Nebel NGC 1501, dessen Zentralstern ungewöhnlicherweise pulsiert. [23:55 MEZ – Ende]

LBT findet Near Earth Asteroid mit 26. Größe wieder

Es dürfte einer der schwächsten je beobachteten Kleinplaneten sein: Das Large Binocular Telescope hat den NEA 2014 KC46 mit 26.3 mag. wieder gefunden und mit den neuen Positionen schlagartig alle künftigen IMpakt-Möglichkeiten eliminiert. Auch eine erstaunliche Bildverabeitung an Aufnahmen des NEA 202 NY40, der NEA 2014 WX202 könnte ein künstlicher Körper sein, es soll morgen schon wieder Asteroiden-Furcht verbreitet werden, und es wird über Frühwarn-Möglichkeiten nachgedacht; derweil hat sich ein vermeintliches Boliden-Video aus den USA als Fälschung erwiesen, und der russische ‘Fall’ war eindeutig explodierende Munition, die entsorgt wurde. Echt dagegen die Kometen Lovejoy am 1.12., 29.11., 27.11. (mehr), 26.11. (mehr und mehr), 25.11. und 17.11. (mehr), PANSTARRS am 27.11., 26.11., 25.11., 22.11. und 17.11., Borisov am 30.11. und 10.11. (mit einer Supernova!), 32P/Comas Solà am 30.11. und 18.11. und 4P/Faye am 30.11. sowie der neue PANSTARRS C/2014 W2 – und ein fehlerhaftes MPEC, trotz x Beschwerden nicht korrigiert, in dem falsche Personen für die Oktober-Entdeckung der 2. Fragmentation von C/2011 J2 genannt werden. Plus die Chemie des GRF Jupiters und die großen Stürme auf Uranus (mehr), der Nutzen der Amateur-Astronomie, typische Halos aus dem Flugzeug, chinesisch-mexikanische Planetariums-Freuden, ein Blog-Aufruf und Podcast-Pläne für das ILY 2015, eine Art Pseudo-Open-Access bei Nature & Co. (mehr, mehr und mehr und Reaktionen hier, hier, hier, hier und hier) – und die drohende Schließung des Deutschen Museums in Bonn. [23:40 MEZ]

planck-map

So sah der Satellit Planck die Polarisation der Milchstraße bei 353 GHz in einem 30° großen Feld: verantwortlich Staubteilchem im galaktischen Magnetfeld. Das war eines der neuen Resultate, die auf einer Tagung zum baldigen nächsten Daten-Release diese Woche in Italien gezeigt wurden. Pressematerial dazu scheint es bisher seltsamerweise nur in Französisch zu geben, nämlich hier, hier, hier, hier und hier, aber es gibt auch diesen Tweet und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier: Wenig Sensationen, aber eine Haupterkenntnis war wohl, dass der Kandidaten-Pool für Teilchen der Dunklen Materie weiter geschrumpft ist. [20:10 MEZ]

11 Mio. Euro aus Deutschland für MeerKAT in Südafrika

Bei Square Kilometer Array darf Deutschland nicht mitmachen, hat die Bundesregierung bekanntlich mal so eben verfügt – aber wenigstens bei einem der Vorgänger-Projekte geht noch was: Das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn baut für 11 Mio. Euro neuen Empfänger für das MeerKAT-Teleskop in Südafrika. Der wissenschaftlich begründete Frequenzbereich von 1.6 bis 3.5 GHz kann mit dem 100-m-Radioteleskop in Effelsberg wegen irdischer Störstrahlung nur mit starkem Empfindlichkeitsverlust beobachtet werden: Aus diesem Grund wurde das zur Zeit in Südafrika errichtete MeerKAT Einsatz dieses Empfangssystems ausgewählt. Es wird nach seiner Fertigstellung das empfindlichste Radioteleskop der Südhalbkugel für den Zentimeterwellenbereich sein und ist aufgrund des einzigartigen Standorts in der südafrikanischen Karoo-Halbwüste MeerKAT nur sehr wenig von irdischer Störstrahlung betroffen: Mit dem deutschen Empfänger sollen vor allem Pulsare beobachtet werden. Auch ein anderer “SKA-Vorgänger” hat kürzlich Zulauf von Übersee bekommen, mit dem Einstieg der ASU beim MWA in Australien. Während in Arizona selbst mal wieder Sorgen vor wachsender Lichtverschmutzung laut werden, die “die Astronomie-Industrie” des Staates gefährde. [19:45 MEZ]

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Ein Jet offenbar aus dem “Kopf” des Kometenkerns ist auf diesem aufgehellten NavCam-Bild vom 30. November zu erkennen – hier in HDR das ganze Bild. Derweil ist über dieses Konferenz-Abstract eine Art Farbbild des Kerns von OSIRIS ‘geleakt’, wenn auch offenbar schlecht bearbeitet: So geht es besser. Auch ein CNES-PR, Artikel hier, hier und hier und eine reißerische 45-Minuten-Doku über die Philae-Landung sowie Updates und Artikel hier (mehr und früher), hier, hier, hier und hier zum – weiterhin für kommende Nacht MEZ geplanten – Start von Hayabusa 2, ein neues Dawn Journal (das Zwergplaneten-Ziel kommt näher) – und Opportunity und Curiosity fahren immer noch. [17:25 MEZ] Eine genaue Timeline für den Hayabusa-Start. [18:00 MEZ. NACHTRAG: Video vom Roll-Out der H-IIA-Rakete] Ein Artikel von PTOLEMY zur Chemie der C-G-Oberfläche. [18:20 MEZ. NACHTRAG: eine weitere HDR-Version des obigen Bildes]

ESA-Minister beschließen Ariane 6 und finanzieren ExoMars

So soll die aussehen, die Ariane 6, deren Entwicklung der ESA-Ministerrat nun verabschiedet hat: wahlweise mit vier oder zwei Boostern (auch ein früheres Video dazu und Artikel hier und hier). Und allen unkenden Kritikern zum Trotz: Es ist jetzt genug Geld für beide ExoMars-Missionen zusammen mit Russland da, inklusive des Rovers für 2018! Auch Impressionen aus der Columbus Mission Control der ISS, alle Fotos von und zu Sams Flug in Hi-Res, der 1. Meilenstein für Boeings Raumschiff zur ISS, die lange Vorgeschichte und Updates zum Erstflug der Orion-Kapsel – und die weitere Planung für die Asteroiden-Mission ARM. [17:10 MEZ. NACHTRÄGE: ein ESA Release, eine PM des DLR, die Aufzeichnung der PK zum Konferenzende, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und ein Tweet von Arianespace zu den ESA-Beschlüssen sowie Aufzeichnungen zweier NASA-PKs zum Orion-Start und was danach kommt, theoretisch, irgendwie]


30. November

Ein SF-Kurzfilm, der auf realem Bildmaterial aus dem Sonnensystem basiert, ist nach einem Monat Dornröschenschlaf diese Woche plötzlich ‘viral’ geworden und wird bereits in höchsten Tönen gelobt (mehr Inspiration in 3 Minuten als ein gewisser anderer Film in 3 Stunden schaffte …) – ein Kontrastprogramm zu den diese Woche erschienenen ersten Teasern bzw. Trailern von Star Wars VII und Jurassic World. [20:15 MEZ]

Start von Hayabusa 2 auf frühestens den 3. 12. verschoben

Weil die Windprognosen zu stark für die H-IIA-Rakete bleiben, konnte auch der zunächst geplante 1.12. als Termin für den Start zum Asteroiden nicht gehalten werden: auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Vom Rosetta-Kometen gibt’s derweil ein detailreiches 3D-Modell von einem Fan, auch Artikel hier (mit der Spekulation, das Versagen der Harpunen habe Philae gerettet), hier, hier und hier. Auch ist das Mutterschiff von Chang’e-5 T1 im Erde/Mond-L2-Punkt angekommen, der Satellit Gaia geht ohne Aufsehen seiner massenhaften Astrometrie nach, die Spannung vor dem ersten Flug der Orion steigt in der Szene (mehr, mehr und mehr und Blog-Stories eins, zwei und drei), der erste bemannte Asteroidenflug damit wird aber kaum vor 2024 erwartet – und weitere ISS-Berichte von Sam von L+4 und L+5. [16:35 MEZ. NACHTRAG: und von L+6 und L+7, dem ersten Wochenende]


28. November

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Wie ROMAP die Hüpfer von Philae rekonstruieren konnte

Die besten Informationen über Philaes “drei Landungen” auf dem Kometenkern – oben ein aufgehelltes NavCam-Bild von vorgestern aus 30 km Abstand – lieferte bekanntlich das Instrument ROMAP: Vergleichbar mit der Drehung einer Kompassnadel, konnte man die Bewegung des Landeeinheit im Weltraum mit dem Magnetometer nachvollziehen. Die Magnetfelddaten geben inzwischen Preis, dass Philae nach dem ersten Abprall angefangen hat, sich immer schneller um seine vertikale Achse zu drehen: Der Grund dafür war, dass das für die Landung erforderliche Reaktionsrad ausgeschaltet war und sich sein Drehmoment nun auf den frei fliegenden Lander übertrug. Innerhalb von 40 Minuten beschleunigte sich Philae auf diese Weise auf Rotationsgeschwindigkeit von etwa 5 Umdrehungen pro Minute, was mit einem Windrad bei geringer Windstärke vergleichbar ist. Doch dann änderte sich das Bewegungsmuster schlagartig: Die Drehgeschwindigkeit halbierte sich, die Drehachse neigte sich und der Lander begann zu taumeln.

Die Ursache war höchstwahrscheinlich die Kollision mit einem Riff an einem Kraterrand. Wie das Braunschweiger Magnetometer zeigt, flog die Landeeinheit noch über eine Stunde taumelnd über den Kometen, bevor es zur zweiten, holprigen Landung kam. Erst im letzten Moment fiel der Lander auf seine Füße. Ein letzter Hüpfer mit einer Länge von sieben Minuten war für den Bewegungsverlauf dann vergleichsweise unspektakulär und endete in der von Eiswänden umgebenen Landeposition – wo er dann trotz der ungeplanten Odyssee tadellos funktionierte, bis die Batterie leer war. Auch ein CNES Release zur Orbitplanung Rosettas und der andauernden OSIRIS-Suche nach Philae (die im Dezember die besten Chancen hat), ein Besuch beim Philae-Chef und Artikel hier, hier und hier. Derweil wurde der Start von Hayabusa 2 verschoben, weil das Wetter zu schlecht ist (mehr und mehr Links), es gibt konkretere Pläne von ESA und China für eine gemeinsame Wissenschaftsmission, der Testflug der Orion steht bevor (mehr und mehr) – und schon wieder ein Gerst-Interview … [22:00 MEZ]

Zeitraffer vom 2. deutschen Aurora-Beobachtungsflug in der Nacht 22./23. November östlich von Island, jeweils in verstärkter und quasi-natürlicher Darstellung: weitere Videos hier und hier, Bilder hier und hier und Berichte hier und hier. Und eine Nacht zuvor wurden Polarlichter auf einem Linienflug San Francisco – London beobachtet: ein Zeitraffer-Video und Einzelbilder. [17:45 MEZ]

Erste Bild-Übertragung aus dem All über Gbit-Laserlink

Zwischen dem europäischen Radarsatelliten Sentinel-1A und dem Kommumikationssatelliten Alphasat ist heute Nachmittag die weltweit erste Laserübertragung von Bildern im Gigabit-Bereich gelungen: Dieses hochmoderne Kommunikationssystem auf der Basis des Laserkommunikationsterminals LCT (Laser Communication Terminal) ist ein wesentlicher Bestandteil des europäischen Datenrelaissystems EDRS (European Data Relay System) der Europäischen Weltraumorganisation ESA, das auch unter der Bezeichnung “SpaceDataHighway” bekannt ist. Es ermöglicht die sichere Breitbandkommunikation zwischen erdnahen LEO-Satelliten oder fliegenden Plattformen und GEO-Satelliten im geostationären Orbit. Bei den aktuellen Tests zwischen Sentinel-1 in 700 km Höhe und dem geostationären Alphasat konnte eine Übertragungsrate von 0.6 Gigabit pro Sekunde über eine Entfernung von 45’000 km zwischen den Laserkommunikationsterminalen demonstriert werden, hat Airbus Defence and Space soeben mitgeteilt: Technisch möglich ist eine Rate von 1.8 Gbit/s.

Der Demonstration war ein erfolgreicher LCT-Betrieb zwischen zwei LEO-Satelliten seit dem Jahr 2008 vorausgegangen. Der SpaceDataHighway wird im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft zwischen der ESA und Airbus entwickelt. Dabei wird die Systeminfrastruktur sowohl am Boden als auch im All von Airbus Defence and Space als Hauptauftragnehmer eigenverantwortlich gebaut, betrieben und mitfinanziert. Die beim Lasersystem eingesetzte Technologie wurde in Deutschland entwickelt, mit Unterstützung des DLR und Mitteln des Wirtschaftsministeriums. “Unsere Laserkommunikationstechnologie wird die Erdbeobachtung und die Satellitenkommunikation revolutionieren”, glaubt Airbus D&S. Die erste einsatzbereite LCT-Nutzlast für den SpaceDataHighway wurde in EUTELSAT 9B integriert, der 2015 starten soll. 2016 folgt ein weiterer Raumflugkörper mit größerer Abdeckung und höherer Systemredundanz. [16:55 MEZ. NACHTRÄGE: Pressemitteilungen von DLR und ESA und ein Artikel]

Jetzt gibt C-G schon einen ordentlichen Kometen

27. November 2014

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Mit schon reichlich Jets macht Churyumov-Gerasimenko auf diesem NavCam-Mosaik von vor einer Woche aus 31 km Abstand – in zwei sehr verschiedenen Verarbeitungen – auf seine kometare Natur aufmerksam, und auch die Koma ist inzwischen direkt zu erkennen: Im unteren Bereich erscheint der dunkle Teil des Kerns in Silhouette gegen die Staub- und Gaswolke. Weitere Informationen über den Missionsverlauf Rosettas sind bei einem weiteren Ask me Anything herausgekommen, bei dem auch drei Fragen dieses Bloggers beantwortet wurden: Die ersten Papers mit Resultaten des Orbiters sollen schon bald in Nature erscheinen, der Zustand des MUPUS-Hammers ist weniger klar als zunächst berichtet – und die Lage Philaes auf der Oberfläche bleibt umstritten. Es gibt auch Fan-Versuche, dem CIVA-Bild Tiefe zu geben und die Richtung zur Sonne zu ermitteln; auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

So soll der kleine MASCOT 2018 über einen Asteroiden hüpfen: eine bemerkenswerte Animation des deutschen Landers für die japanische Mission Hayabusa 2, die in drei Tagen starten soll (mehr und mehr). Auch wissenschaftliche Resultate von Chang’e-3, ein neues Bild des Mars Express, eine erneute Anhebung der Bahn des Venus Express, erneut grünes Licht für JUICE – und das Plutonium bleibt knapp für Fernreisen im Sonnensystem.

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So sah der Satellit Hinode die große Fleckengruppe am 24.10., die inzwischen nach einer zweiten Runde abermals die Sonnenscheibe verlassen hat (irdische Bilder vom 25.11., 24.11. [mehr und mehr], 23.11. [mehr], 22.11. und 21.11.) und immer wieder Gegenstand für Diskussionen war – auch das wissenschaftliche Vermächtnis des ESA-Satelliten GOCE.

A slashing smudge across the sky

Eine HST-Aufnahme der leicht verbogenen Zwerggalaxie UGC 1281 sowie relativ aktuelle Mars-Aufnahmen von Hubble – und US-Exportbeschränkungen gefährden Russlands Spektr-UV-Satellit, weil ein britischer Zulieferer ausgebremst wird.

Reentry der letzten Soyuz-Rakete in Europa beobachtet

Die Oberstufe der Soyuz, die die neueste Besatzung zur ISS brachte, ist gestern Morgen über Mitteleuropa verglüht, was vielfach beobachtet wurde: Videos Z.B. hier und hier und weitere Berichte und Bilder hier, hier, hier und hier. Derweil hat die neue ISS-Bewohnerin vorgestern und gestern ausgiebig Bericht erstattet, heute allerdings nicht mehr [NACHTRAG: der Bericht kam mit Verspätung]. Auch ein Fazit ihres Vorgängers, das erste Objekt aus dem 3D-Drucker auf der ISS (mehr und mehr Links), der bevorstehende Testflug der Orion-Kapsel, deren kommendes Service-Modul aus Europa – und was Tagung des ESA-Ministerrats besprochen werden wird. NACHTRAG: zum Ariane-Hickhack.

Allgemeines Live-Blog vom 24. bis 26. 11. 2014

24. November 2014

26. November

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Duell der Papers: Was ist ‘G2′ beim Galaktischen Zentrum?

Das gibt es nicht alle Tage in der Astrophysik: ein ungewöhnliches Himmelsobjekt an prominentem Ort und von medialem Interesse, zahlreiche Daten – und völlig widersprüchliche Interpretationen durch zwei konkurrierende Arbeitsgruppen mit hohem Profil. Die in zwei Papers ihre Sichtweisen darlegen, ohne jeweils die Argumente der anderen zu diskutieren, und in Pressemitteilungen genau so stur verfahren. Mit dem Ergebnis, dass weiter herzlich unklar bleibt, ob sich in der kompakten Gaswolke “G2″, die dieses Jahr dicht am Zentralobjekt der Milchstraße Sgr A* vorbei gesaust ist, ein Stern befindet oder nicht. Bereits im Frühjahr hatte die amerikanische Gruppe konstatiert (“G2 am nächsten an Sgr A* – und immer noch in einem Stück”), dass G2 genau wie ein Stern um Sgr A* herumflog, ohne Schaden zu nehmen: Das bekräftigte sie im Oktober mit einem Paper und diesem Keck-Bild im L’-Band (3.8 µm), von dem Sgr A* (Ort: grüner Kringel) sowie ein naher Stern subtrahiert wurden. G2 erscheint exakt punktförmig und bewegt sich auf einer Keplerschen Bahn: “These results rule out G2 as a pure gas cloud and imply that G2 has a central star.” Mit 30 Sonnenleuchtkräften, vielleicht das Ergebnis einer Sternfusion. Im Juli hatten jedoch die europäischen Konkurrenten argumentiert (“Galaktisches Zentrum: Die Wolke G2 kam nicht allein”), dass G2 und die 13 Jahre früher angekommene Wolke G1 beides Knoten in einem langen Gasstrom seien – ohne Sterne darin. Und die jetzt aktualisierte Version des Papers geht auf das amerikanische L’-Bild einfach nicht ein, während das ebenfalls aktualisierte US-Paper das europäische zwar zitiert, die Argumente für den Zusammenhang von G1 und G2 aber ignoriert: auch Press Releases der Amerikaner hier und hier, eine PM der Europäer und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – nur die ersten fünf thematisierten die Kontroverse, der Rest wusste von nix … [23:45 MEZ – Ende]


