Archive for 29. April 2009

Weitere größere Artikel

29. April 2009

Rekord: Rotverschiebung über 8. Der GRB 090423 ist das bei weitem fernste – bzw. jüngste, vom Urknall aus gesehen – Himmelsobjekt, dessen z-Wert direkt gemessen wurde.

Meilensteine — und Verwirrung — in der Welt der Exoplaneten. Gliese 581c und d machen Schlagzeilen als masseärmster und lebensfreundlichster(?) Planet – und Nu Octantis b schockt die Himmelsmechaniker.

Kaguya revolutioniert die Mondtopografie. Superbe Mondrandprofile lassen sich aus der Laseraltimetrie des japanischen Orbiters berechnen.

Die »100 Stunden Astronomie« werden im Herbst wiederholt – und zwar verkürzt als “Galileische Nächte”.

Kurzberichte

Ein großer »Blob« in der Frühzeit des Kosmos, das Objekt Himiko

Das anhaltende »Tief« der Sonne und was es bedeuten könnte: Lockwoods Überlegungen

Wie Lichtverschmutzung im Detail funktioniert – komplexe Berechnungen der Lichtstreuung

Aus dem IYA-Blog und Cosmos4U im April 2009

Das Portal of the Universe ist da! Und die “100 Stunden” werden wiederholt. Und “She is an astronomer” läuft auch.

Mercury, Moon & Pleiades line up after Moon occulted Venus

Und jetzt: die “International Dark-Sky Week” vom 20.-26. April

Supernova with 13 to 14 mag. in a galaxy in Ursa Major!

Nach den “100 Stunden Astronomie”: Versuch einer ersten Bilanz

Rare joint comet discovery by a spacecraft – and an amateur astronomer

Die “100 Stunden Astronomie” laufen – und die großen IYA-Ausstellungen in Deutschland & den USA!

Erstaunliche Schattenphänomene auf den Saturnringen

29. April 2009

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können derzeit von der Raumsonde Cassini beobachtet werden, da die Sonne zum ersten Mal seit Missionsbeginn nahezu von der Seite auf das Ringsystem fällt. Es ist zwar extrem flach, aber bei schrägem Licht werden nicht nur Unebenheiten sichtbar, auch kleine und kleinste Monde fallen auf, weil sie extrem lange Schatten quer ueber die Ringe fallen lassen. Tausende nur kilometergroße Brocken oder auch nur zeitweilige Zusammenballungen von Ringmaterial sind für das erstaunliche Muster verantwortlich, das nun am Rand des B-Rings aufgetaucht ist (und auf das erstmals Amateurastronomen hinwiesen, die sich die Bilderflut Cassinis vorknöpfen). Zum letzten Mal gaben sich die Saturnringe Mitte der 1990-er Jahre ‚die Kante’, und es wurden eine Menge neue Details des Ringsystems schon von der Erde aus entdeckt. Diesmal ist die irdische Sicht schlechter, dafür sind Cassinis Augen vor Ort.

Planetary Society Blog vom 13. April 2009

Jetzt stehen zwei große Cherenkov-Teleskope auf La Palma

29. April 2009

magic

nachdem sich MAGIC II zur bekannten Nr. I gesellt hat. Zusammen mit diesem bietet das weltweit größte Gammastrahlenteleskop nun neue astrophysikalische Forschungsmöglichkeiten. Die Untersuchung von Beschleunigungsmechanismen für Elementarteilchen in galaktischen und extragalaktischen Objekten beispielsweise erlaubt neue fundamentale Einsichten in die Geschichte von gewaltigen Strahlungsvorgängen im Universum. Mit ihren beiden, im Durchmesser je 17 Metern großen, Spiegelflächen sind die MAGIC-Teleskope die größten Cherenkov-Teleskope der Welt.

MPG Press Release vom 15. April 2009

Neuer Vermesser des Erdschwerefelds im Orbit

29. April 2009

24_l3Im zweiten Anlauf gelang am 17. März der Start des ESA-Forschungssatelliten GOCE, was für „Gravity field and steady-state Ocean Circulation Explorer” oder Satellit zur Bestimmung des Schwerefelds und der stationären Ozeanzirkulation steht, mit einer russischen Rockot-Trägerrakete vom Kosmodrom Plesetsk in Nordrussland: Der für ein Raumfahrzeug ungewöhnlich flugzeughaft konstruierte Satellit gelangte in eine quasi sonnensynchrone niedrige Erdumlaufbahn. Mit diesem Start beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte der europäischen Erdbeobachtung: GOCE ist der erste einer neuen Reihe von ESA-Satelliten zur Erkundung unseres Planeten und seines Umfelds mit dem Ziel, unser Wissen über die Mechanismen des Systems Erde und ihre Entwicklung zu erweitern, um sie besser zu verstehen und so den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. GOCE wird insbesondere die winzigen Unterschiede im Schwerefeld der Erde messen – die zahlreiche Informationen nicht nur über das Erdinnere sondern auch die Meere enthalten.

