Mit ‘Curiosity’ getaggte Artikel

Allgemeines Live-Blog am 18. Januar

18. Januar 2013

IRIS with solar wings deployed in B/159

Satellit “Interface Region Imaging Spectrograph” fertig

Der nächste Small Explorer der NASA ist komplett integriert – zusammen gebaut – worden und wird nun getestet, bevor der Satellit IRIS im April starten soll: Besagte Interface-Region meint die Chromosphäre und Übergangszone der Sonnenatmosphäre, der IRIS durch hochauflösende Bilder mit einem großen Ultraviolett-Teleskop, der einzigen Nutzlast des Satelliten, auf den Grund gehen soll. Erwartet werden Bilder kleiner Ausschnitte der Sonnenoberfläche, dafür aber mit 240 km Auflösung, sowie Spektren, die – mal wieder – entscheidende Aufschlüsse liefern sollen, wieso die Korona über dieser Zone so viel heißer ist. Um v.a. die Spektren interpretieren zu können, sind bereits Supercomputer für Simulationsrechnungen reserviert. [23:35 MEZ - Ende]

Das Video zur letzten Curiosity-Pressekonferenz am 15. Januar ist fertig – und hier noch ein ganz frisches Bild. Und was Curiosity mit der Inauguration zu tun hat … [23:15 MEZ]

A weia: Jupiter- und UFO-Hoaxes machen die Runde …

Man kann kaum so schnell tippen, wie schon wieder jemand irgendwelchen Müll ins Internet gekippt hat – also schnell die Aufklärung hinterher. Der Ursprung des ersten Hoaxes ist (diesem Blogger) noch unbekannt, aber plötzlich wird von gestandenen Astronomie-Popularizern die aberwitzige Behauptung aufgestellt oder unreflektiert weiter verbreitet, die bevorstehende Mond/Jupiter-Konjunktion am 21./22. Januar werde die “engste bis 2026″, wie z.B. hier ausgewalzt wird, und damit etwas ganz Besonderes. Das ist natürlich Blödsinn, hängt doch der Winkelabstand zwischen Mond und Hintergrund (Sterne oder Planeten) dramatisch vom eigenen Ort auf dem Planeten ab.

Bei der kommenden Konjunktion kommt es z.B. in Südamerika zu einer Bedeckung durch den Mond, das gleiche passiert gleich wieder in Australien im Februar – und selbst in Europa wird es bis 2026 noch eine Reihe Jupiterbedeckungen durch den Mond geben. Trotzdem taucht das “2026″-Märchen heute in einem Werbetext für einen Webcast des vermeintlich so seltenen Ereignisses auf… [NACHTRAG: Dort wurde es - auf Betreiben dieses Bloggers - tags darauf entfernt, aber dafür ist es nun bei Nat'l Geographic aufgetaucht. Und hier und hier wird endlich eingeschränkt, dass die "2026"-Aussage nur für Nordamerika gelten soll.]

Ein anderer Hoax betrifft die lange aufgeklärten STS-88-”UFOs”, deren Originale ein tüdeliger UFO-Fanatiker bei der NASA nicht wieder fand – obwohl sie immer noch problemlos im Archiv gescannter Fotos zu finden sind (wie man sich durch Anklicken im SW-Artikel überzeugen kann). Die Lüge von den gelöschten Fotos wurde sogleich von einem Aliens-Freak aufgebauscht und dann leider auch wieder ungeprüft von einer bekannten SF-Seite übernommen – die in letzter Zeit durchaus mit guten Wissenschaftsjournalismus aufgewartet hatte, hier aber komplett versagte. [22:25 MEZ]

gruns

Der NASA-Wissenschafts-Direktor in einem weiteren #NASASocial-Panel (s.u.) im NASA-HQ: Die NASA ist auf einem “grand scientific adventure”, um den Mars zu verstehen. [21:35 MEZ] Ein Curiosity-Manager gibt zu, dass man öfters mal auf den Webseiten der Fans nachschaut, was die schon wieder alles auf den MSL-Bildern entdeckt haben. [21:55 MEZ]

Asteroidensucher NEOSSat & Co.: Start jetzt am 14.2.

