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Gefunden im Dom von Siena: Was ist denn das?

3. September 2012

Dieses seltsame Objekt befindet sich an der Decke des Baptisteriums San Giovanni im Dom von Siena in der Toskana, am Rande eines Deckenfreskos von Lorenzo di Pietro – das wegen der anderen Ausstattung des Raumes wenig Beachtung findet. Ist hier etwas Astronomisches gemeint? Einer gewissen Anmutung von Licht und Schatten auf einem Himmelskörper, z.B. bei einer Mondfinsternis oder am Mond-Terminator, kann sich das Astronomenauge nicht entziehen. Die benachbarten Motive, die di Pietro zwischen 1447 und 1450 malte, handeln jedenfalls vom Apostolischen Glaubensbekenntnis, wobei das Objekt sehr zentral an Panel 8 („hinabgestiegen in das Reich des Todes“) grenzt.

Überhaupt ist der Dom von Siena reich an Sternen, die viele der Decken und Gewölbe und auch die zentrale Kuppel zieren, allerdings streng rasterförmig angeordnet, ohne den Versuch, entweder eine Zufälligkeit – wie auf der Himmelsscheibe von Nebra – oder gar Sternbilder anzudeuten.

Und auch etwas über atmosphärische Optik – oder vielmehr die Geschichte von deren Ergründung – gibt es im Duomo zu sehen, und zwar im Hintergrund von Enea Silvio Piccolomini parte per il concilio di Basilea, einem der Wandgemälde in der Libreria Piccolomini: Hier gibt es einen Sturm und einen Regenbogen zu sehen, letzteren als Symbol dafür, dass die Seereise noch einmal gut gegangen ist. Wetterphänomene sind in Renaissance-Gemälden eine Seltenheit, und Pinturicchio und seine Mitarbeiter haben hier – kurz nach 1500 – die Farben des Regenbogens nicht so ganz getroffen. Das geht in der Toskana auch anders

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