Die Leoniden 2009 brachten einen scharfen – aber schwachen – Peak

YK Chia / NightEvents by Video Patrol – Singapore

Noch laufen permanent neue Beobachtungsreihen visueller Beobachter ein, und Form und Höhe des Maximums der Leoniden in der vergangenen Nacht ändern sich ständig – so schien es zunächst einen ganz spitzen Ausbruch mit einer (auf eine Stunde hochgerechneten, „effektiven“) Zenitstundenrate von ZHR = 250 gegeben zu haben, doch der ist wieder ‚verschwunden‘: Die Analyse zeigt im Moment einen Peak mit einer ZHR um 120 gegen 21:00 UTC und mit einer Halbwertsbreite von vielleicht 2 Stunden.

Wie erwartet, war das Maximum also nur in Asien zu sehen (Bild: Videosumme der Stunde 21-22 UTC aus Singapur); als der Radiant in Europa aufgegangen war, lag die Rate nur noch bei etwa 1/3 des Maximums. Noch ist die ZHR-Kurve viel zu unbestimmt, um sie mit dem halben Dutzend publizierter Prognosen (siehe z.B. das 3. Item hier oder die Links hier) systematisch vergleichen zu können – aber wie es aussieht, haben diejenigen gewonnen, die weniger als bei den Perseiden dieses Jahr erwarteten. Und eine gewisse Raumfahrtbehörde jenseits des Atlantik lag – nicht zum ersten Mal – besonders daneben …

Berichte vom Morgen des 18. in Indien und Australien und Morgen des 17. in den USA (anderer Ort), eine tolle Animation eines Boliden mit persistent train, ein paar Bilder mehr, diverse Radiobeobachtungen (schwer mit den visuellen Daten zu vergleichen), erste Zusammenfassungen vom Morgen des 18. und Abend des 17. und ein zu jubilanter sowie ein viel zu negativer Artikel. Eine ordentliche „situational awareness“ war trotz IMO, Twitter und Co. nicht herzustellen, und es dauerte fast 24 Stunden, bevor sich ein halbwegs zuverlässiges Bild der (globalen) Lage formte.

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2 Antworten to “Die Leoniden 2009 brachten einen scharfen – aber schwachen – Peak”

  1. Thomas Müller Says:

    Ich hab von 2100 bis 2250 UT von Santa Maria, südl. des Ofenpasses in Graubünden, Schweiz unter einem phantastischen Himmel beobachtet und 8 Sternschnuppen gesehen; davon waren aber 5 definitiv keine Leoniden. Drei ganz feine, schnelle Sternschnuppen kamen aus der Richtung des eben aufgegangenen Mars.

  2. Die Geminiden 2009: Doppel-Peak – und keiner pünktlich « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] schon die Perseiden, die mit drei starken Maxima überraschten ,und die Leoniden, deren Peak besonders schlapp ausfiel (inzwischen sieht es so aus, dass die ZHR kaum über 80 hinaus kam), sind auch die […]

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