Das indische PSLV mit dem Ozean-Altimetrie-Satelliten SARAL als Haupt- und u.a. dem kanadischen Mini-Astro-Satelliten NEOSSat und den ersten zwei Photometrie-Satelliten der BRITE Constellation – darunter Österreichs erstem Satelliten TUGSAT – als Zugaben soll nach neuester Planung am 14. Februar starten. Und voraussichtlich im April wird – nach über 2 Jahren Pause nach 2 Fehlstarts auch wieder ein Start mit dem GSLV angesetzt. Und Südkorea versucht’s wieder zwischen dem 30.1. und 8.2. [20:55 MEZ]

iss-science

Was für Wissenschaft auf der ISS getrieben wird, kommuniziert die NASA gerade auf einem TweetUp, äh, “NASASocial” im HQ in DC, das selbst wiederum Teil der Feierlichkeiten zur 2. Obama-Inauguration ist (und hier live gestreamt wird). Das “Astrophysics” bezieht sich natürlich auf den großen Teilchendetektor AMS-02, der – ohne wissenschaftliche Papers bisher -vor sich hin sammelt. [20:30 MEZ] Auf die Frage, ob die NASA plane, Haustiere auf die ISS zu schicken, zur Freude der Crew oder als Versuchsobjekte, fällt dem Panel erstmal nichts ein … [20:50 MEZ]

Keine Auskunft zum Versagen des Falcon-9–Triebwerks

beim ersten Dragon-Flug zur ISS geben Space X und auch die NASA, die zwar bei der Untersuchung mitmachte aber nichts verraten darf (letzter Absatz). Die ist wohl weitgehend abgeschlossen, und das Auseinanderfallen des Triebwerks hatte offenbar irgendwas mit (zu) ausgiebigen Tests vor dem Start zu tun. Der nächste am 1. März ist jedenfalls nicht gefährdet, zumal alle Triebwerke dieser Falcon nur einfachen Prüfungen unterworfen wurden. [5:05 MEZ] Und im Dezember gibt’s einen Dragon Pad Abort Test. [16:10 MEZ]

ABC feiert Astronauten-Fotos aus dem Orbit: In diesem Nachrichtenclip sind es die Tweets von Thomas Marshburn, der im Dezember auf der ISS einzog – etwa dieses Bild vom 9. Januar. Oder das ISERV-Teleskop – von unten. Mehr aktuelle Bilder verschiedener Crewmitglieder sind hier zu finden. [3:45 MEZ]

Komet PANSTARRS hat inzwischen 7. Größe erreicht

und wird – in Australien – auf 7.7 bis 7.9 mag. geschätzt; auf diesem Foto von T. Lovejoy hat er auch schon einen Stummelschwanz. Während C/2011 L4 (PANSTARRS) hoffentlich im März hoffentlich hell am Nordhimmel erscheinen wird, bleibt C/2012 F6 (Lemmon) im Süden: Er hat ebenfalls 7. Größe und bewegt sich – ein Bild von gestern – in den nächsten Tagen durch das Kreuz des Südens. [3:00 MEZ]

Eine Feuerkugel über Kalifornien ungefähr -20. Größe – also näher an Sonnen- denn Mondhelligkeit – wurde am Morgen des 17. Januar vielfach beobachtet, auch in Nevada. Und in der Nacht zum 18. Januar Polarlicht über Nord-Schottland (ca. 57°N). [3:00 MEZ. NACHTRAG: mehr Polarlicht]

