Mit ‘Rhea’ getaggte Beiträge

Fünf aktuelle planetarische Perspektiven

14. Januar 2011

ESA/NASA bzw. NASA

Aktivitäten des Vulkans Ätna auf Sizilien heute Morgen (MEZ) von der ISS aus nach einem größeren Lava-Ausbruch aufgenommen (oben) bzw. vor drei Tagen (unten) kurz davor, vom MODIS-Instrument auf dem NASA-Satelliten Terra: mehr zu dem etwa zweistündigen Ausbruch in der Nacht 12./13. Januar auch hier, hier und hier und nächtliche Bilder hier!

NASA/JPL-Caltech

Panorama des Mars-Kraters Santa Maria aus Opportunity-Aufnahmen von seinem Westrand vom Sol 2454 (= 19.12.2010), die die NASA jetzt zusammengesticht hat. Das Panorama geht nach rechts noch weiter; es gibt auch eine 3D-Version und einen simulierten Blick von oben in Polar- und Vertikal-Ansicht. NACHTRAG: Ein aktuelleres Panorama aus Amateurhand ist erheblich schöner!

2 x NASA/JPL/Space Science Institute

Krater-Details auf dem Saturnmond Rhea, entstanden vor drei Tagen aus nur 200 km Abstand: Die Teleaufnahme oben macht erst gedreht und zusammen mit dem Kontextbild unten Sinn: Man sieht eine Kraterwand von innen!

Heiße Bilder der letzten Stunden, fortgesetzt

13. Januar 2011

3 x NASA/JPL/Space Science Institute

Rohbilder aus dem Saturn-System vom 11. Januar 2011, soeben eingetroffen: oben zwei Impressionen des Riesensturms aus 800’000 bzw. 1 Mio. km Abstand, unten der Mond Rhea aus 41’000 km – weitere der Rhea-Rohbilder sind in dieser Sammlung zu sehen.

ESO/I. Chekalin, mit freundlicher Genehmigung durch O. Hainaut, ESO

So sieht eine Fahrkarte von Russland zum Cerro Paranal aus: Mit Bildern wie diesem hat der Amateurastronom Igor Chekalin den ersten Preis des großen ESO-Wettbewerbs gewonnen, bei dem aus Archivdaten spektakuläre Bildprodukte hergestellt werden mussten. Diese Bearbeitung Chekalins von BVR-Bildern des 2.2-m-Teleskops von [EDIT] Messier 78 bekam die beste Note, und er belegt auch gleich noch die Plätze 2 und 7.

Gemini Observatory/AURA

Adaptive Optik mit Laser Guide Star in Langzeitbelichtung: Hier strahlt das Gemini-Nord-Teleskop in den Weltraum, eine Technik, die auch verwendet wurde, um mit dem Near-Infrared Field Spectrograph Sterngeschwindigkeiten um das Zentrum der elliptischen Galaxie Messier 87 zu messen. Aus denen dann – kombiniert mit Messungen am McDonald Observatory am Galaxienhalo – die Masse des mutmaßlichen Supermassiven Schwarzen Lochs im Zentrum zu 6.6±0.4 Mrd. Sonnenmassen bestimmt wurde.

Nachrichten vom Saturn-System kompakt

2. Dezember 2010

Noch mehr Enceladus-Bilder vom 30. November im Zusammenhang mit dem engen Vorbeiflug, mit ungewöhnlicher Beleuchtung. Die Hinweise auf flüssiges Wasser im Inneren des kleinen Saturnmonds untermauern übrigens weitere Modellrechnungen – und wieder andere Rechnungen erklären seine Wärmequelle mit Gezeiten plus leichter Libration.

Rhea ohne Ring – aber mit Sauerstoff/CO2-Atmosphäre

Während neue tiefe Aufnahmen der Cassini-Kamera die These von einem kleinen Ringsystem um diesen Saturnmond inzwischen arg in Frage stellen (womit die gemessenenTeilcheneffekte um so mysteriöser erscheinen; auch sie waren nicht reproduzierbar), wartet Rhea nun mit einer extrem dünnen Atmosphäre – besser wohl: Exosphäre – aus Sauerstoff und Kohlendioxid auf. Während der Sauerstoff leicht durch aus der Oberfläche aus Wassereis herausgeschlagene Moleküle erklärt werden kann, müssen für das C02 komplexere chemische Prozesse angenommen werden. Und die Vielfalt der Saturnmonde ist wieder reicher geworden – zumal es eine Sauerstoff-reiche Atmosphäre im Sonnensystem sonst nur bei der Erde gibt. (JPL Release 29., New Scientist Blog, BdW 26.11.2010 zur Atmosphäre, Planetary Society Blog 12.10.2010 zum Ringproblem)

