Mit ‘Polarlicht’ getaggte Artikel

Live-Blog zum aktuellen Polarlicht-Geschehen

9. Februar 2013

Zum Abschluss der dritten Kreuzfahrt ganz großes Kino

Um es vorweg zu nehmen: Die folgenden Bilder eines enormen – und in keiner Weise vorhergesagten – Substorms zwischen 20:15 und 21:15 MEZ am 10. Februar geben nicht annähernd den überwältigenden visuellen Anblick wieder.

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Das Polarlicht war in diesen Minuten nicht nur sehr hell (mit seiner Reflexion im Meer problemlos zu sehen), sondern veränderte sich auch mit einer kaum zu fassenden Rasanz. Dabei began die Show ganz harmlos: Den Anfang hatte ein schmales Band gemacht, das sich bei der Ausfahrt der MS Polarlys aus dem Hafen von Svolvær auf den Lofoten über der Stadt aufspannte und wenig tat.

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Fast schon wollte man es dabei bewenden lassen, als urplötzlich Polarlichter auch weit über dem Band erschienen und sich ab diesem Zeitpunkt so schnell entwickelten, dass ein einzelner Beobachter unmöglich alles mitbekommen konnte. Der rosa Flecken am Horizont ist jeweils Svolvær, alles andere aber die Aurora borealis.

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Was in den teilweise nur wenige Sekunden – und doch um Größenordnungen zu lange – belichteten Aufnahmen gänzlich fehlt, ist neben dem Filigranen der wehenden Polarlicht-Vorhänge vor allem ein Phänomen, das nur ein paar Sekunden andauerte, aber den absoluten Höhepunkt des Substorms markierte: intensiv und viele Male pro Sekunde flackernde rote(!) und grüne Streifen in einem Teilband. Ab jetzt weiß dieser Blogger, woher der Begriff der “tanzenden Polarlichter” kommt – und manch anderer historischer Begriff.

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Zugleich wurde die Aurora auch immer raumgreifender, verblasste aber gleichzeitig wieder, so dass ein konfuses Muster aus buten Farbklecksen zurückblieb, …

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… das sich immer noch weiter veränderte und – nahe am Horizont, also in weiter Ferne – noch weitere markante kurzlebige Formen ausbildete, …

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… bis schließlich wieder nur noch ein grünes horizontnahes Band übrig blieb, das aber munter weiter Wellen schlug und erst langsam weiter verblasste.

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Zwei Stunden später war dann dies der Anblick: mehrere grüne Bänder übereinander gestapelt entlang des Nordhorizonts, mit ständiger gemächlicher Veränderung aber keinen dramatischen Ausbrüchen mehr. Auch das Magnetometer-Bild ist seit Stunden ruhig. [0:15 MEZ am 11. Februar] Erste Parallelbilder desselben Substorms von der norwegischen Küste [NACHTRAG: noch eins] (wohl auch dieses und dieses Bild) sowie hier und hier von der MS Trollfjord weiter nördlich vor derselben – und das ruhige grüne Band nach dem (leider verpassten) Substorm aus Finnland. [1:15 MEZ]

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Und der Himmelsanblick von der MS Polarlys gegen 1:30 MEZ, 5 Stunden nach dem Substorm und länger als die anderen Aufnahmen belichtet: Ein breites schwaches und strukturloses aber scharf begrenztes Band, gerade in seiner Ruhe – und bei dem brillianten Sternhimmel dahinter – ein erhabener Anblick (in größer im sechsten Album der dritten Reise). [8:45 MEZ] Man darf vermuten, dass dieses und dieses Bild und diese Bilder denselben Substorm zeigen, dieses Bild vielleicht seinen Ausklang. Und dies hier könnte der grüne Bogen danach von unten sein. [11:45 MEZ] Und noch zwei Bilder des Substorms – den keiner kommen sah – hier und hier. [15:00 MEZ] Zu guter Letzt wolkige Bilder von weiter nördlich von einem weiteren Schiff und ein weiteres Bild an Land. [21:40 MEZ]

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Auch die folgende Nacht brachte noch einmal bei ~65°N – leider hinter immer mehr Wolken – eindeutige Polarlichter: Lang belichtete Aufnahmen (mehr in diesem Album) zeigten wieder ein grünes Band und darüber sogar rotes oder violettes Glimmen. Was mit erneuten Magnetometer-Ausschlägen zusammen hängen könnte. [23:55 MEZ - Ende. NACHTRAG: offenbar dieselbe Aurora, weiter nördlich gesehen]

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Die Aurora über dem kanadischen Yellowknife vergangene Nacht um 9:02 MEZ, aus dem AuroraMAX-Archiv – zu einem Zeitpunkt, als die Magnetometer gar nichts taten. In den vergangenen zwei Stunden war dafür um so mehr los – mit einer grandiosen Aurora über Nordnorwegen als Folge. Bilder folgen … [22:20 MEZ am 10. Februar]

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Selbst ein Australier in Nordeuropa auf Aurora-Jagd