25. November

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Irgendwo hier muss Philae herum stehen, auch wenn die 2.60 Meter pro Pixel dieser NavCam-Aufnahme vom 20. November aus 30 km Entfernung natürlich nicht ausreichen, um den schlafenden Kometenlander zu erkennen. Auch eine kuriose künstlerische Verarbeitung der Landegeräusche Philaes und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus großer Rummel um den Hayabusa-2-Start in Japan, das nahe Ende des Venus Express, die TanDEM-X als Eisforscher arbeitet, was DSCOVR erreichen soll, wie es mit der Ariane weiter geht, ein Video vom Beschweben der ISS durch die Neuen – und Russlands Pläne für eine eigene Station. [12:40 MEZ]


24. November

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Gravitationslinse zeigt dieselbe ferne Supernova viermal

Solch ein Phänomen wurde vor 50 Jahren vorhergesagt, und diesen Monat ist es zum ersten Mal gefunden worden, wie hier, hier und hier zu sehen: Eine Vordergrundgalaxie (Rotverschiebung z=0.54) läßt eine Supernova in einer Spiralgalaxie weit dahinter (z=1.49) in vier weit getrennten Bildern erscheinen, die ein “Einstein-Kreuz” bilden! Diese Hubble-Aufnahmen zeigen das plötzliche Auftauchen der SN-Bilder: links und rechts zwei verschiedene Filter, oben Archivaufnahmen, unten die Situation am 10. November. Aus den Lichtkurven der vier Bilder, deren LIchtwege zur Erde unterschiedlich lang sind, werden sich sowohl die direkte Entfernung als auch die Massenverteilung in der Linsen-Galaxie bestimmen lassen. Auch und dem Haufen MACSJ1149.6+2223, zu dem sie gehört – der, welch ein Zufall, seit dem 20. November im Rahmen des Frontier-Fields-Programms besonders intensiv von Hubble beobachtet wird. [12:40 MEZ. NACHTRAG: Hat’s noch wer mitbekommen]

So sahen ferngesteuerte Kameras die Explosion der Antares-Rakete aus der Nähe: viele Fotos und weitere Videos sind jetzt auch hier, hier [NACHTRAG: mehr], hier und hier aufgetaucht, nachdem die zunächst von der Untersuchungskomission beschlagnahmten Speichermedien frei gegeben wurden. Derweil wird MAVEN wieder in Betrieb genommen, aber STEREO-B bleibt verschollen, trotz aller Bemühungen seit dem 1.10. [12:10 MEZ]

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TMA-15M Launch with Samantha Cristoforetti

Samantha gestartet: neuer ESA-Gast auf dem Weg zur ISS

Wieder einmal superpünktlich ist vor zwei Stunden Soyuz TMA-15M zur ISS gestartet, womit u.a. die erste Italienerin im All angekommen ist, nebst einer Disney-Figur als µg-Indikator: weitere Video-Stills hier, hier und hier, weitere Start-Fotos hier und hier, der Start von der ISS aus gesehen, eine Langzeit-Belichtung, Samatha Cristoferretis letztes Posting auf der Erde, ein NASA-Blog-Bericht, detaillierte Updates und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Angedockt wird um 3:53 MEZ. [0:00 MEZ]

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Mit der problemlosen Ankunft der Soyuz sind nun wieder sechs an Bord der ISS – speziell die Abenteuer “Sams” werden sich hier, hier und hier sowie in zahllosen Social-Media-Feeds verfolgen lassen. [9:55 MEZ] Sam ist die 59. Frau höher als 80 km und der/die 7. ItalienerIn im Orbit – auch ein Video vom und Artikel zum Start und ein NASA Release und Blog-Beitrag, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links zur Ankunft. Und in Kürze tut sich auf dieser Seite auch etwas. [11:50 MEZ]

Relaunch von interstellarum: ein Projekt für alle!

23. November 2014

 

Dieses Blog hat schon manch astronomisches Crowdfunding-Projekt der letzten Zeit erstaunt bis wohlwollend beobachtet – aber diesmal steht es voll dahinter: Es geht um den wirtschaftlich soliden Neustart der traditionsreichen deutschen Zeitschrift für Amateurastronomie interstellarum im kommenden Jahr, deren 97. und zunächst einmal letzte Ausgabe hier kostenlos & komplett als PDF gelesen werden kann, alle 84 Seiten. Das bei einem renommierten Portal laufende Crowdfunding ist anders als alle bisherigen: Es geht nicht (nur) darum, Spenden einzusammeln, sondern ganz zentral um das Gewinnen neuer fester Abonnenten, denn nur sie – und nicht der Kauf am Kiosk – können die Zeitschrift wie auch den Newsletter langfristig sichern. Zahlreiche Firmen aus der Teleskop-Branche helfen bei der Entscheidung: Mit großartigen Gutschein-Angeboten von bis zu 40% Rabatt erleichtern hoffentlich für viele noch zögernde Leser die Entscheidung, ein Abo abzuschließen. Also: Egal ob Kioskkäufer oder gar bisher interstellarum-abstinent, schauen Sie sich die Crowdfunding-Seite mit den detaillierten Informationen und das zugehörige Blog mit vielen Hintergrund-Informationen an – und werden Sie ein Teil einer Innovation, die es in der deutschen (Astro-)Publizistik noch nicht gegeben hat! Seit 9 Tagen läuft das Crowdfunding nun, 81 Tage liegen noch vor ihm – und 18% der Schwelle bzw. 16% des Ziels sind nach einem Zehntel der Zeit schon erreicht. Aber viel bleibt noch zu tun!

Weitere größere Artikel

22. November 2014

60 Jahre Sternwarte Hoher List: So wurde in Bonn gefeiert … Auch 60 Jahre Observatorium Hoher List gefeiert und 60 Jahre später: “Ehemaligen-Treffen” der Sternwarte Hoher List sowie Bonner Astronomen erinnern an das Observatorium Hoher List.

Planetentagung auf Burg Rothenfels – vielleicht nicht zum letzten Mal. Und ab jetzt immer im Herbst.

So war das bei der Landung von Philae … in Köln und Philae-PK in Köln – und eine Print-Überraschung – Raumfahrt-Geschichte vor der Haustür, quasi.

Fast 200 Besucher auf der 33. BoHeTa: ein paar Highlights aus Bochum.

Kürzere Artikel

Nebulöse Morgensonne (mit Flecken) – die zurückgekehrte Riesengruppe ist geschrumpft.

David Levy in Bochum! (Wieder-)Begegnung zwischen Tür und Angel.

Konferenz-”Teilnahme” über 8 Zeitzonen hinweg, um das Neueste von Rosetta aus Tucson zu saugen. Via Twitter.

Irgendwo im blauen Streifen ist Philae gelandet …

21. November 2014

 

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… oder vielleicht auch in der grünen Zone: Das ergibt sich aus der bisherigen Analyse des Radarexperiments CONSERT, beim die Pulse zwischen Philae und dem Orbiter hin- und herliefen, sowohl direkt als auch durch den Kometenkern hindurch. Jetzt weiß OSIRIS immerhin, in welchem Areal gesucht werden muss. Auch zusammenfassende Videos der ganzen Landung von der ESA (oben) und EuroNews (unten), eine DLR-PM zu den ROLIS-Bildern, von denen es nun zwar das ferne in 3D aber die ganz nahen und v.a. nach der Landung weiter nicht zu sehen gibt, eine ESA-PM zur Mission Rosettas danach und Artikel hier, hier und hier.

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Ein neu verarbeitetes Galileo-Bild des Jupitermonds Europa hat die NASA zusammen mit einem Werbevideo zum Ozean unter der Kruste veröffentlicht. Derweil ist der neue Mars-Orbiter MAVEN in einem Safe Mode gelandet (mehr), kaum dass er mit der wissenschaftlichen Arbeit begonnen hatte.

GRB-jagender Satellit Swift jetzt zehn Jahre im Einsatz

Und in dieser unterhaltsamen Mini-Doku der NASA beschreiben die Wissenschaftler des besonders “flinken” Satelliten, wie sich das anfühlt, wenn jederzeit ein Alarm kommen kann (einer wollte gerade den Thanksgiving-Truthahn …). Auch ein weiteres Video zu Swifts wichtigsten Entdeckungen und Press Releases hier, hier und hier.

A spiral in a furnace

Ein uraltes HST-Bild der Balkenspirale NGC 986 – noch mit der 2009 ausgebauten Kamera WFPC2 aufgenommen – hat die NASA heute verbreitet, trotzdem nett. Auch Supernova-Reste von Chandra, ein Konferenz-Jux zum Satelliten WFIRST im Stil heutiger Astro-Preprints, die Startvorbereitungen für den Satelliten DSCOVR (kaum zu glauben, aber er fliegt nun wirklich – die Idee war Al Gore vor dem Präsidentschafts-Wahlkampf 2000 gekommen) – und der deutsche CubeSat UWE-3 funktioniert auch nach einem Jahr noch.

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Expedition 42 Soyuz Rollout

Rollout der Soyuz für den nächsten Crew-Start zur ISS

am Sonntag, bei dem für die ESA Samantha Cristoforetti an Bord sein wird; das Video machte ein anderer ESA-Astronaut. Auch Artikel hier und hier – und hier, hier (teilweises Transkript) und hier weitere Interviews mit bzw. ein Konferenz-Auftritt von ihrem Vorgänger Alex Gerst.

Allgemeines Live-Blog vom 18. bis 20. 11. 2014

18. November 2014

20. November

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Von der ersten Kometen-Landung gibt es ein Sound-File

von den CASSE-Sensoren des SESAME-Experiments während der ersten kurzen Bodenberührung, das zwar nur 2 Sekunden lang ist, aber auch dem sich einiges über die Kometenoberfläche lernen lässt: Erst setzt Philae auf einer mehreren Zentimeter dicken, weichen Schicht auf, dann treffen die Füße einige Millisekunden später auf eine harte, vielleicht eisige Schicht – so hat es später auch MUPUS gesehen. Insgesamt drei Mal landete Philae, bis er auf der Kometenoberfläche stehenblieb und die nächsten Messungen beginnen konnten – so “hörte” das Cometary Acoustic Surface Sounding Experiment auch das Hämmern der Thermalsonde MUPUS. Vermutlich wackelte der Lander bei diesem Hämmern leicht und bekam mit verschiedenen Sohlen Kontakt zum Boden, denn das MUPUS-Signal wurde nicht in allen Füßen gleichzeitig von CASSE registriert. Auch die beiden weiteren Instrumente des Surface Electric Sounding and Acoustic Monitoring Experiments, DIM und PP, konnten während den mehr als 60 Stunden Betrieb von Philae Daten zur Erde senden. Der Dust Impact Monitor stellte fest, dass Churyumov-Gerasimenko an der Landestelle am Rande eines Kraters derzeit nicht aktiv ist, denn er registrierte kein einziges Teilchen: In der unmittelbaren Umgebung des Kometen – oben ein neues NavCam-Bild vom 17. November aus 42 km Entfernung – befinden sich wohl nur wenige aufgewirbelte Staubpartikel. Die Permittivity Probe schickte von einer der Fußsohlen Wechselströme unterschiedlicher Frequenz durch den Kometenboden und konnte feststellen, dass sich zumindest unter einem Teil von Philae eine größere Menge Wassereis befindet. Ferner wurde heute bekannt, dass der Abstand vom Kometen Ende Januar zeitweise bis auf 5 km verringert werden soll; auch ein lebhaftes Interview mit dem PI von COSAC, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein umfangreiches ‘Ask me anything’ mit ESA-Experten (in dem auch eine Frage dieses Bloggers zur Lage Philaes auf der Oberfläche von Valentina Lommatsch detailliert beantwortet wird) und noch ein Philae-Scherz. Sowie Verlängerungen für 10 ESA-Missionen, ein Update zu Curiosity – und das britische Mond-Crowdfunding (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr Links) hat nach den ersten 44 Stunden bereits 258’000 Pfund eingesammelt, fast die Hälfte der ersten Zielsumme. [21:05 – Ende]

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Die wiedergekehrte einst große Gruppe geht jetzt durch den Zentralmeridian der Sonne, zu einer ‘Löwentatze’ geschrumpft und – bis auf einen M-Flare – weitgehend inaktiv: Bilder auch vom 18.11. und 17.11. (mehr, mehr und im Vergleich mit der letzten Runde). Derweil hat sich ein vermeintlicher Bolide über Russland (mehr und mehr und ein Video) durch ein weiteres Video klar als Explosion unter den Wolken erwiesen. Auch Spekulationen über Raketentrümmer in Australien, Werbung für Globe@Night, ein Interview zum Int’l Year of Light 2015 – und Fortschritte beim Galileium in Solingen. [19:05 MEZ]


19. November

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Rosetta wieder im “Routine”-Betrieb als Kometenorbiter

Nachdem die Mission von Philae schnell zuende ging (wobei immer noch unklar ist, was der Bohrer genau ereichte), hat sich der Rosetta-Orbiter wieder dem Normalbetrieb zugewandt: der “comet escort phase”. Markiert wurde das Ende des Ausnahmezustands Philae durch den Umzug der Flugkontrolle vom Hauptraum des ESOC in einen kleineren, von wo Rosetta zunächst in einen 30-km-Orbit manövriert wird: Bisher hatten alle Bahnen mit den Vorbereitungen der Philae-Landung zu tun, jetzt gibt die Wissenschaft den Ton an. So wird es am 3. Dezember noch einmal für 10 Tage auf 20 km hinab gehen, bevor man zu 30 km zurückkehrt. Über die weitere Bahnentwicklung bestimmt die Entwicklung der Aktivität von C-G – allerdings wird ab Anfang 2015 auch wieder periodisch nach Signalen von Philae gelauscht. Auch drei Stückchen von Vangelis für Philae, die Reise von Bennu, den OSIRIS-REx heimsuchen wird, der Status von Curiosity, das Überleben von Bakterien in der Foton-Kapsel, künftige Bodenfeuchte-Forschung mit SMAP – und wie Nachtaufnahmen der Erde bei der Flut-Forschung helfen: Viel Licht ist ein guter Indikator für dichte Besiedlung. [23:55 MEZ]

Fulminanter “Lunar Mission One”-Start – reicht der Atem?

Seit genau 17 Stunden wird für die Planungsphase des privaten britischen Mondprojekts (s.u.) gesammelt, und schon ist fast ein Viertel der geforderten 600’000 Pfund für “the most inspirational lunar project since the Apollo landings” (Eigenwerbung) zusammen: Eine energische Social-Media-Kampagne, fügsame Medienberichte mit kaum kritischen Fragen und der Nachhall des Philae-Dramas haben wohl das ihre getan. Auch fällt auf, dass die höchste Spendenkategorie von 5000 Pfund gleich siebenmal gebucht wurde und eine für 1200 Pfund 21-mal; am populärsten mit 674 Buchungen ist natürlich die 60-Pfund-Kategorie, ab der eine jener ‘digital memory boxes’ inklusive ist, auf deren Verkauf auch die spätere Finanzierung der eigentlichen Mission aufbauen soll. Auf einer inszenierten Konferenz-Präsentation heute (alt.) gab es wenig Details zu dieser oder auch dem Businessplan zu hören: Es wurde aber betont, dass die Wissenschaft am Mond-Südpol im Zentrum stehe und die lunare Zeitkapsel mit nämlichen ‘boxes’ darin v.a. der Finanzierung diene – während gleichzeitig der Bildungs-Aspekt des Ganzen betont wurde. Mit einer gewaltigen internatiomalen Marketing-Kampagne ist ab Ende des Jahrzehnts zu rechnen, wenn es mit dem Bau der Hardware ernst wird: Die Lunar Mission One ist ein großes soziales Experiment, ob man mit der Eitelkeit mehr oder weniger betuchter Massen etwas Großes finanzieren kann, unter Wahrung eines seriösen Profils … Auch frühere Artikel hier (mit Experten-Meinungen: So was gab’s noch nie, also weiß keiner, wie es ausgeht), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und heute begann gleich noch ein Mondflug-Crowdsourcing, mit weit weniger Wirbel und entsprechend Erfolg. [18:00 MEZ]

Deuterium/Wasserstoff-Ratio in C-G viel größer als irdisch!

Eine bedeutende Entdeckung des Instruments ROSINA auf Rosetta ist quasi nebenher bekannt geworden, obwohl sie nun wirklich Aufsehen verdient hätte: Das Isotopenverhältnis von Deuterium und Wasserstoff in der Koma des Kometen C-G liegt deutlich über dem Wert in den Ozeanen der Erde – und sogar noch über dem Wert aller anderen Kometen, wo es bestimmt werden konnte. Von denen hatte nur Hartley 2 einen irdischen Wert gezeigt, alle anderen lagen auch darüber. Der erneute Ausreißer nach oben von C-G stützt die Vermutung, dass das Wasser der Erde eben nicht von Kometen sondern eher von Asteroiden stammt: Der äußere Hauptgürtel käme dafür in Frage, wo sich Eis unter der Oberfläche lange gehalten haben könnte. Und auch heute noch zuweilen Asteroiden aktiv werden und Hauptgürtel-Komet spielen. Auch russische Anteilnahme am Schicksal Philaes. [2:50 MEZ] Das von manchen bereits als Fehlschlag abgebuchte APXS-Experiment auf Philae hat möglicherweise doch Kometen-Staub gemessen: “Der Austausch mit den anderen Teams der Mission wird hier in den nächsten Wochen und Monaten Aufklärung bringen, sodass hoffentlich ein Gesamtbild über die Lage und Position des Landers und schließlich auch über die Situation auf dem Kometen entsteht.” Auch Artikel hier, hier und hier. [14:45 MEZ] Morgen veranstaltet die ESA ein ‘Ask me Anything’ zu Rosetta – die lassen auch keine Social-Media-Methode aus. Zugabe: ein Manga über Hayabusa 2 und MASCOT, eine Art Verwandten Philaes. [16:55 MEZ]

