Der 2020-er NASA-Rover soll nach totem Leben auf dem Mars suchen – und schon mal Steine für (vielleicht) eine viel spätere Abholung sammeln

2020a

Aus einem 154-Seiten-Bericht, einem Press Release (alt.), einer FAQ-Liste, einem 3-Min.-Werbevideo und einer Telecon (auch live gebloggt) konnte man heute lernen, wozu der letzten Dezember überraschend angekündigte Nachbau von Curiosity nach den Überlegungen seines Science Definition Teams gut sein soll: Mit seinen noch nicht näher definierten Instrumenten (für die es eine offene Ausschreibung geben wird) soll er nach Spuren vergangenen Lebens suchen. Und gleichzeitig bis zu 31 interessante Steine und Bodenproben in einem Behälter sammeln, auf dass sie irgendwann von irgendwem – frühestens Mitte der 2020-er Jahre einem anderen Roboter oder noch viel später gar Astronauten – auf einen Schlag abgeholt werden könnten. Auch diese oder jene Technik für bemannte Missionen soll bei der Mission erprobt werden, die etwa 1.5 Mrd.$ kosten soll, inklusive 80-100 Mio.$ für die Instrumente und zzgl. dem Start.

Selbst Marsfans schwer zu vermitteln ist dabei, warum die Suche nach Lebensspuren „der nächste logische Schritt“ sein soll und nicht endlich gezielt nach heutigem Leben auf dem Mars gefahndet werden soll (wie es einst 1976 die Vikings mal versuchten): Zum einen sei die zum Mars transportable Analytik für eindeutige Nachweise lebender Mikroben einfach nicht weit genug, hieß es dazu auf der Telecon – und jene seien, so es sie denn gibt, auch dünn gesät und v.a. in eher unzugänglichem Gelände zu vermuten. Für die Zielliste des Klons von Curiosity sind u.a. auch dessen Alternativen wieder im Rennen, aber dank einer verbesserten Version des Skycranes mit genauerem Zielanflug auch viele verdächtige Plätze, die bisher off limits waren: weitere Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein „Film“ von beiden Marsmonden aus Opportunitys Sicht.

2020b

So sieht der LRO die Landestellen von Surveyor 3 und Apollo 12, der 2. bemannten Mondlandung mit dem Lunarmodul „Intrepid“ nur 155 Meter von dem unbemannten Lander entfernt: Der Krater, in dem letzterer sitzt, ist heute heller als vor den Landungen, offenbar weil die Düsenstrahlen – auch die Intrepid flog dicht drüber hinweg – die Beschaffenheit des Bodens veränderten. Und die kuriose Rechtsfrage, ob die USA auf dem Mond einen Nationalpark einrichten könnten … [NACHTRAG: hier, hier und hier mehr Artikel dazu]

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Der erste Italiener auf einem „Weltraumspazierung“

war heute Luca Parmitano, der bei einer 6-stündigen EVA auf dem kanadischen Robot-Arm herumfahren durfte und danach erstmal sprachlos war. Zusammen mit einer weiteren EVA am 16. Juli ging es v.a. um die Vorbereitung der Ankunft des russischen Multipurpose Laboratory Module evtl. noch dieses Jahr: weitere Artikel hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: noch ein Mini-ESA Release und mehr Links] Auch die vermutliche Ursache des Proton-Disasters (ein falsch herum montierter Sensor) und die nun von der ESA ausgewählte Konfiguration „Multi P Linear“ für die Ariane 6, die zwar weniger trägt als die Nr. 5 aber auch weniger kostet. NACHTRAG: mehr Links.

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