Archive for September 2012

Live-Blog vom ersten europäischen „SpaceUp“

21. September 2012

Das war’s! Überraschend, anstrengend – und gehaltvoll

War es der Zufall – der bei Unkonferenzen über das Arrangement der meisten Beiträge entscheidet – oder heimliche Planung: Der letzte Vortrag vor der Verabschiedung der Teilnehmer erregte das meiste Aufsehen und löste die angeregteste, ja fast schon aufgeregte Diskussion aus. Ein Vertreter [NACHTRAG: Bas Lansdorp] des auf den ersten Blick völlig abseitigen Projekts „Mars One“ (Bilder unten) machte verblüffend plausibel [NACHTRÄGE: das komplette Event – und ein langer Artikel], warum man mit einer weltweiten TV-Gameshow Kandidaten für eine Reise zur Marsoberfläche casten sollte, anzutreten per Dragon-Kapseln im Jahr 2023 und ohne jede Möglichkeit einer Rückkehr: Auf die (meisten) ethischen Bedenken aus dem Publikum hatte er eine Antwort. Zuvor war noch einmal eine große Vielfalt an Themen in rasanten Pecha-Kucha– oder längeren Vorträgen präsentiert worden, von Reisen zu Polarlichtern über das öffentliche Bild des Astronauten bis zur Erfahrung International Space University, erneut waren genug Beiträge aus dem Teilnehmerkreis für mehrere Parallelsessions ans „Grid“ – siehe 13:40 MESZ – gepappt worden.

Bleibt nur die Frage, ob diese anarchische Methode, bei der sich der generelle Konferenzverlauf abrupt in wenigen Minuten und aus vagen Gefühlen heraus entscheidet, wirklich am effizientesten Gebrauch von dem reichen Angebot [NACHTRAG: viele Videos von den Vorträgen beider Tage] macht. Würde nicht z.B. ein systematischeres Zusammenführen verwandter Beiträge – sei es klassisch per Komitee im Vorfeld, bei einer moderierten Koordinations-Session zu Konferenzbeginn oder virtuell mit irgendeinem neumodischen Liquid Dingens – vielleicht zu einer eleganteren Tagungsstruktur führen, die für den Teilnehmer transparenter und angenehmer (und mit weniger hektischen Raumwechseln verbunden) wäre? Oder sollte, auch ein Vorschlag, die Hälfte der Beiträge schon vorher festgelegt werden (wie es in Genk bei den Keynotes der Astronauten, den Videokonferenzen und auch den ersten T-5-Talks zum Warmwerden eh schon der Fall war), mit lediglich der Füllung der Lücken spontan auf dem Event?

Auch die bei unzähligen „normalen“ Tagungen ‚gelernte‘ Regel, dass Weltraum-Fans häufige Kaffeepausen brauchen und viel Zeit für den direkten Austausch in langen Freiräumen, sollte konsequent(er) umgesetzt werden. Auf jeden Fall ist das partizipative SpaceUp-Format per se erheblich erfüllender und thematisch überraschender als – auf frontale Bespaßung der Teilnehmer ausgelegte – TweetUps. Die bieten dafür – im Idealfall – auch Einblicke in normalerweise verschlossene Einrichtungen derWeltraumforschung: Die beste aller Welten wäre vielleicht eine Kombination aus Konferenz, Unkonferenz und TweetUp. Meint jedenfalls dieser Blogger, der trotz des engen Genker Programms auch noch eine Reihe interessante persönliche Kontakte knüpfen konnte – und sei es in der plötzlichen Ruhe einer morgendlichen Busfahrt zwischen Hotel und Planetarium … [19:10 MESZ am 23. September; mangels Netz erst später hochgeladen. Oben noch Bilder der „Abschlusskundgebung“ und von allen versammelten Weltraum-Maskottchen; weitere Impressionen vom SpaceUpEU gibt’s auch hier (von heute) und hier {NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier und hier} (alle Tage) – ENDE! NACHTRÄGE: noch ein und noch ein Artikel]

