Posts Tagged ‘ISRO’

Bilder aus der Raumfahrt – stehend und bewegt

12. Mai 2011

So sieht der neue indische Erdbeobachter Dubai: ein Ausschnitt aus einem ersten Bilder von Resourcesat-2 (“Eine Rakete …”), die nun präsentiert wurden und dem Premierminister gefallen haben …

Hubble sieht den Saturn rotieren, in einer Sequenz aus sofort freigegebenen Schwarzweiß-Aufnahmen vom 11. März, die den komplexen und inzwischen rund um den Planeten ausgedehnten großen Sturm dokumentieren.

Das war der Kometensturz vor 24 Stunden – bei dem nicht nur ein größerer Kreutz-Komet sein Ende fand sondern auch ein ganz kleiner rechts neben ihm auf gleicher Höhe!

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

8. September 2010

Die erste Soyuz-Rakete in Kourou startet frühestens im nächsten Frühjahr

Und welcher Satellit der Passagier sein wird, ist auch noch nicht klar, nachdem ein Nachrichtensatellit umgebucht wurde, weil er zu lange hätte warten müssen – der Bau der Startanlagen hatte sich immer wieder verzögert. Nun gelten der französische Erdbeobachter Pleiades (dessen Bodensegment aber u.U. nicht rechtzeitig fertig wird) und zwei Galileo-Testsatelliten als die besten Kandidaten für die Premiere. (Space News 8.9.2010. Auch die Vega-Raketen fliegen erst ab 2011, aber neue Produktionsverträge bringen das Programm voran) NACHTRAG: warum das so lange dauert mit der Soyuz-Rampe. NACHTRAG 2: der Status beider Programme. NACHTRAG 3: Jetzt heißt es März 2011 für den 1. Soyuz-Start.

Zweiter Brenntest einer starken indischen Raketenstufe erfolgreich: Während die L 110 (“Im Januar …”) für die künftige GSLV Mk-III beim ersten Bodentest (“Test der indischen Raketenstufe …”) nicht die vollen 200 Sekunden brannte, hat der heutige Bodentest tadellos geklappt. (ISRO Release, Parallel Spirals 8.9.2010)

Boeing könnte Indiens bemannte Raumkapsel bauen

Oder der ISRO zumindest dabei helfen, bis 2016 den – offenbar seitens der Politik heftig gewünschten – Einstieg in die bemannte Raumfahrt zu schaffen: Der entsprechende Papierkram für das US-Außenministerium wird schon vorbereitet. Die Kapsel könnte dann zur Versorgung der ISS dienen; konkrete Verträge gibt es aber noch keine. (Times of India 6.9.2010)

Widersprüchliche Pläne in Sachen US-Raumfahrt verfolgen bislang noch beide Häuser des US-Kongresses: Während sich der Senat mit den Zielen des Weißen Hauses halbwegs angefreundet hat, will das Abgeordnetenhaus deutlich mehr des alten Constellation-Programms retten und dafür die Förderung privater Initiativen drastisch zusammen streichen. Einig sind sich aber alle, dass die USA – auf eigene Rechnung – noch schneller als in Obamas Vorstellung eine neue Schwerlastrakete entwickeln sollen. (zahlreiche Links im Cosmic Mirror #337 im grünen Kasten aus Juli und August. Bester Kommentar zur Lage ist aber dieser hier vom Juni. [NACHTRAG: Man kann's auch noch härter sagen ...] Und dieser Artikel macht klar, dass die spontane Reparaturaktion des Kühlsystems mit 3 EVAs demonstriert hat, wie die ISS-Wartung in den kommenden 10 Jahren aussehen wird)

Bewerber für eine mittelgroße ESA-Wissenschaftsmission 2020-22 gesucht

In den Jahren 2017/18 wird die ESA die erste beiden “Mittelklasse”-Missionen des neuen Langzeitplans ‘Cosmic Vision’ für den Zeitraum 2015-25 starten, wobei die Zahl der Bewerber auf drei geschrumpft ist (“Drei Finalisten …”), gefolgt voraussichtlich 2020 von der ersten Großmission (L-Klasse). Aber man möchte für diesen Zeitpunkt auch schon die dritte Mittelklassemission M3 bereit haben, falls es mit der L-Mission Probleme gibt: Bis zum 15. Dezember wird nun um Vorschläge gebeten werden, die nicht mehr als 470 Mio. Euro kosten dürfen (was die aus nationalen Budgets finanzierten Instrumente an Bord nicht einschließt). 2012 sollte der M3-Gewinner fest stehen, der je nach Zustand der L-Mission 2020 oder 2022 auf die Rampe darf. (ESA Release 29., Spaceflight Now 23., BBC 21.7.2010. Auch ein ESA Release und Science Insider zur Fundamentalphysik-Planung)