Kepler wegen Reaktionsrad-Ärger für 10 Tage lahmgelegt

Eins ist schon länger ausgefallen (“Kepler weniger redundant …”) – und nun zeigt auch ein zweites der vier Drallräder des Kepler-Satelliten erhöhte Reibung, die zu seinem Ausfall führen könnte! Man hat den Satelliten daher für 10 Tage in einen “wheel rest”-Safemode versetzt, bei dem die reaction wheels gar nicht benutzt werden und das Schmiermittel die Chance hat, wieder an die richtigen Stellen zu kriechen. Dann sollen die Drallräder wieder in Betrieb und das jetzt ruhende Beobachtungsprogramm fortgesetzt werden. [3:00 MEZ. NACHTRAG: Es ist nur eine Vorsichts-Maßnahme, kein Hinweis, dass ein Versagen kurz bevor stand]

Curiosity erforscht “Süßwarenladen” des Mars

15. Januar 2013

Als “candy store” beschrieb der Projektmanager des Mars Science Laborarory Richard Cook auf der heutigen Curiosity-Telecon die Glenelg-Region und deren Yellowknife Bay, in der sich der Marsrover derzeit aufhält und in ein paar Wochen – vielleicht zwei; man lässt große Sorgfalt bei der Vorbereitung walten – zum ersten Mal den Bohrer ansetzen wird. Sein Betrieb ist der letzte und technisch anspruchsvollste Aspekt der MSL-Mission, der noch ausprobiert werden muss.

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Immerhin steht jetzt das Gebiet fest, wo es passieren soll: Das Bild zeigt die Zone “John Klein” (benannt nach einem 2011 verstorbenen früheren stellv. Projektmanager MSLs), deren Kontext derzeit noch eifrig charakterisiert wird – es ist die Vielfalt der hier herum liegenden Steine, die sich reizvoll macht; Anklicken des Bildes lokalisiert und zeigt drei genauer. Zunächst wird der Bohrer nur als solcher getestet, dann Probenmaterial in den Labors an Bord des Rovers analysiert.

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Dieses Bild zeigt Ganglagerstätten (“veins”) im Outcrop “Sheepbed”: ChemCam-Beschuss hat ergeben, dass es sich um Kalziumsulfat, vermutlich hydriert, handelt, Gips vielleicht. Hier ist einmal Wasser durchperkoliert und hat die hellen Mineralien hinterlassen. Im Laufe der Monate ist Curiosity leicht “abwärts” gefahren und hat dabei deutlich unterschiedliche Sedimentschichten durchquert; der Boden der Senke ist nun erreicht.

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Hier schließlich Crossbedding im Outcrop “Shaler” (aus einer höher gelegenen Sedimentschicht), ein charakteristisches Muster gegeneinander verkippter Sedimente, das nur durch strömendes Wasser erklärt werden kann – Wind schafft das nicht: Wie Artikel 875 zu entnehmen, gab’s dieses Argument auch schon vor 9 Jahren beim MER Opportunity. Und auch dessen Entdeckung von Sphärulen (siehe Artikel 843 und 847) hat Curiosity schon wiederholt: ebenfalls ein deutliches Produkt flüssigen Wassers in Gestein [NACHTRAG: mehr Details in einem LANL Press Release und Artikeln hier und hier über die PK]. Der Umweg nach Glenelg hat sich auf jeden Fall gelohnt: Gelockt hatte das von Orbiterdaten her bekannte seltsame Temperaturverhalten mit erhöhter thermischer Trägheit (deren eigentliche Ursache noch gar nicht gefunden wurde), aber man fühlte sich, kaum dass am 121. Sol die Grenze überschritten war, “in einer völlig anderen Welt”, so Projektwissenschaftler John Grotzinger. Wenn die Bohrungstests und Analyse der Proben dort beendet sind, will man aber doch Gas Richtung des eigentlichen Ziels Aeolis Mons geben: “We hit the pike when we’re done here”, so Grotzinger, aber vor Jahreende wird der Fuß des Berges kaum erreicht sein. Zumal die Mission “zu 100% von der Wissenschaft getrieben” ist: eine neue Überraschung am Wegesrand, und es wird erstmal gestoppt.

