Der lichtschwächste aller Sternhaufen?

Er hat nur eine V-Absoluthelligkeit von -0.4±0.9 und liegt damit im Rahmen der Fehlergrenzen gleichauf mit dem bisherigen Minus-Rekordhalter Segue 3, der es auf -0.0±0.8 bringt: der extrem unscheinbare Sternhaufen „Muñoz 1“, der am Himmel zwar dicht neben der Ursa-Minor-Zwerggalaxie steht, mit ihr aber nichts zu tun zu haben scheint. Bei Untersuchungen an diesem dSph-Winzling war der Sternhaufen überhaupt erst als Sternverdichtung entdeckt worden: Noch ist über ihn zu wenig bekannt (insbesondere der Gehalt an Dunkler Materie), um ihn sicher als Galaxie – dann wäre es die kleinste überhaupt – oder Kugelsternhaufen einsortieren zu können. Aber man kann ja mal ganz wild hoch rechnen: Aus dem einen Fund könnte man schließen, dass es grob 1000 ähnlicher Objekte in der Nähe der Milchstraße geben mag und dass das System ihrer Kugelhaufen viel komplexer als bisher angenommen ist. CFHT Press Release mit Originalarbeit von – Überraschung – Muñoz & al.

677 Kandidaten für galaxienlose Sterne in der Lokalen Gruppe sind bei einer systematischen Auswertung der Sloan Digital Sky Survey identifiziert worden, zwischen 300 kpc und 2 Mpc von der Sonne entfernt: Sie könnten zum – in der Lokalen Gruppe noch nicht identifizierten – IntraCluster Light (ICL; siehe ISAN 1-4) beitragen, aber ihre Natur muss noch genau ergründet werden. (Palladino & al., Preprint 9.2., Vanderbilt Release 30.4.2012)

Tripel-System Algol mit besser als 1/2000″ aufgelöst

Das optische Interferometer CHARA auf dem kalifornischen Mt. Wilson hat die abbildende Astronomie wieder einen großen Schritt voran gebracht: Dank der Basislinien bis 331 m zwischen den sechs 1-m-Teleskopen und modernen Verfahren der interferometrischen Analyse sind nicht nur die physischen Parameter des berühmten Veränderlichen (siehe ISAN 110-11) besser denn je bestimmt worden – es gibt auch einen regelrechten „Film“, in dem das extrem enge Sternpaar Algol A+B um einander kreist, wobei B (der den Großteil seiner Masse von A geklaut hat) merklich in die Länge gezogen ist. Weitere Auswertungen dürften noch schärfere Bilder der Stern und womöglich sogar Details ihrer Oberflächen liefern. (Baron & al., Preprint 3.5.2012)

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