Archive for Juli 2009

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30. Juli 2009

Jahrhundert-Sonnenfinsternis hinterlässt gemischte Erfahrungen – eine Übersicht aus allen Regionen

Jupiters Impakt-Fleck entwickelt sich und wird immer länglicher

Meilensteine für die größten optischen Teleskope GTC, GMT und TMT

Kurze Artikel

Epsilon Aurigae: erstes Vorzeichen der Verfinsterung! Wenn auch nur spektroskopisch

Neuer Planetarischer Nebel in NGC 6888 identifiziert – von Herrn Kohoutek höchstselbst

»Grüne Erbsen« im Galaxien-Zoo vom Galaxy Zoo

Stammt mancher Hauptgürtelasteroid von weit draußen? Simulationen sagen das

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Längste SoFi des 21. Jh. schon Geschichte

27. Juli 2009

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Einige sahen sie perfekt, andere schemenhaft durch Wolkenlücken, viele auch gar nicht: Die längste totale Sonnenfinsternis des 21. Jahrhunderts ist erwartungsgemäß vielerorts dem asiatischen Monsun zum Opfer gefallen. Nahezu ungestört war sie – Überraschung! – im Osten Indiens, v.a. rund um Varanasi, zu sehen und auch in der Mitte Chinas (sowie im Pazifik), während es im Osten Chinas dichte Wolken spannend machten. Just dort, wo die Totalitätsdauer mit bis zu fast 6 Minuten am größten sein würde, fanden manche ein Wolkenloch zur rechten Zeit (oben: in Wuzhen), andere dagegen standen im Regen, so ausgerechnet in Shanghai. Aber dunkel wurde es immer …

Unzählige Links zu Bildern, Berichten und Besonderem in einer Sonderausgabe von Cosmos 4 U!

Chronik des Universums: erste Juli-Hälfte 2009

27. Juli 2009

Mi, 15. Juli: Der neue NASA-Chef wird vom Senat bestätigt, nebst seiner Stellvertreterin.

Di, 14. Juli: Der Venus-Express scheint Granit auf der Venus gefunden zu haben.

Der 1. kommerzielle Start einer Falcon 1 ist ein Erfolg.

Erneut kein Shuttle-Start – jetzt 48 Stunden bis zum nächsten Versuch.

Mo, 13. Juli: Hubbles Probleme gehen weiter – die ACS tut’s wieder, aber nun streikt STIS

Abermals kein Shuttle-Start wegen zu schlechten Wetters.

Am 16. Juli soll es „neue“ TV-Bilder von Apollo 11 zu sehen geben; die Ankündigung klingt aber nicht, also ob die vermissten Slow-Scan-Tapes von den Bodenstationen gefunden wurden.

Sa, 11. Juli: Wegen sieben Blitzeinschlägen wird der Start um 24 Stunden verschoben; der Shuttle selbst wurde aber nicht getroffen.

Fr, 10. Juli: Keine technischen Probleme beim Countdown für STS-127, aber das Wetter bleibt problematisch.

Der NASA-Sonnensatellit SDO ist am KSC eingetroffen.

Der Wettersatellit GOES-O hat seine Zielbahn erreicht und heisst jetzt GOES-14.

Do, 9. Juli: Nicht schön, aber einmalig – der Malta-Mond aus Bildschnipseln vieler Länder, zu Ehren von IYA und Luna 2.

Es scheint Ärger um den slowenischen Meteoriten zu geben …

Ein detailliertes Fazit der 100 Stunden Astronomie des IYA vor 1/4 Jahr.

Mi, 8. Juli: Erwartungsgemäß haben ESA und NASA ein gemeinsames Marsprogramm beschlossen, ab dem Startfenster 2016.

Und Thomas Grau hat schon wieder einen Meteoriten anhand von Augen/Ohrenzeugen-Berichten gefunden, diesmal in Slowenien.

