Phoenix schweigt: eine erste Bilanz vom Pol des Mars

Am 2. November 2008 hat er sich zum letzten Mal gemeldet, seitdem herrscht Funkstille, und seit Ende November haben auch die NASA-Marsorbiter die Versuche eingestellt, mit dem Phoenix Kontakt aufzunehmen. Dass der polare Lander noch vor Jahresende der immer harscheren Umwelt zum Opfer fallen würde, war immer klar gewesen, aber ein unverhoffter Staubsturm hat ihn dann doch drei Wochen früher in den langen und wahrscheinlich permanenten Winterschlaf geschickt als zuletzt berechnet. Insgesamt 151 Marstage hat der Phoenix gearbeitet, ein deutlicher Bonus gegenüber den 90 Tagen, die ursprünglich geplant waren. Er hat das – allgemein erwartete – Wassereis unter der Planetenoberfläche zum ersten Mal berührt, im Laufe der Mission 25’000 Bilder aufgenommen, inklusive mikroskopischen, und einen lückenlosen Wetterbericht geliefert.

Mit der detaillierten Auswertung all der Daten konnten sich die Wissenschaftler am Boden bisher kaum beschäftigen, wussten sie doch, dass die Tage des Phoenix von Anfang an gezählt waren. Auch spezielle Laborversuche, um die im Marsboden beobachteten und zuweilen recht überraschenden chemischen Prozesse einordnen zu können, können erst jetzt angegangen werden. Egal wieviel bedeutende Mars-Wissenschaft der Phoenix am Ende abgeworfen haben wird: In einer Beziehung war die Mission auf jeden Fall ein Erfolg. Denn noch nie haben – auch dank neuer Medien – so viele Menschen in aller Welt an den täglichen Geschicken einer Marssonde Anteil genommen: mindestens 60 Millionen, wie Analysen der Internet-Zugriffe auf die Missionsseiten im Web zeigen. (University of Arizona Press Release vom 25.11.2008 u.a.)

Eine Antwort to “Phoenix schweigt: eine erste Bilanz vom Pol des Mars”

  1. Befreiungsversuche Spirits aufgegeben – aber wirklich für immer? « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] des polaren NASA-Landers vom 18.-21. Januar empfangen, der nach einer kurzen aber heftigen Mission verstummte und einfror (“Bilder von Phoenix …”). Im Februar und März, wenn noch etwas mehr […]

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