Nachrichten aus der Astro-Geschichte kompakt

cave

Kosmologie als prähistorische Landschaftskunst?

Fast 100 Orte von über 6000 Jahre alter Felsenkunst wie der obigen in den Appalachian Mountains der südöstlichen USA bilden nach einer neuen Interpretation selbst wiederum eine Art dreidimensionales Bild, das den kosmologischen Vorstellungen der damaligen amerikanischen Urbevölkerung am Cumberland Plateau entspricht: „The cosmological divisions of the universe were mapped onto the physical landscape using the relief of the Cumberland Plateau as a topographic canvas.“

Die Himmelsscheibe von Nebra gehört jetzt zum „Memory of the World“ der UNESCO, d.h. dem Welt-Dokumenten-Erbe, zu dem sie gerade hinzu gefügt wurde (Artikel hier, hier, hier und hier): „In einer schriftlosen Zeit vereinigte die Himmelsscheibe […] ein außergewöhnliches Verständnis astronomischer Phänomene mit religiösen Vorstellungen.“

Die Astronomie des indischen Stammes der Gond

(einer Ethnie der Ureinwohner des Subkontinents) ist Gegenstand eines umfassenden Papers: Jahrtausende alt und weitgehend isoliert lassen sich bei ihnen „parallel aspects of human intellectual growth“ untersuchen, und ihr Weltbild unterscheidet sich erheblich von dem bekannteren „indischen“.

Auch die Astronomie der Aborigines Australiens ist in einer aktuellen Übersicht zusammen gefasst, natürlich von den beiden Haupt-Experten, die „a deep understanding of the motion of objects in the sky“ konstantieren, „and this knowledge was used for practical purposes, such as constructing calendars.“ So klingt’s übrigens – manchmal – bei den dort betrachteten Yolngu.

Das erste Buch über einen Venustransit neu übersetzt

Die „Venus in Sole visa“ von Jeremiah Horrocks wurde letztes Jahr neu aus dem Lateinischen übersetzt – und das erste Mal überhaupt sorgfältig und kompetent ins Englische: Die „Venus vor der Sonne gesehen“ ist ein Dokument nicht nur der Astronomiegeschichte von 1639 sondern auch der jugendlichen Begeisterung von Horrocks über den Erfolg seiner so raren Beobachtungen und die Astronomie dieser aufregenden Epoche – ein seltener Astro-„Geek“ des 17. Jahrhunderts.

140 Jahre populäre Wissenschafts-Darstellung sind schlagartig verfügbar geworden, nachdem die Zeitschrift Popular Science ihr gesamtes Archiv – kostenlos! – online gestellt hat. Die Suche nach Artikeln erfolgt über Keywords – allein „Venus“ fördert schon 125 Beiträge zutage, darunter z.B. diesen über Venus-Transits – von 1873.

Der Mondrover Lunochod 2 kam 42, nicht 37 km weit

Das ist das Ergebnis einer neuen russischen Analyse seiner Spur auf Bildern des Lunar Reconnaissance Orbiters (die Odometer der urigen Mondfahrzeuge waren ziemlicher Schrott). Das ha den Nebeneffekt, dass es noch sehr lange dauern wird, bis der Marsrover Opportunity – z.Z. bei 36.8 km – diesen Rekord brechen kann.

Neue Enthüllungen über die Todesumstände Gagarins – beim Absturz seines Jets 1968 – durch seinen Zeitgenossen (und Ohrenzeugen) Leonov werden derzeit allerorten als der Weisheit letzter Schluss gefeiert: Da scheint es aber nur dieses Interview zu geben, in dem sich Leonov auf einen deklassifizierten Untersuchungsbericht beruft – wobei dieses angeblich „newly released document“ aber weiter unter Verschluss zu sein scheint.

The Space Program Under Presidents Nixon and Ford war das Thema mehrerer aufgezeichneter Vorträge aus dem amerikanischen Nationalarchiv – los geht’s erst in Minute 10. In der 1. Hälfte der 1970-er Jahre wurden Weichen (für das bemannte Programm, um das es hier ausschließlich geht) gestellt, deren Folgen heute noch spürbar sind.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: