Noch ~2000 km bis Churyumov-Gerasimenko …

28. Juli 2014

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Das ist das neueste Gestalt-Modell des Kerns des Rosetta-Zielkometen, basierend auf OSIRIS-Aufnahmen vom 14. bis 24. Juli: Auf seiner Basis werden jetzt – dem Vernehmen nach: emsigst – der weitere Missonsverlauf und insbesondere die Landung von Philae geplant. Bis Ende August – dann wird der Abstand nur noch 50 km sein – sollen 5 Kandidaten für Landestellen benannt werden, Mitte September ein führender feststehen: Dann soll die Bahnhöhe nur noch 30 km und die Auflösung auf der Oberfläche 55 cm betragen. Die Landung bleibt für den 11. November geplant.

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Mittlerweile gibt es auch die nächsten drei Navcam-Bilder, vom 25. (oben, aus 3150 km, Pixel interpoliert), 26. (Blickwinkel wie 27.) und 27. (unten, aus 2540 km Distanz, ebenfalls interpoliert) Juli: auch letzteres und alle drei sanft bearbeitet von den Cracks im UMSF-Forum und reichlich heftig hier. Und natürlich hätte man gern mehr Material zum Arbeiten, aber so isses besser als nix.

Galaxy gets a cosmic hair ruffling

Die Galaxien-Kollision 2MASX J06094582-2140234 auf einer Hubble-Aufnahme (mit WFC3 und ACS): Beide haben einander schon kräftig verformt, aber ob sie am Ende auch verschmelzen werden, ist nicht klar. Auch ein neuer niedrigerer Orbit von MESSENGER, während der Venus Express wieder eine hohe Bahn hat, offenbar wieder voller Kontakt mit Foton-M4, auch wenn die Bahn noch nicht angehoben wurde (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr [NACHTRAG: und mehr und mehr] und mehr Links) – und 50 Folien eines Vortrags über die Bemühungen um ISEE-3 auf einer Tagung gerade; auch der Vortrag selbst soll noch online gehen.

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Die Überreste des Vredefort-Riesenimpaktkraters aus der ISS gesehen: Von der einst 300 km messenden Struktur sind nach 2 Mrd. Jahren nur noch Reste eines der zentralen Ringe erkennbar, die sich nach dem Einschlag erhoben. Auch die Freigabe des letzten ATV für den Start (sowie die Ladung und Artikel hier, hier und hier), eine NASA-Statistik zur Nutzung der ISS, die aber die Frage nach dem wissenschaftlichen Impakt nicht beantwortet, erneute Hoffnung auf den Delta-Start nun heute Nacht nach vier Absagen in Folge – und kommerzielle Satelliten-Bilder der Grenze von Ukraine und Russland, mit denen die USA Raketen-Abschüsse von Russland über dieselbe beweisen wollen (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr). Eine ähnliche Vorgehensweise wie einst in der Kuba-Krise, nur dass man diesmal die ‘Aufklärungs’-Bilder von Digital Globe gekauft hat – vielleicht um noch bessere eigene Aufnahmen nicht teilen zu müssen.

Allgemeines Live-Blog vom 25. bis 27. Juli 2014

25. Juli 2014

27. Juli

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Komet Jacques gestern Morgen voll Plasmaschweif-Detail auf einer weiteren Aufnahme von Michael Jäger: noch eine, farbige mit dem Nebel IC 405 hier und hier und noch mehr gestrige hier, hier, hier und hier sowie eine vorgestrige wieder mit IC 405, noch mehr Jacques-Bilder und ein Artikel. Plus Catalina am 24.Juli, Siding Spring gestern visuell und im März von Spitzer und erdgebundene Beobachtungen von Churyumov-Gerasimenko. Und der Beginn der Verfinsterung des Sterns EE Cephei, besonders prächtige NLCs – und lichtverschmutzte Meisen in Wien. [1:15 MESZ] Jaques heute mit IC 405 (mehr [NACHTRAG: in Farbe] und mehr) und ohne (mehr und mehr) sowie gestern, der stark begegenschweifte Siding Spring heute – und tiefe Gedanken zum Asteroiden Metis (“Die Form des Kleinplaneten (9) Metis gut erfasst”). [23:35 MESZ - Ende]

Galaktisches Zentrum: Die Wolke G2 kam nicht allein

Dieses Frühjahr hatte bereits ungefähr die Hälfte der mysteriösen staubigen Gaswolke “G2″ (“Teile der Gaswolke G2 sind bereits um Sgr A* herum geflitzt”) das Zentralobjekt der Milchstraße Sgr A* passiert, haben weitere Beobachtungen mit dem VLT gezeigt – und es wird immer deutlicher, dass bereits 13 Jahre vorher eine andere Wolke (G1) auf einer nahezu identischen Bahn um Sgr A* herum gesaust ist. Heute hat G1 einen anderen Orbit, was sich aber zwanglos durch Reibung an Gas in Zentrumsnähe verstehen lässt, die ihr Bahnenergie raubte. Beide Wolken könnten mithin Verdichtungen in einem kontinuierlichen Gasstrom sein, der geordnet um Sgr A* herum fließt – was auch der Grund sein könnte, dass kaum Gas dessen Richtung abgelenkt wurde und dort zu Emission von Röntgenstrahlung u.ä. geführt hat: Der Kanal wäre dann schon voll Gas, und es kommt nicht zu den erwarteten Schocks in Sgr-A*-Nähe. Die Annahme eines Sterns im Zentrum von G2 (ganz unten) erscheint nun unnötig, und es gibt sogar mögliche Kandidaten für Sterne in größerem Abstand von Sgr A*, deren Wind einst die Quelle des Gasstrom gewesen sein könnten. [0:30 MESZ]


26. Juli

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Ein ‘Selfie’ des TechDemoSat-1 kurz nach seinem Start am 8. Juli (“Start einer Soyuz …”): veröffentlicht erst jetzt, anlässlich des Abschlusses der Launch and Early Operations Phase. Die Inspection Camera wurd auch weiter bei den Technologie-Experimenten im Orbit zuschauen. Derweil ist gerade den 3. Tag in Folge der Start einer Delta IV wegen Sauwetters am Cape abgesagt worden: 24 später soll der 4. Versuch gemacht werden, ein seltenes Schicksal. Und nach dem Scheitern des letzten Versuchs, die Triebwerke zu benutzen, bleibt ISEE-3 eine interplanetare Sonde, mit der nun wie auch immer geartete ‘Bürgerforschung’ betrieben werden soll: Einige der alten PIs wurden reaktiviert – und es scheint keine Gefahr einer Kollision mit dem Mond zu bestehen. [1:15 MESZ]


25. Juli

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Komet C-G gestern: Der erste Trostpreis für Rosetta-Fans

ist heute – wie gestern angekündigt – veröffentlicht worden, eine aktuelle Aufnahme des Kerns von 67P von gestern von der gering auflösenden Navcam aus 3450 km Entfernung, hier bereits herausvergrößert und bearbeitet (und hier ein einer anderen Verarbeitung). Mindestens bis zum 6. August soll dieser tägliche Quasi-Live-Service nun (an Wochentagen) laufen: Dann ist Rosetta mit 100 km Kernabstand 35-mal näher als bei dieser Aufnahme. Und später soll es noch bis auf 50, 30 und – zum Absetzen Philaes – 10 km an den Kern heran gehen: Wie oft man dann was zu sehen bekommen wird, ist noch offen. Auch Science@NASA, weitere Artikel hier, hier und hier und ein Radio-Interview (O-Ton) zu den OSIRIS-Häppchen, eine MPG-Seite zur Mission, wie die NASA auf Siding Spring reagiert (Orbiter hinter dem Mars verstecken!), ihre Pläne für einen Daten-Relais-Orbiter, der kommerziell betrieben werden würde, die baldige Ankunft des indischen Orbiters, was Curiosity so treibt, die Probleme, den Mars zu verstehen, das erfolgreiche Ende des Aerobrakings des Venus Express, neue Versionen der Venera-Bilder von der Oberfläche 1975 – und Press Releases mal so und mal so zur Frage der Position von Voyager 1 zwischen Heliosphäre und Interstellarem Medium … [23:45 MESZ]

