Mit ‘Komet’ getaggte Artikel

PANSTARRS hat immer noch einiges zu bieten

17. April 2013

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Das zeigt nicht nur dieses Farbmosaik von Michael Jäger vom 15. April (mit dem Emissionsnebel NGC 281 im Feld) sondern auch weitere tiefe Aufnahmen vom 16. April, 15. April (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), 14./15. April, 14. April (mehr) und 13. April – auch eine Vorschau der Reise durch Cas.

Eine fette Feuerkugel über Spanien am 13. April, zu der es auch ein Standfoto und weitere Details [NACHTRAG: und einen bizarren Artikel] gibt – und ein Bericht über eine Sonder-Session der Planetary Defence Conference über Erkenntnisse zum Chelyabinsker Airburst. Leider scheint genau diese nicht wie die regulären Sessions auf der Livestream-Seite archiviert zu sein. Dafür gibt’s aber allerlei Fotos und einen Bericht aus 1. Hand von den frühen Sessions, von denen nun noch ein paar weitere Screenshots aus dem Webcast folgen, aus Vorträgen von Moskovitz, Benner & Trilling (Session 3).

Aktuelle Erkenntnisse über das Wesen der Asteroiden

Auf der Tagung geht es inzwischen um das Abfangen oder Zerstören “böser” Asteroiden, was sich etwa in diesem JPL-Release von gerade [NACHTRAG: oder dieser Podiumsdiskussion später, die wenig brachte] wiederspiegelt – aber vorher war die große Bestandsaufnahme weiter gegangen.

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Die Lichtkurve von 2012 DA14 bei seinem nahen Erdbesuch am 15. Februar, zusammengesetzt aus mehreren Photometrie-Reihen: Darin lässt sich kein wiederkehrendes Muster finden, was für eine Veränderung des Rotations-Zustands durch die Schwerkraft der Erde spricht.

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Ausgewählte aktuelle Ergebnisse von Radarbeobachtungen erdnaher Asteroiden mit den Goldstone- und Arecibo-Antennen – und die Grafik unten zeigt, wie gut der Durchmesser/Sonnenabstands-Raum der NEAs inzwischen abgedeckt ist. Mit neuen Upgrades sollten die Bilder bald noch detailreicher werden und sich die Auflösung der Meter-Grenze nähern.

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Und noch etwas NEA-Statistik, basierend auf der Messung der thermischen Emission von ~600 Exemplaren bei 3.6 und 4.5 µm mit dem “warmen” Spitzer-Satelliten im ExploreNEOs-Programm: Zusammen mit der Helligkeit im Visuellen (für die reflektiertes Sonnenlicht sorgt) lassen sich Durchmesser und Albedos eindeutig ableiten. Ein Ergebnis war ein großer Bereich vorkommender Albedos, eine Hochrechnung, dass es 20’000 NEOs > 100 Meter gibt – und gerade hat ein neues Spitzer-Programm begonnen, bei dem noch kleinere NEOs entdeckt werden sollen.

Komet PANSTARRS auf dem Weg zur 2. (1.) Größe

17. Februar 2013

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Wie hier schon vor vier Wochen angemerkt, bestand kein Grund, in Sachen Komet C/2011 L4 (PANSTARRS) die Flinte ins Korn zu werfen: Wie nun eine neue tschechische Analyse bestätigt, “zielt” die Helligkeitsentwicklung – oben ein Standardgesetz durch visuelle Beobachtungen gefittet – auf +2 mag. oder sogar besser in rund drei Wochen. Allerlei detaillierte Vorschauen auf die bevorstehende nördliche Sichtbarkeit tief am Abendhimmel – aber wegen des ungewöhnlichen Staubreichtums PANSTARRS’ mit vielleicht ausgeprägtem Schweif – hat es z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier: Die Helligkeit PANSTARRS’ wird aktuell auf 5.0 bis 4.5 mag. geschätzt, und man nennt ihn schon einen “großen Feldstecher-Kometen”, der fotografisch eine Menge zu bieten hat. Das sieht man auch in dem Video in Bewegung – im Vergleich mit dem ebenfalls noch am Südhimmel stehenden und 5.5 mag. hellen C/2012 F6 (Lemmon) mit seinem beeindruckenden Plasmaschweif (auch in Bewegung zu sehen), der auch noch rund 2 mag. zulegen könnte, allerdings erst danach am Nordhimmel auftaucht: Das Weitwinkel-Bild unten zeigt beide gleichzeitig am Himmel Australiens, u.l. PANSTARRS und o.r. Lemmon. NACHTRÄGE: Auch dieser Blogger “glaubt” nun an einen 1-2 mag. hellen PANSTARRS und der Chef-Auswerter der VdS-FG Kometen an 2 mag. Dazu diverse PANSTARRS-Galerien – und Lemmons genialer Plasmaschweif heute über Australien remotely aufgenommen.

