Der 33 Stunden junge Mond und unten links davon der Merkur während seiner Abend-Sichtbarkeit waren dank des anhaltend guten Wetters während der Fahrt der MS Polarlys heute ab ~17:30 MEZ zwischen Brønnøysund und Rørvik auf ca. 65°N bestens mit dem bloßen Auge zu sehen – und dank moderner optischer Bildstabilisatoren auch zu fotografieren. Wie stets bei sonnennahen Konstellationen galt es den zeitlichen “sweet spot” zwischen dunkler werdendem Himmel (hier: in der Mitte der nautischen Dämmerung) und zunehmender Extinktion zu finden, realisiert im Bild oben. Und hier noch mal die Entwicklung in chronologischer Reihenfolge; größere Bilder auch in diesem Album … NACHTRAG: … und noch größere hier und hier (und aus Südeuropa mit zusätzlich Mars hier und hier).
Mit ‘mond’ getaggte Artikel
Jung-Mond und Merkur brilliant auf hoher See
11. Februar 2013Allgemeines Live-Blog vom 16. Januar 2013
16. Januar 2013Und wieder ist ein Stückchen vom JWST fertig geworden
Diesmal ist es das aft-optics subsystem (AOS) des James Webb Space Telescope, das dafür sorgt, dass das Licht vom Sekundärspiegel des eigentlichen Teleskops den wissenschaftlichen Instrumenten des Mega-Satelliten zugeführt wird: Alle Performance-Tests sind abgeschlossen. Auf der AAS-Tagung letzte Woche (“Dem James Webb Space Telescope …”) war Optimismus verbreitet worden, dass es mit dem Finanz- und Zeitplan des Monster-Satelliten diesmal klappt – aber die Auswirkungen auf andere Missionen sind erheblich. [23:50 MEZ - Ende]
Ein Modell des BEAM, die stellvertretende NASA-Chefin und Herr Bigelow höchstselbst (den nicht nur normale Raumfahrt interessiert, s.a. hier, hier und hier) bei der heutigen Präsentation des Aufblas-Moduls für die ISS (s.u.) – auch Artikel zur Vorgeschichte BEAMs, den anderen Aufblas-Satelliten der Firma und ähnlichen NASA-Ideen schon 1959. [22:10 MEZ] Mehr zum Hintergrund des Bigelow-NASA-Deals in diesem Bericht von der PK: Die 18 Mio. NASA-$$ decken die Kosten der Firma nicht im Mindesten, der es eher darum geht, einen Fuß in die Tür zu bekommen – und für eine große eigene aufgeblasene Raumstation zu üben. [23:15 MEZ]
ESA und NASA gemeinsam zu fernen Welten? Während zumindest für einen (unbemannten Test-)Flug der NASA-Orion ein entscheidender ESA-Beitrag vereinbart wurde (siehe unten) und eine eventuelle weitere Zusammenarbeit buchstäblich in den Sternen steht, haben die Künstler beider Raumfahrtagenturen schon mal klar gemacht, wo’s lang geht: Bei der ESA (oben) strahlen das ATV 2.0 und seine Solarzellen im hellen Glanz, während die Orion weitgehend verdeckt ist, bei der NASA (unten) dominiert die Orion, die das ATV 2.0 im Schatten liegen lässt – und die Oberstufe des SLS sitzt auch noch auffällig dahinter … [21:35 MEZ]
Ganz schön aufgeblasen: das “Bigelow Expandable Activity Module” (BEAM), das 2015 für zwei Jahre an der ISS angebracht werden soll – als Demonstrator für solcherlei Aufblas-Raumstations-Module und wie sie es im Weltraum aushalten. Bizarrerweise bezahlt die NASA der Firma, die auch selber mit Aufblas-Satelliten experimentiert (siehe Artikel C25), 17.8 Mio.$ für ihr – per Dragon – anzulieferndes 4 x 3 Meter großes Modul, dabei hatte sie das Konzept ursprünglich von der NASA lizensiert. [21:05 MEZ]
ESA jetzt im “critical path” der Orion-Kapsel der NASA
