Allgemeines Live-Blog vom 2.-4. November 2014

2. November 2014

4. November

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Philaes Landestelle (ganz oben am Horizont) am 30. Oktober, als Rosetta bereits wieder 27 km vom Kometenzentrum entfernt war: Sie heißt seit heute “Agilkia”, nach einer ägyptischen Insel. Auch ein EuroNews-Update, Science@NASA, ein Video dazu (das einen um Philae bangen lässt) und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Plus Dawn-Erkenntnisse über Vesta, gelinde gesagt bizarre ‘Bilder’ des Mars-Express und eine Übersicht der Ergebnisse bisher von Siding Spring am Mars, eine Bestätigung eines Mars-Minerals durch Curiosity, mehr Eis auf Merkur – und wohin jetzt das Mutterschiff von Chang’e-5 T1 fliegt. [23:55 MEZ – Ende]

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SpaceShipTwo-Desaster: Jetzt beginnt der mühsame Teil

der NTSB-Untersuchung, die sich bald nach Washington, DC, verlagern wird, weshalb die PK in Mojave gerade die letzte war. Große neue Erkenntnisse gab es diesmal nicht, im Gegenteil: Es ist wieder unklar, ob der (verstorbene) Copilot oder aber der Pilot die offenbar fatale Entriegelung der Feathers vornahm – auf einem Video aus dem Cockpit ist lediglich zu erkennen, dass es der rechts sitzende war. Konkret gibt es jetzt die Timeline der Ereignisse: 10:07:19 PDT Abwurf des SS2, 10:07:22 Zündung des Triebwerks, 10:07:29 Mach 0.94, 10:07:31 Mach 1.02, wobei zwischen diesen beiden Marken die Entriegelung passierte und sich die Feathers nach der zweiten von selbst aufzurichten begannen (wie in dem Modell, das C. Hart oben einem TV-Team zeigt), 10:07:34 Abriss von Telemetrie und Livevideo. Das Einsammeln der Trümmer kommt gut voran, wobei auch rund 50 km noröstlich des langgestreckten Hauptfeldes noch Kleinteile entdeckt wurden (die aber auch später der Wind dorthin geweht haben kann). An den Hauptteilen des SS2 können auch Systemtests z.B. elektrischer Art durchgeführt werden. Mit dem überlebenden Piloten konnte das NTSB immer noch nicht sprechen, aber um die Wechselwirkung von Crew und Vehikel kümmert sich jetzt eine noch zusätzlich eingerichtete “human performance”-Gruppe – die wird auch ganz genau prüfen, was auf der ‘flight card’ stand: höchstwahrscheinlich ganz klar “kein Entriegeln vor Mach 1.4″. Jetzt liegen bis zu 12 Monate vor dem Team, vielleicht aber auch weniger, weil es ungewöhnlich viele Daten gibt (die man gerade in lesbare Form bringt). Zuerst werden die reinen Fakten festgestellt und auch auf einer Webseite veröffentlicht: Die Öffenlichkeit ist explizit aufgefordert, sich damit auseinander zu setzen, aber das NTSB wird dies für sich selbst auch isoliert tun, um unbeeinflusst die wahrscheinliche Unglücksursache zu benennen und Empfehlungen geben zu können. Frühere Artikel noch hier, hier und hier. [5:30 MEZ] Hart war wohl ein wenig durcheinander: Es war eindeutig der Copilot, der den Riegel betätigte. [6:05 MEZ] In diesen Artikel berichten anonyme Quellen, Alsbury habe dies versehentlich getan – und den Fehler auch gleich bemerkt, doch da war es zu spät. Weitere Artikel, auch zu Antares, hier, hier, hier und hier. [6:25 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK, ein neues Statement von Virgin Galactic (das 2. SS2 wird weiter gebaut) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [17:05 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [23:50 MEZ]

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Keine volle Woche mehr auf der ISS ist Alexander Gerst, der hier am vergangenen Wochenende aus der Cupola auf die Erde schaut. Auch die Versorgungslage der ISS nach dem Ausfall des Cygnus (die Untersuchung des Antares-Unfalls geht voran, das AIB ist benannt), ein interner Flugplan für die SLS-Rakete, bei dem sich bemannte Orion-Flüge und große unbemannte Wissenschafts-Missionen etwa zum Mars und Europa abwechseln und das Design des Adapters zwischen Orion und SLS – und Italien macht Stress wegen der Verschiebung des IXV-Fluges. [4:15 MESZ]


3. November

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Durchbruch bei Untersuchung des SpaceShipTwo-Disasters!

Die heutige Pressekonferenz des NTSB (oben Mitarbeiter im Hangar beim Trägerflugzeug WhiteKnightTwo) begann eine halbe Stunde verspätet und dauerte nur wenige Minuten – aber sie brachte eine Sensation: Das viel diskutierte modifizierte Hybrid-Triebwerk des SpaceShipTwo wurde ebenso unversehrt geborgen wie die Tanks und war offenbar unschuldig, keine Risse, kein Durchbrennen irgendwo. Und die bereits ausgewerteten Daten weisen auf eine völlig andere Anomalie hin: 9 Sekunden nachdem das Triebwerk zu brennen begonnen hatte (und fehlerfrei funktionierte) wurden plötzlich die beiden “Federn” am Heck entriegelt und bewegten sich in die Bremsposition! Normalerweise sollen sie das erst bei Mach 1.4, aber jetzt geschah es schon nahe Mach 1.0: Die Ursache ist noch unklar, aber es sieht so aus, als habe der Co-Pilot ihre Verriegelung geöffnet. Ein zweiter Hebel zum Aufstellen der Federn wurde zwar nicht bedient, aber sie stellten sich trotzdem 2 Sekunden später auf: Das dürfte zu erheblichen strukturellen Belastungen und letztlich dem Auseinanderbrechen des Vehikels geführt haben. Jedenfalls reißt in diesem Moment sofort der Telemetriestrom ab. Es wurden aber neben den für die Analyse wichtigsten Trümmerteilen auch mehrere Speicherchips geborgen, die man – teilweise beschädigt – gerade auszulesen versucht. Auch frühere Artikel hier und hier. [5:45 MEZ] Erste Artikel zur PK hier, hier und hier. [7:05 MEZ] Eine Aufzeichung der PK, warum sie diesen Blogger nicht überraschte, eine Grafik, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links – und um 5:00 MEZ eine “finale” PK des NTSB. [23:55 MEZ]

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Die Supernova 2014 dt in Messier 61 auf einer Aufnahme von Martzin Mobberley von vorgestern – visuell hat die Sternexplosion des Typs Ia-pec leider nur etwa 14 mag.: die japanische Entdeckungs-Aufnahme vom 29.10., Beobachtungen und Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und eine ähnlich helle SN noch ohne Nummer hier und hier. Sowie der inzwischen weg rotierte Riesen-Sonnenfleck am 30.10. direkt am Rand, 29.10. (mehr und mehr) und 28.10. (mehr und mehr): Von der großen Gruppe gibt es hier, hier, hier und hier Bilder mehrerer Tage, einen Artikel und ein Bild von Hinode – während seine immer folgenlosen vielen Flares auch komplett missverstanden werden konnten … [4:05 MEZ]

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A galaxy on the edge

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China feiert seine Kapsel, die um den Mond herum flog

und dann sanft in der Inneren Mongolei gelandet war: Hier wird sie gestern von Funktionären in Beijing beklatscht; auch Grafiken zum Anflug und Abstieg, ein TV-Bericht in Englisch mit IR-Bildern der Kapsel am Fallschirm, weitere Artikel hier (32 Bilder), hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links und der Verbleib des Begleiters 4M. Die anderen Bilder zeigen die Edge-On-Galaxie NGC 4762 auf einer Hubble-Aufnahme und ein bemerkenswertes Bild von Curiosity vom Sol 782. Ferner der Status von Dawn, das Ende des Projekts eines Sonnen-Satelliten Chinas (Kua Fu sollte er heißen), US-Sonnenforschung per Sounding Rocket, Bilder vom letzten Atlas-Start, eine Mini-Rückkehr-Kapsel für die ISS – und ein Vertrag über den Betrieb von Copernicus bis 2021. [3:45 MEZ]

