Allgemeines Live-Blog von 3. bis 5. Mai 2013

3. Mai 2013

5. Mai

sun0505

Endlich mal wieder – ein bisschen – was los auf der Sonne

Hier der Anblick vor ein paar Minuten, aufgenommen mit einer Superzoom-Kamera durch eine alte SoFi-Brille, dominiert von der Aktivitätsregion (1)1734, die auch auf den besseren Fulldisk-Bildern von heute hier und hier – und auch auf kuriosen Bildern von gestern – zu sehen ist. Auch weitere Erkenntnisse vom Pulsar neben(?) Sgr A*, PANSTARRS [NACHTRAG: heute,] gestern (in Bewegung, mehr und mehr) und vorgestern [NACHTRAG: und vorvorgestern] – und in Braunschweig ist offenbar am 23. April ein Meteorit gefallen, wie bislang v.a. hier und hier diskutiert wird. [17:15 MESZ] Ein weniger stark geschärftes Sonnenbild – der Fleck 1734 ist übrigens mit einer dunklen SoFi-Brille leicht mit bloßem Auge zu sehen. [17:35 MESZ] Und noch mehr heutige Bilder, Weißlicht und H-Alpha. [19:30 MESZ] AR (1)1739 hat sich einen kleinen M-Flare gegönnt. [21:15 MESZ] Und noch mehr Bilder der Sonne im Weißlicht heute. [23:50 MESZ - Ende]


4. Mai

snr

Eine Hubble-Aufnahme des Supernova-Überrests B0519-69.0 in der LMC, der von einer Sternexplosion des Typs Ia erzeugt wurde. Auch allerlei Vorschläge für die Nutzung der der NASA geschenkten NRO-Weltraumteleskope und die Synchronisation von Galileo & GPS – und allerlei Experimente während der letzten MoFi, zum Oppositionseffekt u.a. [3:50 MESZ]

So klang der Chelyabinsker Airburst – aber in den USA

und 10(!) Stunden später, als der Infraschall die 10’000 km Distanz überwunden hatte: Jetzt hat man ihn hörbar gemacht, als er eine von 400 Infraschall- und seismischen Stationen in den USA erreichte. Primär kümmern sie sich um Erdbeben-Wellen, aber auch extrem tiefer Luftschall wird aufgezeichnet: Das Chelyabinsker Signal begann 10 Stunden nach dem Ereignis und hielt 10 Stunden lang an. Die Identifikation ist eindeutig, denn es erreichte andere Stationen zu anderen Zeitpunkten. [3:25 MESZ]

VV02 3 Mai 2013 J-0 visite D

Der zweite Start einer Vega-Rakete, mit drei Satelliten

an Bord ist für heute Morgen um 4:06:31 MESZ geplant: Hier seht die Rakete gestern noch im inzwischen weg gerollten Schutzbau. Der Flug “VV02″ ist zugleich der erste von fünf des Programms “Vega Research and Technology Accompaniment” oder VERTA, bei dem die Flexibilität dieser kleinsten Rakete im ESA-Arsenal demonstriert werden soll: Hauptnutzlast ist der ESA-Satellit Project for On-Board Autonomy and Vegetation (Proba-V; 138 kg), der sich mit einem verkleinerten Modell des Instruments “Vegetation” der SPOT-Satelliten um eben diese kümmern soll. Begleitet wird er von Vietnam Natural Resources, Environment and Disaster Monitoring Satellite (VNREDSat-1; 115 kg) und dem estnischen ESTCube-1 (1.3 kg), die nach ihm ausgesetzt werden: das Start Press Kit, der Status, die Timelines für Countdown und Start, Arianespace Releases vom 3., 2. und 1. April, ein ESA Release (Detail), eine PM des DLR und Artikel hier (mehr und mehr), hier, hier und hier. [2:45 MESZ. NACHTRAG: Start abgeblasen, buchstäblich - Updates auch hier. NACHTRAG 2: Kommende Nacht wird's vielleicht auch nix - und die Verschiebung war unvermeidbar, um der Sicherheit der lokalen Bevölkerung willen. NACHTRAG 3: Arianespace kann noch nicht sagen, wann es wieder versucht werden soll, aber etwa Mittag MESZ. Bei einem Unfall heute wäre die Stadt Sinnamary gefährdet gewesen. NACHTRAG 4: Frühestens in der Nacht 5./6.5. wird's wieder versucht. NACHTRAG 5: mehr Links zur Verschiebung - und es gibt erst mal gar keinen neuen Termin mehr!]


3. Mai

sun0503

Schon wieder eine große eruptive Sonnenprotuberanz

war gerade zu sehen, sozusagen ein Konkurrent für die viel beachtete vom 1. Mai (“Eine große …”): Vorausgegangen war ein M5.7-Flare (mehr und mehr), dann hob sie ab (Detail). Auch überraschende Polarlichter am 1. Mai aus Tasmanien, eine kommende Sternbedeckung durch den Uranus und Komet PANSTARRS heute (früher, mehr und mehr) sowie ISON am 2. Mai mit einem 2-m-Teleskop. [21:15 MESZ] Ein NASA Release zu Flare & Protuberanz. [23:25 MESZ] Eine CME gab’s auch, zur Seite weg. [23:40 MESZ. NACHTRAG: die Protuberanz im Zeitraffer]

schleifspur

Hier sind Felsen über die Marsoberfläche gerollt und haben – für die Kamera des Mars Reconnaissance Orbiter deutlich sichtbar – helle Spuren im Sand hinterlassen! Auf dem Mars verrutscht öfters mal was: “mass wasting” werden solche Prozesse genannt. Auch eine eher künstlerische Bearbeitung eines Deep-Impakt-Bildes des Kerns von Komet Hartley 2. [20:55 MESZ]

grb

So sah der Fermi-Satellit den starken GRB vom 27. April

Der auch intensiv im Optischen beobachtete GRB 130427A (“Amateur verfolgte …”) aus Sicht des Large Area Telescope auf dem Gamma-Satelliten bei > 100 GeV, der Photonen bis 94 GeV Energie registrierte, 3-mal höher als bei jedem anderen beobachteten Gamma-ray Burst – und der Burst war mit etlichen Stunden Dauer auch der längste. Da er zu den sonnennächsten 5% gehört, wird sich vielleicht auch – zur Monatsmitte? – eine zugehörige Supernova blicken lassen. [20:35 MESZ]

“TEDxCERN – Multiplying Dimensions” heute live im Web

gibt es per Livestream von 13:45 bis 20:00 MESZ: Über diese Seite wird sich eine “expression of science in multiple disciplines, unveiling bold, new insights into emerging research and innovations that may fundamentally shape the course of things to come”, verfolgen lassen, schon gestern in einem Vorschau-Chat (mit mieser Tonqualität) angepriesen. [13:35 MESZ]

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Zu Beginn ein Ständchen für die Galaxien, Koloratur inklusive. [14:05 MESZ] Gefolgt von einer Vorlesung über Kosmologie und die CMBR. [14:15 MESZ] Ein neuer Video-Clip über Dunkle Materie hat Premiere; “What’s the Matter We Can’t See?” ist aber noch nicht online. [14:35 MESZ]

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Chris Lintott jetzt über die Freuden des Galaxy Zoo: “Die Masse macht keine Fehler.” Und die Story von Hanny’s Voorwerp darf natürlich auch nicht fehlen. [14:55 MESZ] Rund 20 Citizen-Science-Projekte dieser Art laufen inzwischen gleichzeitig. Und die nächste große Herausforderung wird das Large Synoptic Survey Telescope: 30 TB reduzierte Daten jede Nacht, 1/2 Millionen Alarmmeldungen, dass sich am Himmel was verändert hat. Mensch(enmassen) und Maschine(n) müssen clever zusammen arbeiten, um die wirklich heißen Entdeckungen heraus zu filtern. [15:05 MESZ] In einem Gespräch thematisiert Linott die Problematik, die ganzen Freiwilligen bei der Stange zu halten: Man darf sie nicht zu sehr loben (dann empfinden sie das Projektziel als erreicht – und gehen). Und auch nicht den Besten nur die schwierigsten Aufgaben zuteilen, weil viele von denen auch mal ein pretty picture sehen wollen. [16:15 MESZ]

