Erste Gedanken zur Sichtbarkeit von Elenin

Zu den möglichen Himmels-Highlights 2011 gehört der Komet C/2010 X1 (Elenin), dessen Bahn nach der Entdeckung durch einen russischen Amateur zwei Wochen lang unklar geblieben war. Erst seit dem 24. Dezember 2010 (ganz unten!) scheint sicher („Neue Bahn …“), dass der noch sehr schwache Komet erst Anfang September 2011 ein sonnennahes Perihel und damit wohl auch eine schöne Helligkeit erreichen wird – vermutlich ausreichend für’s bloße Auge. Hier eine erste Sichtbarkeitsanalyse für den neuen Kometen aufgrund des Bahnbogens 10.-24.12.2010 mit JPL HORIZONS für Bonn berechnet:

  • Im September keine Sichtbarkeit; der Komet geht trotz 30° Elongation kurz nach der Sonne unter. Größte Helligkeit theoretisch um den 23. September zu erwarten (Effekt aus schon wieder gewachsenem Sonnen- aber stark schrumpfendem Erdabstand), bei 15° bis 10° Elongation.

  • 29. September: Minimale Elongation, ca. 2° – Elenin sollte allerdings eine schöne Show für SOHOs Koronographen bieten. Der Phasenwinkel beträgt fast 180°: Das könnte eine staubige Koma zusätzlich aufhellen.

  • 3. Oktober: Die Elongation steigt wieder über 10° auf der anderen Seite der Sonne, und der Komet erscheint nun – jeden Tag deutlich besser – in der Morgendämmerung, immer noch quasi im Gegenlicht.

  • 8. und 9. Oktober: Elenin kann kurz an dunklem (Morgen-)Himmel gesehen werden, im Leo gegen 6:00 MESZ in den Minuten zwischen dem Untergang des fast vollen Mondes und dem Beginn der astronomischen Dämmerung.

  • Ab 10. Oktober: Der Komet steht jeden Morgen höher am Himmel, aber der Mond stört zu jeder Zeit (Vollmond am 12.10.).

  • 18. Oktober: Erdnähe Elenins! Der Komet steht in der 2. Nachthälfte bis 50° hoch am Himmel im Cnc – aber abnehmender Mond in nur 40° Abstand (und am 19.10. gar nur 20°).

  • Nacht 20./21. Oktober: Gegen Mitternacht steht Elenin kurz vor Mondaufgang schon 13° hoch.

  • Letztes Oktober-Drittel: Ideale Beobachtungsbedingungen, mit dem Kometen die ganze Nacht an dunklem Himmel (Neumond am 26.10.). Elenin in Gem geht abends auf, steht gegen 22:00-23:00 MESZ schon 10° hoch und erreicht bis zum Morgen rund 70°.

  • Anfang November: Der Komet ist weiter die ganze Nacht sichtbar, verblasst aber zusehends, und abends stört auch der Mond wieder; mondlose Fenster gibt es wieder ab Monatsmitte.

Aussagen zur Helligkeit sind zu diesem frühen Zeitpunkt natürlich noch sehr gewagt, aber „vierte Größe“ könnte es schon werden. Das Zusammenfallen des besten Sichtfensters mit der Erdnähe mag allerdings auch bedeuten, dass sich das Trauerspiel mit dem Kometen Hartley vom letzten Herbst wiederholen und die Sichtbarkeit in extremer Weise von der Himmelshelligleit abhängen könnte, weil sich das nicht wenige Licht über eine große Komafläche verteilen muss.

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3 Antworten to “Erste Gedanken zur Sichtbarkeit von Elenin”

  1. C/2010 X1 (Elenin) – Pasionaya Says:

    […] Erste Gedanken zur Sichtbarkeit von Elenin […]

  2. What the comets Elenin, Garrad and PANSTARRS will (perhaps) look like in your sky « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Berechnungen der Sichtbarkeiten für die drei Kometen (die die älteren Analysen für Elenin – die schon ziemlich gut traf – und PANSTARRS ersetzen), viele Links zu u.a. dem 1. […]

  3. Himmelslichter Says:

    Komet Elenin kaputt…

    Eigentlich wollte diesen Monat etwas zum Kometen Elenin schreiben – darüber, dass er (hoffentlich) im Oktober für das freie Auge sichtbar wird. Gut, dass ich damit gewartet habe: C2010 X1 Elenin hat sich nämlich entschieden, ausein……

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