Die Aufwärmung des NASA-Satelliten WISE hat begonnen, nachdem kurz nach dem Ende der ersten Himmelsdurchmusterung (am 17. Juli) das gefrorene Kühlmittel aufgebraucht war. Der Detektor für das langwelligste IR ist bereits ausgefallen, die anderen können aber noch ein paar Monate weiter machen. (Mission Status 10.8.2010. Auch ein NASA Release, Spaceflight Now und der Orlando Sentinel zu Fortschritten und Problemen mit dem JWST ["Eine neuerliche Startverschiebung ..."])

Virgin Galactic peilt 110 km Gipfelhöhe an – exakt

Wenn mit dem SpaceShipTwo (“Das erste …”) Touristen auf Suborbitalflüge geschickt werden, dann wird es sie bis in genau 110 km Höhe tragen: genug, um sicher die magische 100-km-Grenze des Weltraums unter sich zu lassen – aber auch nicht höher, denn dann würden die körperlichen Belastungen für die Passagiere erheblich zunehmen. Aber so sollen 93% aller Menschen zwischen 22 und 88 Jahren fit genug für den Trip sein, der “eine tiefe und organische Verbindung mit dem Universum” verspricht. Noch diesen Herbst soll das SS2 zum ersten Mal vom Trägerflieger abgekoppelt werden und solo zur Erde gleiten: Man sieht sich schon “auf der Zielgeraden” zum ersten Raumflug. (Discovery 2.8.2010. Auch Wired zum 1. Testflug mit Passagier und die Süddeutsche zu den juristischen Fragen)

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

7. Mai 2010

Test der Orion-Fluchtrakete ein voller Erfolg: In der White Sands Missile Range legte im gestrigen “Pad Abort 1″-Test das seit Jahren für die Orion-Kapsel entwickelte Startabbruchsystem einen perfekten Flug hin (Bilder hier, hier und hier und ein Video) – vielleicht wird es eines Tages bei einem kommerziellen Startsystem zum Einsatz kommen. Für die Orion jedenfalls nicht, die bestenfalls zu einer (unbemannt startenden) ISS-Rettungskapsel wird; s.u. (NASA Release, Spaceflight Now, Scientific American 6., Collect Space, Space Today 7.5.2010)

Vager Zeitplan, kleine Orion-Rolle für US-Raumfahrtpläne

Es bleibt bei der im Februar verkündeten neuen Richtung der bemannten US-Raumfahrt, allem – meist rein lokalpatriotisch motivierten – Geschrei vieler US-Politiker zum Trotz: Das haben ein Fact Sheet aus dem Weißen Haus vom 13. und eine Rede Obamas am Kennedy Space Center am 15. April klar gemacht. Neu sind nur ein paar ‘konkrete’ Deadlines, nach denen immer wieder gerufen worden war: 2015 soll nun über eine neue Schwerlastrakete entschieden werden, 2025 sollen mit ihr Flüge ins Planetensystem beginnen, mit einem Asteroiden als erstem Ziel, und ca. 2035 wird der Mars umkreist. Landungen dort folgen später, aber noch zu Lebzeiten Obamas, der 1961 geboren wurde. Während die Ares-Rakete weiterhin keinerlei Zukunft hat, könnte zumindest die Orion-Kapsel aus dem eingestellten Constellation-Programm zu einem Rettungsboot für die ISS entwickelt werden, die bis mindestens 2020 in Betrieb bleibt. Wie sich der Rückhalt für die neuen Weltraumpläne in der Politik in den folgenden Wochen entwickelt hat, darüber gehen die Einschätzungen weit auseinander … (Links zu zahlreichen Artikeln im Cosmic Mirror 336 im hellgrünen Kasten)

