Allgemeines Live-Blog vom 25. Juni 2013

soyuz1

Gibt es heute zwei Soyuz-Starts innerhalb von 86 Minuten? Vor 2 Minuten hat in Baikonur eine solche Rakete mit einem Resurs-Satelliten abgehoben (Screenshot aus einer stummen Live-Übertragung) – und um 20:54 MESZ könnte in Kourou eine weitere folgen: Der Start wurde gestern wegen zu viel Wind abgesagt, aber heute ist sie immerhin schon betankt worden. [19:30 MESZ] Resurs-P1 ist im Orbit: der erste einer neuen Serie von Erdbeobachtern. [19:40 NACHTRÄGE: Artikel hier und hier] Und die Übertragung aus Kourou läuft. [20:35 MESZ] Aber los gekommen ist man wetterbedingt erst mit 33 Minuten Verspätung: Lagen eben 119 Minuten zwischen beiden Starts. [21:30 MESZ] Ein weiterer Screenshot: Der Qualm nahm die Sicht, die Bildregie war überfordert … [21:55 MESZ] Ein Arianespace Release zum Start – und ein vages Startfenster für Gaia. [22:55 MESZ] Alle 4 Satelliten der 2. Soyuz sind ausgesetzt worden. [23:55 MESZ – Ende. NACHTRÄGE: Artikel dazu hier, hier und hier – mit den 2 heute damit schon 10 erfolgreiche Soyuz-Starts 2013]

Drei Supererden in der habitablen Zone desselben Sterns

sollten eigentlich erst morgen Mittag verkündet werden, aber jemand in Frankreich konnte in der Nacht nicht mehr an sich halten, und so wurde das Embargo jetzt aufgehoben: Es geht um den bekannten Stern Gliese 667C, der nach neuen HARPS-RV-Daten zwischen 5 und 7 Planeten hat. Und seine HZ ist „dicht gepackt“ – es sind also keine weiteren stabilen Bahnen mehr möglich – mit drei Supererden zwischen 2.5 und 4 Erdmassen: Press Releases von ESO, Carnegie, Keck und Washington und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [19:20 MESZ. NACHTRÄGE: Da gibt’s auch ein Filmchen, das Paper im ArXiv und einen NSF Release – aber einer glaubt’s nicht recht und mehr Zweifel auch hier und hier aber nicht hier, hier und hier]

supermoendchen

Wieder reichlich Beachtung für den Vollmond im Perigäum gab es in den vergangenen zwei Nächten – über die Bedeutung des Phänomens konnte man diskutieren (mehr und mehr), aber ein Fotomotiv war es ohne Frage: zahlreiche Sammlungen hier (mit Abstand die beste), hier, hier, hier (früher, noch früher), hier, hier (mehr), hier, hier und hier, ein Zeitraffer-Aufgang und Bilder einzelner hier (von diesem Blogger), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie ein Webcast. Plus eine Foto-Idee und die nächsten Perigäums-Vollmonde sowie ein Making-Of eines bekannten RingSoFi-Videos, ein Flare (mehr) und NLCs vorgestern (sowie früher), eine Planetariums-Schließung auf Guam und die Krise in Halle. [2:05 MESZ. NACHTRAG: nochmal die aufgehende Ring-SoFi, am Anfang eines größeren Astro-Zeitraffer-Videos made in Singapore]