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Der Kosmologe George Smoot (bekannt vom Planck-Vor-Vorläufer COBE, wofür’s 2006 einen Nobelpreis gab) über “What’s Next” – der LHC hat außer dem Higgs noch nichts gefunden, das über das Standardmodell der Physik hinaus führt, bedauert auch er – und so bleiben es die offenen Fragen der Kosmologie und ihre komplizierten Ingredienzien, die die theoretische Physik vor sich her treiben. [18:40 MEZ] Auch Gian Giudice sieht nichts Neues außer Higgs im LHC bisher, hofft aber auf die höhere Kollisions-Energie nach dem Umbau. [19:30 MESZ] Die 126 GeV Higgs-Masse halten übrigens das Universum gerade noch in einem stabilen Zustand – für die nächsten 10^100 Jahre, dann kollabiert das Higgs-Feld in einen dichteren Zustand. Und warum hat das Higgs genau diese Masse? Wenn das mal kein Indiz für das Multiversum ist … [19:45 MESZ]

Beiträge zur “Astro-Soziologie” von ernahen Kleinplaneten

dominieren die Mai-Ausgabe der Astrosociological Insights des Astrosociology Research Institute: An- bzw. aufgeregt durch die Ereignisse vom 15. Februar 2013 massen sich eine Reihe Autoren mehr oder weniger tiefe Gedanken über das Verhältnis des Menschen zu den erdnahen Nachbarn, die gleichzeitig permanente Bedrohung und Ressource sind. Hier und da auch originelle Gedanken: So spinnt einer die exzellente Erfassung der Chelyabinsker Feuerkugel durch Scharen von Dashcams weiter in eine Ära, wo Hinz & Kunz mit “Google Glasses” o.ä. herumlaufen und alles, was sie sehen, live ins Web streamen – eine derartige automatische “daily life digitization” könne zu einem “global monitoring by provate individuals” führen, einer schrillen Weiterentwicklung von Citizen Science & Crowd Sourcing. Oder zur Politik des Asteroiden-Bergbaus, wenn mal mehrere Firmen gleichzeitig mit Raumschiffen unterwegs sind: Erdnahe Asteroiden seien wie Wale in vergangenen Jahrhunderten, nämlich “schnelle, massive natürliche Objekte mit Ressourcen von großem Wert.” Und damals habe man sich geeinigt, dass ein Wal dem Fänger ‘gehört’, so lange er sicher an der Harpune hing. So sollten’s die Astro-Ahabs auch halten … [13:30 MESZ]

Gibt es eine weithin akzeptierte Grenze zwischen “Asteroid” und “Meteoroid”? Die sollte man bei einem Meter setzen, forderte dieses Paper vor drei Jahren, das zugleich Körperchen 10 µm genannt werden, “that was transported by natural means from the body on which it formed to a region outside the dominant gravitational influence of that body and that later collided with a natural or artificial body larger than itself (even if it is the same body from which it was launched).” Auch ohne IAU-Beschluss o.ä. setzen sich praktische Definitionen manchmal durch, z.B. werden Exoplaneten zwischen 1.25 und 2 Erddurchmessern inzwischen weithin Super-Erden genannt, eingerahmt von “Erden” und “kleinen Jupiters”. [13:20 MESZ]

Herkunft von Exot im äußeren Sonnensystem bleibt unklar: Inzwischen ist die aktuelle Bahn des seltsamen Himmelskörpers 2012 DA30 genau bekannt (Periheldistanz 14.5 AU, große Halbachse 1109 au, Bahnneigung 78°, Umlaufszeit ~37’000 Jahre), man weiß aus Simulationsrechnungen, dass sie sehr instabil ist, und die Satelliten Herschel und WISE haben zusammen mit Teleskopen am Boden den Durchmesser zu 185 km und die Albedo zu 8% bestimmt – aber aus welchem Reservoir dieser Damocloid oder Centaur gekommen ist, hat sich nicht klären lassen. [13:10 MESZ]

Weitere größere Artikel

3. Mai 2013

Partielle Mini-Mondfinsternis auffälliger als erwartet bei der geringen Größe.

Die Saturnringe ohne Teleskop fotografieren …? Super-Zoom reicht …

Ein Stern mit zwei Wasserplaneten? In Wirklichkeit weiß man wenig.

Würzburger Frühjahrstagung – the next generation.

WLAN-Störung, Starhopping und Ablästern: Profi-Astronomen auch nur Menschen.

Manche Exoplaneten bald mit klangvollen Eigennamen? Gute und schlechte Ideen …

Die Bonner Sterne sind ein Jahr alt, und 45’000 kamen …

Kürzere Artikel

Saturn in Opposition: Warum die Ringe jetzt so hell sind.

Hubble zeigt ISONs kleinen Kern mit unter 4 km Durchmesser.

Mini-MoFi bei perfekten Bedingungen in Königswinter.

Wasser von Shoemaker-Levy 9 immer noch auf Jupiter, zeigen Herschel-Daten.

Die IAU will Amateurgruppen international vernetzen mittels neuer Webseite

Allgemeines Live-Blog vom 1. bis 3. Mai 2013

1. Mai 2013

3. Mai

mer01

Der Rover Curiosity sendet wieder Bilder vom Mars, nachdem er seine erste Konjunktions-Funkstille hinter sich gebracht hat. Auch ein Diagramm, wie die Soyuz-Sitze immer teurer werden – und offenbar ein Erfolg des letzten “Waveriders” X-51A, der am 1. Mai mindestens Mach 5 erreicht haben soll. [3:00 MESZ. NACHTRAG: Es war Mach 5.1; auch ein weiterer Artikel]


2. Mai

pan0430a

Ein Ausschnitt aus dem PANSTARRS-Bild vom 30. April von unten (1. Mai) in einer von Michael Jäger überarbeiteten Version. Auch die Sonne heute mit weißen Licht mit ordentlich Flecken – und die Detektion des neuen Pulsars (“Ein Soft Gamma Repeater …”) dicht neben dem Galaktischen Zentrum im Radiobereich in Parkes und Green Bank sowie Effelsberg – weitere Hochenergie-Ausbrüche von dem mutmaßlichen SGR hat es indes nach dem 25.4. nicht mehr gegeben. [23:55 MESZ. NACHTRÄGE: die SGR@SgrA*-Story bis jetzt in einem Stück - und einer freut sich]

Eine “Entdeckung wahrscheinlicher Tunguska-Meteoriten”?

In einem jetzt veröffentlichten Paper glaubt ein russischer Forscher drei von ihm vor 25 Jahren(!) auf dem Boden einer Sandbank im Fluss Khushmo gefundene Steine als Meteoriten identifiziert zu haben – die von jenem Himmelskörper stammen sollen, der 1908 für den gewaltigen Airburst über der entlegenen sibirischen Region sorgte. Vermeintliche Rückstände am Boden werden in Russland immer wieder mal behauptet: Ob Zlobins Meteoriten tatsächlich einen Durchbruch markieren, wird sich erweisen müssen. [14:50 MESZ] Ein Bericht über den Bericht über das Paper … [17:10 MESZ. NACHTRÄGE: dito hier, hier und hier] … und die NYT ist gänzlich sprachlos und re-tweetet ihn bloß. [17:15 MESZ] Oh, oh, ein bekannter Meteor(iten)-Kenner hält das Paper für “Crap” … [20:55 MESZ] … weil es keine Meteoriten sondern lediglich terrestrische Konkretionen seien – und jede chemische Analyse feht. Autsch! [23:50 MESZ. NACHTRAG: die krassen Defizite des Papers in mehr Detail aufgespießt]

mex

Den Mars Express der ESA gibt es immer noch, schon in seinem zehnten Jahr im Marsorbit: Hier – künstlich in die Schräge gekippt – diesen Januar von seiner HRSC aufgenommene Landschaften neben dem Olympus Mons, wo in Sulci Gordii Erdrutsche, Lavaströme und Tektonik am Werk waren. [14:25 MESZ]

