Posts Tagged ‘Mars’

Mini-Live-Blog zum Mond-Crash der GRAIL-Orbiter

17. Dezember 2012

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Die GRAILs sind Geschichte: Planmäßig gegen “Sally Ride”

geknallt sind die beiden Mondorbiter – denn die Wand Gegend in der Nähe des Nordpols wurde seitens der NASA nach der verstorbenen Astronautin, die auch ein GRAIL-Teammitglied war, benannt, was unmittelbar nach den Impakten bekannt gegeben wurde (ob die Taufe auch mit der IAU abgesprochen ist, wurde nicht erwähnt). Die Echtzeitgrafik zeigte, wie die beiden von links kommend jeweils einen Berg überwanden, und dann gegen die Wand flogen. [23:32 MEZ] Und schon ist die NASA-Übertragung [NACHTRAG: Aufzeichnung] zuende. [23:34 MEZ] Hier noch mal Screenshots der Echtzeit-Grafik in den letzten Minuten; zum Schluss wurde jeweils die Horizontale stark gestreckt. Den eigentlichen Loss of Signal gab es allerdings nicht zu sehen, er wurde jeweils nur verkündet. [23:36 MEZ] Die offizielle Formulierung ist, dass “the final resting place” nach Ride getauft worden sei – nicht gerade klar formuliert … [23:52 MEZ] Und der erste Artikel nach dem Crash. [23:59 MEZ - ENDE. NACHTRAG: ein NASA Release, der aber auch nicht erklärt, wie zwei Meter-große Krater in Kilometern Abstand voneinander mit einem Namen bedacht werden können ... NACHTRAG 2: Ah, ein Eingeständnis, dass "Sally K. Ride Impact Site" in keiner Weise eine offizielle Bezeichnung ist]

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Eines der letzten Bilder der MoonKam auf GRAIL, die hundertausende von Bildern geliefert hatte: entstanden am 19. November; das allerletzte Bild 80 Minuten später ist nicht so attraktiv. In der letzten, extrem niedrigen Flugphase, waren die Kameras demnach nicht mehr im Einsatz. [21:40 MEZ] Die Bilder aus dem LRO Press Release noch mal, benutzerfreundlicher dargestellt: passend zu diesen Tagen auch die Einschlagsstelle, markiert auf einem Mondbild von Chang’e 2. [21:55 MEZ] Die beiden Orbiter haben ihre finalen Triebwerkszündungen begonnen; in 10 Minuten beginnt hier ein 35-minütiger Live-Kommentar. [22:50 MEZ] Der Burn ist komplett – und die Übertragung hat begonnen, während hier live diskutiert wird. [23:00 MEZ] Aller Sprit wurde verfeuert (“Burn to Depletion”), auch ein Teil der allerletzten Experimente mit den Sonden: Man wollte wissen, wieviel noch übrig war und ob man das korrekt abgeschätzt hatte. [23:05 MEZ] Und es war etwas mehr in den Tanks als erwartet: Die Triebwerke brannten 4 bzw. 5 Minuten. Noch 5 Minuten bis zu den Crashs. [23:23 MEZ] Alle Augen jetzt auf dem Doppler-Signal: Der Funk geht von Goldstone zu den GRAILs und kommt zurück. [23:25 MEZ]

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In drei Stunden hat der Mond zwei Mini-Krater mehr

wenn die beiden GRAIL-Orbiter gezielt zum Absturz gebracht (20:00 MEZ am 13. und 22:40 MEZ am 14.12.) werden. Kurioserweise waren die GRAILs zuletzt noch an – noch nie möglich gewesenen – gegenseitigen Beobachtungen von Mondorbitern beteiligt: Während die kleine Kamera auf “Flow” den Lunar Reconnaissance Orbiter filmte, konnte umgekehrt der LRO beide GRAILs aufnehmen und sogar räumlich auflösen (oben). Weitere Artikel zu GRAILs Ende auch hier (mit einer Aufsuchkarte für den Mond-Impakt-Ort, wo es aber nichts zu sehen geben wird), hier (mit Details zu den letzten Operationen im Orbit), hier (aus der Perspektive des verantwortlichen MIT), hier, hier, hier, hier und hier und zu den bereits berichteten Ergebnissen der GRAIL-Mission hier (waaahnsinnig detailliert), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Apropos Impakte aller Art:

hier noch ein Video mit ~400 Geminiden aus drei Nächten aus den USA mit einer empfindlichen Schwarzweiß-Videokamera (auch schön: weitere Bilder aus Indien und Argentinien [NACHTRAG: und Rumänien])