Auch letzte Nacht gab es wieder Polarlicht über Nordskandinavien, allerdings nicht nur für diesen Fotografen hinter Wolken. Und zu den Scharen der aktuellen Aurorajäger gehört auch ein bekannter australischer Astrofotograf, der hier berichtet und in diesem Album seine Ergebnisse zeigt. Und gleich noch mehr aktuelle Polarlicht-Fotos sowie oben ein Zeitraffer-Video aus Finnland vom 8. Februar (auch eins von der Nacht davor); derweil kann man live in Kanada Aurora mit einer Fischaugenkamera gucken; vor zwei Stunden war eine Menge los. [10:40 MEZ. NACHTRAG: Musste leider hören, dass das eingebettete Video in Deutschland (aus leider nur zu bekannten Gründen) nicht geht - daher durch Link hinter Standbild ersetzt; es gibt Wege, es doch zu sehen ...]

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Hier startet eine Höhenforschungsrakete in ein Polarlicht hinein, in Alaska in der Nacht 6./7. Februar im Rahmen des VISIONS-Programms der NASA – und ein Fotograf schaute aus 200 km Entfernung zu, während die Raketen-Operation hier dokumentiert wurde. Die Abkürzung steht für “VISualizing Ion Outflow via Neutral atom imaging during a Substorm”, und erforscht wird, wie Polarlichter Sauerstoffatome in der oberen Atmosphäre in Fahrt bringen und so zuweilen einen interplanetaren “Aurora-Wind” erzeugen. [17:05 MEZ am 9. Februar]

Zahlreiche Aurora-Expeditionen sind derzeit unterwegs

auf mindestens zwei Hurtigruten-Schiffen – Berichte von Ergebnissen dieses Bloggers in den vergangenen drei Nächten hier und hier und von der letzten Nacht von einem Schiff weiter südlich hier – und in zwei Camps in Finnland: Letztere bilden den ersten AuroraTweetup, aus dem bereits obiges Zeitraffer-Video der vergangenen ‘angeregten’ Nacht, die Bilderalben hier (mit diesem Bild als bisher bestem) und hier sowie noch allerlei mehr (aber bisher keine systematische Gesamtschau) hervorgingen. [16:55 MEZ. NACHTRÄGE: weitere Bild-Ergebnisse hier, hier, hier, hier und hier, Bilderalben hier, hier und v.a. hier und hier. Und viel später auch der erste längere Bericht, allerdings auf Französisch, sowie ein längeres Zeitraffer-Video]

Aurora-Impressionen aus Norwegen – zum Dritten

7. Februar 2013

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Nach November 2011 und März 2012 (noch mehr Bilder) kann dieser Blogger auch von der laufenden dritten Polarlicht-Expedition auf der Hurtigruten schon wieder Erfolg vermelden – und abermals aus der Nähe von Tromsø: Kaum dass die MS Polarlys gestern abgelegt hatte, begann gegen 19:30 MEZ eine mindestens sechs(!) Stunden währende Show. Die Flächenhelligkeit der Polarlichter blieb größtenteils gering (diese Aufnahmen hier entstanden meist mit ISO 1600 und 15-20 Sekunden bei f/2.8), dafür ließ die Formenvielfalt und v.a. – wenn auch ausschließlich fotografisch nachweisbare – Farbigkeit nichts zu wünschen übrig. Zunächst hatten sich nur grüne Streifen am Nordhorizont geschlängelt (Bilder 1 und 2), zu denen sich später Rottöne aus größerer Höhe gesellten (3-5) – aber gegen Mitternacht lief schon eine klassische Aurora-Vorführung für Beobachter unter dem Oval.

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Ein markanter Bogen zog sich nun stundenlang quer über den Himmel durch den Zenit, mit ständig variierenden Strukturen an beiden “Enden”: Die Bilder 6-11 zeigen das Geschehen um beide “Fußpunkte” am nordöstlichen und südwestlichen Horizont. Um 1:30 MEZ war das den ganzen Himmel füllende Polarlicht immer noch vorhanden, allerdings nun sehr schwach – es zu sehen, erforderte jetzt etwas Dunkelanpassung. Diesem Blogger hat’s dann gereicht; weitere Bilder der Nacht (und der Abendstimmung davor sowie der Morgendämmerung danach) gibt’s in diesem Album! An anderen Standorten wurde dasselbe Polarlicht beobachtet: auf einem Hurtigruten-Schiff zwei Tage südlich von der Polarlys (Bilder hier, hier, hier, hier und in hier [NACHTRAG: auch hier plus ein Bericht]) und Finnland (mehr [NACHTRAG: und ein Video-Clip]): Wie man sieht, immer wieder eine ganz andere Anmutung.