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Hier rotiert der Asteroid 2014 SC324 auf Radar-“Bildern”

des Goldstone-Radioteleskops vom 25. Oktober: ein schneller Rotator mit einer Periode von 0.36 Stunden, wie optische Beobachtungen zeigen, für deren Fit auch noch eine (weniger klare definierte) Taumelbewegung angenommen werden muss. Radarmessungen an (2340) Hathor belegen derweil einen ausgeprägten Yarkovsky-Effekt, der die Bahn nichtgravitativ veränderte (IAUC #9272 vom 30.10.). Auch ein neuer NEA über den gleich wieder Blödsinn verbreitet wurde, und wie es Apophis in Erdnähe ergehen wird. Ferner ist der deutsche Amateur-Kometenentdecker F. W. Gerber gestorben (hier links im Bild), es gibt Bilder der Kometen C/2014 Q3 (Borisov; erheblich heller geworden) am 30.10., 28.10. und 25.10., C/2014 R1 (Borisov) am 30.10. und 28.10., PANSTARRS am 30.10. und 29.10. (plus Bahninfos für Nord und Süd), NEOWISE, Lovejoy und Kowalski, letzterer ganz neu – und Beobachtungen von Siding Spring vom Ballon und mit dem MRO. Ansonsten wird Polen ESO-Mitglied, es ist eine Lösung für den Weiterbetrieb des UKIRT gefunden worden [NACHTRAG: mehr dazu], man wettert gegen Lichtverschmutzung – und im UK soll eine riesige Volkssternwarte entstehen. [3:20 MEZ. NACHTRAG: mehr zum “Kielder Observatory Astronomy Village”]


2. November

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Sie waren an Bord des SpaceShipTwo beim fatalen Flug

am Vormittag des 31. Oktober: Pilot Peter Siebold, der Director of Flight Operations bei Scaled Composites, war der Pilot und erholt sich von seinen schweren Verletzungen, er ist bei Bewusstsein und spricht mit Angehörigen und Ärzten. Copilot Michael Alsbury hat es nicht geschafft. Inzwischen sind sowohl ein Untersuchungsteam des National Transportation Safety Board – größer als üblich, da beim SS2 doch einiges anders als bei einem gewöhnlichen Flugzeug war – und Virgin-Chef Richard Branson im kalifornischen Mojave angekommen: ein kurzes NTSB-Statement (um 4:00 MEZ soll es die nächste PK geben, vielleicht mit allerersten Erkenntnissen) und eine Sonderseite zur Untersuchung sowie eine Kurz-PK von Branson und ein Teil seines Statements. Auch ein Statement des ESA-Chefs, einen Artikel mit schweren Vorwürfen gegen Virgin Galactic, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Zur Untersuchung des Antares-Unglücks gibt es derweil nur einen kurzen Update (sein Vorgänger) und Artikel hier, hier, hier und hier. [1:15 MEZ]

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Ein soeben vom NTSB verbreitetes Bild zeigt dessen Acting Chairman Hart mit dem Virgin-Galactic-Piloten Todd Ericson und weiteren Beamten im Trümmerfeld des SpaceShipTwo. Auch eine Anzahl Video-Clips, die weitere Trümmerstücke teilweise sehr detailliert zeigen sowie weitere Standbilder hier, hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier und hier. [2:45 MEZ] In einer nur 15 Minuten langen aber informationsreichen PK, die ein Lokalsender übertrug, hat gerade o.g. Acting Chairman das Trümmerfeld beschrieben: Es erstreckt sich 8 km lang von NO nach SW, entlang der Flugrichtung, und beginnt mit den beiden großen Heckflügeln, gefolgt von mehreren Tanks, dem Rumpf, dem Cockpit und ganz am Ende dem Triebwerk. Die Ausdehnung des Feldes beweist klar, dass das SS2 in der Luft auseinanderbrach, warum ist aber noch nicht klar. Etwa 4-7 Tage wird im Feld gearbeitet, und bis zum Abschlussbericht wird es etwa 12 Monate dauern (zunächst gibt es aber keinen Grund, warum Virgin Galactic in der Zeit nicht weiter arbeiten dürfte). Der Flug wurde geradezu perfekt überwacht, von 6 Kameras an Bord des SS2 mit nichtflüchtigen Speichern, 3 auf dem WK2 und noch mehr auf einem Begleitflugzeug (das auch Radardaten aufnahm), während eine Telekamera von der Edwards AFB aus zuschaute. Und über 1000 Messgrößen wurden per Telemetrie übertragen. [4:20 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK, Artikel hier (auch mit Video), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie mehr Links, ein Branson-Statement zu den Piloten – und mehr Kritik sowie verwegenene Kritik an der Kritik an Virgin Galactic und ein nüchterner Blick auf den ‘NewSpace’-Hype. Nächste NTSB-PK um 5:00 MEZ morgen. [21:50 MEZ] Lange Web-TV-Interviews mit Augenzeugen beider Disaster. [22:45 MEZ]

SpaceShipTwo bei Testflug zerbrochen; ein Toter

31. Oktober 2014

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Der Copilot tot, der Pilot schwer verletzt im Krankenhaus – Zustand unbekannt – und ein ausgedehntes Trümmerfeld in der kalifornischen Wüste bei Mojave, der Kleinstadt der Pioniere der privaten Raumfahrt: Das ist geblieben vom SpaceShipTwo, das heute beim ersten Testflug unter Raketenantrieb seit über 9 Monaten kurz nach dem Abwurf vom Trägerflugzeug WhiteKnightTwo auseinander gebrochen ist. Dass es beim Zünden des Triebwerks – das erstmals eine neue Treibstoff-Rezeptur verwendete – explodiert sei, wie es zunächst hieß, stimmt womöglich nicht: Vom Boden aus war kaum etwas zu sehen gewesen, und auch die Trümmer sehen nicht nach einer Explosion aus. Ob es in den zwei Minuten zwischen Abwurf und Kontaktabriss Hinweise auf Probleme gab, blieb auf einer PK um 22:00 MEZ unbeantwortet; man betonte lediglich, die neue Mixtur sei am Boden ausgiebig getestet und das Triebwerk als solches kaum modifiziert worden.

Weitere Luftbilder der Überreste hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und hier, wie sie zur Struktur passen, sehr knappe Statements von Luftaufsicht und Virgin Galactic, eine engagierte Live-Diskussion (früher), frühere Artikel, die häufig mehrfach umgeschrieben wurden, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Beiträge zur schwierigen Vorgeschichte hier, hier und hier – und erste Kommentare hier und hier, die zwar zu Recht betonen, dass es am Anfang schwierig ist und nicht ohne Opfer abgehen mag. Aber verschweigen, dass das, was das SS2 einmal erreichen sollte, suborbitale Flüge nämlich, die NASA bereits 1961 routinemäßig schaffte und dann wieder dran gab, während sich die Sowjetunion damit erst gar nicht abgegeben hatte … [NACHTRÄGE: Erste Bilder vom Zerbrechen des SS2 hier, hier und hier zeigen tatsächlich keine Explosion, aber was warum passierte, bleibt rätselhaft; auch Statements des NASA-Chefs, von Virgin Galactic und R. Branson und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und treffende Kommentare hier und hier sowie ein ganz harter …]

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Erstaunliche geringe Schäden an der Startanlage von Wallops nach dem Antares-Disaster, von dem auch ein weiteres Video von inzwischen zahlreichen zu sehen ist – auch mehr Bilder vom Ende der Rakete und der Anlage danach, Updates von Orbital, der NASA und unabhänigen Experten, eine Kondolenz der AAS, eine Statistik der Erfolgsquote von Raketen der westlichen Welt, Artikel zu den Untersuchungen, Augenzeigen-Berichten und Konsequenzen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein TV-Interview – und die letzte orbitale PK von Alex Gerst sowie erneutes Gemecker an der ARM durch einen Asteroidenforscher, auch hier, hier und hier erwähnt.

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Rosetta ist jetzt auf dem Orbit zum Absetzen von Philae

auf dem Kern des Kometen – hier eine NavCam-Aufnahme vom 28. Oktober mit 65 cm/Pixel – angekommen, nach einer weiteren Bahnkorrektur! Und es werden mehr und mehr ‘Public Viewings’ der Landung bekannt – das große in Bonn ist längst ausgebucht, aber z.B. in Darmstadt oder Potsdam geht noch was. Auch Abschiedsblicke auf die Asteroiden-Sonde Hayabusa 2, fünf Jahre Proba 2 mit 3 Missionen gleichzeitig im Orbit – und das private LightSail zickt weiter rum.

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Merkurkrater aus geringer Höhe unter schrägem Licht aufgenommen, auch ein infrarotes Mosaik des Titan mit Blick bis auf die Seen-reiche Oberfläche, die ungefähr jetzt erfolgende Rückkehr von Chang’3-5 T1 zur Erde (viele Details, ein weiterer Artikel und eine Grafik) – und Chang’e-2 tut’s immer noch, zeitweise 100 Mio. km von der Erde entfernt. [NACHTRAG: Die Kapsel von Chang’e-5 T1 ist erfolgreich gelandet – und wurde sofort gefunden! NACHTRAG 2: ein längerer Artikel. NACHTRAG 3: Da steht sie, die Kapsel! NACHTRAG 4: die offizielle Geschichte und mehr Kapsel-Bilder hier, hier und hier. NACHTRAG 5: ein längerer TV-Bericht mit Original-Video von der Abtrennung und des Reentry der Kapsel!]

