Archive for Juli 2013

Weitere größere Artikel

12. Juli 2013

Überraschungs-Tages-Starparty in der Volkssternwarte im Westfalenpark, mit Sonnenfleck & Venus.

Am 19. Juli: alle Augen auf Saturn – und bitte winken … (z.B. bei zwei Aktionen im U.K. hier und hier, auch noch ’ne Zusammenfassung [NACHTRAG: oder man klaut gleich den ganzen Artikel von hier …]).

Astronomie bei der “Extraschicht” mit Saturn & Science Slam.

Ein richtig blauer (Exo-)Planet dank Hubble-Spektroskopie (auch das Paper, ESA & NASA Releases, Science @ NASA und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRAG: und mal wieder war’s nicht ohne Embargo-Bruch abgegangen]).

Rund 80 Astronauten diese Woche in der Region (Köln/Aachen/Bonn) zu Gast.

ASE XXVI: Shuttle-Nostalgie im Deutschen Museum – mit einem Fünffachflieger (und Astronomen).

Mit der Astronauten-Schar im Bonner Alten Wasserwerk.

Kürzere Artikel

spitzerblob

Ein Sternhaufen mit hunderten Sonnenmassen vor der Entstehung, inkl. eines ~100-Sonnenmassen-Sterns (hier die Region in Spitzer-, Herschel- und ALMA-Sicht).

Astronomische Schwarmfinanzierungen von Erfolg gekrönt: Arkyd & Skyglow.

Rätsel um SS Cygni gelöst: Hubbleforscher lagen falsch (aber jetzt richtig).

Der Zustand der Sonne in ihrem 24. Maximum

12. Juli 2013

war gestern Gegenstand einer Pressekonferenz während der Jahrestagung der Solar Physics Division der American Astronomical Society – von der leider nur die Visuals vorliegen und weder eine Aufzeichnung noch weiteres Textmaterial. Aber auch diese Grafiken sind angesichts der seltsamen Entwicklung der Sonnenaktivität („Weiterer Verlauf des 24. Sonnenzyklus …“) der letzten Jahre interessant:

sun-intro

Dem längsten Sonnenminimum der letzten 100 Jahre folgt(e) das schwächste Maximum der letzten 50 Jahre – und die beiden Hemisphären der Sonne verhalten sich ungewöhnlich asymmetrisch.

sun-ns-asym

Dabei hat das ungewöhnliche Betragen der Sonne bereits im 23. Zyklus begonnen: Die Hemisphären-Asymmetrie existiert schon seit dem Jahr 2005 …

sun-spotsizestats

… und im 23. Zyklus gab es bereits signifikant weniger große Fleckengruppen als im 22. Zyklus – deren Defizit hat sich allerdings im 24. Zyklus noch deutlich verstärkt.

sun-polarfields

Eindeutig ist auch die Korrelation der Zyklenstärke (geglättete Fleckenzahl unten) mit der Stärke der polaren Magnetfelder im vorangegangenen Minimum (oben für beide Hemisphären in Gauß), die gewissermaßen die Saat der Aktivität bilden: Dem 22. Zyklus gingen starke, dem moderaten 23. Zyklus mittlere und dem schwachen 24. Zyklus schlaffe Pol-Felder voraus.

sun-butter

Auch das Schmetterlings-Diagramm dokumentiert den ungewöhnlichen Zustand der Sonne: Normalerweise überlappen sich Zylen 2-3 Jahre (es sind also schon eine Weile Flecken des neuen in hohen Breiten zu sehen, während der andere äquatornah ausläuft) – aber der verspätet gestartete 24. Zyklus ganz rechts überlappte sich mit dem 23. so wenig, wie es seit Vorliegen entsprechend guter Flecken-Daten seit 1874 noch nie der Fall war. Und all das bedeutet? Wissen wir nicht, ist – den PK-Folien nach – wohl die Meinung: Insbesondere als Vorbote eines neuen Maunderminimums der Sonnenaktivität sollte der aktuelle Zustand der Sonne wohl nicht gesehen werden. Vielleicht manifestiert sich einfach nur ein ungefähr 100-jähriger Meta-Zyklus der Sonnenaktivität (wie ihn schon 1939 Gleissberg vermutete): Die ersten Zyklen der letzten drei Jahrhunderte waren immer schwach ausgefallen. NACHTRÄGE: späte Artikel zu PK & Tagung hier, hier, hier, hier und hier (Frontpage – au weia).

