Was die Asteroiden-Bergleute alles versprechen

Kaum dass vor einer Woche aus heiterem Himmel eine geheimnisvolle Pressemitteilung (ohne die hier dazu gedichtete Überschrift!) in vielen Mailboxen geladet war, in der eine ganze Anzahl superreicher Unternehmer “a new space venture with a mission to help ensure humanity’s prosperity” ankündigten, war man sich in der Szene einig: Das konnte nur bedeuten, dass die Herrschaften – Frauen spielen nicht mit – Bergbau auf erdnahen Asteroiden vorhätten. Dass dem genau so war, wurde schließlich am Morgen des 24. April auch offiziell von “Planetary Resources” samt einigen Details bestätigt, und am Abend folgten weitere Einzelheiten des Unternehmens auf einer einstündigen Pressekonferenz. Danach geht es um die Förderung von Materialien aller Art auf der Erde nahe kommenden Asteroiden, von Wasser – das in Depots auf Raumfahrer warten kann – bis zu wertvollen Metallen, und rechnen soll sich das Ganze dank “kosteneffizienter Explorations-Technologien”.

Von den 9000 derzeit bekannten Near Earth Asteroids seien über 1500 energetisch günstiger zu erreichen als der Mond: Um die vielversprechendsten Kandidaten heraus zu finden, ist zunächst Prospektion per Fernerkundung angesagt, vermittels eines kleinen Weltraumteleskops. Über dessen Spezifikationen wird allerdings herzlich wenig verraten: Gleichzeitíg super billig und wahnsinning leistungsfähig soll es sein, und überhaupt seien die meisten Technologien Firmengeheimnisse. In zwei weiteren Phasen sollen dann konkrete Asteroiden angeflogen werden, bevor – in ferner, unbestimmter Zukunft und mit nicht näher erläuterter Technik – mit dem Abbau des ersten begonnen wird. Wieviel Konkretes auch immer hinter der jetzt sehr gesprächigen Firma steckt: Reichlich Aufsehen erregt hat sie durch ihren inszenierten ersten Auftritt. Das Medienecho der ersten Stunden ist z.B. hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier zu sehen. NACHTRÄGE: jede Menge mehr Reaktionen hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

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5 Antworten to “Was die Asteroiden-Bergleute alles versprechen”

  1. Dieses Satellitchen soll bald Asteroiden suchen « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    [...] diesem Video-Clip stellt ein Vertreter der Asteroiden-Bergbau-Firma nach deren PK den Satelliten “Arkyd 102″ vor, der im Wesentlichen aus einem Teleskop [...]

  2. Facebook Roundup April 2012 | physikBlog Says:

    [...] Link-Sammlung auf Skyweek [...]

  3. Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    [...] Orbit für 10 Mio.$ werden versprochen, und eine Anzahl Kunden sollen schon reserviert haben, die Asteroiden-Bergleute inklusive, die gleich reihenweise Arkyd-100-Satelliten zum NEAs-Suchen starten wollen. Für das [...]

  4. Allgemeines Live-Blog ab dem 22. Januar « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    [...] ein Dreivierteljahr nach dem Auftauchen von “Planetary Resources” – die erstmal eine ziemlich kleine Raumsonde bauen – hat heute ein Mitbewerber im [...]

  5. Allgemeines Live-Blog ab dem 23. April 2013 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    [...] Arkyd 100 von Planetary Resources wurde gerade in einem ‘Hangout’ zum 1. Jahrestag ihres Auftauchens präsentiert: 15 kg, Grenzgröße 19 mag., Start in der 1. Hälfte 2015, wobei relevante Avionik [...]

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