Impressionen vom Sonntagvormittag, von unten: die European Solar Challenge zu Gast am Cosmodrome (das heute mit mehrfachen Polizeisperren abgeriegelt daher kam wie ein Militärcamp), das immer noch fitte Orga-Term, das heutige „Grid“ wird befüllt (auch mit einem Kurzvortrag dieses Bloggers [NACHTRÄGE: ein Beweisfoto – und ein niederländischer Artikel, den der Vortrag auslöste] über wenig bekannte Aspekte rund um die Entdeckung der ersten Exoplaneten) – und die zweite Keynote eines Astronauten, in der Paolo Nespoli mit seinem lockeren Charme begeisterte. [13:40 MESZ]

Abschluss des ersten Tages mit einer Art Starparty

auf dem Observatorium des „Cosmodrome“ mit einem 20-cm-Refraktor mit 3 m Brennweite: Leider zog sich jetzt – nach einem weiteren Google-Plus-Hangout mit Astronaut Ron Garan, einer Vorführung der „Augen im All“ im Planetarium und Unkonferenzundinner – der tagsüber strahlend blaue Himmel doch zu, so dass außer einem schemenhaften Mond nichts zu bieten war. [22:45 MESZ] Bilder des Tages gibt’s hier zu sehen. [23:10 MESZ am 22. September] Und das Gruppenfoto – siehe gestern 14:35 MESZ – ist endlich entwickelt … [2:05 MESZ]

Virtueller Besuch aus Kalifornien: Emily Lakdawalla von der Planetary Society beantwortete über 9 Zeitzonen Hinweg Fragen aus dem SpaceUp [NACHTRAG: ein kompletter Mitschnitt] – und nahm kein Blatt vor den Mund: Bilder der Planetenmissionen gehören im Stil von Curiosity in die Öffentlichkeit! Bei Dawn klappte das im Anflug nicht – und bei der ESA hakt’s auch gewaltig. Die Aufforderung an sie: bei Rosetta zumindest so häufig Bilder des größer werdenden Kometenkerns vorzeigen, dass der Eindruck des Mitfliegens aufkommen kann! [17:35 MESZ]

Viel Amateurastronomie unter den freien Beiträgen

konnte man sich in den ersten Stunden aussuchen: Seit 14:30 laufen jetzt vier Sessions gleichzeitig ab, da ist wirklich für jeden was dabei. Gerade erzählt ein Mazedonier [NACHTRAG: ein Video des Vortrags] aus dem Leben des Sternfreunds (oben), zuvor hatte Nick Howes charismatisch für den Einsatz der Faulkes-Teleskope (siehe ISAN 161-9) in Schulen geworben – und über seine eigenen Erlebnisse mit den ferngesteuerten Instrumenten berichtet. [15:50 MESZ]

Sonnenbeobachtung in allen Wellenlängen im Rahmenprogramm des SpaceUp – and don’t forgt your towel: Das Kalzium-Bild ist seeehr finster … [15:40 MESZ]

Intermezzo reloaded: Es war ein Meteor und kein Reentry

Der Orbit war äußerst un-Satelliten-mäßig, es wird keiner vermisst bzw. war kein Reentry erwartet worden, und es hat langsame, zerbrechennde Meteore gewesen, die so aussahen wie das Ereignis über Nordeuropa vergangene Nacht (siehe 3:05 MESZ): Damit ist praktisch sicher, dass es sich um eine natürliche Feuerkugel gehandelt hat, egal was angebliche Experten herum erzählen. [14:50 MESZ]

Der erste „invited talk“, von Astronaut Christer Fuglesang: Der schwedische Physiker referierte ziemlich tiefschürfend über die Begriffe vob Mass und Gewicht, aus der speziellen Perspektive eunes ISS-Bewohners.

Darf bei keinem Space-Nerd-Event fehlen: Camilla, das Maskottchen des Solar Dynamics Observatory, das die NASA zu Outreach-Events aller Art entsendet – hier mit der offiziellen Betreuerin des populären Gummihuhns, währed es für das Gruppenfoto kurzfristig entführt wurde …

Das Herz jedes SpaceUp: Die Tafel, wo die Teilnehmer Ihre Beiträge in die freien Slots kleben – und markieren, welche andere Session sie interessant finden. Soeben hat dieser „freie“ Teil der Unkonferenz begonnen … [14:35 MESZ]

