Posts Tagged ‘TanDEM-X’

Bilder der Woche: Raketen und andere Kracher

17. Dezember 2010

Eine Black Brant XII startet von der Andøya Rocket Range in Norwegen am frühen Morgen des 12. Dezember im Rahmen des Forschungsprogramms RENU (Rocket Experiment for Neutral Upwelling): Es geht um die Wechselwirkung von Sonnenwind und Erdmagnetosphäre nebst Auroraprozessen. (Der RENU-Start wurde auch im Blog einer anderen Andøya-Kampagne anlässlich der Geminiden erwähnt.)

Soyuz TMA-20 startet zur ISS, in der Nacht vom 15. zum 16. Dezember; an Bord u.a. der ESA-Astronaut Paolo Nespoli – welche Köstlichkeiten er wohl diesmal verkosten wird? :-) Der zweitägige Flug verlief diesmal aufregender als üblich, da zeitweise die Verbindung zur Erde abriss; die Ankunft verlief dann problemlos, am Abend des 17. Dezember.

Der Dragon-Kapsel sieht man ihren ersten Raumflug kaum an, von dessen Verlauf (“Nach dem Dragon-Erfolg …”) es inzwischen weitere Bilder und Einzelheiten gibt (auch hier und hier): Insgesamt wurden 8 Nutzlasten im Orbit ausgesetzt. Weitere Artikel zum Flug und seiner Bedeutung vom 17. Dezember, 14. Dezember und 13. Dezember (mehr, mehr).

Vulkane in der Atacama-Wüste auf einem Radarprodukt von TanDEM-X: Am 14. Dezember war die Testphase abgeschlossen und der Nachweis erbracht, dass der operationelle Betrieb, also das Sammeln der Höhendaten, ab 2011 beginnen kann.

Eine “Beleuchtungskarte” von der Südpolregion des Mondes, basierend auf 1700 Aufnahmen der Weitwinkelkamera des Lunar Reconnaissance Orbiter aus 6 Monaten (also Mond-Tagen), die entzerrt und gestackt wurden: Die Helligkeit gibt nun an, wieviel Licht auf einen entsprechenden Punkt gefallen ist. Mehr dazu auch hier und hier – und zu neuen LOLA-Höhenkarten.

Der Supernovarest SNR B0509-67.5 in der LMC auf einer Hubble-Aufnahme – die Ia-Explosion vor rund 400 Jahren wurde offenbar von niemand beobachtet. Das Bild lässt sich auch mit Röntgendaten von Chandra kombinieren.

Die Galaxien M 60 (elliptisch) und M 51 (Spirale) aus Sicht des IR-Satelliten WISE: Blau und Zyan entsprechen 3.4 und 4.6 µm und stammen von Sternen, Grün und Rot sind 12 und 22 µm und entsprechen Staub.

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

4. November 2010

TanDEM-X und TerraSAR-X jetzt in engem Formationsflug

Nur noch 350 Meter (und dem nächst 200 m) trennen jetzt die beiden Radarsatelliten, die damit im bistatischen Modus arbeiten können: Einer schickt die Radarpulse aus, beide empfangen sie. Interferometrisch zu Höhenkarten verarbeiten kann man zwar auch Radardaten, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnen wurden, aber nun fallen Fehlerquellen durch Veränderungen der Erdoberfläche zwischen den Überfliegungen weg. Und weil nur ein Radar aktiv sein muss, werden auch die Resourcen geschont. Ab Januar beginnen die Routinebeobachtungen, die zu einer 3D-Karte der Erde mit 12-m-Pixeln und 2 m Genauigkeit führen sollen: Die Karte aus der Shuttle Radar Topography Mission vor 10 Jahren ist dann Geschichte. (DLR Releases 19., 15., Missionsblog 19., 15., 12.10.2010; BBC 19., Spaceflight Now 17., BBC, Frankfurter Rundschau 15.10.2010. Und ein ESA Release zu gemeinsamen Radarbeobachtungen von ERS-2 und Envisat – den letzten, denn danach wurde der Envisat auf eine andere Bahn verschoben)

Die Inbetriebnahme des CryoSat ist fast abgeschlossen: Sein Radarhöhenmesser SIRAL hat sich als sehr stabil erwiesen, und die Bahnbestimmung der DORIS ist hoch genau, und auch ein kleiner Drehratensensor tut’s. (ESA, UKSA Releases 26.10.2010. Auch ein ESA Release und Space.com zur Wiederherstellung von GOCE und ESA Releases vom 2.11. und 6.10., Spaceflight Now und Space.com zum erfolgreichen Kampf von SMOS gegen Störsender)

Der Start des Umweltsatelliten Glory ist auf Februar 2011 gerutscht, wofür diesmal Probleme mit der Mechanik der Solarzellen verantwortlich sind. Der Satellit soll sich dem “A Train” mehrerer NASA-Umweltsatelliten in nahem Formationsflug anschließen und trägt u.a. einen Sensor für die Gesamtstrahlung der Sonne – der dringend in den Orbit muss, um einen alternden auf SORCE abzulösen. (Space News 8., Universe Today 2.10.2010. Betroffen ist auch der Mit-Passagier KySat. Auch ein NASA Release zum A Train und ein JHU APL Release zu einer weiteren Missionsverlängerung für TIMED)