Auf einer gemeinsamen PK von NASA und ESA [NACHTRAG: Aufzeichnung] wird gerade der Einstieg der ESA beim Flug EM-1 des Orion-Systems gefeiert: Gemäß diesem Plan liefert die ESA auf der Basis ihres ISS-Frachters ATV (dessen letzte beide Exemplare diesen April und 2014 starten) das Service Module für diesen zweiten Flug der Orion, der – z.Z. für Ende 2017 geplant – der erste der neuen Riesenrakete SLS sein und unbemannt um den Mond herum führen wird. Die ESA ist damit – zumindest vorübergehend – “in the critical path”: Das Vertrauen hatte man sich durch die gute Zusammenarbeit bei der ISS erworben. Bleiben Ersatzteile übrig, kann die NASA diese auch für EM-2 verwenden, ansonsten ist der ESA-Einstieg in die bemannte US-Raumfahrt nach gegenwärtiger Beschlusslage schon wieder vorbei (auch wenn T. Reiter auf der PK von einem “start of extended cooperation” sprach): Das Antriebssystem für EM-1 ist die “in kind”-Zahlung der ESA für ihren Anteil an den Betriebskosten der ISS bis 2020. Bei ersten Testflug der Orion in ca. 20 Monaten ist noch keine ESA-Hardware dabei. [18:20 MEZ. NACHTRÄGE: ein detailliertes Video über EM-1 auf Vimeo & Youtube - und eine PM der ESA, nicht erwähnt, dass es nur um EM-1 geht]
Dieser 9.25″-Schmidt-Cassegrain wurde jetzt hinter einem ISS-Fenster installiert, wie diesem beiläufigen Orbit-Tweet zu entnehmen ist – allerdings schaut das Teleskop nicht in den Himmel sondern auf die Erde: Das ISS SERVIR Environmental Research and Visualization System (ISERV) soll die automatische Erdbeobachtung von der ISS aus erproben, speziell als “DisasterCam” für den Einsatz bei Naturkatastrophen als Beitrag für SERVIR. Das Bildfeld misst dank eines Fokalreduktors mit einer EOS 7D etwa 13 x 9 km, die Auflösung entspricht mit ca. 3 m einer Kuh. ISERV (das Bild hier entstand [NACHTRAG: mit einem ähnlichen Gerät] noch auf der Erde) war bereits letzten Sommer angekommen und nun gestern hinter der Window Observational Research Facility (WORF) – NASA-Speak für “extra gutes Fenster” – installiert worden. [5:25 MEZ. NACHTRÄGE: das Teleskop wird 'unboxed' und schwebt in der ISS, auch erwähnt im gestrigen Tages-Video von 2:30-3:45, unten im heutiges Tages-Bericht und in einem späteren Artikel]
Das Feuer von Siding Spring brennt immer noch …
… auf dieser Aufnahme aus Reiseflughöhe, die die Feuerwehr verbreitet hat: Gerade startete das 4. Live-Blog von A. Bauer mit der Kunde, dass im Inneren der Kuppeln von AAT (“So sieht der Bau des Anglo-Australian Telescope jetzt aus”) und UK Schmidt zwar viel Schmutz aber keine offensichtlichen Schäden an den Instrumenten selbst vorgefunden wurden – die Feuerschutz-Maßnahmen der letzten Jahre haben sich bewährt. Und die ATNF berichtet von einer Inspektion des Mopra-Radioteleskops, bei der auch dieses und dieses Bild entstanden. [1:10 MEZ. NACHTRAG: Physics World fasst zusammen - und Bauers fünfter Blog]
Die Entwicklung der Sonnen-Aktivitätregion 1654, während sie vom 7. bis 14. Januar über die Sonnenscheibe – Anblick am 15. Januar – zog: lückenlos dokumentiert vom Solar Dynamics Observatory. Die Gruppe war zwar groß, hat aber wohl kaum nennenswerte Effekte auf der Erde produzieren können. [0:10 MEZ. NACHTRAG: die zugehörigen Korona-Loops vom 9.-15. Januar]
Die nächste russische Mondmission startet nicht vor 2015
Auf dieses Jahr ist nach Berichten hier, hier und hier der Start von Luna-Glob (“Mond-Globus”) gerutscht, der ersten von vier angedachten Missionen zur Errichtung einer “robotischen Mondbasis”. Der Lander soll eine 120-kg-Nutzlast zur Oberfläche bringen, auch astrophysikalische. Und gestartet werden soll von einem neuen Weltraumbahnhof in der östlichen Amur-Region: Baikonur adé. [0:10 MEZ. NACHTRAG: Dieser Artikel beschreibt zwei weitere russische Mondmissionen 2016 und 2017 - und kündigt "2030 – 2040 eine breite Erschließung des Mondes" an ...]