Der SpaceUp hat begonnen! Mit T-5-Vorträgen

In diesem Format werden 20 Slides automatisch im 15-Sekunden-Rhythmus gezeigt, und exakt nach 5 Minuten ist Schluss. Allererstes Thema: Planetenwege! Die Referentin „Pillow Astronaut“ kommt perfekt klar – und schon was gelernt: Deutschland ist Weltmeister mit 107 Planetenwegen. Bilder oben: das Orga-Team in Redshirts (wir sind ja nicht bei Star Trek …), eine taped address von Bill Nye von der Planetary Society, der das ersten Wort hatte, und das Registration Desk – Ordnung muss auch bei Unkonferenzen sein. Dem SpaceUpEU kann man mit nämlichem Hashtag auf Twitter folgen – und live SpaceLivecast! [12:55 MESZ] Ein Spanier hat uns gerade erzählt, wie man Space-Shuttle-Starts fotografiert … [13:07 MESZ] Der Zeitplan füllt sich schon für heute. [13:10 MESZ] Und ein 5-Minuten-Vortrag über den Galaxy Zoo und Hanny’s Voorwerp. [13:15 MESZ]

Intermezzo: Heller fragmentierender Meteor oder Reentry über Nordengland! Das fängt ja gut an: Kaum von der SpaceUp-Party zurück (nicht leicht bei der extremen Taxi-Armut Genks) ist das Netz voll von Berichten, Fotos und Videos – noch ist unklar, ob es ein Reentry (für den es keinen offensichtlichen Kandidaten gibt) oder eine natürliche Feuerkugel war: mehr, wenn sich der Nebel gelichtet hat. [3:05 MESZ]

Während die Endeavour an der amerikanischen Westküste angekommen ist (viel mehr Bilder später), versammeln sich in der belgischen Provinz in der Kleinstadt Genk rund 100 „Space Nerds“ zur ersten Weltraum-„Unkonferenz“ SpaceUp Europe. Die dynamische Community kennt sich schon, seit dem ersten europäischen SpaceTweetup vor einem Jahr, den EifelDisches oder einem ILA-Tweetup. Mal gespannt, ob das „Barcamp“-Verfahren auch für Weltraumkonferenzen funktionioniert – in den USA gibt’s das schon … [23:55 MESZ am 21. September]

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Semi-Live-Blog zu Endeavours letztem Flug

20. September 2012

Die Endeavour ist in Dryden gelandet, für die zweite Nacht

Screenshots aus der NASA-Live-Übertragung [NACHTRAG: Ausschnitt], in der auch ausgiebig – und völlig überraschend – Live-Bilder aus einem Begleitflugzeug (auch die folgenden 5 Seiten …) zu sehen waren. [21:55 MESZ] Noch ein Artikel zur Landung und ein Foto – den Rest der kalifornischen Reise [NACHTRÄGE: der Plan und JPL-Emotionen] gibt’s (wegen Reisen zu einer Unkonferenz und einer kleinen und großen Konferenz) erst später mal. [23:45 MESZ – ENDE]

Das Paket ist schon bis Tucson, Arizona, gekommen und fliegt am Anfang über das Planetarium der UA. Und im Soundtrack fragt einer, „welcher ist noch mal der Shuttle?“ [20:55 MESZ] War ein Spaßvogel von HiRISE gewesen … [21:00 MESZ. NACHTRAG: noch mehr aufgeregte Astronomen in Tucson]

Letzer großer Orbiter-Transport in Houston angekommen

Bei der Vergabe der Space Shuttle-Orbiter war Houston – Sitz der Missionskontrolle und des Astronautenprogramms – leer ausgegangen, aber während des Transports der Endeavour vom Cape zu einem Wissenschaftsmuseum in Los Angeles ist sie nun wenigstens für eine Nacht in Houston auf dem Ellington Field geparkt. Oben die Endeavour und ihr Transport-Jumbo gestern Vormittag über Houston (erste 2 Bilder [NACHTRAG: ein Video aus selber Sicht]) und dem Johnson Space Center (3. Bild) sowie beim Verlassen des Kennedy Space Center am frühen Morgen (Bilder darunter plus Videos): aus Bildersammlungen hier, hier und hier, nette Bilder auch hier, hier und hier und mehr Videos hier (weiter unten) – und ein Fan-Forum, das jeden Schritt im Detail verfolgt, mit zahlreichen Screenshots aus dem NASA-TV u.a. Und was wird aus den beiden Shuttle Carrier Aircraft? Die werden für Ersatzteile für SOFIA ausgeschlachtet! [2:00 MESZ] Und der weitere Flugplan ist bekanntgegeben worden. [3:05 MESZ] Die Reise geht weiter, via Austin. [14:35 MESZ. NACHTRAG: schönes Bild vom Abheben] Bessere Fotos. [16:05 MESZ] Tankstopp in El Paso. [18:25 MESZ] Und es fliegt wieder. [19:30 MESZ]