Komet Lemmon ist “da” – aber es bleibt sehr schwierig

mit dem Kometen C/2012 F6, der seit Monaten Südhalbkugel-Astrofotografen mit einem grandiosen Plasmaschweif erfreut, auch wenn er dieser Tage auch im Norden auftaucht, während er am Pegasus-Viereck vorbei steil nach Norden zieht. Leider “zu spät”, denn bis auf den Süden Deutschlands beginnen mit seiner Ankunft die weißen Nächte, und die Astronomische Dämmerung endet nie. Den ganzen Monat ist der z.Z. etwa 6 und Ende Mai vielleicht noch 8 mag. helle Lemmon ein Objekt der 2. Nachthälfte: Beim Übergang der Astronomischen in die Nautische Dämmerung steht er im deutschen Sprachraum z.Z. noch fast auf dem Horizont, am 10. Mai etwa 9°, am 20. 17° und am 30. Mai 26° hoch, während sich der Aufgang von 4:30 auf 0:30 MESZ verfrüht. In Österreich kann Lemmon immerhin um dem 20. Mai kurz dämmerungsfrei in ~10° Höhe gesehen werden, bevor der Mond auch dieses Mini-Fenster wieder mit Licht erfüllt, und je weiter südlich, desto besser: In Marseilles z.B. gibt es vom etwa 12.-22. Mai jeden Morgen ein kurzes dämmerungs- wie mondfreies Fenster, mit dem Kometen zunächst etwa 10° bis am Ende 18° hoch. Auch aktuelle Bilder von PANSTARRS mit viel Deep Sky drum rum und ISON. [13:20 MESZ]

“Is Space ‘Y’our Dream?” Ein kurioser Experimentalfilm über die Freuden der Raumfahrt, produziert als Individual Project für einen Master of Science in Space Management bei der International Space University. Mit nettem Schlussgag … [12:15 MESZ]

esoblob

Die Sternbildungs-Region NGC 6559 mit dem 1.54-m-Teleskop auf La Silla aufgenommen, “an object that showcases the anarchy that reigns when stars form inside an interstellar cloud.” Das Teleskop von 1979 gehört Dänemark und wurde kürzlich in ein modernes Remote-Teleskop umgebaut. [12:05 MESZ]

Eine halbstündige “Talkshow” über den Exoplaneten-Jäger TESS, dessen Realisierung vor einem Monat beschlossen wurde (5. April), veranstaltet von der Kavli-Stiftung: Das Ziel der Mission ist die Entdeckung von Erden und Super-Erden um helle Sterne – v.a. nahe G-Sterne – am ganzen Himmel, die sich besser weiter untersuchen lassen als die trüben Sterne Keplers. [10:45 MESZ]

“Heritage of Astronomy”: IAU-UNESCO-MOU verlängert

Bereits seit zehn Jahren sorgt sich die Kultur-Organisation der Vereinten Nationen um das astronomische Erbe der Menschheit: Diese thematische Initiative “provides an opportunity not only to identify the sites connected with astronomy but also of keeping their memory alive and preserving them from progressive deterioration”. Fünf Jahre später wurde der Internationalen Astronomischen Union durch ein Memorandum of Understanding eine Schlüsselrolle bei dem Prozess zuteil, das zu einer Studie und dieser Website geführt hat – und dieses MOU ist nun für drei Jahre verlängert worden. [10:25 MESZ]


1. Mai

pan0430

PANSTARRS gestern bei einer großen H-II-Region: ein LRGB-Bild von Michael Jäger. Auch sehr tiefe Bilder vom 1. Mai mit einer ausgeprägten Syndyne im weiten Staubfächer, ein weiteres Bild vom 30. und drei und noch eins vom 28. April. Plus mehr Beschwerden über ISON, der sich nicht entwickeln will, die Sichtbarkeit in Deutschland und ein unergiebiges Live-Event zum Kometen. [23:55 MESZ. NACHTRAG: ein PANSTARRS vom 2. Mai in Farbe!]

Eine große eruptive Protuberanz heute auf der Sonne, mit der auch ein koronaler Massenauswurf einher ging – allerdings von der Erde weg und daher folgenlos. [23:50 MESZ. NACHTRÄGE: alternative Version und Artikel hier und hier]

Das Asteroiden-Ziel von OSIRIS-REx heißt jetzt “Bennu”

und ist bereits von der IAU akzeptiert: “Bennu was an Egyptian mythological figure associated with Osiris, Atum and Ra. This minor planet is the target of the OSIRIS-REx sample return mission. OSIRIS-REx’s Touch-and-Go Sampler evokes Bennu’s image as a heron. Name suggested by Michael Toler Puzio (b. 2004) via a naming contest for students,” heißt es in der Citation. Nämlicher Schüler, der sich gegen 8000 Konkurrenten durchsetzte, tritt gerade in diesem Hang-Out [NACHTRAG: Aufzeichnung] auf (hat aber nicht viel zu erzählen); Pressemitteilungen gibt’s vom Projekt, der NASA, der U of AZ und der Planetary Society. Und ein neues Dawn Journal über die Reise von Vesta zu Ceres. [23:45 MESZ]

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

30. April 2013

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Zehn koronale Massenauswürfe in fünf Tagen hat der Satellit STEREO AHead vom 18. bis 23. April beobachtet: Das Geschehen war teilweise so komplex, dass die einzelnen Plasmawolken kaum zu unterscheiden waren. Die meisten gingen in dieselbe Richtung und stammten wohl von derselben Aktivitätsregion.

Der Satellit Fermi musste einem toten russischen Satelliten ausweichen und dafür am 3. April seine Düsen zünden – die eigentlich nur dazu da sind, den Satelliten am Missionsende aus seiner Bahn zu entfernen und die im Orbit nie getestet worden waren: Das kurze Manöver verlief problemlos.

cmes3

Eine besonders große Fontäne des Saturnmonds Enceladus, wie sie Cassini am 18. Januar aufgenommen hat – den Mond erhellt dabei vom Planeten reflektiertes Sonnenlicht, und der Phasenwinkel betrug 173°, d.h. die Sonne stand beinahe hinter Enceladus.

Zeitraffersequenzen der Erde aus der ISS – in “4K”, d.h. mit rund 9 Mio. Pixeln pro Einzelbild: Bereits seit 2010 erlaubt YouTube 4K, wobei wegen der automatischen Kompression die Qualität aber nicht dem Original entspricht. Und den passenden Bildschirm bzw. Kino-reifen Beamer braucht’s natürlich auch (wobei dieses Video allerdings auch in kleiner sehenswert ist).

cmes5

Zypern aus der ISS, sozusagen im Gegenlicht – jedenfalls gibt’s direkt vor der Südwestküste einen gewaltigen Glint.

Ein Soft Gamma Repeater sitzt nur 3″ neben Sgr A*

und ist gerade vom Satelliten NuSTAR entdeckt und von Chandra weiter charakterisiert worden, während Radioastronomen leider nichts an der Stelle sehen. Der Neutronenstern mit starkem Magnetfeld (Magnetar) rotiert alle 3.76 Sekunden und war der tatsächliche Verursacher eines Röntgenflares, der am 25. April scheinbar aus Sgr A*, also der Quelle genau im Zentrum der Milchstraße, gekommen war: Wie sich nun zeigt, ist diese derzeit ruhig und macht keine Röntgenflares, was sie zu anderen Zeiten durchaus gerne tut. Ob sich der SGR in ihrer unmittelbaren Nähe oder nur zufällig sehr nahe der Sichtlinie befindet, ist noch unklar.

Opportunity hinter der Sonne in einen Ruhe-Modus geraten

Inzwischen ist der Mars wieder soweit aus der Sonnenkonjunktion heraus getreten, dass Kommunikation mit den Rovern auf der Oberfläche wieder möglich ist – und die betagte Opportunity wurde dabei in einer Art Ruhezustand vorgefunden (auch Artikel hier und hier), in den der Rover wohl bei einem Kameratest geraten war – danach war der Computer neu gebootet worden und wartete auf neue Befehle [NACHTRAG: mehr Links. NACHTRAG 2: Der Rover ist wieder voll unter Kontrolle, wie ein Update des oben verlinkten Status-Berichts verrät. NACHTRAG 3: ein laaanger und ein normaler Artikel dazu].

Eine Notfallplanung für den Kepler-Satelliten hat begonnen, nachdem die Sorgen gestiegen sind, dass es mit dem Drallrad #4 bald zuende gehen könnte und man nichts mehr für es tun kann. Wenn es ausgefallen ist, könnte man andere schon still gelegte Drallräder wieder zu benutzen versuchen, vielleicht zusammen mit Düsen [NACHTRAG: Details möglicher Optionen].

