Was Opportunity an Endeavours Rand entdeckte

Seit Januar parkt der Mars Exploration Rover Opportunity auf dem langgestreckten Hügel Cape York am Rand des 22-km-Impaktkraters Endeavour, den er letztes Jahr erreicht hatte, um 15° gegen die tiefe Wintersonne geneigt: Zum ersten Mal hat er eine Winterpause – seine fünfte! – im Stehen verbracht, die Sonnenwende im April hat er abermals gut überstanden. Diesmal reichte der Strom seiner Solarzellen nicht mehr für’s Weiterfahren aber andererseits für allerlei Sinnvolles im Stehen. So hat Opportunity das Gestein in seiner unmittelbaren Umgebung ausgiebig untersucht, ein gigantisches Panorama aufgenommen (das größte der gesamten Mission, das gerade zusammen montiert wird und in ein paar Wochen vorgestellt werden soll) – und ausgiebig Radio Science betrieben. Die hatte man, zwecks Erkenntnissen über das Innenleben des Mars, mit dem festgefahrenen Spirit vorgehabt, doch der ist bekanntlich aus seinem letzten Winterschlaf („Spirit offenbar …“) nicht wieder erwacht.

Die Stromsituation Opportunitys entwickelt sich jetzt günstig: Vielleicht noch im Mai, spätestens aber Anfang Juli, wird er seine Marsrundfahrt fortsetzen können. Die soll zunächst zu einer besonders dicken Ganglagerstätte voll Gips führen, die im Gegensatz zum ersten derartigen Fund „Homestake“ das ‚Gesichtsfeld‘ des APXS-Instruments komplett ausfüllt und damit mineralogisch noch besser unter die Lupe genommen werden kann. Der Homestake-Gips muss – vor Jahrmilliarden – durch flüssiges, nur lauwarmes und damit prinzipiell lebensfreundliches Wasser entstanden sein, das kann man seit heute auch in der Fachliteratur nachlesen. Und auch, dass Opportunity ebenfalls am Endeavour-Rand mit dem Felsen Tisdale auf das Zink-reichste Gestein seiner gesamten Marsreise gestoßen war: Das dürfte, ebenfalls vor sehr langer Zeit, in einem hydrothermalen Umfeld entstanden sein.

Wenn die dicke Gips-‚Vein‘ abgehakt ist, wird sich Opportunity wohl auf die andere Seite von Cape York begeben: Dort hat das CRISM-Instrument auf dem Mars Reconnaissance Orbiter Phyllosilikate erspäht, Tonmineralien, die ebenfalls unter recht lebensfreundlichen Bedingungen entstanden sein dürften. Ihre ungefähre Ortung aus dem Orbit war einst überhaupt die Motivation für die große Fahrt Opportunitys bis zu Endeavour gewesen. Weiter geht’s dann zu ausgedehnten Gips-Feldern zwischen Cape York und Solander Point und weiter zum Cape Tribulation. Wie lange auch immer Opportunity noch durch zu halten gedenkt: Seine für drei Erdmonate geplante Marsrundfahrt dauert jetzt schon genau derer 100, ein für seine Betreuer schier unfassbares Jubiläum … Squyres & al., Science 336 [4.5.2012] 570-6; JPL Release, Planetary Society Story, Ars Technica 3.5., On the Outside, Road to Endeavour 29.4.2012

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Eine Antwort to “Was Opportunity an Endeavours Rand entdeckte”

  1. Manfred Hofemann Says:

    So ueberraschend ist die lange Lebensdauer nicht. Es sie nur an die Voyager-Sonden erinnert die seit 1972 unterwegs sind und immer noch Daten senden.Wenn es gut geht vielleicht werden sie noch Daten bis 2026 senden, dann ist wohl die Batterie leer.

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