Mit ‘nasa’ getaggte Artikel

Die Jagd auf die NEOs: Status und Perspektiven

16. April 2013

Auf der laufenden Planetary Defence Conference (“In Arizona hat …” und später) gab es in den Sessions 1 und 2 in den vergangenen Stunden einen guten Überblick über laufende Programme der Suche nach erdnahen Asteroiden und anderen Objekten (NEOs) und Pläne für die nähere Zukunft – auch im Licht des erhofften Einfangs eines Mini-Exemplars, das erst einmal gefunden werden muss. Slides aus den Vorträgen von Johnson, Spahr, Yeomans, Ryan, Tonry, Mainzer und Lu, thematisch umsortiert:

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Die heutige Vorstellung über die Häufigkeit von NEOs und ihre Impakt-Wahrscheinlichkeiten, weiter aktualisiert aus der Grafik in ISAN 65-3 – dass es deutlich weniger Asteroiden des 100-m-Formats gibt, als das ansonsten sehr gut etablierte Potenzgesetz vorhersagen würde, ist jetzt gut etabliert.

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Die laufenden Suchprogramme decken den Himmel schon gut ab: oben die im Januar 2013 abgescannten Felder in einer Grafik des Minor Planet Center. Die Histogramme darunter – in Ergänzung der laufend aktualisierten hier – zeigen die Entwicklung der Beiträge unterschiedlicher Programme zur Entdeckung kleiner und ganz kleiner (d.h. für den Einfang interessanter) NEAs; bei diesen am Himmel extrem schwachen Asteroiden spielen Amateurastronomen bei der Entdeckung keine Rolle.

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Das sind die derzeit drei erfolgreichsten Suchprogramme Catalina Sky Survey (die auch Mt. Lemon und Siding Spring umfasst), LINEAR und Pan-STARRS: Die Folien aus den Vorträgen von Spahr und Johnson fassen ihre Parameter, Besonderheiten und auch zukünftigen Pläne zusammen.

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Wo die zuletzt 20.5 Mio.$ hingehen, die die NASA derzeit für die NEA-Suche ausgibt – und wo die Reise hingeht, wenn es nur 40.5 Mio.$ werden sollen (zumindest im FY2014): Es wird auch über einen geostationären Satelliten nachgedacht. Die “ROSES” sind die Research Opportunities in Space and Earth Sciences mit über 50 Möglichkeiten, an NASA-Grants zu kommen.

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Ein kommender Star der NEO-Jagd sollte das Space Surveillance Telescope in New Mexico werden, das sich neben seinen primären – militärischen – Aufgaben der Satelliten-Beobachtung jetzt auch um Asteroiden kümmert.

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Eine bedeutende Rolle bei der weiteren Katalogisierung der – kleineren – NEAs könnte auch die NEOCam der NASA spielen, deren IR-Sensor schon entscheidenden Tests unterworfen wurde und die als eigener IR-Satellit oder auch auf einem anderen fliegen könnte; sie würde auf den Erfahrungen mit WISE aufbauen.

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Nach der Entdeckung eines Asteroiden kommt die Verfolgung, um seine Bahn genau zu bestimmen und nicht nicht wieder zu verlieren: Im weltweiten Netzwerk für diesen “Follow-Up” spielen auch Amateurastronomen eine bedeutende Rolle, selbst in “wolkigen” Ländern …

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Nicht für die systematische Suche, wohl aber für Warnungen bevorstehender Impakte kleiner Asteroiden, geeignet ist das Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), das nun aufgebaut wird – den Chelyabinsker Asteroiden hätte es trotzdem verpasst, da er fast direkt aus Richtung der Sonne kam.

Allgemeines Live-Blog vom 22. bis 23. Januar

22. Januar 2013

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Ein winziger Ausschnitt aus der Großen Magellanschen Wolke, genauer gesagt ihrem Sternentstehungsgebiet LHA 120-N 11 neben NGC 1769 (links), aus Sicht des Hubble Space Telescope: Die Bilddaten entstanden im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms und wurden nun im Rahmen der “Hidden Treasures”-Aktion ‘geborgen’. [22:40 MEZ am 23. Januar - Ende]

Schon wieder eine Feuerkugel mit ca. -20m über den USA

Fünf Tage nach einer gleißend hellen Feuerkugel über dem Westen der USA (“Eine Feuerkugel über Kalifornien …”) hat sich über dem Osten der USA & Kanadas gestern morgen ein vergleichbares Schauspiel ereignet, “alle Farben des Regenbogens” sollen zu sehen gewesen sein … [22:35 MEZ]

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Staubwolken im Orion im sichtbaren und Nah-IR-Licht und Sub-mm-Bereich in einem wilden Mix aus der Digital Sky Survey (440 bis 800 nm) und Daten des Atacama Pathfinder Experiments (APEX; 870 µm), das die orange eingefärbten Schwaden beisteuert, wo im Optischen wenig zu sehen ist – wo’s lang geht, möge dieses Zoom-Video klarer machen. [20:10 MEZ]

Neues Mosaiksteinchen in Sachen Heizung der Korona

Die Bilder der Sonnenkorona mit 0.2″ Auflösung des Hi-C-Raketenflugs vom letzten Juli sind jetzt ausgewertet: Sie stützen offenbar die Vermutung, dass das ‘Abwickeln’ magnetischer “Verflechtungen” und ihre Rekonnektion die besonders heißen Zonen der Sonnenkorona erzeugen (während für die Normalkorona eher Wellenphänomene verantwortlich seien). Während der 5 Minuten langen Beobachtungen mit Hi-C konnte zweimal beobachtet werden, wie in entsprechenden Zonen genügend Energie für ihre Heizung dissipiert wurde. Dass dies der generelle Prozess in der aktiven Korona ist, konnte in der Kürze der Zeit allerdings nicht bewiesen werden: Wie gerade auf einer noch laufenden NASA-Telecon erzählt wurde, wäre ein HiC-artiges Teleskop auf einem Satelliten wünschenswert … [19:35 MEZ. NACHTRAG: Press Releases auch von UCLan, LockMart und NASA]

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Eine Riesen-Protuberanz hängt gerade am Südrand der Sonne, hier vom SDO bei 30 nm Wellenlänge vor 20 Minuten aufgenommen – und so sah es 75 Minuten früher aus. [5:05 MEZ] Und noch ein Bild. [5:30 MEZ] Und hier die Protuberanz in Bewegung, Show schon vorbei. [6:40 MEZ]

ExoMars-Vertrag zwischen ESA & Russland ausgehandelt!