Die AAS moniert Ungleichgewichtiges im NASA-Budget

In einem Statement von heute mahnt die American Astronomical Society angesichts des FY2014-Requests an, dass “a balance of small, medium, and large space missions in astronomy, planetary science, and solar physics” eingehalten werden sollte (über zu wenig für die Planeten [NACHTRAG: noch'n Artike] lamentieren schon andere reichlich). Insgesamt ist die AAS aber mit Obamas Forschungsförderung zufrieden. Derweil hat die NASA weitere Soyuz-Sitze für US-Astronauten zur ISS gebucht, für den Fall, dass die kommerziellen Anbieter dies nicht rechtzeitig übernehmen können [NACHTRAG: Hintergründe und mehr Links]. Und ein kommender ISS-Besucher beschreibt seine Erlebnisse in einer Zentrifuge.

Allgemeines Live-Blog vom 27. bis 29. April 2013

27. April 2013

29. April

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ss2a

16 Sekunden brannte heute das Triebwerk des SpaceShipTwo bei seinem ersten “powered flight” (Tele-Bild oben: MARS Scientific), bei dem auch gleich die Schallmauer durchbrochen und Mach 1.2 erreicht wurde, bevor das Vehikel 10 Minuten später landete: Die letzte Testphase vor den suborbitalen Flügen in den Weltraum hat damit begonnen. Die noch “before the end of 2013″ beginnen sollen – gefolgt von den ersten Passagierflügen 2014: Bransons Blog und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr) und hier. [23:55 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: eine 3-Min.-Mini-Doku mit neuen Bildern, ein SN Corp PR und mehr Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier und hier]

Helium alle: Herschels Missions heute schlagartig vorbei

Einen guten Monat später als berechnet aber so flott wie erwartet ist es heute gegen 16:49 MESZ mit dem flüssigen Helium vorbei gewesen, das knapp vier Jahre lang den großen ESA-Infrarot-Satelliten Herschel gekühlt hat: Nun ist er zu nichts mehr zu gebrauchen – keines der Instrumente an Bord kann “warm” betrieben werden – und wird auf eine heliozentrische Bahn entsorgt. Weitere Press Releases hier, hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier und hier. Wie für Herschel finanziert die ESA übrigens auch für ihren nächsten großen Astrosatelliten Gaia ein europaweites Planetariumsprogramm – dessen Webseite zufälligerweise ebenfalls heute online ging. [23:40 MESZ. NACHTRÄGE: Pressemitteilungen von MPIfR und Uni Köln, ein BIS PR und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

saturn

Ein Cassini-Falschfarben-Bild vom Nordpol des Saturn im nahen Infraroten, wie es nun im Nordfrühling möglich geworden ist: Der berühmte sechseckige Riesen-Wirbel dort – der selbst auf guten Amateurbildern zu erkennen ist – lässt sich nun im Detail untersuchen, inklusive einer Art “Hurrikan” mit 2000 km Durchmesser im Zentrum. [23:25 MESZ. NACHTRÄGE: Science@NASA und Artikel hier, hier und hier]

Amateur verfolgte GRB-Nachglühen stundenlang: 13 -> 15m

Der heftige Gamma-ray Burst GRB 130427A – der mindestens stärkste seit 5 Jahren – ist vorgestern drei Stunden lang auch von einem Amateur in Utah fotometriert worden, während die Helligkeit von 13.1 auf 15.5 mag. sank – die ersten Bilder, nur 20 Minuten nach dem Trigger durch den Swift-Satelliten aufgenommen, sind womöglich sogar überbelichtet! Und eine automatische Weitwinkel-Kamera sah im Moment des GRB sogar eine 7.4 mag. helle Quelle, die man selbst in einem Feldstecher hätte verfolgen können (4 Minuten später war sie auf 11 mag. gefallen): Die geringe Distanze (z=0.34) hat für den zweithellsten bekannten GRB-Afterglow gesorgt. [5:35 MESZ]

So sehen wohl Saturn-Oppositionen im 21. Jahrhundert aus … Aufzeichnung einer einstündigen Live-”Sendung” von Slooh ab 3:30 MESZ – viel zu sehen gibt es allerdings (z.B. ab 10:18) nicht: Es fehlte auf den Kanaren schlicht an ausreichender Brennweite, das wird nicht größer … [5:05 MESZ]


28. April

progress

Wenn ein Progress mit klemmender Antenne die ISS erreicht (siehe ganz unten), dann sieht das so aus. Und für den 11. Dezember ist der Start eines großen ISS-Moduls geplant, des 24-tönnigen russischen “Nauka”. [23:10 MESZ]

Starkes Polarlicht über Finnland im März nach einem CME-Einschlag – von einem Niederländer, der erst jetzt wieder aufgetaut zu sein scheint. Auch ein Ritterorden für einen anderen niederländischen Amateur-Astronomen, warum die heutige Saturn-Opposition kein Ein-Tages-Event ist (plus ein nettes Bild), ein genialer PANSTARRS von heute – und der Beginn einer Vorstellung deutscher Astro-Blogs im Detail; der hier kommt auch noch dran … [22:45 MESZ]


27. April

ison-pilz

So groß wird der Komet ISON werden … hat jedenfalls Uwe Pilz heute auf der 37. Würzburger Frühjahrstagung verkündet: Auch wenn es für konkrete Prognosen wegen der aktuell großen Sonnendistanz noch viel zu früh sei, verbreitete der Chef der VdS-Fachgruppe Kometen einigen Optimismus. Und aktuell die Schweife von Komet Lemmon im Detail und in Farbe am 23. und 24. April! [23:55 MESZ]

Ein neues aufwändiges Polarlicht-Video aus Norwegen mit überwiegend Bildern Ole Salomonsens des vergangenen Winters – und der Macher erzählt in einem Video-Interview (mit deutschem Overdub), wie er’s gemacht hat! Während es ein neues amtliches Papier zum Weltraum-Wetter aus dem Weißen Haus gibt: Die USA seien da gut aufgestellt. [1:00 MESZ]

Aus der Welt der kleinen Körper Kernnahes von PANSTARRS, öffentliche Radiobeobachtungen (mit einem Fern-Steuerpult in einer Mall in Schweden) von Lemmon und der Ballon für ISON, ein wirrer Artikel über eine Kometen-Entdeckung, an der die genannten Schüler nur sehr indirekt beteiligt waren [NACHTRAG: die ganze Geschichte ...], elektrophoner Schall vom Chelyabinsker Meteor – und der “Fall” 2013 GM3 (später, noch später), der bereits einige Schlagzeilen macht: Dieser 20-m-Asteroid kommt der Erde im April 2026 wohl ziemlich nahe und hat ab 2028 auch viele Möglichkeiten, die Erde zu treffen – aber seine Bahn ist noch reichlich unbestimmt und chaotisch. [1:00 MESZ]

Der erste Satellit ‘hecho en Ecuador’ ist in der Umlaufbahn

nach dem erfolgreichen Start gestern in China des Nanosatelliten NEE-01 Pegaso (ein Pappmodell zum Nachbauen) und dreier anderer Satelliten. Pegaso soll Videobilder der Erde senden, die frei verfügbar sein werden, und angeblich hat ein deutscher Amateurfunker als erster Signale empfangen. Die Hauptnutzlast der Langer Marsch 2D war allerdings der chinesische hochauflösende Erdbeobachter Gaofen 1 (der erste von 6 für ein High-Definition Earth Observation System oder HDEOS bis 2016), den drei CubeSats begleiteten: neben Pegaso noch Turksat-3USAT aus der Türkei und CubeBug 1 aus Argentinien. Und eine sehr spezielle niederländische “Nutz”-Last … [1:00 MESZ. NACHTRÄGE: Details zu CubeBug und Turksat, noch ein Artikel und mehr Links]

Raumfahrt-Splitter: Das Andocken des Progress mit Antennen-Schaden hat gestern problemlos geklappt (mehr, mehr und mehr [NACHTRAG: und mehr Links]) – zuvor hatte es einige Sorgen gegeben (mehr Links). / Die mit der 1. Antares [NACHTRAG: die bestens performte] gestarteten “PhoneSats” sind im Orbit aktiv – und haben u.a. Bilder geschickt – aber nur noch wenige Tage. [NACHTRAG: Oh, schon weg!] / Ein estnischer CubeSat soll Tether-Technologien testen: eine der Nutzlasten der nächsten Vega, die Anfang Mai in Kourou starten soll. / SeaLaunch glaubt die Ursache des letzten Fehlstarts gefunden zu haben, nun wird nachgebessert. / Vor 20 Jahren begann die D-2-Mission: ein ganzer Shuttle-Flug, quasi von Deutschland eingekauft. Das waren noch Zeiten … [1:00 MESZ]