Satellit gestartet zur … Satelliten-Beobachtung

Wie er genau arbeiten soll, wird nicht verraten, aber er hat ein frei bewegliches 30-cm-Teleskop mit 2.4-Megapixel-Kamera und wird in das bodengebundene System der Weltraumüberwachung der USA mit Radaranlagen und optischen Teleskopen eingebunden: der Space Based Space Surveillance Satellite (SBSS), den am 25. September eine Minotaur IV mit einem spektakulären Nachtstart in Kalifornien auf einen 630-km-Orbit mit 98° Neigung brachte. Sieben Jahre soll er arbeiten und wohl vor allem Positionen von fremden Satelliten und Raumschrott messen aber vermutlich auch unbekannte Raumflugkörper identifizieren helfen. Die nächste Minotaur, für die dies übrigens der 18. Erfolg bei 18 Starts war, soll am 19. November in Alaska abheben, u.a. mit FASTSAT & Nanosail D an Bord. (Orbital, USAF Releases 26.9.2010; Spaceflight Now 6.10., Palomar Skies, Space.com, Spaceflight Now, Space Today 26.9.2010. Und ein NASA Release zum FASTSAT)

X-37B verschwunden – und wieder im Orbit aufgetaucht: Der kuriose Geheimshuttle hat erneut seine Bahn geändert (“Geheimshuttle …”) und war den Amateursatellitentrackern entwischt, die schon seine Landung wähnten. Doch dann wurde er wieder gefunden, die Bahn war jetzt nur 54 km niedriger. (sUAS News 13., Universe Today 14., Strategy Page 15.10.2010.)

AEHF muss sich mit exotischem Ionenantrieb retten: Der gestrandete Satellit (“Teurer …”) hat seine Bahn bislang mit kleinen Düsen angehoben, aber nun müssen die Hall Current Thrusters ran. (Spaceflight Now 17.10.2010. Auch Space News zur anhaltenden Wanderung des überraschen zähen Galaxy 15 [“Der Zombie-Satellit …”], dem hoffentlich bald der Strom ausgeht – und der dann vielleicht wieder unter Kontrolle zu bringen ist)

Erster Demonstrationsflug einer “Dragon” am 18. November

Nach allerlei Verschiebungen soll nun bald die zweite Falcon 9 mit der ersten Dragon-Kapsel starten: eine besonders anspruchsvolle Mission, da letztere in 4 Stunden ein komplettes Flugprofil mit mehreren Erdorbits, Wiedereintritt und Fallschirmlandung vorführen soll. Space X hofft weiterhin, mit einem Erfolg die NASA so zu beeindrucken, dass die nächste Dragon gleich die ISS ansteuern darf. (Spaceflight Now 26., Space News 25., Space.com 11., Universe Today 5.10., Space News 22.9., AW&ST 30., Technology Review 25.8.2010) NACHTRAG: Der Start wurde nun auf den 7. Dezember verschoben, ohne Angabe von Gründen.

PRISMA-Rendezvous-Experimente laufen: Das Satellitenpaar Mango & Tango (“Die Prisma-Satelliten …”) hat bereits – mit Hilfe eines GPS-Systems des DLR – wieder bis auf 7 m Abstand zusammen gefunden. Und im weiteren Verlauf der Technologiemission ist mittels optischer Sensoren eine Annäherung bis auf 1 m vorgesehen. (DLR-Pressemitteilung 29.9., Spaceflight Now, Space.com 25.10.2010)

Euclid vs. WFIRST: verfahrene Situation zwischen ESA und NASA

Bei der ESA ist ein Weltraumobservatorium zur Erforschung der Eigenschaften der Dunklen Energie unter den letzten drei Kandidaten (“Drei Finalisten …”) für die nächste Mittelklassemission, mit einem Start vielleicht schon 2018 – und der NASA hat die Decadal Survey (siehe ISAN 117-5) als wichtigste Sternwarte im Weltraum ebenfalls eine verordnet, die sich der Dunklen Energie aber nebenher auch anderen Dingen annehmen soll, dies aber vermutlich nicht vor 2022. Da droht eine kostspielige Dopplung, und schon eine Weile wird über allerlei Optionen von gegenseitiger Beteiligung bis zu kompletter Verschmelzung der Projekte debattiert, doch eine Lösung nach wie vor nicht in Sicht. (Space Policy Online 28., 19., Space News 17., Nature Blog, Space Policy Online 16.9.2010)

Indischer Nanosatellit startet erst 2011: Jugnu (“Der erste in Indien …”), an dem 45 Studenten und 12 Professoren geschraubt haben, hat erst in der 1. Jahreshälfte 2011 eine Mitfluggelegenheit bekommen. In einer 700 km hohen Polarbahn soll er trotz seiner geringen Größe echte Erdbeobachtung betreiben. (Indian Express 15.10.2010)