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NACHTRAG: Schon in der späten Abenddämmerung der heutigen Nacht gegen 17:30 MEZ waren nach dem Verlassen von Honningsvåg schwache aber fotografisch bunte Strahlen zu sehen (oben), die aber bald verschwanden – um einige Studen später durch eine neue “Voll-Himmels-Show” ersetzt zu werden (unten). Diesmal – mehr Bilder im 3. Album der Reise – war das Beste zeitweise im Zenit zu sehen (2. Bild unten), und die Dynamik der Erscheinungen, etwa ‘wehender Vorhänge’, war höher als in der Nacht zuvor, unmöglich adäquat fotografisch fest zu halten. Das Polarlicht musste sich gegen Wolken und später auch rauere See durchsetzen: Bis über Deck 5 spritzende Gischt sprach zusätzlich gegen weitere Fotoversuche … NACHTRAG: Paralleles aus Finnland hier, hier und hier sowie hier und hier; auch ein Bericht.

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Polarlicht-Action in Neuseeland & Nordamerika

16. Juli 2012

nach dem Eintreffen der CME vom X-Flare: hier ein Video vom Lake Tekapo auf der Südinsel Neuseelands (wo gerade das größte Int’l Dark Sky Reserve ausgerufen wurde). Während es in der Nacht 14./15. Juli in Deutschland ruhig blieb, tat sich in Nordamerika um so mehr: Bilder auch hier (mehr), hier, hier (Video!), hier, hier, hier und hier; auch ein Video aus der Antarktis. In der Nacht 15./16. Juli gab’s dann in Deutschland zumindest violette Beamer, dito in den Niederlanden, und dann war wieder Nordamerika dran. Und wer weiß, vielleicht geht es noch weiter.

Ein kurzer Zusammenschnitt von ISS-Zeitraffer-Sequenzen mit der Erde bei Tag und Nacht, reichlich Airglow (der übrigens vorletzte Nacht über Deutschland ungewöhnlich stark gewesen zu sein scheint), Aurora und Sternenhimmel inklusive.

Der Start von Soyuz TMA-05M zur ISS am 15. Juli mit drei Weltraum-Veteranen, die sich der “Expedition 32″ anschließen und später zur Expedition 33 werden sollen.

Der Kugelsternhaufen Messier 107 auf einer HST-Aufnahme, heute ohne besonderen Anlass veröffentlicht – in dem Haufen stehen die Sterne nicht ganz so eng wie in manch anderem.

Die Gashülle um den Stern U Camelopardalis auf einer HST-Aufnahme: Der Kohlenstoffstern ist am Ende seines Lebens instabil geworden und stößt alle paar tausend Jahre besonders viel Gas ab; dies ist der Überrest des letzten derartigen Vorgangs.

Das Herbig-Haro-Objekt 110 auf einer HST-Aufnahme – hinter diesem Ausfluss steckt offenbar nicht wie üblich ein junger Stern, vielmehr hat ein anderes HH ein interstellares Hindernis getroffen, das seinen Jet um 60° umgelenkt hat.

Die Vela-C-Region aus der Sicht von Herschel bei 70 bis 250 µm Wellenlänge: Für den ‘blauen Schmetterling’ sorgen junge, heiße Sterne, die den interstellaren Staub aufheizen.

Der “Flame Nebula” aus der Sicht von WISE bei 3.4 bis 22 µm: Die große interstellare Struktur liegt ‘an der Hüfte’ des Orion; auch der Pferdekopfnebel und NGC 2023 sind im Bild.

Die Spiralgalaxie NGC 4565 genau von der Seite gesehen vom HST, was ihr auch den Spitznamen “Needle Galaxy” eingebracht hat.

Das beste Video der berühmten Protuberanz

19. April 2012

Inzwischen ist die eruptive Protuberanz vom 16. April nach einem M-Flare zu einer regelrechten Ikone für das Treiben der Sonne geworden, und meist wird ein Video des Satelliten SDO gezeigt – aber dieses hier ist vom japanischen Hinode (bekannt etwa durch diese SoFi-Bilder): Besonders gut zu sehen ist das Gas, das später als “coronal rain” wieder zurückfällt. Die Coronal Mass Ejection sollte derweil mehrere NASA-Sonden treffen, wissenschaftlich interessant. Bei dieser Gelegenheit sei auch an den bekannten Schweizer Sonnenforscher Max Waldmeier erinnert, der gestern 100 Jahre alt geworden wäre.

Ein Sonnenfoto, geschossen von einem Kosmonauten auf der ISS am 29. März mit einer Nikon D2Xs und einem 800-mm-Objektiv, 1/4000 Sekunde belichtet bei Blende 8 und ISO 400 durch irgendeinen Filter: Flecken und auch Fackeln sind klar zu erkennen (jedenfalls nachdem dieser Blogger das Bild heftig mit IrfanView bearbeitet hat). Schon stellt sich die Frage, ob man ‘da oben’ wohl den Venus-Transit …

Und noch ein neues Aurora-Video, das gerade schwer gefeiert wird: Die Aufnahmen entstanden in Norwegen, Schweden und Finnland, vom letzten Herbst bis dieses Frühjahr. Hat übrigens eine CC-Lizenz, d.h. es darf heruntergeladen und kopiert werden: ein typisches Beispiel für diese widerwärtige Umsonst-Kultur, bei der bekanntlich nichts Gutes heraus kommen kann …

Das Aurora-Spektakel der Kong Harald vom 20.3.