Um diese Mission zu ermöglichen, musste die ESA mit einem Konsortium von 45 europäischen Unternehmen und Wissenschaftlern gewaltige technische Herausforderungen meistern, nämlich einen Satelliten zu entwerfen, der seine Kreise so erdnah zieht, dass er hochgenaue Daten des Schwerefelds sammeln kann, gleichzeitig jedoch auch in der Lage ist, die durch die Restatmosphäre in seiner Umlaufbahn in nur 260 km Höhe verursachten Störungen herauszufiltern. Das Ergebnis ist ein schlankes, pfeilspitzenförmiges aerodynamisches Design von 5 Metern Länge, ausgerüstet mit Niedrigleistungs-Ionentriebwerken, mit denen der atmosphärische Widerstand ausgeglichen werden kann. Die Daten von GOCE werden einen entscheidenden Beitrag zu präzisen Messungen der Ozeanzirkulation und von Veränderungen des Meeresspiegels leisten, die beide vom Klimawandel betroffen sind. Sie werden außerdem ein besseres Verständnis von Vorgängen im Erdinneren ermöglichen, die mit Vulkanausbrüchen und Erdbeben zusammenhängen.

ESA PM vom 18. März 2009 u.v.a.

Was war wirklich auf Nordkoreas Langstreckenrakete?

29. April 2009

Würde man der nordkoreanischen Nachrichtenagentur Glauben schenken, dann wurde am 5. April um 4:20:02 MESZ ein kleiner Satellit names Kwangmyongsong-2 mit einer Trägerrakete namens Unha-2 auf eine Umlaufbahn in 490 bis 1426 km Höhe mit einer Periode von 104 Minuten und 12 Sekunden gebracht, wo er auf einer Frequenz von 470 MHz patriotische Lieder sendet und für Telekommunikationstests im UHF-Band verwendet wird. Zu dumm nur, dass bislang niemand etwas aus dem Orbit empfangen oder dort sichten konnte: Ausserhalb des isolierten Landes wird unisono davon ausgegangen, dass zum dritten Mal nach 1998, als Nordkoreas Medien ebenfalls einen Phantomsatelliten im Orbit feierten, und 2006, als ein mutmaßlicher Startversuch schon nach Sekunden scheiterte, der Versuch eines Satellitenstarts misslungen ist. Wobei sich die Beobachter aufgrund der dünnen Informationslage aber nicht einig sind, ob dieser überhaupt ernst gemeint war oder sich vielmehr nur ein Dummy an Bord der gemeinhin als Taepodong 2 bekannten Langstreckenrakete befand, um einen primär militärischen Test zu kaschieren.

Anders als 1998 hatte Nordkorea den Start dieses Mal Wochen im Voraus dem internationalen Protokoll folgend angekündigt, aber was sich letztlich innerhalb weniger Sekunden am 5. April abgespielt hat, ist auch Wochen später noch nicht wirklich klar. Korrekt funktioniert hat auf jeden Fall die erste Stufe der Rakete, die zwischen Korea und Japan ins Meer fiel, und auch die zweite scheint gezündet zu haben: Zumindest bis an den Rand der Erdatmosphäre stieg sie mitsamt der dritten Stufe und ggf. Nutzlast auf. Nicht klar ist jedoch, ob auch die zweite Stufentrennung gelang, sicher scheint aber, dass die dritte Stufe nicht weiter in den Orbit flog sondern die zweite und dritte Stufe – zusammen oder separat – östlich von Japan in den Pazifik fielen. Zusätzliche Verwirrung stiftet auch ein spektakuläres Satellitenfoto des Starts selbst, aus dem manche Analysten eine extrem flache Flugbahn ablesen wollen, die nie und nimmer in den Orbit geführt haben könnte, während andere widersprechen. Auf jeden Fall flog die Taepodong 2 doppelt so weit wie jede andere nordkoreanische Rakete zuvor – wobei ausländische Geheimdienste womöglich mehr über ihr Verhalten gelernt haben als die Nordkoreaner selber, für die sie bald hinter dem Horizont verschwunden war.