Die IAU “holt das Universum auf die Erde herab”

26. April 2013

und bemüht sich aktiv, die Menschheit und die Fachastronomie zusammen zu bringen: Ohne nennenswerte Ankündigung ist kürzlich die Webseite “Bringing the Universe Down to Earth” online gegangen, die noch nicht viel Information enthält aber Potenzial zu haben scheint – während das vier Jahre alte Portal to the Universe aus dem IYA 2009, das auch einmal die ultimative Astro-Webseite werden sollte, über einen reinen automatischen (aber fleißigen) News-Content-Aggregator nie hinaus gekommen ist.

iau

Wohin genau das – 1/2 Jahr alte und in Japan angesiedelte – IAU Office for Astronomy Outreach mit “Bringing Down” einmal hin möchte und wieviel (wo)manpower überhaupt dahinter steckt (die Karte mit den National Outreach Contacts ist z.B. noch kaum bewohnt), war über diese Präsentation hinaus noch nicht in Erfahrung zu bringen. Aber eine zentrale Aufgabe soll zumindest am Anfang die systematische Erfassung der amateurastronomischen Vereinigungen des Planeten sein – auf dass sie als Multiplikatoren wirken mögen. Das Eintragen in die Portal-Maske ist unkompliziert: Möge die noch dürre Tabelle rasch wachsen. Auch jetzt schon interessant: Links zu einigen Pro-Am- und Citizen-Science-Projekten.

Der Geist des International Year of Astronomy weht immer noch durch die weltweite Outreach-Szene, betont dieser aktuelle Artikel von Astronomers w/o Borders (der dabei just o.g. Webseite übersehen hat, aber immerhin das Office kennt, das sich selbst in direkte Nachfolge des IYA stellt): Dem portugiesischen Autor fallen v.a. Initiativen zur Lichtverschmutzung, das Portal to the Universe, Universe Awareness und The World at Night ein.

Ein neues Citizen-Science-Portal speziell für Deutschland

ist kürzlich ebenfalls aufgetaucht, offenbar noch unfertig und mit nicht klar erkennbarer Zielsetzung: Dahinter stehen die Leibniz- und die Helmholtz Gesellschaften, und es wird wohl darum gehen, einen “Dialog” zwischen der – deutschen – Wissenschaft und Bürgern zu fördern, die in Citizen-Science-Projekte eingebunden werden möchten. Ein 18-seitiges Online-Dossier listet – jeweils sehr knapp – solche Projekte aus zahlreichen Wissenschaftsbereichen auf, wobei zumindest im astronomischen Kapitel Distributed Computing (SETI@Home), Crowdsourcing (Galaxy Zoo) und eher Bewusstseinförderndes denn Forschendes (GLOBE at Night) munter durcheinander geworfen werden. Konkrete Möglichkeiten für Forscher oder Volk, sich über diese Webseite zu artikulieren, gibt es bisher nicht: Noch führt der Pionier der Online-Citizen Science Zooniverse schneller ans Ziel.

Allgemeines Live-Blog vom 23. bis 25. April 2013

23. April 2013

25. April

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Das war die Mini-MoFi heute Abend, gesehen in Königswinter von diesem Blogger um – von unten – 21:43, 21:56 und 22:08 MESZ: Visuell war’s zwar auffällig, aber nicht so kontrastreich. Weitere Bilder z.B. auch hier, hier, hier oder hier. [23:55 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: Zeitraffervideos hier, hier, hier, hier und hier, eine Belichtungs-Animation, ein tiefes und ein stark vergrößertes Bild, eine Serien-Montage, Beobachtungsberichte hier, hier, hier und hier, Bildersammlungen & Artikel hier, hier, hier, hier und hier, noch mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier - und noch mehr Links]

Wie sich die NASA den Asteroiden-Fang & -Besuch vorstellt

Allmählich werden mehr Details zu den überraschend adoptierten NASA-Plänen bekannt, insbesondere in einer Präsentation des Associate Administrator for Human Exploration and Operations Mission Directorate. Demnach kann von einem “Einfang” keine Rede sein: Der angepeilte Ionenantrieb werde gerade einmal stark genug sein, einen winzigen Asteroiden, der ohnehin schon auf dem Weg ins Erde-Mond-System ist, in einen retrograden Orbit um den Mond umzuleiten – in so großem Abstand, dass er bis zu 100 Jahre stabil bleibt (was bei mondnäheren Bahnen wegen der ungleichmäßigen Massenverteilung im Mondinneren nicht der Fall ist). Das schränkt die Asteroiden-Auswahl sehr ein, und womöglich wird das Ziel – schließlich geht es nicht um Wissenschaft sondern die Erprobung von Techniken der bemannten Raumfahrt – eine alte Apollo-Oberstufe sein. In das Ding dann im Mondorbit, wird es im Rahmen einer 20-Tages-Reise besucht, die zwei EVAs von jeweils 3-4 Stunden beinhaltet, um ein paar Proben zu entnehmen. Und hinter der Orion soll, wie schon beim unbemannten Testflug 2017 (“ESA jetzt im “critical path” …), ein umgebautes ATV der ESA sitzen. [21:10 MESZ. NACHTRAG: noch ein Artikel dazu]

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So sieht’s aus, wenn ein Meteoroid in die Saturnringe geknallt ist: Dieser kurzlebige gegen die sonstige Ringstruktur verkantete Strich besteht aus den Ejekta, die durch die differenzielle Rotation der Ringe in die Länge gezogen wurden – und so auffällig leuchten, weil sie etwas über den Ringen schweben und gut beleuchtet sind, während die Ringe selbst rund ums Äquinoktium schwächer angestrahlt werden. Neun solche Fälle sind auf Cassini-Bildern zu erkennen. [20:50 MESZ]

2 Sonnenmassen: Massereichster Neutronenstern gefunden

Der Pulsar PSR J0348+0432 in einem Doppelsystem mit einem Weißen Zwerg wiegt doppelt so viel wie die Sonne und ist damit der massereichste bislang bestätigte Neutronenstern, zeigen Beobachtungen mit mehreren Radio- und optischen Teleskopen: In Verbindung mit der sehr kurzen Umlaufperiode von nur 2.5 Stunden ergeben sich neue Erkenntnisse über die Entwicklung von Doppelsternen und die Aussendung von Gravitationswellen. Das System bildet einen Modellfall für die Untersuchung der Allgemeinen Relativitätstheorie unter extremen Bedingungen, die so bisher nicht zugänglich waren. Der Energieverlust durch die Gravitations-Strahlung konnte bereits in den Radiobeobachtungen des Pulsars nachgewiesen werden: Die Resultate stehen in ausgezeichneter Übereinstimmung mit der Allgemeinen Relativität. [20:00 MESZ. NACHTRÄGE: NRAO und ASTRON Releases und Artikel hier, hier, hier und hier]

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Zwei koronale Massenauswürfe sind auf dem Weg zum Merkur, nachdem sie die Sonne heute Vormittag MESZ – hier ein SOHO-Bild von 12:00 MESZ – auf die Reise geschickt hat. Und a propos Reise: Das Schicksal des Progress mit klemmender Antenne ist weiter unklar – möglicherweise wird erstmal nur weich angedockt und dann per EVA nachgeholfen. [19:45 MESZ]

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Die Hearings im US-Kongress zum NASA-Haushalt laufen inzwischen, und heute z.B. trat der NASA-Chef vor einem Subcommittee des Senats auf: hier die Aufzeichnung der 45 Minuten. Gewisse Termin-Probleme mit dem JWST könne man abfedern. Aber wenn der Sequester auch nach dem 1.10. bleiben sollte, so Bolden, werde es gewaltige Probleme quer durch die NASA geben. In anderen Raumfahrt-News eine Verschiebung des nächsten Vega-Starts mit u.a. Proba V um eine Nacht und eine wild gemischte Bilder-Galerie “around the solar system”. [17:55 MESZ. NACHTRAG: mehr zur Vega] Langer Bericht über das kurze Bolden-Hearing. [18:30 MESZ]