Drei unzusammenhängende Gedanken zum Tage

28. Dezember 2012

Heute vor 400 Jahren “entdeckte” Galilei den Neptun

Dass der Teleskop-Pionier Galileo Galilei am 28. Dezember 1612 den Planeten Neptun sichtete und auch 1613 wieder, gilt als sicher – und bis 2009 auch, dass er ihn für einen Fixstern hielt und wieder vergaß. Dann allerdings kam der Verdacht auf, Galilei habe doch eine Bewegung bei dem für seine Instrumente punktförmigen Himmelskörper festgestellt, was seinerzeit für allerlei aufgeregte Schlagzeilen sorgte. Oder ist das alles voller Fehler und nichts als eine “spekulative Blase”?

Gestern starb Jesco von Puttkamer überraschend mit 79

Wie heute bekannt wurde, ist gestern völlig überraschend der dienstälteste NASA-Mitarbeiter Jesco von Puttkamer gestorben – in seiner deutschen Heimat, die er oft besuchte, war er vor allem als charismatischer Verfechter der bemannten Raumfahrt in den Medien und bei öffentlichen Vorträgen bekannt, aber was hat er eigentlich in seinen 50(!) Jahren bei der NASA selbst getan? War er “gleichzeitig Legende und Visionär” der NASA, dabei ein oder gar der “Vater des US Space Shuttles” und “maßgeblich” an der Planung der ISS beteiligt, kurz ein “Raumfahrt-Pionier” und “einer der führenden Köpfe” der NASA? Der offizielle Nachruf der NASA bleibt verblüffend detailarm, nennt auch auf US-Seite eher publizierende Leistungen wie die Tagesberichte von der ISS – sein letzter, vom 23.12.2012 – in der Funktion als “a technical manager” des Programms oder auch die Förderung der Übersetzung der Chertok-Memoiren. Die Zusammenarbeit mit der Sowjetunion bzw. Russland scheint er auch wiederholt unterstützt zu haben. In eher raren US-Nachrufen wird von Puttkamer v.a. als langjähriger Weggefährte Wernher von Brauns gewürdigt (im Videointerview oben erzählt er die Anfänge), vom Überschwang der deutschen keine Spur. NACHTRÄGE: Dem sich auch Thomas Reiter angeschlossen hat – während NASAs Human Exploration and Operations Public Outreach Manager von Puttkamer als “the Forest Gump of space” beschreibt: “always right on the fringes of every historical space moment.” Und die Diskussion wird interessanter.

Wird Komet ISON in einem Jahr “heller als der Vollmond”?