Allgemeines Live-Blog vom 10. Juli 2013

10. Juli 2013

charon

New Horizons trennt Charon vom Zwergplaneten Pluto

Noch macht das Paar (links) auf Bildern der LORRI-Kamera auf der NASA-Sonde New Horizons von Anfang Juli kaum mehr her als auf der Entdeckungs-Aufnahme von vor 35 Jahren (rechts): Die war mit einem 1.55-m-Teleskop auf der Erde entstanden, während New Horizons inzwischen auf 880 Mio. km ans Ziel heran gekommen ist – da reicht dann auch LORRIs 21-cm-Objektiv. Am 14. Juli 2015 wird New Horizons in 12’500 km Höhe über Plutos Oberfläche schießen. Auch Erdmond und Venus heute aus Australien (mehr) – und wie Sark Island als Dark Sky Island touristisch profitiert. [20:50 MESZ] Eine Venus/Mond-Sequenz aus Hongkong, plus Saturn am 8. und PANSTARRS am 6. Juli sowie US-Aurora in der vergangenen Nacht. [22:40 MESZ. NACHTRAG: Venus & Mond aus Griechenland]

Wie die IBEX-Mission den Heliotail des Sonnensystems kartiert: Zum ersten Mal setzt die NASA gerade einen Google Hangout als Medium für die Ausstrahlung einer Pressekonferenz über eine wissenschaftliche Veröffentlichung ein – unter derselben URL wird kurz danach dann die Aufzeichung zu sehen sein. [19:15 MESZ] Ein Science@NASA dazu. [20:00 MESZ. NACHTRÄGE: mehr Visuals, ein instruktiver Video-Clip, ein SwRI Release, ein Artikel und mehr Links]

Vor 100 Jahren: Temperaturrekord 56.7°C auf der Erde

Nachdem Libyen vor zwei Jahren seines vermeintlichen Temperaturrekords verlustig ging, gelten nun die am 10.7.1913 gemessenen 56.7°C im kalifornischen Tal des Todes als die höchste direkt gemessene Temperatur auf diesem Planeten – bis heute. Das wird natürlich gefeiert – zumal der Ort auch noch Furnace Creek heißt, wie passend … [18:55 MESZ]

Arbeiten am Ballon, der den Kometen ISON beobachten soll: ein 5-minütiges Zeitraffervideo von Operationen mit dem 80-cm-Teleskops des BRRISON-Experiments. Auch die vier Finsternisse 2014 (2 totale MoFis, 2 nicht-totale SoFis), für den Heiz-Mechanismus relevante Erkenntnisse über die Geometrie der Bögen in der Korona der Sonne, dieseselbe gestern im weißen Licht, die saubere Amateur-Beobachtung eines Exoplaneten-Transits und NLCs der Nacht 8./9. Juli aus Wales und Schweden. [1:25 MESZ]

Geschafft: Schwarmfinanzierung von Skyglow Berlin steht

Vor wenigen Stunden waren die 5000 Euro Mindestsumme für die Alles-oder-Nichts-Crowdfunding-Kampagne „Skyglow Berlin“ (siehe ISAN 191-7 zu den Details) im Kasten, ziemlich genau 24 Stunden vor dem Ablauf der Frist: Möglich gemacht hatten dies u.a. eine größere Beigabe der International Dark-Sky Association und vor allem die Astronomische Gesellschaft, die kurz nach dem Passieren der 4000-Euro-Marke genau den zum Erfolg fehlenden Rest überwiesen hatte. Zum großen Erstaunen des Skyglow-Organisators, der nichts geahnt hatte … [1:15 MESZ. NACHTRAG: Am Ende waren € 5205 auf dem Konto]

megantic

Hier brennt die kanadische Stadt Lac Mégantic, aus dem Weltraum gesehen von NPP Suomi im breitbandigen Nacht-Kanal (links am 4., rechts nach dem Disaster am 6. Juli) – nichts direkt passiert ist dem 30 km entfernten Observatoire du Mont-Mégantic (OMM). Auch der Arbeitsbeginn des Murchison Widefield Array (MWA), eines australischen Radio-Interferometers, der geplante Cherenkov Telescope Array (CTA), die Experimente Short Distance Neutrino Oscillations with BoreXino (SOX) und Neutrino Factory und ein neues Konzept, um die Empfindlichkeit von Detektoren für Gravitationswellen zu verbessern. [1:00 MESZ]