Einen Press Release war’s der ESA bisher nicht wert, aber RIA Novosti, Voice of Russia und Xinhua melden übereinstimmend, dass die Chefs von ESA und Roskosmos, Dordain und Popovkin, gestern den Vertragstext über die gemeinsamen ExoMars-Missionen 2016 und 2018 fertig gestellt haben. Unterzeichnet werden soll das Abkommen am 15. März in Paris, direkt nach seiner Absegnung durch den ESA-Rat. [4:10 MEZ]

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Dieser Antarktis-Ballon hat den Langzeitrekord gebrochen! Bereits seit 45 Tagen – im Bild der Start am 9.12.2012 – ist der Super-TIGER im polaren Vortex unterwegs, und ein Ende der Mission zur Messung Kosmischer Strahlung ist noch nicht in Sicht. Der alte Rekord von 2004/5 hatte bei 42 Tagen gelegen (siehe Cosmic Mirror #287 Kurzmeldung), der Super-TIGER wird auch auf Blogger und Facebook dokumentiert. [1:45 MEZ. NACHTRAG: späterer Wallops Release. NACHTRAG 2: Am Ende blieb er 55 Tage oben, bis das He abgelassen wurde]

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Das war “DSI”: viele wilde Ideen aber (noch) kein Geld

Hundert Minuten dauerte die erste Pressekonferenz [NACHTRÄGE: komplette Aufzeichnung und eine neue Version des Promo-Videos daraus; die alte wurde entfernt] der “Deep Space Industries“, und schon bald ahnte das Publikum: Im Gegensatz zu “Planetary Resources” sind hier offenbar noch kaum nennenswerte Finanzen gesammelt worden, um die weitreichenden Pläne auch in die Tat um zu setzen. Wie es da gelingen soll, schon 2015 die ersten “Firefly”-Sonden (von denen gleich mehrere zusammen auf einer Rakete starten sollen) an Near Earth Asteroids vorbei fliegen zu lassen und bereits 2016 mit “Dragonfly” (Grafik in der Mitte; man sieht eine Heritage aus der CubeSat-Welt) gar eine Sample Return Mission zu beginnen, steht wahrlich in den Sternen. Ein wahres Wort sprach der Chairman of the Board R. Tumlinson allerdings auf der PK: Während ihrer Dauer hätte so mancher auf dem Planeten mehr Zinsen auf sein Vermögen bekommen als ein “Firefly” kosten würde – diese Leute müsste man halt nur irgendwie anlocken (und erste Investoren gibt es angeblich schon). Die ersten Einnahmen erhoffen sich die DSI (die einen Börsengang erwägen, wenn “Dragonfly” beladen auf dem Rückweg ist) jedenfalls aus dem Verkauf von Asteroiden-Beobachtunges-Daten an die Regierung. Und wenn dann erst der Abbau von NEAs beginnt, sind den Gewinnen keine Grenzen gesetzt, wenn im Weltraum mit den gewonnenen Rohstoffen die tollsten Sachen gebaut – oder sie an andere Kunden im All verkauft – werden … [21:00 MEZ am 22. Januar. NACHTRÄGE: weitere PK-Berichte hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

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Ein Bugschock vor Betelgeuse im interstellaren Medium ist auf dieser Herschel-Aufnahme bei 70-160 µm zu sehen – und 9 Bogenminuten in Flugrichtung lauert offenbar eine interstellare Staubwand: Mit der wird der staubige Schock in etwa 5000 Jahren und der Stern 12’500 Jahre danach zusammenstoßen. Wenn dieser nicht bis dahin schon zur Supernova geworden ist. [18:45 MEZ]

Russen sind raus: Indien baut seinen Mond-Lander selber

Nachdem Russland sein mehrteiliges neues Mondprogramm erneut umstrukturiert hat, werden auch in Indien die Karten für Chandrayaan-2 neu gemischt: Den Lander wird man nun selber bauen, mit 2 Instrumenten auf einem von ihm rollenden Rover, während der Orbiter derer 5 tragen soll. Vor gut 5 Jahren war eigentlich beschlossen worden, dass Russlands den Lander für Chandrayaan-2 beisteuert, aber die Pleite mit Fobos-Grunt hat auf beiden Seiten zu einem Neubeginn geführt. Und der asiatische Wettlauf zur Mondoberfläche hat wieder drei Teilnehmer, mit China und seinem Rover Chang’e 3 als klarem Favoriten mit Start noch dieses Jahr. Russlands Luna-Glob 1 und Chandrayaan-2 sind derzeit beide für 2015 geplant. [18:25 MEZ]

2013 Inaguration Parade

Als Curiosity vor dem Weißen Haus vorfuhr … eine dramatische Perspektive von der Inaugurations-Parade (siehe ganz unten) – auf der leider der winkende POTUS durch einen Querbalken verdeckt und auch in voller Auflösung nicht klar zu identifizieren ist. Ob es wohl einen ‘Money Shot’ von schräg unten mit deutlich erkennbarem Präsidenten und ebenso eindeutigen Curiosity-Details im Vordergrund gibt? Na ja, auf diesem anderen NASA-Bild ist Obama immerhin gut zu sehen, und er applaudiert dem Marsrover sogar. [1:40 MEZ. NACHTRAG: ein Video dazu]

Und die nächsten Asteroiden-Abbauer steigen in den Ring

Nur ein Dreivierteljahr nach dem Auftauchen von “Planetary Resources” – die erstmal ein ganz kleines Weltraumteleskop bauen, im Video oben vorgestellt – hat für heute ein Mitbewerber im vermeintlich lukrativen Markt des Asteroiden-Bergbaus zu einer PK eingeladen: “The world’s first fleet of commercial asteroid-prospecting spacecraft will be announced at 10 a.m. Tuesday, Jan. 22, at the Santa Monica Museum of Flying by a new company”, tönen die “Deep Space Industries”. Die wollen bereits ihr Raumschiff – in einem Video – präsentieren sowie “a breakthrough process for manufacturing in space. Deep Space is pursuing an aggressive schedule and plans on prospecting, harvesting, and processing asteroids for use in space and to benefit Earth.” Dem Ganzen soll man ab 19:00 MEZ auf diesem Kanal folgen können (vor Ort ist’s aber besser: “Coffee and doughnuts will be served”); Vorberichte gibt’s u.a. hier, hier und hier. [1:15 MEZ]

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Die NASA zeigt Präsenz bei Obamas zweiter Inauguration während der Parade danach gestern Abend: Ein Modell von Curiosity (ganz oben in einem TV-Still vom Moment der Passage vor Obama und Biden) und eine Orionkapsel waren dabei, dazu bedeutendes Mars-Personal und 8 Astronauten. Die NASA war auch 1969 (ein Bild des Floats), 1973, 1977 (sehr bescheiden …) und 2009 (ganz am Ende) dabei gewesen; diesmal war die Teilnahme an der Parade nur eine von vielen Aktionen rund um die Inauguration, die auch eine kleine Starparty in Arlington umfassten. [0:25 MEZ]

Alles aufaddiert: Hubbles allertiefstes Bild “XDF”

26. September 2012

Seit dem ersten Hubble Deep Field von 1995 ist das Weltraumteleskop immer wieder auf ‘leere’ Himmelsfelder ausgerichtet worden, um sie tagelang zu belichten: Diese “Deep Fields” werden komplett von fernen Galaxien dominiert, deren Geschichte sich dann studieren lässt. Das bekannteste Feld ist das Hubble Ultra Deep Field (HUDF), das Hubble wiederholt aufgesucht hat (siehe Artikel 867 und 948 und ISAN 102-5) – und alle diese Bilder (über 2000 mit zusammen 23 Tagen Belichtungszeit) aus den letzten 10 Jahren sind nun zur allertiefsten Aufnahme des Kosmos aufaddiert worden, aus der oben ein winziger Ausschnitt zu sehen ist. Dieses “eXtreme Deep Field” (XDF, auch hier oder hier zu finden, Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier) erreicht eine Grenzgröße von 31 mag. enthält 5500 Galaxien, obwohl das gesamte Feld nur drei Bogenminuten groß ist.