Die erste Falcon 9 startet vermutlich am 23. März: Die Selbstzerstörungsanlage der viel beachteten privaten Trägerrakete – selbst Obama schaute sich bei seinem KSC-Besuch die Startanlagen an – muss noch abgenommen werden, und mehrere andere Starts (u.a. der letzte der Atlantis am 14. Mai) haben Vorrang. Der Druck auf die Firma Space X ist enorm … (Space.com 7., Cosmic Log, AW&ST 4., Flame Trench 3.5., Orion 21., Spaceflight Now 16.4.2010; Mission Status Center)

Weiter Konfusion um Versagen der ersten indischen kryogenen Raketenstufe

Hat sie gar nicht gezündet oder nur für Sekunden, bevor eine Turbopumpe ausfiel, oder war alles o.k. aber Vernierdüsen versagten? Die ersten beiden Stufen des indischen Geo-synchronous Satellite Launch Vehicle (GSLV-D3) hatten am 15. April tadellos gearbeitet, doch kaum sollte die Cryogenic Upper Stage übernehmen, wich die Rakete – mit einem Nachrichtensatelliten aber ohne TAUVEX (“Israelisches Astro-Teleskop …”) – von der Flugbahn ab und musste zerstört werden. Mehrfach wurden die Erklärungen für das Versagen der Oberstufe – die Indien in 19 Jahren allein entwickelt hatte, nachdem die USA Russland gedrängt hatten, die komplexe Technologie nicht an Indien zu liefern – inzwischen geändert, eine formelle Untersuchung läuft und soll Mitte Juni einen Bericht vorlegen. Indien hat mit neuen Raketentypen fast immer erst einmal Pech gehabt, diesmal allerdings war im Vorfeld getestet worden wie selten zuvor. Doch die Bedingungen des Hochfahrens einer kryogenen Raketenstufe schon halb im Weltraum entziehen sich detailgetreuer Bodentests. Vielleicht in einem Jahr könnte die CUS erneut ausprobiert werden (und es starten vorher noch zwei GSLV mit russischen Oberstufen). Was aus TAUVEX wird, ist derweil unklarer denn je … (Frontline Mai, Business Line 24., Parallel Spirals, Parabolic Arc 19., Hindu, Orion 18., Space News, Hindu 17., Hindu, Novosti, Space Today 16., ISRO Press Release, BBC 15., Outlook 10., Hindu 9., Mangalorean 7.4.2010)

Noch vor Jahresende startet die erste Soyuz-Rakete in Französisch-Guyana, verspricht Arianespace: Zwei wurden letzten November angeliefert, und die routinemäßigen Überprüfungen an der ersten kommen gut voran. (Arianespace Soyuz/Vega Update 7.5.2010) NACHTRAG: Spaceflight Now zu den Vorbereitungen. NACHTRAG 2: Der Start soll nun offiziell im 4. Quartal 2010 stattfinden.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

6. März 2010

Eine neue Version der “Blue Marble” der NASA aus zahlreichen Bildern des MODIS-Instruments auf dem Terra-Satelliten aus dem Jahr 2001 (und noch anderen Daten) ist gerade veröffentlicht worden und gilt als detailliertestes Bild der Erde in echten Farben: Globen mit bis zu 21’600 Pixeln stehen kostenlos zur Verfügung. (BBC; Discovery, Universe Today 3.3.2010)

Der Himalaya bei Sonnenuntergang aus Sicht der ISS, mit dem See Manasarovar, der ungefähr 4500 m über NN liegt (in fast jeder Wikipedia-Sprache wird eine andere Höhe genannt …) – eine der unzähligen spektakulären Aufnahmen, die der Astronaut S. Noguchi ununterbrochen aus dem Orbit schickt. Leider wird er voraussichtlich am 2. Juni zur Erde zurückkehren … (TwitPic 5., Japan Today 3.3., BILD 18.2.2010)

Die ISS, wie sie noch keiner sah – als Radarbild, das ebenfalls aus dem Orbit aufgenommen wurde! Und zwar am 13. März 2008 vom deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X aus 195 km Entfernung und bei einer Relativgeschwindigkeit von 9.6 km/s: Die ganze Begegnung dauerte nur 3 Sekunden und die Auflösung liegt bei etwa 1 m. Radarechos gibt es v.a. von Kanten und Ecken, wie sie die zentrale Gitterstruktur der ISS reichlich zu bieten hat, glatte Flächen bleiben meist schwarz. (DLR PM 4.3.2010)