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und ein ganz frischer Fünffach-Impakt-Krater auf dem Mars, der zwischen 2005 und 2008 entstanden ist – der Impaktor scheint sich aufgespalten zu haben, so dass die Krater alle gleichzeitig entstanden, anders ist das Muster auf diesem HiRISE-Bild kaum zu erklären. [20:30 MEZ]

Curiosity-Kuriosität: “Blasen-Ringe” auf dem Mars

11. Dezember 2012

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Der Mars-Rover Curiosity hat sich kürzlich wieder in Bewegung gesetzt und ist prompt auf ein geologisches Mysterium gestoßen, zu dem sich die NASA bisher nicht geäußert hat: Reste von geplatzten Blasen? [NACHTRAG: Ein neuer Press Release hat dazu wieder nichts zu sagen, dafür aber andere interessante Geologie zu bieten.] Derweil hat der MRO weitere Impakte von MSL-Hardware aufgenommen – und die Freude über den geplanten Curiosity-Klon (s.a. hier, hier und hier) hält sich weiter in Grenzen. Beredter Beleg: Bei einer Online-“Abstimmung” über den Namen des Rovers liegt “I should be on Titan” weit in Führung …

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Täglich neue Radar-“Bilder” des Asteroiden Toutatis

gibt es vom JPL: Hier zwei Delay-Doppler-“Aufnahmen” vom 10. Dezember, die in 4 1/4 Stunden Abstand entstanden. Das dicke Ende oben wirf einen Radar-Schatten auf den Rest des Kleinplaneten, der auch das Ziel einer chinesischen Raumsonde sowie gut am Himmel zu sehen ist – zur Not per Webcast wie etwa diesem hier in einer Stunde.

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Ein erdnaher Asteroid erlebte eine Finsternis im Erdschatten, als der erst vor wenigen Tagen entdeckte und rund 30 m große 2012 XE54 heute Morgen der Erde nahe kam: Die Helligkeit fiel um viele Größenklassen (die horizontalen Linien haben 1 mag. Abstand). Auch aus der Welt der kleinen Körper: Mitte Dezember könnte es nicht nur die Geminiden sondern auch Meteore von Komet Wirtanen geben, s.a. hier und hier. Und am 17. Dezember steht gar ein kosmischer Impakt bevor, allerdings von den GRAIL-Satelliten auf den Mond – während man dem dicken Herschel einen solch interessanten Abgang leider verwehrt.

Die neuesten Radar-“Bilder” eines Asteroiden

6. November 2012

entstanden Ende Oktober mit der Goldstone-Schüssel, als sich der 1.6 km große 2007 PA8 der Erde näherte: Der Abstand sank in dem Zeitraum von 10 auf 9 Mio. km. Gestern war die größte Annäherung mit 6.5 Mio. km oder der 17-fachen Mondentfernung, als der Kleinplanet immerhin 11.8 mag. erreichte: So nahe kommt er in 200 Jahren nicht mehr. [NACHTRAG: mehr und bessere Radar-'Bilder'.]

Die Valles Marineris und eine bunte Kraterwand auf dem Mars: Bildprodukte vom Mars Express (erzeugt aus 20 Aufnahmen der HRSC) bzw. Mars Reconnaissance Orbiter (HiRISE), beide mit veränderten Farben: Das betont Unterschiede in der Mineralogie.