Neues US-Marsprogramm nicht wirklich klarer geworden

Seit das Marsprogramm der NASA mit dem FY2013-Haushalt in Unordnung geraten war, warteten die amerikanischen Planetenforscher – die zwischenzeitlich zahlreiche Protestnoten formulierten – auf den Ratschluss einer Expertenkomission, wie es nach Curiosity und dem Orbiter MAVEN weiter gehen sollte. Erste Informationen sind jetzt bekannt gegeben worden: Enthalten sind nur Optionen, keine Empfehlungen, für Missionen ab dem Startfenster 2018. Mit den voraussichtlich zur Verfügung stehenden 700-800 Mio.$ dürfte nur ein Orbiter zu machen sein – eigentlich eine ‘Verschwendung’ des schönen Startfensters, das sich für Landungen anbietet. Was die NASA daraus macht, wird man wohl erst bei der Vorlage des FY2014-Requests nächstes Jahr erfahren. Auch die angestrebte Annäherung des Marsprogramms an das bemannte ist bis in den 2030-er bislang nicht zu erkennen; für die 2020-er träumt der Bericht jedenfalls mal wieder von einer Sample Return … (Report Summary; Space Policy Online, Space News, Florida Today, Space.com 25., Nature Blog 26.9.2012)

Störung auf der ISS – Abkopplung des ATV verschoben! Eigentlich sollte heute morgen das 3. Automated Transfer Vehicle “Edoardo Amaldi” die Raumstation verlassen, doch daraus wurde nichts: Ein entscheidendes Kommando kam nicht an, vermutlich war etwas im russischen Zvezda-Modul gestört. Das ATV ist jetzt in einem Ruhezustand und wartet auf die weiteren Entwicklungen; neue Zeitfenster, um es los zu werden, gibt es reichlich Zeitfenster. (ESA ATV Blog, CBS, TASS, Novosti, Xinhua 26.9.2012) NACHTRAG: Frühestens am 2. Oktober kann das ATV jetzt entsorgt werden. NACHTRAG 2: Das Ablegen hat geklappt. NACHTRAG 3: Und das ATV-3 ist verglüht – wobei diesmal auch der REBR funktioniert hat.

Satellit NuSTAR: Riesenerfolg, doch unsichtbar

22. Juli 2012

Seit Ende Juni haben NASA wie Caltech nichts mehr über ihren neuesten Röntgensatelliten NuSTAR – Nuclear Spectroscopic Telescope Array – verlauten lassen: Man erfuhr, dass die Wolterteleskope die erhoffte Abbildungsschärfe erzielen, aber Bilder mit mehr als einer Röntgenquelle drauf gibt es nicht. “Wir sind eine ziemlich kleine Mission, ungefähr so klein wie in der NASA-Astrophysik überhaupt möglich,” entschuldigt das der Mission Scientist Daniel Stern am Wochenende gegenüber diesem Blog: “Unsere Manpower konzentriert sich gegenwärtig ganz stark darauf, unser Instrument zu kalibrieren und zu verstehen.” Das Projekt ist so klein, dass für den Outreach nur ein kleiner Bruchteil der Arbeitszeit einer einzigen JPL-Mitarbeiterin zur Verfügung steht, und auch die ist jetzt noch weitgehend für die Curiosity-Landung abgezogen worden. Was zu bedauern ist, denn “wir haben eine phänomenale Mission”, so Stern: “NuSTAR entspricht den Erwartungen – und das ist ungeheuer aufregend, denn es bedeutet, dass wir über 100-mal empfindlicher sind als alles, was in der Vergangenheit bei diesen Energien geflogen ist!” Bereits die ersten Kalibrationsdaten “schreien danach, dass wir wissenschaftliche Papers darüber schreiben”, freut sich Stern: “Kein Röntgenastronom hat je Hochenergie-Röntgendaten dieser Qualität gesehen!” Das gibt es also auch: einen großen NASA-Erfolg, über den die sonst ständig krähende Behörde kein Wort verliert, und sie hat auch das Projekt die nächsten 6 Monate nicht verpflichtet, weitere Bilder zu veröffentlichen, während der Satellit noch optimiert wird. Lediglich ein kleines Blog der Missionswissenschaftlerin lässt in groben Zügen verfolgen, wie es voran geht: Nach Cyg X-1 wurde der Quasar 3C 273 angepeilt, und jetzt kommt gerade Sgr A* im Zentrum der Milchstraße dran. NACHTRAG: Auch ein Jubel-Press Release zu 100 Tagen im Orbit zeigt keine Bilder.

Live-Blog zum NASA Budget Request für’s FY 2013

13. Februar 2012

Die neue 2018-er Marsmission wird sowas wie der LRO

Für den Lunar Reconnaissance Orbiter hatten sich die Wissenschafts- und Human Spaceflight auch zusammen getan und eine “strategische Mission” entwickelt, die ‘eigentlich’ neue bemannte Landungen vorbereiten helfen und gleichzeitig Wissenschaft betreiben sollte: Genau so solle man sich auch die jetzt geplante 2018-er Marsmission vorstellen, hieß es weiter auf der NASA-Telecon. Man habe “still a science-driven motivation”, müsse aber einen Schritt zurück gehen, weil eine Sample Return Mission und selbst Vorbereitungen dafür wie das Einsammeln von Steinen einfach zu teuer kämen. Vielleicht in 20 Jahren könne er sich das vorstellen, so der neue Wissenschafts-Administrator John Grunsfeld. Für 2018 aber habe man NASA-seitig gerade mal das Budget einer Mission der Discovery-Klasse zur Verfügung, zusammen mit den Beiträgen von der bemannten Seite vielleicht so viel wie für eine New-Frontier-Mission irgendwo zwischen MAVEN, Odyssey und MRO.