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Das ist das Intra-Cluster Light des Galaxienhaufens A 2744

Bestimmt aus Bildern des Hubble Space Telescope für “Frontier Fields”, einer Kampagne zur besonders tiefen Aufnahme von Galaxienhaufen in vielen Farben: Das Licht von Sternen im Raum zwischen den Galaxien erweist sich als blauer als deren eigenes Licht, und die Sterne – in denen 6% der gesamten Stellar-Masse des Haufens stecken – sind 6±3 Milliarden Jahre jünger als die großen Galaxien. Offenbar sind die ICL-Sterne erst viel später entstanden (bei Rotverschiebungen unter 1), als Galaxien ähnlich unserer Milchstraße in den Haufen fielen und aufgerieben wurden: Ein entsprechendes Schicksal von 4 bis 6 solchen Galaxien würde die Intensität des ICL erklären. Auch Press Releases zum Paper hier und hier und ein Artikel, Beobachtungen mit dem WISE-Satelliten von 400 Mio. Quellen, die die SDSS fand (viele davon der IR-Satellit aber nicht), das formelle Erscheinen der fast 30 Planck-Papers von 2013 – und ein erster Hangout zur Geschichte des Hubble Space Telescope.

Allgemeines Live-Blog vom 25.-29. Oktober 2014

25. Oktober 2014

29. Oktober

Orbital Sciences Antares Launch

Orbital Sciences Antares Launch

Orbital Sciences Antares Launch

Noch keine heiße Spur bei der Suche nach der Ursache

der Antares-Katastrophe ist 24 Stunden später bekannt, auch wenn sich externe Spekulationen auf die russischen Triebwerke oder ihre Zuleitungen konzentrieren: Wie man auf einem weiteren Video oder auch den NASA-Fotos oben erkennt, brach am Hinterende der Rakete plötzlich Feuer aus, der Schub ließ nach, und es kam zu einer Explosion. Weitere Bilder gibt’s z.B. in in diesem Album eines 14-jährigen Start-Fans (10 Starts, 1. Katastrophe) und hier, hier, hier, hier, hier, und hier – und die Rampe am Tag danach. Auch das Transkript einer Telecon von Orbital heute, eine Mitteilung von Planetary Resources zum Verlust des Arkyd 3, auf den die Konkurrenz viel schneller reagiert hatte, und Artikel hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr, mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Seither gab es auch wieder zwei erfolgreiche Starts: Eine Soyuz brachte einen Progress zur ISS (mehr, mehr, mehr und mehr) und eine Atlas 5 einen GPS-Satelliten in den Orbit: Artikel hier, hier und hier und ein Bild von ferne. [23:55 MEZ – Ende]

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Ein Ausschnitt aus einem NavCam-Mosaik von vorgestern aus 7.8 km Höhe (Anklicken liefert das ganze Mosaik in voller Auflösung, an dem sich hier schon jemand versucht hat [NACHTRAG: und weitere Ausschnitte]): Diese “Close Observation Phase” ist gestern mit einem Manöver beendet worden [NACHTRAG: ein Interview dazu] – die Vorbereitungen für Philaes Absetzen beginnen! Auch eine Galerie von Rosetta-Aufnahmen der letzten Wochen – und die erste Analyse eines Staubteichens durch COSIMA. [19:35 MEZ]

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Wie das Disaster begann: die Luftexplosion der Antares

sowie die größere Explosion nach dem Rücksturz und die brennenden Trümmer an der Rampe – weitere Screenshots aus der Live-Übertragung hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und weitere Artikel hier, hier und hier. [0:45 MEZ] Um 1:30 MEZ gibt’s eine Pressekonferenz – auch ein Amateurfilm aus einiger Distanz und Infraschall-Daten der Explosion(en). Und Orbital weiß (oder sagt) noch nichts über die Ursache. [1:00 MEZ] Der Anfang vom Ende in Zeitlupe – aber sind Orbital nun zukunftsweisend und mutig … oder aber rückwärtsgewandt und verrückt, mit der Verwendung russischer Uralt-Triebwerke für die Antares? [1:15 MEZ]

Ein dramatisches Video des Disasters, von der Press Site aus gefilmt; die Pressekonferenz verschiebt sich auf ca. 1:45 MEZ. Und weitere Artikel hier und hier. [1:30 MEZ] Eine australische Uni hat was zu sagen – und die PK rutscht auf 2:00 MEZ. [1:45 MEZ] Noch ein beeindruckendes Video – aus einem Flugzeug! [1:50 MEZ] Während sich die PK weiter verspätet, ist noch ein Amateur-Video aufgetaucht, nun wieder vom Boden. [2:10 MEZ] Auf der PK zeigt sich, dass Orbital wirklich keine Ahnung hat, was schief ging: Die Telemetrie ist wegen der Untersuchung unzugänglich. Man weiß also nur, was alle sahen: Die erste Stufe begann sich aufzulösen … [2:30 MEZ] … und die Selbstzerstörung wurde ausgelöst – als die Rakete schon wieder fiel aber bevor sie aufschlug. Weitere Artikel hier, hier und hier – und eine Sammlung diverser Videos des Disasters. [2:40 MEZ] Die Reaktion eines Cygnus-Kunden, der 26 kleine Satelliten verlor, Fotos aus einer Meile Abstand und ein langer Artikel. [3:20 MEZ] Ein knappes NASA-Statement, ein Artikel und ein fernes Handy-Video mit heftiger Reaktion … [4:15 MEZ] Eine Aufzeichnung der PK und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [5:05 MEZ]

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Die Trümmer der Antares explodieren auf der Rampe, nachdem das untere Ende der Rakete Sekunden nach dem Abheben auseinandergebrochen und kein Schub mehr vorhanden war – die brennende Antares war fast senkrecht zu Boden gefallen. Das NASA-Blog zum Start spricht von einem “mishap”; zu Schaden gekommen zu sein scheint dabei niemand. [0:05 MEZ] Wie das Unglück begann und für Wetter-Radar aussah, auch Artikel hier, hier und hier. [0:15 MEZ] Ein Foto aus anderer Perspektive der Luftexplosion, mehr Video-Stills und ein weiterer Artikel. [0:20 MEZ]


28. Oktober

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Abermals warten die Antares und Cygnus auf den Start

zur ISS, hier beim heutigen Sonnenaufgang auf Wallops Island: Das zehnminütige Fenster öffnet sich in knapp 45 Minuten. [22:40 MEZ] Die Wetteraussichten sind 100% positiv – und kein bekloppter Bootsheini (s.u.) in Sicht … [22:45 MEZ] … während die Sonne gerade untergegangen ist. [22:55 MEZ]

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Abenddämmerung über der Startrampe 20 Minuten vor der Öffnung des Startfensters – weiter keinerlei Probleme. [23:05 MEZ] Oh, Shit … Die Antares ist Sekunden nach dem Abheben explodiert! [23:25 MEZ] Ein Video des Disasters, ein Blick auf das Feuer aus größerer Distanz und ein Artikel. [23:55 MESZ]

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Drei ungewöhnliche Bilder aus dem Sonnensystem, die heute publik wurden: oben der Mond “von hinten” und die Erde, aufgenommen von Chang’e-5 T1 [NACHTRAG: das Bild größer] während der inzwischen beendeten Mond-Umrundung (Artikel hier, hier und hier, die Einschlagsstelle von LADEE auf dem Mond in einem Nachher/Vorher-Quotienzen-Bild des LRO und der Jupiter auf einem Hubble-Bild vom April mit dem Schatten Ganymeds mitten auf dem GRF. Außerdem das Innenleben von Enceladus, eine weitere Vorführung von Hayabusa 2 – und allerlei Optionen für die Nutzung der gestrandeten Galileo-Satelliten. [22:35 MEZ]

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Idiot in Boot verhindert den ersten Cygnus-Nachtstart

Die Antares im Licht des Sonnenuntergangs auf Wallops Island vor 75 Minuten, die den nächsten Cygnus mit viel neuer Wissenschaft zur ISS bringen sollte – nun darf noch einen Tag länger gewartet werden, weil ein Idiot in einem Boot in der Sperrzone rumgurkt und nicht rechtzeitig rauskommt! Nächster Versuch um 0:22 MEZ morgen 23:22 MEZ heute. [0:15 MESZ] Ein NASA Release zum Ärgernis und Artikel hier und hier. [3:00 MEZ] Und hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [22:25 MEZ. NACHTRAG: eine detaillierte Erklärung der NASA, warum das Boot nicht verscheucht werden konnte, genau dies aber unabdingbar war]