Anlässlich des nahenden Jahres 2013 und wohl ausgelöst durch diesen Independent-Artikel [NACHTRAG: der bald gelöscht wurde aber hier noch zu finden ist] ist der in einem knappen Jahr als sehr hell erwartete Komet ISON plötzlich in aller medialen Munde, so auch hier und hier [NACHTRAG: und hier]: “Heller als der Vollmond” oder gar “der hellste Komet aller Zeiten” sind die Kernaussagen. Hoffentlich gelingt es in den kommenden Monaten, dieses zentrale Missverständnis aus zu räumen: Wie man bei den Kometen McNaught Anfang 2007 und erst recht Lovejoy vor einem Jahr eindrücklich lernen konnte, ist die Koma-Helligkeit oft irrelevant, wenn es um den visuellen Impakt eines Großen Kometen geht. Lovejoy hatte ja nicht mal mehr einen Kern oder nennenswerten Kopf, als er mit seinem langen Post-Perihel-Schweif begeisterte. Vielleicht wird ISON in Perihel tatsächlich eine extrem negative Helligkeit von -15 mag. oder so erreichen (und technisch gesehen wirklich ‘heller als der Vollmond’) – aber dann steht er auch extrem dicht neben der Sonne am Taghimmel, und die Maximalhelligkeit hält auch nur ein paar Stunden an. Viel spannender ist, was danach passiert, wenn der Komet – mit heißem Kern – wieder am Nachthimmel steht. Und da sind just beim sonst an so ziemlich allen neu entdeckten Kometen zweifelnden Kometen-Veteranen John Bortle die Erwartungen hoch (letzter Absatz), dass es einen “tail of amazing length and surface brightness” an einer unbedeutenden Koma hängend zu sehen geben wird. Derzeit kann man das dem Kometen – Bilder vom 18. (mehr) und 17. Dezember – natürlich noch nicht ansehen.

Großes Palaver über PanSTARRS’ max . Helligkeit

4. November 2012

hat auf der internationalen Comets Mailing List kürzlich eine spanische Helligkeitsanalyse für den viel versprechenden Kometen PanSTARRS ausgelöst, die aus den bisherigen Helligkeiten extrapoliert auf eine Maximalhelligkeit von -4 mag. schloss. Drei Tage später erlaubte eine neue Version immer noch -3 mag., doch in der Diskussion wird immer wieder betont, dass man nicht einfach die Beobachtungen nehmen und fortschreiben dürfe. Denn zum ersten Mal ins innere Sonnensystem vordringende Kometen würden oft erst schnell, dann aber viel langsamer heller, wobei 1.5 au Sonnenabstand eine magische Grenze zu sein scheint. Wie das konkret aussieht, zeigen hier die Kurven für einge prominente Kometen, die die heliozentrische Helligkeit gegen den log des Sonnenabstands in au auftragen: C/1973 E1 (Kohoutek) wurde langsamer, der Sensationskomet von Anfang 2007, C/2006 P1 (McNaught), hingegen nicht. Mit welcher Eigenschaft des Kometenkerns das unterschiedliche Verhalten korreliert, ist weiterhin unklar, so dass die Fortsetzung der Kurve von C/2011 L4 (PansTARRS) in alle möglichen Richtungen gehen kann: Nur +6 mag. Maximalhelligkeit – wenn man die bisherigen Daten wichtet und einen drohenden Lichtkurven-Knick annimmt – sind da ebenso ‘drin’ wie 0 mag. im Maximum, allerdings nur in geringem Sonnenabstand.

Noch neun Tage bis zur nächsten totalen Sonnenfinsternis

Sie findet am Morgen des 14. November Ortszeit in Nordost-Australien statt (und trifft danach keinerlei festes Land mehr), was dem Abend des 13. November in Europa entspricht (hier tickt ein Countdown in Millisekunden): Hier gibt es zahlreiche Links, jetzt mit aktuellen Wetter-Trends ganz oben – die im Moment Regen für den 12. und 13. aber Aufklaren für den 14.11. erwarten lassen – und zahlreichen v.a. australischen Nachrichten über die gespannte Erwartung unten.

Sonst hat der November wenig zu bieten, außer dass sich der Jupiter nun seiner Opposition am 2. Dezember nähert: Vorschauen hier, hier und hier. Ein Kuriosum ist immerhin eine enge Passage von Komet 2012 A2 (LINEAR) an Polaris am 23. November. Und bereits in diesen Tagen wird mit dem Reentry des Satelliten SAMPEX gerechnet, der vor 20 Jahren startete.

