Supernova in M 101 sinkt nach 9.9 im Maximum

Paul Evans, mit freundlicher Genehmigung

Die Lichtkurve der Supernova 2011fe in Messier 101 hat um den 12. September ein Maximum von 9.9 mag. im Visuellen erreicht und ist seither erst wieder um ca. 0.1 mag. schwächer geworden, während sich der Mond mühsam vom Abendhimmel zurück zieht: Jetzt beginnt die vielleicht beste Woche für den visuellen Beobachter! Der Blogger hatte heute Abend endlich zum ersten Mal die Gelegenheit, die Supernova visuell aufzusuchen (vorher war entweder kein Teleskop zur Hand gewesen oder Wetter oder Mond passten nicht): Mit Hilfe dieses Fotos, das Bernd Gährken just in der Nacht der größten Helligkeit mit stehender Kamera aufgenommen hatte, gelang das Starhopping zu dem 10-mag.-„Sternchen“ mit einem 5″-CometCatcher (Schmidt-Newton) von Mizar entlang einer Sternenkette binnen einer Minute. Der durch den schon wieder aufgegangenen Mond aufgehellte Himmel – visuelle Grenzgröße ca. 3.7 mag. – erlaubte bei höherer Vergrößerung immerhin ein schemenhaftes Erkennen der Galaxie selbst (ähnlich wie auf Gährkens Foto), aber die Supernova dominiert sie visuell noch komplett.

Wenn der Himmel wieder dunkel ist, wird man beide vielleicht noch einmal so sehen wie auf dem Foto von Paul Evans vom 3. September, als die SN etwa 10.5 mag. hatte: Die Supernova ist der helle Stern links unterhalb der Galaxie, der im Teleskop ein auffälliges Dreieck mit den zwei Vordergrundsternen rechts bildet. Weitere Aufnahmen auch vom 10., 6. und 3. September und 30. und 28. August – und ein Amateur-Spektrum! In der Profiwelt werden u.a. aus dem Fehlen eines Progenitors auf alten HST-Aufnahmen tiefschürfende Schlüsse über die Natur der Ia-SN gezogen, dito aus Radio- und Röntgen-Messungen; aufschlussreich auch die UV-Lichtkurve. Populäre Artikel über die SN 2011fe gab es massig (etwa hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier), leider meist gespickt mit absurden „Informationen“ zu ihrem Auffinden nach dem Motto, mit einem x-beliebigen Feldstecher mal eben in den Großen Wagen schauen reiche völlig aus – zu finden selbst in einer Pressemitteilung aus Oxford! Kritisiert wird dieses Übel hier und v.a. hier: gut gebrüllt!

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