Ein Teleskop im Orbit. Für Amateurastronomen. Unter deutscher Federführung. Wie war das?!

Neu ist die Idee ja nicht: Schon vor 30 Jahren träumten amerikanische Amateurastronomen von einem Amateur Space Telescope im Orbit (AST; siehe auch hier und hier, „Independent Space Research Group“ und Referenz 18), und zwanzig Jahre später war ein International Space Station Amateur Telescope (ISS-AT; siehe auch hier und hier und vermutlich auch hier, „There were a couple of things …“) in Planung – beide Projekte verschwanden nach anfänglichem Enthusiasmus sang- und klanglos wieder. Aber jetzt ist die Idee erneut aufgetaucht, diesmal sogar primär ‚made in Germany‘: Auf der 31. Bochumer Herbsttagung der Amateurastronomen präsentierte Heiko Wilkens (u.) gestern dem verblüfften Publikum eine Art Business Plan für ein 80-cm-Teleskop im Erdorbit, dessen 80 bis 130 Mio. Euro Kosten Sponsoren aufbringen und zu dessen Betriebskosten zusätzlich auch die Nutzer pay per view beitragen sollen, mit einigen hundert Euro pro Stunde.

Eine bislang hinter den Kulissen operierende Planungsgruppe, zu der insbesondere die Amateur-Optik-Spezialisten Richard Berry und Harrie Rutten und der Astronaut Gerhard Thiele gehören, hat offenbar bereits einige bedeutende Organisationen zumindest ideell ins Boot holen können und ist in Sachen Sponsorensuche diesmal guten Mutes: Als entscheidend wird eine Ausweitung der Zielgruppe für das orbitale Gerät weit über die Amateurastronomie gesehen, was bei den gescheiterten früheren Projekten nicht gelang. So beginnt nun – und der BoHeTa-Auftritt war ein nicht unwichtiger Schritt dabei – eine öffentliche Werbekampagne bei allen möglichen potentiellen Nutzern, auch im Bildungs- und Wissenschaftsbereich (die Projekt-Webseite ist bislang allerdings noch rudimentär). Und es darf nahezu beliebig ‚out of the box‘ gedacht werden: Sollte z.B. ein gewisser Getränkehersteller, der letztens in die Schlagzeilen kam, etwas springen lassen, dann – so Wilkens (im Bild links) zu diesem Blog – könnte man den Satelliten natürlich problemlos wie eine seiner Dosen anstreichen … NACHTRAG: ein weiterer BoHeTa-Bericht – die hier und hier erwähnte Astrium-Initiative ist wohl eine andere, ähnliche Idee?

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Eine Antwort to “Ein Teleskop im Orbit. Für Amateurastronomen. Unter deutscher Federführung. Wie war das?!”

  1. Kick-Off für ein “Weltraum-Teleskop für alle” « Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] scheinbar verwegene Plan eines Weltraumteleskops für die deutsche Öffentlichkeit ist heute auf einem siebenstündigen Kick-Off-Workshop im Haus der Astronomie spürbar konkreter […]

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