Dieser Mars-Stein wird als erster angefasst!

19. September 2012

Dieser – nach einem kürzlich verstorbenen Marsforscher „Jake Matijevic“ (ein Nachruf hier enthalten) getaufte – 25 cm hohe und 40 cm breite Stein wird der erste sein, mit dem Curiosity direkten Kontakt über die Instrumente auf dem Robotarm aufnehmen wird. Am Ende des 43. Sol (heute) sah in der Rover – hier mit der Navcam – ihn 2.5 m Entfernung. [NACHTRAG: ein 3D– und weitere Bilder des Steins! Und die Pläne mit ihm.]

Auf dem Weg zu Glenelg ist Curiosity bereits den halben Weg voran gekommen, nachdem bis heute 290 m zurückgelegt wurden. „In ein paar Wochen“ sollte das erste Zielgebiet erreicht sein: Wo genau Glenelg – kein Punkt sondern eine ganze Region – eigentlich beginnt, ist nicht ganz klar.

Der erste – partielle – Phobos-Transit, gesehen mit der 100-mm-Optik: Noch immer ist erst ein kleiner Teil der hunderte Bilder auf der Erde. Zwischenzeitlich wurden auch – so weit man weiß erfolgreich – ein weiterer Phobostransit (inklusive teilweise abgedeckter Sonne bei ihrem Aufgang) und ein Deimostransit aufgenommen. Dabei geht es nicht (nur) um Pretty Pictures sondern auch die genaue Vermessung der Mondbahnen, aus denen sich wiederum Rückschlüsse auf das Marsinnere ziehen lassen, hieß es gerade auf der – noch laufenden – wöchentlichen Telecon. NACHTRAG: Aufzeichnung derselben, JPL Release dazu und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Zweiter polarer Euro-Wettersatellit im Orbit

17. September 2012

Der Start des MetOp-B (ganz unten) heute in Baikonur, der sich zum 2006 gestarteten identischen MetOp-A („Das kalte Europa am 7. Februar …“) gesellt, dessen nominelle Lebenszeit schon abgelaufen ist, während noch ein dritter („Die nächsten europäischen polaren Wettersatelliten …“) für einen Start 2017 oder 2018 in Reserve gehalten wird, wenn es auch mit MetOp-B zuende geht: Start-Video und –Webcast-Aufzeichung, EUMETSAT, ESA, Arianespace, NASA Releases, BBC (Audio), Spaceflight Now, Space News 17.9.2012. NACHTRÄGE: nochmal BBC mit Details der Instrumente, Gizmodo, Space Today und SatTrackCam und ESA Blog mit einer Beobachtung – und EUMETSAT hat übernommen

So sieht der neue Erdbeobachter SPOT 6 Bora Bora

im Pazifik mit 1.5 Metern Auflösung trotz seiner 640 x 647 km hohen Bahn: Bild anklicken und mit einem Astrium-Tool immer tiefer hinein zoomen (dito für Bilder von Semarang und Gibraltar, wo man durch die Hafenanlagen stöbern kann)! Der Satellit – die Serie gibt es seit 1986 – war am 9. September von einem indischen PSLV gestartet worden und hatte 3 Tage später diese ersten Testbilder geliefert. Durch eine große Streifenbreite (60 km), die der seiner Vorgänger-Satelliten entspricht, eignet sich SPOT 6 optimal zur Erfassung großflächiger Gebiete. Gleichzeitig können dank der Auflösung von 1.5 m – im Vergleich zu 2.5m bei SPOT 5 – noch genauere Details erfasst werden. (Jonathan’s Space Report 17., Astrium Release 13., Space Today 11., Deccan Chronicle 10., Spaceflight Now, AP 9.9.2012)