„Übersehene“ Exoplaneten in alten astronomischen Daten

29. April 2009

Die ersten überzeugenden Hinweise auf Planeten anderer Sterne gibt es erst seit Mitte der 1990-er Jahre und die ersten eindeutigen Bilder gar erst seit vergangenem Jahr – aber nun, wo man weiss, wonach man suchen muss, werden immer wieder verblüffende Spuren in alten Daten entdeckt. So war einer der 2008 entdeckten Planeten des Sterns HD 8799 bereits zehn Jahre früher von der Infrarotkamera des Hubble Space Telescope abgelichtet worden, doch das gleißende Licht des Sterns selbst überstrahlte ihn komplett: Erst jetzt sind Methoden der Bildverarbeitung entwickelt worden, um schwache Begleiter heller Sterne aus dem Streulicht herauszukitzeln. Die werden jetzt systematisch auf das Hubble-Archiv angewendet: In den vergangenen zehn Jahren sind immerhin über 200 Sterne im Koronographenmodus aufgenommen worden, bei dem der Stern bereits abgedeckt wird aber immer noch viel Licht um die Blende herum gelangt. Hat man einen Planeten erst einmal entdeckt, dann könnte sich nach wenigen Jahren schon seine Bahnbewegung nachweisen lassen: so wie beim äußeren Planeten von HD 8799, der sich inzwischen ein paar Pixel weiter bewegt hat.

Ein anderer direkt abgebildeter Planet (schon im Jahre 2003, aber auch erst 2008 in den Daten entdeckt), befindet sich in der Staubscheibe um den Stern Beta Pictoris: Von ihm sind zwar noch keine älteren Fotos aufgetaucht aber womöglich eine ganz andere Spur. Im Jahr 1981 nämlich hatte der gut überwachte Beta Pic ausgeprägte Helligleitsschwankungen gezeigt: Schon damals gab es den Verdacht, dass hier ein riesiger Komet oder aber Planet aus Sicht der Erde vor dem Stern hergezogen war. Das passte auch in das sich abzeichnende Bild einer dynamischen jungen Welt, in der sich Planeten und Kometen aus dem Staub bilden und zuweilen sogar auf den Stern stürzen. Über die Bahn des 2008 direkt gesehenen Planeten ist zwar nur wenig bekannt, aber es ist zumindest recht plausibel, dass es genau dieser Körper war, der 1981 kurz den Stern „verfinsterte“. Wenn das der Fall war, dann müsste es zwischen 2013 und 2020 den nächsten derartigen Transit geben. Zuvor sollte der Planet wieder günstig für die direkte Beobachtung stehen, zur Zeit allerdings viel zu nah am Stern. Ob er hinter den 1981-er Beobachtungen steckt, wird sich bald testen lassen.

Wie ein Deutscher den einzigen „Ostsee“-Meteoriten fand

29. April 2009

Ein einziges gutes Video – von einer Kamera, mit der ein Schwede seinen Garten überwachte – und vor allen präzise Hinweise zweier Augenzeugen in Norddeutschland: Das waren die entscheidenden Informationen, die den einzigen hauptberuflichen Meteoritenjäger Deutschlands, Thomas Grau, zu dem Schluß führten, dass von der viel beachteten Feuerkugel am 17. Januar über der Ostsee etwas Restmaterial den Boden erreicht haben könnte. Und dann nicht ins Meer sondern auf die dänische Insel Lolland gefallen sein müsste. Die Befragung weiterer Augen- und Ohrenzeugen auf Lolland selbst engte das Suchgebiet weiter ein, doch dann dauerte es. „Schon sechs Tage stapfte ich durch die verregnete Landschaft ohne zu wissen, ist überhaupt was herunter gekommen!“ erinnert sich Grau: „Oder ist meine Kalkulation falsch? Wie wird der Met aussehen, groß oder klein, schwarz oder eher braun, möglicherweise ist es wieder ein Achondrit mit nicht mal dunkler Kruste? Warum nicht? Niemand kann das vorher wissen.“ Aber dann, ein zerbrochener 30-Gramm-Brocken in einer Wiese: „Ich war verrückt vor Freude, obwohl nicht alles wirklich perfekt gelaufen war. Ich finde auch lange nicht die richtigen Worte, um das Glück zu beschreiben. Ich hatte ja nicht nur den nächsten Meteoriten gefunden, sondern schon wieder einen Meteoritenfall als erster entdeckt! Und das völlig bewußt und mit Absicht!