Der 2020-er NASA-Rover soll nach totem Leben auf dem Mars suchen – und schon mal Steine für (vielleicht) eine viel spätere Abholung sammeln

9. Juli 2013

2020a

Aus einem 154-Seiten-Bericht, einem Press Release (alt.), einer FAQ-Liste, einem 3-Min.-Werbevideo und einer Telecon (auch live gebloggt) konnte man heute lernen, wozu der letzten Dezember überraschend angekündigte Nachbau von Curiosity nach den Überlegungen seines Science Definition Teams gut sein soll: Mit seinen noch nicht näher definierten Instrumenten (für die es eine offene Ausschreibung geben wird) soll er nach Spuren vergangenen Lebens suchen. Und gleichzeitig bis zu 31 interessante Steine und Bodenproben in einem Behälter sammeln, auf dass sie irgendwann von irgendwem – frühestens Mitte der 2020-er Jahre einem anderen Roboter oder noch viel später gar Astronauten – auf einen Schlag abgeholt werden könnten. Auch diese oder jene Technik für bemannte Missionen soll bei der Mission erprobt werden, die etwa 1.5 Mrd.$ kosten soll, inklusive 80-100 Mio.$ für die Instrumente und zzgl. dem Start.

Selbst Marsfans schwer zu vermitteln ist dabei, warum die Suche nach Lebensspuren „der nächste logische Schritt“ sein soll und nicht endlich gezielt nach heutigem Leben auf dem Mars gefahndet werden soll (wie es einst 1976 die Vikings mal versuchten): Zum einen sei die zum Mars transportable Analytik für eindeutige Nachweise lebender Mikroben einfach nicht weit genug, hieß es dazu auf der Telecon – und jene seien, so es sie denn gibt, auch dünn gesät und v.a. in eher unzugänglichem Gelände zu vermuten. Für die Zielliste des Klons von Curiosity sind u.a. auch dessen Alternativen wieder im Rennen, aber dank einer verbesserten Version des Skycranes mit genauerem Zielanflug auch viele verdächtige Plätze, die bisher off limits waren: weitere Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier [NACHTRÄGE: und hier, hier, hier, hier, hier und hier]. Auch ein „Film“ von beiden Marsmonden aus Opportunitys Sicht.

2020b

So sieht der LRO die Landestellen von Surveyor 3 und Apollo 12, der 2. bemannten Mondlandung mit dem Lunarmodul „Intrepid“ nur 155 Meter von dem unbemannten Lander entfernt: Der Krater, in dem letzterer sitzt, ist heute heller als vor den Landungen, offenbar weil die Düsenstrahlen – auch die Intrepid flog dicht drüber hinweg – die Beschaffenheit des Bodens veränderten. Und die kuriose Rechtsfrage, ob die USA auf dem Mond einen Nationalpark einrichten könnten … [NACHTRAG: hier, hier und hier mehr Artikel dazu]

2020c

Der erste Italiener auf einem „Weltraumspazierung“

war heute Luca Parmitano, der bei einer 6-stündigen EVA auf dem kanadischen Robot-Arm herumfahren durfte und danach erstmal sprachlos war. Zusammen mit einer weiteren EVA am 16. Juli ging es v.a. um die Vorbereitung der Ankunft des russischen Multipurpose Laboratory Module evtl. noch dieses Jahr: weitere Artikel hier, hier und hier. [NACHTRÄGE: noch ein Mini-ESA Release und mehr Links] Auch die vermutliche Ursache des Proton-Disasters (ein falsch herum montierter Sensor) und die nun von der ESA ausgewählte Konfiguration „Multi P Linear“ für die Ariane 6, die zwar weniger trägt als die Nr. 5 aber auch weniger kostet. NACHTRAG: mehr Links.