Britisches Mondlander-Projekt will Planung crowdfunden

Viel Geheimnistuerei und gleichzeitig Wirbel in sozialen Medien, aber die Realität, die ab dieser Minute verraten werden darf, ist eher bescheiden: Hinter der britischen “Lunar Mission One” verbirgt sich erst einmal nur der Versuch, binnen eines Monats 600’000 Pfund (770’000 Euro) per Crowdfunding einzutreiben, um damit detailliertere Vorarbeiten für eine Mondlandung in der Nähe des Südpols bezahlen zu können. Wie dann die eigentliche Mission – bei der in zehn Jahren 20 bis 100 Meter tief nach lunarem Urgestein gebohrt werden soll – finanziert werden möge, dazu bleiben diesem Blog vorab zugegangene Werbematerialien eben so vage wie zu irgendwelchen technischen Details und der wissenschaftlichen Motivation: “Following the development phase, funded by Kickstarter, the remaining funding requirements of the project will primarily be met through sales of digital memory boxes to the general public, as well as through public sector and commercial backing.” Besagte ‘memory boxes’ sind dabei “for inclusion in a 21st Century time capsule that will be sent to and buried in the Moon as part of Lunar Mission One.” Das Projekt ist bereits sieben Jahre in Vorbereitung und besitzt die Unterstützung von zwei britischen Universitäten, einer Raumfahrtfirma und allerlei Weltraum-Promis – doch ob es eine Chance hat, die (nirgends auch nur grob bezifferten) Kosten für Lander wie Rakete aufzubringen, ist kaum abzuschätzen. Private Initiativen, zum Mond zu fliegen, hat dieser Blogger über die Jahre schon viele kommen und gehen sehen: Angekommen ist davon allein der Lunar Prospector – aber erst, nachdem dieser einfache Orbiter nach vielen Wirren zu einer Mission mutiert war, die komplett von der NASA bezahlt wurde. Kühn sind die Briten jedenfalls: Sie glauben, durch den Verkauf der “memory boxes” – bei denen es sich um Dateien und keine realen Schachteln handelt – nicht nur die Mission locker stemmen zu können, sondern auch noch einen Profit einzufahren. “We’ve undertaken market research in the UK and the USA which demonstrated a strong interest in the mission and the digital memory boxes,” schreiben sie: “Based on the findings, we are able to predict around 1% of the global population who can afford the product will purchase a digital memory box. This delivers a mid-point projected revenue of £3billion.” Eventuelle Überschüsse sollen dann in Bildungsprojekte gesteckt werden. Leuchtendes Vorbild ist dabei die Londoner Industrieausstellung 1851, die v.a. durch Kleinspenden finanziert wurde. [1:00 MEZ] Ein Promo-Video, die Kickstarter-Seite und ein Artikel, nach dem die Mission rund 500 Mio. Pfund kosten würde – und die größte Hoffnung auf Einnahmen darauf basiert, dass Leute auch ein Haar mit zum Mond schicken und dafür 200 statt 60 Pfund für die rein digitale ‘box’ zahlen. [1:15 MEZ] Weitere Artikel hier und hier – wo die haarige Mondreise (natürlich flöge nur etwas extrahierte DNS) “50 Pfund oder so” kosten soll. [2:25 MEZ]


18. November

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MUPUS-Messung: Hartes Kometeneis unter Staub mit -170°C

Weitere Erkenntnisse des MUPUS-Instruments auf Philae wurden heute präsentiert, die bei dem heroischen Hämmern auf die Kernoberfläche gewonnen wurden. In der Nacht vom 13. auf den 14. November 2014 war die Thermalsonde MUPUS vom sogenannten “Balkon” des Landers – das heißt von der nach vorne geöffneten Instrumentenbucht an der hinteren Seitenwand von Philae – ausgefahren worden und sollte sich rund 40 cm in den Kometenboden hämmern: Dies misslang, obwohl die Hammerleistung sukzessive auf die höchste Stufe gefahren und der Mechanismus dabei zerstört wurde. “Aus Vergleichsmessungen im Labor haben wir abgeschätzt, dass die Thermalsonde wahrscheinlich unter einer zehn bis 20 Zentimeter dicken Staubschicht auf eine Schicht gestoßen sein muss, die eine Festigkeit wie die von Eis haben sollte”, sagt MUPUS-PI T. Spohn. Der Infrarotsensor des Instruments habe eine geringe thermische Trägheit der aufliegenden Staubschicht festgestellt. “Das Team geht davon aus, dass unter der sehr porösen Staubschicht Eis ansteht.”

Dieses Eis enthalte wahrscheinlich Staub und könne selbst durchaus auch porös sein, aber über Jahrhunderte bis Jahrmillionen thermisch gesintert, also immer wieder durch Temperatur-Schwankungen mehr und mehr zusammengebacken worden sein. An diesem Eis hat MUPUS eine Temperatur von circa minus 170 Grad Celsius gemessen, während der Sensor am Balkon noch -153°C angezeigt hatte. Der Infrarotsensor der Sonde hatte schon während des Anflugs und während der Sprünge über dem Kometenboden Daten registriert. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Storify der MUPUS-Tweets, Bilder aus dem ESOC, ein Reddit – und hier, hier und hier mehr oder weniger gelungene humoristische Bezüge. Plus eine geologische Karte aus Dawn-Daten von Vesta, der Beginn der Forschung von MAVEN, die Bedeutung von MOM, die Geschichte des Wassers auf dem Mars, neue HST-Beobachtungen von Europa – und hier, hier, hier, hier und hier Rätselraten über russische Satelliten-Experimente. [22:25 MEZ]

Das hat Philae wissenschaftlich schon erreicht

17. November 2014

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Hier kommt der Kometenlander angeflogen (unten) – und hier hat er gerade seinen ersten großen Sprung begonnen (oben; ganz rechts), nachdem er zum ersten Mal den Kometenkern berührt hatte (oben; links): die ersten Aufnahmen der OSIRIS-Kamera von der Ankunft Philaes, dessen aktuellen Standort sie freilich immer noch nicht entdeckt hat. Die Detailauflösung der Bilder beträgt 28 cm/Pixel, die quadratischen Insets auf der Aufnahme haben eine Kantenlänge von 17 m. Besonders interessant erscheint das Foto der Landestelle um 16.43 Uhr MEZ: Im Vergleich zu der Aufnahme um 16.18 Uhr ist deutlich eine Veränderung der Oberflächenstruktur zu sehen, und tatsächlich hat Philae um 16.34 Uhr den Kometen zum ersten Mal berührt: Sind dies etwa Abdrücke der Landebeine? Ebenfalls heute präsentiert wurden die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Philae bei seinem kurzen Batteriebetrieb in schräger Lage gewinnen konnte: Mehr als 60 Stunden hatte Philae dennoch kontinuierlich gearbeitet und bei jeder Funkverbindung Daten geschickt.

Fest wie Eis ist Churyumov-Gerasimenko, schätzt das Team der Thermalsonde MUPUS (Multi-Purpose Sensors for Surface and Sub-Surface Science), deren Sonde sich in den Kometen hämmern sollte und dies bekanntlich nicht konnte. Auch das Team des SESAME-Experiments (Surface Electrical, Seismic and Acoustic Monitoring Experiments) kann bereits jetzt bestätigen, dass Churyumov-Gerasimenko bei weitem nicht so weich und fluffig ist, wie man es angenommen hatte: Die Festigkeit der Eisschicht unter einer Staubschicht am ersten Landeplatz ist überraschend hoch. Das Instrument CASSE, das in den Füßen des Landers sitzt, wurde bereits beim ersten Abstieg eingeschaltet und registrierte deutlich die Landung beim ersten Kontakt mit dem Kometen. Aus den weiteren Daten sollen die mechanischen Eigenschaften von Churyumov-Gerasimenko abgeleitet werden. Zwei weitere Instrumente von SESAME lassen auf eine derzeit noch geringe Aktivität des Kometen an dieser Landestelle sowie auf eine größere Menge Wassereis unter dem Lander schließen.

Als letztes der zehn Instrumente an Bord von Lander Philae wurde der Bohrer SD2 aktiviert, der Bodenproben für die Instrumente COSAC und PTOLEMY zur Verfügung stellen sollte. Sicher ist, dass der Bohrer ausgefahren wurde und alle Arbeitsschritte abarbeitete, um eine Probe in den dafür vorgesehenen Ofen zu transportieren, und auch COSAC funktionierte wie geplant – leider hat sich aber gerade herausgestellt, dass keine Bodenprobe hinein gelangte (und bei PTOLEMY war es gar nicht erst versucht worden). Allerdings konnte COSAC bereits nach der Landung die Atmosphäre “erschnüffeln” und die ersten organischen Moleküle aufspüren. Weitere Daten gibt es von der Kamera ROLIS, die auch am endgültigen Standort Aufnahmen machen konnte (die aber nicht gezeigt wurden), und dem Radarexperiment CONSERT: Dabei befanden sich Lander und Orbiter auf unterschiedlichen Seiten des Kometen und durchleuchteten gemeinsam den Kometenkern, um ein dreidimensionales Profil zu erstellen.

Mit den CONSERT-Messungen verabschiedete sich Philae auch in den Winterschlaf, nachdem die Energie seiner Primärbatterie wie berechnet erschöpft war. “Ich bin aber sehr zuversichtlich, dass Philae wieder Kontakt mit uns aufnimmt und wir erneut die Instrumente betreiben können”, sagt Lander-Projektleiter Dr. Stephan Ulamec vom DLR: Hat sich die wiederaufladbare Sekundärbatterie des Landers durch die Sonneneinstrahlung wieder aufgewärmt, meldet sich Philae selbstständig und das Team des Lander-Kontrollzentrums am DLR nimmt seine Arbeit an den Steuerkonsolen erneut auf. Ein Vorteil des schattigeren Landeplatzes an einem Kraterrand: Lander Philae wird bei der Annäherung an die Sonne nicht so schnell überhitzen, sondern von der stärkeren Sonneneinstrahlung profitieren. Dafür drehte das Lander-Kontrollteam Philae in der Nacht vom 14. auf den 15. November 2014, so dass dass größte Solarpaneel nun in Richtung Sonne ausgerichtet ist.

Wahrscheinlich im Frühjahr 2015, schätzt Ulamec, kann das Lander-Kontrollzentrum des DLR wieder mit Philae kommunizieren und eine kurze Rückmeldung erhalten, wie es dem Lander auf Churyumov-Gerasimenko geht. Im Sommer 2015 könnten dann auf dem Kometen Temperaturen herrschen, die es Philae erlauben, seine Batterie aufzuladen und ein zweites Mal wissenschaftliche Daten gewinnen: dann freilich auf einem wesentlich aktiveren Kometen nahe dem Perihel. Auch ein Glückwunsch vom NASA- an den DLR-Chef, Artikel – auch zu allerlei Themen am Rande der Mission – hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein 27-minütiges Radio-Feature vom Landetag und noch ein cooler MUPUS-Scherz zum Hammer auf Maximum. [NACHTRÄGE: der Komet mit Gemini, mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die tolle BBC-Doku von gestern]

insight

Das soll der nächste Mars-Lander der NASA werden: InSight bei den Vorbereitungen für Tests vor dem Start 2016. Auch MAVEN als Relais, Erkenntnisse von Curiosity und Opportunity (mehr), Chinas Visionen eines Marsrovers, die Atmsphären-Tunker des Venzs Express, ein neues Erde/Mond-Bild von Chang’e-5 T1 in der Extended Mission, Cassinis Ozeanographie des Titan, Spitzer-Beobachtungen an einem jungen Quasi-Sonnensystem (mehr), ein neuer STScI-Chef für WFIRST-AFTA, weitere Rettungsbemühungen für STEREO B, die Anhebung der Orbits der gestrandeten Galileos, neue Bodenstationen für COSPAS – und die Zukunft der Ariane wird klarer.