Ein Kessel bunter Kosmos zum Jahresende

19. Dezember 2012

Dies ist keiner von diesen grässlichen Jahresrückblicken – dies ist ein Rückblick auf die vergangenen 30 bis 35 Stunden, in denen die NASA und die ESA besonders spendabel mit schönen Motiven waren. Und die vermutlich beiden letzten Weltraumstarts des Jahres erfolgten, beide heute.

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Vor einer Stunde startete die letzte Rakete des Jahres, eine Ariane 5 mit zwei Satelliten in Kourou: ein Screenshot aus der Live-Übertragung im Moment der Booster-Zündung. [NACHTRAG: ein ESA Release.]

The giant star Zeta Ophiuchi is having a "shocking" effect on the surrounding dust clouds in this infrared image from NASA’s Spitzer Space Telescope. Stellar winds flowing out from this fast-moving star are making ripples in the dust as it approaches, c

Der Bugschock des Sterns Zeta Ophiuchi im interstellaren Medium, durch das der mit 24 km/s schießt, aufgenomnen vom Spitzer Space Telescope: Eigentlich würde man das Glühen auch im sichtbaren Licht sehen (vgl. ISAN 76-4), das in diesem Fall aber von Staub blockiert wird. Bei 3.6 bis 24 µm kein Problem.

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Ein neuer Saturn im Gegenlicht von Cassini aufgenommen am 17. Oktober während des 174. Orbits um den Planeten, als sich die Sonde 19° unter der Ringebene in seinem Schatten befand. 60 Bilder durch verschiedene Filter wurden hier kombiniert.

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Der Planetarische Nebel NGC 5189 vom Hubble Space Telescope: Dessen WFC3 gelang das bisher detailreichste Bild der komplexen Struktur. Die dominante S-Form des Gases deutet auf einen Doppelstern im Zentrum hin, doch nur ein einzelner Weißer Zwerg wurde dort bislang aufgespürt.

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Der Mars am 15. Dezember von der Visual Monitoring Camera des Mars Express gesehen, die nach längerer Unterbrechung wieder Bilder liefert, während des 11,396. Umlaufs. Mit dem Empfang dieses Bildes wurde gestern die neue ESA-Bodenstation in Argentinien eingeweiht.

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Schon wieder etwas Neues bekommt Curiosity zu sehen, nachdem der Marsrover die “Yellowknife Bay” erreicht hat; “Shaler” wurden diese Platten getauft. Irgendwo hier wird Anfang 2013 auch der Bohrer ausprobiert, die einzige noch nie benutzte Hardware. Und das ganze Jahr hindurch wird dann Richtung Aeolis Mons gefahren.

Expedition 34 Launch

Der andere Start des Tages: Soyuz TMA-07M mit der zweiten Hälfte der Expedition 34 zur ISS: mehr dazu auch hier, hier (eine buchstäblich “coole” Reportage vor Ort), hier und hier.

Curiosity-Kuriosität: “Blasen-Ringe” auf dem Mars

11. Dezember 2012

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Der Mars-Rover Curiosity hat sich kürzlich wieder in Bewegung gesetzt und ist prompt auf ein geologisches Mysterium gestoßen, zu dem sich die NASA bisher nicht geäußert hat: Reste von geplatzten Blasen? [NACHTRAG: Ein neuer Press Release hat dazu wieder nichts zu sagen, dafür aber andere interessante Geologie zu bieten.] Derweil hat der MRO weitere Impakte von MSL-Hardware aufgenommen – und die Freude über den geplanten Curiosity-Klon (s.a. hier, hier und hier) hält sich weiter in Grenzen. Beredter Beleg: Bei einer Online-”Abstimmung” über den Namen des Rovers liegt “I should be on Titan” weit in Führung …

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Täglich neue Radar-”Bilder” des Asteroiden Toutatis

gibt es vom JPL: Hier zwei Delay-Doppler-”Aufnahmen” vom 10. Dezember, die in 4 1/4 Stunden Abstand entstanden. Das dicke Ende oben wirf einen Radar-Schatten auf den Rest des Kleinplaneten, der auch das Ziel einer chinesischen Raumsonde sowie gut am Himmel zu sehen ist – zur Not per Webcast wie etwa diesem hier in einer Stunde.