Heute steht der Vollmond neben dem Saturn, drei Tage vor dessen Opposition, die hier die NASA feiert, nach dem Motto: Wir haben Euch schon zu viele tolle Planetenbilder gezeigt, aber das müsst Ihr sehen … Was fehlt (da in den USA unsichtbar), ist die minimale partielle MoFi, die in 5 Stunden beginnt und z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier beschrieben wird: Die 27 partiellen Minuten, wärend derer z.B. in Bonn der Mond von 9 auf 12 Grad steigt, 40° rechts vom Ostpunkt, dauern von 21:54 bis 22:21 MESZ, mit dem “Maximum” um 22:07:30 MESZ. [16:45 MESZ] Wie heute üblich, werden natürlich MoFi wie Saturn im Web live übertragen, sogar mehrfach. [17:10 MESZ] Und trotz Vollmond noch ein PANSTARRS aus der Stadt vom 24. April, plus die Geometrie des Kometenbesuchs beim Mars 2014. [17:30 MESZ]

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Aktive Entfernung von Weltraummüll für geboten erklärt

Dies hier sind die Schlussfolgerungen der europäischen Tagung zum Weltraummüll in Darmstadt, die auf der gerade laufenden Abschluss-PK [NACHTRAG: Aufzeichnung] vorgestellt wurden: Das Kessler-Syndrom sei real und werde “in ein paar Jahrzehnten” zu einer Kettenreaktion im Orbit führen, die Raumschrott-Menge steige – dann wird nun auch ganz direkt gemessen – auch jetzt schon ständig weiter, selbst wenn alle Absprachen zur Vermeidung eingehalten werden, und deswegen sei “active debris removal” das Gebot der Stunde. Über zahlreiche z.T. exotische Konzepte dafür wurde auf der Konferenz angeregt diskutiert. [13:10 MESZ] Ein Vertreter der italienischen Weltraumbehörde fordert eine UN-Behörde von der Bedeutung der ITU, um das Aufräumen im LEO zu koordinieren. [13:20 MESZ. NACHTRAG: Das war aber nur seine private Meinung] Wichtigster erster Schritt wäre das Entfernen von 5-10 großen toten Satelliten pro Jahr – und zwar (v.a. aus legalen Gründen) durch denjenigen, der sie gestartet hat. [13:25 MESZ] Die ESA-PM zu den Tagungsergebnissen auf Deutsch. [13:30 MESZ. NACHTRAG: Das eingebettete 16-Minuten-Video ist sehr sehenswert!] Envisat und ERS-1 wären die Hauptkandidaten der ESA für eine Entsorgungs-Mission – und da beider Bahnen ähnlich sind, womöglich gar mit demselben Roboter. [13:35 MESZ. NACHTRAG: Artikel zur PK hier, hier und hier - und zum Kontext auch ein Vortragsbericht von vor einem Jahr]

Satelliten helfen bei der Aufklärung des Blitz-Phänomens in Gewitterwolken, bei dem immer neue Aspekte entdeckt werden, namentlich die Terrestrial Gamma-ray Flashes (“Terrestrial Gamma-ray Flashes als … Gesundheitsrisiko?”) alias Dark Lightning – außer dass diese TGFs und die sichtbaren Blitze in einem sehr direkten Zusammenhang stehen, ist aber noch nicht viel heraus gefunden worden. Der Atmosphere Space Interaction Monitor, den die ESA bald auf der ISS installieren wird, bringt vielleicht weitere Erkenntnisse. [1:30 MESZ]

Raumfahrt-Splitter: Heute um 12:45 MESZ beginnt die Abschluss-PK der Weltraummüll-Konferenz in Darmstadt (s.u.), die auch gestreamt wird. / Auf der Homepage der Voyager-Sonden werden jetzt Live-Daten gezeigt, die beurteilen helfen sollen, wie weit sie tatsächlich auf dem Weg aus dem Sonnenystem hinaus (“Voyager 1 hat …”) sind; auch ein Cartoon und weitere Links vom März. / Fast 50 Jahre alte Eis-Karten von Arktis und Antarktis sind aus alten Satelliten-Bildern rekonstruiert worden – die (verfilmten) Daten waren erst kürzlich wieder aufgetaucht. / Der Soyuz-Start gestern Morgen ging glatt, aber jetzt klemmt eine Navigationsantenne des neuesten Progress zur ISS (mehr, mehr und mehr Artikel) – Folgen noch unklar. / Derweil haben sich Hacker bei der JAXA speziell für das Kibo-Modul der ISS interessiert, während Russland das PIRS-Modul ersetzen will. / Die erste Angara-Rakete soll 2014 in Plesetsk starten. / Und das SpaceShipTwo soll nun ganz bestimmt bald Passagiere in den Weltraum befördern: im 1. Quartal 2014, tönt Branson … [0:35 MESZ. NACHTRÄGE: Am 29.4. soll jedenfalls erstmals das Triebwerk eingeschaltet werden - aber gucken darf keiner, jedenfalls aus der Nähe]


24. April

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Die neueste Inkarnation des kommerziellen Asteroiden-Such-Satelliten Arkyd 100 von Planetary Resources wurde gerade in einem ‘Hangout’ zum 1. Jahrestag ihres Auftauchens präsentiert: 15 kg, Grenzgröße 19 mag., Start in der 1. Hälfte 2015, wobei relevante Avionik zuvor bereits 2014 auf einem CubeSat getestet werden soll. Derweil läuft gerade im House Space Subcommitee ein Hearing zum NASA Budget Request, wo es kritische Fragen zur Asteroid Retrieval Mission zu hageln scheint … [20:50 MESZ] Ein Artikel über den Hangout. [22:35 MESZ. NACHTRÄGE: noch einer und noch einer]

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Kommt ein (Beinahe-)Cygnus geflogen: Nachdem die erste Antares-Rakete den Orbit erreichte, fotografierte eine Kamera an Bord den ausgesetzten Masse-Dummy des künftigen neuen Lastentransporters der Orbital Sciences Corp. für die ISS. Der bleibt, samt Oberstufe, noch “mehrere Monate” in einer Umlaufbahn. Dieselbe Firma hat jetzt auch den Auftrag für den Bau des Astro-Satelliten TESS erhalten (mehr und mehr und Details zum Bus hier, hier und hier), dessen Realisierung die NASA kürzlich beschlossen (5. April) hatte. [18:55 MESZ] Der erste echte Cygnus soll nun im Juni oder Juli fliegen. [19:40 MESZ]

PANSTARRS über Schweden in tollen Zeitraffer-Sequenzen, wobei sich zuweilen auch noch Aurora ins Bild schleicht – kein “großer Komet”, aber ein großartiges Video. Und vom Kometen nach dem Perihel eine Auswertung digitaler Fotometrie – nach der die Helligkeit extrem gleichmäßig abgenommen hat, allerdings schneller (mit höherem “n”) als in Auswertungen visueller Schätzungen. Hmm … Und auch in den letzten Stunden im Web aufgetaucht: eine lange öffentliche Abendveranstaltung während der Planetary Defence Conference in Arizona am 17. April, Teile eins, zwei, drei, vier und fünf. [4:55 MESZ] Noch ein paar PANSTARRS-Bilder. [17:45 MESZ] Und zum Bookmarken: die hellen Kometen von G. Rhemann – mit aktuellen Lemmons am Anfang. [18:25 MESZ]

Raumfahrt-Splitter: Eine Höhenforschungsrakete mit dem Extreme Ultraviolet Normal Incidence Spectrograph zur Erkundung der Sonnenkorona (EUNIS) ist gestern gestartet. / Allerlei Bilder von ISERV, dem Amateurteleskop auf der ISS (“Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain …”) zur Erdbeobachtung, auf der Station wird nun mit Software-Defined Radio experimentiert – und vielleicht 2014 das olympische Feuer bei einer EVA herumgetragen. / Vom Antares-Erststart noch weitere schöne Bilderserien hier, hier und hier. [4:45 MESZ]


23. April

ison-hst

So sah Hubble den Kometen ISON am 10. April, als er noch 621 Mio. km von der Sonne entfernt war: Aus dem schon schon vor 10 Tagen ‘geleakten’ Bild (13. April) wird auf einen 5 bis 7 km großen Kern geschlossen [NACHTRAG: falsch, der Durchmesser ist < 4 km, sagt die Analyse der Bilder im CBET #3496 vom 25.4.!], mit einem Staubjet in der Koma, aber gesicherte Aussagen über die Zukunft des Kometen in Sonnennähe traut sich noch niemand zu [NACHTRAG: hier meint einer von der NASA bzgl. ISONs Kern "I doubt this thing is going to survive" das Perihel. NACHTRAG 2: ein Science@NASA-Nachzügler, die dürren Fakten bisher und mehr Links]. A propos Kometen: In der Atmosphäre Jupiters fand der Satellit Herschel immer noch Spuren des Impakts von SL9 vor 19 Jahren. Und ob in Connecticut wirklich ein Meteorit in ein Haus einschlug, ist noch unklar. [22:40 MESZ. NACHTRAG: Die Meteoriten-Natur scheint nun bestätigt worden zu sein; noch mehr Links]

Mein Opa von Alpha Centauri … geht’s noch abstruser?