3037 Trümmer des chinesischen ASAT-Experiments kreisen weiter um die Erde!

97% der Bruchstücke, die der Antisatelliten-Test 2007 produzierte, sind auch 3 1/2 Jahre später noch im Orbit und machen 22% der katalogisierten Objekte im niedrigen Erdorbit aus. (Space Policy Online 15.10.2010)

Australischer Astro-Ballon-Fehlstart Folge von fehlendem Risiko-Bewusstsein: Ein umfangreicher Untersuchungsbericht über den Unfall im April (“Astronomie-Ballon …”) kommt zu dem Schluss, dass einfach keiner geahnt hatte, was für Gefahren von einer über den Boden schleifenden schweren Nutzlast ausgehen kann. Viele Prozeduren werden nun verbessert – oder erstmals in Worte gefasst, denn es gab bisher erstaunlich wenig Vorschriften. Der amerikanische Startchef kannte noch nicht einmal die australische Notrufnummer … (NASA Release 22., ABC, Nature Blog 25.10.2010. Auch New Scientist Blog und Universe Today über einen Ballon-Testflug im Rahmen des Google Lunar X Prize)

Drei aktuelle Bilder aus dem Sonnensystem

20. August 2010

Testbeobachtungen mit dem Radarsatelliten-Paar TerraSAR-X und TanDEM-X im interferometrischen Modus aber noch vor Erreichen der endgültigen relativen Bahn sind für allerlei Darstellungs-Experimente verwendet worden: hier eine (deutlich überhöhte!) Schrägsicht auf den Teide-Vulkan auf Teneriffa nebst Caldera …

… und hier der gerade in Grönland abgebrochene Rieseneisberg. Dabei zeigt die interferometrische Phase nicht nur die “Höhenlinien” sondern auch minimale Bewegungen der Eisschollen in den 3 sec Zeitunterschied zwischen den zwei Satellitenaufnahmen, erkennbar an den schnellen Farbwechseln auf den kleineren Eisschollen.

Enceladus und ein Saturnmond im Gegenlicht, eines von zahlreichen Rohbildern, die beim Vorbeiflug Cassinis am 13. August entstanden und sogar Material für ein Filmchen hergeben.

Nachrichten aus der Erdbeobachtung kompakt

30. Juni 2010

Ein Radarbild des neuen TanDEM-X mit 1 Meter Auflösung: Der neue Satellit kann auf unterschiedliche Weise beobachten, und bei diesem Spotlight-Modus zoomt er auf ein etwa 5 bis 10 km großes Gebiet, in dem innerhalb von Sekunden hunderte von Schaltungen an der Antenne durchgefahren werden, um die Radarstrahlen auf ein Ziel gerichtet zu halten. Rund 200 Bilder in verschiedenen Modi sind schon entstanden; im DLR-Missionsblog berichten fast täglich wechselnde Projektmitarbeiter über die Fortschritte (und setzen dabei einen neuen Standard für die Kommunikation einer Mission im Web).

Der Salzgehalt der Weltmeere, beobachtet vom ESA-Satelliten SMOS im Mai, je röter desto salziger: Trotz der Probleme mit Störsendern (“Bodenfeuchte-Satellit …”) liefert ‘Soil Moisture and Ocean Salinity’ überzeugende Daten, und der erste Satz wird im Juli publik gemacht. Neben dem Salzgehalt der Meere mit 200 km Ortsauflösung wird man auch die Feuchtigkeit des festen Bodens mit 4% Genauigkeit und 50 km Ortsauflösung ablesen können; im September gibt’s noch mehr. (ESA Release, BBC 30.6.2010)

Das erste globale Modell der Erdschwerkraft von GOCE, basierend auf Messungen des ESA-Satelliten (“Die ersten Daten …”) von Nov. bis Dez. 2009: Zu sehen ist (Farbe = Höhe) das Geoid, d.h. jene Fläche, die ein globaler Ozean ohne Gezeiten und Strömungen einnehmen würde. Seit Mitte Sep. 2009 vermisst der Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer aus einer mit 254.9 km Höhe extrem niedrigen Bahn das Schwerefeld – und die geringere Dichte der oberen Erdatmosphäre infolge der geringen Sonnenaktivität könnte bedeuten, dass dies noch bis 2014 so weiter gehen kann. Einer der beiden Computer an Bord ist allerdings ausgefallen, doch der verantwortliche Chip scheint nicht aus einer schlechten Serie zu stammen – daher wird erwartet, dass der zweite Rechner durchhält. (Space News 30., ESA, UKSA Releases, Nature Blog 29., BBC 28.6.2010) NACHTRAG: noch ein Artikel.