Schicksal von 2012 DA14 in hundert Jahren unbestimmt
Dank neuer Astrometrie der letzten Tage ist die Bahn dieses Asteroiden, der am 15. Februar dicht an der Erde vorbeifliegen wird, inzwischen auf 100 km genau bekannt: 27’700 km wird der Minimalabstand von der Erdoberfläche betragen. Doch ob es in der Zukunft möglicherweise zu einer Kollision kommen kann, ist auch mit der neuen, stark verbesserten Bahn (vor der neuen Astrometrie lag die Ungenauigkeit der Erddistanz 2012 noch bei 8000 km!) nicht klar, wie aktuelle Abfragen der beiden führenden Vorhersage-Systeme Sentinel (ein Impakt 2110 möglich, Wahrscheinlichkeit 1:7.7 Mrd.) und NeoDyS (drei Impakte 2096, 2097 und 2100 möglich, Wahrscheinlichkeit bis zu 1:4 Mio.) zeigen. Die Ursache der Widersprüche ist zum einen mathematischer Art, zum anderen trägt ein enger Erdvorbeiflug 2046 zu einer – im himmelsmechanischen Sinne – chaotischen Entwicklung danach bei. [0:10 MEZ]
Die globale Erwärmung setzt sich unvermindert fort
2012 war global gesehen das neunt-wärmste Jahr seit 1880, bis auf 1998 lagen die neun wärmsten Jahr des 132-Jahres-Zeitraums mit zuverlässigen Daten alle nach 2000, und 2005 und 2010 waren die heißesten Jahre überhaupt: Also hat es das Goddard Institute for Space Studies (GISS) der NASA gestern vorgerechnet. Seit 1880 ist die globale Mitteltemperatur um 0.8°C gestiegen, und 2012 lag um 0.6°C über der Referenz (1951-1980) für Vergleiche, die danach nur ein einziges Mal überhaupt – 1976 – unterboten wurde. Ein Zusammenhang der (von jährlichen Schwankungen abgesehen) ständig steigenden Erdtemperatur mit der Zunahme der Treibhausgase – so ist der CO2-Gehalt der Atmosphäre von 285 ppm 1880 auf inzwischen gut 390 ppm gestiegen – steht längst außer Frage. [0:10 MEZ. NACHTRAG: warum es keinen 'Stillstand' seit 1998 gibt]
Xmas-Konjunktion im “Goldenen Tor der Ekliptik”
25. Dezember 2012Die z.B. auf deutschen, englischen und spanischen Webseiten angepriesene Konstellation heute Abend war am Standort dieses Bloggers bei stundenlang klarem Himmel – NRW-Prognose des DWD noch von 12 Uhr: “In der Nacht zum 2. Weihnachtstag gibt es bei vielen Wolken weitere schauerartige Niederschläge” … – bestens zu verfolgen: erst Jupiter und Mond noch durch dünne Wolken (unten), dann Mond, Jupiter, Aldebaran (auch hier und hier) und auch noch die ISS (Mitte) und schließlich die Konjunktion im “Goldenen Tor” (oben), bei höherer Vergrößerung sogar mit ein paar Jupitermonden.