24. März 2012

Die Bilder dieses Bloggers von den Polarlichtern über der Kong Harald Mitte März vor Nordnorwegen kennen Sie schon – aber hier kommt ein Best-of der zahlreichen Aufnahmen von acht weiteren Passagieren aus der Eclipse-Reisen-Gruppe von der großen Show vom 20. März 2012, als wir uns von Norden her Tromsø näherten und die Aurora immer wieder aufflammte; offenbar waren immer noch Elektronen der Sonnenaktivität der vergangenen Tage in der Erdmagnetosphäre gespeichert, die raus wollten. Die Bilder stehen hier nicht in chronologischer Reihenfolge: Eine systematischere Präsentation des tollen Materials gibt’s später noch.

This is a best-of of the hundreds of pictures eight passengers on the Hurtigruten’s MS Kong Harald – all participants in a special tour organized by Eclipse Reisen and accompanied by this blogger – obtained during a great auroral show while the ship approached Tromsø in northern Norway from the north on 20 March 2012: they are shown here in no particular order; a more systematic presentation of the material, including this bloggers own images will follow later. Enjoy!

Gretl Wetz-Caba: Canon PowerShot G12, 15 Sekunden f/2.8, ISO 1250

Heike Völker: Canon EOS 30D, 6 Sekunden f/3.5, ISO 1600

Barbara Klapdohr: NIKON D90, 8 Sekunden f/3.5, ISO 3200

Manfred Nerger: NIKON D90, 6 Sekunden f/3.5, ISO 3200

Heike Völker: Canon EOS 30D, 13 Sekunden f/3.5, ISO 1600

Barbara Klapdohr: NIKON D90, 4 Sekunden f/3.5, ISO 3200

Manfred Nerger: NIKON D90, 15 Sekunden f/3.5, ISO 3200

Heike Völker: Canon EOS 30D, 6 Sekunden f/3.5, ISO 1600

Uwe Roellinghoff: NIKON D3, 6 Sekunden f/4.5, ISO 3200

Michael Luft: Canon PowerShot S2 IS, 15 Sekunden f/2.7, ISO 400

Uwe Roellinghoff: NIKON D3, 8 Sekunden f/4.5, ISO 6400

Günther Altmann: Panasonic DMC-G3, 8 Sekunden f/3.5, ISO 3200

Uwe Roellinghoff: NIKON D3, 6 Sekunden f/4.5, ISO 6400

Heinz-Manfred Riebe: Canon PowerShot SX20 IS, 10 Sekunden f/2.8, ISO 1600

Gretl Wetz-Cabe: Canon PowerShot G12, 13 Sekunden f/2.8, ISO 1000

Zahlreiche Impressionen und Bilder von der Reise gibt es übrigens auch zeitgemäß in diversen ‘social media’: bei Facebook von Eclipse-Reisen am 14. März (Bergen und Ålesund), 15. März (Ålesund und Trondheim), 16. März (Ørnes, Lofoten, erstes Polarlicht), 18. März (Kjøllefjord), 19. März (Vardø), 22. März (Tromsø [ein Bild vom 17. März von der Gruppe der Planetariums-Fahrer] und eine Bilanz), von Hurtigruten Deutschland am 14. März (Bergen), 17. März (erstes Polarlicht), 18. März (Nordstjernen-Begegnung im Sturm), 21. März (Harstad und Sortland), 22. März (Aurora-Bilanz) und 23. März (Arktisstimmung [vom 20. März] und Molde) und von Hurtigruten ASA am 18. März (Nordstjernen-Begegnung), bei SpaceWeather und Starship Asterisk am 18. März (Venus & Jupiter vor dem ‘wahren’ Nordkap) sowie in diesem Blog am 19. März (Vardø), 21. März (Hammerfest) und 23. März (Arktis-Abendstimmung am 20. März).

Ausgiebig dokumentiert wurde die Reise auch bei TwitPic am 13. März (Bergen bei Nacht eins, zwei, drei), 14. März (Ålesund-Aquarium eins, zwei, drei, Aksla-Panorama), 15. März (Trondheim eins, zwei, drei, Rørvik eins, zwei, drei), 16. März (bei Ørnes eins, zwei, drei, Saltstraumen eins, zwei, Bodø, Sonnenuntergang eins, zwei, drei, Lofoten), 17. März (Finnisnes, Tromsø eins, zwei, drei, Stockfisch-Ritual), 18. März (Nordstjernen-Begegnung eins, zwei, drei, Kjøllefjord eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, Krabbenmann eins, zwei, drei, Kjøllefjord am Abend, Venus & Jupiter eins, zwei), 19. März (Kirkenes eins, zwei, drei, Vardø eins, zwei, drei, vier), 20. März (Wetter, Dreizehenmöve, Boot, LNG-Tanker, Wetter, Øksfjord-Enten eins, zwei, Venus & Jupiter über Skjervøy), 21. März (Vesterålen eins, zwei, drei, vier, fünf), 22. März (Polarkreis eins, zwei, drei und -Ritual, Torghatten eins, zwei, Aurora-Band) und 23. März (Kristiansund) – von den früheren Skyweek-Artikeln verlinkte TwitPics sind hier nicht nochmals erwähnt.