Auch der CryoSat 2 hat erste Daten geliefert

Und der ESA-Eisforschungs-Satellit hat bereits beweisen können, dass sein Radarverfahren funktioniert. Beim Dnepr-Start war der Satellit auf einer etwas zu hohen Bahn abgesetzt worden, aber die Korrektur – von 770 auf unter 760 km Höhe – kostete nur 2.5 kg Treibstoff, während 15 kg für einen derartigen Fall eingeplant waren. Jetzt werden nur noch 2 Gramm pro Tag verbraucht, und die Mission könnte 5 Jahre dauern. (BBC 29.6.2010. Und die Space News über Finanzierungsprobleme des europäischen Erdbeobachtungssystems GMES) NACHTRAG: auch ein ESA Release zu CryoSat.

Neubau des Orbiting Carbon Observatory wieder auf derselben Rakete: Weil sich die Nutzlastverkleidung der Taurus-Rakete nicht löste, erreichte das OCO der NASA letztes Jahr den Orbit nicht (siehe Cosmic Mirror #325, Kurzmeldungen) – und nun hat die NASA den Startvertrag für OCO 2 (“Das verlorene …”) abermals an Orbital Sciences und dieselbe Taurus XL 3110 vergeben, kein Wunder, da der Satellit ein perfekter Klon des ersten ist. Der ‘root cause’ des damaligen Disasters wurde nie gefunden aber immerhin vier Schwachstellen, die angegangen werden konnten. Und bevor OCO 2 im Februar 2013 starten soll, darf sich die Taurus bereits am 22.11.2010 beim Start des NASA-Satelliten Glory bewähren. (NASA Release 22., Spaceflight Now, Scientific American 23.6.2010)

Streit um Aufträge für die neuen Meteosats beigelegt

Der langwierige deutsch-französische Hickhack um die Meteosats der 3. Generation (“Noch kein Hauptkontraktor …”) ist zuende: Ein Konsortium unter Führung der französischen Thales Alenia Space darf die Satelliten für 1.25 Mrd. Euros bauen, aber das deutsche EADS Astrium bekommt eine größere Rolle bei den Instrumenten der 6 Satelliten, die ab 2016 starten sollen. Gegenüber der aktuellen 2. Generation sind sie wieder leistungsfähiger und können z.B. die Atmosphäre schichtweise untersuchen. (BBC 21., Raumfahrer 22., Spaceflight Now 23.6.2010)

Die nächsten europäischen polaren Wettersatelliten werden paarweise kommen, so dass das Eumetsat Polar System, 2nd Generation, mehr Instrumente tragen kann. Bisher hat Europa erst einen polaren Wetterbeobachter gestartet, 2006 den Metop-A; -B und -C sind aber schon fertig und werden in Reserve gehalten und vermutlich 2012 und 2016 starten. (BBC 22.6.2010. Und Spaceflight Now zum Joint Polar Satellite System der USA, dessen erster Satellit JPSS 1 nun 2014 starten soll: Er ist identisch mit dem NPP-Satelliten, der eigentlich Vorreiter des gemeinsamen militärisch-zivilen Satellitenssystems NPOESS werden sollte, dessen Kosten und Komplexität aus dem Ruder gelaufen waren)

Impressionen aus der Raumfahrt kompakt

26. Juni 2010

TanDEM-X hat schon die ersten Radarbilder geliefert, nur etwas mehr als drei Tage nach dem Start! Oben Berge auf Madagaskar, unten ein Stausee in der Ukraine, dazwischen feiernde Wissenschaftler am Nachmittag des 24. Juni mit ersten Ausdrucken. “Damit haben wir den Weltrekord bei der Erstellung von Satellitenbildern gebrochen”, sagt ein Projektleiter – jetzt wird der neue Satellit (“Pünktlicher Start …”) erst einmal ausgiebig getestet, bevor im Oktober der Formationsflug mit TerraSAR-X in nur 200 m Abstand beginnt. Mit ersten 3D-Bildern durch das Satelliten-Paar im interferometrischen Modus wird im Januar 2011 gerechnet: “Dann beginnen wir mit der Vermessung der gesamten Erde und generieren das Höhenmodell.”

Ein Schnappschuss der Sonne durch den Satelliten SDO im ultravioletten Licht – Anklicken liefert das jeweils letzte verfügbare Bild mit hoher Auflösung.

Mal wieder eine Konjunktion von Saturn-Monden aus Cassini-Sicht, diesmal Dione im April vor Titan, bei dem auch eine vage Bänderstruktur in der Nähe des Nordpols zu erkennen ist.

Die Spiralgalaxie Messier 83 aus Sicht des IR-Satelliten WISE bei 3.4 bis 22 µm; alle Instrumente des Satelliten sind beteiligt: Junge Sterne erscheinen in dieser Falschfarbenversion in grün, Staub in Rot.

Der Start einer Delta II einmal anders: Auf den Start einer dieser Raketen am 7. Juni 2007 in Vandenberg einen hatten mehrere Fallschirmspringer schon gewartet (das Bild macht gerade mal wieder die Runde im Web). Oder wie wär’s mit diesem Arrangement für den Shuttle-Start am 14. Mai diesen Jahres?