Allgemeines Live-Blog vom 4. bis 8. Juli 2013

4. Juli 2013

8. Juli

vesta

Eine neue topografische Karte des großen Asteroiden Vesta mit 32 Pixeln pro Grad Ortsauflösung und basierend auf Höheninformationen, die aus 17’000 Einzelaufnahmen der Raumsonde Dawn gewonnen wurden, die inzwischen bereits zum Zwergplaneten Ceres weiter reist. Die Höhenangaben beziehen sich auf ein 285 x 285 x 229 km großes Ellipsoid: Vestas Oberfläche taucht bis 22.5 km darunter (lila und blau) oder ragt bis zu 19.5 km darüber (rot und weiß). [23:35 MESZ]

Das „Saturn Mosaic Project“ begleitet „Wave at Saturn“

Seit letzten Monat das „Wave at Saturn“-Event angekündigt wurde, ist rund um diese Saturn-Gegenlicht-Aufnahme Cassinis mit der Erde im Bild am 19. Juli („the day the Earth smiled“) ein ganzes Universum von Parallel-Projekten entstanden, die mehr – oder weniger – viel mit astronomischem Outreach zu tun haben: Der neueste Aufruf von heute betrifft das Astronomers without Borders Saturn Mosaic Project. Dabei sollen – zwischen jetzt und dem 22. Juli – möglichst viele Menschen auf dem Planeten den Saturn als Lichtpunkt über Landschaften und Landmarken (oder auch anderen Leuten) fotografieren, im Stil von ‚The World at Night‘, und aus all diesen Bildern soll am Schluss das Saturn- und Erdbild Cassinis nachgebaut werden. Aber zoomable: Aus der Nähe gesehen erscheinen wieder die Saturnbilder von der Erde. [23:25 MESZ]

Den Mond heute genau bei Neumond fotografiert hat T. Legault im nahen IR als deutliche Sichel in 4.4° Sonnenabstand – aber inwiefern ist das ein „Rekord“? Sein ewiger deutscher Konkurrent in diesem Astro-Extremsport M. Elsässer hatte schon 2012 sowohl den Mond genau in Konjunktion sowie bei anderer Gelegenheit noch etwas näher an der Sonne erwischt: Legault kann sich nun immerhin rühmen, den Mond mit Alter Null sonnennäher denn je – und klarer als Elsässer – abgelichtet zu haben. [22:45 MESZ]

Stockholms historische Sternwarte wird dicht gemacht

Die Meldung – eine automatische Übersetzung ins Englische – ist nun eine Woche alt, aber seither sind weder weitere Details bekannt geworden noch scheint sie in der internationalen Community der Astro-Geschichtler irgendein Echo ausgelöst zu haben. Sollte sie aber: Die Königliche Akademie Schwedens hat bereits im Frühjahr die Schließlung der historischen Sternwarte in Stockholm beschlossen, die heute ein phänomenales Museum der Astronomiegeschichte ist. Angeblich sei die Einrichtung schlecht bewirtschaftet worden, und nun gäbe es kein Geld mehr: Ein paar Exponate könnten umziehen, andere – und natürlich das geschichtsträchtige Bauwerk – werden Ende des Jahres bis auf Weiteres weggesperrt. Auch ein Nachruf auf Margherita Hack, eine populäre italienische Astronomin – und Zeiss verabschiedet sich von Carl z.B. auf Objektiven … [22:35 MESZ. NACHTRAG: laut diesem Artikel gibt es wieder Hoffnung für die Sternwarte]

Raumfahrt-Splitter: Der Mars-Rover Curiosity fährt jetzt Richtung Aeolis Mons, fast ein Jahr nach der Landung; die Strecke beträgt ca. 8 km und wird etliche Monate in Anspruch nehmen. Auch eine indische Zeitung über die Mars Orbiter Mission des Landes und ihre Payload. / Der Bau von Euclid beginnt bei Thales Alenia Space, der Bau von CHEOPS wird vorbereitet vor dem endgültigen ESA-Go, und MIRI wird ins JWST integriert. / Der morgigen ersten EVA von Luca P. wird mit Spannung entgegen geblickt. [21:55 MESZ]


7. Juli

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Fette Fleckengruppe in der Mitte der Sonne angekommen