Und dann war da noch die exzellente bulgarische zweiköpfige Band der Kong Harald, wiederum befreundet mit einer anderen bulgarischen Hurtigruten-Sängerin, die dieser Blogger letztes Jahr auf der Polarlys kennengelernt hatte – und die wiederum den Aurora-Ausbruch vom Oktober 2011 (letzter Absatz) nach einem Konzert an Land in Bergen exzellent fotografiert hatte. Diese Bilder (z.Z. leider nur für ‘Freunde’ sichtbar) von Milena Stoyanova – hier zwischen den Kong-Harald-Musikern während eines Kurzbesuchs an Bord in Kristiansund am 23. März – zeigten wir wiederum bei einem einführenden Vortrag für die Eclipse-Reisen-Kunden auf der Kong Harald, und der Kreis hat sich geschlossen … NACHTRAG: mehr TwitPics vom 24. März (Nordsee im Sonnenschein eins, zwei, drei, Bergen in der Sonne eins, zwei, drei, vier, fünf, Schären aus der Luft eins, zwei, drei).

Polarlicht-Jagd vor Norwegen: die zweite!

22. März 2012

Ein Dritteljahr nach der erfolgreichen Premiere im November 2011 ist der Blogger gerade wieder als Reisebegleiter auf einem Schiff der Hurtigruten vor der norwegischen Nordküste unterwegs – und abermals haben uns die Polarlichter heimgeleuchtet: hier eine Auswahl der Highlights für die “Kong Harald” in den letzten Tagen!

8 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm KB-Äquivalent f/2.8

Diesmal war es vor allem die Vielfalt der Phänomene, die nacheinander am Himmel aufmarschierten: Am Abend des 16. März war es bei der Anfahrt auf Svolvær vor allem ein Bogen, der eine enorme Helligkeit erreichte …

8 Sekunden bei 400 ASA, 25 mm f/2.8

… während später vor allem die Farbigkeit des Geschehens auffiel. Kommentierte Bilder dieses Abends eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs und sieben – und ein späteres ‘Nachglühen’ ohne weitere strukturreiche Ausbrüche.

8 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm f/2.8 – und kein Stativ zur Hand …

6 Sekunden bei 800 ASA, 25 mm f/2.8

Der Abend des 17. März brachte gleich die nächste bemerkenswerte Show: Diesmal war die Helligkeit der Polarlichter über der Kong Harald geringer, dafür überspannten sie aber zeitweise den gesamten Himmel mit einem gewaltigen Bogen durch den Zenit – von dem auch mit 25 mm Äquivalentbrennweite nur Ausschnitte einzufangen waren: Bilder eins, zwei, drei, vier und fünf.

13 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm f/2.8

Es folgten zwei wenig interessante Tage mit lediglich mattgrünem Glühen am Himmel, oft auch nur in Wolkenlücken und generell fast ohne Strukturen. Aber die Nacht vom 20. zum 21. März machte alles wett: Auf dem Weg von Norden nach Tromsø kam es zu gleich mehreren Substürmen, verursacht vermutlich von ‘alten’ Elektronen, die vorangegangene geomagnetische Aktivität zurück gelassen hatte. Hier eine Impression von einem frühen Ausbruch; Bilder eins, zwei, drei, vier und fünf.

15 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm f/2.8 – fast schon zu viel des Guten …

Ein weiterer Ausbruch brachte die vielleicht spektakulärsten Polarlichter der ganzen Reise, deren hellster Kern hier gerade nach ins Bildfeld passt; Bilder eins und zwei.

8 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm f/2.8

8 Sekunden bei 800 ASA, 25 mm f/2.8

6 Sekunden bei 1600 ASA, 25 mm f/2.8

Und bereits bei der Annäherung an Tromsø noch ein Ausbruch voller feiner Strukturen, die bei der langen Belichtung erheblich an Schärfe verlieren, so schnell verändern sie sich – daher hier ein paar eher knapp belichtete Aufnahmen; Bild – und mehr Tromsø-Bilder von festem Boden aus derselben Nacht.

In Tromsø kann man die Aurora übrigens auch ‘im Saale’ beobachten: in der Fulldome-Videoshow “Experience the Aurora” (die jetzt auch in Hamburg läuft) im Nordnorsk Vitensenter. Ungewöhnlich ist die persönliche Perspektive der Filmemacher, die den beschwerlichen Weg zu den spektakulären Zeitrafferbildern nachzeichnet.