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Das ist der “Sonnenschirm” des James Webb Space Telescope, der kürzlich zum ersten Mal komplett entfaltet wurde – allerdings nicht das Flugmodell. Auch eine mögliche Nutzung des JWST für SETI über Alien-Abgase, eine zweijährige Verlängerung der Mission für das Spitzer Space Telescope, ein Hangout über Hubble und wie man dort Beobachtungszeit bekommt, Träume auch bei der NASA über einen echten (und gigantischen) ‘Hubble-Nachfolger, ein Raketenflug zur Sonnenforschung, eine größere Rakete für die Solar Probe Plus (die Atlas 5 reicht nicht) – und die Saga von DSCOVR = GoreSat = Triana. [23:25 MESZ]

Foton-M4 hört nicht auf Kommandos, Geckos ahnungslos

Der kürzlich gestartete Forschungssatellit sendet zwar Daten, reagiert aber nicht auf Kommandos – die Experimente an Bord, u.a. zur Vermehrung von Geckos unter µg, laufen zwar weiter, aber es ist fraglich, ob die Kapsel am Ende ohne irdische Kontrolle zur Erde zurückkehren kann: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Auch der ISS-Besuch von Progress M-24M (mehr, mehr, mehr, vorher, mehr und mehr Links), eine Mini-Ansprache von Gerst an Planetarien, von ihm geschickte Gaza-Fotos mit irritierender BU (zwar stellte er später klar, dass keine Kriegshandlungen im Bild zu sehen sind, aber das wurde vielfach missverstanden und zu spät bemerkt), das Beladen des ATV-5 und die Startpläne, die Uhr Pharao für die ISS, eine mögliche russische Beteiligung über 2020 hinaus, schon wieder Ärger mit dem SLS (mehr und mehr Links), die schon erwähnte gute Landung der ersten Stufe der letzten Falcon 9, wieso kein Satellit MH 370 verschwinden sah – und gewagte Spekulationen über Satelliten-Beobachtungen des Abschusses von MH 17, wobei die Daten hinter dieser Grafik mysteriös bleiben. [22:55 MESZ]

Die ersten Details auf dem Kern von Komet C-G

24. Juli 2014

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zeigen diese drei OSIRIS-Aufnahmen vom 20. Juli aus 5500 km Entfernung in jeweils 2 Stunden Abstand – mehr Ansichten waren in der allwöchentlichen milden Gabe an die Öffentlichkeit heute nicht dabei (hier, hier, hier, hier und hier weitere Press Releases in 3 Sprachen sowie eine Animation). Immerhin wird, wohl in Reaktion auf die vielen Proteste, ab jetzt täglich eine aktuelle Aufnahme der Navigationskamera von Rosetta veröffentlicht, die allerdings nur 1/5 der Auflösung von OSIRIS hat (womit der Anflug auf den kuriosen Kern quasi von Neuem beginnt), dafür aber allein der ESA gehört – die jetzt ein seltsames Argument gegen aktuelle Navcam-Bilder (letzter Absatz) stillschweigend fallen gelassen zu haben scheint. Auf den neuen OSIRIS-Bildern mit 100 Metern pro Pixel kann man derweil eine helle ‘Halskrause’ des ‘Gummientchens’ ausmachen, die etwas über den Ursprung des vermeintlichen Doppelkörpers (zwei verschmolzen oder einer kurios erodiert?) aussagen dürfte, bloss was, weiß man noch nicht: Artikel hier, hier und hier, eine Simulation der Annäherung, eine deutsche Update-Seite – und auch die letzte FAT-Bahnkorrektur war ohne Probleme verlaufen.

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Komet Jacques mit Gasschweif, heute früh aufgenommen

von Michael Jäger (“Single image 1×240 sec with 8″/2.8 Sigma 6303 2×2 bin”), weitere heutige Bilder hier, hier, hier, hier und hier sowie eins von gestern – und ein Artikel und eine Aufsuchkarte.

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So sah der Infrarot-Satellit WISE den Kometen Catalina am 7. Juli: mehr Bilder und Press Releases hier und hier – wobei schon bei der Entdeckung nahe lag (“Neuer Asteroid auf Extrem-Ellipse könnte ein Komet sein”), dass der vermeintliche Asteroid ein Komet werden würde (“Asteroid spielt Komet – und könnte im Sommer hell werden”). Auch ein Amateurbild vom 21. Juli – und Mars-Besucher Komet Siding Spring heute, mit Gegenschweif.

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 23. Juli 2014

19. Juli 2014

23. Juli

The star cluster NGC 3293

The oldest cluster in its cloud

The Gum 15 star formation region

Drei Himmelsansichten mit Teleskopen der 2-Meter-Klasse, mit dem 2.2-m-Spiegel der ESO auf La Silla (oben und unten) und Hubbles ACS (Mitte): von oben der Sternhaufen NGC 3293 und umgebendes Gas, der Kugelhaufen NGC 121 in der SMC und das Sternentstehungsgebiet Gum 15 – letzteres übrigens nicht aus wissenschaftlichem Interesse aufgenommen, sondern weil’s gut aussieht. [23:45 MESZ - Ende]

3 neue Surveys: Sloan Digital Sky Survey geht in 4. Runde

Das für effiziente Himmelsdurchmusterungen optimierte 2.5-m-Teleskop in New Mexico hat 16 Jahre nach dem First Light abermals neue Aufgaben als SDSS-IV bekommen: die drei neuen Sky Surveys APOGEE-2, eBOSS und MaNGA. Und erstmals macht auch ein weiteres Teleskop derselben Größe in Chile mit, so dass nun der ganze Himmel abgedeckt wird: Es geht um Sterne in der Milchstraße, die Struktur einzelner Galaxien (mit räumlich aufgelöster Spektroskopie) und den Kosmos als ganzen. Auch der neue Sydney-AAO Multi-Object Integral field spectrograph SAMI, ein Beauty Contest für optische Interferometrie, ein brasilianischer Einstieg beim GMT, neben TMT und E-ELT ein optisches Riesenteleskop für’s nächste Jahrzehnt, Einschnitte bei The Dish, wie man eine Funk-Antenne in ein Radioteleskop verwandelt, ein niederländischer Beitrag zum Design des SKA – und eine 20-teilige Astro-Serie im September auf arte. [22:35 MESZ]

umbrella

Wie die “Umbrella Galaxy” zu ihrem ‘Schirm’ – links von ihr – gekommen ist, ist jetzt im Detail analysiert worden: Eine Zwerggalaxie, deren Kern im Stiel des Schirms noch vorhanden ist, wurde vom Gezeitenfeld von NGC 4651 zerstört; auch ihr Orbit vorher ließ sich rekonstruieren. [22:15 MESZ]

Sind viele Galaxien von Zwerggalaxie-Scheiben umgeben?

Noch ist es nur eine indirekte Beobachtung, die aber ein Hinweis auf “unerwartete Eigenschaften des Universums, die eine Erklärung erfordern”, sein könnte, wie Ibata et al. ihr kurzes Paper (Nature 13481, noch nirgends open-access entdeckt) beschließen: Bei vielen Galaxien scheinen die zugehörigen Zwerggalaxien zusammen eine Art rotierende Scheibe zu bilden. Was so die Modelle ihrer Bildung, inklusive großer kosmischer Simulationen, nicht vorhersagen. Ähnliche Strukturen waren bereits bei der Milchstraße und der Andromeda-Galaxie gefunden worden, nun wurden 380 geeignete Galaxiensysteme in der Sloan Digital Sky Survey untersucht. Direkte Entfernungen zu den einzelnen Zwergen sind da nicht mehr zu ermitteln: Man kann nur schauen, ob die relativen Radialgeschwindigkeiten der Zwerge auf gegenüber liegenden Seiten der Galaxien antikorreliert sind, wie es bei einer rotierenden Scheibe der Fall sein müsste. Und genau das ist häufig der Fall, was immer das nun bedeutet. [21:50 MESZ. NACHTRAG: das Paper]


22. Juli

NASA's Chandra X-ray Observatory Celebrates 15th Anniversary

Kommende Nacht vor 15 Jahren startete die Columbia den Röntgensatelliten Chandra, der immer noch tadellos arbeitet: Press Releases hier, hier und hier und ein Hangout zum Geburtstag. Auch die revidierten Pläne für die Veröffentlichungen der Sternkataloge und die wissenschaftliche Performance von Gaia, dem überraschend viele Mikrometeoriten zusetzen, der Mars von fern & nah, immer wieder Lebenszeichen von Yutu auf dem Mond (mehr, mehr und mehr), Erwartungen an Rosetta, warum Sondenbilder zeitnah veröffentlicht werden sollten – und ein neuer Starttermin für das 5. ATV in einer Woche. [23:15 MESZ]