Der Zerfall von Hergenrothers Kern geht weiter

3. November 2012

Die am 26. Oktober entdeckte ‘Kernspaltung’ des Kometen 168P/Hergenrother – auch hier, hier und hier diskutiert – blieb einige Tage ohne Bestätigung, da kleinere Teleskope das losgelöste Fragment nicht sicher nachweisen konnten (Bilder vom 28. und 30. 10. und 1. und 2. 11. sowie mehreren Daten): Das gelang schließlich mit dem WIYN-Teleskop (wobei der entsprechende Blogbericht mysteriöserweise wieder verschwunden ist [NACHTRAG: wieder da]). Am 2. November konnte das Fragment dann abermals mit dem Faulkes-Teleskop aufgespürt werden, schon deutlich verblasst – und ein paar Stunden vorher hatte Gemini North noch mehr Fragmente gesichtet, wie vor wenigen Minuten bekannt wurde. NACHTRAG: Nach Protesten wurde dieser JPL Release inzwischen mit den wahren Entdeckern des 1. Fragments ergänzt – die offenbar schon am 26.10. ein weiteres sahen, sich aber damals nicht sicher waren, dito am 2.11. Details dazu (reparierte Links); das 2. Fragment scheint am 2.11. schon sehr deutlich.

So zerbrach die kalifornische Feuerkugel vom 17. Oktober, die es Meteoriten regnen ließ: eine Animation von 18 Fotos von Robert P. Moreno Jr, die jetzt die NASA angefertigt hat. Inzwischen sind mindestens vier Meteoriten gefunden (ganz unten) worden, vom steinigen Typ L6.

Ein Röntgenteleskop zur Sonnenforschung flog auf einer Höhenforschungs-Rakete am 2. November: Der Focusing Optics X-ray Solar Imager oder FOXSI sollte im harten Röntenlicht nach Nanoflares suchen – sowohl in einer aktiven Region wie auch in einer ruhigen Zone der Oberfläche. Und natürlich ging es wieder um die ewige Frage der Korona-Heizung.

Weitere größere Artikel (und der Kern von Komet Hergenrother hat sich soeben gespalten)

26. Oktober 2012

Komet Hergenrother mit ersten Auflösungserscheinungen – und heute ist auch ein größeres Stück Kern abgebrochen (Bild)!

Zweifel am Exoplaneten von Alpha Centauri, weitere Tests notwendig.

Irisierende Wolken über Köln (aus einem fahrenden Zug).

Die schärfsten Bilder von Uranus und wie’s gemacht wurde.

First Light für drei 1m-Teleskope des LCOGT-Netzwerks binnen 30 Stunden.

Kürzere Artikel

Astronom entdeckt gravierende Raketen-Explosion im Erdorbit einer Briz M nach August-Fehlstart.

Irdische Überwachung der Io-Vulkane zeigt Innehalten großer Eruptionen.

Neue Erklärung für mittelgroße Monde des Saturn durch Kollisions-Kaskade.

Ein zweiter noch viel hellerer Komet 2013?!

25. September 2012

Mit dem Kometen PanSTARRS besteht schon eine Weile Hoffnung auf einen Kometen mit mindestens nullter Größe, der Anfang 2013 am Himmel stehen dürfte, wenn auch dicht neben der Sonne & schwierig zu sehen. Aber jetzt haben Amateurastronomen in der ehemaligen Sowjetunion einen vermutlich noch weit mehr versprechenden Kometen entdeckt, der Ende November 2013 bis zu -16 mag. erreichen könnte, wenn er durch ein sehr sonnennahes Perihel läuft – und danach immer noch mit +1 oder +2 mag. am vorweihnachtlichen Nachthimmel auch über Deutschland stehen sollte. Die eigentliche Entdeckung gelang Vitali Nevski (Belarus) und Artyom Novichonok (Russland) mit dem 40-cm-Spiegel des International Scientific Optical Network (ISON) nahe dem russischen Kislovodsk, aber sie hielten das Objekt für einen Asteroiden: Erst spätere Beobachtungen mit dem 1.5-m-Spiegel des Majdanak-Observatoriums in Usbekistan zeigten die Koma. Wohl aus diesem Grund wurde der Komet auch nach der (ersten) Sternwarte benannt und nicht den Personen.