So sah die Sonne im weißen Licht vor ein paar Minuten aus, mit der stattlichen Aktivitätsregion (1)1785 in der Mitte der Scheibe: eine Aufnahme dieses Bloggers mit einer Bridge-Kamera bei maximalem optischem Zoom mit davor gehaltener alter SoFi-Brille, dabei halb aus einem Bürofenster hängend (1/1000 Sek. bei Blende 6.3 und ISO 100; ein weiteres Bild der Serie). Auch Sonnenbilder anderer von heute, gestern (mehr, mehr und mehr), vorgestern und noch früher und Sonnenflare-Prognose-Techniken im Test. Plus Komet PANSTARRS am 5. Juli, ein Flug zu ISON, noch mehr Chelyabinsk-Analysen und NLCs in der Nacht 4./5. Juli. [15:25 MESZ] Und gestern Morgen lila Aurora in Vermont. [16:25 MESZ] Mehr sonnige Bilder von heute hier, hier und hier plus weitere Sonnen- und auch Venus-Beobachtung im Westfalenpark. [22:40 MESZ. NACHTRÄGE: AR 1785 & Co. am 6. Juli (enorme Auflösung!), am 7. Juli (mehr) und am 8. Juli (ganze Sonne, dito, mit Hausnummern & mit einfachster Technik – letzteres hier am Ende gefeiert)]


6. Juli

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Die Flanken des Olympus Mons auf dem Mars in einer dreidimensionalen Darstellung von Daten des Mars Express mit einer HRSC-Original-Auflösung von 17 Metern: Die Hänge des alten Vulkans sind eingestürzt, und verdrehte Lavablöcke stehen herum. [3:25 MESZ]

Pläne für ein fernsteuertes 4-Meter-Teleskop auf La Palma

werden in England ausgebrütet: Das „Liverpool Telescope 2.0“ (LT2) soll der Nachfolger des 2 m großen LT auf derselben Kanaren-Insel werden, das sich dank der kompletten Fernsteuerung aus dem UK für die schnelle Reaktion auf astronomische Ereignisse bewährt hat. Das LT2 soll besonders schnell auf eine neu aufgetauchte Quelle schwenken können – namentlich Transients, die ab ca. 2020 das Large Synoptic Survey Telescope der USA ständig entdecken dürfte, ohne selber die Möglichkeit für Nachbeobachtungen zu haben. Und wenn das Advanced LIGO Gravitationswellen von irgendwo am Himmel registriert, könnte das LT2 als erstes optische Teleskop die Quellregion inspizieren. Auch das 2. Pan-STARRS-Teleskop kurz vor der Fertigstellung, Pretty Pictures von GeMS, dem Gemini Multi-conjugate adaptive optics System, die 4. Phase der SDSS und die Bergung von Sunrise 2 in Kanada. [3:15 MESZ]

Raumfahrt-Splitter: Weitere Experimente mit Keplers Drallrädern sollen bald heraus finden, ob da noch was geht. / Der Ozean-Satellit Jason-1 ist hinüber, nach langer Mission (s.a. Artikel 379). / CryoSat hat unter dem Antarktis-Eis Spuren eines ausgelaufenen Sees gefunden. / Neue militärische Radar-Satelliten für Deutschland soll nun OHB bauen. / Der Kometen-Lander Philae wird weiter getestet, auf der Erde natürlich. / Auf Geld-Suche für den NEO-Satelliten Sentinel durch die Online-Versteigerung von Raumfahrt-Memorabilia. / Ein neuer Plan für den ersten SLS-Mondflug EM-1 wurde vorgeschlagen. [NACHTRAG: jetzt der Wunsch auch offiziell bekannt] / Wie die ISS Raumschrott ausweicht. / Der kleine FITSAT-1 ist verglüht. / Und ein Stück der ‚Copenhagen‘-Rakete von 2011 wurde aufgefischt. [2:30 MESZ]


5. Juli

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Der XXVI. Planetary Congress ist heute zuende gegangen

Und der ganze gestrige Tag wurde in Bonn im Alten Wasserwerk im ehemaligen Plenarsaal des Bundestages mit Vorträgen zugebracht – und natürlich einem Gruppenbild vor historischer Kulisse, hier in der Edel-Version der gastgebenden Vereinten Nationen vom Balkon aus. [23:45 MESZ. NACHTRÄGE: persönliche Rückblicke von Spacetweeps auf die Woche hier und hier, allerlei offizielle Fotos und der – sehr – amtliche Bericht der ASE]