Falschmeldung über einen “Plan B” der NASA

Erst schwirrten die Gerüchte, der NASA-Chef habe heimlich seine Untergebenen angewiesen, eine Art Kompromissplan für die künftige Strategie der bemannten Raumfahrt auszuarbeiten, der im Kongress besser ankäme, doch das ist nicht der Fall, wie Bolden in einer Presseerklärung und einem ehemals internen Memo klar stellt: “The President’s budget for NASA is my budget. [...] I did not ask anybody for an alternative to the President’s plan and budget.” Nur eine Beschleunigung der Entwicklung der – vermutlich entscheidenden – Schwerlastrakete wird offenbar erwogen. Dürfen die Abgeordneten also weiter zetern – und aus einem Vorstoß aus ihren Reihen, den Shuttle noch mehrere Jahre länger fliegen zu lassen, wird sicher auch nichts … (Space News, Space.com, Space Politics 4., Universe Today, Space News 5.3.2010) NACHTRAG: Am 15. April wird Obama selbst erklären, was Sache ist.

Aufwind für das VASIMR-Antriebskonzept könnte der neue NASA-Plan bringen: Diese Variable Specific Impulse Magnetoplasma Rocket wird immerhin schon lange von der Privatfirma eines Ex-Astronauten entwickelt und könnte in etwa 4 Jahren erstmals im Orbit erprobt werden. Das Versprechen ist eine Reise zum Mars in nur 39 Tagen: Zwischendurch wird bis auf 55 km/s beschleunigt, bevor wieder gebremst wird. Die kurze Reisezeit würde viele gewichtige Probleme eines Marsflugs beseitigen. (AFP, Daily Galaxy 26.2., Space.com 5.3.2010)

Der indische Raumfahrt-Haushalt steigt gewaltig

Und zwar um rund 1/3 auf etwa 800 Mio. Euro für die Raumfahrtbehörde ISRO: Darin enthalten sind u.a. 25 Mio. Euro für Vorarbeiten für ein bemanntes Programm (das insgesamt auf 2 Mrd. Euro taxiert wird), 42 Mio. Euro für eigene Navigationssatelliten und 5,5 Mio. Euro für den Sonnensatelliten (“Indischer Sonnenforschungs-Satellit …”) Aditya. (PTI, Sify 26., Times of India, Domain B 27.2., India Today, PTI 1., PTI 3. , Space Politics 4.3.2010) NACHTRAG: ein langes DPA-Feature zu Indiens Weltraum-Ambitionen.

Der erste in Indien gebaute Nanosatellit Jugnu wird am 6. März feierlich von der indischen Präsidentin Pratibha Devisingh Patil persönlich an die ISRO übergeben: Er wiegt weniger als 3 kg und trägt eine Kamera und einen GPS-Empfänger. Gestartet werden soll im August oder September auf einem PSLV. (Homepage; Times of India 3., PTI 5.3.2010)

Test der indischen Raketenstufe GSLV Mk III vorzeitig beendet

Statt 200 Sekunden brannte die Flüssigkeits-Kernstufe L110 der neuen indischen Rakete GSLV Mk III bei einem Test am 5. März nur 150 Sekunden, da einer von rund 500 Parametern aus dem Ruder gelaufen war. (ISRO Release, The Hindu, Deccan Herald 6.3.2010) NACHTRAG: Für die Überschriften-Dichter hier wie auch hier war’s ein glatter Fehlschlag.

Premiere für neue indische Höhenforschungs-Rakete: Das Advanced Technology Vehicle (ATV-D01) absolvierte am 3. März einen kurzen Flug bis in 46 km Höhe, womit die Grenze des Weltraums nicht touchiert wurde. War auch nicht nötig: Getestet wurde Technologie für einen passiven (luftatmenden) Scramjet, wofür 7 Sekunden lang mit Mach 6 geflogen wurde. (ISRO Release 3., The Hindu 4., Parallel Spirals 5., Jonathan’s Space Report #624 6.3.2010)


Folgen

Erhalte jeden neuen Beitrag in deinen Posteingang.

Schließe dich 251 Followern an