Der wunderliche Versuch einer – gelinde gesagt umstrittenen – US-Firma, per gebührenpflichtiger Internet-Abstimmung einen “populären” Namen für den ebenfalls umstrittenen (siehe ISAN 174-4) Exoplaneten Alpha Cen Bb zu generieren, ist vergangene Nacht kläglich gescheitert: Da eine Manipulation der Abstimmung nicht nur möglich sondern auf der Webseite sogar dazu ermuntert worden war, gelang es jemand, in den letzten Stunden seinen verstorbenen Großvater auf Platz eins zu schieben. Das ganze System, das zuvor schon die IAU im Allgemeinen kritisiert (12. April) hatte, führte sich damit gleich im ersten Anlauf überzeugend selbst ad absurdum: Populäre Namen kann man eben nicht künstlich generieren, die entstehen auf völig anderen Wegen. Genau so wenig trägt die Firma zur öffentlichen Beschäftigung mit Astronomie (Kommentar) bei, schließlich haben die – noch teureren – Namensvorschläge weder Bezug zu konkreten Exoplaneten noch wird der Vorschlagende zum Nachdenken über die Sensibilität der Namens-Problematik angeregt. Die sich leider auch weiterhin dem Gros der US-Astroblogger in keiner Weise erschließt, wie betrübliche Beispiele z.B. hier, hier, hier und v.a. hier und hier zeigen (ein UK-Blogger ist dagegen zu eigenen Gedanken fähig). Nun fördert besagte Firma mit einem Anteil – von bis zu 50%, wie sie behauptet; überprüfen kann das niemand – ihrer Einnahmen echte astronomische Projekte: Ob dies ein verfolgenswerter Ansatz ist, wird sich vielleicht bei ihrer nächsten kostenpflichtigen Internet-Spiel-Idee erweisen. Zu ihren Beratern gehören eigentlich genug prominente Astronomen … [21:05 MESZ. NACHTRÄGE: Den Spaß hat sich der Enkel $742.50 kosten lassen - aber das verrät die Firma nicht, schon gar nicht in einer dürren PM zu der Blamage. Und manche kapieren's nie - unfassbar ...]

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Der schwindende PANSTARRS verblasst gegen die Pracht der Deep-Sky-Objekte in der Cassiopeia auf diesem Ausschnitt eines Weitwinkelbildes von Michael Jäger von gestern – als auch diese und diese Aufnahme entstanden, letztere mit der Galaxie IC10 ganz in der Nähe. Und es gibt neue Modellrechnungen zum Plasmaschweif. Sowie erste Impressionen von den Lyriden 2013 – und noch was völlig anderes: die möglicherweise ersten zwei kosmischen Neutrinos im IceCube-Detektor. [3:50 MESZ]

Raumfahrt-Splitter: Beim vorgestrigen Erststart der Antares waren auch drei “Phonesats” an Bord, die bereits alle mit dem Boden gesprochen haben. Und Bion-M hat auch Subsatelliten frei gelassen. / Die NASA beschreibt unentwegt jede Schraube, die am JWST gedreht wird, aber ob Kosten- und Zeitrahmen jetzt eingehalten werden, ist eine andere Frage. / Eine weitere Space-Debris-Konferenz in Darmstadt hat u.a. dieses und dieses Echo. / Eine Pressekonferenz zum Bewerbungs-Start von Mars One findet ein gemischtes Echo, so hier, hier, hier und hier – und ein Ex-Astronaut findet Inspiration Mars cool, den anderen irren Mars-Plan … / Berichte über die Höhenraketen-Flüge SLICE und Texus 50 – und angeblich fliegt das SpaceShipTwo bald mit Raketen-Motor. [3:30 MESZ. NACHTRÄGE: ein arg später Artikel zu Antares & Phonesats, ein NASA Release zu Bion-M, Artikel hier, hier, hier, hier und hier zum Raumschrott und ein Al-Jazeera-Clip sowie Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zur Mars-One-PK]

“Zugabe” gerufen – fette Feuerkugel bekommen

22. April 2013

Das hätte sich die argentinische Folk-Band Los Tekis auch nicht träumen lassen, als sie weit nach Mitternacht – gestern morgen – ihr Konzert in Santiago del Estero im Norden des Landes gerade beenden wollte. Just als das Publikum nach einer Zugabe rief, es war gegen 3:20 Uhr früh, flammte hinter der Bühne eine beeindruckende Feuerkugel auf, die dem Zuschauer Matías Díaz mit auf sein Video (oben) geriet: eine der besten Aufzeichnungen des kosmischen Besuchers, der in weiten Teilen Nordargentiniens gesehen wurde; hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier weitere Clips und Zusammen-Schnitte. Die Band beschreibt hier selbst, wie das so war, auch eine Quellen-Sammlung und Artikel auf Spanisch hier, hier und hier und auf Englisch hier, hier und hier: Der in die Atmosphäre eingetretene Körper dürfte nur ein paar Dezimeter groß gewesen sein, es hing noch in der Morgendämmerung ein verwirbelter Contrail am Himmel, und Meteoritenfälle scheinen denkbar. [NACHTRÄGE: Warum da mitten in der Nacht ein Konzert war, der Bolide als animated GIF (aus diesem Artikel) und weitere Erkenntnisse & Spekulationen]

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Das vergangene Jahr innere Sonnenkorona aufaddiert aus 25 Aufnahmen des Solar Dynamics Observatory bei 17 nm Wellenlänge (die einer Plasma-Temperatur von 600’000 K entsprechen) zwischen dem 16.4.2012 und 15.4.2013: Die Konzentration der Sonnenaktivität auf zwei Breitenbereiche beiderseits des Äquators tritt so viel klarer hervor als in einem Zeitraffervideo – Bild anklicken – aus viel mehr dieser Aufnahmen, das die inzwischen verstrichenen drei Jahre seit dem First Light im Frühjahr 2010 abdeckt.

Wie aus Hubble-Rohbildern eine große Visualisierung wird

In der vergangenen Stunde hat dies das Space Telescope Science Institute vorbildlich anhand des neuen Pferdekopf-Nebels von der WFC3 erklärt: Erstaunlicherweise zeigen die einzelnen 18 Rohbilder … nichts! Erst nach Abzug von Artefakten, Kontrasterhöhung, Entzerrung, Mosaik-Bildung und noch einigen Arbeitsgängen mehr kommt schließlich das spektakuläre (Falsch-)Farbenbild heraus, mit dem der 23. Jahrestag des HST-Starts gefeiert wird. [NACHTRAG: Ein weiteres Produkt war dann diese Quasi-3D-Animation des WFC3-Bildes.]

Allgemeines Live-Blog vom 19. bis 21. April 2013

19. April 2013

21. April

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Das war der erste Start der Antares, die vor 25 Minuten pünktlich los gekommen ist: von Kameras an Bord das Brennen der 1. Stufe, ihre Abtrennung, der Abwurf der Interstage und das Brennen der 2. Stufe – mehr Screenshots auch hier und auf vielen folgenden Seiten. [23:25 MESZ]

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Das erste richtige (NASA-)Foto vom Start, ein Statement aus dem Weißen Haus, ein Blog-Eintrag der NASA-Vize und ein erster Artikel. [23:40 MESZ]

Eine Aufzeichnung der Live-Übertragung des Starts (samt seltsamer Bildregie am Anfang), ein NASA Release und ein weiterer Artikel. [23:55 MESZ - Ende. NACHTRÄGE: Press Releases von NASA Wallops und Orbital, das DLR-Blog, ein Feuer nach dem Start, mehr Fotos von NASA und Orbital (noch eins), ein Startvideo aus anderer Perspektive, Replays von diversen Kameras, eine Aufzeichnung der NASA-Übertragung mit deutschem Voice-Over und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