27. Oktober

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X-Flares bis zum Schluss der Reise über die Sonnenscheibe liefert die Riesengruppe – schon randnah auf Bildern hier, hier und hier [NACHTRAG: und hier!] von heute – ohne Unterlass: Heute gab es schon wieder einen, wobei diese H-Alpha-Aufnahmen kurz nach seinem Maximum entstanden. Auch der Eintritt des Saturn hinter den Mond bei der Bedeckung; eine Animation aus Zwardon in Polen bei 49.5°N, 19.0°O – und animierte Amateurbilder des Neptun zeigen klar den Transit einer hellen Wolke! [23:55 MEZ]

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Man möchte kein Kartograph für solche Kometenkerne sein

Oder gerade? Eine weitere NavCam-Nahaufnahme – vom 24. Oktober aus ca. 7.8 km Höhe – wieder mit einem vermeintlichen oder tatsächlichen Dünenfeld und auch einem markanten Riss in der Oberfläche des Kometen [NACHTRAG: die üblichen Kommentare dazu]. Derweil hat Chinas neue Mission den Mond erreicht, zahlreiche alte Surveyor-Daten werden digitalisiert, es gibt Einsichten zur Geologie des Gale-Kraters auf dem Mars und Effekten des Sonnenwinds auf Titan, ein paar neue Bilder aus dem Chandra-Archiv, was das Röntgenteleskop MAXI auf der ISS gebracht hat – und der Test eines neuen Raketenantriebs. [23:45 MEZ]


26. Oktober

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Unmittelbar nach der Saturn-Bedeckung durch den ganz jungen Mond gestern gelang Francesc Pruneda in Katalonien dieses Bild (mit freundlicher Genehmigung, und da kommt noch mehr Material) – auch ein besseres Bild aus den Niederlanden und eine französische Perspektive mit schon größerem Abstand der beiden. Ferner die Kometen Siding Spring im Perihel, C/2014 Q3 (Borisov) überraschend hell und LINEAR immer noch mit Begleiter, die große Fleckengruppe heute bereits wieder randnah auf der Scheibe, sichtbar auch bei Sonnenaufgang auf Wallops Island neben der Antares mit dem Cygnus und im Detail (mehr und mehr) – gerade hat sie wieder einen X-Flare abgelassen, einen X2.0, und zum 5. Mal ohne CME. [16:35 MEZ] Die Gruppe ganz groß. [20:25 MEZ] Und noch ein Mond-Saturn-Paar aus Spanien. [22:35 MEZ]

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Rückkehr eines Drachens: Hier fliegt er über Sydney bei Nacht (und einigen Wolken) kurz nach dem Abkoppeln von der ISS gestern – ein NASA Release (mehr) und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [2:05 MEZ] Und hier, hier, hier, hier und hier. [16:15 MEZ]


25. Oktober

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Wir machen uns aus der partiellen SoFi … eine (Art) ringförmige – der Röntgensatellit Hinode und die Sonnenkorona machen es möglich: ein CfA Release, das Ganze als Video und ein Artikel. Auch Ähnliches von Proba 2 und GOES, SoFi-Effekte vom Satelliten Aqua aus, irdische Galerien hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, Berichte hier, hier und hier und mehr Links – und schmale Mondsicheln vorher und nachher. Die gewaltige Fleckengruppe – gestern hier, hier und hier – hat gerade einen X3.1-Flare produziert (“Homepages” hier, hier und hier und mehr hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier), aber es entstand wieder keine CME. Auch die Gruppe nach dem Flare, eine sehr schwer beobachtbare Saturn-Bedeckung durch den Mond heute – und die Kometen LINEAR (mit 45-Tages-Animation), 201P und 32P. [4:35 MESZ] Und heute noch ein X1.0-Flare aus der Gruppe (mehr und mit ISS), auch wieder ohne CME danach – was andererseits keine Anomalie darstellt, wie man schon lange weiß. Und ein einsames Bild vom Mond am Saturn. [23:55 MESZ]

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Der Komet aus nur etwa 7.5 km Höhe aufgenommen vor 5 Tagen aus einem Orbit 9.4 km vom Zentrum des Kerns. Für den Namenswettbewerb für “J” sind über 8000 Vorschläge eingegangen – und es gibt einen aufwändigen SciFi-Kurzfilm (5 Minuten) mit Rosetta und einem Game-of-Thrones-Schauspieler (mehr, mehr und mehr dazu und noch ein Rosetta-Artikel). Ferner hat Chinas neue Mond-Sonde die Bahn korrigiert (eine Grafik und hier und hier Details) – weitere Artikel zum Start hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und zum Mit-Passagier 4M aus D bzw. LUX dieser und dieser [NACHTRAG: und dieser und dieser mit mehr Details; mehr Links]. Auch eine weitere Bahnänderung von MESSENGER – und Eiswolken hoch über dem Titan in Cassini-Daten. [4:00 MESZ]

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Koronale Bögen vor 10 Tagen im extremen UV vom SDO aufgenommen. Auch solare Sonifikation, das betagte HST hat das erste Frontier Field fertig, Spitzer NGC 1291 aufgenommen, der nächste Cygnus soll übermorgen starten (Bilder und Artikel hier, hier und hier, letzterer zur Nutzlast Arkyd 3), das IXV hat dagegen ein Startverbot erhalten, weil es Probleme mit der Sicherheit gibt [NACHTRÄGE: ein ESA Release zu den offiziellen Gründen und ein Artikel mit weitergehenden Spekulationen] – und da ist, ohne vorher Bescheid zu sagen, jemand noch höher in der Stratosphäre abgesprungen als Baumgartner: Bilder und ein Video und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [3:45 MESZ]

Weitere größere Artikel (und Zusatz-Links)

24. Oktober 2014

crism

Siding Spring und Marssonden überstehen enge Begegnung, und die letzteren schicken nach und nach ihre Daten: hier infrarot die innere Koma von CRISM auf dem MRO – auch zahlreiche Webcasts & Hangouts aus der Nacht der Begegnung, eine Bilderserie durch die größte Nähe hindurch (aus L’Alpe d’Huez in Frankreich) und weitere Amateur-Ergebnisse.

Ein Stern wird … gehen: ein Vortrag von Aaron Adair in Köln über die Nicht-Existenz des Sterns von Bethlehem, auf dem Weg zu einer Tagung in den Niederlanden, für die auch dieses Video wirbt [NACHTRÄGE: lange Berichte über die Tagung, von Adair selbst und einem Radioastronomen – und der komplette Kölner Vortrag].

Eine NASA-Telecon aus purer Begeisterung über die ersten Daten von MAVEN vom Mars: Der Missions-PI erklärt exklusiv die Hintergünde; auch weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier über die Telecon.

“Cosmology for Philosophers”: Lawrence Krauss in Bonn und Krauss in Bonn: die Fortsetzung – zwei Auftritte des US-Physikers an der Uni.

Riesen-Sonnenfleck über der A 3 mit einfachen Mitteln – auch mal in voller Fahrt – aufgenommen; die große Gruppe auch mit irdischen Zugaben.

TdoT der VSB – mehr Sonne geht nicht … beim Tag der Offenen Tür der VSW Bonn.

Volksastronomie im Zeichen des Riesen-Sonnenflecks, der mit x Teleskopen beobachtet und auch fotografiert wurde.

Ulis Gaia-Show, die zweite: der Status des Gaia-Satelliten in einem öffentlichen Vortrag.

Chicane under the Stars … of PlaBo: der erste Auftritt (sagt der Manager) des britischen Musikers in einem Planetarium.

Kleinere Artikel

Regenbogen fünfter Ordnung nachgewiesen – aber zwei Jahre nix erzählt.

Eins mit dem Universum – in Niederdollendorf bei einem Zenit-Durchgang der ISS.

Teleskop filmte geostationäres Manöver eines neuen Satelliten – der dann offenbar auf die schiefe Bahn geriet [NACHTRAG: Das scheint sich zu bestätigen].

Heute vor 25 Jahren: ein Tag – drei historische Ereignisse am 18.10.1989, darunter der Start von Galileo zum Jupiter.

Vulkanismus auf dem Mond – im Prinzip noch heute, zeigen LROC-Bilder ziemlich frischer Lava.

Der schlechteste Asteroiden-Crash-Film aller Zeiten … dürfte “Asteroid vs. Earth” sein.