Geheimsatelliten auf 1010 x 1200 km hoher Bahn angekommen, mit 63.4° Neigung: Die Hauptnutzlast der Atlas V vom 13. September, auf der u.a. auch ein Mini-Astronomie-Satellit saß, wurde von der Centaur auf einem hohen Orbit abgesetzt und ist offenbar ein neues Paar von Ozean-Überwachungssatelliten der NOSS-Serie, während die 11 Cubesats auf 480×780-km-Orbits landeten. Spezialisierte Amateurastronomen verfolgen zumindest die großen Teile im Orbit längst – das Video zeigt z.B. eine Passage des mutmaßlichen NOSS-Paares (was auch schon mal viel heller werden kann) gestern an Rigel … (Jonathan’s Space Report, SatTrackCam, McDowell-Tweets, SatObs 17., Space Today 16.9.2012)

Ein halber Phobos vor der Sonne vom Mars aus

15. September 2012

gesehen von Curiositys Mastcam an Sol 37: Bislang ist nur dieses eine Bild auf der Erde angekommen, das sich nur mäßig schönrechnen lässt [NACHTRAG: ein paar mehr machen auch keinen dollen Film] – und ein 1-Stunden-Vortrag des MSL-Projekt-Managers. NACHTRAG: Immer wieder was Neues sieht Curiosity während der Fahrt zu Glenelg (aus diesem und diesem Sol-39-alias-15.9.-Bild [NACHTRAG: noch ein Mosaik]). NACHTRAG 2: Sollte das womöglich fossiler Seeboden sein …? NACHTRAG 3: Oder sieht das vielmehr aus wie schlecht angerührter Beton? 🙂 Gleich noch ein Bild!

Eine kuriose Entdeckung von Opportunity, die zwar schon eine gute Woche alt aber erst seit einem NASA Press Release in aller Munde ist: Der Microscopic Imager des Marsrovers machte dieses rund 6 cm breite Bild am 6. September, seinem 3064. Sol übrigens. Die einzelnen Sphärulen sind ca. 3 mm groß und keine direkten Verwandten der ‚Blaubeeren‘, die der Rover gleich zu Beginn seiner Reise fand. NACHTRAG: Und gerade ist Opportunity wieder auf was Cooles gestoßen.

Ein ganz frischer Einschlagskrater auf dem Mars! Eine THEMIS-Aufnahme des Orbiters Mars Odyssey zeigte 2009 an dieser Stelle noch nichts, eine Weitwinkelaufnahme des MRO 2011 aber einen dunklen Fleck – den hat sich kürzlich HiRISE auf demselben Orbiter im Detail angesehen. Hier wurde mal nicht die krass blaustichige ‚übliche‘ Falschfarb-Darstellung sondern eine RGB-ähnlichere gewählt.

Das erste Bild des neuen Wettersatelliten MSG-3, der am 5. Juli gestartet und 16. Juli dem Betreiber EUMETSAT übergeben worden war: Der Spinning Enhanced Visible and Infrared Imager lieferte diese Ansicht dann am 7. August.

Der Perito Moreno-Gletscher aus der ISS aus aufgenommen: Dieser argentinische Gletscher – siehe 2010-er Bilder des Bloggers hier und hier und eine weitere ISS-Aufnahme – ist ein beliebtes Motiv für Aufnahmen aus dem Orbit.

Ein Zufallsfoto eines Sprites aus der Raumstation von diesem April: Hier drei Einzelbilder aus der nächtlichen Serie über Gewittern über Südostasien.

Ein erstaunliches Polarlicht-Foto aus einem Linienflugzeug, vor wenigen Tagen von Reed Ingram Weir über Kanda aufgenommen: Belichtungszeit eine Sekunde, Kabinenlicht mit einem Handtuch über dem Kopf abgeschirmt.