PANSTARRS, Lemmon, ISON: was war & noch sein könnte

1. PANSTARRS – eine detaillierte neue Auswertung der VdS-FG Kometen mokiert sich v.a. über seinen Schweif: “Zwar zeigte er sich breit aufgefächert, blieb jedoch längenmäßig mit visuell 2.0° weit hinter den Schweifen vergleichbar heller Kometen zurück.” Und die Helligkeit der Koma ist – ungewöhnlich! – nach dem Perihel schneller gefallen als vorher gestiegen. Auch etwas zur Wasser-Produktion (aus der Helligkeit geschätzt) und was die vergangene Woche passierte. 2. Lemmon sieht immer noch gut aus wie auf diesem Bild von heute (mehr) oder diesem von vorgestern (mehr) aus Namibia und kämpft sich langsam an den Nordhimmel vor: für Deutschland leider zu spät, denn ab Anfang Mai, wenn er über den Morgenhorizont gekrochen ist, wird er immer in der (mindestens astronomischen) Dämmerung stehen, wenn auch im Juni schließlich 30-40 Grad hoch aber schon arg verblasst. 3. ISON: Hier gibt’s VdS-FG-seitig noch einigen Optimismus und nützliche Grafiken. Außerdem noch eine zwei CMEs auf Merkur-Kurs und die bevorstehende Saturn-Opposition in der Waage. [21:05 MESZ. NACHTRAG: Lemmon von STEREO gesehen, auch hier präsentiert]

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Neuer Tag, neues Glück für die Antares vor ihrem Erstflug auf Wallops Island? Dem Sonnenaufgang heute – mehr Bilder hinter dem Bild; hier hat’s ‘nen Live-Feed – folgt jedenfalls eine Wetter-Wahrscheinlichkeit von 80% für einen Start heute um 23:00 MESZ; gestern hatten Höhenwinde eine neuerliche Verschiebung des Starts (mehr, mehr und mehr) erzwungen. Tags zuvor hatte es eine 6-1/2-stündige EVA auf der ISS gegeben, bei der ein Experiment mit Materialproben davon schwebte: ein NASA Release, ein Standbild und Artikel hier, hier, hier und hier. Und es gibt neue Details zu den großen Asteroiden-Plänen der NASA – die hätte man auch schon am Tag der ersten Präsentation nennen können. [19:30 MESZ]

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Die Live-Sendung vom Mauna Kea mit Saturn hat begonnen

wobei der Feed vom Fuß des Mauna Kea aus einem Remote-Controlroom kommt. Astronomische Beobachtung sei ja “boring until we spice it up a little bit”, hat der Moderator noch gesagt – man darf gespannt sein.

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Es ist die 3. von vier Beobachtungsnächten Kecks für das koordinierte Programm (siehe unten “Sonntag gibt’s …” und “Was bei der Saturn-Keck-Beobachtung …”); hier erklärt der unten zitierte Tom Stallard gerade, um was es geht. Leider bricht der anfangs perfekte Webcast nach keinen 10 Minuten zusammen … [15:10 MESZ] … wobei das örtliche WLAN Schuld sein soll, hört man. Ja, da nehmt halt ein Kabel! Viewers not happy – Spott aus Deutschland: “Amateur Astronomers or High Tech Astronomers?” [15:20 MESZ]

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Der Webcast geht wieder – und hier sieht man, wie der Spalt des NIRSPEC-Spektrographen senkrecht über dem Saturn liegt. [15:25 MESZ] Während der Webcast kommt und (meistens) geht – und ansonsten auch keine weitere Live-Daten zu sehen waren – seufzt ein Verantwortlicher im Chat: “thank goodness the telescope is still sending its signal really well” … [16:10 MESZ]

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… nur dass Saturn inzwischen für das Teleskop zu tief steht und bloss noch Kalibrationsdaten aufgenommen werden. Immerhin gibt’s dieses infrarote Intensitätsprofil der Saturnatmosphäre, aufaddiert aus Messungen der vergangenen Nächte, das die Story mit dem “Saturn-Regen” (“Von den Saturnringen “regnet” es …”) bestätigen soll. [16:25 MESZ]

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Endlich mal ein bisschen Astro-’Action’ gerade: Man konnte – leider nur in künstlich verschlechterter Auflösung, aus Angst, dass der Webcast wieder crasht – den Bemühungen der Beobachter beiwohnen, den Neptun für o.g. Kalibrationsmessungen in den NIRSPEC-Spalt zu bekommen. Erforderte ein regelrechtes “Starhopping” von seinem Mond Triton aus – Amateurastronomie mit einem 10-m-Spiegel. [16:35 MESZ] Nach 2:39 ist der Webcast vorbei, übrigens nicht der erste in einer “Live from the Observatory”-Serie: Am Ende amüsierten sich die 350 verbliebenen Astro-Nerds ganz gut über den Smalltalk der Astronomen kurz vor’m Schichtende. [17:50 MESZ. NACHTRAG: eine ausführliche "Besprechung" des Events - während hier die Probleme verschwiegen werden]

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Der große Manicouagan-Impaktkrater in seinem kanadischen Kontext kürzlich von der ISS aus aufgenommen – der dank eines Stausees darin außergewöhnlich auffällige 100-km-Krater (nahe dem rechten Bildrand) wird andauernd aus dem Orbit aufgenommen; die Anreise auf dem Landweg ist dagegen mit endloser Fahrerei in einsamen Wäldern verbunden, und viel zu sehen gibt es am Ziel auch nicht, wie letztens auf dem AKM-Seminar in Hannover zu erfahren. [2:20 MESZ]


20. April

Was bei der Saturn-Keck-Beobachtung zu sehen sein wird

(s.u.), hat soeben einer der Beobachter – Tom Stallard aus Leicester – gegenüber diesem Blog beschrieben: “We are observing using the NIRSPEC spectrometer on Keck 2. Our data is spectra of Saturn with the slit aligned north-south on the planet, specifically looking at narrow emission lines of H3+ created by aurora at the poles, and solar ionisation on the body, in amongst reflected sunlight on the disk of the planet. We’ll also have images of the slit on Saturn, which is more visually obvious. We’ll certainly be showing data in both its raw form and in a reduced state, including at least partially reduced data from the past (what will be) two nights. One of the things we will talk about in the ‘show’ will be how we go from raw data to reduced data to results.” Also: morgen ab 15:00 MESZ! [3:40 MESZ] Die Kunde vom Webcast verbreitet sich. [13:50 MESZ]


19. April

Wird feinster ISON-Staub durch die Erdatmosphäre rieseln, im Januar 2014, und dann zwar keine Meteore aber dafür später verstärkt Leuchtende Nachtwolken auslösen? Das behauptet ein Modell, nachdem es zu ungewöhnlichen Wechselwirkungen kommen könnte. [22:35 MESZ. NACHTRAG: Ein normaler Meteorschauer ist jedenfalls nicht möglich] Mittlerweise scheint jedenfalls die Saturnringe ein deutlicher Oppositions-Effekt zu ereilen. [22:45 MESZ]

Sonntag gibt’s ‘nen Webcast aus dem Keck-Kontrollraum

während Saturn-Beobachtungen mit einem der 10-m-Teleskope auf dem Mauna Kea im Rahmen einer koordinierten Kampagne zur Untersuchung der Polarlichter Saturns: Am 21. April von 15:00 bis 17:00 MESZ sollte es auf diesem Kanal Daten von NIRSPEC zu sehen geben, und auch Fragen dürfen gestellt werden. Ebenfalls zum Themenbereich Öffentlichkeit & Astronomie: ein Paper von MilkyWay@home ist akzeptiert, es gibt das 13. CAP Journal und die erste Ausgabe der Internet-Zeitschrift Sky’s Up – und in Finnland kann man jetzt sehr bequem Aurora gucken; leider gibt’s diese Aurora Bubbles nur dort, und sie sind nicht transportabel … [22:20 MESZ]

Der Pferdekopfnebel im nahen & fernen Infrarot

19. April 2013

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aufgenommen von Hubbles WFC3 (oben) im J- und H-Band (1.1 bzw. 1.6 µm), denen blau und rot zugeordnet wurden, und von Herschel mit PACS und SPIRE (Mitte) bei 70 und 160 bzw. 250 µm (B,G,R): Im fernen IR ist von der charakteristischen Form nichts mehr zu sehen. Wie das alles zusammenhängt in den großen Gaswolken des Orion, ist in einem 3-Minuten-Video zu sehen, in dem zusätzlich zwei erdgebundene Teleskope mitspielen.


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