Heute vor 20 Jahren endeten die Einschläge auf Jupiter

eine knappe Woche nach ihrem Beginn (“Heute vor 20 Jahren begannen die SL9-Impakte …”): Alle Kometen-Fragmente A bis W hatten den Planeten getroffen. Und nach endlosem schlechtem Wetter in Chile konnte dieser Blogger an diesem 22. Juli 1994 die dunklen Hinterlassenschaften erstmals selbst in Augenschein nehmen: erst nur einem Amateurgerät, später dann in voller Pracht mit einem 16-Zöller – hier alle Berichte vom Berg. Auch ein Paper über die Camelopardaliden [NACHTRAG: und ein Press Release] des SETI Institute (mit Erwähnung des Slansky-Videos, von dem der Autor durch diesen Blogger erfuhr – auch als Komposit auf dem Cover der Zeitschrift), der Mars gestern mit noch noch einigem Detail trotz nur nur 8″, die Sonne voller Flecken am 8. Juli (weshalb angebliche Aufregung über die aktuelle Fleckenarmut Unfug ist) – und eine 75 Stunden belichtete Amateur-Aufnahme. [22:05 MESZ]


21. Juli

nino

Der Winter 2014/15 könnt einen ziemlich starken El Niño bringen, der vielleicht die Ausmaße des letzten ganz großen von 1997/98 erreicht, hat der DWD heute in einem Paper angekündigt, aus dem z.B. diese 5 Modellrechnungen des MPI-Erdsystemmodells stammen. Sie betreffen die Meeresoberflächentemperatur einer bestimmten sensitiven Pazifikregion und landen alle über 1°C positiver Anomalie, was für ein sehr starkes Ereignis spricht, während das EUROSIP-Ensemble breit streut und im Mittel etwa 0.5°C Anomalie erreicht. Europe wäre von einem El Niño nicht direkt betroffen, doch in äquatornäheren – und z.B. für Astroreisen interessanten – Regionen wäre mit signifikant mehr bzw. weniger Niederschlag als üblich zu rechnen. Auch die Kometen Jacques heute, gestern (mehr) und vorgestern und Catalina gestern, vorgestern, am 18. Juli (mehr), 17.Juli und 15. Juli, ein anderer Jupiter-Impakt(-Fleck) vor 5 Jahren, der neue Daystar-Quark-Filter, diverse britische NLCs, Volksastronomie bei Augsburg – und auch etwas Astro bei den Sciencebusters auf 3Sat am 24.+25. Juli und beim relaunchten International Year of Light 2015. [23:40 MESZ]


20. Juli

Astro-Knaller bei der letzten Bühnenshow Monty Pythons

Wer heute Abend die letzte Aufführung der gefeierten Reunion-Show Monty Python Live (Mostly): One Down, Five to Go bei einer der zahlreichen globalen Kino-Übertragungen erwischte, wurde auch mit einem wahren astronomischen Highlight beglückt. Mit wesentlich besseren Visuals als in der Originalfassung (oben) gab Eric Idle den Galaxy Song, mit teilweise gegenüber den Original-Lyrics von 1983 veränderten Zahlen – was aber den britischen Physik-Popstar Brian Cox nicht daran hindert, in einem Einspieler (gedreht an der Cambridge University) an allerlei Details herumzukritteln. Im Hintergrund rollt derweil Stephen Hawking heran, fährt Cox mit dem Rollstuhl über den Haufen, stimmt mit seiner bekannten Computerstimme erneut das Lied an, hebt ab und verschwindet im Galaktischen Zentrum. Und dann sah man, dass er bei der Aufführung anwesend war, während Cox ganz am Schluss zusammen mit den Künstlern auf der Bühne stand. Etwas auch nur entfernt Vergleichbares mit der deutschen Comedy & Astronomie wäre nicht unbedingt leicht zu visualisieren: Hut ab vor der britischen Pop- & Wissenschafts-Kultur … [23:50 MESZ]


19. Juli

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Eine Soyuz startete die Forschungskapsel Foton-M4 letzte Nacht, mit auch vier deutschen Experimenten an Bord: weitere Artikel hier, hier, hier und hier. Auch OCO-2 vor dem Beginn der Messungen, der Startvertrag für den 2. Sentinel, Löcher auf dem Mond, Curiosity vor der schwierigsten Etappe und mit erdähnlichem Boden, ein kanadischer Laser für OSIRIS-REx (mehr und mehr), die kuriose Gestalt des C-G-Kerns (mehr und mehr und mehr Links) und die nächsten Schritte Rosettas, die Zielnavigation von New Horizons, die Triebwerke des SLS, der Tod des Astronauten H. Hartsfield, die Verschiebung des ATV-5-Starts, der Name für den ISS-Flug eines Briten, nur magere Fortschritte mit ISEE-3 (mehr, mehr und mehr) – und die wahrscheinliche Rolle von US-Militärsatelliten bei der Aufklärung des MH-17-Angriffs (mehr, mehr und eine Erwähnung von SAM-Verfolgung durch SBIRS schon 2006). [22:30 MESZ. NACHTRAG: mehr Links zum Soyuz-Start]

Weitere größere Artikel

18. Juli 2014

Komet Jacques mit 5.–6. Größe am Morgenhimmel in den nächsten Wochen – auch erste deutsche Bilder von heute und gestern.

Beobachtungsaufruf: EE Cephei verfinstert sich bald, eine Art Mini-Ausgabe von Epsilon Aurigae – auch ein AAVSO Alert.

Discern a supermoon’s large size with the eye? An observer says yes – nämlich dieser Blogger.

Vollständige Himmelsüberwachung: »Evryscope« verspricht 16. Größe auf 9000 Quadratgrad im Minutentakt.

Sieben Zwerggalaxien bei M 101 entdeckt – mit dem Dragonfly Array aus Teleobjektiven.

Fernseh-Interview

Die Expansion des Universums: Interview mit Nobelpreisträger Brian Schmidt (15 Minuten) – auch hier und hier.

Kleinere Artikel

Die fernsten Sterne der Milchstraße: bis zu 900’000 Lichtjahre – auch ein Paper mit allen Kandidaten und ein Artikel.

CG_Mosaik

Comment on the ESA Statement on Rosetta image releases, inzwischen auch daselbst freigeschaltet (und mehrfach von anderen gelobt); zur Problematik auch ein Riesen-Rant (auch hier), ein Storify (auch hier) und eine Erwähnung hier.

Mehrere populäre Exoplaneten nur Illusion! Nämlich Gliese 581 d und g: Press Releases hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Allgemeines Live-Blog vom 11. bis 17. Juli 2014

11. Juli 2014

17. Juli

ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA

Hier rotiert Churyumov-Gerasimenkos Kern vor drei Tagen

auf diesmal wieder ‘regulär’ veröffentlichten 36 OSIRIS-Bildern Rosettas in jeweils 20 Minuten Abstand, bei denen die Pixel interpoliert wurden – zu sehen ist nur die duale Gestalt des Körpers, Oberflächendetail wird noch nicht aufgelöst. Wie dieser ‘contact binary’ entstanden ist, erschließt sich noch nicht, da gibt es viele Möglichkeiten. Und über den besten Landeort für Philae auf diesem Ding wird nun heftig diskutiert. Derweil beharrt die ESA auf ihrer restriktiven Politik mit neuen Bildern nur einmal die Woche, auch wenn die Unlogik offenkundig ist, zumindest in dieser spannenden – und eher operativen denn wissenschaftlichen – Missionsphase (und selbst Rosetta-Wissenschaftler die vorgestern geleakten Bilder kommentierten). Auch Rosettas dritter FAT-Burn, Schweizer Erkenntnisse über Vesta aus Dawn-Daten (wobei man über den Oppositions-Effekt auch vom Boden aus etwas über Vesta lernen kann), das nahende Ende von MESSENGER & Venus Express, eine Kurskorrektur von New Horizons ein Jahr vor Pluto, schon wieder Unruhe um Voyager 1 und ihr “Verlassen des Sonnensystems”, die Finanzierung von Instrumenten (mehr und mehr) für die erhoffte Europa-Mission der NASA, Erkenntnisse der van Allen Probes und von Aura, Fortschritte bei GOES-R und SatAIS, die Startvorbereitungen des 5. ATV und mehr Sensorik denn je für die Beobachtung seines Reentries von innen – und ein Fund von Weltraumschrott in Australien, der aber nichts mit dem kürzlichen Soyuz-Reentry zu tun hat. [15:15 MESZ] Weitere Press Releases zum 67P-Kern hier, hier, hier, hier und hier sowie Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier und Späßchen hier und hier – muss nicht immer ‘ne Quietschente sein … [19:55 MESZ] Zu 67P noch Science@NASA, weitere Artikel hier, hier und hier (auch zum PR-Problem der Mission) – und frühere Papers zu den Eigenschaften des Kerns von 2013, 2012 und 2006. [23:55 MESZ - Ende]