Was man da draus wohl machen könne, darüber werden schon viel diskutiert, und auch auf wissenshcfatlichen Tagungen der nächsten Monate werde man Meinungen aus der Wissenschaft einholen. Zusammen mit dem Wunschkatalog aus dem bemannten Programm sei dann bis zum Sommer ein Plan zu erwarten. Und – hier wurde Grunsfeld dann doch ein wenig zu pathetisch – wenn man in 30 Jahren auf diese Tage zurück schauen werde, dann würden die jetzt so beklagten Entscheidungen des Jahres 2012 als “the pivotal moment” erscheinen, der der Menschheit den Weg zum Mars “and the rest of the solar system” geebnet habe. Wieder auf den Boden der Tatsachen zurück geholt, musste Grunsfeld allerdings auch zugeben, dass sich die NASA-Wissenschaft bis auf Weiteres nicht einmal eine weitere Flagship-Mission leisten könne und insbesondere die von der letzten Decadal Survey angemahnten Missionen ins äußere Sonnensystem nicht, wo Juno ohne Nachfolger bleiben dürfte. Wenn allerdings eines Tages das Budget wieder da sein, dann wäre man – dank weiter auf kleiner Flamme laufender Technologieforschung – bereit. [23:10 MEZ - Ende]

Wie das neue “integrierte” Marsprogramm aussehen mag

Das wurde auch auf den ersten beiden Telecons zur bemannten Raumfahrt und Weltraumforschung nicht wirklich klar, aber es soll offensichtlich eine Serie preiswerter Marsmissionen entwickelt werden, die von der Planetenforschung gewünschten wissenschaftlichen Fragestellungen nachgehen und gleichzeitig Technologien testen können, die irgendwann mal für eine bemannte Mission nötig wären. Diese beiden Anforderungen wären “surprisingly well aligned”, hieß es, und “exploiting commonalities” sei kein Problem. Bereits das energetisch besonders günstige Startfenster 2018 zu nutzen, ein “sweet spot”, sei dabei “highly desirable”, und 2020 sei auch sehr gut. Ausländische Partner an Bord zu holen, sei dabei wünschenswert, denn das könne die – offenbar mit NASA-Mitteln allein eher simpel gestrickte – Mission “more feature-rich” machen. Also wieder mal mit der ESA verhandeln, die sich sicher schon riesig freut … [22:45 MEZ]

Der Planetary Society gefällt das alles gar nicht …

… wie einer bösen Presseerklärung dieses Planeten-Fanclubs zu entnehmen ist: “The U.S. Administration is proposing a budget for Fiscal Year 2013 that would force NASA to walk away from planned missions to Mars, delay for decades any flagship missions to the outer planets, and radically slow the pace of scientific discovery, including the search for life on other worlds. NASA’s planetary science program is being singled out for drastic cuts, with its budget dropping by 20 percent, from $1.5 billion this year to $1.2 billion next year. The steep reductions will continue for at least the next five years — if the Administration’s proposal is not changed. This would strike at the heart of one of NASA’s most productive and successful programs over the past decade.” Weitere erste Einschätzungen der Lage in Artikeln hier und hier. Jetzt beginnen die Telecons zu den diversen Themenfeldern; die Wissenschaft kommt um 22:30 MEZ an die Reihe. [21:35 MEZ]

Der Grund für den NASA-Ausstieg aus dem ExoMars-Projekt

wird endlich klarer: Unter angemessen harter Befragung wartete Bolden auf der PK mit der Erklärung auf, dass insbesondere der 2018-er Rover von den Kosten her eine Flagship-Mission gewesen wäre – ebenso wie MSL und JWST. Und dass man sich in der gegenwärtigen fiskalen Landschaft einfach kein neues Milliardenprojekt mehr leisten könne. So solle nun stattdessen über Missionen der Mittelklasse nachgedacht werden, die trotzdem die Aufgaben von ExoMars übernehmen könnten: Wie das wohl möglich sein sollte, dazu hatte er allerdings nichts zu sagen, doch seit Wochen beobachte er angeregte Diskussionen darüber. Auf eine spätere Nachfrage weigerte sich Bolden strikt, auch nur eine denkbare Mission zu benennen: Man möge bitte ein paar Monate – nicht Jahre – warten, bis sich die Experten (darunter auch europäische) etwas ausgedacht hätten. Auf die andere im Raum stehende Frage, welchen Flurschaden konkret die enormen Kostenüberschreitungen beim JWST hinterlassen hätten, konnte oder wollte Boden gar nicht anworten. [21:00 MEZ]

Die Werbeveranstaltung für den Budget Request läuft noch …

… auf der Pressekonferenz: Erst gab’s ein langes Video, dann eine Ansprache des NASA-Chefs (der das “neue” Marsprogramm geheimnisvoll als ein “integrales” beschrieb, bei dem Planetenforscher, bemannte Raumfahrt und Technologen zusammen Großes schaffen sollten, mit der ersten Mission schon ab 2018) und schließlich eine lange Übersicht der Pläne anhand dieser 27 Folien, die eine gahz gute Zusammenfassung bieten (im Gegensatz zum knappen Press Release). Jetzt hat Frage und Antwort begonnen, mit der ersten Frage gleich zur Mars-Krise: Bolden behauptet, da sei eine völlig neue Strategie (nicht nur eine neue Mission) in der Pipeline. [20:45 MEZ]

Der Schlüssel-Paragraph in Sachen NASA & Mars ab 2016

findet sich auf PDF-Seite 141 bzw. Dokument-Seite PS-40 (Hervorhebungen durch den Blogger): “After 2013 MAVEN, the Mars Exploration program is working towards defining future missions that will build upon scientific discoveries from past missions and incorporate the lessons learned from previous mission successes and failures. NASA is terminating further activity on the formulation activity for the NASA/ESA ExoMars Trace Gas Orbiter 2016 (EMTGO) mission and planning for the previous NASA/ESA Mars 2018 mission concept. NASA remains committed to an ongoing Mars Exploration program of robotic exploration missions in support of an integrated strategy of scientific and human exploration, and intends to work with the science community and our international partners in the formulation of a restructured mission.”

Das alte gemeinsame – und bereits mehrfach umgestrickte – ExoMars-Programm mit dem 2016-er Orbiter und 2018-er Rover ist also am Ende, die Marsforschung aber nicht. Das 2016-er Startfenster will man offenbar ungenutzt lassen, aber auf der nächsten Seite heißt es, man “will look to take advantage of the favorable relative location of Mars and Earth in 2018 and 2020, with pathway options for missions later in the 2020s based on science discovery and human destination requirements. NASA will inform Congress as the new program architecture is defined, and will identify the first mission in the FY 2014 budget request.” [19:45 MEZ]

775 Seiten – zum Glück virtuelles – Papier …

… enthält das Dokument zum NASA-Haushalt 2013. Zur schon länger befürchteten Neuorientierung des Marsprogramms lesen wir dort auf Seite 9: “NASA is taking a fresh look at robotic Mars exploration to develop a more integrated approach that advances scientific and human exploration objectives that are consistent with available budget resources and priorities in the Planetary Science decadal survey.” Und dann: “NASA remains interested in working with ESA and other international partners to identify opportunities to cooperate in Mars exploration consistent with the budgets available to the agencies. Moreover, Mars exploration remains an important component of NASA’s planetary exploration efforts.” Also doch kein Ende vom gemeinsamen ExoMars? Pressekonferenzen ab 20:00 MEZ werden vielleicht klarer machen, wie es weiter gehen könnte. [19:20 MEZ]

Die kompletten NASA-Zahlen für 2013 liegen nun vor

Sie sind pünktlich um 19:00 MEZ auf der entsprechenden NASA-Webseite erschienen – hunderte Seiten voller Zahlen. Angesichts der Erfahrungen der letzten Jahre, dass diese Requests vom US-Kongress zum Teil bis zur Unkenntlichkeit umgeschrieben werden, muss man sich allerdings fragen, wie weit sich die Lektüre im Detail überhaupt lohnt. Aber zumindest die Richtung, die sich das Weiße Haus für einzelne Sektoren vorstellt, lässt sich hier gut ablesen. Und es ist bereits aufgefallen, dass man dort die NASA für keine der “key science agencies” erachtet, die man mit Budgeterhöhungen belohnen sollte … [19:05 MEZ]