Landung von Philae am 12.11. in Region »J« bestätigt – nur noch drei Wochen …

Allgemeines Live-Blog vom 21.-23. Oktober 2014

21. Oktober 2014

23. Oktober

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Der Monster-Fleck hat die Mitte der Scheibe erreicht – und jetzt kommt noch der Mond dazu, der sich für Nordamerika partiell vor die Sonne schiebt: heutige Bilder der Gruppe von diesem Blogger, ihre sanften Eigenschaften, ein weiterer Größenvergleich mit früheren Gruppen und Artikel hier und hier, Vorschauen auf die SoFi hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, die maximale Phase für viele Orte – und Livestreams hier, hier und hier. [23:20 MESZ]

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SoFi mit Sonnenfleck: ein Live-Bild aus Los Angeles vom Griffith Observatory! Bei SLOOH gibt’s ein H-Alpha-Bild und bei McMath eine Projektion. [23:35 MESZ] Ausgewählte Standbilder hier, hier, hier, hier und hier. [23:55 MESZ – Ende. Denkste! NACHTRAG:

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Das SLOOH-H-Alpha-Bild kurz nach Mitternacht, dito Griffith Obs., während es in Seattle rumwölkt, die Phase aber größer ist – und im Calgary wird der Fleck bedeckt! NACHTRAG 2: SoFi-Projektion im Flugzeug, live getwittert …

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NACHTRAG 3: noch mal Los Angeles (wo 30’000 den Griffith-Webcast gucken), um 0:29 MESZ, unmittelbar nach Erreichen der maximalen Phase von 0.45 = 33% Bedeckung – auch eine tiefere H-Alpha-Phase von SLOOH, und auch vom Mt. Lemmon gibts H-Alpha. NACHTRAG 4: ein erstes Bild der SoFi im Untergang – und die Aufzeichnung eines bereits beendeten Webcasts. NACHTRAG 5: Proba 2 hat die SoFi im EUV-Licht geguckt – und sie wurde im Untergang gefilmt, ohne und mit dem Fleck; auch ein Foto. NACHTRAG 6: relativ tiefe Partialitäten aus Montana und Wash. state, schöne SoFi-Sonnenuntergänge hier, hier, hier und hier – und die 3-stündige Aufzeichung noch eines Webcasts. NACHTRAG 7: ein Reihen-Komposit bis zum Untergang, weitere SU-SoFis hier, hier, hier, hier und hier, Berichte hier und hier, Bildersammlungen hier, hier und hier und ein NSF Release mit noch mehr Bildern]

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Gelungener Start der vierten chinesischen Mondmission

und der ersten privat finanzierten Mondsonde (aus Luxemburg, mit deutschem Geld) als Zugabe: Artikel hier, hier, hier, hier und hier, auch ein weiteres Paper über Chang’e-3 auf dem Mond – und endlich ein Nachruf auch der FU Berlin auf Gerhard Neukum. [22:55 MESZ. NACHTRÄGE zu den Mondmissionen: Artikel hier und hier]

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Aktuelle aktive Kometen: zweimal Siding Spring und einmal C-G – das obere Bild von MAVEN zeigt die Wasserstoffkoma von Siding Spring am 17. Oktovber, das mittlere Komposit von Hubble den Kometen am 18. und 19. Oktober, wobei auch noch ein Mars eingeklebt wurde (mehr dazu in diesem Hangout, auch frühere Artikel hier, hier und hier und mehr Links), und das untere C-Gs Staubjets am 10.9. auf einer OSIRIS-Weitwinkel-Aufnahme – auch Messungen von ROSINA zu den Ausdünstungen des Kometen und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [22:45 MESZ]


22. Oktober

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Riesengruppe schickt neuen X-Flare – aber ohne CME dazu

Die größte Fleckengruppe des laufenden Zyklus (Bilder von heute, vom 17.-21. und 19.-22. Oktober), hat heute einen weiteren kleinen X-Flare produziert (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), aber er hat keinen koronalen Massenauswurf erzeugt; bald danach kam dann noch ein weiterer M-Flare. Auch ein kurioser Nachweis des Erdscheins am Tage, die neue Blanco DECam Bulge Survey der Milchstraße, ein neuer technischer Leiter im Planetarium Bochum, Umwelt-Ärger am Siding Spring Obs., auch hier erwähnt, weiterer breiter Impakt der Mond/Schlaf-Nulleffekt-Studie der MPG, die ersten Bilder eines Regenbogens 5. Ordnung – und deutsche Amateur-Mitteilungen zu Meteorien und Co. bis 1978 zurück sind jetzt online frei verfügbar geworden! [23:20 MESZ]

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Neue Landschaftsformen und krasse Schatten auf weiteren NavCam-Aufnahmen vom 18. Oktober aus ca. 8 km Höhe, hier alles Ausschnitte in der Originalauflösung von 67 cm/Pixel. Auch möglicher “Metall-Frost” auf der Venus – und ein Nachruf auf Gerhard Neukum in einem Blog beim JPL, was die internationale Bedeutung dieses Planetenforschers unterstreicht. [22:55 MESZ]

Morgen startet ein deutsches Privat-Raumschiff zum Mond

Wenn auch ein sehr kleines und preiswertes (EUR 400’000): Als Untermieter von Chinas Chang’e 5-T1 genanntem Test einer Sample-Return-Trajektorie ist auch die zwar in Luxemburg gebaute aber vom deutschen Eigner der Firma finanzierte Manfred Memorial Moon Mission (4M) dabei, die an deren verstorbenen Geschäftsführer erinnert, Manfred Fuchs von OHB. Auch die erfolgreiche Mission bisher des umprogrammierten Kepler, bemerkenswere Bilder von Start und späteren Manövern (per Teleskop!) einer Proton gestern (mehr Links), warum erstmal keine Galileos auf der Soyuz starten, die NZZ breit über Deutschlands Raumfahrt, ein Porträt von S. Jähn, Bilder hier, hier, hier und hier einer russischen EVA (früher und mehr), das Strahlungs-Risiko für Marsfahrer (mehr, mehr, mehr und mehr) – und der 500’000. Besucher in Morgenröthe-Rautenkranz seit 2007. [22:35 MESZ]


21. Oktober

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Die größte Fleckengruppe des Zyklus rückt weiter Richtung Scheibenmitte vor auf dieser SDO-HMI-Aufnahme von heute: auch exzellente Amateuraufnahmen hier, hier und hier, plus noch mehr Bilder und die letzten drei Tage. [23:55 MESZ]

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HiRISE konnte den Kern von Siding Spring kaum auflösen

So sah die hochauflösende Kamera auf dem Mars Reconnaissance Orbiter den Kometen Siding Spring, als er dem Mars am nächsten zwar (zwei verschiedene Darstellungen desselben Bildes): Die Auflösung betrug 138 Meter pro Pixel, und der Kern scheint nur 2 bis 3 Pixel und damit unter 500 Meter groß zu sein; mit rund einem Kilometer war gerechnet worden. Die erste Quasi-Nahaufnahme eines Kometenkerns direkt aus der Oortschen Wolke: Vielleicht lehrt sie nur, dass die Albedo dieser Körper größer als bei den Finsterlingen wie C-G (unten) ist? Bereits 12 Tage früher hatte HiRISE den Kometen anvisiert und knapp über dem Rauschen nachgewiesen – aber nicht ganz an der erwarteten Stelle: Die Ausrichtung der Kamera für die größte Annäherung wurde entsprechend korrigiert, sonst wären diese Bilder wohl nicht gelungen. Und wachsende Alben mit Siding-Spring-Bildern vom Boden aus von der internationalen Kampagne und aus allen Quellen sowie ein Artikel mit Animationen der Annäherung aus Rumänien. [1:55 MESZ] Ein Nachweis des Kometen aus Deutschland in der Stunde vor der größten Nähe und Artikel hier und hier. [3:25 MESZ] Und hier (MOM-Bilder “in a couple of days”) und hier. [5:05 MESZ] Und ein knapper – aber eindeutiger – Nachweis auf 52°N 1/2 Stunde vor der maximalen Annäherung! [12:50 MESZ] Mehrere Bilder Opportunitys animiert, weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, der Komet heute mit dem Mars nicht mehr im Feld – und die anderen aktuellen Kometen PANSTARRS (dito), LINEAR und 201P. [23:45 MESZ]

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Eine weitere Kometen-Landschaft aus nur ca. 8 km Höhe von der Rosetta-NavCam am 18. Oktober aufgenommen – etwa mit Dünen drauf? Weitere Artikel hier und hier, auch der Technologie-Tester für Mini-Asteroiden-Such-Satelliten Arkyd3 vor dem Start zur ISS, ein Paper über Chang’e-3 und sein Bodenradar, die anhaltende STEREO-Krise, schöne Bilder vom Start der letzten Ariane und die Übergabe der Galileos “in excellent shape” im falschen Orbit. Und wiederum in Sachen kosmische Kleinkörper eine Feuerkugel über dem UK und den NL am Abend des 19.10. (mehr, mehr, mehr und mehr) und die Kometen Borisov und LINEAR. [1:45 MESZ]