16. Juli

msl-lebanon

Ein beachtlicher Eisen-Meteorit auf dem Mars – 2 Meter breit – ist Curiosity bereits im Mai ins Gesichtsfeld gekommen, hier in einer Kompositdarstellung aus Mastcam- und ChemCam-Aufnahmen: Auf dem Mars dominieren Eisen- über Steinmeteoriten (wohl weil sie weniger erodieren), auf der Erde ist es andersherum. Auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier sowie MAHLI-Bilder sprühender Funken beim Einsatz des ChemCam-Lasers – und eine neue Thermalkarte des Mars von THEMIS auf Mars Odyssey sowie gleich noch eine Mars-Karte aus Daten gleich mehrerer Orbiter. [23:45 MESZ]

Der Rettungsversuch für den Antrieb von ISEE-3 läuft jetzt

die nächsten Stunden bis 21:03 MESZ: Es soll zunächst versucht werden, die Treibstoffleitungen frei zu blasen, da man hofft, dass doch noch einiger Sprit da ist. Die Bahnkorrektur könnte im Erfolgsfall noch heute beginnen, müsste aber in jedem Fall an weiteren Tagen fortgesetzt werden. Wieder wird in Arecibo gesendet und in Bochum empfangen, wobei die Telemetrie hier zu sehen sein soll. [18:20 MESZ] Das Heizen klappt schon mal: der erste Schritt. [19:00 MESZ] Aber Schub gibts bislang keinen, auch wenn sich die Ventile bewegen – ein Blick in den Kontrollraum. [19:40 MESZ] Tja, das war nix: nächster Versuch. [19:50 MESZ] Nee, erstmal Pause während die Antenne den Beam blockiert, danach Plan B. [20:00 MESZ] Hmm, “some small indications of some acceleration” … [20:20 MESZ] Ein “realer Puls” für ISEE-3? Jedenfalls passiert was im Antriebssystem. [20:30 MESZ] Und es ist offensichtlich noch Treibstoff drin, was weiter Hoffnung macht, auch wenn es wieder nix mit dem TCM war: also neu nachdenken … [21:15 MESZ] Eine Zusammenfassung des Tages – ohne konkrete weitere Perspektiven. [22:55 MESZ] Derweil aus erster Hand, wie Arecibo ISEE-3 steuert. [23:05 MESZ]

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Der Cygnus hängt am Haken des ISS-Robotarms, nach dem erfolgreichen Einfang des Transporters; Szenen vom Anflug hier, hier und hier. Auch ein Update der ESA zu den Aktivitäten von Gerst, ein fieser Brief an die NASA in Sachen SpaceX & ISS – und das IXV-Experiment der ESA. [14:45 MESZ] Ein anderes Bild vom Cygnus am Haken – nun ist er hard-mated to Harmony. [16:45 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links]

Heute vor 20 Jahren begannen die SL9-Impakte auf Jupiter

Und dieser Blogger war damals “live” dabei, auf dem Cerro Tololo in Chile (in eigentlich ganz anderer ‘Mission’): die damaligen Berichte vom 16. Juli 1994 vor und nach dem Impakt von Kometen-Fragment A, sämtliche Berichte (auch von letzten Beobachtungen der Kometen-Kette vorher und von der großen Reise selbst), die exzellenten ESO Bulletins und weiteres ESO-Material von damals, eine enorme Bilder-Sammlung, ein paar FAQs zu den Impakten von 1996 und aktuelle Erinnerungsartikel hier und hier. Und ebenfalls aktuell die Rückkehr von Komet Jacques an den Nachthimmel (nach ersten Berichten hier und hier ca. 6 mag. hell und gut kondensiert und nach einem gestrigen Foto noch gut beschweift) und die Kometen Catalina gestern und vorgestern und Siding Spring gestern. [1:30 MESZ. NACHTRÄGE: Erinnerungen von Levy an den Crash hier und hier, SL9 als WWW-Phänomen - und Impakt A im IR]


15. Juli

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Diese sensationellen Rosetta-Bilder von 67Ps Kern vom 11. Juli sollte die Welt heute nicht sehen dürfen, aber eine Panne – oder war es etwa ‘ziviler Ungehorsam’? – bei der französischen Weltraumbehörde CNES hat dafür gesorgt, dass sie doch in die Öffentlichkeit kamen: Zu erkennen ist nun viel deutlicher als eine Woche vorher (“Rosettas Zielkomet …), was für eine verrückte Form der 4 x 3.5 km große Kern hat. Offenbar ist er durch die sanfte Fusion – Relativgeschwindigkeit ca. 3 m/s – zweier Brocken entstanden, und die Landung von Philae im November wird dadurch nicht einfacher: Schon jetzt sind die möglichen Zonen erheblich eingeschränkt. Nun also ist auch Churyumov-Gerasimenko zu einer erkennbaren Welt geworden, der Beginn eines Jahres dramatischer Enthüllungen quer durch’s Sonnensystem, denn nächstes Frühjahr ist mit Ceres der erste Zwergplanet dran und in genau einem Jahr mit Pluto schon der zweite. Ob die Dawn- bzw. New-Horizons-Projekte die astrophile Welt wohl freiwillig am Wachsen ihrer Ziele auf den Kamera-Chips teilhaben lassen werden …? [16:25 MESZ] Der “Chury-Leak” hat auch schon andere Blogs in Frankreich, Deutschland und den USA erreicht – tja, die Bilder schafft Ihr nun nicht mehr aus der Welt … [17:35 MESZ] … doch obwohl die Bilder immer weiter die Runde machen – z.B. hier, hier und hier – und auch schon animiert wurden, gibt es immer noch keinerlei ‘offizielle’ Präsentation: Grund genug für einen offenen Brief an die Verantwortlichen, dem sich dieses Blog anschließt! [23:55 MESZ]


14. Juli

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Und mal wieder ist eine Falcon 9 gestartet, diesmal mit sechs Nachrichtensatelliten an Bord: ein paar Screenshots des Webcasts – der vor dem Aussetzen der Satelliten abgebrochen wurde, typische SpaceX-Willkür – hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Außerdem Gaia kurz vor dem Beginn der systematischen Beobachtungen, die komplizierte Ring-Mond-Problematik Saturns, letzte Ansichten von Oppy – und konkrete Pläne für den Antrieb der angeschlagenen ISEE-3-Sonde im Anflug, um diese Woche das TCM doch noch zu schaffen. [23:20 MESZ. NACHTRÄGE: zum Falcon-Start ein ORBCOMM Release, ein Artikel und mehr Links - und ein Video der Wasserung der 1. Stufe]

Und schon wieder – britische – NLCs vergangene Nacht: hier animiert, auch Bilder hier, hier, hier, hier und hier und ein Bericht. Sowie ein fetter Meteor in Brasilien, der neue Komet C/2014 N3 (NEOWISE), auch im Bild, C/2013 UQ4 (Catalina) an 5 Tagen, C/2013 A1 (Siding Spring) am 10. Juli und bald am Mars, wo viele Sonden warten werden – und schlechte Nachrichten aus der skeptischen deutschen UFOlogie. [22:55 MESZ]

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Und so haben sie auf der ISS das Endspiel der WM verfolgt …

… und das Ergebnis gefeiert. Reaktionen aus dem Weltraum-Sektor auch vom Vizepräsidenten der Astronomischen Gesellschaft, einem anderen ESA-Astronauten und dem US-Teil des SOFIA-Projekts – und warum es ohne deutsche Startracker keine Live-Bilder von der WM gegeben hätte … [1:45 MESZ]


13. Juli

Antares Orbital-2 Mission Launch

Hier fliegt der nächste Cygnus zur ISS auf der Antares in Wallops heute Mittag (Ortszeit): ein NASA Release, mehr Bilder und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: Orbital, NASA Ames und ATK Releases, mehr Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]


12. Juli

Orbital-2 Mission

Der Vollmond versinkt hinter der Antares mit dem Cygnus auf Wallops Island heute Morgen – auch ein extrem heller Transient, wegen großer Entfernung aber nur 16 mag. hell, Komet Catalina heute, die Rückkehr von Jacques an den Himmel – und hier, hier, hier, hier und hier wieder schöne NLCs letzte Nacht. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: Zeitraffer-Videos hier und hier und noch mehr, Bilder aus Oldenburg, Schottland - Vordergrund ist wichtig ! - und Schweden und ein endlos langer Bericht aus Nord-England]


11. Juli

A galaxy with a glowing heart

Die Seyfertgalaxie NGC 1433 auf einer Hubble-Aufnahme, leider mal wieder völlig undokumentiert, die im Rahmen der Legacy ExtraGalactic UV Survey (LEGUS) von 50 Galaxien entstand. Auch Meilensteine für den Exoplaneten-Beobachter CHEOPS (Deutsch) zum Start Ende 2017, die erneute Anhebung der Bahn des Venus Express (dito), regelmäßige Vollmond-Beobachtungen durch Landsat 8 zur Kalibration – und allerlei exotische Nutzlasten des nächsten Cygnus zur ISS am 13. Juli. [23:55 MESZ]

ISEE-3 doch noch aufgetankt – aber Leitungen verstopft?