Sonntagnacht: EPOXI holt Schwung an der Erde

Bis auf 30’400 km wird Ex-Deep-Impact auf dem Weg zum Kometen Hartley 2 (“Kurskorrektur …”) in der Nacht 27./28. Juni an die Erde heran steuern, um sich 1.5 km/s mehr Schwung zu holen. Die größte Annäherung über dem Südatlantik erfolgt um 0:03 MESZ. (JPL, UMD Releases, Spaceflight Now 24.6.2010)

Die Öffnung der Kapsel von Hayabusa hat begonnen – und es ist schon mal ein wenig Gas aus dem hermetisch versiegelten Probenbehälter entwichen: Vielleicht stammt es aus Material vom Asteroiden Itokawa, vielleicht auch nicht. In etwa einer Woche wird der Behälter ganz geöffnet sein; Röntgenbilder zeigten bereits, dass kein individuelles Teilchen > 1 mm darin ist. (Spaceflight Now, Japan Times 25., JAXA Release, BBC, Space Policy Online 24.6.2010)

Nachrichten aus der Erdbeobachtung kompakt

20. Juni 2010

Nur noch wenige Stunden bis zum Start von TanDEM-X

Ein Probecountdown für den deutschen Radar-Satelliten (“Schon 6 Tage später …”) ist schon absolviert, und um 4:14 MESZ am 21. Juni soll die Dnepr nun aus ihrem Silo in Baikonur flutschen: Mindestens drei Jahre gemeinsame radarinterferometrische Messungen der beiden fast identischen TanDEM-X und TerraSAR-X sind geplant. Das Ziel ist eine komplette 3D-Karte der festen Erde, mit einer Maschenweite von 12 Metern und einer Höhenpräzision von 2 Metern. Da es sich um eine Private-Public Partnership handelt, wird es allerdings nicht ganz leicht, an die Daten(produkte) heran zu kommen. (Grundlagen, Datenpolitik, Start-Blog; DPA, Welt)

Die Mission der GRACE-Satelliten wird bis 2015 verlängert

Das haben DLR (Satellitenbus, Start, Betrieb) und NASA (Instrumente, Datenarchiv) beschlossen: Das 2002 gestartete Satellitenpaar zur extrem genauen Vermessung des Erdschwerefelds (siehe Artikel 447) hat sich u.a. erheblich um Transportprozesse von Wasser auf der Erde verdient gemacht (siehe z.B. Artikel C54) aber auch um die Beobachtung vieler anderer Vorgänge, die das Schwerefeld der Erde subtil verändern. (DLR PM, JPL, NASA Releases 10., NASA Blog 16.6.2010)

Die ersten Daten des Schwerefeld-Satelliten GOCE sind öffentlich, “Level-1b-Daten” vom November 2009: Die ersten weiter verarbeiteten Level-2-Daten des Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer – ein komplettes Modell des Schwerefeldes der Erde – werden Ende des Monats ausführlich auf einer Tagung in Norwegen präsentiert. (ESA Release 9.6.2010. Auch eine PM der TU München zur GOCE-Vermessung des Himalaya)

Bodenfeuchte-Satellit SMOS kämpft mit Störsendern

Der ESA-Satellit (“Hydrologie-Satellit SMOS …”) ist der erste Erdbeobachter, dessen Messgerät im L-Band des Radiospektrums arbeitet – und die Hydrologen mussten eine böse Überraschung erleben: Da funken eine Menge Sender, von denen man nichts wusste und die die Daten verschlechtern. Einige konnten inzwischen allerdings zum Schweigen gebracht werden, und da auch die USA und China L-Band-Satelliten vorbereiten, wird bald noch mehr Druck gemacht werden können. Der Satellit SMOS an sich ist inzwischen ausgetestet, und Programme zur Eichung z.B. durch Parallelbeobachtungen mit Flugzeugen laufen (ESA Release 21., General-Anzeiger 12., Nature Blog 6., BBC, Tracker 5.5.2010)

Zufrieden mit den Spirale-Frühwarnsatellitchen, die letztes Jahr zusammen mit zwei Nachrichtensatelliten auf einer Ariane 5 gestartet worden waren, ist das französische Militär: Sie haben Millionen Erdaufnahmen im Infraroten gemacht, um den Hintergrund zu ermitteln, vor dem die Signatur startender Raketen erkannt werden müsste. (Astrium Release 15.6.2010)

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

13. Juni 2010

Von-Kármán-Wirbel südlich der Kanarischen Inseln auf einem Envisat-Bild vom 6. Juni: Die Inselgruppe störte eine Luftströmung von Norden, was eine charakteristische Wirbelschleppe auslöste, benannt nach dem ungarisch-amerikanischen L&R-Ingenieur Theodore von Kármán.

