Gravitationslinsen verzerren unser Bild vom frühen Kosmos – und zwar gewaltig!

Rund 20% aller Galaxienkandidaten mit Rotverschiebungen von 8 bis 10 im Hubble Ultra Deep Field stehen in der Nähe von Vordergrundgalaxien – die ihr Licht durch den starken Gravitationslinseneffekt heller erscheinen lassen: Das erleichtert zwar ihre Entdeckung, sorgt aber gleichzeitig für eine erhebliche Verzerrung der Zahlen. Und die Helligkeitsverteilung der jungen Galaxien zu kennen, ist wesentlich für das Verständnis ihrer Entstehung, wurde gerade auch auf einer PK auf der 217. AAS-Tagung betont. NACHTRAG: das Paper als Preprint!

Das JWST wird von diesem Effekt noch krasser betroffen sein, da das Riesen-IR-Teleskop zu noch größeren Rotverschiebungen vordringen soll: Bei z>12 dürften schon mehr als Hälfte aller Galaxien betroffen sein! Doch mit seinem speziellen Instrumentarium – auf der PK wurde geradezu flehentlich angemahnt, daran bitte nichts mehr zu verändern (was angesichts der gewaltigen Probleme passieren könnte) – sollte das JWST in der Lage sein, den Gravitationslinsen-Effekt wieder zu entwirren.

Proto-Galaxienhaufen mit z=5.3 charakterisiert

Der fernste bekannte „richtige“ Galaxienhaufen hat eine Rotverschiebung von 1.62 (siehe ISAN 110-8) – aber rund um die Galaxie AzTEC-3 im COSMOS-Feld ist bereits eine Weile ein Proto-Haufen bekannt, der nun von drei NASA-Weltraumteleskopen sowie etlichen Teleskopen auf dem Boden im Detail untersucht worden ist. Mindestens 400 Mrd. Sonnenmassen gibt es dort, es entstehen rund 4000 Sterne pro Jahr, und es gibt eine Menge Gas, um diese hohe Rate aufrecht zu halten – und das nur 1.1 Mrd. Jahre nach dem Urknall.

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