Ist die Astronomie … im Wesentlichen zuende?

Die Rate wirklich weltbewegender Entdeckungen in der Astronomie hat seit ungefähr 1980 dramatisch abgenommen, just als die astronomische Beobachtungstechnik einen gewaltigen Aufschwung nahm und auch die schiere Zahl der astronomischen Veröffentlichungen explodierte: Zu diesem Schluss ist der neuseeländische Astronom John Hearnshaw gekommen, nachdem er die 25 größten Entdeckungen des 20. Jh. in Astronomie und Astrophysik tabelliert hatte. Solcherlei Best-Of-Listen werden immer wieder mal veröffentlicht, so 1999 von V. Trimble (herunterscrollen) oder 2007 von D. Hughes & R. de Grijs – aber Hearnshaw hat die Schlüsselveröffentlichungen nun erstmals auch gegen die Zeit aufgetragen.

Und der Einbruch der Entdeckungen, die er für „fundamental neu“ befindet, in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jh. beängstigt ihn doch sehr: Kann es sein, dass wir alle wesentlichen Objekttypen des Kosmos schon gefunden und die meisten großen Fragen – trotz noch zu klärenden Kleinkrams wie Dunkler Materie und Energie und Leben im All – bereits beantwortet haben? Ausgerechnet im heutigen vielbeschworenen „goldenen Zeitalter“ der Astronomie mit nie gekannten Möglichkeiten der Datengewinnung und -kommunikation würde es dann bald recht langweilig werden: nur noch ein paar pretty pictures mehr und neue Details hier und da. Wenn das erst die Forschungsministerien mitbekommen – oder ist vielleicht alles ganz anders? (Cosmic Diary 8.10.2009)

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2 Antworten to “Ist die Astronomie … im Wesentlichen zuende?”

  1. Kosmische Kuriosa kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Mikrowellen-Hintergrundstrahlung durch den Satelliten WMAP klar an der Spitze. Unterdessen hat der besorgte Neuseeländer auf die „fundamentalen Entdeckungen“ der Astronomie auf seinen Rängen 26-51 nach der […]

  2. Kunterbunter Kosmos kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Ungefähr 19 davon haben mit Astronomie und/oder Raumfahrt zu tun. Und im Gegensatz zum angeblichen Abstieg der Astronomie seit 1980 werden es hier immer mehr: 3 in den 1960-ern, 2 in den 1970-ern, 3 in den 1980-ern, 4 in den […]

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