Im Prinzip sollte die aktuelle Lage des Aurora-Ovals übrigens auf diesem originellen Display im Planetariums-Foyer (Bild) dargestellt werden, dessen Update aber gerade nicht funktionierte. Der Blogger bewegt sich nun leider schon wieder aus diesem hinaus: Weitere Analysen der reichhaltigen Bildausbeute der drei Polarlichtnächte der Kong Harald durch viele der Reiseteilnehmer werden noch folgen!

Mysterious solar system object 2012 DR30: period ~50,000 years, inclination 75°, perihelion 14 AU

29. Februar 2012

Während ein neu entdecktes Himmelsobjekt mit vielleicht 200 km Durchmesser auf einer aufregenden Bahn die Top-Meldung ist, Komet Garradd weiter mit seinen drei Schweifen wedelt und sich der Mars der Opposition nähert, gibt’s die besten Bilder mal wieder von Polarlichtern: oben ein Raketenstart von der Poker Flat Research Range in Fairbanks, Alaska, während aktiver Aurora am 18. Februar, ein neues ISS-Video vom 2. Februar mit dem Manicouagan-Impaktkrater im Mondschein als Zugabe und ein besonders beeindruckendes älteres ISS-Video von 2011, wo die Polarlichter geradezu dreidimensional erscheinen und das jetzt ein ISS-Veteran feierte – all dies und noch einiges mehr im neuen Cosmos 4 U!

Series of solar flares excites high latitudes, leaves others in the dark

31. Januar 2012

Während die Folgen eines Flares vom 19. Januar immerhin bis zu Polarlicht im Norden der Britischen Inseln reichten, schaffte es ein – von wildem Medienecho begleiteter – Flare vom 23. Januar gerade einmal, die Aurora im üblichen Oval (wie hier in Nordschweden zu sehen) zu intensivieren, während weiter südlich vergeblich auf Polarlichter gewartet wurde. Viele Links dazu und zu anderen solar-terrestrischen Erkenntnissen (Kleine Eiszeit keine Folge des Maunder-Minimums!), zur heutigen Erdnähe von Eros, zu aktuellen Kometen (Garradd spektakulär bei M 92) und noch einigem mehr im neuen Cosmos 4 U!

Live-Blog zu Sonnenflare & CME vom 23. Januar

24. Januar 2012

Die Polarlichter ziehen es vor, im hohen Norden zu bleiben, wie hier auf einem Fischaugen-Webcam-Bild aus Tromsø (70°N) von vor einer Stunde – auch aus Trondheim (63°N) gab es noch nette Bilder, aber mit schon tiefer im Norden liegenden Vorhängen, während es z.B. aus Schottland bisher nur arg tiefer gelegte Aurora (auf 58°N) und aus Deutschland gar nur marginale fotografische Nachweise von Glühen direkt am Horizont gibt. Hat also der große ‘Sturm’ – hier mal Flare & CME in Bewegung – bis auf verlegte Pol-Flugrouten (dito) wenig gebracht, außer dass man mal wieder über Flare-Klassen und Aurora-Mechanismen nachgedacht hat. Vielleicht kommt ja noch was: Wer mag, kann noch ‘ne Weile das AKM-Polarlicht-Forum, das Webcam-Netz des IAP und weitere Cams oder diese und diese solare FB-Seite weiter im Blick behalten. [23:55 MEZ - Ende]

Noch nicht mal in Bergen (auf 60°N) ist etwas zu sehen

So ist es einem Kommentar zu dieser Statusmeldung in Sachen Sturm zu entnehmen – zwar liegt der Kp-Wert inzwischen bei 5, aber es gibt nach wie vor nur einen schwachen geomagnetischen Sturm der Kategorie G1 und keine erkennbaren Aussichten auf “Besserung”. Na, können sie in San Diego ja beruhigt sein – und in Deutschland warten sie weiter und glauben immerhin vage Anzeichen an der Ostsee gesehen bzw. fotografiert zu haben. [21:20 MEZ]

Noch tut sich nichts in mittleren nördlichen Breiten, wie auch diese für 21:05 MEZ modellierte Lage des Auroraovals oder dieser Stackplot norwegischer Magnetometer (mit bislang keinen nennenswerten Ausschlägen im Süden des Landes) zeigen. Was z.B. diese nordschwedische Kamera in den letzten Stunden sah, ist ‘das Übliche’ für Orte nahe des normalen Auroraovals, wie auch die Aufnahmen dieses Bloggers vom letzten Jahr (ohne nennenswerte Sonnen-Action) verdeutlichen: Ein Bezug zum CME-Impakt wie hier oder hier hergestellt ist kaum gegeben. Weitere mehr oder weniger recherchierte Artikel ‘zur Lage’ hier (erweitert aus diesem Text), hier, hier, hier und hier – und heutige Press Releases der ESA zur CME (da war sie übrigens längst angekommen – ‘situational awareness’?), der AGU zu Plasma im erdnahen Raum und des NRL zu einem Instrument für den Solar Orbiter. [20:50 MEZ]