Live-Blog zu Komet Siding Spring dicht am Mars

18. Oktober 2014

20. Oktober

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Und tschüss … der Komet schon wieder weit weg vom Mars

heute Mittag MESZ auf einer weiteren ferngesteuerten Aufnahme aus Australien von Martin Mobberley; auch ein Bild von gestern mit wohl aufgehelltem Kometen und ein älteres Farbbild. Noch ein paar Artikel hier (Indiens Marsorbiter hat’s auch überstanden und offenbar Bilder des Kometen machen können), hier, hier und hier – und viele, etwa hier, hier, hier, hier, hier und hier – meinen, auf Nachtaufnahmen von Opportunity den Kometen zu sehen, ein konkreter Beweis oder eine Bestätigung seitens der NASA stehen aber noch aus. [18:35 MESZ]

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Nach mehr als 12 Stunden ist die Mitteilung der NASA dann doch noch gekommen, dass es der Rover wirklich geschafft hatte – die einzige der sieben Missionen vor Ort, die schon etwas geliefert hat. Auch ein weiteres irdisches Bild von heute und viele weitere (Sorry, kenne nur die URL für FB-Mitglieder) – und der Riesenfleck auf der Sonne hat bereits einen X-Flare produziert. [23:55 MESZ – Ende]

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Da ist der Komet, knapp zwei Stunden nach der größten Annäherung an den Mars: eine Aufnahme mit dem 1-m-Teleskop der ESA auf Teneriffa (der Komet ist der helle Fleck auf 10 Uhr vom Mars) – und es gibt eine Aufnahme aus Österreich des Paares kurz vor der größten Nähe! Das Team des Mars Express ist inzwischen nachhause gegangen, auch vom MRO gibt es ein ‘all clear’ (was man bei der NASA nicht mitbekam) – und weitere Post-C/A-Artikel hier, hier und hier, wieder komplett ohne Neuigkeiten: An diesem Abend haben die Social Media in Sachen Situational Awareness haushoch obsiegt. [0:55 MESZ] MAVEN geht’s auch gut, ein Press Release zu MROs Beobachtungen (deren Download “days” dauern wird) – und in 5 Minuten ist SLOOH noch mal ‘auf Sendung’. [2:25 MESZ] Wo es ein Live-Bild aus Chile gibt – und alle drei NASA-Orbiter sind wohlauf; auch ein weiterer Press Release zu MAVENs Status. [2:45 MESZ] So sah das Live-Bild gerade aus, auch eine Aufnahme aus Uruguay – und ein langer Hangout mit noch mehr Südamerika. [3:50 MESZ] Und eine aus Brasilien, von SONEAR, sowie der MEX-Status – und ein Artikel mit Inhalt. [4:05 MESZ] Wenig dagegen hier, hier und hier, dafür australische Bildvergleiche. [5:45 MESZ]


19. Oktober

Nah(!)-Erkundung des Kometen durch Mars Express läuft

Mehrere Instrumente des ESA-Marsorbiters sind jetzt – weniger als eine Stunde vor der größten Annäherung – in Betrieb und messen. [19:35 MESZ] Der viel-beworbene ESA-Webcast aus Darmstadt geht nicht – aber hier gibt’s eine Alternative aus Südafrika! [20:10 MESZ] Der Mars Express versteckt sich derweil hinter dem Planeten. [20:15 MESZ] Und noch ein funktionierender Webcast, mit einem (undeutlichen) Live-Bild aus Südafrika. [20:20 MESZ] Und das war’s schon! Während bei der ESA rein gar nichts funktioniert – für den Mars Express gilt das hoffentlich nicht … [20:30 MESZ] Ein Bild des Paares 1 1/2 Stunden vor der größten Nähe: nicht schön, aber selten. Und ein SLOOH-Screenshot nahe der Nähe, aber mit Komet? [20:50 MESZ] Ein Bild des Paares bei t-1 Stunde. Die ESA versucht es derweil weiter, jetzt als HangOut. [21:05 MESZ] Wo bestätigt wird, dass der Mars Express weiter sendet – keine Probleme. [21:20 MESZ] Die Durchquerung der Bahnebene steht zwar noch bevor, aber davor bangt’s keinen. [21:25 MESZ] Die Kometen-Bilder der MEX-Kamera HRSC werden aus Gründen der Speicherverwaltung erst am 23.10. zur Erde übetragen; wann es danach was zu sehen geben wird, ist völlig offen. [21:55 MESZ]

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Dieses Komposit-Bild wächst noch: Andreas Vossinakis hat hier Aufnahmen von Komet und Mars von Rob Kaufman und Nick Howes von mehreren Tagen (Anklicken -> doppelt so viele) montiert. Derweil hat der Mars Express auch die Bahnebene des Kometen problemlos gekreuzt, es gibt erste Post-Flyby-Artikel (ohne irgendwelche Neuigkeiten) hier, hier und hier und nicht weniger als fünf aufgezeichnete Hangouts und Webcasts von vor, während (noch einer und noch einer) und nach der größten Annäherung – und um 2:30 MESZ wird SLOOH nochmal live gehen, in der vagen Hoffnung auf erste Ergebnisse irgendwoher. [22:45 MESZ]

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Komet im Planeten-Anflug! Ein beeindruckendes Bild von Martin Mobberley, der vor einer Stunde ein 43-cm-Teleskop des Siding Spring Observatory fernsteuerte. Viele weitere Bilder des ungleichen Paares der letzten Stunden in der – z.Z. öffentlichen – CIOC-FB-Gruppe der internationalen Kampagne; auch Nachzügler von gestern und vorgestern. [12:45 MESZ] Ein besonders gutes Farbbild von Komet und Mars und ein paar mehr Bilder der beiden, z.T. hier schon verlinkt. Derweil keine besonderen Vorkommnisse beim Mars Express. [18:20 MESZ] Die Annäherung Komet/Planet im Zeitraffer (2.5 Stunden in 3 Sekunden), weitere Bilder des Paares hier, hier und hier – und der fette Sonnenfleck heute (ein Bild dieses Bloggers mit einfacher Technik) und gestern. [19:05 MESZ]

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Der Tag der Nähe – 56 km/s @ 140’000 km – hat begonnen

Jedenfalls in Europa: weitere Bilder des Kometen, oben seine betrübliche Lichtkurve, von gestern noch hier, hier und hier und Bilder-Alben aus dem internationalen ProAm-Kometen-Projekt hier und hier, wobei dessen öffentliche FB-Seite hier permament aber diese interne hier, mit viel mehr Material, nur vorübergehend allgemein zugänglich ist; auch letzte Vorschau-Artikel hier, hier und hier. [0:55 MESZ] Das dramatischste Bild bisher von Komet, Mars & Milchstraße – und noch ein Artikel. [2:10 MESZ]


18. Oktober

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Und das ist der Komet heute, aufgenommen mit einem 51-cm-Teleskop des iTelescopeNet auf – wie passend – dem Siding Spring Observatory in Australien: Da sieht er sogar mit seinen nur noch 12-13 mag. stattlich aus. Das Bild wurde ferngesteuert von Pal Brias aufgenommen und soeben über das interne Amateurnetzwerk der Kometenkampagne verbreitet, hier gezeigt mit freundlicher Genehmigung. Es geht aber auch mit kleiner Optik – und sogar schon von Europa aus: ein Bild von gestern aus Frankreich auf 45°N. [17:25 MESZ] Weitere Bilder von heute (mehr und mehr), gestern & heute und gestern, eine Simulation für morgen (Erd-Sicht bei größter Annäherung), ein australischer HangOut, ein ungewöhnlicher Beobachtungsaufruf für den Mars und ein letzter Update der Kampagne – und der Sonnenfleck ist jetzt besser zu sehen. [19:10 MESZ] Nämlich so! [23:45 MESZ]

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Der hier bekommt morgen Abend ungewöhnlichen Besuch