Die aktuelle Helligkeit ISONs liegt bei 17 bis 18 mag., aber es ist die Bahn des Kometen – dank rasch gefundender Pre-Discovery-Bilder bis Dezember 2011 zurück gut abgesichert! – die jetzt allerorten für Aufregung sorgt: mit einem Perihelabstand von nur 0.0125 AU am 28. November 2013, was bei der gleichzeitig substanziellen Größe des Kometen (die aus seiner Helligkeit schon jetzt folgt) alle Voraussetzungen für eine beachtliche bis sensationelle Show liefern dürfte. Allerlei Ephemeriden-Rechnungen dieses Bloggers zeichnen folgendes Bild: Im September 2013 sollte +10 mag. erreicht sein (mit dem Kometen im Krebs), Anfang November +5 mag. im Löwen und Mitte November +2 mag. in der Jungfrau. Der Sonnenabstand ist dann noch 0.5 AU, die Erddistanz 0.9 AU und die Elongation noch 30°, aber sie sinkt schon rapide. In der letzten November-Woche 2013 sollte ISON dann eine immer größere negative Helligkeit gewinnen, während er mit einer Elongation von 10° und weniger durch Waage, Skorpion und Schlangenträger zieht und zum Taghimmelobjekt dicht neben der Sonne wird. Im Laufe des 28. November steigt die Helligkeit von -6 auf -16 mag., die gegen 19:00 UTC – mit dem Kometen praktisch am Sonnenrand – erreicht werden, und fällt bis Mitternacht UTC wieder auf -12 mag.

Die nullte Größe wird aber erst Anfang Dezember unterschritten, wenn die Elongation schon wieder auf 20° gestiegen ist: Sie wird von Tag zu Tag besser und erreicht Ende Dezember 90°, während die Helligkeit immer noch +4 mag. beträgt (bei einem Perihelabstand von 1 AU und einer Erddistanz von 0.4 AU). Die Prognose der Post-Perihel-Helligkeit ist dabei natürlich noch viel unsicherer als die Angaben davor: Wer weiß, was dem Kern in extremer Sonnennähe widerfährt … Die Sichtbedingungen für Deutschland sind während der Spitzenhelligkeit mäßig aber nicht unmöglich: Sonne und Komet (Abstand 6° bzw. 2-3° bzw. 3-4°) kulminieren am 27., 28. und 29. November 17 bis 20 Grad hoch mit ISON -5 bzw. -10 bzw. -7 mag. hell; um den absoluten Peak zu sehen, müsste man nach dem aktuellen Orbit nach Nord- oder besser noch Südamerika. Nach dem Perihel entsteht dann ab der zweiten Dezember-Woche eine immer bessere Morgensichtbarkeit mit noch +1 bis +3 mag., mit dem Kometen Anfangs etwa 10° hoch in der beginnenden Dämmerung. Ab Weihnachten stört auch kein Mondlicht (mehr) das Bild, und Ende Dezember steht ISON +4 mag. hell vor Beginn der Morgendämmerung schon bis zu 60° hoch – aber auch nach Ende der Abenddämmerung noch 40°: Zum Schluss ist der Komet nämlich zirkumpolar im Drachen und Anfang Januar sogar im Kleinen Bären.

Wenn Komet PanSTARRS durchhält: wohin die Reise – in 7 bis 8 Monaten – gehen müsste

24. Juli 2012

Gut 13 Monate ist es her, dass der möglicherweise ziemlich helle Komet C/2011 L4 (PanSTARRS) entdeckt wurde: Die ersten Überlegungen zur Sichtbarkeit sind allerdings nicht mehr gültig, da die Bahn doch etwas anders im Raum liegt. Aber der Komet – Bilder vom Juli, Juni und Mai 2012 – entwickelt sich offenbar planmäßig, wie einer Analyse vom Mai und Einschätzungen vom 7. Juli, 28. Mai und 30. März 2012 zu entnehmen ist: Anlass für eine neue detaillierte Betrachtung der Sichtbedingungen für Komet PanSTARRS. Danach

  • kann man den Kometen zur Zeit seiner mutmaßlich größten Helligkeit, die genau mit dem Periheldurchgang am 10. März 2013 zusammen fällt, nirgendwo auf dem Planeten an ganz dunklem Himmel sehen – einfach weil die Elongation von der Sonne dann nur 15° beträgt und er sich aus der Dämmerung gar nicht befreien kann.

