Archive for 25. September 2012

Fusion von Astronomischer Gesellschaft und Rat deutscher Sternwarten beschlossene Sache

25. September 2012

Mit großer Mehrheit (oben) wurde soeben auf der Mitgliederversammlung der Astronomischen Gesellschaft in Hamburg der Antrag der Satzungskomission (Leiter R.-J. Dettmar, stehend) und des Vorstands (unten) angenommen, den Rat deutscher Sternwarten aufzunehmen: Dieser Vorgang war letztes Jahr eingeleitet und gestern bereits vom RdS selbst abgesegnet worden. Der Rat (ursprünglich west-)deutscher Sternwarten war überhaupt nur entstanden, weil die AG auch die Astronomen der DDR (und ihrer langen Tradition folgend der ganzen Welt) als Mitglieder behalten wollte aber ein Gremium für den Auftritt gegenüber der nationalen und internationalen Forschungspolitik benötigt wurde. Der neue Dachverband nennt sich nun ‚Astronomische Gesellschaft („German Astronomical Society“)‘, mit dem Sternwarten-Rat als einem ihrer Organe.

Advertisements

Ein zweiter noch viel hellerer Komet 2013?!

25. September 2012

Mit dem Kometen PanSTARRS besteht schon eine Weile Hoffnung auf einen Kometen mit mindestens nullter Größe, der Anfang 2013 am Himmel stehen dürfte, wenn auch dicht neben der Sonne & schwierig zu sehen. Aber jetzt haben Amateurastronomen in der ehemaligen Sowjetunion einen vermutlich noch weit mehr versprechenden Kometen entdeckt, der Ende November 2013 bis zu -16 mag. erreichen könnte, wenn er durch ein sehr sonnennahes Perihel läuft – und danach immer noch mit +1 oder +2 mag. am vorweihnachtlichen Nachthimmel auch über Deutschland stehen sollte. Die eigentliche Entdeckung gelang Vitali Nevski (Belarus) und Artyom Novichonok (Russland) mit dem 40-cm-Spiegel des International Scientific Optical Network (ISON) nahe dem russischen Kislovodsk, aber sie hielten das Objekt für einen Asteroiden: Erst spätere Beobachtungen mit dem 1.5-m-Spiegel des Majdanak-Observatoriums in Usbekistan zeigten die Koma. Wohl aus diesem Grund wurde der Komet auch nach der (ersten) Sternwarte benannt und nicht den Personen.

Die aktuelle Helligkeit ISONs liegt bei 17 bis 18 mag., aber es ist die Bahn des Kometen – dank rasch gefundender Pre-Discovery-Bilder bis Dezember 2011 zurück gut abgesichert! – die jetzt allerorten für Aufregung sorgt: mit einem Perihelabstand von nur 0.0125 AU am 28. November 2013, was bei der gleichzeitig substanziellen Größe des Kometen (die aus seiner Helligkeit schon jetzt folgt) alle Voraussetzungen für eine beachtliche bis sensationelle Show liefern dürfte. Allerlei Ephemeriden-Rechnungen dieses Bloggers zeichnen folgendes Bild: Im September 2013 sollte +10 mag. erreicht sein (mit dem Kometen im Krebs), Anfang November +5 mag. im Löwen und Mitte November +2 mag. in der Jungfrau. Der Sonnenabstand ist dann noch 0.5 AU, die Erddistanz 0.9 AU und die Elongation noch 30°, aber sie sinkt schon rapide. In der letzten November-Woche 2013 sollte ISON dann eine immer größere negative Helligkeit gewinnen, während er mit einer Elongation von 10° und weniger durch Waage, Skorpion und Schlangenträger zieht und zum Taghimmelobjekt dicht neben der Sonne wird. Im Laufe des 28. November steigt die Helligkeit von -6 auf -16 mag., die gegen 19:00 UTC – mit dem Kometen praktisch am Sonnenrand – erreicht werden, und fällt bis Mitternacht UTC wieder auf -12 mag.

Die nullte Größe wird aber erst Anfang Dezember unterschritten, wenn die Elongation schon wieder auf 20° gestiegen ist: Sie wird von Tag zu Tag besser und erreicht Ende Dezember 90°, während die Helligkeit immer noch +4 mag. beträgt (bei einem Perihelabstand von 1 AU und einer Erddistanz von 0.4 AU). Die Prognose der Post-Perihel-Helligkeit ist dabei natürlich noch viel unsicherer als die Angaben davor: Wer weiß, was dem Kern in extremer Sonnennähe widerfährt … Die Sichtbedingungen für Deutschland sind während der Spitzenhelligkeit mäßig aber nicht unmöglich: Sonne und Komet (Abstand 6° bzw. 2-3° bzw. 3-4°) kulminieren am 27., 28. und 29. November 17 bis 20 Grad hoch mit ISON -5 bzw. -10 bzw. -7 mag. hell; um den absoluten Peak zu sehen, müsste man nach dem aktuellen Orbit nach Nord- oder besser noch Südamerika. Nach dem Perihel entsteht dann ab der zweiten Dezember-Woche eine immer bessere Morgensichtbarkeit mit noch +1 bis +3 mag., mit dem Kometen Anfangs etwa 10° hoch in der beginnenden Dämmerung. Ab Weihnachten stört auch kein Mondlicht (mehr) das Bild, und Ende Dezember steht ISON +4 mag. hell vor Beginn der Morgendämmerung schon bis zu 60° hoch – aber auch nach Ende der Abenddämmerung noch 40°: Zum Schluss ist der Komet nämlich zirkumpolar im Drachen und Anfang Januar sogar im Kleinen Bären.

AG-Tagung 2012 läuft: And the winner is …

25. September 2012

Na gut, die 2012-er Gewinner der vielen Auszeichnungen, die die Astronomische Gesellschaft vergibt, sind schon seit August bekannt, aber gerade wurden zu Beginn der AG-Tagung in Hamburg vom Präsidenten Andreas Burkert die Urkunden überreicht: oben die Karl-Schwarzschild-Medaille an Sandra Moore Faber (die in Ihrem Vortrag dem Lambda-CDM-Modell des Universums gute Noten ausstellte, auch wenn das Problem der ‚zu wenigen‘ Zwerggalaxien noch weitere Rechenarbeit erfordert), in der Mitte der Bruno H. Bürgel-Preis an Hermann-Michael Hahn und unten der Sonderpreis Jugend forscht an Fabian Kopel, Markus Hadwiger und Robert Macsics für eine Durchmusterung früherer Photoplatten des Südhimmels nach Gammastrahlenblitzen.