Eine neue Aufnahme der indischen Mars Orbiter Mission, auf der u.a. gut der Olympus Mons zu sehen ist. Die Entwicklung des Kometen im Anflug zeigt helligkeitsmäßig weiter steil nach unten, aber der Kern scheint intakt zu sein, und auf ausgewählten Fotos sieht Siding Spring noch ganz gut aus: gestern (mit Mars schon im Bildfeld; mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr), am 15.10. (mehr) und 14.10. (mehr). Auch ein Paper über 2013-er Herschel-Beobachtungen des Kometen, eine Video-Vorschau, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier und mehr oder weniger akkurate Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Aktuell gibt’s zusätzlich noch die Kometen Lovejoy, PANSTARRS, Jacques und LINEAR, es kommen die Orioniden, es gab mal wieder einen US-Feuerball, in Norwegen wurde ein Reentry beobachtet – und auf die Sonnenscheibe rotiert soeben eine fette Gruppe. [3:30 MESZ]

Allgemeines Live-Blog vom 15.-17. Oktober 2014

15. Oktober 2014

17. Oktober

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Derzeit schafft auch die NavCam besser als 1 m Auflösung

Denn am 15. Oktober war Rosetta nur noch 9.9 km vom Kometenzentrum entfernt, womit die nächstgelegenen Formationen nur 8 bis 9 km vom Orbiter entfernt waren: hier drei Ausschnitte (von oben) in Originalauflösung und um 1/3 und die Hälfte verkleinert; auch ein anderer Ausschnitt, die in Wahrheit sehr geringe Albedo des Kerns demonstriert, die Umgebung von “J” in 3D, wie Rosetta zu ihrem Namen kam und Artikel hier, hier (mehr) und hier. Sowie ein neues Panorama von Opportunity, gelungene Starts einer Ariane 5 (mehr) und eines PSLV (mehr), ein Bodenfeuchte-Satellit der NASA am Startplatz, eine großes Loch durch Raumschrott in einem ISS-Sonnensegel, die 3. Rückkehr eines X-37B (da der Sinn dieses Mini-Shuttles immer noch nicht verraten wird, gibt’s zur Strafe keine weiteren Links) – und die NASA hat wieder ein Sonnensegler-Projekt abgebrochen, diesmal den Sunjammer, schon länger in Bedrängnis … [23:55 MESZ]

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Die Solarsegel der ISS aus einer ungewohnten Perspektive während einer weiteren EVA vorgestern (mehr Bilder, ein Artikel und mehr Links). Auch eine Startverschiebung des nächsten Cygnus wegen Hurricane Gonzalo auf den Bermudas, ein neues Blog aus der ISS von der Russin, RapidScat im Einsatz, ein Forschungsstau auf der ISS – und Amateurbilder mit ATV-5 vor der Sonne. [1:15 MESZ]


16. Oktober

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Eine weitere seltene Bilderspende von OSIRIS auf Rosetta, diesmal vom 12. September aus etwa 30 km Abstand: die Umgebung der Back-Up-Landestelle C. Auch alle Landestellen-Bilder mit 50 cm Auflösung, ein CNES-Release zur Bestätigung von J, der Wettbewerb zur Namensgebung dieser Region und Artikel hier, hier und hier. Plus eine Kollaboration zwischen Hayabusa 2 und OSIRIS-REx, Elektronen von Hyperion, die 2005 Cassini trafen – und am Ende dieser DLR-PM die erste offizielle Notiz, dass Gerhard Neukum schon vor Wochen verstorben ist. [23:55 MESZ]


15. Oktober

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Eis auf dem Boden von Merkur-Kratern direkt aufgenommen hat der Orbiter MESSENGER mit Hilfe von reflektiertem Sonnenlicht, das über die Kraterwände die permanent dunklen Böden – hier von Kandinsky – erreicht. Und frohe Kunde auch vom anderen Ende des Sonnensystems: Es gibt drei Kandidaten für New-Horizons-Ziele nach Pluto unter den Funden der Hubble-Jagd nach passenden kleinen Kuiperoids! [23:55 MESZ]

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Glatter wird’s nicht: Die Landezone “J” für Philae ist bestätigt worden – auf diesem OSIRIS-Mosaik sieht man sie am 14. September aus 30 km Abstand mit im Original 50 cm Auflösung; der eingezeichnete Kreis um den Zielpunkt hat etwa 500 m Durchmesser. Dazu ein Press Release, eine Pressemitteilung und ein Artikel – und die Erforschung von (Ex-)Kuiperoids mit Sonden, egal ob vor Ort oder wie bei Rosetta näher an der Sonne. [17:00 MESZ]

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Die beiden aktuellen Aktivitätsgürtel der Sonne auf einem SDO-Bild vom 8. Oktober bei 17 und 19 nm EUV-Wellenlänge. Auch ein neues solares Plasma-Phänomen, die drei Finsternisse bisher dieses Jahr (MoFi, PaSoFi, MoFi – zu dieser auch ein Rückblick und noch ein Bild mit Uranusmonden) über Ost-Australien, zoombare Mondpanoramen hier und hier, zwei große Impakte nebeneinander aber zu verschiedenen Zeiten in Kanada, die Wiederkehr von R CrB, der kommende Versuch, den RV-Effekt der Venus auf die Sonne zu messen – und die Wiederkehr des Galileoscope im International Year of Light. [4:25 MESZ]

So sieht MAVEN die Marsatmosphäre entfliehen

14. Oktober 2014

In einer informativen, unterhaltsamen und bildreichen Telecon hat die NASA gerade die ersten Erkenntnisse von MAVEN präsentiert, nur 3 Wochen nach der Mars Orbit Insertion und auf halben Weg durch die Commissioning Phase, in der bisher “no problems whatsoever” aufgetreten sind. Vier der 7 Bahnmanöver nach der Insertion sind absolviert (und die Umlaufszeit damit auf 4.6 Stunden reduziert), alle vier langen Strukturen des Orbiters sind ausgefahren, und mit dem Öffnen eines Deckels in den nächsten Stunden sind alle wissenschaftlichen Instrumente bereit. Weil die Orbit Insertion so glatt verlief und keine Nachbesserungen nötig waren, hatten die ersten Instrumente praktisch sofort eingeschaltet werden können, und erste Ergebnisse aus dem stark elliptischen Einfang-Orbit mit 35 Stunden Periode konnten heute präsentiert werden – so weit vom Planeten kann sich MAVEN nie wieder entfernen, da für die Insertion schon die Hälfte des Treibstoffs und für die Bahnmanöver seither der Großteil des Rests verwendet wurden. (Was noch da ist, wird für eine mögliche Extended Mission aufgespart, die vielleicht einen ganzen Sonnenzyklus lang währen könnte.)

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Aus der großen Distanz des ersten Orbits hat MAVEN mit seinem Imaging Ultraviolet Spectrograph bereits das tun können, für das MAVEN zum Mars geschickt wurde: um zu untersuchen, wie die Atmosphäre des Planeten in den Weltraum entweicht. Zu sehen hier die Abbauprodukte von Wasser und Kohlendioxid, also atomarer Kohlen-, Sauer- und Wasserstoff: Ersterer war nur mit einiger Mühe sehr marsnah nachzuweisen, während der Sauerstoff schon in größerer Entfernung zu erkennen ist (und eine heiße Variante sogar ziemlich weit weg) und der Wasserstoff so marsfern wie noch nie – ein derartiges Bild gab es bisher nur von der Erde von Apollo 16 vom Mond aus aufgenommen. Überraschend sind diese Beobachtungen per se zwar nicht, wohl aber dass das IUVS die atmosphärischen Entweichprozesse so klar zeigt: Quantitatives dazu wird es natürlich erst später geben. Ob die Passage des Kometen Siding Spring, dessen Koma im Wesentlichen mit der Nachtseite des Mars Kontakt haben wird, das Bild erkennbar verändern wird, vermochte auf der PK niemand vorher zu sagen. Weitere frühe MAVEN-Resultate dort betrafen die Ozon-Verteilung über dem Mars und ein klar gesehenes Solar Energetic Particle-Ereignis nach dem Eintreffen eines koronalen Massenauswurfs. Mitte November sollen alle Tests – auch des Lander-Funk-Relais’ Electra – abgeschlossen sein: Die systematische Marsbeobachtung kann beginnen. [NACHTRÄGE: noch ein Press Release, Artikel hier, hier und hier – und wie die Telecon zustande kam]

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Erde und Mars im Mai aus dem Mondorbit aufgenommen vom LRO – zwar eine einzige Aufnahme, aber der Mars wurde ausgeschnitten, verpflanzt und relativ zur Erde stark vergrößert. Auch ein Mini-Video von Phobos vor dem Mars von Indiens MOM [NACHTRAG: viele andere Phobos-über-Mars-Bilder] und neue Pläne einer Mars-Mission und der bevorstehende nächste Start einer Mond-Mission Chinas zur Vorbereitung einer Sample Return – plus die Fertigstellung der MMS-Satelliten und anhaltende Probleme mit einem STEREO-Satelliten.