  • Es gibt aber in der Woche vor und der Woche nach diesem Datum die Möglichkeit, PanSTARRS rund 10° hoch am Abendhimmel zu sehen, wenn die Dämmerung gerade von der bürgerlichen in die nautische übergeht (Sonnendepression 6°) – und knapp über dem Horizont beim Übergang in die astronomische (Depression 12°). Sollte er wirklich etwas heller als nullte Größe werden, wie es derzeit aussieht, dann sollten er und hoffentlich sein Staubschweif sich durchsetzen können.

  • Da sich der Komet auf seiner fast senkkrecht auf der Ekliptik stehenden Bahn rapide von Süden nach Norden bewegt, wandert die Zone mit den – relativ gesehen – besten Sichtbedingungen ebenfalls rasant über den Planeten, von zunächst rund 60° Süd auf 60-70° Nord, wobei ein zu allem entschlossener Beobachter den 120°-Sprung just am Tag des Perihels machen müsste.
Wer hingegen eine Reise von Deutschland nach Feuerland über Nordskandinavien zurück für etwas übertrieben hält, könnte als Kompromiss etwas nördlich des Äquators Platz nehmen: Auf den Kanaren oder in Nordafrika sollte sich PanSTARRS bereits Anfang März aus der hellen Abenddämmerung quälen und dann rund um die größte Helligkeit sichtbar bleiben. Hält diese allerdings nach dem heißen 0.3-AU-Perihel am 10. März länger an, empfiehlt sich ungefähr am 20. März doch noch ein Umzug auf 60° bis 70° Nord: Hier stünde der Komet dann sogar ein paar Grad hoch an ganz dunklem Himmel.

Nachrichten aus der Kometenwelt kompakt

10. März 2012

Komet Lovejoy zu Besuch bei der Sonne letzten Dezember auf einem hoch prozessierten Bild des SDO-Satelliten, das auch feine Koronastrukturen heraus kitzelt: Die Wechselwirkung von Sonnenkorona, -hitze und Komet(enschweif) gilt es nun zu ergründen. Ein Paper zum Überleben des Kometen in dieser Situation ist gerade erschienen.

Ungewöhnlicher Komet im Anflug auf die Sonne

Entdeckt wurde der noch nummern- und namenlose Komet von Vladimir Bezugly auf UV-Bildern des SWAN-Instruments auf dem Satelliten SOHO (nach dem er auch benannt werden dürfte): Das hat zwar im Lauf der Jahre schon manchen Kometen gesichtet, aber noch nie einen Sonnenkratzer der Kreutz-Gruppe. Doch genau so einer scheint der neue Fund zu sein, von dem es keinerlei Beobachtungen vom Boden aus gibt (und der für’s untrainierte Auge auch bei SWAN kaum zu sehen ist). Das würde für einen Kometen schwächer als Lovejoy sprechen, doch letzterer war bei SWAN nicht zu sehen – ist der Neue etwa doch größer? Hier wäre schon mal eine vage Ephemeride für die Erde: Die Elongation schrumpft nun rapide bis zum Perihel am 16. März; zuvor sollte sich der Komet auch den LASCO-Koronographen zeigen.

Komet Garradd zeigt weiterhin mehrere Schweife, wobei inzwischen der Gas- und der Gegenschweif das Bild dominieren, aber etwas vom regulären Staubschweif ist auch noch zu sehen: Bilder vom 3. bis 6. März, 5. März, 3. März, 2. März, 1. März, 29. Februar, 26. Februar (mit gespaltenem Plasmaschweif; mehr) und 24. Februar (wo der BU-Dichter das mit dem extrem aufgefächerten Staubschweif nicht begriffen hat). Und ganz neu: C/2012 E1 (Hill) – sehr sonnenfernes Perihel schon letzten Juni.

Lovejoy’s tail still dozens of degrees long but surface brightness way down

1. Januar 2012

Während der Schweif des Kometen Lovejoy bis zu 40° lang geblieben ist (oben Bilder vom 27. Dezember von Vello Tabur in Australien, der ISS und Colin Legg wiederum in Oz), ist er stark verblasst und nicht mehr auffällig – außer auf lang belichteten Weitwinkelaufnahmen: Links zu wieder jeder Menge Bilder der letzten Woche sowie diverse Vorschauen für den Januar wie den Rest von 2012 im neuen Cosmos 4 U!


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