Neuer (winziger) Astronomiesatellit der NASA im Orbit – und (fast) keiner spricht darüber …

14. September 2012

Gut, der Start der Atlas V gestern Abend in Vandenberg war wegen starken Nebels keine Schönheit (außer im Infraroten, wo es tolle Effekte zu sehen gab), und weil die Hauptnutzlast streng geheim war, endete die Liveübertragung auch bald. Aber erklärt dies, dass die NASA weder vor noch nach dem Start ein Wort darüber verloren hat, dass sich unter den 11 Kleinsatelliten, die zusätzlich an Bord waren, auch der Cosmic X-ray Background Nanosatellite („Und noch kurz gemeldet“) befand, ein immerhin von ihr im Rahmen des ELaNa-Programms gestarteter Astronomie-Satellit? Konkret darüber berichtet haben offenbar nur die Universität in Kentucky, die ihn baute (der erste Satellit komplett aus diesem Bundesstaat), und ein zugehöriges Konsortium für die Entwicklung von CubeSats. Solch ein Minisatellit aus zwei der 10-cm-Würfel ist auch der CXBN, der trotz seiner nur 2.6 kg Masse echte Astrophysik betreiben soll, indem er den diffusen Röntgenhintergrund (DXRB) bei 30 bis 50 KeV besser vermisst. Und damit vielleicht zur Aufklärung der Beiträge diverser kosmischer Objekte zu diesem allgemeinen Hintergrund-Glühen leistet. NACHTRAG: Kontakt! Und dem Satellitchen geht’s gut.

Drei ganz verschiedene Bilder aus der Raumfahrt

14. September 2012

vom heutigen Freitag: Unterschiedlicher könnten sie kaum sein …

Die Seebestattung von Neil Armstrong – nach der privaten und einer öffentlichen Gedenkfeier – auf der USS Philippine Sea im Atlantik: seine Witwe Carol und Kommandant Paul Nagy mit der Urne.

Die 18 Hauptspiegel-Segmente des James Webb Space Telescope, verpackt in großen Dosen für den Transport vom Hersteller Ball in Colorado zur NASA.

Die Soyuz-Rakete mit MetOp-B auf der Startrampe in Baikonur angekommen: Der neueste europäische Wettersatellit soll am 17. September um 18:28 MESZ starten, was auch live übertragen werden soll.

Weitere größere Artikel

14. September 2012

Dolomiten überraschend im Schein des (“blauen”) Vollmonds, des zweiten im August 2012.

Wieder ein – folgenloser – Einschlag auf Jupiter: mit neuem Schnitt des Hall-Videos!

Ein himmlischer Empfang in der Toskana … insbesondere mit einem starken doppelten Regenbogen.

Dawn: Nach Vesta zum Zwergplaneten Ceres – eine erste wissenschaftliche Bilanz.

Toskanischer Abschied wieder mit Himmelsshow, u.a. einer Mond/Jupiter-Konjunktion.

Kleinere Artikel

Zwei große Kleinplaneten gleichzeitig in ziemlicher Erdnähe: 2012 QG42 und 2012 QC8.

Ein Doppelstern – und zwei Planeten mit Transits: das exotische System Kepler-47.

Hubble-Beobachtung des Venustransits via Mond gescheitert – aber es gibt ja noch den Jupiter.

Nachrichten aus der Asteroidenwelt kompakt

13. September 2012

Ein Rockvideo über einen ziemlich dicken Rock, von der NASA ‚komponiert‘ anlässlich der Abreise von Dawn in der Nacht zum 5. September: auch die letzten Bildprodukte – und das Citizen Science-Projekt Vesta Mappers, das bizarrerweise den einzigen Zugang zu weiteren Vesta-Bildern bietet, weil die Rohbilder der Mission nicht sofort öffentlich wie bei den Marsrovern oder Cassini sind und es überdies wegen Streit um Vestas Koordinatensystem Verzögerungen bei der Archivierung gibt …

Start des kanadischen Asteroidenjägers Anfang Dezember?

