Nicht nur Cassini, auch MESSENGER zuwinken

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kann man – wenn man’s denn möchte – an diesem Wochenende: Denn nicht nur wird Cassini am Freitag die Erde im Blick haben, sondern am Freitag und Samstag auch MESSENGER, wenn der Merkur-Orbiter erneut auf die Suche nach kleinen Merkur-Monden geht. Der macht seine Aufnahmen mit der Erde und dem Mond drauf (jeweils ein Pixel, aber getrennt) an beiden Tagen um 13:49, 14:38 und 15:41 MESZ, wenn der Planet neben der Sonne hoch über Europa steht, während das große Saturn-Event bekanntlich am Freitag von 23:27 bis 23:42 MESZ stattfindet (und von 23:00 bis 23:30 MESZ gibt’s auf NASA-TV eine Sondersendung). Bald darauf kann man dann die Rohbilder Cassinis durchforsten: oben das simulierte Endprodukt, ein komplexes Mosaik, das es erst nach Wochen geben dürfte – und wie die Erde für den Saturnorbiter aussehen würde, wenn sie größer als ein Pixel wäre. Öffentliche Saturn-Wink-Aktionen sind – nach zähem Beginn – nun doch auch in Deutschland ein paar geplant, etwa in Bonn, und eine Saturn-Foto-Aktion läuft sich auch warm; weitere Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier].

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Der Marsrover Opportunity am 8.Juli vom MRO aufgenommen, auf den Tag genau zehn Jahre nach dem Start des immer noch voll aktiven Roboters, dessen Treiben auf dem Mars – die letzten zwei Jahre am Rand des Kraters Endeavour – dieses britische Fan-Blog unermüdlich verfolgt.

Curiosity ist jetzt einen Kilometer weit gekommen

auf seiner langen Fahrt zum Aeolis Mons, die durch neue Software-Updates immerhin beschleunigt wird. 335 Marstage ist der Rover nun schon auf dem Planeten (womit die ein Marsjahr währende Primärmission halb um ist), und es gibt immerhin erste Papers: zu Erkenntnissen des Tunable Laser Spectrometers [alt.] über die Verlust-Prozesse der Mars-Atmosphäre. Auch uneindeutige MRO-Hinweise auf einen möglichen Mars-Ozean, ein neu veröffentlichtes Mars-Express-Video, das es aber auch schon vor 5 Jahren gab, und ESA-Gefühle vor ExoMars mit Russland.

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Der Rand des Kugelsternhaufens 47 Tucanae von Hubble aufgenommen (rechts), um die unterschiedlichen Bahnmuster von verschiedenen Sternpopulationen zu untersuchen, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden sind: Die blauesten Sterne sind am stärksten zur Mitte hin konzentriert und zeigen die größten Anisotropien ihrer Eigenbewegungen, für den Sternenhintergrund gilt das nicht.

Der letzte Rettungsversuch für Kepler hat heute begonnen

und kümmert sich zunächst um Drallrad #4, das dieses Jahr ausfiel, während die seit 2012 still liegende Nr. 2 ab Montag dran kommt – ob da (buchstäblich) noch was geht, wird „später im Monat“ verkündet werden. Auch die gelungene Öffnung der Klappe von IRIS, dem neuen Sonnensatelliten, exotische kyrogene Elektronik für das JWST und bessere Kameras auf den nächsten GOES-Wettersatelliten der R-Serie, die die volle Erde alle 5 Minuten aufnehmen werden.

Die interplanetaren Bodenstationen der ESA sind empfindlicher geworden, dank neuer extrem gekühlter Empfänger, die die drei 35-m-Schüsseln nun wie 40-er wirken lassen – BepiColombo und Juice aber auch der Astrometrie-Satellit Gaia werden davon profitieren. Auch eine globale Neubildung der Merkur-Oberfläche, aus MESSENGER-Bildern geschlossen, und ein britischer experimenteller Planeten-Penetrator im Eis-Test.

Und noch kurz gemeldet

Der „Wassereinbruch“ in den Raumanzug ist weiter ungeklärt, der L. Parmitano widerfahren ist [NACHTRAG: seine Worte]. Auch eine hypothetische ‚Content-Strategie‘ für Alexander Gerst, den nächsten deutschen Raumfahrer mit dem „Zeug zum Weltraum-Helden“, ein angedachtes russisches Aufblas-Modul für die ISS, akuter Asteroiden-Mangel für die Redirect-Pläne der NASA und ein frecher Kommentar des Ex-Astronauten U. Walter zur unsichtbaren Euro-Raumfahrt.

Falsch installierte Sensoren waren Schuld am Proton-Crash, wurde heute offiziell verkündet; man musste sie mit Gewalt falsch einsetzen, alles sehr mysteriös – Artikel auch hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und mehr Links]. Derweil ist der vor 2 Jahren seinen Orbit verfehlt habende russische Satellit Geo-IK-2 nun verglüht.

Das UK investiert 60 Mio. Pfund in eine Synergistic Air-Breathing Rocket Engine (SABRE), nachdem eine Studie der ESA Mut gemacht hat: Artikel hier und hier. Auch Bodentests mit dem Mini-Shuttle „DreamChaser“ – und die mögliche Schließung des MSFC der NASA [NACHTRAG: die schon wieder vom Tisch ist].

Materialwissenschaftliche Experimente unter µg wurden beim Raketenflug „Mapheus-4“ knapp vier Minuten lang durchgeführt – und das Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik (MPE), das auch einmal mit Raketenflügen begonnen hatte, ist 50 Jahre alt geworden und schon lange auf Satelliten ‚umgestiegen‘.

Die Flüge SOFIAs von Neuseeland aus haben begonnen, und die zweiwöchige Kampagne wird mit Press Releases von USRA, NASA, DLR, MPIfR und DSI begleitet – auch ein Artikel mit Rechtschreib-Problemen und ein kurioses Südlicht-Foto von Bord durch ein Nachtsichtgerät.

2 Antworten to “Nicht nur Cassini, auch MESSENGER zuwinken”

  1. Und so sah Cassini Erde, Mond und Saturn! | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] großen Cassini-Aktion haben bereits genug Rohbilder die Erde erreicht, um einen ersten Eindruck des geplanten Mosaiks zu vermitteln: oben eine Aufnahme von Erde und Mond mit der Telekamera NAC, darunter ein […]

  2. Allgemeines Live-Blog ab dem 22. Juli 2013 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] 19. Juli aus dem Merkur-Orbit aus 98 Mio. km Entfernung – mit Blooming da (es ging ja um eine Suche nach schwachen Monden) überbelichtet. Derweil wird in diesem NASA-Blog eifrig von einer Pluto-Konferenz berichtet […]

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