Erste offizielle Zahlen: Haushalt bleibt flach bei 17.7 Mrd.$

Die Leaks waren in den letzten Tagen schon ziemlich detailliert geworden: Der Budget-Request des Präsidenten für das US-Finanzjahr 2013 (das am 1. Oktober 2012 beginnt) würde für die NASA praktisch dasselbe wie im laufenden Jahr zum Schluß verabschiedet vorsehen, nämlich 17.7 Mrd.$ – eine Milliarde weniger als im Request für’s FY 2012 gestanden hatte. Ganz schlecht würde es für das Mars-Programm aussehen, das zu Gunsten der Rettung des JWST erheblich zurück gefahren würde, inklusive des Endes des gemeinsamen ExoMars-Programms mit der ESA. Seit 17:20 MEZ gibt es nun auf den Budget-Seiten des OMB, des entscheidenden Office of Management & Budget des Weißen Hauses, die ersten offiziellen drei Seiten zum NASA-Request: Danach ist alles wahr.

Der Haushalt soll demnach flach bei 17.7 Mrd.$ bleiben, mit reduziertem Marsprogramm aber Weltraumforschung der “höchsten Priorität” inklusive JWST und Asteroiden-Sample Return bei gleichzeitiger Verschiebung “unbezahlbarer” neuer Projekte (wie dem Astrosatelliten WFIRST und der Mars Sample Return) – insgesamt fällt der Wissenschaftsanteil des Haushalts aber nur(?) von 5.1 auf 4.9 Mrd.$. Weiterhin werden u.a. eine “robuste” Finanzierung von SLS und Orion angestrebt (fast 3 Mrd.$), 830 Mio.$ Unterstützung für private bemannte Raumfahrt-Programme und Investitionen in neue Weltraum-Technologien. Um 19:00 MEZ wird die NASA selbst viele weitere Details veröffentlichen, ab 20:00 folgen dann eine Serie von Briefings. [18:10 MEZ]

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

15. November 2011

Fünf Minuten geballte Ladung nächtliche Zeitraffer-Sequenzen aus der ISS: Die 18 hier zusammen geschnittenen und ungewöhnlich vertonten Clips – aufgenommen zwischen August und Oktober – sind zwar schon eine Weile bekannt, wirken aber in dieser Fülle doch wieder neu.

Es gibt einen NASA-Haushalt für’s FY2012 – mit JWST!

Zumindest hat sich die ‘Conference’, die die weit auseinander liegenden Haushaltspläne von Abgeordnetenhaus und Senat für das bereits seit dem 1.10. laufende US-Finanzjahr unter einen Hut bringen musste, heute einen Kompromiss gefunden, der nun noch abgesegnet werden muss: Mit 17.8 Mrd.$ entspricht er fast dem höheren Senats-Plan, liegt aber immer noch unter Obamas ursprünglichem Wunsch von 18.7 Mrd.$. Der Wissenschaftsbereich steht dabei mit 5.1 Mrd.$ sogar einen Hauch besser da als bei Obama – und das James Webb Space Telescope ist drin. Allerdings mit einer harten Obergrenze von 8 Mrd.$ Gesamtkosten und noch stärkerer Beaufsichtigung des Projekts: Läuft es erneut aus dem Ruder, gibt’s Saures. (Space Politics, Space News, Science Insider 15.11.2011) NACHTRAG: Der Kompromiss wurde schnell abgesegnet – womit das JWST bis nächsten September 530 Mio.$ bekommt.

LISA heißt jetzt “New Gravitational wave Observatory”, aber der LISA Pathfinder heißt weiter so und soll weiterhin 2014 zentrale Technologien für die Satellitenkonstellation zum Nachweis von Gravitationswellen testen, die die ESA nach dem Ausstieg der NASA alleine voran treibt. Das Optical Metrology Subsystem des Pathfinder hat gerade erste Tests in der Weltraumkammer passiert. (ESA Release 14.11.2011. Und ein Press Release der US-Demokraten, Space Policy Online, Space.com 15.11.2011 zur Krise des gemeinsamen Marsprogramms von ESA & NASA)

Voyager 2 wechselt Düsen – in 14 Mrd. km Entfernung

Die Raumsonde Voyager 2 hat mehr als 34 Jahre nach dem Start ein Kommando von der 14 Mrd. km entfernten Erde befolgt und ein Düsenpaar zur Lageregelung erfolgreich auf das – noch nie im All benutzte! – Ersatzpaar umgeschaltet: Nun brauchen die Treibstoffleitungen zum primären nicht mehr geheizt zu werden, die Sonde auf dem Weg aus dem Sonnensystem hinaus kann Strom sparen, und der Betrieb für ein weiteres Jahrzehnt ist gesichert. (JPL Release 14., Voyager Status 5.11.2011. [NACHTRAG: ein paar Grafiken.] Und EPOXI Status 1.11.2011 zu Hoffnungen auf eine Extended Extended Mission der Doppel-Kometen-Sonde)

Die Mission des Merkur-Orbiters MESSENGER ist verlängert worden, um ein ganzes Jahr, auch wenn die Finanzierung noch nicht ganz klar ist: In der neuen Phase ab März 2012 wird sich der Orbiter im Schnitt näher am Planeten aufhalten als während der Primärmission, was neue Forschungsmöglichkeiten eröffnet. (Mission News = NASA Release 14.11.2011. Und Science@NASA 14.11.2011 zur Ionosphäre … des Mondes. Sowie BBC 3.11.2011 zu Hoffnungen auf einen ESA-Mondlander)

Und noch kurz gemeldet

Shenzhou 8 hat zum zweiten Mal an Tiangong-1 angelegt, nachdem sich das unbemannte Raumschiff kurz vor der chinesischen Übungs-Raumstation gelöst und 140 m weit entfernt hatte – die Operation wurde von einem neuerlichen Schwall patriotischer Artikel begleitet. (Universe, Space Today 15.11.2011. Und Spaceflight Now 13.11.2011 zum verschneiten Soyuz-Start der neuen ISS-Besatzung)

Die Startkampagne für die erste Vega-Rakete hat begonnen, mit der Installation der 1. Stufe auf der Rampe bei Kourou – Ende Januar könnte es los gehen. (ESA Release 11.11.2011. Und NASA Release 10.11.2011 zum First Light eines der Instrumente auf dem NPP-Satelliten sowie ESA Release 4.11.2011 zur Übergabe der Kontrolle der ersten beiden Galileo-Satelliten an Oberpfaffenhofen)