Der stärkste solare Strahlungssturm seit Oktober 2003

findet im Augenblick statt, melden die US-Weltraumwetter-Wächter soeben: “After the arrival of the CME earlier today, the 10 MeV flux again increased and we were at around 6300 pfu. This is now the largest Solar Radiation Storm since October 2003.” Gemeint sind energiereiche Protonen von der Sonne. “20 Personen gefällt das” … [17:45 MEZ]

Ankunft des koronalen Massenauswurfs von gestern an der Erde, erkennbar im heftigen Ausschlag eines Magnetometers auf den Lofoten (Nordnorwegen) heute kurz nach 16:00 MEZ. Und nun? In Kürze wird es in Europa dunkel – und wenn der eigene Himmel nicht mitspielt, gibt es immer noch eine Menge empfindliche Webcams, z.B. hier, hier (DSLR = besonders hohe Bildqualität) oder hier. [17:25 MEZ]

Die CME hat die Erde erreicht – die Spannung steigt

In diesen Minuten tritt die Coronal Mass Ejection in Wechselwirkung mit der Erdmagnetosphäre, nachdem sie um 15:33 MEZ den Satelliten ACE – 1.5 Mio. km ‘vor’ der Erde – passiert hatte. “Interplanetares Magnetfeld bei rund 50nT Gesamtstärke”, hieß es gerade in einem Rundschreiben von U. Rieth vom AKM, wo jetzt ein neuer Forums-Thread die weiteren Entwicklungen begleitet: “Das ist ein extremer Wert. Ausrichtung beim Schock noch nordwärts, aber bei der Heftigkeit des Sonnenwindes dürfte das egal sein. Ich rechne mit Polarlicht in ganz Deutschland heute Abend, sollten die Magnetfeldwerte in der Stärke so bleiben.” Weitere Berichte hier und hier – und zur Einstimmung auf (hoffentlich) Kommendes noch mal das wohl beste Bild vom 22.1. mit mehr Details zu den Umständen sowie weitere Bilder aus der Serie. [16:40 MEZ]

Bringt dieser Flare Polarlichter für Mitteleuropa?

Am Morgen des 23. Januar (UTC) hat die Aktivitätsregion 1402 auf der Sonne einen starken Flare (Klasse M9) samt einem ziemlich erdwärts gerichtetem und über 2000 km/s schnellen koronalem Massenauswurf (CME) produziert, der bereits heute gegen 15:00 MEZ die Erde treffen dürfte – wo sich etwa beim AK Meteore seit dem Morgen helle Aufregung breit macht. Und das wiederum gilt Beobachtern als relativ verlässliches Indiz, dass etwas Großes bevorstehen könnte. Die amerikanischen Weltraum-Wetter-Wächter sprechen derzeit sicher von einem geomagnetischen Sturm der – moderaten – Stärke G2, vielleicht auch einem starken G3: Hier gibt’s alle Daten auf einen Blick. Schon seit etlichen Stunden tobt der stärkste Protonen-Sturm seit Mai 2005, der ungefähr jetzt sein Maximum erreicht haben dürfte – mit vereinzelten Auswirkungen auf den Flugverkehr. Ein paar Status- und Vorschau-Artikel hier, hier, hier und hier, auch zu den Folgen für die Raumfahrt. Bereits in der Nacht vom 22. zum 23. Januar hatte eine CME vom 19. Januar zu auffälligen Polarlichtern ab dem Norden der britischen Inseln geführt, etwa in Northumberland (55°N), Irland und Schottland (jeweils 56°N) – weitere Bildersammlungen hier, hier, hier und hier. Das, da sind sich alle Aurora-Kenner einig, sollte in den kommenden 24 Stunden noch zu toppen sein. [1:05 MEZ]

Polarlicht vom Schiff vor Norwegen – so geht’s!

30. November 2011

Die Aurora borealis von einem Schiff aus fotografieren? In der Barentssee und dem Europäischen Nordmeer? Im November? Geht gar nicht! Geht doch: Bilder wie dieses hier gelangen diesen Monat von Bord der MS Polarlys der Hurtigruten aus während der Runde Bergen – Kirkenes – Bergen vom 18. bis 29. (der ersten dieser Fahrten im Rahmen einer Tour von Polarlicht-Reisen; mit diesem Blogger als ‘Chef-Astronom’) schon mit kleinen Kameras. In diesem Fall einer Panasonic DMC-FZ48, mit dem 24-fach-Zoom auf maximalem Weitwinkel, der 25 mm KB entspricht, und maximaler Blende 2.8: dies hier die vielleicht kontrastreichste Aufnahme, während einer außerplanmäßigen Umkreisung von Tromsø am 25. November (15 Sekunden bei ISO 800) in der letzten und besten Nacht mit klarem Himmel. Davon hatte in der ersten Aurora-Nacht jenseits des Polarkreises noch keine Rede sein können:

Während einer kleinen Einfahrt in den Trollfjord hatten sich am Abend des 21. November, nach drei komplett bewölkten Nächten, die ersten kleinen Lücken mit Sternen gezeigt – und einem eindeutig ‘zu hellen’ Himmelshintergrund trotz Abwesenheit des Mondes und jedweder Quelle von Lichtverschmutzung. Fotos zeigten rasch, dass dieses Leuchten grün war: eindeutig die Aurora, wie auf 68.3°N auch zu erwarten. Eigentliche Strukturen waren in dieser Nacht bei den wenigen Lücken nicht auszumachen, wohl aber isolierte Felder sehr hellen Polarlichts durch die Wolken hindurch: Auf diesem Bild hier (15/1600) strahlt es hinter den Wolken über einer Insel im Süden der Polarlys. Bilder aus diesem Zeitraum gibt’s hier, hier und hier und von etwas später hier, hier und hier mit größeren Wolkenlücken aber geringerer Helligkeit.

