Ares-Start nach 3 1/3 Stunden dramatischer „Seifenoper“ abgesagt

So spannend war ein Nicht-Start wohl selten gewesen: 3 Stunden und 20 Minuten durfte gehofft, geflucht und auch öfters mal gelacht werden, als heute von 13:00 bis 16:20 MEZ vergeblich auf den Start der Ares I-X gewartet wurde. Gehofft, weil mit der Rakete selbst alles im grünen Bereich war und es meist nur am sich andauernd ändernden Wetter lang, dass ein Startzeitpunkt nach dem anderen gekippt wurde, geflucht, weil als endlich mal alles passte, ein Frachtschiff in die Seeverbotszone vor dem Cape eindrang. Und gelacht, weil man eben diesem Schiff offenbar ganz buchstäblich „Dampf gemacht“ hatte und es statt in den zunächst angekündigten 90 Minuten blitzschnell aus der Gefährdungszone gescheucht werden konnte. Oder weil am Ende neue „allerletzte“ Startzeiten im Minutentakt nachgeliefert wurden, während ein Astronaut in einem Flugzeug durch die vorüberjagenden Wolken sauste, auf der Suche nach einem vielleicht doch noch passenden Loch. Denn durch Wolken starten wollte man nicht, wegen der Gefahr tribolelektrischer Effekte auf der Raketenhaut (einem relativ neuen Kriterium).

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Vor allem aber war es zuvor recht lustig geworden (für die TV-Zuschauer jedenfalls), als die Schutzverkleidung einiger Messinstrumente an der Raketenspitze längere Zeit nicht abgehen wollte und man zuschauen konnte, wie mit wachsender Verzweiflung am Seil gezerrt wurde (Bild). Als die „Socke“ dann plötzlich weg war, war die Freude um so größer, und in der Flugkontrolle wurde applaudiert, was sonst während Startvorbereitungen nie passiert. Doch was half’s: Morgen wird’s erneut probiert, die Wahrscheinlichkeit für schlechtes Wetter sinkt von den heutigen 60 auf dann 40%, mit insgesamt weniger Wolken und weniger Wind – aber immer noch genug Potenzial für Aufregungen, die heute selbst in einem NASA-eigenen Blog als wahre soap opera gesehen wurden. Vielleicht morgen nicht mehr ganz so vielen … NACHTRAG: andere Artikel über heute von BBC, Space.com und Universe Today. NACHTRAG 2: Was es mit den triboelektrischen Problemen auf sich hat … NACHTRAG 3: Und was bei Starts sonst schon passiert ist.

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