Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

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Ein Ausschnitt aus der Kleinen Magellanschen Wolke, kombiniert aus Chandra-, Hubble- und Spitzer-Bildern, die lila bzw. blau, grün und rot bzw. ebenfalls rot eingefärbt wurden, und auch in entsprechenden Press Releases hier, hier und hier beschrieben werden. Der glitzernde Sternhaufen in der Mitte ist NGC 602a, dessen Strahlung in der Umgebung das Gas vertrieben hat. Vor-Hauptreihen-Sterne darin sorgen für ein diffuses Röntgen-Glühen – und die Erkenntnis, dass junge „Sonnen“ überall gleich sind.

Kepler beobachtet Gravitationslinsen-Wirkung eines Sterns

Und zwar eines Weißen Zwergs im Orbit um einen Roten Zwerg, dessen Durchmesser viel größer ist: Die Helligkeitabnahme im Transit ist entsprechend minimal – und sogar noch geringer als „klassisch“ zu erwarten. Die Erklärung ist eine Lichtverstärkung des Roten Zwergs durch die Gravitationslinsen-Wirkung des Weißen Zwergs (vom Durchmesser der Erde aber der Masse der Sonne), die auf diese Weise – auch der Satellit GALEX war beteiligt – in diesem System KOI-256 erstmals nachgewiesen wurde. Derweil wachsen die Sorgen um Keplers gestörtes Drallrad: Für den Fall eines Ausfalls werden bereits Pläne geschmiedet, aber mit der Suche nach ‚fremden Erden‘ – der eigentlichen Aufgabe Keplers – wäre es dann vorbei.


Das Solar Dynamics Observatory führt ein Tänzchen auf, regelmäßig, um die Instrumente zu eichen: Dann steht die Sonne kurzzeitig Kopf – so wie gestern und hier in diversen Wellenlängen zu sehen.

Hubble fand die fernste Typ-Ia-Supernovae, mit z=1.9

Diese Rotverschiebung platziert die Supernova UDS10Wil 3.5 Mrd. Jahre nach dem Urknall bzw. in eine Zeit vor etwas über 10 Mrd. Jahren: Das macht die in auch in Press Releases hier, hier, hier, hier und hier gefeierte Sternexplosion zu einem weiteren wichtigen Messpunkt für die Historie der kosmischen Expansion. Ihre Helligkeit passt jedenfalls schon mal zur Standardkosmologie – und ein vom CANDELS+CLASH Supernova Project, dem auch diese Entdeckung gelang, insgesamt festgestellter starker Rückgang der Ia-SN-Rate passt zum Szenario verschmelzender Weißer Zwerge [NACHTRAG: noch eine Einschätzung].

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Der Saturnmond Enceladus vorgestern von Cassini aufgenommen, aus 830’500 km Distanz: Über den Rand ragt eine auch im rückgestreuten Licht verblüffend helle Fontäne, die da aus den „Tigerstreifen“ schießt – viel Action im äußeren Sonnensystem.

Die Integration des Mars-Orbiters MAVEN schreitet voran

Gerade wurde in „Mars Atmosphere and Volatile EvolutioN“ das Neutral Gas and Ion Mass Spectrometer (NGIMS) eingebaut, das die Zusammensetzung der oberen Marsatmosphäre erforschen soll. Damit sitzen alle Instrumente auf MAVEN: Es folgen Umwelt-Tests und dann der Start der NASA-Mission am 18. November. Unterdessen hat die Störung des laufenden Mars-Sonden-Betriebs durch die Sonnen-Konjunktion des Planeten begonnen: Die Rover dürfen z.B. nicht mehr fahren; für Curiosity ist es die erste Konjunktion. Und wie weit es bis zum Mars eigentlich ist, demonstriert ein cleveres Java-Programm: Mit „v“ geht’s los …

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Mit Raketen den leuchtenden Nachtwolken auf der Spur war die NASA im Oktober 2011 mit den beiden CHAMPS-Raketen, die im norwegischen Andøya starteten: Die Abkürzung steht für „Charge and Mass of Meteoric Smoke Particles“ und ist Programm. Bei den Flügen in die extrem hohen Eiswolken hinein konnte tatsächlich im Prinzip genug Meteoritenstaub festgestellt werden, rund 20’000 Partikel pro Kubikzentimeter, um ihre Kondensation zu erklären – mit nur 0.4 bis 1.2 nm Durchmesser sind sie allerdings eigentlich zu klein, doch ihre elektrische Ladung hilft offenbar. Jetzt können die Modelle für den ziemlich komplexen NLC-Prozess verfeinert werden. Auch Artikel zu Denkmalschutz mit Satelliten, z.B. in Krisenregionen, dem 30. Jubiläum der TDRS-Satelliten (der erste startete mit dem Space Shuttle Challenger) und dem Roll-Out der ersten Antares-Rakete am 6. April, die zwischen dem 17. und 19.4. starten soll.

Eine Antwort to “Nachrichten aus der Raumfahrt kompakt

  1. Allgemeines Live-Blog ab den 19. April 2014 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] und hier. [23:50 MESZ. NACHTRAG: Nach der Anmerkung eines Lesers der Hinweis, dass bereits – wie hier auch berichtet ("Kepler beobachtet Gravitationslinsen-Wirkung eines Sterns") ein interner […]

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