Das 10’000ste Near Earth Object (aller Größen) entdeckt

hat am 18. Juni Pan-STARRS, den 300-m-Asteroiden 2013 MZ5, und seitdem sind schon wieder weitere dazu gekommen: Seit den Anfängen der Suche ist schon viel erreicht worden, aber es warten noch zehnmal so viele auf ihre Entdeckung, die für die Erde einmal unangenehm werden könnten. NEOs nähern sich der Erde bis auf mindestens 45 Mio. km: Die kleinsten katalogisierten erdnahen Asteroiden messen nur Meter, der größte ist (1036) Ganymed mit 41 km. Rund jeder 10. der 10’000 ist größer als 1 km: Von diesen Asteroiden, deren Impakt eine globale Katastrophe wäre, sind bis auf wenige Dutzend alle entdeckt. Aber bis 140 m hinab dürfte es etwa 15’000 und bis 30 m eine Million NEOs geben: Von denen sind erst 30% bzw. unter 1% im Katalog. Derzeit liegt die jährliche NEO-Entdeckungsrate aller Größen bei etwa 1000, und fast alle sind Fänge von NASA-finanzierten Programmen. [1:35. NACHTRAG: das Ganze nochmal]

Ein russisches Spätwarnsystem für Asteroiden bereits im Anflug verbirgt sich vermutlich hinter dem Projekt „Megatortor“, das Artikel vorgestern und im Februar (auch auf Deutsch) beschrieben, und es gibt auch den Vorschlag, Asteroiden mit alten „Satan“-Raketen im Anflug abzuschießen – alles Nachwirkungen von Chelyabinsk, wo übrigens weiter über einen Riesenmeteoriten im Chebarkul-See spekuliert wird. Plus der Status der US-„Asteroid Initiative“ auf der Suche nach einer klaren Richtung und Zuspruch im Kongress. [1:30 MESZ. NACHTRAG: eine neue Zusammenfassung bisheriger Chelyabinsk-Erkenntnisse]

Erfolgreicher Amateur-Test von Strahlrudern einer Rakete

Vorgestern ist es den rührigen Copenhagen Suborbitals mit ihrer Sapphire-Rakete gelungen, eine Schubvektorsteuerung per Strahlruder zu demonstrieren: Die Rakete stieg nahezu senkrecht bis in 8.3 km Höhe – geborgen werden konnte sie allerdings nicht, da das Fallschirmsystem versagte. Trotzdem gilt der Testflug als wesentlicher Schritt, um die größeren HEAT-Raketen endlich auf Höhe (und irgendwann wirklich in den Weltraum) zu bringen: oben der Start aus vielen Kamera-Positionen, auch Artikel in Englisch und Dänisch, die über 5-stündige Aufzeichnung des Tages, ein weiteres Foto der Kampagne 2013 und Updates des Projekts. [1:00 MESZ. NACHTRAG: noch mehr Fotos]

arkyd3

Dieser Mini-Satellit soll 2014 Technik des Arkyd testen

Bei einem weiteren Hangout zum Mini-Weltraumteleskop wurde gestern Abend nicht nur (ab ~18:30) ein wenig über die Technik des Arkyd-Satelliten verraten, sondern auch dieses Bild des noch viel kleineren „Arkyd 3“ präsentiert, mit dem wichtige Technologien dieser superbilligen Serie von Orbitalteleskopen validiert werden sollen. Und man erfuhr, dass nämliches Satellitchen aus drei CubeSats ungefähr im April aus der Internationalen Raumstation geworfen werden soll – ein zünftiger Start. Das Crowdfunding steht inzwischen bei 1.16 Mio.$ und läuft noch 5 1/2 Tage. [0:50 MESZ. NACHTRAG: noch ein informativer – Arkyd-3-Details ab ~39:00 – und ein lausiger Hangout, plus ein bizarres japanisches Fan-Video]

Der Satellit CoRoT ist endgültig aufgegeben worden

Bereits letzten November war ein entscheidender Computer ausgefallen, und nach intensiver Analyse wurde diesen Monat entschieden, die Rettungsversuche für den ersten Satelliten, der – ab 2006 – Exoplaneten per Transitmethode gejagt hatte, auf zu geben. Auch ein längerer Vortrag über seinen großen Bruder Kepler, nun auch lahm liegend. [0:40 MESZ NACHTRAG: Hat’s noch hier, hier und hier wer mitbekommen]

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