Ein 10-Minuten-Video mit den Highlights von Blue-Dot

Also der Mission von Alexander Gerst, der auch eine erste Pressekonferenz gegeben hat: PMn von DLR und BMWi, Artikel hier und hier und die rustikale Rückkehr per Soyuz. Auch russische Gerüchte über den Bau einer nationalen Raumstation ab 2017 [NACHTRAG: mehr Links], die Ankunft der ersten Orion, die später mit ATV-Technologie fliegen wird (Artikel hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier und hier] und mehr Links), weiter Streit um die Asteroid Redirect Mission – und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur Untersuchung des SpaceShipTwo-Unfalls (Siebold weiß nichts) und den Folgen.

Allgemeines Live-Blog vom 14. bis 16. 11. 2014

14. November 2014

16. November

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Rosettas NavCam sah Philae während des ersten Hüpfers!

Wir wissen zwar immer noch nicht, wo sich Philae – im Tiefschlaf – jetzt befindet, aber auf dem bereits unten gezeigten NavCam-Bild, das kurz nach der ersten Bodenberührung entstand, haben mehrere Betrachter Philae und seinen Schatten auf dem Boden entdeckt (mehr und mehr): Damit wird sich immerhin besser abschätzen lassen, in welche Richtung der Lander davon hüpfte. Auch Artikel hier (früher, noch früher), hier, hier = hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, hier, mehr Links, eine brilliante BBC-Doku zur Landung, die gerade lief und hoffentlich bald anderweitig verfügbar ist, eine Jux-Umfrage – und ein neues Internet-Mem, das auf den Killer-Modus des MUPUS-Hammers anspielt. [23:55 MEZ – Ende]

bolidmap

556 Feuerkugeln in den 20 Jahren 1994 bis 2013 zeigt diese Karte, die auf Daten “by U.S. government sensors” basiert: Nach dem Kontext der Veröffentlichung kann es sich dabei nur um die IR-Sensoren von Frühwarnsatelliten handeln. Die in die Atmosphäre eingedrungenen Asteroidchen maßen zuvor zwischen 1 und 20 Meter und explodierten – mit der Ausnahme des Chelyabinsker – folgenlos in der Atmosphäre: siehe diesen detaillierten Artikel zu den Hintergründen und der Statistik. Auch die Vermessung des Paares Patroclus & Menoetius einer Sternbedeckung, ein Zeitraffer eines Persistent Trains – und die zurückgekehrte große Fleckengruppe heute und gestern. [18:35 MEZ]


15. November

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Und hier kommt … die erste echte Wissenschaft von Philae!

Und zwar in den letzten Minuten gezwitschert aus einem fahrenden Zug von einem Mitglied des MUPUS-Teams, ganz offiziell, wobei es zunächst. um den Thermal Mapper ging: Der sieht bei der Wand, vor der Philae liegt, einen starken Temperaturgang mit der Beleuchtung. Im Schatten ist die Wand sehr kalt, wird dann rasch wärmer und dann auch wieder kälter: Sie muss aus einer “fluffy substance” bestehen. Woraus die besteht, darüber kann man nur spekulieren, feine Mineralkörner vielleicht und organische Substanzen porös wie Zigarrenasche. Der Penetrator wurde ausgefahren und dabei plötzlich viel kälter: “Might have hit a pile of stuff on the way out”. Nach dem Ausfahren bekam übrigens ein anderes Instrument bessere Werte: Die Action könnte die Lage Philaes verändert haben. Beeindruckend: So kann die Kommunikation von Rosetta-Science auch betrieben werden! Weitere allgemeine Artikel noch hier, hier, hier und hier. [19:20 MEZ] Noch mehr MUPUS: Gehämmert wurde zunächst mit der niedrigsten Stärke, dem ‘fluffy material’ angemessen – doch da tat sich nix, auch in den Stufen 2 und 3 nicht: Der Boden ist sehr hart! Das war aus dem Orbit nicht zu erkennen. [19:45 MEZ] Selbst eine extra starke Einstellung – nur mit größter Vorsicht zu verwenden – kam nicht durch, dafür ging der Hammer kaputt! Die Kometenoberfläche ist extrem hart: MUPUS funktionierte, aber der Komet nicht … Schade, dass es keine Daten von unter der Oberfläche gibt, aber die superharte Kruste ist eine Entdeckung, die nur vor Ort möglich war. [20:05 MEZ]

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Im Gedenken auf den schlafenden Philae seine verrückteste Aufnahme von der Oberfläche des Kometen in voller Auflösung – Anklicken liefert alle bisher publizierten CIVA-Produkte mit Erläuterungen in Französisch. Und ein kurzer kurzer Status-Update des DLR zur Wissenschaft, die am Boden absolviert werden konnte. [11:45 MEZ] Ein detailliertes Fazit der ESA (“it is unlikely that contact will be re-established with the lander in the near future” – aber später könnte noch was gehen) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [13:45 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – Rosetta wird immer wieder mal nach Philae horchen. Und ein Storify der letzten Nacht. [16:15 MEZ]

Das war’s (erstmal): Philae in Stand-By-Modus gegangen

Zwar sendet der tapfere Lander immer noch, aber alle Instrumente haben sich abgeschaltet. [1:35 MEZ] Doch ein bisschen Houskeeping-Daten kommen immer noch! Die nächste theoretische Funkverbindung gäbe es um 12:00 MEZ; jetzt ist gegen 2:00 MEZ Sense. [1:40 MEZ] Um 1:36 MEZ ist die Funkverbindung abgerissen. [1:45 MEZ] Aber alle Daten der First Science Sequence wurden übertragen! [1:50 MEZ]

bonne

“Gute Nacht, Philae!” aus dem Kontrollraum in Köln. [1:55 MEZ] Ein ESA-Update zur Lage: “Unser Lander schläft”. Auch Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und Philae bleibt Thema. [9:25 MEZ] Mehr Artikel hier, hier und hier. [11:35 MEZ]

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Der grafische Beweis: Der Bohrer ist runter und wieder rauf gegangen! Da kommt Freude auf. Und Philae hat sich um 35° gedreht, wie kommandiert. [0:15 MEZ] Überhaupt macht Philae alles, was verlangt wurde. [0:30 MEZ] Die Entwicklung des Lade-Zustands – das Ende ist nahe – und ein Artikel. [0:40 MEZ] Das Ende kommt schnell näher. [0:45 MEZ] Warten … Das Signal war schon weg, kam aber wieder. [0:55 MEZ] Und ROLIS hat noch ein Bild geschickt, nach der Drehung. [1:00 MEZ] Und jetzt kommen auch noch CONSERT-Daten runter. [1:05 MEZ] Das Kommunikations-Fenster dauert noch ca. 45 Minuten, und die Daten fließen weiter, nun von CONSERT – für das Radarexperiment wird die letzte Energie verwendet. [1:10 MEZ]


14. November

bang

Plöpp! Hier wirbelte Philae beim 1. Aufsetzen Staub auf

Diese NavCam-Aufnahme wurde gerade – zusammen mit Vorher- und Nachher-Frames veröffentlicht: Wie schon aus den ROLIS-Bildern ermittelt, traf Phile praktisch perfekt das Zentrum der Landeellipse! Schön wär’s gewesen. Auch bedauerliche Kunde vom APXS, was sehr ärgerlich ist – und ein weiteres Live-Blog bis zum Schluss. Von Philae scheint derweil kurz ein Signal empfangen worden zu sein, aber nun ist es wieder weg. [23:20 MEZ] Ha, jetzt strömen Daten von COSAC – Philae lebt! [23:35 MEZ] Und sendet massenweise Daten von COSAC! [23:45 MEZ] Jetzt gilt’s: Die Orientierung Philaes wird verändert, um mehr Sonne einzufangen.Während eindeutig klar ist, dass der Bohrer gut gearbeitet hat – Grund zum Feiern. [23:50 MEZ] Die erfolgreiche Rückmeldung im Rosetta-Blog zusammengefasst. [23:55 MEZ]

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Nahinfrarote Keck-Aufnahmen vom Uranus am 6. August bei 1.6 und 2.2 µm, aber der große Sturm konnte bekanntlich auch von Amateuren abgelichtet werden. Auch neue Erkenntnisse zur Rotation des Planeten [NACHTRAG: mehr dazu], die Chemie von Jupiters GRF, die Rückkehr der großen Fleckengruppe auf der Sonne (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und die letzte Runde) – und eine moderat helle neue Zwergnova. [22:30 MEZ]

Ist dies schon Philaes letzter Tag auf dem Kometenkern?

