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Die erste orbitale Pressekonferenz von Alex Gerst

5. Juni 2014

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Eine Bildqualität wie gleich aus einem Büro nebenan, mit nur ganz leichten Störungen, und ein Ton wie aus dem Studio: Der erste TV-Auftritt des 11. deutschen Astronauten Alexander Gerst eine Woche nach Start und Ankunft auf der ISS für die Presse im European Astronaut Centre in Köln geriet so perfekt, dass es manchem schon fast zu wenig nach Weltraumabenteuer aussah – hätte sich Gerst nicht zuweilen lässig im Raum gedreht.

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In den 19 heute Nachtmittag zur Verfügung stehenden Minuten ließ das EAC nur Fernsehanstalten, große Radiosender und die Lokalpresse je eine Frage stellen: Man erfuhr etwa (im Original [NACHTRAG: bessere Version] bzw. mit englischem VO), dass Gerst noch immer ständig Neues lernt und deswegen gar keine Zeit für Heimweh habe, während er zehn Stunden am Tag beschäftigt sei.

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Die frechste Frage kam natürlich aus Kindermund: Ob er sich denn mit den anderen fünf vertrage, und wohin er flüchten könne, wenn es mal Streit gäbe. Nein, sagt Gerst, man verstehe sich blendend und habe viel Spaß miteinander – und notfalls könne er ja in der Schlafkoje die Tür zu machen.

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Was in den nächsten 5 Monaten bis zu Gersts Rückkehr am 10. November noch an PR-Events geplant sei, konnte der EAC-Sprecher übrigens heute nicht beantworten. Hier noch ein Zeitraffer-Film, Bildergalerien hier und hier und Amateurfilme hier (nett geschnitten), hier, hier, hier und hier aus Baikonur rund um den Start sowie Jubel hier, hier und hier über orbitale Bilder-Tweets (wobei der Absender nicht immer auch der Fotograf ist).

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Auch eine Sichtung im EAC: ein Modell der Orion-Kapsel der NASA mit ESA-Antriebsteil. Beim ersten echten Modell der Kapsel, noch ohne es, wurde übrigens gerade der Hitzeschild installiert – und der Testflug ist weiterhin für diesen Dezember geplant.

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Und auch das steht in einer Ecke im EAC-Foyer: eine Mondbasis aus dem 3D-Drucker … Wie es mit der bemannten amerikanischen Raumfahrt weiter gehen solle, hat just gestern mal wieder ein Papier des NRC empfohlen, das zwar dem NASA-Fernziel Mars zustimmt, den derzeitigen Weg dahin aber für zu zögerlich erklärt: eine Video-Zusammenfassung, die erste Reaktion der NASA, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

Rosetta hat auch ihren zweiten großen Burn absolviert

Erneut hat die Kometensonde gestern die Bahn weiter der des Kometen angepasst, das zweite derartige Manöver auf der langen Reise zu Komet 67P. Auch der Status von Dawn, der tatsächliche Bau von OSIRIS-REx, die aktuellen Aussichten vom Mars-Rover Opportunity am Pillinger Point, Erkenntnisse über Titan von Cassini, der Hitzeschild des Solar Orbiter, der immer noch gelegentlich sendende Sonnensegler IKAROS und der Status des LightSail, eine Flut von CubeSats (wobei sich einer von vieren, die Studenten bauen, nie meldet …), ein neuer Space-Fence-Vertrag (mehr, mehr, mehr und mehr Links) – und mysteriös taumelnde tote Satelliten.

Auf dem Satelliten Swift ist eins der Instrumente ausgefallen, aber auch ohne das XRT kann er noch GRBs detektieren. Auch die ersten Spektren von Gaia (mehr Grafiken) und seine Abdeckung des Himmels, die ersten Exoplaneten-Kandidaten (mehr und mehr) der neuen Kepler-Mission, die noch ein paar Jahre laufen könnte, die unsichere Zukunft des IR-Satelliten Spitzer, ein Weltraum-Laser für IceSat 2, die freie Daten-Politik von Copernicus – und Forschungs-Nutzlasten für das SpaceShipTwo von NASA und APL.

Deutscher Geophysiker unter den sechs neuen ESA-Astronauten

20. Mai 2009

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Sie werden ab 2013 bereit für die Reise in den Orbit – und womöglich darüber hinaus – sein, und mindestens sieben Fluggelegenheiten glaubt die ESA ihnen garantieren zu können: Heute wurden sechs neue ESA-Astronauten auf der Pressekonferenz in Paris der Öffentlichkeit vorgestellt, die ersten neuen seit 1992, als es ebenfalls sechs waren. Die Auswahl sei strikt nach ihrem Können erfolgt, betont die ESA: Nationalität wie Geschlecht spielten keine Rolle. Es wurden fünf Männer und eine Frau, zwei Italiener, ein Däne, ein Franzose, ein Brite (und das, obwohl das UK die bemannte ESA-Raumfahrt bislang de facto boykottierte!) – und ein Deutscher.

Es ist der Geophysiker und Vulkanspezialist Alexander Gerst (Abb.: Screenshot während des Webcasts der PK), geboren 1977 in Künzelsau, der in Karlsruhe und Neuseeland studierte und seit 2005 am Institut für Geophysik der Universität Hamburg arbeitet. Seine jüngste Veröffentlichung: “Long period earthquakes and co-eruptive volcano respirations captured with particle image velocimetry” als Ko-Autor in Nature 2008; bereits 2004 war er 1. Autor des Science-Papers “Seismic Anisotropy Beneath Ruapehu Volcano: A Possible Eruption Forecasting Tool”. Dem privaten Teil seiner Homepage zufolge scheint Gersts wahre Leidenschaft aber der Antarktis zu gelten – da ist der Sprung in den Weltraum wohl der naheliegende nächste Schritt. :-)

Links: Pressemitteilungen von ESA und DLR zur Auswahl, Kurz-Bios aller sechs, Gersts Homepage – und sein Statement auf der PK, in dem er seine Weltraumbegeisterung auf seinen Großvater zurückführt, der einst als Radioamateur die Stimme des Sechsjährigen zum Mond funkte und das Echo empfing.


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