Nach der heutigen Anhörung gibt es wohl keinen Zweifel, dass C. Bolden neuer NASA-Chef wird.

Seit heute sind alle 7 Instrumente des LRO eingeschaltet!

Die NASA testet ein Escape-System, das aber nicht für Orion bestimmt ist – ein kurzer aber heftiger Flug.

Di, 7. Juli: Der Flug des SUNRISE-Ballons wird als Erfolg bewertet.

Weiterentwicklung des europäischen Raumtransporters ATV: Vertrag über Studie unterzeichnet.

Der Satellit Kepler ist nach einem Safe Mode wieder im Einsatz.

Der Transporter Progress 33 ist neben der ISS „entdeckt“ worden.

Mo, 6. Juli: Die Fahrversuche im Sandkasten mit dem Spirit-Double haben begonnen.

Die DNS-Evidenz für die Echtheit der vor einigen Jahren gefundenen Knochen von Copernicus ist heute veröffentlicht worden: Völlig überzeugend sind die Daten nicht.

Spekulationen zu einem russischen Satellitenstart.

So, 5. Juli: Jetzt sind schon fünf der LRO-Instrumente eingeschaltet, von sieben.

Sa, 4. Juli: Plötzlich tut sich was auf der Sonne, im weißen Licht wie in H-Alpha!

Zumindest auf dem Palomar Observatory sind die ersten Galileoscopes angekommen (und gleich wichtiger Verwendung zugeführt worden :-)).

Fr, 3. Juli: Der Satellit Planck hat 0.1 K Temperatur erreicht und darf sich ‚coolest spacecraft‘ nennen.

Do, 2. Juli: Offenbar Fortschritte beim ACS-Problem auf Hubble, aber der Status-Bericht fällt extrem knapp aus.

Exzellenzcluster Universe wird Mitglied bei GLOW, dem German Long Wavelength Consortium für LOFAR.

Langsame Fortschritte bei der Digitalisierung von 500’000 Harvard-Platten im DASCH-Projekt.

Mi, 1. Juli: Das IYA 2009 ist heute 1/2 Jahr alt – Grund für viel Statistik der IAU, eine Bilanz des IYA-Komitees in Deutschland und Jubel beim Cosmic Diary.

Shuttle besteht Tank-Test – damit kann es beim 11. für STS-127 bleiben.

Eine Ariane 5 wuchtet den schwersten Nachrichtensatelliten in den Orbit, TerreStar-1 mit fast 7 Tonnen.

Frühere Kurzmeldungen gibt es hier!

Wie vor 15 Jahren: ein Impakt auf dem Jupiter!

27. Juli 2009

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Fast auf den Tag genau 15 Jahre nach dem Bombardement des Planeten Jupiter durch Fragmente des Kometen Shoemaker-Levy 9 hat sich das scheinbar so seltene Phänomen wiederholt: In hoher Südbreite hat ein australischer Amateur am 19. Juli einen neuen dunklen Fleck entdeckt, der sich bei Beobachtung mit Großteleskopen als exaktes Duplikat einer typischen SL9-Impaktwolke von 1994 entpuppte. Farbe und Morphologie im Visuellen passen (oben: HST), und im nahen IR ist der Fleck hell (unten: Gemini), schwebt also in der Hochatmosphäre über Jupiters Methan. Einziger Unterschied. Diesmal wusste man vorher nicht, dass etwas auf den Planeten zu raste. Nun fragen sich Profis wie Amateure gleichermassen: Wie oft kommt das wohl vor – und welcher vermeintliche jupitereigene dunkle Atmosphärenfleck war ebenfalls ein Impakt?

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„Homepages“ des Flecks bei den Profis und seinem Entdecker, Amateurbilder vom 27. Juli, 23. Juli, 21. Juli (Animation!) und 19. Juli, Pressemitteilungen von ST-ECF, NASA, Berkeley, Gemini, SAAO, JPL, Keck und NASA (auch ein Blog) und weiterführende Artikel vom 27., 25., 22. und 21. Juli.