Völlig überheblich dachte ich zu diesem Zeitpunkt: Jetzt geht´s los! Jeden Tag ein Fund! Okay, jeden Zweiten! Nach vier Tagen: Naja, komm – einer pro Woche ist eigentlich normal! Aber, nix mehr zu finden. Was ist los? Kann das sein? Frust kommt auf und steigert sich. Der Fund schon lange her. Er kann die aktuellen Schmerzen und das tägliche Leiden auch nicht mehr versüßen.“ Weder Grau noch zahlreiche andere Meteoritensucher haben seither auch nur einen zweiten Brocken des Ostsee-Boliden aufspüren können – und viel mehr als das eine Stück (das Grau von Rechts wegen abgeben musste; ein Finderlohn steht ihm jedoch zu) gibt es womöglich auch gar nicht. „Wir können bei diesem sehr hellen Boliden froh sein, das überhaupt Stücke die Erde erreicht haben,“ sagt Grau: „Man merkt es auch an den Zeugenberichten, denn der Donner ist gar nicht so stark, wie ich es sonst gewöhnt war, wenn ich einen Meteoritenfall untersucht habe. Ich hatte sogar kurze Zeit nach der Befragung darüber nachgedacht aufzugeben, weil ich selber nicht mehr an einen Fall geglaubt habe. Aber es hätte mich genervt, man sitzt zu hause und fragt sich dann, ach vielleicht war ja doch was gefallen … war es ja auch! Gott sei dank habe ich weiter gemacht!“

Weitere größere Artikel (Dezember 2008 bis Mitte April 2009)

29. April 2009

Die detaillierteste Karte des »nahen Kosmos« von der 6dFGRS liegt vor

Dreidimensionaler Blick auf koronale Massenauswürfe der Sonne dank der STEREO-Sonden

Ballon-Detektor beweist: Infrarote Hintergrundstrahlung von fernen Galaxien – we’re having a BLAST!

Supernova 13. Größe in Galaxie im Großen Bären entdeckt, SN 2009dd in NGC 4088

»100 Stunden Astronomie«: Versuch einer Bilanz

»Galileoscope« kommt nach Deutschland durch einen Importeur

Modernster Fulldome-Projektor für das Bochumer Planetarium – VELVET ist bestellt!

Asteroid stürzte auf die Erde: 280 Meteoriten gefunden von 2008 TC3

Supernova-Vorgänger wirklich verschwunden nach den Explosionen – schon drei Fälle

Struktur der Milchstraße besser verstanden dank Maser-Parallaxen mit VLBI

Die “100 Stunden Astronomie” haben begonnen

4 Artikel aus dem IYA-Blog vom März 2009

Die “100 Stunden Astronomie” rücken näher

Vier Saturnmonde gleichzeitig vor dem Ringplaneten von Hubble “gefilmt”

Bipolarer Ausfluss des pulsierenden Sterns Mira gesichtet, bei mehreren Wellenlängen

Größtes europäisches Sonnenteleskop nimmt Probebetrieb auf, GREGOR auf Teneriffa

Das »Galileoscope« kann tatsächlich geordert werden, bloß geliefert wird’s erst später

Mini-Mond im G-Ring des Saturn aufgespürt

Exzentrischer Exoplanet im Transit! HD 80606b tut es tatsächlich – und viele guckten zu

Direktes Bild eines Exoplaneten auf Hubble-Bildern — von 1998! Es ist der äußere von HD 8799

2 Artikel aus dem IYA-Blog vom Februar 2009

Ein 1,2-Meter-Teleskop für deutsche Schüler! MONETs erster öffentlicher Auftritt

Mondsonde filmte Sonnenfinsternis — der Erde! Kaguyas wildes Video

Das VLT-Interferometer liefert die ersten richtigen Bilder in zwei Dimensionen

Spanische Feuerkugel auf gespaltenen Kometen zurückgeführt

CoRoTs größter Fang: ein Planet, auf dem man stehen könnte, Corot-7b

Rasante Heizung eines Exoplaneten beobachtet, HD 80606

Überraschend viele Braune Zwerge in Sternentstehungsgebiet W3 Main

Komet Lulin kommt – und macht sich

9 Artikel aus dem IYA-Blog vom Januar 2009

Das Jahr der Astronomie ist eröffnet – die ersten Events

Methan auf dem Mars: alte Daten, bessere Analyse, keine Antworten – Ernüchterung nach NASA-PK am 15.1.2009