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Ein erdnaher Asteroid erlebte eine Finsternis im Erdschatten, als der erst vor wenigen Tagen entdeckte und rund 30 m große 2012 XE54 heute Morgen der Erde nahe kam: Die Helligkeit fiel um viele Größenklassen (die horizontalen Linien haben 1 mag. Abstand). Auch aus der Welt der kleinen Körper: Mitte Dezember könnte es nicht nur die Geminiden sondern auch Meteore von Komet Wirtanen geben, s.a. hier und hier. Und am 17. Dezember steht gar ein kosmischer Impakt bevor, allerdings von den GRAIL-Satelliten auf den Mond – während man dem dicken Herschel einen solch interessanten Abgang leider verwehrt.

NASA plant Klon von Marsrover Curiosity für 2020

5. Dezember 2012

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Als im Februar das FY-2013-Budget der NASA vorgestellt wurde, war vage von einem einfachen Orbiter 2018 als Fortsetzung des Marsprogramms die Rede gewesen – aber der ist nun gestrichen worden, zugunsten eines Nachbaus des aktuellen Marsrovers Curiosity, der 2020 starten soll: Das gab der NASA-Science-Chef gestern auf der AGU-Tagung in San Francisco bekannt, gefolgt von einem Press Release (alt. und erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier) und einer noch laufenden Pressekonferenz [NACHTRAG: Aufzeichnung]. Aus der auch die obige Grafik stammt: Die NASA wird sich mit Experimenten an den ESA/Roskosmos-ExoMars-Missionen 2016 und 2018 beteiligen und dann 2020 den Curiosity-Klon starten. Bedienen wird man sich bei den vielen Ersatzteilen, die für Curiosity gebaut wurden, inklusive der MMRTG-Nuklear-Batterie, und den Leuten, die Curiosity zusammen setzten – das soll die Gesamtkosten inklusive Start auf “nur” 1.5 Mrd.$ begrenzen. Wobei das durch den Mars-Langzeit-Plan des FY-2013-Budgets abgedeckt sein soll. Und die Nutzlast? Die wird ausgeschrieben, im kommenden Juni oder Juli (der wissenschaftliche Zweck der Mission wurde noch gar nicht betimmt). Was nach dem 2020-er Rover kommen wird, soll in den nächsten 6 bis 12 Monaten klar werden; so steht z.B. noch nicht fest, ob der Rover bereits mit dem Probensammeln für eine künftige Sample Return Mission beginnen soll. Unter Planetenfans – soweit via Twitter “gesampelt” – hält sich die Begeisterung für YAROM (Yet another rover on Mars) übrigens in Grenzen: Man sollte langsam mal was Neues im Sonnensystem ansteuern …

Vier Monate MSL: kein “Halleluja” auf dem Mars

3. Dezember 2012

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Wie von der NASA angekündigt, hat es auf der noch laufenden Curiosity-PK auf der AGU-Tagung in San Francisco [NACHTRAG: Aufzeichnung] keinerlei sensationelle Entdeckungen zu vermelden gegeben: Die Message war eigentlich nur, dass das komplizierte Labor SAM bestens funktioniert und sich intensiv an einer typischen Bodenprobe (oben: APXS-Messungen im Vergleich mit MER-Proben) ausgetobt hat (Grafiken darunter). Eindeutig vom Mars stammende organische Verbindungen wurden dabei nicht gefunden, dafür – vielleicht – jenes Perchlorat, das Phoenix bereits in der Polregion entdeckt hatte. Den wichtigsten Satz sprach Missionschef Grotzinger ganz am Schluss: Mit “Halleluja”-Momenten, also bedeutenden Entdeckungen, die sofort hervor stechen, sei bei der Mission nicht zu rechnen. Vielmehr müsse man die Gesamtheit aller Messungen der verschiedenen MSL-Instrumente – deren schrittweise Aktivierung in den ersten drei Monaten nach der Landung aufregend genug war – sehen und lange darüber nachdenken, dann werde schon etwas Relevantes herauskommen: Geduld, bitte! Weitere MSL-Mitteilungen des vergangenen Monats betrafen den ersten Jahrestag des Starts, aktuelle Operationen, laufende Wetter- und Strahlungs-Messungen (Aufzeichnung der Telecon), SAMs Boden-Forschungen und das Ende der Mars-Zeit für das MSL-Team.