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27. Juli 2009

Keine Woche mehr bis zur längsten Sonnenfinsternis des Jahrhunderts – Bedeutung & Quellen.

Älteste Sternkarte der Welt präziser als gedacht – diejenige von Dunhuang.

Entfernungsrekord für Supernovae durch innovativen Trick, nämlich Aufaddieren und Einstein ausnutzen.

»Verlorener« Sonnenfleckenzyklus Ende des 18. Jh. wiedergefunden dank alter Zeichnungen.

Kurzmeldungen

Epsilon Aurigae: Jetzt mit dem Beobachten beginnen! Denn bald beginnt die Verfinsterung.

Innenleben eines Sonnenflecks simuliert, inklusive wichtiger Strömungen

MASTER: Russlands totale Himmelsüberwachung bis zur 20. Größe.

Astronomen erforschen das Wesen der Videoastronomie mathematisch.

Ein Dokumentarfilm in 3D zu Ehren des Astronomiejahres: „Das Auge — Leben und Forschen auf dem Cerro Paranal“

Schon im Testorbit: LRO sieht Apollo-Reliquien!

27. Juli 2009

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Später werden die Bilder – aus der endgültigen 50-km-Kreisbahn – noch 2- bis 3-mal schärfer sein, aber schon jetzt war es für den Lunar Reconnaissance Orbiter und seine Telekameras kein Problem, in einer Crashaktion anlässlich des 40. Apollo-11-Jahrestages zwischen dem 11. und 15. Juli die Hinterlassenschaften eines Großteils der Apollo-Landungen auf der Mondoberfläche abzulichten. Schräger Sonnenstand half dabei: Die zurückgelassenen Landegestelle werfen lange Schatten. Aber auch andere Spuren bis hin zu den Wanderungen der Astronauten sind zu erkennen – nicht nur ein Beweis (so denn nötig), dass die Landungen wirklich stattgefunden haben, sondern auch interessant, um den geologischen Kontext der einzelnen Missionen zu ermitteln.

Ein NASA Release mit allen Bildern, ein ASU Release – die Kamera gehört schließlich nicht der NASA – und Links zu weiteren Artikeln.

Nur noch 8 Tage … bis zur längsten SoFi des Jahrhunderts

14. Juli 2009

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und noch bis zum Jahr 2132: Bis zu 6 Minuten und 39 Sekunden wird die Totalität (irgendwo im Pazifik) dauern und am Ostrand des asiatischen Kontinents immer noch knapp 6 Minuten. Die Wahrscheinlichkeit für klaren Himmel liegt allerdings entlang des gesamten Umbrastreifens nur bei etwa 50%: Wie gut, dass man den Anblick der Sonnenkorona simulieren kann! Dieses Bild basiert auf aufwändigen MHD-Rechnungen vom 9.-12. Juli; bei Predictive Science, Inc. soll es aber um den 17. Juli noch eine neue Version geben. Der Blogger ist vom 14. bis 25. Juli in China unterwegs! Links zu allen erdenklichen Informationen zu der SoFi gibt es hier, Quasi-Live-Berichte diverser Reisender & Webcasts soll es hier verlinkt geben – und was bei der SoFi 2008 wissenschaftlich herausgekommen ist, kann man hier nachlesen (mit vielen Bildern).

