Weltraumforschung kompakt

Und wieder ein direktes Bild eines – diesmal geradezu kühlen – fremden Planetensystems?

Diesmal stammt es vom „High Contrast Instrument for the Subaru next generation Adaptive Optics“ (HiCIAO) und dem Stern GJ 758: Dort sichtete das japanische 8-m-Teleskop dank dessen IR-Emission einen Begleiter mit 10 bis 40 Jupitermassen (B) und möglicherweise noch einen weiteren (C?) mit 12-47 Jupitermassen. Falls sich die wahren Massen in der Nähe der Untergrenze befinden, sind es gerade noch Planeten, sonst Braune Zwerge; einige Parallelen zu HR 8799 und seinen drei Planetenkandidaten tun sich auf. So oder so handelt es sich beim nur 550-640 K warmen B um den kühlsten Begleiter eines sonnenähnlichen Sterns, der direkt abgebildet wurde. Und in projizierten 29 AU Abstand hätte man einen so massereichen Begleiter eigentlich nicht erwartet. (Thalmann & al., Preprint 5.11., NAOJ und Princeton Press Releases, MPA und MPG Pressemitteilungen 3.12.2009)

51 Pegasi steckt in einem „Maunder-Minimum“ seiner stellaren Aktivität: Der erste sonnenähnliche Stern mit von Anfang an überzeugendem Nachweis eines Exoplaneten (es gab schon eine Weile vor 1995 korrekte Entdeckungen, die aber erst nach 1995 eindeutig bestätigt wurden) ist eine sehr schwache Röntgenquelle und hat mithin nur eine schlappe Korona – offenbar regt ein Heißer Jupiter nicht zwangsläufig die magnetische Aktivität des betreffenden Sterns an. (Poppenhaeger & al., Preprint 25.11.2009)

Zwei Moreton-Wellen liefen gleichzeitig über die Sonne

Unter Moreton Waves versteht man die chromosphärische Signatur von koronalen Schockwellen in der Folge von Flares – und während der gewaltigen Sonnenaktivität im Herbst 2003 (siehe Artikel 770, 773 und 777) wurden am 28.10. sogar zwei solche Wellen gleichzeitig gestartet, die quer über die Sonne liefen. Die expandierenden Flanken eines koronalen Massenauswurfs scheinen der Auslöser gewesen zu sein. (Muhr & al., Preprint 23.11.2009)

Die STEREO-Satelliten bestätigen das Phänomen des „solaren Tsunami“: Dank der zwei Satelliten mit unterschiedlichen Blickwinkeln lässt sich der Lauf dieser „Wellen aus heißem Plasma und Magnetismus“ über die Sonnenscheibe – inklusive etwa Reflexion an koronalen Löchern – besser als zuvor verfolgen. (Science@NASA 24.11.2009)

Zirkumstellare Scheibe um 10-Sonnenmassen-Stern genau wie bei kleineren

Die ersten gut aufgelösten Bilder einer zirkumstellaren Scheibe – von der Cooled Mid Infrared Camera and Spectrometer am Subaru-Teleskop – um einen jungen massereichen Stern, HD 200775, ähneln denen von Staubscheiben um sonnenähnliche Sterne: Wie diese entstehen massereiche also wohl durch Akkretion. (NAOJ Release 20.11.2009)

Wachsendes Verständnis von Epsilon Aurigae dank aktueller Verfinsterung? Der lang erwartete Helligkeitsabfall hat sich letztens verlangsamt, verläuft in unterschiedlichen Farben verschieden schnell und in Sprüngen: Das könnte Rückschlüsse auf die maßgeblich verantwortliche Staubscheibe des geheimnisvollen Bedeckers zulassen, z.B. Ringstrukturen. (Citizen Sky Blog 22.11.2009)

3D-Karte eines Teils der Milchstraße aus SDSS

Über Farben-Helligkeits-Diagramme sind die Entfernungen zahlloser Sterne aus der SEGUE-Durchmusterung im Rahmen der Sloan Digital Sky Survey ermittelt worden, woraus sich dreidimensionale Teilkarten der Milchstraße ergeben: per se nicht besonders attraktiv aber voller Indizien zu Aufbau und Vergangenheit der Galaxis, insbesondere Substrukturen und Verdickungen. (de Jong & al., Preprint 19.11.2009)

„Smith’s Cloud“ mit viel höherer Masse? Eine Größenordnung mehr Gas + Dunkle Materie stecken wohl in dieser kuriosen Gaswolke, die allmählich Teil der Milchstraße wird – und vielleicht gehört sie zu einer ganzen Population „dunkler“ Zwerggalaxien, die theoretisch die Milchstraße umgeben sollten. (Nichols & Bland-Hawthorn, Preprint 3., New Scientist 22.11.2009)

IR-Bild zeigt Galaxie, die Cen A „verschluckte“

Mit dem NTT in nahen IR entstandene Aufnahmen zeigen eine Art Parallelogramm im Innen der Galaxie Centaurus A: Das wird als die Überreste einer Spiralgalaxie interpretiert, die in diese Elliptische hineingefallen ist. (ESO Release 20.11.2009)

Eine ungewöhnliche Supernova mit 400 Tagen Anstieg bis zum Maximum war SN 2008iy: Noch nie hatte ein Sternexplosion mehr als 100 Tage bis zum Peak benötigt. Die langsame Lichtkurve kann wohl nur durch intensive Wechselwirkung mit zirkumstellarem Material erklärt werden – das der Vorgängerstern in den letzten Jahrzehnten vor seinem Kernkollaps selbst abgesondert hatte. (Miller & al., Preprint 25.11.2009)

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