Schon wieder – nach intensiven Beratungen mit Antriebs-Experten und externem Input – eine neue Idee, warum ISEE-3 das TCM verweigert (ganz unten): Es könnte sein, dass genug Hydrazin & Stickstoff in den Tanks ist aber die Leitungen irgendwie verstopft sind, anders sei das Betragen des Satelliten jedenfalls nicht zu erklären. Wie “solide die Pläne” für neue Versuche mit dem Antriebssystem kommende Woche sind, bleibt abzuwarten – heute jedenfalls scheiterte überraschend eine neue Bahnvermessung mit dem Deep Space Network der NASA. Unterdessen wird zunehmend darüber diskutiert, ob die ganze Mühe mit der ollen Sonde denn überhaupt einen wissenschaftlichen Nutzen hat … [23:30 MESZ]

jac-stereo-2

Komet Jacques taucht wieder am irdischen Himmel auf! Nach seiner großen Show für STEREO A (Bild) wurde er heute remote in Namibia erwischt (eine kontrastgesteigerte Version), wenn auch nur ganz knapp. Ebenfalls heute zeigte der Komet Catalina auf diesem wie diesem Bild einen prägnanten ‘Stengel’ in der Koma, der an den Vortagen nicht da gewesen war. [23:15 MESZ]

Hanna v. Hoerner, Pionierin der deutschen Raumforschung

Mit 71 Jahren ist, wie erst verspätet bekannt wurde, bereits am 4. Juli die Weltraumphysikerin Hanna von Hoerner verstorben, eine außergewöhnliche Persönlichkeit der deutschen Raumfahrt-Szene: Ihr kleines Schwetzinger Unternehmen von Hoerner & Sulger baute zahlreiche Instrumente für interplanetare Missionen, insbesondere für die Untersuchung von Staub. So stammt auch das COSIMA-Instrument auf Rosetta von vH&S (wobei vor 11 Jahren dieser Blogger den Großteil dieser Pressetexte schrieb). “Wir sind glücklich, dass wir an ihrem Weg teilhaben durften”, schreiben Belegschaft und Geschäftsleitung auf einer Trauerkarte, “teilhaben auch an der Verwirklichung der spannenden Raumfahrtinstrumente, die es ohne sie im Weltraum nicht gäbe. Wir werden ihr Werk fortsetzen!” [4:40 MESZ]

Mal wieder Trockeneis statt Wasser als Ursache der Gullies

auf dem Mars, die seit nunmehr 14 Jahren für Rätsel sorgen, benennt ein neues Paper auf der Basis von Bildern der HiRISE-Kamera auf dem Mars Reconnaissance Orbiter, das leider nicht Open-Access ist und hier und hier zusammen gefasst wird. “The timing of gully activity is seasonally controlled and occurs during the period when seasonal frost is present and defrosting,” heißt es im Abstract: “These observations support a model in which currently active gully formation is driven mainly by seasonal CO2 frost. [...] Although it is impossible to rule out a past role for water in the formation of martian gullies, a model in which gullies form only through currently active processes with little or no liquid water is consistent with our observations.” CO2 statt Wasser wurde übrigens schon wenige Tage nach der Publikation der Gullies postuliert. Auch ein HiRISE-Bild von Curiosity unterwegs – und eine US-Gesetzes-Initiative zur Nutzung von Asteroiden … [4:25 MESZ]

Und wieder kommen jetzt drei Perigäums-Vollmonde …

… die prompt auch wieder Gegenstand von Falschinformationen sind. Natürlich bedeuten diese ‘Supermonde’ – jetzt benutzt schon die NASA diesen einst von Astrologen erfundendenen Begriff! – überhaupt nichts. Aber kann sehr wohl mit dem bloßen Auge erkennen, wenn ein Vollmond besonders erdnah ist, wenn man auch den Rest des Jahres immer wieder mal hinschaut: Dies hat dieser Blogger bereits 2011 entdeckt und 2012 und 2013 (“Wieder steht …”) nachdrücklich darauf hingewiesen. Aber statt mal selber nach zu sehen und dieses erstaunliche Phänomen – die Ellipizität der Mondbahn mit bloßem Auge zu erkennen – selber zu erleben, wird leider allerorten das Märchen von der Mondillusion, die an allem Schuld sei, abgeschrieben. Traurig … Auch eine Galerie von leuchtenden Städten mit Citizen-Science-Aspekt, eine echte Feuerkugel über Brasilien am 7. Juli samt Auswertung, die falsche Interpretation des australischen Reentry als Meteor hier (erst sehr spät unauffällig korrigiert) und in der Folge davon hier – und die Kometen Catalina am 10. Juli und 17P/Holmes am 7. Juli, letzterer mit Schweif, womöglich nach einem kleinen Ausbruch. [3:25 MESZ. NACHTRÄGE: die obige Mond-Erfahrung in einem Artikel kondensiert - und Aufklärung zum Reentry hier, hier und hier: geht doch]

Eine Soyuz startet – eine andere kommt zurück

10. Juli 2014

 

Heute Abend MESZ ist in Französisch-Guyana die 8. Soyuz für Arianespace gestartet – und sieben Stunden zuvor ist über Australien die Oberstufe [NACHTRAG: und zwar diese hier] einer vorgestern in Russland gestarteten Soyuz (“Start einer Soyuz …”) verglüht, wie die Videos oben so wie hier und hier zeigen: Der Zusammenhang von Reentry und Rakete wird auch vom US-Militär bestätigt. Auf einem der von der Soyuz auch gestarteten Kleinsatelliten ist übrigens ein Prototyp eines IR-Sensors, mit dem einmal NEOs untersucht werden könnten. Die Soyuz in Französisch-Guyana trug eine Fregat mit vier Satelliten für die O3b-Konstellation: Die Fregat-Operationen dauern noch an. [NACHTRAG: Und sind zu einem guten Ende gekommen. NACHTRAG 2: Arianespace freut sich auch. NACHTRAG 3: ein O3B Release, Artikel hier und hier und mehr Links]

Rosetta_OSIRIS_NAC_comet_67P_20140704

Rosettas Zielkomet nimmt allmählich Form an, auf drei OSIRIS-Aufnahmen vom 4. Juli aus 37’000 km Distanz – Abstand jeweils 4 Stunden (bei einer Rotationsperiode von 12.4 Stunden); der Kern füllt bereits ~30 Pixel à ~700 m aus; mehr hier, hier, hier und hier.

Der Venus Express fliegt jetzt tiefer als jemals zuvor

durch die Venusatmosphäre, was ihm die heisste Woche des Aerobrakings beschert, das bald endet und heute auch in diesem ESA-Hangout besprochen wurde. Derweil wächst dank der Mission z.B. das Verständnis der Superrotation der Venus-Atmosphäre über klare Wellenmuster. Und eine weitere ESA-Mission ins innere Sonnensystem macht Fortschritte: Der Start von BepiColombo 2016 zum Merkur scheint gesichert. Unermüdlich macht derweil der Mars Express der ESA weiter: Heute gab’s von ESA wie DLR mal wieder ein frisches Bild, in den üblichen multiplen Darstellungen.

baikonur

Eine aktuelle Aufnahme von Baikonur aus der ISS aufgenommen – auch ein Video über das High Definition Earth Viewing-System mit vier TV-Kameras (“Dieses Bild wurde …”): Dabei wird auch explizit die Anwendung Columbus Eye der Uni Bonn erwähnt, die auch hier, hier und hier beschrieben ist. Derweil hat sich A. Gerst mit Seifenblasen befasst, vielleicht nicht nur PR. Und die NASA hat eine weitere Bodenstation des Near Earth Network.