Erster »heißer Neptun« durch Transit entdeckt, HAT-P-11b

Sonneberger Fotoplatten helfen Wiederkehrende Novae zu entschlüsseln

Das Jahr der Astronomie ist da! Aktualisierte Vorschau

Die Bugwellen von schnellen Sternen auf ACS-Durchmusterung

Das schärfste Bild vom Zentrum unserer Milchstraße: ein gigantisches NICMOS-Mosaik

3 Artikel aus dem IYA-Blog vom Dezember 2008

Saturnringe nahezu von der Kante zu sehen – fast

Die Spiralstruktur der Milchstraße: innen zwei, außen vier Arme?

Das Rätsel des Maunder-Minimums: Analyse tausender alter Sonnenzeichnungen

Moleküle in der Atmosphäre eines Exoplaneten, HD 189733b

Konjunktion Venus-Jupiter weltweit beobachtet

Komet Machholz 1 von jenseits des Sonnensystems? Chemie fällt aus dem Rahmen

Wie die Venus zu ihren Wolkenmustern kommt: Analyse von VEX-Bildern

Ein Echo von Tychos Supernova – ein Lichtecho

Weitere kurze Artikel

Zahl der Mini-Begleiter der Milchstraße passt doch zu Modellen – kosmologisches Ärgernis weg?

Sonnenminimum tief — aber nicht außergewöhnlich zeigt langfristiger Vergleich

Beginnt der »Weltraum« in 118km Höhe? Ein Raketenexperiment gibt Aufschluss

Rätsel der Heizung der Sonnenkorona gelöst? Alfvénwellen-Hypothese könnte gestärkt sein

Neue Phase von Einstein@home sucht nach exotischen Pulsaren

Schüler messen Mond-Entfernung — mit Apollo-Echos!

»New Horizons« trennt Triton vom Neptun mit der Kamera LORRI

Satellit Koronas sendet erste Röntgenbilder der Sonne / Dunkle Materie in Zwerggalaxien

Wandernde Riesen hinterließen Spuren — im Asteroidengürtel

Bahnen der Uranusmonde stark verbessert dank Photometrie gegenseitiger Bedeckungen

Etliche Meteoriten des »vorausgesagten Boliden« im Sudan gefunden, Reste des Asteroiden 2008 TC3
Der zehntnächste — bekannte — Besuch eines Asteroiden durch 2009 DD45

Schon neun Partner beim Giant Magellan Telescope dabei

MESSENGER jagt nach Vulcanoids

Parallaxen von Unterzwergen am AIP gemessen

Tagesfeuerkugel über Texas hinterlässt Meteorite am 15.2.2008

Extreme Saturnbeobachtungen durch einen Amateur – die Kantenstellung macht’s möglich

Ein Modell für den Ausbruch des Kometen Holmes von Radioastronomen

Ist der Asteroid 2006 SQ372 ein Kometenkern? Herkunft weiter unklar

Sedna bleibt allein: keine anderen Objekte derart JWD gefunden

Ringförmige Sonnenfinsternis in Südasien – was es zu sehen gab

R Coronae Borealis in rekordverdächtigem Minimum?

Exoplaneten-Licht vom Erdboden aus nachgewiesen, bei den heißen Jupiters OGLE-TR-56b und TrES-3b

Quadrantiden 2009 die besten seit vielen Jahren

Der Exoplanet mit dem kürzesten Jahr, WASP-12b – 1 Jahr = 1 Erdtag

Der heißeste Weiße Zwerg: KPD 0005+5106 mit 200’000 Kelvin

Ein neuer Weg zur Vermessung der Dunklen Energie über das Wachstum von Galaxienhaufen

Kometen und die Mathematik der Staubstreuung – sie kann sie dramatisch heller machen

Warum 2008 eine Sekunde länger dauert: Die erste Schaltsekunde seit 2005

Dutzende Meteoritenfunde nach Feuerkugel über Kanada im November

Feuerkugel mit —18. Größe über Colorado

Neuer Minusrekord für die Leuchtkraft Brauner Zwerge bei 2M 0939

Braune Zwerge entstehen wie normale Sterne, demonstriert das 60-Jupitermassen-Objekt ISO-Oph 102