Heute Nacht sollte sich herausstellen, ob die Mission von Philae auf der Oberfläche noch eine Zukunft hat: Kommandos waren letzte Nacht geschickt worden, den Temperatursensor MUPUS und den Bohrer zu aktivieren, und wenn die Batterie noch durchhält, sollte der nächste Downlink Ergebnisse zeigen. Von MUPUS weiß man bereits, dass der Sensor platziert und fleißig gemessen wurde, wobei die Auswertung noch dauert! Auch die Aktivierung des Bohrers gelang. Zuvor waren auch alle wissenschaftlichen Messungen durchgeführt worden, die ohne Bewegungen möglich sind: 80% des ersten Programms sind erfüllt (aber was rauskam, weiß man noch nicht). Während OSIRIS den Lander immer noch nicht gefunden hat. Auch ESA, Planetary Soc. und R.A.S. Releases und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [19:45 MEZ] Es sollen gewagte Versuche unternommen werden, um Philae in eine bessere Position zu bringen. Weitere Artikel hier und hier. [20:20 MEZ] Und hier und hier. [21:45 MEZ]

Live-Blog zur Landung von Philae auf Komet C-G

11. November 2014

13. November

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Ein paar der Visuals von der heutigen Philae-PK, von der es hier eine Aufzeichnung und hier ein paar Bilder und eine Zugabe gibt: eine Art Panorama aus CIVA-Bildern (auch anders projiziert), wo CONSERT die Landestelle andeutet (blaue Raute:; links die Region des 1. Bodenkontakts) und das ROLIS-Bild aus 40 m Höhe (zu dem es schon externe Instant Science gibt). Auch ein Leicester Press Release, Artikel hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und laufende Bemühungen um MUPUS (mehr und mehr), während der Bohrer noch nicht ran darf. [22:55 MEZ – Ende]

Philae sitzt am Rand des Kandidaten “B”, dicht neben einer Klippe, liegt auf der Seite – und kriegt viel zu wenig Sonne

Das ist die Quintessenz der heutigen ESA-Pressekonferenz, die parallel in Darmstadt und Köln stattfand und gerade zuende ging (viele der Visuals sind noch nicht im Web, hier gibt’s stattdessen Links zu Screenshots aus dem Webcast). Das unten beschriebene Szenario der “drei Landungen” gilt bereits als sicher, alle Messungen passen zusammen: Philae machte erst einen Sprung von einer Stunde und 50 Minuten mit 38 cm/s Geschwindigkeit, der wieder bis in etwa 1 km Höhe aber auch 1 km zur Seite führte. Und dann folgte noch ein 7-Minuten-Hüpfer mit 3 cm/s. Leider hat OSIRIS auf dem Orbiter Philae – der nach dem Abwurf viele Male gesehen wurde, auch zusammen mit dem Kometen in einem Weitwinkelbild – auf der Oberfläche noch nicht wieder gefunden, man sucht aber weiter emsig. Doch aus den Radarmessungen mit CONSERT ergibt sich das finale Landegebiet ganz gut: am fernen Ende des ehemaligen Kandidaten “B”! Und dort direkt vor einer steilen Klippe, wie die Bilder von CIVA nach der 3. Landung und ein Panorama daraus zeigen.

Aus dem ergibt sich auch, dass Philae auf der Seite liegt, mit einem Bein in die Höhe gereckt! Während die Funkverbindung trotz der unverhofften Lage erstaunlich stabil ist (heute um 20:22 MEZ sollte sie wieder stehen), hat Philae nun ein gravierendes Stromproblem: Die Solarzellen liefern nur 1.5 statt 6-7 Stunden pro Tag Energie, und die an Bord Rosettas noch voll geladenen Batterie hält nur noch wenige Tage. Während manche Statements auf der PK schon fast wie ein Nachruf klingen, sprachen andere von starken Umplanungen, um Strom zu sparen – und eine Philae-Wissenschaftlerin eruzählte diesem Blog auch von der Idee, Philae zeitweise in einen Schlafzustand zu versetzen. Zu blöd, dass die Harpunen nicht gefeuert und Philae an der ersten Landestelle festgehalten haben, denn die war perfekt flach und sonnig. Die Frage stellt sich natürlich, ob man mit Philae gezielt noch einen Hüpfer machen könnte, um die Lage wieder zu verbessern, aber das erscheint hoch riskant. Bewegen wird sich Philae trotzdem noch, in Reaktion auf jedes der Instrumente an Bord, das bewegte Teile hat.

Man vermeinte fast, da eine gewisse Kontroverse zwischen den Top-Philae-Managern Ulamec und Bibring zu verspüren: Ersterer wollte lieber ruhig sitzen bleiben, letzterer unbedingt den Bohrer in Betrieb nehmen, sei doch das Eindringen in den Kometenkern die zentrale Aufgabe des Landes. Auch der PI des Temperatursensors MUPUS erzählte diesem Blog von mutigen Plänen, die bis zum Anbohren der Klippe reichen könnten. Das wissenschaftliche Programm Philaes läuft jedenfalls, die ersten Messungen schon seit dem ersten Bodenkontakt und während des großen Sprungs (wobei die Daten bei dessen Charakterisierung halfen), und auch vergangene Nacht kam eine Menge zusammen. Schon viel über die Kernoberfläche gelernt hat man von der Abstiegskamera ROLIS, deren gestern schon weit verbreitete mittelhohe Aufnahme (3. Bild von unten; so fügt es sich ein) 40 Sekunden vor dem ersten Aufsetzen entstand und 4 cm/Pixel Auflösung hat; der große Brocken oben hat 5 m Durchmesser. Man kann bereits erkennen, wie auf der Kernoberfläche Staub mobilisiert wird. Wie eine ROLIS-Mitarbeiterin diesem Blog erzählte, wird das Instrument noch weiter betrieben – und da Philae nun auf der Seite liegt, müsste es ja in die Rund schauen … [16:15 MEZ]

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Die ersten Bilder von der Oberfläche des Kometen! Ein Teilmosaik aus zwei Aufnahmen von CIVA ist soeben veröffentlicht worden, mehr gibt’s in 3 Stunden. Und es besteht wieder Kontakt zum Philae, der aber in keiner Weise am Boden befestigt ist [11:05 MEZ] Es liegen 7 CIVA-Aufnahmen vor, von denen eine den Himmel zeigt: Philae steht schräg oder liegt gar auf der Seite. Auch ein ESA-Update, Artikel hier und hier – und deutsche Frontpages heute. [11:45 MEZ]

Philae ist offenbar sogar dreimal gelandet und steht nun da

Neuer Tag, neue Erkenntnis: Das Magnetfeld-Instrument ROMAP hat gerade mitgeteilt, dass Philae offenbar dreimal aufgesetzt hat, mit erst einem großen und dann einem kleinen Hüpfer dazwischen, und zwar um 17:01, 18:54 und 19:01 MEZ Bodenempfangszeit. Das passt exakt zu Ulamecs Szenario von zwei Stunden Bewegung bis zur Ruhe: Beim ersten Aufsetzen mit ~1 m/s absorbierte der weiche Boden bereits viel Energie, aber es blieb genug für einen zweistündigen erneuten Raumflug, dem die Schwerkraft C-Gs dann ein Ende setze. Die erneute Landung absorbierte nun fast den gesamten Rest, so dass es nur noch für einen 7-Minuten-Hüpfer reichte. Und dann war Ruhe: Ergo sollte Rosetta den Lander heute früh wohlbehalten herumstehend – aber in keiner Weise verankert – vorfinden. [0:55 MEZ] Ein geschätztes Diagramm zum Szenario sowie viele Bilder dieses Bloggers aus Köln und ein ellenlanges Protokoll eines Web-Guckers von gestern. [1:05 MEZ] Und die britischen Frontpages heute, hier und da tatsächlich mit Komet oder Lander, plus Artikel hier und hier. [2:20 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein TV-Clip, eine Gratulation der NASA und ein Scherzchen; dieser Rosetta-Mann ist Italiener. [4:25 MEZ]


12. November

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So hat ROLIS den Kern im Anflug aus 3 km Höhe gesehen!

Soeben wurde dieses Bild veröffentlicht, das erste nach der Landung (oder “Landung”) übertragene, und in Köln vorgestellt: Schon aus 3 km Abstand hat es 3 m Auflösung. Die nächsten in der Serie werden spannend. [18:40 MEZ] Aus Frankreich sind weitere Bilder von kurz vor und wohl nach dem Aufsetzen aufgetaucht – die man beim DLR nicht kennt. [19:20 MEZ] Anhand des ersten Bildes haben Fans bereits die Landestelle lokalisiert! [20:05 MEZ] Ulamec erzählt auf einer improvisierten PK am ESOC, dass man die Daten diverser Instrumente auf Philae so interpretieren kann, dass der Lander abprallte – und zwei Stunden später erneut landete und dann stehen blieb. Jetzt ist er erstmal unter dem Horizont. Und Ferri sagt, dass man in der Mitte der Landeellipse angekommen ist. Der Funk ging etwas früher verloren als erwartet: vielleicht ja nur ein Berg im Weg. [20:20 MEZ] Das ROLIS-Bild aus geringster Höhe in größer, und so hängen beide miteinander und mit dem ganzen Kometen zusammen. Auch die 4-stündige Aufzeichung eines CNES-Webcasts, ein bereits veralteter ESA Release, ein Bericht aus der Sicht des MCC, neuere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Live-Blogs hier und hier. [23:45 MEZ]

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Die Lage von Philae ist im Moment noch herzlich unklar

Einer aus dem Kontrollraum hat gerade in Köln detailliert Bericht erstattet: Man hat keine Ahnung, ob Philae sitzt oder schwebt! Deswegen wird auch vorerst darauf verzichtet, die Harpunen ein zweites Mal zu feuern – die Automatik hatte beim Aufsetzen versagt (die anfängliche Erfolgsmeldung war ein Missverständnis gewesen), man kann sie aber auch manuell auslösen. Der Boden, den Philae traf, ist jedenfalls sehr weich: Allzu hoch abgeprallt dürfte der Lander nicht sein. In vielleicht einer 1/2 Stunde gibt es die CIVA-Bilder, die unmittelbar nach dem – ersten – Bodenkontakt entstanden (wegen der häufigen Aussetzer der Kommunikation zu Rosetta dauert die Übertragung etwas länger): natürlich nur Schnappschüsse der Situation dann, die jetzt wieder eine andere sein kann. Derzeit werden alle denkbaren Informationsquellen gesammelt, etwa auch CONSERT-Ranging und neue OSIRIS-Aufnahmen: Ob es bis zum Verschwinden der Landestelle unter Rosettas Horizont mehr Klarheit geben wird? [18:20 MEZ]

Riesenjubel in Darmstadt wie Köln – wir sind gelandet!