Nächster Dnepr-Start am 15. Juni: Prisma-Paar und Picard

Und wieder wartet eine Dnepr-Rakete auf ihren Start, diesmal in einem Silo auf der südrussischen Militärbasis Yasny: Am 15. Juni um 16:42 MESZ soll sie den Sonnenforschungssatelliten Picard und die beiden Satelliten Mango und Tango (zusammen als Prisma bekannt) in den Orbit bringen. Diese trennen sich von einander und sollen dann im Laufe von 10 Monaten immer wieder zu einander finden und in Formationsflug gehen, wobei zahlreiche Technologien getestet werden. (Spaceflight Now 7.6.2010)

Schon 6 Tage später soll die nächste Dnepr starten, in Baikonur mit dem Satelliten TanDEM-X (“Der deutsche Satellit …”), der zusammen mit dem betagten TerraSAR-X drei Jahre lang die Erde in 3D kartografieren soll – letzterer müsste gerade noch so lange durchhalten. (Astrium Release 8., DLF 9.6.2010; DLR-Start-Blog)

Das nächste Sonnensegel ist schon startklar: auf dem FASTSAT

Kaum hat der japanische Sonnensegler IKAROS die wichtigste Hürde genommen, darf sich auch das erste Modell made in USA auf den Weg zum Start machen: Das Nanosail D (“Doch ein Wiederflug …”) ist eine von sechs Nutzlasten des FASTSAT (“Fast, Affordable, Science & Technology Satellite) der NASA und des DoD, der im Mai die Erlaubnis für die Reise nach Alaska erhielt. Denn dort soll er – frühestens am 1. September – auf einer Minotaur IV starten. Außer dem Sonnensegel-Demonstrator (der als Nanosatellit aus dem Mikrosatelliten FASTSAT herauskatapultiert wird, was selbst schon ein wichtiges Experiment ist) sind zwei weitere Technologieexperimente und drei Instrumente zur Atmosphärenforschung an Bord. (NASA Feature 7., NASA Release 8.6.2010)

TacSat-3 ist jetzt operationell: Der im Mai 2009 gestartete militärische Forschungssatellit hatte zunächst ausgiebig seine Hauptnutzlast, das abbildende Spektrometer ARTEMIS, getestet, das sich u.a. bei der Planung von Hilfsmaßnahmen nach den Erdbeben in Haiti und Chile bewährte – aber seit dem 12. Juni untersteht der Satellit dem Air Force Space Command, das diese Technik auch nutzen will. (USAF Release 10.6.2010)

Startvertrag für IRIS, den nächsten Small Explorer der NASA

Der Interface Region Imaging Spectrograph soll im Dezember 2012 auf einer Pegasus XL starten: Als Ergänzung zum Solar Dynamics Observatory wird er den Energie- und Plasma-Fluss durch die Sonnenatmosphäre und Heliosphäre messen. Zusammen mit IRIS war vor einem Jahr auch der Gravity and Extreme Magnetism Small Explorer ausgewählt worden, der 2014 starten soll, wohl ebenfalls auf einer Pegasus XL. Beide Projekte dürfen maximal 105 Mio.$ kosten, zzgl. Start. (NASA Release 8., Space News 9.6.2010)

Neuseelands Rakete schaffte es tatsächlich bis in den Weltraum – jedenfalls hat die ATEA-1 bei ihrem Start im November 2009 nach Berechnungen die 100-km-Marke geknackt. Die erste Stufe konnte von einem Fischerboot aus dem Meer gezogen und gespeicherte Telemetrie ausgelesen werden: Danach hat sie stabil gebrannt und den meisten Treibstoff verbraucht, und die 2. Stufe trennte sich sauber – ergo sollte sie hoch genug gekommen sein, dass sich Neuseeland nun als Weltraumnation schmücken kann … (AstroSwanny´s 27.3.2010)

Nachrichten aus der Raumforschung kompakt

2. Mai 2010

Das Hubble Space Telescope feierte seinen 20. “Geburtstag” (also Jahrestag des Shuttle-Starts am 24.4.1990) u.a. mit diesem reichlich heftig bearbeiteten Ausschnitt aus dem Carina-Nebel (sind HST-Aufnahmen etwa romantischer Malerei vergleichbar …?), der Möglichkeit, hunderttausende Hubble-Bilder von Galaxien zu klassifizieren, einem Wettbewerb zu Hubble in der Pop-Kultur – und dem Aufruf an seine Fans, Gedanken über Hubble zu formulieren, die dann zusammen mit den echten Daten im HST-Archiv landen sollen …

Das JWST hat seine Mission Critical Design Review passiert

Das gilt als der “signifikanteste Meilenstein der Mission” des voraussichtlich im Juni 2014 startenden nächsten großen Weltraumteleskops der NASA: Weil es nie komplett am Boden getestet werden kann, sind eine redundanter Modellierungs- und Analyse-Tools erforderlich, um das Funktionieren im Orbit zu gewährleisten. Sieben Jahre wird bereits am James Webb Space Telescope gearbeitet, 2011 soll das Design des Satelliten endgültig abgesegnet werden, und 2012 beginnt dann der Zusammenbau der drei Hauptelemente Instrumentenmodul, Teleskopoptik und Satellitenstruktur. (NASA Release, Feature, AW&ST 28.4.2010. Und Space.com zu anderen Ideen für große Weltraumteleskope)