In der übernächsten Nacht zwischen Nordkap und Kirkenes dann die nächsten Wolkenlücken, in denen sich sowohl grüne wie rote aber zunächst noch schwache Polarlichter blicken ließen (30/1600) – die unruhige See zog die Sterne in wirre Zitterkurven.

Später in der Nacht dann die ‘krasseste’ Aurora-Beobachtung der ganzen Reise: Es stürmte, Gischt spritzte bis auf’s oberste Deck 7 – und trotzdem setzten sich die nun wieder sehr hellen Polarlichter dramatisch in mehr oder weniger großen Lücken durch (15/1600). Bilder dieser irren Nacht hier, hier und hier

Am nächsten Abend – dem 24. November – zu Beginn der Rückreise die erste Aurora ohne schwankende Planken: Just als die Polarlys im Hafen von Båtsfjord (70.5°N) lag, gab es bei ziemlich klarem Himmel eine beachtliche Show (15/400 – gute Zeichnung trotz geringer ISO-Zahl), leider arg überstrahlt von der hafennahen Beleuchtung: Bilder hier und hier sowie, wieder auf See, hier und hier von einem ausnehmend hellen Polarlicht in einer leider nur schmalen Wolkenlücke.

Kurze Zeit später dann – bei wieder weitgehend klarem Himmel – ein gradioser Ausbruch von Aurora-Aktivität, die selbst das Bildfeld einer 25-mm-Optik bei weitem sprengte: Dies (15/1600, 20/1600 und 15/1600) sind jeweils nur kleine Ausschnitte aus dem den ganzen Himmel überspannenden Gesamtbild. Das sich überdies so rasant veränderte, dass die Aufnahmen – Bilder hier, hier, hier, hier und hier – immer nur Summen zahlreicher Strukturen wieder geben können.

Eine komplette Polarlicht-Show wie aus dem Lehrbuch, an perfekt klarem Himmel aber leider auch in der Nähe der einwohnerreichsten Stadt der gesamten Hurtigrute in der Aurora-Zone, wurde schließlich am Abend des 25. November geboten, als die MS Polarlys im Rahmen einer außerfahrplanmäßigen Weihnachtsfeier einmal komplett die Tromsø-Insel (69.7°N) umkreiste – auf so ruhigem Wasser und (dank Autopilot) streckenweise perfekter Geradeausfahrt, dass die Sterne fast so scharf wie sonst an Land erscheinen, nur der Vordergrund mit seinen Lichtern ist immer verwischt. Erst zeigte sich am Nordhorizont ein grünes Band, das immer höher stieg und sich schließlich von NW nach NO hoch über den Himmel zog, in dynamisch wallende Vorhänge und andere “Standard”-Strukturen mehr zerfallend und neu entstehend. Das Ganze über Stunden hinweg und so hell, dass auch die Lichtverschmutzung der Stadt kaum dagegen ankam (wie auch auf dieser älteren Aufnahme): Das letzte Bild hier (15/1600, 15/800 und 10/800) entstand Sekunden vor der Unterquerung der Tromsøbrua, einer Brücke im absoluten Zentrum der Stadt.

Weitere Bilder von diesem krönenden Finale auch als Aufmacher ganz oben sowie hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier! Mit DSLR-Kameras, die höhere ISO-Zahlen (für kürzere Belichtungen und damit besseres Einfrieren der wabernden Vorhänge) und/oder noch viel weitere Weitwinkel (für das Gesamtbild) verwenden konnten, gelangen anderen Teilnehmern der Fahrt übrigens noch beeindruckendere Ergebnisse. Für das Auge erschienen die meisten dieser Polarlichter weißlich mit allenfalls leichtem Grün-Ton und allenfalls einem Hauch von Rot darüber – denn eine nennenswerte Steigerung über das in diesen Breiten ‘Übliche’ hinaus hatten sie angesichts ziemlich geringer Sonnenaktivität nicht erfahren. Zum einem kleinen CME-Impakt mit Aurora-Folgen kam es erst in der letzten Nacht, als die MS Polarlys schon wieder weit diesseits des Polarkreises und im selben Regen wie zu Beginn der Reise zwischen Ålesund und Bergen unterwegs war … NACHTRAG: weitere Bilder, ein kleines Video – und jede Menge mehr Links zu dieser und ähnlichen Reisen!


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