Hallo, da bin ich: Curiositys erstes Selbstportrait

2. November 2012

Über 5000 Pixel breit ist das vollständige Mosaik aus 55 MAHLI-Aufnahmen, die Curiosity an Sol 84 – dem 31. Oktober – am “Rocknest” zeigen, wo der Marsrover seit Wochen steht und Marsboden verdaut (links die Löcher, wo die vier Proben genommen wurden): hier drei Ausschnitte aus der Poster-verdächtigen Datei, leicht kontrastgesteigert. Solche Mosaike wird es noch öfters geben: Sie werden dokumentieren, wie es um die Hardware bestellt ist und wie sie langsam einstaubt. Zur Vorbereitung auf die die Telecon zur Marsatmosphäre heute um 18:00 MEZ empfiehlt sich derweil diese Übersicht zum Mars-Methan-Mysterium.

Die erste Röntgen-Beugungs-Messung auf Mars!

30. Oktober 2012

Genau 100 Jahre nachdem die Röntgenbeugungs-Analyse erfunden wurde, hat Curiosity das erste Beugungsbild an Marsstaub geliefert, mit dem sich die gesamte heutige Telecon – die erste nach 12 Tagen – beschäftigte [NACHTRÄGE: Aufzeichnung & Zusammenfassung]. Die Probe aus dem “Rocknest” (unten) war am 15. Oktober genommen und am 17.10. in das CheMin-Instrument gefüllt worden – nur 25 cm groß, während entsprechende Geräte im irdischen Labor so groß wie ein Kühlschrank sind. CheMin lässt die höchstens 150 µm großen Sandteilchen kräftig vibrieren, so dass ein sauberes Beugungsbild auf einer CCD entsteht, da die Röntgenstrahlen die Kristallstruktur unter zufälligen Winkeln treffen. Das Ergebnis: Der Rocknest-Sand besteht aus kristallinem Feldspat, Pyroxenen und Olivin aber auch amorphem Material – verwitterter Basalt also, nicht unähnlich den Hängen des Mauna Kea. Er dürfte teilweise lokal im Gale-Krater entstanden und teilweise durch Staubstürme angeweht worden sein. Die miniaturisierte CheMin-Technologie wird übrigens inzwischen auch in der Archäologie eingesetzt.

NACHTRAG: Vorgeschmack auf ein “Selbstportrait” von Curiosity mit MAHLI – zusammen-gestitcht von S. Atkinson aus den Thumbnails der Aufnahmen der “Handkamera”, die bereits auf der Erde sind (hier korrekt gespiegelt). NACHTRAG 2: Wie das Bild gemacht wurde, ein gaaanz langes Panorama vom Rocknest – und am 2.11. gibt’s schon die nächste Telecon, diesmal nach nur 3 Tagen: Das heizt natürlich Spekulationen an, dass Curiosity auf Methan in der Atmosphäre gestoßen ist.