LightSail hat endlich – kostenlose – Fluggelegenheit: 2016

Lange war es schon still um das 2009 wiedergeborene Projekt eines Sonnenseglers der privaten Planetary Society: Zwar hatte man bald eine prinzipielle Start-Chance bei der NASA (“Nächster Sonnensegler auf Start-Shortlist …”), doch mit dem Angebot konnte man nichts Rechtes anfangen. Stattdessen hat man nun, wie vergangene Nacht bei einem feierlichen Event verkündet wurde, auf einer Falcon Heavy angeheuert, die es noch gar nicht gibt, bei deren Start des STP-2-Satelliten für die U.S. Air Force im Jahre 2016. Das LightSail ist dabei der Untermieter eines anderen Satelliten, Prox-1, der Operationen zweier Satelliten in enger Nachbarschaft ausprobieren soll: Der Tripel-CubeSat LightSail dient dabei zunächst als Target (was ihm einen kostenlosen Mitflug beschert) – und wird dann zu seiner eigentlichen Mission entlassen, die er in 720 km Höhe durchführen kann: Sonnensegeln im Strahlungsdruck der Sonne. Praktischerweise hat Prox-1 ihm noch beim Entfalten des Segels zuschauen. Ein zweites Flugmodell des LightSail wird eventuell bereits 2015 im Rahmen des alten NASA-Deals fliegen können, allerdings nur in eine viel tiefere Umlaufbahn, wo es nur eine Woche oder so überlebt und auch nur den Entfaltungsmechanismus, nicht aber das Sonnensegeln, ausprobieren kann: Artikel hier (früher), hier, hier und hier. Auf dem nächtlichen Event wurde übrigens auch das “Lunar Flashlight”-Konzept der NASA angesprochen, aber wie es um die Realisierung steht, ist nicht zu ergründen.

Droplets of star formation and two merging galaxies in SDSS J153

Das ist mal eine verwegene kosmische Konstellation, die Hubble hier im Galaxienhaufen SDSS J1531+3414 eingefangen hat: Die beiden zentralen dominanten elliptischen Galaxien verschmelzen gerade – und dabei ist erstaunlicherweise eine 30 Kiloparsec lange Kette aus 19 Riesenhaufen voll blauer Sterne entstanden. Und außen drum gibt’s tolle Arcs von Hintergrundgalaxien, die das Schwerefeld des Galaxienhaufens verbogen hat: Press Releases auch hier, hier und hier und ein Artikel – plus Chandra/Spitzer-Beobachtungen an den “abnormen Armen” der Galaxie Messier 106.

ISEE-3 trotz Triebwerks-Versagens noch nicht aufgegeben

Klar ist – nach den Anstrengungen vorgestern und gestern (“Und wieder wird mit dem Antrieb von ISEE-3 gearbeitet”) – nur, dass die Triebwerke der Uralt-Raumsonde einfach nicht mehr wollen und dass daran nicht nur ein klemmendes Ventil Schuld ist: Vielmehr fehlt jenes Stickstoff-Gas, das den Treibstoff in die Brennkammern zu treiben hat. Dass es zunächst gelungen war, durch ein paar Düsenstöße die Rotation des Satelliten neu einzustellen und dann auch mit der großen Bahnkorrektur zu beginnen, war wohl letzten Stickstoffresten im System zu verdanken – aber die sind nun … weg? Interessanterweise erging gerade ein Ruf an die Welt, mal über das Lösungsverhalten von Stickstoff in Hydrazin über Jahrzehnte hinweg nachzudenken: Man hat noch vage Hoffnungen, ihn in diesem Fall durch Heizen wieder heraus treiben und die Bahnkorrektur zu einem Verbleib in Erdnähe hin doch noch retten zu können. Aber längst wird auch der Plan B propagiert: So lange es geht, mit ISEE-3 auf der alten Bahn noch Kontakt halten und wenigstens etwas Wissenschaft zu produzieren. Ob eilige Nachrufe wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier verfrüht waren, wird sich noch zeigen müssen – populär gewesen sind die Bemühungen um das TCM des Satelliten jedenfalls.

Allgemeines Live-Blog vom 5. bis 9. Juli 2014

5. Juli 2014

9. Juli

europa

Ein neu verarbeitetes Europa-Bild von Galileo vom November 1997: Eine hoch aufgelöste Schwarzweiß-Auifnahme wurde mit Farbinformation geringerer Schärfe aus einem anderen Orbit 1998 kombiniert, um rötlich diverse Salze hervor zu heben, die vor allem bei den großen Spalten im Eis auftreten. Was den verdacht nahelegt, dass hier die Oberfläche des Jupitermonds mit dem Ozean in seinem Inneren kommuniziert hat. [23:55 MESZ - Ende]

Und wieder wird mit dem Antrieb von ISEE-3 gearbeitet

Das heutige Funkfenster für Arecibo hat sich soeben geöffnet, und nach der gestrigen Pleite – ein knappes Statement und Artikel hier, hier, hier und hier – sind jetzt erst Mal Experimente mit dem System angesagt, um sein Verhalten zu verstehen. Abermals dient die alte 20-m-Schüssel des Bochumer IUZ für den Empfang. Die Telemetrie vom Uralt-Spacecraft auf seiner heliozentrischen Bahn – das war sie gestern – ist heute indes hier zu verfolgen: Der Server von AMSAT-DL war gestern unter dem Ansturm der ISEE-Fans gleich in die Knie gegangen … [18:45 MESZ] Ein aktueller Blick in den improvisierten Kontrollraum, während mit den Triebwerken experimentiert wird. [19:40 MESZ] Das TCM geht weiter … [19:45 MESZ] … und “etwas bewegt sich” auf dem Spacecraft – ein ähnliches Verhalten wie gestern. [19:50 MESZ] Vermutlich hat ein Tanksystem den Druck verloren – aber es gibt viele Möglichkeiten, das System zu konfigurieren. [20:10 MESZ] Ursprünglich waren da 8 Tanks mit Hydrazin und Stickstoff für den Druck: Die Hypothese ist, dass letzterer im HPS A verloren ging. [20:15 MESZ] Möglicherweise kein Druck in beiden Tanksystemen: Da muss ein Hydrazin-Experte ran. Jetzt erst mal Science Mode, dann Schluss für heute. [20:30 MESZ. NACHTRAG: Und schon ist von einem Plan B die Rede, ein bisschen Wissenschaft auch ohne die Bahnänderung zu betreiben, da kaum mehr Hoffnung für den Antrieb zu bestehen scheint - es wäre eine "interplanetary citizen science mission", deren Durchführung aber "big dishes" (von wem?) erfordern würde]

IAU & Zooniverse sammeln “amtliche” Exoplaneten-Namen

Im Gegensatz zu einem absurden kommerziellen Versuch (“Mein Opa von Alpha Centauri … geht’s noch abstruser?”) könnte das soeben gestartete NameExoWorlds tatsächlich funktionieren, das die IAU – wie schon länger angekündigt – und die Citizen-Science-Plattform Zooniverse erdacht haben: Die Namensvorschläge für zunächst 305 etablierte Exoplaneten können nur von volksastronomischen Einrichtungen kommen (die dafür kein Geld nehmen dürfen), und es gelten die bewährten Nomenklaturregeln, um Peinlichkeiten und Konflikte möglichst von Anfang an zu vermeiden. Dann wird abgestimmt (natürlich auch, ohne dass wer kassiert), und auf der nächsten AGU GA 2015 werden die Namen verkündet – die dann zwar ‘offiziell’ sind aber die wissenschaftlichen Nummern nicht ersetzen sollen. Die IAU geht endlich proaktiv in die Öffentlichkeit: Hoffentlich gräbt dies ihren pathologischen Hassern v.a. in den USA bald das Wasser ab … Auch eine Statistik zum Galileoscope des IYA 2009, Animationen hier, hier und hier vom Kometen Jacques im STEREO-Feld, Catalina heute, Siding Spring vor drei Tagen, die Annäherung von 2014 MF6 heute – und hier, hier und hier eine südamerikanische Mondbedeckung Saturns. [18:35 MESZ. NACHTRÄGE: Artikel zum IAU-Prozess hier, hier, hier, hier und hier]