Und es kommt Telemetrie von der Oberfläche! Noch keine klaren Infos über die Lage von Philae kommuniziert. [17:05 MEZ] “We are sitting on the surface and Phile is talking to us”, sagt Ulamec – die Harpunen haben gefeuert, die Beine sind eingefahren, und es gibt Telemetrie! [17:10 MEZ]

yeah

Der Money Shot aus dem Webcast aus dem ESOC-Kontrollraum: Etwa jetzt war klar geworden, dass der Lander sicher auf der Kernoberfläche sitzt. Derweil Festreden in Darmstadt – hätte lieber mehr Infos zu Philaes Status. Mehr Szenen hier, hier, hier, hier und hier. [17:15 MEZ] Jetzt auch wieder Bühnenprogramm in Köln: Hansjörg Dittus vom DLR-Vorstand sagt, dass noch wenig über Philaes Zustand bekannt sei – er gewahre noch “Skepsis” im Philae-Kontrollraum. [17:30 MEZ] Philae ist weich gelandet – aber die Anker haben nicht funktioniert, heißt es gerade aus dem Philae-Kontrollraum in Köln: Man kann nicht sicher sein, dass der Lander sicher auf der Oberfläche steht. Und das Kaltgasssystem hat definitiv nicht funktioniert, es war also nicht nur ein Sensorproblem. [17:45 MEZ] Gemeint war, dass die Harpunen doch nicht gefeuert haben – und ein zweiter Versuch wäre riskant, da es die Düse zum Gegenhalten nicht tut … [17:55 MEZ] Das Signal Philaes schwankt, ein weiteres Indiz für instabile Lage. [18:05 MEZ]

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Die Co-Entdeckerin des Kometen auf der Bühne in Köln, Svetlana Ivanovna Gerasimenko – sie hatte die Fotoplatte aufgenommen, auf der Klim Ivanovych Churyumov dann den Kometen fand. Jetzt heißt es: warten – auch in Köln können sie nichts anderes als den ‘clean feed’ aus dem Kontrollraum des ESOC zeigen. [16:35 MEZ]

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Ab jetzt wird live vom DLR/ESA-Campus in Köln gebloggt!

Und zwar aus dem modernen Medien-Zentrum des :envihab, nur wenige Meter von jedem MUSC entfernt, wo Philae gesteuert wird. Dem geht es – bis auf das Kaltgas-Problem – weiter blendend, und bald soll es die ersten Bilder geben. [15:15 MEZ]

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Und da ist er schon: CIVAs Blick zurück auf Rosetta, kurz nach dem Abdocken – hier mal nach Gefühl etwas entzerrt! [15:25 MEZ] Die offizielle Entzerrung – und gerade wird bekannt, dass Philae auf OSIRIS-Bildern an der richtigen Stelle ist: Die Abstiegsbahn ist korrekt. [15:35 MEZ] Philae dreht sich einmal eine 9 Minuten um die eigene Achse – kein Problem, sagt Ulamec. [15:40 MEZ]

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Und jetzt der Gegenschuss: eine OSIRIS-Teleaufnahme des abgereisten Philae – wo alles so aussieht, wie es soll. Sierks strahlt, Applaus auch beim Medien-Event im :envihab. [15:55 MEZ] Alle drei OSIRIS-Aufnahmen, die Sierks zeigte, und ein weiterer Artikel aus Darmstadt. [16:20 MEZ]

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AOS! Philae spricht mit Rosetta, Rosetta mit der Erde – jetzt kann sich Paolo Ferri freuen: Nach doch einigem Warten hat sich Philae gemeldet! Nun kann der weitere Abstieg direkt verfolgt werden. [12:10 MEZ] Alles auf Philae “sieht nominal aus”, berichtet Ulamec gerade über die erste Telemetrie: Beine ausgefahren, Flywheel dreht sich. [12:30 MEZ] Frühestens um 13:40 MEZ kann mit CIVA-Bildern des Rosetta-Orbiters gerechnet werden. Derweil dreht sich Philae etwas schneller als vorgesehen, aber in den Toleranzen. [12:50 MEZ]

Philae darf runter, trotz vermutlich defekter Andrück-Düse

Der Abstieg von Philae wird noch riskanter als ohnehin schon: Der Zustand der Kaltgas-Düse ist unklar, die den Lander nach dem Aufsetzen auf die Kernoberfläche drücken sollte – vielleicht ist sie kaputt, vielleicht spinnt auch nur ein Sensor. Da man aber eh nichts machen kann, wurde dennoch dem Landemanöver heute zugestimmt: Ob sich Philae getrennt hat, sollte gegen 10:03 MEZ klar sein. [9:25 MEZ] Der Webcast läuft wieder: keine Diskussion des Düsenproblems bisher, aber die findet man hier. [9:40 MEZ]

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Anspannung im Hauptkontrollraum im ESO, dann Jubel: Philae ist unterwegs! Kontakt kann erst wieder in kapp zwei Stunden aufgenommen werden. [10:10 MEZ] Die offizielle Nachricht, Artikel hier, hier und hier – und z.Z. aktive weitere Live-Blogs o.ä. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [10:30 MEZ] Rosetta empfängt das Philae-Radar CONSERT! Das wird unabhängig von Mitteilungen durch Philae selbst Informationen über die Fluglage geben. Auch ein ESA PR zur Separation. [10:45 MEZ] Ein paar Bilder aus dem Kontrollraum, ein QUB PR und ein Artikel. [11:15 MEZ] Um 11:53 MEZ soll sich Philae melden, mit Telemetrie etc. Auch ein Interview mit Ferri und ein Artikel. [11:35 MEZ]

Entscheidung über Philaes Zustand um 1 Stunde verschoben

Wie gerade einer sehr kurzen Ansage aus der Mission Control in Darmstadt im Dauer-Webcast zu entnehmen war, ist die zweite GO/NOGO-Marke problemlos passiert worden – aber die dritte, bei der der einwandfreie Gesundheitszustand Philaes attestiert werden muss, hat man von 2:35 auf 3:35 MEZ verschoben! Keine Erklärung, was für weitere Tests erforderlich wurden, jetzt wieder nur ein Testbild … [1:10 MEZ] … und auch im Blog keine Begründung. [1:25 MEZ] In diesem Live-Blog etwas mehr zu Philaes Problemen: “The lander was supposed to switch between two different electronics boards after activation, but failed to do that – presumably due to cold temperatures, according to Andrea Accomazzo, Rosetta’s flight director. A reboot of the system led to all parameters showing up as expected. Since then, Philae was under constant watch by teams in Cologne. A meeting was performed between the different lander engineering teams to discuss the off-nominal start-up and steps to be taken to verify that all lander systems were in good shape. Options were being evaluated as of the late night hours of Tuesday.” [1:55 MEZ] Und der Lander ist GO, damit fehlt nur noch eine Entscheidung im Morgengrauen nach dem lezten Bahnmanöver. Auch ein JPL Release und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [3:40 MEZ]


11. November

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Oops: Philae ließ sich erst im zweiten Anlauf einschalten

Hat der kleine Rosetta-Lander keine Lust, auf dieser verrückten Welt – hinter dem Bild oben 10 bisher nicht veröffentlichte Ansichten aus dem niedrigen Orbit – zu landen? In der Nacht weigerte sich Philae zunächst, sich einschalten zu lassen, aber ein Reboot half, und nun läuft wieder alles nach Plan. Auch eine Zusammenfassung der Orbiter-Science bisher, was RPC und ROMAP vorhaben, sonifizierte Daten von RPC und die Aufzeichnung der Status-PK von gestern. [18:45 MEZ] Ein Ablauf-Plan, das ESA-TV-Schema, ein anderes Live-Blog, weitere Informationsquellen, wo Komet C-G am Himmel steht, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und das Mission Control Team. [19:05 MEZ] Und hier streamt jetzt ein ESOC-Event, in dem um 20:30 MEZ die erste GO/NOGO-Marke (stimmt der Orbit des Orbiters) passiert werden soll. [20:00 MEZ] Denkste: hier, hier und hier ist bereits zu lesen, dass die Bahn korrekt ist. [20:10 MEZ] Offiziell wird’s mit einem getweeteten Cartoon mitgeteilt. Die Aufheizung Philaes wurde gerade abgeschlossen, teilt das Kontrollzentrum in Köln mit. Und aktuelle Artikel hier und hier. [20:15 MEZ] Es folgen noch drei weitere GO/NOGOs – ein einziges NO würde ~2 Wochen Verschiebung bedeuten. [20:20 MEZ] Während das orbitale “GO” nun im Kasten ist, gibt es doch noch gewisse Sorgen um Philaes Computer, auch wenn er seit dem Reboot stabil läuft; auch ein Stimmungsbild aus dem ESOC, wo sich gerade Churyumov mit einem C-G-Modell ablichten ließ. [21:25 MEZ] Press Releases von Leiceser, Open University und Univ. of Chicago, PM der Uni Bremen, ein Artikel zur Problematik der OSIRIS-Bilder (fast die ganze Story, aber nur fast), die 10-km-Bilder auf einer Seite und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MEZ]


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