Der Monat Oktober aus gestationärer Höhe und Seen in Patagonien: Das Video in echten Farben stammt von Meteosat, der genau über (0,0) steht, die Anden-Aufnahme von Yuri Malenchenko auf der ISS – zum Kontext siehe hier (“Winterliches Patagonien …”), orbitale Detailbilder hier (“This is Moreno Glacier ..”) und v.a. hier. In dieser Gegend endete 2010 die bisher letzte totale Sonnenfinsternis auf diesem Planeten – und einer Woche gibt’s die nächste, deren pazifischer Track es aber diesmal nicht ganz bis Südamerika schafft.

Hallo, da bin ich: Curiositys erstes Selbstportrait

2. November 2012

Über 5000 Pixel breit ist das vollständige Mosaik aus 55 MAHLI-Aufnahmen, die Curiosity an Sol 84 – dem 31. Oktober – am “Rocknest” zeigen, wo der Marsrover seit Wochen steht und Marsboden verdaut (links die Löcher, wo die vier Proben genommen wurden): hier drei Ausschnitte aus der Poster-verdächtigen Datei, leicht kontrastgesteigert. Solche Mosaike wird es noch öfters geben: Sie werden dokumentieren, wie es um die Hardware bestellt ist und wie sie langsam einstaubt. Zur Vorbereitung auf die die Telecon zur Marsatmosphäre heute um 18:00 MEZ empfiehlt sich derweil diese Übersicht zum Mars-Methan-Mysterium.

Die erste Röntgen-Beugungs-Messung auf Mars!

30. Oktober 2012

Genau 100 Jahre nachdem die Röntgenbeugungs-Analyse erfunden wurde, hat Curiosity das erste Beugungsbild an Marsstaub geliefert, mit dem sich die gesamte heutige Telecon – die erste nach 12 Tagen – beschäftigte [NACHTRÄGE: Aufzeichnung & Zusammenfassung]. Die Probe aus dem “Rocknest” (unten) war am 15. Oktober genommen und am 17.10. in das CheMin-Instrument gefüllt worden – nur 25 cm groß, während entsprechende Geräte im irdischen Labor so groß wie ein Kühlschrank sind. CheMin lässt die höchstens 150 µm großen Sandteilchen kräftig vibrieren, so dass ein sauberes Beugungsbild auf einer CCD entsteht, da die Röntgenstrahlen die Kristallstruktur unter zufälligen Winkeln treffen. Das Ergebnis: Der Rocknest-Sand besteht aus kristallinem Feldspat, Pyroxenen und Olivin aber auch amorphem Material – verwitterter Basalt also, nicht unähnlich den Hängen des Mauna Kea. Er dürfte teilweise lokal im Gale-Krater entstanden und teilweise durch Staubstürme angeweht worden sein. Die miniaturisierte CheMin-Technologie wird übrigens inzwischen auch in der Archäologie eingesetzt.

NACHTRAG: Vorgeschmack auf ein “Selbstportrait” von Curiosity mit MAHLI – zusammen-gestitcht von S. Atkinson aus den Thumbnails der Aufnahmen der “Handkamera”, die bereits auf der Erde sind (hier korrekt gespiegelt). NACHTRAG 2: Wie das Bild gemacht wurde, ein gaaanz langes Panorama vom Rocknest – und am 2.11. gibt’s schon die nächste Telecon, diesmal nach nur 3 Tagen: Das heizt natürlich Spekulationen an, dass Curiosity auf Methan in der Atmosphäre gestoßen ist.

NACHTRAG 3: Die hochauflösenden Bilder des MAHLI-Selbstportraits sind da – auch der ganze Rover in voller Auflösung. Natürlich von einem Fan; seitens der NASA gibt’s erstmal nur ein eigenes Thumbnail-Mosaik. Haben halt nicht die Rechenpower …

Curiosity mit erster Bodenprobe “durchgespült”