Mini-Live-Blog zum Mond-Crash der GRAIL-Orbiter
17. Dezember 2012
Die GRAILs sind Geschichte: Planmäßig gegen “Sally Ride”
geknallt sind die beiden Mondorbiter – denn die Wand Gegend in der Nähe des Nordpols wurde seitens der NASA nach der verstorbenen Astronautin, die auch ein GRAIL-Teammitglied war, benannt, was unmittelbar nach den Impakten bekannt gegeben wurde (ob die Taufe auch mit der IAU abgesprochen ist, wurde nicht erwähnt). Die Echtzeitgrafik zeigte, wie die beiden von links kommend jeweils einen Berg überwanden, und dann gegen die Wand flogen. [23:32 MEZ] Und schon ist die NASA-Übertragung [NACHTRAG: Aufzeichnung] zuende. [23:34 MEZ] Hier noch mal Screenshots der Echtzeit-Grafik in den letzten Minuten; zum Schluss wurde jeweils die Horizontale stark gestreckt. Den eigentlichen Loss of Signal gab es allerdings nicht zu sehen, er wurde jeweils nur verkündet. [23:36 MEZ] Die offizielle Formulierung ist, dass “the final resting place” nach Ride getauft worden sei – nicht gerade klar formuliert … [23:52 MEZ] Und der erste Artikel nach dem Crash. [23:59 MEZ - ENDE. NACHTRAG: ein NASA Release, der aber auch nicht erklärt, wie zwei Meter-große Krater in Kilometern Abstand voneinander mit einem Namen bedacht werden können ... NACHTRAG 2: Ah, ein Eingeständnis, dass "Sally K. Ride Impact Site" in keiner Weise eine offizielle Bezeichnung ist]
Eines der letzten Bilder der MoonKam auf GRAIL, die hundertausende von Bildern geliefert hatte: entstanden am 19. November; das allerletzte Bild 80 Minuten später ist nicht so attraktiv. In der letzten, extrem niedrigen Flugphase, waren die Kameras demnach nicht mehr im Einsatz. [21:40 MEZ] Die Bilder aus dem LRO Press Release noch mal, benutzerfreundlicher dargestellt: passend zu diesen Tagen auch die Einschlagsstelle, markiert auf einem Mondbild von Chang’e 2. [21:55 MEZ] Die beiden Orbiter haben ihre finalen Triebwerkszündungen begonnen; in 10 Minuten beginnt hier ein 35-minütiger Live-Kommentar. [22:50 MEZ] Der Burn ist komplett – und die Übertragung hat begonnen, während hier live diskutiert wird. [23:00 MEZ] Aller Sprit wurde verfeuert (“Burn to Depletion”), auch ein Teil der allerletzten Experimente mit den Sonden: Man wollte wissen, wieviel noch übrig war und ob man das korrekt abgeschätzt hatte. [23:05 MEZ] Und es war etwas mehr in den Tanks als erwartet: Die Triebwerke brannten 4 bzw. 5 Minuten. Noch 5 Minuten bis zu den Crashs. [23:23 MEZ] Alle Augen jetzt auf dem Doppler-Signal: Der Funk geht von Goldstone zu den GRAILs und kommt zurück. [23:25 MEZ]
In drei Stunden hat der Mond zwei Mini-Krater mehr
wenn die beiden GRAIL-Orbiter gezielt zum Absturz gebracht (20:00 MEZ am 13. und 22:40 MEZ am 14.12.) werden. Kurioserweise waren die GRAILs zuletzt noch an – noch nie möglich gewesenen – gegenseitigen Beobachtungen von Mondorbitern beteiligt: Während die kleine Kamera auf “Flow” den Lunar Reconnaissance Orbiter filmte, konnte umgekehrt der LRO beide GRAILs aufnehmen und sogar räumlich auflösen (oben). Weitere Artikel zu GRAILs Ende auch hier (mit einer Aufsuchkarte für den Mond-Impakt-Ort, wo es aber nichts zu sehen geben wird), hier (mit Details zu den letzten Operationen im Orbit), hier (aus der Perspektive des verantwortlichen MIT), hier, hier, hier, hier und hier und zu den bereits berichteten Ergebnissen der GRAIL-Mission hier (waaahnsinnig detailliert), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Apropos Impakte aller Art:
hier noch ein Video mit ~400 Geminiden aus drei Nächten aus den USA mit einer empfindlichen Schwarzweiß-Videokamera (auch schön: weitere Bilder aus Indien und Argentinien [NACHTRAG: und Rumänien])
und ein ganz frischer Fünffach-Impakt-Krater auf dem Mars, der zwischen 2005 und 2008 entstanden ist – der Impaktor scheint sich aufgespalten zu haben, so dass die Krater alle gleichzeitig entstanden, anders ist das Muster auf diesem HiRISE-Bild kaum zu erklären. [20:30 MEZ]
Knapp 40 Jahre nach der letzten Mondlandung …
6. Dezember 2012… von Apollo 17 – Start am 7., Landung am 11., Rückstart am 14.12.1972 – erinnerte die NASA heute auf einer ziemlich unorganisierten Pressekonferenz im Morgengrauen an den wissenschaftlichen Output des primär ganz anders motivierten Apollo-Programms:

Dies z.B. – so H. Schmitt – waren allein die Erkenntnisse, die sich aus der Apollo-11-Mission gewinnen ließen, auch wenn es danach keine Landungen mehr gegeben hätte.