Die Saturnmonde beeinflussen gegenseitig ihre Oberflächen durch Austausch von Material untereinander sowie mit bestimmten Ringen, wobei das Saturnmagnetfeld auch noch eine gewichtige Rolle spielt: Nach Jahren unzähliger Cassini-Beobachtungen formt sich allmählich ein schlüssiges Bild, das so manchen rätselhaften Aspekt der einzelnen Körper verstehen hilft. So könnte das kuriose Temperaturmuster auf Mimas auf eine ungleichmäßige “Bestrahlung” der Oberfläche durch energiereiche Elektronen zurück gehen. Und ein äquatoriales Fleckenmuster auf Rhea würde zumindest zu einem ehemaligen Ring o.ä. passen, der vor nicht allzulanger Zeit auf die Oberfläche gestürzt ist. (Cassini Release 7.10.2010)

Massenweise Produktion komplexer organischer Chemie in der oberen Atmosphäre des Titan

ist zu erwarten, dank freien Zugangs für UV-Photonen und energiereiche Teilchen von der Sonne: Das legen Laborversuche in Frankreich nahe, bei denen unter halbwegs realistischen Bedingungen Aerosole wachsen durften, die dann spektroskopiert wurden. Mehrere tausend verschiedene komplexe organische Verbindungen waren da zu finden, darunter alle 5 Nukleotidbasen von DNS und RNS und die zwei einfachsten Aminosäuren. Damit dürfte die Titanatmosphäre ein wahres Reservoir an präbiotischer Chemie sein (was direkt nachzumessen Cassini leider die Instrumente fehlen) – und auch auf der Erde könnte man sich vorstellen, dass wichtige Vorstufen des Lebens hoch in der Atmosphäre entstanden und dann auf den Boden regneten. (Univ. of Arizona News 7.10.2010. Auch ein EPSC Release zu Wolken-Trends auf Titan, Cassini League-Artikel zu Chemie im Saturn selbst, die durch Gewitter angetrieben wird, und ein JPL-Release zu merkwürdigen Trends bei der Wärmeabstrahlung Saturns)

Dynamik der Saturnringe auch ein Modell für andere Astronomie wie die Physik protoplanetarer Scheiben oder die Spiralbildung in Galaxien: Der Titan z.B. verursacht durch seine leicht geneigte Bahn umlaufende dreidimensionale Wellen (was bei entstehenden Planetensystemen Parallelen haben dürfte), während komplizierte Muster auch ganz von sich aus durch die Schwerkraftwirkung der Ringteilchen untereinander entstehen können, so am Rande des B-Rings. Und das hat gewisse Parallelen zu den Dichtewellen, die Spiralgalaxien ihre Arme geben. (Wired 4.10.2010 zu den Titan-Effekten, Cassini Release 1.11.2010 zu den ‘galaktischen’ Effekten. Und allgemeine Gedanken zu den Erkenntnissen über die Ringe und den Fortgang der Cassini-Mission von der Kamera-Frau)

Drei – ziemlich – aktuelle planetare Ansichten

24. Juni 2010

Die Erde aus der Sicht des Lunar Reconnaissance Orbiter und der Narrow Angle Camera des LROC-Systems: ein Schnappschuss vom 12. Juni während einer Kalibrierungssequenz für die Wide Angle Camera, der die Erde als helle Quelle vor dunklem Hintergrund für die Charakterisierung ihres internen Streulichts diente. Die Erde war nicht ganz da, wo sie sein sollte, daher fehlt ein Stück. Der LRO ist nun ein Jahr im Mondorbit und hat dort schon eine Menge zu sehen bekommen. NACHTRAG: Das Bild gibt’s auch mit mehr Pixeln.

Der Mars gestern aus Sicht der Mini-Kamera auf dem Mars Express: Unermüdlich liefert die Visual Monitoring Camera einen Schwall nach dem anderen (aus dem man auch dramatische Filme machen kann) – dabei sollte sie doch eigentlich nur den Abflug des Beagle dokumentieren und dann für immer schweigen. Aber man hat sie später wieder in Betrieb genommen, worüber schon länger ein Blog und nun auch ein Twitter-Feed berichten.

Die Saturnringe und Prometheus vor Rhea am 9. April: Der 86 km große Prometheus, der zwischen den Hauptringen und dem F-Ring läuft, war da 1 Mio., die 1528-km-Rhea 1.6 Mio. km vom Cassini-Orbiter entfernt, der übrigens den engen Titan-Vorbeiflug am 21. Juni (“Cassini wagt sich …”) problemlos absolviert hat, worüber das JPL kurioserweise bisher nur in einem Blog berichtete.


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