Der Dragon darf frühestens im Januar zur ISS fliegen und realistisch kaum vor Februar: Die NASA überprüft den ersten Flug eines kommerziellen Transportschiffs zum Raumstation mit größter Akribie, bevor sich die Kapsel auch nur annähern darf. Diesmal wird viel mehr getestet als bei der Premiere 2010: U.a. hat die Kapsel jetzt Solarzellen und redundante aktive Kühlung. (Spaceflight Now 13.11.2011. Und NASA Releases zu einem Orion-Testflug 2014 und einem J-2X-Test jetzt)

Ein militärischer Frühwarn-Sensor arbeitet auf einem kommerziellen Nachrichtensatelliten, die Commercially Hosted IR Payload (CHIRP) auf SES-2: Solche preiswerten Lösungen könnte es in Zukunft öfters geben; hier bedient sich der Sensor – der IR-helle Flecken vor dem Hintergrund der Erde nachweisen soll – eines der Transponder des Satelliten für die Datenübertragung. (Spaceflight Now 4.11.2011. Und ESA Release 7.11.2011 zu 10 Jahren Beobachtung der Strahlungsgürtel durch Proba-1 und NASA Release 14.11.2011 zu Ionen-Beobachtungen mit MINI-ME auf dem FASTSAT)

Experimente in Richtung auf “Traktorstrahlen” wie in SF-Filmen finanziert die NASA im Rahmen des Innovative Advanced Concept-Programms: Mit drei verschiedenen Methoden sollen – im Labor natürlich – Lichtwellen in spezieller Weise ‘geformt’ werden, damit man mit ihnen kleine Teilchen bewegen kann. (NASA Release 31.10., Discovery 4.11.2011. Und Discovery 6.11.2011 mit Ideen & Experimenten zu bemannter Raumfahrt per Ballon …)

Das neue “Space Launch System” der NASA ist nun offiziell enthüllt

15. September 2011

und sieht genau so aus wie schon lange durchgesickert war: Die Unterstufe der Riesenrakete – dem Spitznamen ‘Senate Launch System’ angemessen von zwei Senatoren im Kapitol präsentiert, während der NASA-Chef daneben stand (Screenshot des gestrigen House-eigenen Webcasts) und Detailwissen abstritt – besteht aus dem Shuttle-Haupttank, darunter sitzen fünf Shuttle-Haupttriebwerke (RS-25D/E) und daneben zwei Shuttle-Feststoffbooster. Die Oberstufe benutzt dagegen J-2X-Triebwerke, wie sie für Constellation aus der alten Saturn-Rakete entwickelt wurden. Und oben drauf kommt entweder das Multi-Purpose Crew Vehicle, das aus der Orion-Kapsel ebenfalls aus Constellation-Tagen hervor gegangen ist, oder eine andere schwere Nutzlast für den Erdorbit oder darüber hinaus. Zunächst kann das SLS, dessen erster Testflug unbemannt Ende 2017 stattfinden soll, 70 t (und gemeint sind metrische, nicht ‘kurze’ angelsächsische Tonnen) und in einer späteren Version 130 t tragen – und soll bis 2017 insgesamt 18 Mrd.$ kosten: 10 Mrd.$ für das SLS selbst, 6 Mrd.$ für das MPCV und 2 Mrd.$ für Infrastruktur am Boden.

Bei der Präsentation und einer folgenden Telecon wurde immer wieder beschworen, wie sparsam man doch sei: Nicht nur werden jede Menge schon fluggetestete Komponenten wieder verwendet, auch hätten z.B. die Unter- und Oberstufe denselben Durchmesser – schon braucht’s nur noch eine Art Maschinen für die Fertigung. Also wieder mal ein ‘Shuttle-Nachfolger’ in den Startlöchern, wie schon mehrfach in den letzten 25 Jahren: Wird auch er wieder scheitern? Das sei jetzt ein “sustainable and flexible program,” hieß es auf der Telecon: Da hätten sich nun wirklich alle in NASA und Politik drauf verständigt, und die Kosten seien unabhängig geprüft. Das Jahr 2017 für den Erstflug sei aber doch ein “pretty hard milestone”: Zwar kommen die Shuttle-Triebwerke und -Booster gewissermaßen aus dem Regal, aber sie zu einer neuen Rakete zusammen zu basteln, ist dann doch ein größerer Aufwand, da die Komponenten “in a novel way” eingesetzt werden.

Insbesondere dem ehemaligen Außen- und nun zentralen Tank ergeht es nun deutlich anders: die größte Unwägbarkeit bei der Entwicklung der Unterstufe. Der Erstflug wird – trotz größerer Sicherheit als beim Shuttle: Die Astronauten könnten einer versagenden Rakete entfliehen – auf jeden Fall unbemannt erfolgen, “damit wir sicher sind, dass wir nichts vergessen haben,” wie es auf der Telecon entwaffnend hieß. Rund 3 Mrd.$ pro Jahr sind für die Entwicklung veranschlagt: Das erfordert keine zusätzlichen Mittel und wird sich im Etatplan für das FY 2013 im Februar 2012 konkret niederschlagen. Ob sich die USA dann allerdings auch noch tolle Missionen leisten können, die mit dem SLS starten werden, das die NASA selbst so schnell gar nicht haben wollte, steht – buchstäblich – auf einem anderen Blatt … Grundlegendes, Live-Notizen von Präsentation und Telecon, ein paar bunte Bilder von der Rakete und dem Event und Artikel von NASA Spaceflight (Vorsicht: Detailflut!), Space News, Spaceflight Now, Space Politics, Scientific American Blog, Science Journalism Tracker und Space Today – mehr im grünen Kasten vom CM #344

Autsch! Neuer Preis für das JWST: 8.7 Mrd. $$ …

22. August 2011

Mehrere Zeitschriften haben es heute in Erfahrung bringen können: Das bisher geheim gehaltene neue Gesamtbudget des James Webb Space Telescope liegt demnach bei 8.7 Milliarden Dollar – 2.2 Mrd. mehr als es noch Ende 2010 hieß – für einen Start im Jahr 2018 und 5 Jahre Betrieb (die allein 700 Mio.$ kosten). Die neue Zahl soll nun in den NASA-Etatwunsch für 2013 eingearbeitet werden – aber erst einmal müsste der Satellit im Budget für 2012 wieder auftauchen, aus dem ihm das zuständige Gremium des Abgeordnetenhauses im Juli getilgt hatte (“Monster-Satellit …”): Die Hoffnungen der JWST-Fans ruhen dabei vor allem auf dem Senat und dem Konferenzkomitee, das am Ende Widersprüche beseitigen muss. Für die neuerlichen Milliarden soll übrigens nach Vorstellung der NASA der Wissenschaftssektor nur zur Hälfte gerade stehen: Den Rest möchte man u.a. beim bemannten Programm abzweigen, das sich schließlich in der Vergangenheit auch mal bei der Wissenschaft bediente. Wenn das gelingt, müssten dem JWST zumindest keine anderen astronomischen Projekte geopfert werden. Funktionäre der American Astronomical Society sind bereits bei Kongress-Mitarbeitern vorstellig geworden und haben sich sagen lassen, dass die Komplettstreichung des Projekts tatsächlich als demonstrative Klatsche für die NASA gedacht war, die nicht auf ihr Geld aufpasst. Dass das JWST über eine große Fanbasis in der Bevölkerung verfügt, habe man in der Politik immerhin wohlwollend zur Kenntnis genommen, glaubt die AAS: Insbesondere Briefe von Nichtastronomen würden dort Gewicht haben. Es bleibt spannend … (Nature News, AW&ST 22., AAS-Rundschreiben 16.8.2011. Auch ESA, NASA, UKSA Releases 18.8.2011 zum erfolgreichen Testabschluss für das europäische JWST-Instrument MIRI und ein Editorial 22.8.2011 von einem nicht ganz uneigennützigen Fan …)