Auch gezeigt wurden gerade erst rekonstruierte und erstmals digitalisierte Daten der Dust, Thermal, & Radiation Engineering Measurements Packages, die den Output mehrerer Solarzellen mit der Zeit maßen – u.a. machten sich die Degradation der Zellen durch den Riesen-Sonnensturm von 1972 und Mondfinsternisse bemerkbar. [NACHTRAG: ein späterer NASA Release zur Daten-Rekonstruktion, unabhängig von der PK.]

Und der Lunar Reconnaissance Orbiter durfte am Rande auch mitspielen, hier mit Topografie-Daten des Vulkan-Komplexes Compton-Belkovich, der sich als kollabierte Caldera nach dem Aufstieg einer Magmablase aus der Tiefe erweist, gefolgt von weiteren komplexen Prozessen. Zum ‘big picture’ des Mondes trug dieses unzusammenhängene Event weniger bei als die gestrige GRAIL-Präsentation, und irgendwelche Press Releases dazu gab es auch nicht …
Die Primärmission von GRAIL: Das kam heraus!
5. Dezember 2012


Drei Visualisierungen der Schwerefeld-Vermessungen am Mond durch das NASA-Sondenpaar GRAIL während seiner Primärmission vom März bis Mai 2012, wie sie gerade auf einer noch laufenden PK auf der AGU-Tagung in San Francisco präsentiert wurden [NACHTRAG: Aufzeichnung]: oben die Free-Air-Gravity mit 30 Metern Auflösung, darunter die Krustendicke des Mondes (die mit 34 bis 43 km um 10 bis 20 km geringer als bisher gedacht ist) und unten der Gradient der Bouger-Schwerkraft eines Ausschnitts des Mondes. Dabei werden Schwerkraftanomalien unter der Oberfläche erkennbar, meist längliche Zonen höherer Dichte: Dabei handelt es sich um Dykes aus der Frühzeit des Mondes, als sich dieser noch ausdehnte und Magma die Spalten füllte. Insgesamt werden aber 98% der Mondschwerkraft von der Topografie bestimmt und nur 2% von solchen Sondereffekten: Zahllose Impakte haben die äußere Kruste des Mondes weitgehend homogenisiert. Inzwischen ist die mittlere Flughöhe der beiden GRAIL-Orbiter von 55 auf 23 km abgesenkt worden, womit die räumliche Auflösung um einen Faktor 4 steigt – und weil die 23 km nur der Mittelwert sind, kommen die Orbiter mitunter bis zu 2 km an die tatsächliche Mondoberfläche heran! Das beste kommt erst noch …
Ein kleiner Schritt für einen alten Sack …
21. Juli 2012In dieser Stunde vor 43 Jahren betrat zum ersten Mal ein Mensch die Mondoberfläche – aber etwas war ihm voraus geeilt: Das allererste Foto, das Neil Armstrong bei der EVA schoss (oben ein Ausschnitt), zeigt neben Teilen der Landefähre sehr dominant einen weißen Müllsack, der zuvor über Bord geworfen worden war! Von solchen “Jettison Bags” trennten sich die Apollo-Astronauten öfters: Sie wurden jeweils unter die Landefähre gekickt. Irgendwie doch typisch: Noch bevor der Mensch einen fremden Himmelskörper ‘erobert’, läd er dort schon seinen Müll ab …
Das war die Jupiter-Bedeckung durch den Mond!
15. Juli 2012Die Jupiterbedeckung durch den Mond heute Morgen war zwar vielerorts clouded out, aber die Gemeinschaft der Sternfreunde Europas hat sie gewissermaßen als vieläugiges Wesen mehr als ausreichend im Blick gehabt: Schon in der ersten Stunde waren erste Videos und Bilder auf diversen Kanälen zu sehen – und in den folgenden neun Stunden sind es noch erheblich mehr geworden! Neben den sieben tollen Videos von Eis- und Austritt oben (in dieser Playlist gibt’s noch mehr) sind besonders die Bildseiten hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie Photos aus Rhodos (ich wusste es, wir hätten da bleiben sollen …) hier, hier und hier und aus Deutschland hier, hier, hier, hier und hier zu erwähnen. Zumindest in der Nähe des Jupiter wurde der Mond in Paris, Bonn, Stuttgart, Cumbria (UK) und Namur (Belgien) erwischt sowie zuvor über dem Dandi March Memorial (Gyarah Murti, Delhi) – und inzwischen ist er schon auf halbem Weg zwischen Jupiter & Venus angekommen.