Umbau des Alpha Magnetic Spectrometer verzögert Ende des Shuttle-Programms

Eigentlich sollte das AMS diesen Juli endlich zur ISS gebracht werden – doch angesichts der möglicherweise bis mindestens 2020 verlängerten Lebensdauer der ISS und eventuell auch technischer Bedenken (da sind sich die Quellen uneins) hat man sich kurzfristig entschlossen, den komplexen supraleitenden Magneten des schweren Detektors gegen den schwächeren Permanentmagneten auszutauschen, der 1998 schon einmal bei einem AMS-Test im Shuttle mitflog. Nicht nur gibt es nun Diskussionen, ob das eine gute Idee ist: Der Umbau verspätet auch die Auslieferung des AMS an die NASA so weit, dass der Startkalender für die letzten drei Missionen umgestrickt werden musste. Danach soll das AMS nun Mitte November – eigentlich sollten die Shuttles zum 30. September, dem Ende des Finanzjahres 2010, eingemottet sein – auf der allerletzten Mission dabei sein. Und es könnte passieren, dass der Start sogar in das Kalenderjahr 2011 rutscht. (Nature News 28., Space Today 27., CollectSpace 26.4.2010)

Astronomie-Ballon bei Fehlstart in Australien zerstört

Ein Auto umgeworfen, zwei Zuschauer nur knapp unbeschadet davon gekommen, die Nutzlast in Scherben: Das ist die Bilanz des Fehlstarts eines Forschungsballons in Australien, der das Nuclear Compton Telescope bis in 37 km Höhe tragen sollte. Die langwierige Befüllung des Ballons mit Helium hatte am Morgen des 29. April verspätet begonnen, und der Wind war stärker geworden – was dann genau passierte, ist noch rätselhaft. Und ein Blog über das Experiment ist plötzlich nicht mehr zugänglich … (StratoCat-Webseite über Stratosphärenballons mit detaillierten Spekulationen, NASA Statement, ABC, NT News, Space.com, Discovery, Telegraph, Nature Blog, Science Blogs, Spiegel 29.4., New Scientist 1.5.2010)

Zwei-Satelliten-Koronograph funktioniert … im Labor

Als Vorarbeit für den Koronographen auf der ESA-Mission Proba 3 hat seit dem 15.9.2009 eines jener StarTiger-Teams (“Neuartiges Satellitenkonzept”) in einem Labor in Marseille ein maßstabsgerechtes Modell eines Satellitenpaares aufgebaut, bei dem einer millimetergenau in die Sichtlinie des anderen manövriert wird, auf dass dessen Teleskop eine permanente Sonnenfinsternis erlebt. Und da sich der Occulter außerhalb der Optik befindet, gibt es viel weniger Streulicht als in einem traditionellen Koronographen, so dass auch die innere Korona zugänglich wird – wenn ein derartiges Satellitenpaar in 150 m Abstand von einander ‘installiert’ wird. Die betont bürokratiearme StarTiger-Methode hat sich nun bereits mehrfach bewährt und soll ab jetzt regelmäßig bei der ESA angewendet werden. (ESA Release 27.4.2010) NACHTRAG: später Artikel dazu. NACHTRAG 2: Der Formationsflug wird schon mal simuliert – aber erst 2014/15 soll Proba 3 starten.

ESA-Erdsatellit ERS-2 schon 15 Jahre im Einsatz

Eigentlich war er nur für drei Jahre ausgelegt, aber der am 21.4.1995 gestartete 2. “European Remote-Sensing”-Satellit ist – dank gelegentlicher Fernwartung seiner Instrumente – auch heute noch voll aktiv. Auch der Vorgänger ERS-1 war langlebiger als erwartet gewesen, so dass die beiden gemeinsam mit SAR-Interferometrie experimentieren konnten: eine Technik zur hochgenauen Vermessung der Erdoberfläche, die ERS-2 auch in mehreren Kampagnen zusammen mit seinem Nachfolger Envisat betrieben hat (und es dieses Jahr wieder tun wird). Seinen 77’777. Erdorbit hat ERS-2 kürzlich absolviert, und noch bis mindestens 2011 soll er betrieben werden. (ESA Press Release 21.4.2010. Auch zum Startvertrag für den 4. Earth Explorer “Swarm” und einen weiteren Satelliten)

Der deutsche Satellit TanDEM-X hat alle Tests bestanden

und wird am 11. Mai auf die Reise nach Baikonur geschickt, wo er am 21. Juni auf einer Dnepr starten soll: Danach wird der Radarsatellit ein Team mit TerraSAR-X (siehe Artikel 458) bilden und gemeinsam per SAR-Interferometrie (wie sie ERS-2 und Co. einst erprobten) die gesamte Erdoberfläche in 3D kartieren, mit einem Gitternetz von 12 Metern und einer Höhenpräzision von besser als 2 Metern. Wie TerraSAR wird auch TanDEM – was für “TerraSAR-X add-on for Digital Elevation Measurement” steht – als Public-Private Partnership betrieben: Das DLR und Astrium teilten sich die Kosten (59 bzw. 26 Mio. Euro), dafür werden die Daten dann vermarktet – z.B. an Kartographen in aller Welt. (DLR PM, Alles was fliegt 29.4.2010, DLR-Blog zur Mission)

Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

14. März 2010

Vier europäische Satelliten warten auf ihre drei Dnepr-Starts auf zwei Startplätzen

Probleme mit der ukrainischen Trägerrakete halten derzeit gleich mehrere europäische Projekte der Weltraumforschung auf. Der Flugcomputer der Rakete für den CryoSat 2 (“Russische Chirurgin …”) muss neu programmiert werden, um der 2. Stufe mehr Schub zu verschaffen: Diesen Monat wird wohl nicht mehr – in kasachischen Baikonur – gestartet. Das Satellitenpaar Prisma aus Schweden für Experimente im Formationsflug und der französische Sonnenforscher Picard sollen zusammen auf einer Dnepr im südrussischen Yasny starten, was frühestens um den 13. April gelingen dürfte – denn es gibt Zoff mit Kasachstan, auf dessen Territorium Raketenteile fallen werden. Und erst wenn CryoSat 2 unterwegs ist, kann – frühestens Ende Mai – eine Dnepr in Baikonur den deutschen TanDEM-X starten, der mit TerraSAR-X zusammen interferometrische Radarbeobachtungen der Erde machen soll. (Spaceflight Now 10.3.2010)

Zwei X-Flugzeuge vor Hyperschalltests: Dieses Jahr ist nicht nur der geheimnisvolle militärische Mini-Shuttle X-37B (“Test des unbemannten …”) an der Reihe, sondern auch der Hyperschall-Demonstrator X-51, der schon Ende März das erste Mal fliegen könnte. Eine Art Nachfolger der X-43A, die zweimal 2004 für Sekunden Mach 7 bzw. 10 erreichte: Diesmal soll es vier Testflüge bis Herbst geben, nicht ganz so schnell, dafür aber unter realistischeren Bedingungen. Und wieder verschwinden die Scramjet-tragenden Flugzeuge anschließend jeweils im Meer. Fernziel dieser Forschungen könnte ein Single-Stage-to-Orbit-Vehikel für die Raumfahrt sein. (SpacePorts 14.3.2010 zum X-37B und Space News 26.2. = Space.com 9., Welt 5.3.2010 zum X-51) NACHTRAG: Die X-37B wird möglicherweise am 19. April fliegen – ein kurzer TV-Clip dazu.

Tatsächlich Wasser in den Gesteinsproben von Apollo

Nicht nur per Fernerkundung lässt sich Wasser auf dem Mond finden: Auch im bei den Apollo-Missionen eingesammelten Mondgestein gibt es signifikante Mengen, wie sich allerdings erst jetzt sicher nachweisen ließ. Nach ersten Hinweisen in vulkanischen Glasperlen 2008 ist jetzt deutlich mehr in Apatit-Kristallen in dunklem Basalt aus den Mond-Maria gefunden worden: Das Mondinnere muss zehntausende mal mehr Wasser enthalten haben als bisher gedacht, wenn auch immer noch Zehnerpotenzen weniger als die Erde – was eine Fülle von Fragen aufwirft. (Nature News 464150a, Nat’l Geogr., New Sci. 9., Space.com 11.3.2010)

Die Mission des ICESat der NASA ist vorbei, denn das letzten Oktober ausgefallene Laser-Altimeter – auch der letzte der 3 Laser hatte sich verabschiedet – hat sich nicht wieder einschalten lassen. Der Satellit hatte das polare Eis systematisch vermessen aber auch andere Daten über die Erde, von Baumhöhen bis Aerosolen, geliefert. Einen Nachfolger könnte es 2015 geben. (NASA Mission Page 24., Spaceflight Now 25.2.2010)

Ein Weltraumteleskop aus 88 Spiegeln à 2 m auf Satelliten in engem Formationsflug

mit 30 Metern effektivem Durchmesser: Das ist ein exotisches Konzept eines “strukturlosen Teleskops” über das derzeit im Hinblick auf die nächste Generation von Weltraumsternwarten nachgedacht wird (“Scharfe Bilder fremder Erden …”), die die Exoplaneten-Forschung vorantreiben könnten. Wie schon beim Hubble Space Telescope, das nächsten Monat 20 wird, stehen auch hier Konzepte aus der Welt der Aufklärungssatelliten Pate: Ein derartiger Riesenspiegel auf einer hohen Umlaufbahn wäre weniger angreifbar als die heute üblichen Fotosatelliten auf niedrigen Bahnen und würde doch dieselbe Bildschärfe auf der Erde liefern. (Discovery News 11.2.2010)

2009 wurden weltweit 68 Milliarden Dollar für die Raumfahrt ausgegeben, 36 Mrd.$ für zivile Projekte (+9%) und 32 Mrd.$ für militärische (+12%). Mit 49 Mrd.$ dominierten die USA bei weitem, gefolgt von Europa mit 8 Mrd.$ und Japan und Russland mit je 3, China mit 2 und Indien mit 1 Mrd.$. (Space News 25.2.2010)


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