Der NASA-Etat 2013 soll deutlich kleiner als der 2011-er(!) ausfallen, hat das Office of Management & Budget des Weißen Hauses dem Chef mitgeteilt (und den Bossen vieler anderer Bundesbehörden auch): Man solle Entwürfe mit 5 und auch gleich mal mit 10 Prozent weniger als es 2011 gab ausarbeiten! Und dabei nicht durch die Bank kürzen oder herumtricksen sondern konkret Projekte absägen: Das Schwarze Budget-Loch JWST liegt da wohl erneut auf dem Präsentierteller. Der 2011-er NASA-Etat hatte 18.5 Mrd.$ betragen, d.h. es dürfen 2013 nur 17.6 bzw. 16.4 Mrd.$ werden. Sollte sich das Abgeordnetenhaus mit seinen – JWST-freien – 16.8 Mrd.$ für 2012 durchsetzen (Obama hatte 18.7 Mrd.$ gewollt), hielte sich der relative Verlust zwar in Grenzen, absolut ist aber ein gewaltiges Gürtel-enger-Schnallen angesagt. (Space Politics 19.8.2011. Auch AW&ST 22., Space Politics, Space Policy Online, Space News, AW&ST 19.8.2011 zu neuem Streit – inzwischen auch unter den US-Senatoren – über die weitere Vorgehensweise in Sachen Riesenrakete SLS; auch da soll es inzwischen neue Kostenzahlen geben. Sowie Reuters 17.8.2011 zu gesunkenem Interesse Russlands an bemannter Raumfahrt. Und Spaceflight Now 16.8.2011 zu einem Wet Dress Rehearsal mit der dritten Falcon 9 – die die zweite Dragon vermutlich am 30.11. bis zur ISS schießen darf; Ankunft am 9.12.)

Doppelfehlstart in Russland und China binnen 12 Stunden

Man muss schon bis mindestens 1971 und wahrscheinlich sogar 1966 zurück gehen, um zwei orbitale Fehlstarts in so rascher Folge zu finden: Am 18. August versagte erst die Oberstufe Briz-M einer Proton-M und setzte einen russischen Nachrichtensatelliten auf einer so falschen Bahn ab, dass eine Rettung und sinnvolle Nutzung fraglich erscheint, und 12 Stunden später misslang der Start einer Langer Marsch 2C, die einen geheimnisvollen chinesischen Satelliten starten sollte, möglicherweise für ein Frühwarnsystem. Es war bereits der dritte chinesische Start innerhalb einer Woche, wohl zuviel des Guten; der prestigeträchtige Start des Raumstations-Testmoduls Tiangong-1 in den kommenden Wochen auf einer ausgefeilteren Langer Marsch 2F soll aber nicht gefährdet sein. Für die Briz-M war es der 50. Einsatz (und erste Fehlschlag seit 2008); zwischen der 4. und 5. Zündung im Rahmen einer eigentlich routinemäßigen Reise in den geostationären Orbit war plötzlich die Funkverbindung abgerissen, und nach langer Suche wurden gleich drei Objekte auf sonderbaren Orbits aufgespürt … (KosmoLogs 19.8.2011 zur Fehlstartstatistik, Space News, Spiegel 19., Space.com, Space Today, General-Anzeiger 18., NASA Spaceflight, Spaceflight Now 17.8.2011 zur Briz-Pleite und NASA Spaceflight, Spaceflight Now 18., Space Today 19.8.2011 zur Langer-Marsch-Pleite. Auch Spaceflight Now 19., Space.com 16.8.2011 zu Tiangong-1. Und Spaceflight Now 14.8.2011 zur mühsamen Rettung des vor einem Jahr zu tief abgesetzten AEHF1 ["AEHF muss ..."] sowie Spaceflight Now 17., Space Today 18.8.2011 zu einem erfolgreichen Dnepr-Start mit 7 Satelliten)

Pläne und Kosten des Space Launch System “geleakt”: Wohin die Reise der NASA gehen soll

10. August 2011

mit der zuweilen als “Senate Launch System” verspotteten Riesenrakete, deren überstürzte Entwicklung der US-Kongress einer renitenten Raumfahrtbehörde auf zu zwingen versucht und die bemannte Missionen jenseits des Low Earth Orbit ermöglichen soll, wird allmählich klarer, nachdem interne NASA-Dokumente aufgetaucht sind. Danach soll es den ersten unbemannten Testflug des SLS im Dezember 2017 um den Mond herum geben, gefolgt vom ersten bemannten – mit einer Apollo-8-artigen Umrundung des Mondes – im August 2021. Und bis zu diesem Zeitpunkt werden 29 bis 38 Milliarden Dollar ausgegeben worden sein, 17-22 Mrd.$ bis zum Test 2017 und weitere 12-16 Mrd.$ bis zum Mondflug 2021: Das jedenfalls sagen – pessimistische – NASA-eigene Zahlen voraus. Eine unabhängige Prüfung läuft noch bis Mitte August und soll auch der Grund für das bisherige eiserne Schweigen der NASA-Spitze zum ganzen Komplex sein. Immerhin hat der Chef öffentlich mitgeteilt, dass das grundlegende Konzept für das SLS ausgewählt sei. Und das ist dem Vernehmen nach im Wesentlichen die alte Ares V, d.h. ein massives Recycling von Bauteilen des Space Shuttle – den Wählern der Abgeordneten in den Wahlkreisen mit den einstigen Shuttle-Zulieferern zuliebe.