11. Oktober 2012

Die erste “Autowäsche auf dem Mars” ist gestern absolviert worden, mit der ersten Bodenprobe, die sich der Rover mit seiner Schaufel besorgt hatte (oben die Spuren im Sand): Die Arbeiten waren nach der Entdeckung eines sondernbaren hellen Objektchens (ibid.; NACHTRAG 4-5) zunächst unterbrochen aber wieder aufgenommen worden, nachdem man sich von dessen Harmlosigkeit überzeugt hatte. Es handelt sich offenbar um “some type of plastic wrapper material, such as a tube used around a wire”, und stammt vielleicht von der Landeeinheit. Bei der heutigen Telecon war das schon kein Thema mehr, stattdessen wurden ausgiebig APXS- und ChemCam-Analysen am Stein Jake Matijevic diskutiert: Dessen Zusammensetzung erinnert an bestimmtes exotisches Gestein aus dem Erdinneren. Wenn Curiosity mit dem “Rocknest” fertig ist, geht es knapp 100 m nach Osten: Dann wird erstmals ein Stein angebohrt. Derweil sind auch Teile eines neuen Horizont-Panoramas eingetroffen – das allerdings 450 Pixel breit nicht gut kommen würde …

NACHTRAG: … aber einzelnes Rohbild kann man ja mal zeigen, etwas kontrastverstärkt … NACHTRAG 2: … und weitere Ausschnitte, alle ohne Himmel übrigens – plus Versuche, aus dem Marsstein schlau zu werden, hier, hier und hier.

NACHTRAG 3: Und ein MAHLI-Blick auf das ominöse Plastik-Stückchen vor Curiosity, das auch in dieser Auflösung wie ein kleiner toter Fisch aussieht … NACHTRAG 4: Der 2. Einsatz der Schaufel steht bevor; auch dieser Sand wird nur zur Reinigung benutzt. NACHTRAG 5: Und endlich die Jake-Matijevic-Analyse gaaanz genau erklärt! NACHTRAG 6: Curiosity hat wieder zugelangt. NACHTRAG 7: Noch mehr Panorama – und Gedanken dazu.

Curiosity nach 2 Monaten: Bald wird geschaufelt!

4. Oktober 2012

In diesem “Rocknest” – ein Ausschnitt aus einem Mastcam-Mosaik vom 28. September – wird sich Curiosity gut zwei Monate nach der Landung erstmals mit seiner Schaufel bedienen und feinen Sand in die Bordlabors füllen, wurde heute auf der wöchentlichen Telecon erklärt. Aber wie bei dieser Mission üblich, lässt man sich Zeit: Vielleicht am Sol 61 (was der kommende Sonntag wäre) wird zum ersten Mal gegraben, aber erst in 2-3 Wochen wird schließlich die vierte Bodenprobe in die Labors gefüllt – denn der Sand wird zunächst zum Reinigen der Hardware CHIMRA für die Probenverarbeitung verwendet, auf dass unvermeidliche irdische Rückstände verschwinden mögen. Dreimal gurgeln und ausspucken …

NACHTRAG: Bei diesem Sand dürfte sich Curiosity in Kürze das erste Mal bedienen, nachdem der Rover in eine günstige Position manövriert worden war (ein neuer Blick unter den Boden). Während der Strahlungsmesser weiter auf ordentliche Sonnenaktivität warten muss.

NACHTRAG 2: Curiosity hat zugelangt! Was es auch schon in 3D zu sehen gibt. NACHTRAG 3: Und der Mars-Schmutz wackelt in der Schaufel. NACHTRAG 4: Nachdem ein mysteriöses winziges helles ‘Objekt’ vor dem Rover entdeckt wurde, sind die Arbeiten aber erstmal unterbrochen. NACHTRAG 5: Das paar wunderliche Objekt stammt offensichtlich von Curiosity selbst, wurde aber noch nicht identifiziert.