Testdaten aller drei Instrumente auf Herschel überzeugen

11. Juli 2009

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Ein ganz frühes Bild der Kamera PACS gab es schon im Juni, nun liegen auch erste Testdaten der anderen beiden Instrumente auf dem neuen IR-Satelliten Herschel der ESA vor: Hier z.B. die beiden Galaxien M 66 und M 74 bei 250 µm Wellenlänge mit SPIRES gesehen. Obwohl noch viel Feinarbeit nötig ist – Herschel beginnt am 21.7. mit der Performance Verification, der dann die Science Demonstration folgt – bis zum Beginn regulärer wissenschaftlicher Arbeit Ende November, „arbeiten die Instrumente jenseits der Erwartungen“, wie die ESA frohlockt. Und die SPIRE-Bilder seien „besser als irgendjemand erwartet hat“, sagen die federführenden Briten. Pretty pictures sind zwar wegen der langen Wellen trotz 3.5-m-Spiegel rar, aber im Vergleich mit früheren IR-Satelliten ist der Qualitätssprung unübersehbar.

Viele Details zu den First-Light-Beobachtungen, ein ESA Press Release und noch einer sowie ein britischer speziell zu SPIRE und ein deutscher zum Spektrographen HIFI, der ebenfalls bestens arbeitet

Stephan’s Quintet – mit richtigen und Röntgen-Augen

10. Juli 2009

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So sähe die bekannte Galaxiengruppe aus, wenn man sie gleichzeitig im sichtbaren und Röntgenlicht sehen könnte: Letzterem – beobachtet vom Satelliten Chandra – wurde hier die Farbe Zyan zugeordnet. Die Galaxie NGC 7318b saust durch die Galaxien und schockt dabei offenbar intergalaktisches Gas, das deswegen im Röntgenlicht aufglüht, aber auch andere Quellen tragen zur Emission bei.

Zwei ESA-Satellitchen sollen den ultimativen Koronographen bilden

8. Juli 2009

druckMiloslav Druckmüller, Martin Dietzel, Peter Aniol and Vojtech Rušin

Keine Kamera im Weltraum – geschweigedenn auf der Erde – hat es jemals geschafft, die Sonnenkorona so perfekt und vor allem so vollständig abzubilden, wie es bei einer totalen Sonnenfinsternis schon mit einem simplen Amateurteleskop gelingt: Ohne Mond davor ist die Photosphäre der Sonne derart grell, dass auch die besten Koronographen sie mit einer erheblich größeren Scheibe abdecken müssen. Die innere Korona (im Bild bei der SoFi vom 1.8.2009; stark verarbeitet) bleibt damit verborgen, dummerweise also genau jener Bereich, wo die Temperatur des Plasmas gewaltig ansteigt und der entscheidende – und immer noch kontroverse – Transportprozess der Energie von der Sonne in ihre Atmosphäre stattfindet.

Ein Paar experimenteller ESA-Satelliten, PROBA 3, soll nun Abhilfe schaffen: Primär geht es darum, den präzisen Formationsflug zum Wohle künftiger Projekte zu üben, aber es ist Platz für eine kreative Nutzlast, die von zwei Raumflugkörpern in 150 Metern Abstand voneinander profitieren kann. An 7. Juli wurde nun das Announcement of Opportunity (AO) für den Mitflug eines Koronographen veröffentlicht, bei dem einer der Satelliten Optik und Instrumente, der andere aber die Scheibe zum Abdecken der Sonne trägt, die den Beobachter-Satelliten beschattet. Von 1.04 bis 3 Sonnenradien Abstand vom Sonnenzentrum soll die Kombination die Korona abbilden können: Sowohl Bilder als auch Spektren werden aufgenommen. Im AO nicht, wohl aber in anderen ESA-Dokumenten ist von einem Start „im Zeitrahmen 2012“ die Rede, und das Projekt scheint seit 2008 grünes Licht zu haben.

Das AO für den Koronographen, die PROBA-Satelliten (die Nr. 2 soll übrigens im November starten), die Hauptaufgabe von PROBA 3 und Abstracts von 2008 und 2007 zum PROBA-3-Koronographen-Vorschlag ASPIICS. Außerdem ein aktueller langer und ein noch viel längerer Review von Jay Pasachoff über den anhaltenden Wert von Sonnenfinsternissen für die Wissenschaft – und viele Links zur nächsten ToSoFi in genau zwei Wochen.