Vier Jahre verspätet könnte auf dem nächsten indischen PSLV u.a. auch der kleine NEOSSat (Ende des Artikels) starten, nachdem diese Rakete am 9.9. gut funktioniert hat, dem 100. indischen Weltraumstart übrigens. Der NEOSSat soll die Hälfte der Zeit nach erdnahen Asteroiden suchen und den Rest der Zeit – in militärischem Auftrag – Raumschrott und Satelliten im Erdorbit. (SpaceRef Canada 5.9.2012)

Eine Asteroidenkamera auf einem geostationären Satelliten mitfliegen lassen möchte die NASA: Vorschläge – bitte unter 50 Mio.$ – dürfen nun eingereicht werden, gestartet wird vielleicht schon 2016. Billiger als ein Extrasatellit wäre das allemal; das Ziel ist die Katalogisierung von Asteroiden auf besonders erdähnlichen Bahnen bis 30 m Durchmesser – vielleicht darunter ein leichtes Astronautenziel. (Spaceflight Now 28.8.2012)

Der NEA 2008 EV5 könnte ein günstiges Zielobjekt sein

für eine robotische Sample Return Mission oder auch einen bemannten Besuch, weil er mit besonders wenig „Delta-V“ zu erreichen wäre: Grund für eingehende Untersuchungen von der Erde aus. Viel gab dabei sein Spekztrum nicht her, und auch die Albedo konnte nur sehr vage auf 5 bis 20 % eingegrenzt werden. Am besten passt das Spektrum zu kohligen Chondriten des Typs CI wie dem Orgueil-Meteoriten: Dann läge die Albedo eher nahe dem unteren Ende des Bereichs. (Reddy & al., Preprint 6.9.2012)

Schüler – weltweit – dürfen das Ziel von OSIRIS-REx taufen, das bisher nur (101955) 1999 RQ36 heißt: Man darf höchstens 18 Jahre alt sein, muss den Namen gut begründen und sich bis zum 2.12. melden. Die Entscheidung über den Namen für das Asteroidenziels der ersten US-Sample Return Mission (ISAN 137-5) liegt natürlich bei der IAU; wurde der Gewinner-Name mehrfach vorgeschlagen, gewinnt die beste Begründung. (Planetary Society, NASA Releases 4.9.2012)

Curiositys erste Marsstaubforschung – durch Zufall

12. September 2012

sind zwei Instrumenten auf dem Robotarm des Mars Science Laboratory während der Tests desselben (die morgen zuende gehen) marsianische Staubteilchen in den Weg gekommen: oben ein 200-µm-Partikel („feiner Sand“) unter dem Ohr von Lincoln auf der Münze des Eichpanels („NACHTRAG …“) von MAHLI, darunter ein APXS-Spektrum eines Basalt-Eichtargets, das neben dessen Mineralien (schwarze Peaks) und Marsatmosphäre und Instrument selbst (blau; der APXS-Kopf ist auf der Mastcam-Aufnahme unten in der Mitte) auch ein Signal von Staub auf dem Target (rot) zeigt. Auf einer Telecon heute war auch noch zu hören, dass man bisher – an Sol 36 – erst einen Tag hinter dem ursprünglichen Zeitplan ist. Dass es jetzt mehrere Phobos- und Deimos-Durchgänge vor der Sonne geben wird, die die Mastcam ‚filmen‘ soll. Und dass der Mars Express bis auf weiteres nicht für den Downlink von Daten benötigt wird: Das schafft locker der Mars Reconnaissance Orbiter. NACHTRAG: Aufzeichnung und weitere Zusammenfassung der Telecon – und ein Interview mit einem ‚Fahrer‘ der Marsrover. NACHTRAG 2: ein Press Release und noch ein Artikel zur Telecon – und möglicherweise geht es schon am 13.9. mit der Fahrt weiter.

NACHTRAG 3: Was liegt denn bitte da auf dem Mars herum? Aus einem Mastcam-Rohbild von Sol 36 … NACHTRAG 4: … und mal wieder ein neues MARDI-Video, an dem ein Fan 4 Wochen lang gearbeitet hat. NACHTRAG 5: Noch viel spannendere Dinge sieht allerdings Opportunity gerade – wäre nett, wenn sich die NASA mal dazu äußern würde. NACHTRAG 6: Wie das Wetter in der Wüste Aeolis Palus ist – und ein kurioser Stein in verstärkten Farben und in 3D.

NACHTRAG 7: ein neues Fern-Bild der Mastcam vom 36. Sol, erheblich kontrastgesteigert (der Kontext davon) – und es gibt auch ein Bild der Sonne vom 37. Sol, leider ohne Phobos davor (sowie zahllose Sonnen-Thumbnails, auf denen nichts zu erkennen zu sein scheint). Am 38. Sol war Curiosity dann wieder auf der Piste und legte 32 m zurück.