Russlands neue Angara-Rakete absolviert Suborbital-Test

Ohne Live-TV-Übertragung (wie auch schon beim unten erwähnten Soyuz-Start) hat heute die Angara-Rakete ihren ersten Testflug absolviert, der dem Vernehmen nach ein voller Erfolg war: Er war ballistisch, und die Testnutzlast landete bald wieder in Russland. Das Programm läuft schon ewig – und plötzlich fliegt wirklich was: erste Artikel mit noch kaum Details hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Video vom Start, ein Standbild und noch mehr. [18:25 MESZ. NACHTRÄGE: MOD und Khrunichev Releases, ein Start-Video, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

flare0708

Ein M6.5-Flare auf der Sonne gestern Nachmittag kam völlig überraschend aus einer unscheinbaren Gruppe und hatte sogar Funk-Wirkungen. Auch H-Alpha-Beobachtungen mit einem neuen Amateur-System, ein Artikel über beginnenden SoFi-Kommerz in den USA vor der TSE von 2017 – und tolle NLCs über Moskau gestern. [18:15 MESZ. NACHTRÄGE: die immer noch gut befleckte Sonne heute - und der Merkur-Orbiter MESSENGER beobachtet ihre Neutronen, dank der Sonnennähe des Planeten]

schlaengelchen

Start einer Soyuz gestern mit sieben Satelliten, einem Meteor-Wettersatelliten und sechs kleinen, darunter dem ersten aus Schottland: Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch ein weiterer Meilenstein für’s JWST, Rosetta vor dem 6. Burn von 10, der Status von BepiColombo (Start in 2 Jahren) und Opportunity (Start vor 11 Jahren), der erste Hurrikan für den neuen Satelliten GPM Core, Sonnen-Segelei – und ein freies E-Book zu privater Raumfahrt in historischem Kontext. [2:50 MESZ] Zu den Soyuz-Satelliten noch britische Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Artikel hier und hier und mehr Links. [18:05 MESZ]

etna-volcano

Der qualmende Ätna von der ISS aus gesehen auf einem spektakulären Bild, das Олег Германович Артемьев geschickt hat. Auch Vorbereitungen für Besuche von Transportern wie dem gut beladenenen Cygnus, ein Experiment mit Fruchtfliegen und das RapidScat-Experiment für die ISS, die Vorbereitungen des Erstflugs der Orion – und der Buran-Prototyp aus dem Gorki Park hat endlich eine richtige Heimat gefunden. [2:05 MESZ]


8. Juli

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Heute soll ISEE-3 den Kurs korrigieren – Bochum hört zu

Das Zeitfenster für Arecibo zum Senden der Kommandos zu der Uralt-Sonde zum Ändern der Bahn in eine eventuell später wieder wissenschaftlich nutzbare ist gerade aufgegangen, und auch die alte 20-m-Schüssel des IUZ in Bochum ist zum Empfang der Telemetrie bereit: Was die AMSAT-Amateurfunker dort sehen, wird hier live gezeigt. [19:05 MESZ] Die improvisierte Mission Control in einem ehem. McDonalds in den USA – und die Sonde ist folgsam heute. [19:30 MESZ] Beginn der Triebwerkszündung soll gegen 19:46 MESZ sein. [19:40 MESZ] Und das Kommando wurde akzeptiert: ISEE-3 beschleunigt! [19:48 MESZ] Die gepulsten Zündungen laufen, beim ersten Delta-V-Manöver seit 1986. [19:51 MESZ] Die erste von 7 Sequenzen ist beendet, offenbar erfolgreich. [19:54 MESZ] Wie das Manöver im Raum aussieht; zwar bestätigt es die Telemetrie, aber es ist noch kein Doppler-Effekt auf dem Träger zu sehen. [19:57 MESZ] Warum die Feuer-Pulse in Paketen mit maximal 63 kommen: Weiter kann ISEE-3 nicht zählen … [20:00 MESZ] Arecibo kann aus baugeometrischen Gründen gerade nicht senden, es geht aber bald weiter. Und was das Manöver erreichen soll. [20:07 MESZ] Die Funkverbindung steht wieder, gleich gibt’s das zweite Puls-Paket. [20:20 MESZ] Nach diesem sehen die “Beschleunigungsmesser nicht richtig” aus. [20:25 MESZ] Und mit dem Kommandieren klappt’s auch nicht mehr auf Anhieb. [20:35 MESZ] Das stand wohl ein Ventil falsch, deswegen kaum Schub erreicht. [20:40 MESZ] So was gab’s bisher noch nie – es geht weiter. [20:45 MESZ] Da die Accelerometer auch nach dem nächsten Versuch keinen Effekt zeigen, vielleicht weil nur ein paar Pulse kamen, wird jetzt alles aus und wieder an geschaltet und von neuem begonnen. [20:55 MESZ] Einen kleinen Doppler-Effekt hat’s bisher gleichwohl gegeben. [21:00 MESZ] Nächster Versuch – und wieder unerwartete Werte: Da beschleunigt nix mehr … [21:05 MESZ] … weil offenbar das Antriebssystem A schwer gestört ist. Aber es gibt ja noch B. [21:15 MESZ] Da das Zeitfenster für Kommandos zuende geht, wird für heute Schluss gemacht – aber man glaubt, immerhin einen kleinen Effekt erreicht zu haben. [21:25 MESZ] Und Pläne reifen für’s weitere Vorgehen. [21:50 MESZ]


7. Juli

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Die Sonne heute Nachmittag, mit den beiden – gut gefiltert mit bloßem Auge erkennbaren – Gruppen beiderseits der Mitte, aufgenommen mit einfachsten Mitteln vom Blogger: auch von anderen ein Video, ein schärferes Bild und die Gruppen im Detail. Sowie eine Demonstration der elliptischen Erdbahn, die ISS vor der Sonne, Komet Catalina gestern und Siding Spring mit dem HST(!) im März, schöne NLCs über dem UK letzte Nacht (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und etwas in Deutschland – und ein wie üblich bizarrer Artikel über deutsche Sternfreunde im Einsatz, sicherheitshalber mit der Behauptung, die Amis wären wirklich auf dem Mond gelandet, im Konjunktiv … [23:55 MESZ]

Noch ein Monat bis zur Ankunft von Rosetta am Kometen!

Churyumov-Gerasimenko hat bereits vage Form angenommen auf Bildern von OSIRIS (mehr, mehr, mehr und mehr) und hat die ersten 5 der Bahnmanöver auf dem Weg zum Rendezvous am 6. August absolviert, wobei die Abgase an Bord gemessen werden konnten und bald komplexe Navigation am Kometenkern bevorsteht. Auch wie Hubble ein Ziel für New Horizons sucht, die Entdeckung von Serpentin auf Vesta, die immer tiefer sinkende Bahn des Venus Express, ein ESA-Test von Marslande-Technologie, die Ablieferung der US-Radios für den Trace Gas Orbiter, die Fortschritte von Opportunity, chinesische Träume von einem Marsrover, Erkenntnisse zum hohen Salzgehalt des Ozeans in Titan – und weitere Messungen von Voyager 1, die für ein Erreichen des interstellaren Raums sprechen. [23:15 MESZ]

A curious supernova in NGC 2441 (annotated)

Ein Hubble-Bild der Supernova 1995E in NGC 2441 – an deren Ort ein Lichtecho beobachtet wird (“Das Lichtecho der Supernova 1995E ist tatsächlich eins”). Auch der nur halbe Erfolg der kanadischen BRITE-Satelliten und was das bedeutet (angeblich nicht viel), der neue Modus der STEREO-Satelliten (auch ein Q&A dazu), Asteroiden-Beobachtung mit, der baldige Beginn der regulären Beobachtungen durch und eine 9-monatige Verspätung des 1. Katalogs von Gaia, Herschel-Beobachtungen junger Sonnen in OMC2 FIR4, der nächste Startversuch der Angara übermorgen – und morgen vielleicht das entscheidende Bahnmanöver ISEE-3s, auch mit wichtiger deutscher Unterstützung. [22:30 MESZ. NACHTRAG: mehr zu Gaias Verzögerungen hier und hier]