Der Exoplanet mit dem heißesten Stern, OGLE2-TR-L9b

Kleinplanet nach Astrodidaktiker Kurt Hopf benannt

Phoenix schweigt: eine erste Bilanz vom Pol des Mars

29. April 2009

Am 2. November 2008 hat er sich zum letzten Mal gemeldet, seitdem herrscht Funkstille, und seit Ende November haben auch die NASA-Marsorbiter die Versuche eingestellt, mit dem Phoenix Kontakt aufzunehmen. Dass der polare Lander noch vor Jahresende der immer harscheren Umwelt zum Opfer fallen würde, war immer klar gewesen, aber ein unverhoffter Staubsturm hat ihn dann doch drei Wochen früher in den langen und wahrscheinlich permanenten Winterschlaf geschickt als zuletzt berechnet. Insgesamt 151 Marstage hat der Phoenix gearbeitet, ein deutlicher Bonus gegenüber den 90 Tagen, die ursprünglich geplant waren. Er hat das – allgemein erwartete – Wassereis unter der Planetenoberfläche zum ersten Mal berührt, im Laufe der Mission 25’000 Bilder aufgenommen, inklusive mikroskopischen, und einen lückenlosen Wetterbericht geliefert.

Mit der detaillierten Auswertung all der Daten konnten sich die Wissenschaftler am Boden bisher kaum beschäftigen, wussten sie doch, dass die Tage des Phoenix von Anfang an gezählt waren. Auch spezielle Laborversuche, um die im Marsboden beobachteten und zuweilen recht überraschenden chemischen Prozesse einordnen zu können, können erst jetzt angegangen werden. Egal wieviel bedeutende Mars-Wissenschaft der Phoenix am Ende abgeworfen haben wird: In einer Beziehung war die Mission auf jeden Fall ein Erfolg. Denn noch nie haben – auch dank neuer Medien – so viele Menschen in aller Welt an den täglichen Geschicken einer Marssonde Anteil genommen: mindestens 60 Millionen, wie Analysen der Internet-Zugriffe auf die Missionsseiten im Web zeigen. (University of Arizona Press Release vom 25.11.2008 u.a.)

Gemeinsamer Wunschzettel der Astronomen Europas vorgelegt

29. April 2009

2,4 Milliarden Euro pro Jahr mögen die Regierungen Europas für die Astronomie locker machen, fordert eine detaillierte „Roadmap“, die am 25. November gemeinsam von einem Großteil jener „funding agencies“ vorgelegt wurde, die national für die Verteilung der Gelder in der Grundlagenforschung zuständig sind. Angesichts wachsender Betriebskosten bestehender Teleskope und der enormen Kosten künftiger Projekte hatten sich diese Behörden 2005 in der Initiative ASTRONET zusammengetan und die anfangs mitunter widerwilligen Astronomen geradezu gezwungen, sich ihre eigenen Prioritäten klarzumachen. So geschieht dies z.B. in den USA schon seit einem halben Jahrhundert, und die resultierenden Decadal Reports geben den Ton an – und werden in der Regel auch in die Tat umgesetzt. Ob dies auch bei den kühnen Plänen der europäischen Roadmap der Fall sein wird, die die kommenden 20 Jahre abdeckt, wird sich freilich noch zeigen müssen, denn sie würden eine Etatsteigerung durch die Bank von 20% erfordern.

Ganz oben auf die Liste sind jedenfalls das Wunschprojekt der Europäischen Südsternwarte, ein optisches Teleskop Europas mit einem 42 Meter großen Spiegel für mindestens 800 Mio. Euro, dessen Bau schon 2010 beschlossen werden könnte, und das große Ziel der Radioastronomen aus aller Welt, der Square Kilometer Array, gekommen, der mit 1,5 Mrd. Euro Gesamtkosten nur als internationales Großprojekt realisiert werden kann. Auch mehrere „kleinere“ Teleskopanlagen haben es auf Spitzenplätze geschafft – und mehrere aufwändige Satellitenobservatorien und Planetenmissionen. Für die wäre die Europäische Weltraumbehörde zuständig, und hier gibt es sogar schon eine gute Nachricht: Der Ministerrat hat am 26. November dem Wissenschaftshaushalt der ESA ein jährliches Wachstum von 3,5% genehmigt, womit viele der Projekte machbar scheinen. (ESO Press Release #43 vom 25.11.2008 u.a.)


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