Die Jagd auf die NEOs: Status und Perspektiven

Auf der laufenden Planetary Defence Conference („In Arizona hat …“ und später) gab es in den Sessions 1 und 2 in den vergangenen Stunden einen guten Überblick über laufende Programme der Suche nach erdnahen Asteroiden und anderen Objekten (NEOs) und Pläne für die nähere Zukunft – auch im Licht des erhofften Einfangs eines Mini-Exemplars, das erst einmal gefunden werden muss. Slides aus den Vorträgen von Johnson, Spahr, Yeomans, Ryan, Tonry, Mainzer und Lu, thematisch umsortiert:

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Die heutige Vorstellung über die Häufigkeit von NEOs und ihre Impakt-Wahrscheinlichkeiten, weiter aktualisiert aus der Grafik in ISAN 65-3 – dass es deutlich weniger Asteroiden des 100-m-Formats gibt, als das ansonsten sehr gut etablierte Potenzgesetz vorhersagen würde, ist jetzt gut etabliert.

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Die laufenden Suchprogramme decken den Himmel schon gut ab: oben die im Januar 2013 abgescannten Felder in einer Grafik des Minor Planet Center. Die Histogramme darunter – in Ergänzung der laufend aktualisierten hier – zeigen die Entwicklung der Beiträge unterschiedlicher Programme zur Entdeckung kleiner und ganz kleiner (d.h. für den Einfang interessanter) NEAs; bei diesen am Himmel extrem schwachen Asteroiden spielen Amateurastronomen bei der Entdeckung keine Rolle.

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Das sind die derzeit drei erfolgreichsten Suchprogramme Catalina Sky Survey (die auch Mt. Lemon und Siding Spring umfasst), LINEAR und Pan-STARRS: Die Folien aus den Vorträgen von Spahr und Johnson fassen ihre Parameter, Besonderheiten und auch zukünftigen Pläne zusammen.

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Wo die zuletzt 20.5 Mio.$ hingehen, die die NASA derzeit für die NEA-Suche ausgibt – und wo die Reise hingeht, wenn es nur 40.5 Mio.$ werden sollen (zumindest im FY2014): Es wird auch über einen geostationären Satelliten nachgedacht. Die „ROSES“ sind die Research Opportunities in Space and Earth Sciences mit über 50 Möglichkeiten, an NASA-Grants zu kommen.

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Ein kommender Star der NEO-Jagd sollte das Space Surveillance Telescope in New Mexico werden, das sich neben seinen primären – militärischen – Aufgaben der Satelliten-Beobachtung jetzt auch um Asteroiden kümmert.

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Eine bedeutende Rolle bei der weiteren Katalogisierung der – kleineren – NEAs könnte auch die NEOCam der NASA spielen, deren IR-Sensor schon entscheidenden Tests unterworfen wurde und die als eigener IR-Satellit oder auch auf einem anderen fliegen könnte; sie würde auf den Erfahrungen mit WISE aufbauen.

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Nach der Entdeckung eines Asteroiden kommt die Verfolgung, um seine Bahn genau zu bestimmen und nicht nicht wieder zu verlieren: Im weltweiten Netzwerk für diesen „Follow-Up“ spielen auch Amateurastronomen eine bedeutende Rolle, selbst in „wolkigen“ Ländern …

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Nicht für die systematische Suche, wohl aber für Warnungen bevorstehender Impakte kleiner Asteroiden, geeignet ist das Asteroid Terrestrial-impact Last Alert System (ATLAS), das nun aufgebaut wird – den Chelyabinsker Asteroiden hätte es trotzdem verpasst, da er fast direkt aus Richtung der Sonne kam.

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2 Antworten to “Die Jagd auf die NEOs: Status und Perspektiven”

  1. PANSTARRS hat immer noch einiges zu bieten | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Alles über's All … von Daniel Fischer … seit 1985 – und jetzt online im klassischen Blog-Format « Die Jagd auf die NEOs: Status und Perspektiven […]

  2. Allgemeines Live-Blog ab dem 13. Mai 2013 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] ein Podcast (3:23-) über die Asteroiden-”Tabletop Exercise” während der Planetary Defence Conference, die nicht live übertragen wurde, nochmal der GRB 130427A, nun aus Gemini-Sicht – und ein […]

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