Die Haupttriebwerke, den Außentank und die Feststoff-Booster des Shuttle: Sie alle sollen wir wieder auf der Rampe sehen. Ungefähr einen Start der Luxusrakete pro Jahr sieht der Plan vor, wobei die Nr. 6 tatsächlich im August 2025 bemannt zu einem Asteroiden (“Bemannter Asteroiden…”) fliegen würde. Aber das wäre noch nicht die endgültige Version des SLS: Die käme erst mit dem 13. Start im August 2032 zum Einsatz, mit einer Nutzlastkapazität von mindestens 130 Tonnen. Dieses laaanggezogene Szenario basiert bereits auf der Erwartung, dass es finanziell immer knapp bleiben wird. Das bedeutet aber auch, dass die zunächst schockierenden 29-38 Mio.$ für gerade mal zwei Starts über so viele Jahre verteilen, dass die jährlichen Ausgaben unter denen während des Shuttle-Programms bzw. des Aufbaus der ISS – oben am 19. Juli von der abgedockten Atlantis aus mit Mond & Erde gesehen – bleiben. Trotzdem fragt man sich, warum ein System, das auf lauter bekannter – und vielfach fluggetesteter! – Technologie basiert, derart teuer kommen soll. (NASA Spaceflight 27.7., Orlando Sentinel, Space Policy 5.8.2011)

Die ESA würde gerne in das neue US-Raumfahrtprogramm einsteigen und insbesondere Erfahrungen mit den ATV-Transportschiffen in die Entwicklung künftiger Raumschiffe für Reisen jenseits des LEO einbringen, die dann mit dem SLS starten sollen. Das hat weniger einen visionären als einen ökonomischen Grund: Mit dem Bau und Start von 5 ATVs bis 2014 leistet die ESA per Tauschgeschäft ihren Beitrag zu den Betriebskosten der ISS bis 2017, aber die soll ja nun bis 2020 im Orbit bleiben. Der Bau weiterer ATVs ist nicht so attraktiv wie Weiterentwicklungen, die in das Multi-Purpose Crew Vehicle der NASA einfließen könnten. Um den ISS-Anteil von 2017 bis 2020 zu “bezahlen”, wären MPCV-Beiträge in Höhe von 450 Mio. Euro erforderlich, die im Prinzip von den ESA-Mitgliedsstaaten bereits im März frei gegeben wurden. Und die ESA dringt auch auf eine bessere internationale Koordination der bemannten Post-ISS-Welt: Es sei geradezu “Anarchie”, schimpfte jüngst der ESA-Chef, dass für die ISS mehr unbemannte Transportschiffe als überhaupt benötigt entwickelt wurden, während sich niemand um bemannte Systeme kümmerte. (Spaceflight Now 26.7.2011)

Boeing will Astronauten mit der Atlas V zur ISS bringen

Diese Rakete hat bei allen ihrer 27 Starts – zuletzt mit dem Jupiterorbiter Juno – tadellos funktioniert und ist von einem man-rating nicht mehr weit entfernt: Daher hat sich Boeing entschieden, seine geplante siebensitzige Raumkapsel CST-100 mit ihr zur ISS zu bringen. Wenn die NASA mitzieht und das Projekt weiter fördert, versteht sich, mit jährlich 850 Mio.$: Dann sei bereits im vierten Quartal 2015 der erste bemannte Flug – mit zwei Boeing-eigenen Piloten – möglich, nach drei Teststarts und einem Bodentest des Startabbruch-Systems ohne Rakete. Die CST-100 könnte aber später auch auf andere vergleichbare Raketen gesetzt werden, die freilich ebenfalls erst ein ausgiebiges man-rating über sich ergehen lassen müssten. Bei operationellen Flügen zur ISS würden statt der Boeing-Piloten – die gerade gecastet werden; Astronauten-Erfahrung nicht zwingend erforderlich – NASA-Astronauten das Kommando haben. (Spaceflight Now 4.8.2011. Auch ein ESA Release 27.7.2011 zu Gesprächen über “neue Verwendungen” der ISS als Technologie-’Testbed’ für die Vorbereitung von Missionen jenseits des LEO)

Juno auf dem Weg zum Jupiter – alles “nominal”

5. August 2011

Juno hat die Erde verlassen: Nach dem verspäteten, dann aber Bilderbuchstart der Atlas-Centaur-Juno-Kombination – wüst weitwinklige Amateurvideos hier, hier und hier, Fotos hier, hier, hier, hier, hier und hier und Fotostrecken [NACHTRAG: hier!], hier, hier, hier und hier – hat die Centaur auch ihren zweiten Burn absolviert und Juno auf seine (oder ihre? Schließlich handelt es sich um das römische Äquivalent der Jupiter-Gattin Hera …) interplanetare Reise geschickt. Die Startmannschaft “gave us a great ride”, freute sich eine Juno-Managerin später auf einer Pressekonferenz. Auch das kritische Entfalten der Solarzellen ist exakt “nominal” verlaufen: “We are stable, we are spinning, we are power-positive!” Der Weg führt zunächst bis zur Marsbahn, dann am 9. Oktober 2013 zurück zur Erde, mit deren Schwerkraft noch einmal Schwung geholt (und die für ein paar Testbeobachtungen benutzt) wird, bis der Jupiter am 4. Juli 2016 erreicht ist. Dieser wird – ein knappes Erdjahr lang, genau zwischen zwei Sonnenkonjunktionen – auf 33 elliptischen polaren Orbits à 11 Tage umrundet, die bis auf 5000 km an die Wolken heranführen, ein Rekord.

Die acht Instrumente mit ihren 29 Sensoren werden sich um viele Aspekte des Innenlebens Jupiters kümmern, die allen anderen Jupiter-Besuchern weitgehend entgangen sind: die innere Struktur (gibt es einen ausgeprägten Kern), die Strömungen unter den sichtbaren Wolken, die grundlegende Chemie der Atmosphäre, die Funktion des starken Magnetfelds und der Polarlichter. Für die entsprechenden Instrumente ideal – und auch leichter als 3-Achs-Stabilisierung zu realisieren – wird Juno dreimal pro Minute rotieren, so dass sie permanent durch den Raum geschwenkt werden. Nur “zum Spaß” ist auch eine simple optische Kamera – geborgt aus dem Marsprogramm – dabei, deren Daten roh und sofort der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden: mit dem expliziten Auftrag, sich um die Bildverarbeitung zu kümmern! Direkte Beiträge zum Forschungsprogramm Junos, das tiefschürfenden Fragen über den Ursprung des Planetensystems (von dem der Jupiter massenmäßig nach der Sonne das meiste abbekommen hat) nachgeht, leisten diese Bilder nicht, und die Kamera ist auch nur für die Strahlenbelastung von 7 Orbits ausgelegt.

Aber von der JunoCam werden die ersten unverzerrten Bilder der Pole Jupiters erwartet, was Planeten-Meteorologen durchaus interessieren wird: Beim Saturn gab es da eine Menge zu sehen. Die andere Besonderheit Junos ist die Stromversorgung: Zum ersten Mal ist eine Raumsonde im äußeren Sonnensystem ohne Nuklearbatterien unterwegs und wird alleine von 3 Solarzellen à 2 x 9 Metern – Spannweite: 20 Meter! – versorgt. Dank technischen Fortschritten können sie selbst am Jupiter mit nur 1/25 der Sonnenstrahlung der Erde noch 400 Watt zur Verfügung stellen. Nicht neu ist dagegen das Ende Junos: Eine Verlängerung der 1.107-Mrd.$-Mission (das Budget wurde eingehalten!) ist nicht vorgesehen, stattdessen wird der Orbiter am Schluss – so lange er noch sicher unter Kontrolle ist – am 16. Oktober 2017 in den Jupiter gelenkt, damit er nicht irgendwann auf Europa prallt. Auch sein Vorgänger Galileo wurde entsprechend entsorgt. JPL, NASA Releases, Bolden Statement, NASA Spaceflight, Planetary Society Blog, Physics World, Wired, Space.com, Scientific American, Spiegel und Tagesschau – mehr Links beim Artikel im Cosmic Mirror #343!


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