Leuchtende Nachtwolken mal von der Seite
25. Juni 2012von Bord der ISS aus am 13. Juni als polare mesosphärische Wolken aufgenommen, bei denen es sich um dasselbe Phänomen handelt: Die 2012-er Saison hat sich schon gut entwickelt (letzter Absatz), und die vergangene Nacht brachte v.a. im nördlichen U.K. eine besonders gute Show, wie Fotos hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Bericht (unnötig knatschig, angesichts der Bildergebnisse …) belegen.
Sozusagen Mitternachtssonne für die ISS, jedenfalls ein ‘missglückter’ Sonnenuntergang in einem ungewöhnlichen Video. Die Telemetrie von der Raumstation kann jetzt übrigens teilweise live verfolgt werden.
Eine neue “Blaue Murmel”, diesmal mit der Arktis dominant: wie die anderen auch zusammengesetzt aus zahlreichen Scanstreifen des Satelliten NPP Suomi.
Ein altes Landsat-7-Bild von Tahiti von 2001 ist jetzt noch einmal veröffentlicht worden, zu Ehren der dortigen Beobachtungen des Venustransits 1769.
Der Lago Trasimeno aus 32.3 km Höhe aufgenommen während des StratoSpera-4-Ballonfluges über Italien am 27. Mai – 1/3 Raumfahrt sozusagen, da der Weltraum bekanntlich in 100 km Höhe beginnt.
Und mal wieder ein fetziges Startvideo der United Launch Alliance, diesmal von der Atlas V, die am am 20. Juni NROL-38 startete – da der so was von geheim war, bricht das Video leider ohne sein Happy End ab …
Ein junger Einschlagskrater auf dem Mond mit noch ausgeprägtem Strahlen-System: Das besteht aus hellerem Bodenmaterial, das bei der Entstehung des 80-m-Kraters – am Rand des viel größeren Kraters Lomonosov übrigens – heraus flog und sich über die verwitterte Oberfläche legte.
Die Krater auf dem Asteroiden haben jetzt Namen bekommen, die sämtlich welche von Edelsteinen sind: Im September 2008 war Rosetta vorbei geflogen, wobei sich der scheinbar eckige Asteroid als ein Trümmerhaufen entpuppte.
Ein besonders starker Jetstream auf dem Saturn bei 42°N auf einer Falschfarben-Aufnahme Cassinis vom 13.1.2008: Angetrieben werden diese besonders starken atmosphärischen Strömungen durch Wirbel, die wiederum die Folge starker lokaler Temperaturunterschiede sind. Wobei die Energiequelle nach einer neuen Untersuchung die Wärme aus dem Planeteninneren und nicht die Sonneneinstrahlung ist: Der lange Aufenthalt Cassinis im Saturnsystem hat Klarheit geschaffen, indem 120’000 Windvektoren aus einer langen Bilderserie gemessen werden konnten.
Ganz große Konjunktion: Venus, Mond, Obama
28. April 2012“President Barack Obama stops to view the moon and Venus before boarding Marine One in Boulder, Colo., April 24, 2012″ lautet die Original-BU dieser ungewöhnlichen Aufnahme des obersten White-House-Fotografen Pete Souza, dem dank außergewöhnlichem Zugang zu Obama immer wieder besondere Perspektiven gelingen. Das hat ihn zu einer geradezu mystischen Gestalt werden lassen – die aber auf Anfragen via Twitter antwortet! Das Bild sei wegen der nötigen hohen ISO-Zahl ziemlich verrauscht, zwitscherte er gerade, weshalb es auch noch unklar sei, ob es in den Flickr-Stream des Weißen Hauses aufgenommen würde. Dort gibt’s die Bilder auch in hoher Auflösung, und den Ruf dieses Bloggers nach mehr Pixeln hatte zuvor das Office of Science and Technology Policy des Weißen Hauses retweetet, an immerhin 280’010 Follower … Das Obama+Himmel-Bild (angeblich soll mit jeder einzelnen vom Weißen Haus verbreiteten Souza-Aufnahme eine konkrete Botschaft über den Präsidenten kommuniziert werden …) ist zwar unter Sternfreunden schon wohl bekannt, aber dem berühmtesten Souza aller Zeiten – ein Ausschnitt daraus war hier auch schon zu sehen gewesen (“Liegt da …”) – wird es wohl kaum den Rang ablaufen.



