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Ein neues CIVA-Komposit mit C-Gs Kern über Rosetta

Ob man diese Bildmontage vom 7. Oktober als ein “Selfie” feiern kann, sei mal dahingestellt: Eine lang belichtete Aufnahme des finsteren Kometenkerns durch CIVA auf Philae wurde hier in eine kurz belichtete einmontiert. Auch die Aufzeichnung eines 2-Stunden-Events letzte Nacht am JPL zu Siding Spring beim Mars und Rosetta – bei dem ganz am Ende der MIRO-PI verrät, dass man schön über 200’000 Wasser-Spektren aufgenommen hat und die H2O-Produktion erwartungsgemäß immer stoppt, wenn die entsprechende Stelle des Kerns nicht mehr von der Sonne beschienen wird. Danach wird er rüde abgewürgt, hat aber später noch zwei weitere MIRO-Erkenntnisse verraten können. Ferner Vergleiche des C-G-Steins ‘Cheops’ mit der echten Pyramide hier und hier, ein weiteres Essay über die PR-Problematik und deutsche TV-Pläne für den Philae-Lande-Tag. Sowie Planungen für den Mars Express, MOM (mehr) und anderen Sonden für die Begegnung des Mars mit Siding Spring, von dem es neue Bilder von heute (mehr und mehr) sowie vom 11.10. (mehr) und 10.10. gibt – während von LINEAR erneut ein Fragment abgebrochen ist und es Oukaimeden immer noch tut, dem so mancher ein ISONisches Ende vorausgesagt hatte. Tja …

Allgemeines Live-Blog vom 11.-13. Oktober 2014

11. Oktober 2014

13. Oktober

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Vulkanismus auf dem Mond in den letzten 100 Mio. Jahren

Rund 70 kleine topografische Anomalien – “Irregular Mare Patches”, 100 m bis 5 km groß – wie die obige beim Krater Maskelyne hat der Lunar Reconnaissance Orbiter gefunden: Es gibt auf ihnen kaum Impaktkrater, und Zählungen auf den drei größten deuten ein Alter von weniger als 100 Mio. Jahren an. Die Morphologie der IMPs passt zu kleinen Basalt-Eruptionen: Offenbar hat der lunare Vulkanismus, der seinen Höhepunkt vor 3.9 bis 3.1 Mrd. Jahren erreichte, nicht abrupt vor ~1 Mrd. Jahren aufgehört sondern ist ganz langsam abgeklungen und wohl immer noch möglich. Auch LRO-Bilder von Chang’e-3 und Yutu, mit denen es allmählich bergab geht, was Luna 25 kosten wird, eine PK morgen zu ersten Beobachtungen von MAVEN am Mars, eine neue Missionsphase von TanDEM-X, Startvorbereitungen des IXV, wie man Soyuz-Starts fotografiert – und die ISS in grünem Laser-Licht gebadet. [10:35 MESZ]


12. Oktober

Da fliegt das Fragment “b” neben dem Kometen LINEAR auf einer Serie von Bildern des 2-m-Liverpool Telescope. Auch Amateur-Bilder (früher), die Kometen Siding Spring (dito) und Oukaimeden gestern und PANSTARRS am 6.10., eine Vorhersage von Meteorschauern aufgrund von Kometenbahnen, neue Untersuchungen am Nördlinger Ries, der Uranus vorgestern ohne den Sturm und ein Amateur-Neptun auch mit Details. Plus Ärger bei der TMT-Fête (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), das Liverpool Telescope 2 mit extrem schneller Reaktion, ein offener Brief zum IYL, ein neuer Chefredakteur bei S&T – und 5 Jahre alte Mini-Memoiren von Barrie W Jones: Der beliebte britische Astronomie-Professor ist am 4.10. verstorben, wie dieses Blog erst jetzt verifizieren konnte. [20:00 MESZ]


11. Oktober

Zufallsfund vor ~60 Jahren: Bayerns 6. Meteorit präsentiert

Ein Ackerstein aus der Nähe von Dachau hat sich über 50 Jahre nach seinem Fund als erst sechster bayerischer Meteorit herausgestellt, so eine Pressemitteilung der Mineralientage München vom 7. Oktober: Er wird am 25. und 26. Oktober auf besagter Messe öffentlich präsentiert und dann als Spende des Veranstalters in den Besitz der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns übergehen und als Highlight im geplanten Naturkundemuseum Bayern ausgestellt werden (das allerdings erst 2020 fertig werden soll). Es handelt sich um einen Stein-Meteoriten der Klasse H5-Chondrit mit einem Gewicht von 1.4 kg: Er war bereits in den 50-er Jahren von einem Bauernsohn aufgelesen worden und zierte dann lange unerkannt als Wasserstein den Vorgarten des Finders; der Fall war nicht beobachtet worden.

2 x G. Nitschke für The Munich Show

“Gefunden wurde der 1,422 kg schwere Lesestein von einem Acker bei dem kleinen Ort Machtenstein (zwischen Schwabhausen und Bergkirchen im Landkreis Dachau) bereits vor fast 60 Jahren (wahrscheinlich 1956, jedenfalls vor 1960)”, berichtet Dieter Heinlein diesem Blog weitere Einzelheiten: “Als Kuriosum wurde er vom Finder und später dessen Freund über Jahrzehnte hinweg aufbewahrt. Erst im April 2014 entdeckte der Freund des Finders auf der Internetseite des DLR-Feuerkugelnetzes eine Checkliste, in welcher die typischen Merkmale von Meteoriten beschrieben sind, und kontaktierte mich daraufhin. Dass es sich um einen authentischen Chondriten handelt, war rasch geklärt. Nach der Anfertigung einer Silikonform und Abgussmodellen des rohen Fundstücks wurde der Steinmeteorit angeschnitten und eine Referenz-Probe in der Mineralogischen Staatsammlung München hinterlegt. Deren Oberkonservator, Prof. Dr. Rupert Hochleitner, analysierte das Fundstück und klassifizierte den Stein-Meteoriten als H5-Chondrit (S2, W2/3). Bereits am 15. August wurde der Meteorit „Machtenstein“ von der Meteoritical Society offiziell anerkannt. Im Meteoritical Bulletin veröffentlicht wird dieser 6. bayerische Himmelsstein planmäßig am 15. Oktober 2014″ – und sorgt schon jetzt für Schlagzeilen. Auffällig ist die Schmelzkruste (oben), und auf der Schnittstelle (unten) sieht man deutlich die typischen Chondren und Flitter aus Nickeleisen. [4:45 MESZ]

Weitere größere Artikel

10. Oktober 2014

Komet Siding Spring vor Mars-Vorbeiflug am 19. Oktober – auch weitere Details zu geplanten Beobachtungen mit Chandra, MAVEN (schwer am Manövrieren und Aktivieren), MOM und anderen Sonden, weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier, der Komet gestern und an anderen Tagen und seine weitere Bahn am Himmel.

Mondsichel über dem Bochumer Planetarium am 27. September, dem 50. Geburtstag dieses Bloggers …

Prog meets Planetarium – wie in Bochum ein Konzert von Frank Dorritke visuell begleitet wurde (Komet 67P inklusive).

Fahler Mond über der Castroper Straße in Bochum – die Fortsetzung.

Eröffnung von “Outer Space” in Bonn, der großen Weltraum-Ausstellung in der Bundeskunsthalle.

Nachdenken über … den Mond und seine Lage am Himmel zwischen 1. Viertel & Vollmond.

Die Supernova in M 82 hat ein Lichtecho: das Paper.

Im Web-Fernsehen

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Rosetta bei ihrem Zielkometen [0:49-10:33, gefolgt von Interviews auf der Photokina 2014] – hier Ausschnitte aus drei NavCam-Bildern vom 8. Oktober aus nur noch 15 km Höhe über der Oberfläche (~1.3 m/Pixel!), alle vier Bilder hier gestitcht und hier allerlei Details herausgeholt. Plus sehr unterhaltsame anderthalb Stunden zur Mission letzte Nacht am JPL – und ein Komet mit Nachwuchs

Kleinere Artikel

Amateure sichten hellen Sturm auf Uranus – und zwar zwei unabhängig voneinander.

Totale Mondfinsternis in Asien, Ozeanien, Amerika – und die nächste ordentliche hier erst in 15(!) Jahren!

Ein Sternpaar mit je einem »heißen Jupiter« ist WASP-94: das Paper, ein Press Release und ein Artikel.

Kosmische Mini-Bomben nicht zufällig übers Jahr verteilt? Das Paper und ein Artikel.

Warum der Physik-Nobelpreis 2014 Astronomen nicht gefällt: weil blaue/weiße LEDs auch problematisch sein können.


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