Weltraumforschung kurz & bündig

Neue Grenzen für Variationen der Feinstrukturkonstanten

aus CMBR-Beobachtungen sind 3-mal besser als alle bisherigen – eventuelle Schwankungen mit der Zeit liegen unter 1%. (Preprint 19.9.2009)

Eine Suche nach Gravitationswellen von Pulsaren während des 5. LIGO-Runs hat kein Signal aber interessante Grenzen geliefert. (Preprint 19.9.2009)

Verblüffende Regelmäßigkeit in den Spiralarmen von M 31

Alle 1.2 kpc gibt es im NW-Arm der Andromedagalaxie ein 0.6 kpc großes Sternentstehungsgebiet – ein Muster, das sich auch in der Magnetfeldstruktur wiederfindet. Ursache könnte eine Parker-Jeans-Instabilität sein, die zuerst die Sternentstehung anregt. (Preprint 25.9.2009)

Überrest der SN 1987A bei 36 GHz beobachtet

Die emittierende Region erscheint als Ellipse und ist konsistent mit einem dicken Torus – und es gibt „tentative Evidence“ für eine nicht aufgelöste zentrale Radioquelle. (Preprint 21.9.2009)

Ein Schüler entdeckte einen „Rotating Radio Transient“ im Rahmen einer Aktion der NRAO – dieses RRAT abgekürzte Phänomen ist erst seit 2005 bekannt (siehe Artikel B60 und einen Jodrell Bank PR) und brachte dem Entdecker gerade eine Audienz bei Obamas ein. (NRAO Press Release 22.9.2009, NRAO E-News Okt. 2009)

Sterne verlieren Drehimpuls bevor sie Weiße Zwerge werden

Asteroseismologie beim WZ PG 1159-035 zeigt, dass er als solider Körper rotiert, und zwar nur einmal in 34 Stunden: In seiner Evolution vor Erreichen dieser Endphase muss er jede Menge Drehimpuls verloren haben, denn sonst müsste er sich alle paar Sekunden bis Minuten einmal drehen. Das spricht – v.a. wenn es der Regelfall sein sollte – für eine starke Kopplung von Sternkernen und -hüllen: Beim Massenverlust vor Eintritt des WZ-Stadiums geht der Drehimpuls größtenteils verloren. (Charpinet & al., Nature 461 [24.9.2009] 501-3, auch Yoon, ibid. 485-6)

Eine aufwändige 3D-Simulation der Vorgänge bei einer Supernova des Typs Ia zeigt starke Abhängigkeiten des Ergebnisses von der Initialisierung der Brenn-Fronten des untergehenden Weißen Zwergs. (Berkeley Press Release 26.9.2009)

Jede Menge Prä-Eruptions-Helligkeiten von Novae sind auf alten Fotoplatten gemessen worden: Angebliche Anstiege vor den Ausbrüchen stellten sich durch die Bank als nicht existent heraus. (Preprint 23.9.2009)

Sternflecken auf CoRoT-2 dank Transitplanet charakterisiert

77 konsekutive Transitlichtkurven erlauben die Lokalisierung ortsfester Flecken auf der Oberfläche dieses Sterns (siehe auch ISAN 88-5): Sie haben im Mittel 20% des Sterndurchmessers (100’000 km), bedecken 10-20% der Sternoberfläche im ‚abgetasteten‘ Breitenbereich und haben 3600-5000 K, gegenüber 5625 K der Sternoberfläche. (Preprint 22.9.2009)

Kein Nachweis des Planeten von Beta Pictoris (siehe diesen Artikel) ist 2008 mit Keck & AO gelungen – das ist mit einer Menge verschiedener Orbits verträglich, aber bis 2013 sollte er sich zeigen. (Preprint 23.9.2009)

Starke „dynamische Erosion“ des Asteroidengürtels

hat Simulationen zufolge zum Verlust von bis zur Hälfte der großen Asteroiden geführt – und weil das anfangs schneller ging, ist die Impaktrate großer Asteroiden auf der Erde in den letzten 3 Gyr um einen Faktor 3 zurückgegangen. (Preprint 21.9.2009)

Ein basaltischer Meteorit aus dem innersten Hauptgürtel – dessen Feuerkugel in Australien fotografiert wurde, weshalb man die Bahn kennt – namens „Bunburra Rockhole“ stammt nicht von Vesta wie die große Mehrheit der Basalt-Meteoriten. Ein Reservoir differenzierter Asteroiden im inneren Hauptgürtel würde zu Modellen der Entwicklung der Planetesimale passen. (Bland & al., Science 325 [18.9.2009] 1525-7; auch ein CSIRO Release, die Homepage des Kamera-Netztes und Artikel von ABC, New Scientist und Bild der Wissenschaft) NACHTRAG: Noch ein Artikel dazu … NACHTRAG 2: … den manche für eine Neuigkeit halten.

Die Zodiakalstaubwolke stammt überwiegend von Kometen, die spontan zerplatzen: Das folgt aus einer Modellierung von IRAS-Daten, die auch zur Chemie von Mikrometeoriten in der Antarktis passt. (Preprint 23.9.2009)

2 Antworten to “Weltraumforschung kurz & bündig”

  1. Weltraumforschung kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] den Zuständen Pulsar mit regelmäßigen Pulsen und „rotating radio transient“ (siehe hier, „Schüler entdeckte …“) mit isolierten Pulsen, die aber sehr ähnlich aussehen, […]

  2. Nachrichten aus der Physik kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] die Verwendung zweier verschiedener Teleskope zurück, zum anderen würde eine Nichtkonstanz dieser fundamentalen Größe der Physik gravierende Auswirkungen quasi quer durch den Kosmos haben: Ausschließen soll man […]

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