Curiositys “schlechter Beton”: Spuren schnell fließenden Wassers in der Frühzeit des Mars

28. September 2012

Das Phänomen war den Curiosity-Rohbild-Fans natürlich sofort aufgefallen (NACHTRAG ff), aber auf den NASA-Pressekonferenzen war nie ein Wort darüber verloren worden. Gestern schon: Die Kieselsteine in einer Matrix, die manchen an schlechten Beton erinnert hatten, werden als Beleg für kräftig strömendes Wasser in der fernen Mars-Vergangenheit interpretiert. Curiositys “images of rocks containing ancient streambed gravels” gelten als der direkteste Beweis für fließendes Wasser, auf das bisher nur aus der Morphologie mutmaßlicher Flussbetten geschlossen worden war. Im Gale-Krater soll das Wasser mit 1 m/s und grob 1 m tief entlang geschossen sein, wird aus den Curiosity-Bildern geschlossen. Die Kieselsteine sind rund geschliffen worden und mithin eine weite Strecke transportiert worden, wohl vom Rand des Gale-Kraters. Der Ex-Fluss: schon die erste prinzipiell einst habitable Umwelt, auf die Curiosity gestoßen ist – auch Science@NASA und erste Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

NACHTRAG: die Entdeckung schön in 3 Minuten erklärt. Und Glenelg ist erreicht! NACHTRAG 2: ein erstes Mastcam-100-Panorama von Glenelg – und erste Impressionen von dort. NACHTRAG 3: eine Nahaufnahme von “Bathurst Inlet” – und der Stein noch größer, mit 1/50 mm pro Pixel MAHLI-Auflösung.

NACHTRAG 4: So sauber wird Curiositys Schaufel nie wieder sein wie auf diesem Bild vom 51. Sol – plus weitere Glenelg-Bilder. NACHTRAG 5: Und noch mehr Impressionen aus der Gegend, auch in 3D. NACHTRAG 6: Power über Curiositys RTGs – und ein weiterer Blick in die Glenelg’sche Rund. NACHTRAG 7: Die Mastcam kann Sonnenflecken erkennen, hat sich bei der Auswertung von Deimos-Transit-Sequenzen gezeigt! Und was die NavCam gerade sieht.

Alles aufaddiert: Hubbles allertiefstes Bild “XDF”

26. September 2012

Seit dem ersten Hubble Deep Field von 1995 ist das Weltraumteleskop immer wieder auf ‘leere’ Himmelsfelder ausgerichtet worden, um sie tagelang zu belichten: Diese “Deep Fields” werden komplett von fernen Galaxien dominiert, deren Geschichte sich dann studieren lässt. Das bekannteste Feld ist das Hubble Ultra Deep Field (HUDF), das Hubble wiederholt aufgesucht hat (siehe Artikel 867 und 948 und ISAN 102-5) – und alle diese Bilder (über 2000 mit zusammen 23 Tagen Belichtungszeit) aus den letzten 10 Jahren sind nun zur allertiefsten Aufnahme des Kosmos aufaddiert worden, aus der oben ein winziger Ausschnitt zu sehen ist. Dieses “eXtreme Deep Field” (XDF, auch hier oder hier zu finden, Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier) erreicht eine Grenzgröße von 31 mag. enthält 5500 Galaxien, obwohl das gesamte Feld nur drei Bogenminuten groß ist.

Neues US-Marsprogramm nicht wirklich klarer geworden

Seit das Marsprogramm der NASA mit dem FY2013-Haushalt in Unordnung geraten war, warteten die amerikanischen Planetenforscher – die zwischenzeitlich zahlreiche Protestnoten formulierten – auf den Ratschluss einer Expertenkomission, wie es nach Curiosity und dem Orbiter MAVEN weiter gehen sollte. Erste Informationen sind jetzt bekannt gegeben worden: Enthalten sind nur Optionen, keine Empfehlungen, für Missionen ab dem Startfenster 2018. Mit den voraussichtlich zur Verfügung stehenden 700-800 Mio.$ dürfte nur ein Orbiter zu machen sein – eigentlich eine ‘Verschwendung’ des schönen Startfensters, das sich für Landungen anbietet. Was die NASA daraus macht, wird man wohl erst bei der Vorlage des FY2014-Requests nächstes Jahr erfahren. Auch die angestrebte Annäherung des Marsprogramms an das bemannte ist bis in den 2030-er bislang nicht zu erkennen; für die 2020-er träumt der Bericht jedenfalls mal wieder von einer Sample Return … (Report Summary; Space Policy Online, Space News, Florida Today, Space.com 25., Nature Blog 26.9.2012)