6. Juli

Unboxing_IXV

Das Intermediate eXperimental Vehicle (IXV) ist im ESTEC

angekommen: Dieser Demonstrator der ESA – der nun in ihrem Technologiezentrum getestet wird – soll im November nach einem Vega-Start einen Reentry aus 420 km Höhe vorführen. Auch die Bergung des LDSD, ein gescheitertes Raketen-Experiment der NASA zu suborbitalen Technologien, die erste Zündung der Triebwerke von ISEE-3, für dessen großes Bahnmanöver die Zeit langsam knapp wird, der Status des LightSail der Planetary Society, ein möglicher neuer Startversuch der Angara am 9. Juli, die automatische Suche nach passenden Asteroiden für einen Besuch – und ein wohl harmloser Impakt auf und das das letzte ATV zu der ISS, wo Gerst über einen Monat zugange ist und jüngst mit Schülern per Funk sprach (mehr und mehr). [23:55 MESZ]

jac-stereo

Komet Jaques aus der Sicht von STEREO-A und der HI-Kamera in Differenzdarstellung am 2. Juli – der Anblick von der Erde aus dürfte leider erheblich weniger dramatisch ausfallen. Auch Komet Catalina vorgestern, am 2. Juli, 30. Juni (mehr), 29. Juni (mehr und mehr) und 26. Juni, an diversen Tagen und mit dem VATT, Komet LINEAR am 27. Juni und mit dem WISE-Satelliten im Mai, eine NEA-Entdeckung mit dem INT – und ein Video (und Summenbilder daraus) einer britischen Feuerkugel von 30. Juni. [13:00 MESZ]

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Die Sonne heute Vormittag: gut befleckt aber keine Giganten an Flecken zu sehen. Dito vor drei Tagen; auch das IMaX-Instrument zur Sonnenforschung – und ein amerikanischer “Ratgeber”-Artikel mit SoFi-Nonsense aus dem Mund eines Augenarztes (böse Strahlen bei Totalität um den Mondrand gebrochen … [NACHTRAG: Die Nonsense-Physik wurde nach Astronomen-Protesten gestrichen, die Mär von der gefährlichen Totalität aber drin gelassen]). Zum Glück sind US-Astronomen bereits dabei, sich um Aufklärung vor der SoFi 2017 zu bemühen. [11:00 MESZ. NACHTRÄGE: die Flecken mit Nummern und in höherer Auflösung heute]


5. Juli

Eines von vielen Zeitraffer-Videos der phänomenalen NLCs vom 3./4. Juli, die schon veröffentlicht wurden, weitere hier und hier sowie Bilder vom Alpenrand, aus dem Hochtaunus, aus der Nordeifel, dem Bonner Raum (dito), in Berlin und Groß Schwülper und sonstwo in Deutschland, den Niederlanden, Norwegen und Belgien, plus Artikel hier und hier. [23:05 MESZ. NACHTRÄGE: die NLCs auf die Erde gemappt, Galerien aus Leopoldshöhe, vom Alpenrand in Bayern und aus dem Norden von Österreich - und tolle Zeitraffer-Clips aus dem Ruhrgebiet, nicht weit von wo dieser Blogger beobachtet hatte]

Weitere größere Artikel (und zusätzliche Links)

4. Juli 2014

Große Show der Leuchtenden Nachtwolken in der vergangenen Nacht: oben ein deutsches Video; hier sind weitere verlinkt, plus weiteres Material und mehr niederländische Bilder.

Zwerggalaxien: Sternenmacher und Gezeitenmüll im fernen bzw. nahen Kosmos – zum Starburst-Paper auch weitere Press Releases hier und hier.

Eine tiefe Karte des Himmels … via Internet! Indem man alles ‘einfach’ aufaddier, wie schon hier (“Drei ziemlich verrückte …”) anhand des Vortrags berichtet worden war; auch eine Zusammenfassung des Papers [NACHTRAG: und noch eine].

Bilderstrecke

Wenn auf dem Rhein die Schwarzen Löcher verschmelzen … … auf der MS Wissenschaft.

Kleinere Artikel

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Zwei Meteoriten der »Murmansker« Feuerkugel gefunden: hier der größere; auch ein Artikel.

Drei Mondschatten gleichzeitig auf Jupiter – am Taghimmel, vor einem Monat.

Übergang von Sonnenkorona und Sonnenwind lokalisiert anhand von Wellenmustern in STEREO-Daten.

Feuerkugeln und erdnahe Kleinplaneten: Zusammenhänge? In mehreren – spanischen – Fällen sieht’s so aus.

SOFIA bis November in Hamburg zur großen Wartung; auch ein USRA Release, eine PM der Uni Stuttgart und ein Artikel.

Tolle leuchtende Nachtwolken über Deutschland

3. Juli 2014

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Die wohl “beste” NLC-Show der Saison findet gerade über Deutschland und sogar Österreich statt: hier Aufnahmen aus Witten im Ruhrgebiet zwischen ca. 22:45 und 23:15 MESZ. Zunehmende Dämmerung und schnelle Veränderungen!

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NACHTRAG: weiter phänomenale Veränderungen – und Details auch bei hoher Vergrößerung, hier der Anblick gegen 23:30 MESZ. Hinter dem allerersten Bild der 1. Serie und dem mittleren der 2. liegen auch größere Versionen.

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NACHTRAG 2: der Anblick gegen 23:45 MESZ – das Feld scheint sich schwach auch nach links auszudehnen. Mit tieferem Sonnenstand gelangen die höheren Filamente jetzt in den Erdschatten, ein Ende der Vorführung ist aber noch nicht in Sicht.

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NACHTRAG 3: Kurz vor Mitternacht ist sie allerdings deutlich verblasst und für das bloße Auge nicht mehr so beeindruckend – für die Kamera mit längerer Belichtung und höherer Empfindlichkeit aber nach wie vor. Viele weitere Bilder und Berichte im Meteoros-Forum; auch in den Nächten 2./3. Juli (mehr und mehr) und 30.6./1.7. waren NLCs aktenkundig geworden – und auch über mögliche Vorhersage-Methoden wurde nachgedacht.

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NACHTRAG 4: die Situation etwa 20 Minuten nach Mitternacht – die NLCs sind sehr verblasst und nur noch in Horizontnähe im Licht. Und erscheinen jetzt auf Fotos – mit Einstellungen wie aus der Astrofotografie, ISO 400 und bis zu 8 Sekunden Belichtung – wesentlich dramatischer als für das Auge. Zu Beginn der Show (als man sie quasi freihändig aufnehmen konnte) war das noch umgekehrt gewesen. Diesmal eine höher aufgelöste Version hinter der mittleren Bild der Serie. 1/2 Stunde später war das Display fast ganz verblasst – die Sonne steht nun zu tief.

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NACHTRAG 5: extrem schwaches Glimmen am Nordnordost-Horizont gegen 2:15 MESZ – wüsste man nicht, was in den vergangenen Stunden passiert war, würde man dies wohl kaum für NLCs halten. Weitere Bilder der Nacht aus Bonn, Moers, Dresden, Halle, irgendwo in Deutschland, den Niederlanden und Schottland – und die Show war in gewisser Weise vorhergesagt worden.

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NACHTRAG 6: Na also, da sind sie wieder – gegen 2:55 MESZ bekommt das unverändert starke NLC-Feld wieder mehr Sonne ab, und schon sind nur noch deutlich kürzere Belichtungszeiten erforderlich.

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NACHTRAG 7: Das Warten hat sich gelohnt! In einem 10-Minuten-Intervall gegen 3:15 MESZ die bisher besten Details des phänomenalen Displays, und das Ganze auch noch besonders farbenfroh.

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NACHTRAG 8: 3:30 MESZ. Immer ausgedehnter wird das – sichtbare – NLC-Feld mit steigender Sonne, auch im Norden (links) kommen jetzt wieder Mesosphärenwolken ins Licht und die Breite des Displays, dessen rechte Ausdehnung leider nicht zu sehen ist, wächst gewaltig.

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NACHTRAG 9: Gegen 3:45 MESZ ist das volle Ausmaß der mesophärischen Wolken wieder zu erahnen (ganz oben ein Reflex der Straßenlampe), während das Nordost-Feld weiter faszinierende Details zeigt. Das mittlere Bild der Serie verlinkt zu einer größeren Version.

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NACHTRAG 10: ein Himmel voller NLCs … gegen 4:00 MESZ in der schon recht hell gewordenen Dämmerung. Was für eine Nacht – aber jetzt langt’s (für’s erste)! NACHTRAG 11: Artikel einzelner Beobachter hier, hier, hier (mehr und mehr) und hier, ein abendlicher Zeitraffer und mehr Bilder vom Rand des Odenwalds, aus Kassel, Berlin, dem Saarland, Österreich, den Niederlanden, England, Norwegen und Belgien.


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