NACHTRAG 3: Die hochauflösenden Bilder des MAHLI-Selbstportraits sind da – auch der ganze Rover in voller Auflösung. Natürlich von einem Fan; seitens der NASA gibt’s erstmal nur ein eigenes Thumbnail-Mosaik. Haben halt nicht die Rechenpower …

Erste Bodenprobe erreicht Curiosity-Chemielabor

19. Oktober 2012

Nach dem dritten Zugriff – oben ein Bild von Sol 69 = dem 15. Oktober – hat jetzt Curiosity zum ersten Mal eine Bodenprobe ‘im Magen’: Nach Begutachtung auf dem erstmals benutzen Beobachtungsteller gelangte sie in das Instrument Chemistry and Mineralogy (CheMin), wo mittels Röntgenbeugung ihrer Mineralogie nachgegangen wird. Ansonsten ging es gestern auf der wöchentlichen Telecon v.a. um kleine Fortschritte hier und da (die MSL-Mission geht halt deutlich bedächtiger zu Werke als die MER; irgendwelche nennenswerten Vorfälle gab es aber nicht) und einen zeitweisen Ausfall des MRO, für den Opportunity als Relais-Satellit einsprang, der es nun aber wieder tut: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier. NACHTRAG: das ganze als kurzes Video. NACHTRAG 2: ein Interview mit dem “Sarcastic Rover”, der gerade selbst die Erfinderin von ‘Curiosity’ interviewte.

NACHTRAG 3: Inzwischen ist Curiosity mit der 4. Bodenprobe zugange – und es gibt interessantes Gestein zu sehen, hier an Sol 76. NACHTRAG 4: Die erste Woche seit der Landung ohne Pressekonferenz oder Telecon hat es nun gegeben – erst am 30. Oktober ist wieder eine.

NACHTRAG 5: eine MAHLI-Aufnahme des Steins “Et-Then” am 82. Sol bzw. 29. Oktober, eines Brockens im “Rocknest”, der vielleicht noch näher untersucht wird. Ansonsten wird immer noch mit Marsstaub der Sampling-Mechanismus gereinigt.

Curiosity mit erster Bodenprobe “durchgespült”

11. Oktober 2012

Die erste “Autowäsche auf dem Mars” ist gestern absolviert worden, mit der ersten Bodenprobe, die sich der Rover mit seiner Schaufel besorgt hatte (oben die Spuren im Sand): Die Arbeiten waren nach der Entdeckung eines sondernbaren hellen Objektchens (ibid.; NACHTRAG 4-5) zunächst unterbrochen aber wieder aufgenommen worden, nachdem man sich von dessen Harmlosigkeit überzeugt hatte. Es handelt sich offenbar um “some type of plastic wrapper material, such as a tube used around a wire”, und stammt vielleicht von der Landeeinheit. Bei der heutigen Telecon war das schon kein Thema mehr, stattdessen wurden ausgiebig APXS- und ChemCam-Analysen am Stein Jake Matijevic diskutiert: Dessen Zusammensetzung erinnert an bestimmtes exotisches Gestein aus dem Erdinneren. Wenn Curiosity mit dem “Rocknest” fertig ist, geht es knapp 100 m nach Osten: Dann wird erstmals ein Stein angebohrt. Derweil sind auch Teile eines neuen Horizont-Panoramas eingetroffen – das allerdings 450 Pixel breit nicht gut kommen würde …

NACHTRAG: … aber einzelnes Rohbild kann man ja mal zeigen, etwas kontrastverstärkt … NACHTRAG 2: … und weitere Ausschnitte, alle ohne Himmel übrigens – plus Versuche, aus dem Marsstein schlau zu werden, hier, hier und hier.

NACHTRAG 3: Und ein MAHLI-Blick auf das ominöse Plastik-Stückchen vor Curiosity, das auch in dieser Auflösung wie ein kleiner toter Fisch aussieht … NACHTRAG 4: Der 2. Einsatz der Schaufel steht bevor; auch dieser Sand wird nur zur Reinigung benutzt. NACHTRAG 5: Und endlich die Jake-Matijevic-Analyse gaaanz genau erklärt! NACHTRAG 6: Curiosity hat wieder zugelangt. NACHTRAG 7: Noch mehr Panorama – und Gedanken dazu.


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