Störung auf der ISS – Abkopplung des ATV verschoben! Eigentlich sollte heute morgen das 3. Automated Transfer Vehicle “Edoardo Amaldi” die Raumstation verlassen, doch daraus wurde nichts: Ein entscheidendes Kommando kam nicht an, vermutlich war etwas im russischen Zvezda-Modul gestört. Das ATV ist jetzt in einem Ruhezustand und wartet auf die weiteren Entwicklungen; neue Zeitfenster, um es los zu werden, gibt es reichlich Zeitfenster. (ESA ATV Blog, CBS, TASS, Novosti, Xinhua 26.9.2012) NACHTRAG: Frühestens am 2. Oktober kann das ATV jetzt entsorgt werden. NACHTRAG 2: Das Ablegen hat geklappt. NACHTRAG 3: Und das ATV-3 ist verglüht – wobei diesmal auch der REBR funktioniert hat.

Der jetzt ausgeklappte Robotarm von Curiosity

21. August 2012

zeigt hier seine Instrumente: Der Bohrer weist Richtung der Navcam, die dieses Bildmosaik produzierte. Die Standardposition des Arms ist problemlos erreicht worden, nun werden seine Gelenke präzise geeicht – schließlich kennt man nur sein Verhalten unter Erd-, aber nicht Marsschwerkraft. Dies war einer der Meilensteine, die auf einer Telecon heute präsentiert wurden, ein anderer betraf die ersten Rad-Bewegungen, die den Erwartungen entsprachen: Curiosity erhält daher das Kommando, morgen 3 Meter gerade aus zu fahren, sich um 90° nach rechts zu drehen und 2 m rückwärts zu fahren. Damit wird an einer Stelle eingeparkt, die man aus den Fotos der Umgebung bestens kennt und für sicher erachtet. Von den Rover-Instrumenten hat das Dynamic Albedo of Neutrons instrument am 17. August erste Daten geliefert, aus denen sich auf die – erwartete – Anwesenheit von Wasser unter der Oberfläche schließen lässt: Vermutlich liegt es da in Gestalt hydrierter Mineralien vor. Die ChemCam hat auf weitere Steine geschossen. Und die Wetterstation liefert Druck- und Temperatur-Daten, während einer der Windmesser offenbar durch bei der Landung herumfliegende Steinchen beschädigt wurde, die frei liegende Leitungen durchtrennten.

NACHTRAG: noch eine Darstellung der Landung vor 15 Tagen, mit einer “Eyes on the Solar System”-Simulation und MARDI-Aufnahmen parallel, das Ganze kommentiert vom Lande-Chef Adam Steltzner. Auch ein später JPL Release zur Telecon, noch eine Zusammenfassung – und schon am Mittwoch um 20:30 MESZ geht’s weiter, dann wieder “richtig” auf der Fernsehbühne.

NACHTRAG 2: Tschuldigung, schon wieder ein neues MARDI-Video – denn inzwischen sind fast alle Bilder der Abstiegskamera in voller Auflösung auf der Erde, die hier beschleunigt aneinander gefügt wurden. Bonus: der Impakt des Hitzeschilds aus MARDI-Sicht. [NACHTRAG ZUM NACHTRAG: Es gibt auch ein auf den Hitzeschild zentriertes und ein etwas entwackeltes Video - und ein S/W-Komposit aus MARDI-Bildern.] Auch Artikel über das Debuggen der MSL-Software, die Geschichte des JPL, wo Curiosity gesteuert wird, und angebliche Anomalien auf ihren Bildern; der Felsen am Horizont ist immerhin interessant. NACHTRAG 3: Und ein paar aufgehellte Fern-Mikro-Aufnahmen der ChemCam-Optik. Rohbilder sind inzwischen insgesamt 2876 da, die neuesten heute von den Navcams.


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