4. Juli

Ein weiteres Amateurvideo vom Proton-Disaster am 2. Juli, das sich unter mehreren neu aufgetauchten befindet: Über die Unglücksursache gibt es nur vage Vermutungen über Triebwerks-Probleme; auch ein kurioser ILS Release („die Rakete kehrte zum Boden zurück“), Artikel zum Unfall hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zu seltsamer Statistik und Alternativen. [1:20 MESZ. NACHTRÄGE: Angeblich hob die Rakete zu früh ab und verhielt sich danach korrekt – und der Krater misst 20 x 40 Meter und liegt nur knapp neben einer wichtigen Bahnlinie]

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Die zwei neuen Pluto-Monde heißen jetzt Kerberus & Styx

im Einklang sowohl mit der Konvention, dass Monde dieses Zwergplaneten etwas mit griechischer Mythologie und der Unterwelt zu tun haben sollen und dem Votum einer inoffiziellen Abstimmung im Internet – deren „Gewinner“ den Regeln nicht entsprach und daher keine Chance hatte: IAU, JHU APL und SETI Releases, ein Hangout mit detaillierten Erläuterungen des Ablaufs und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch eine Detail-Darstellung, ein ESA Release und ein Artikel zu den Amateur-Beobachtungen (mit größeren Teleskopen) des entschwindenden Herschel. [1:00 MESZ]

So freuen sich indische Raumfahrt-Fans über einen gelungenen Raketenstart in der Nacht: ein ‚Homevideo‘ vom Start eines PSLV am 1. Juli mit dem ersten von sieben indischen Navigationssatelliten, die das Indian Regional Navigation Satellite System als regionale GPS-Alternative bilden sollen.

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Unterdessen sind die 80 Astronauten in Deutschland weiter unterwegs und haben gestern insbesondere Schüler und Studenten getroffen, wie hier bei einem Event in Bonn mit dem Astronomen-Astronauten Jeff Hoffman im Deutschen Museum. [1:00 MESZ]

Zwei neue professionelle Websiten zum Kometen ISON

sind jetzt online gegangen: von der Comet ISON Observing Campaign (die auch erfahrene Amateure einbezieht) und vom Balloon Rapid Response for ISON, einem Beobachtungs-ballonprojekt. Auch gibt es neue Hubble-Bilder vom 8. Mai, die von keinen neuen Erkenntnisse begleitet werden, dafür aber einer bekloppten Überschrift und einem müden ‚Filmchen‘, während dieser Artikel Altbekanntes aufbäckt und sich dieser voll verrechnet hat, was die Sichtbedingungen betrifft. Auch 29P/Schwassmann-Wachmann am 1. Juli mit fetter Koma, ein schöner Rückblick auf PANSTARRS, dessen Entwicklung im Extrem-Zeitraffer und Bilder vom 27. Juni (mehr) und 26. Juni sowie Lemmon am 3. Juli, 1. Juli und früher. Plus die touristische Vermarktung von Chelyabinsk nach dem kosmischen Airburst. [1:00 MESZ. NACHTRAG: nochmal Lemmon und der Sternhaufen]

Der „Wetterbericht“ für die Totale Sonnenfinsternis 2017 in den USA ist da, genauer gesagt eine erste Analyse der Bewölkungs-Statistik. Auch ein M-Flare gestern, viel Aurora Ende Juni (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) sowie Magnetometrie zur Aurora-Forschung an schottischen Schulen. Auch NLCs Ende Juni (früher) und ihre Erforschung, die Cloudspotter-App und der Sternhimmel im Juli. [1:00 MESZ]

Dramatischer Proton-Fehlstart in Baikonur

2. Juli 2013

Nach ersten Berichten ist niemand zu Schaden gekommen, aber der Fehlstart einer Proton-M heute Morgen – ein laufend aktualisierter Artikel, andere Video-Versionen hier und hier, Stills hier, hier, hier und hier und mehr Diskussion – kann nicht ohne ernste Konsequenzen für die russische Raumfahrt bleiben. NACHTRAG: weitere frühe Artikel hier, hier und hier. NACHTRAG 2: jede Menge technisches Detail zur Rakete und der GLONASS-Nutzlast. NACHTRAG 3: Zwei dramatische Amateurvideos sind aufgetaucht; dieses zeigt den Unfall deutlicher, aber dieses bleibt länger drauf – doch ansonsten auch 12 Stunden danach wenig Konkretes zu den Ursachen des Disasters. NACHTRAG 4: weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier, plus nochmal alle Videos zusammen. NACHTRAG 5: der tiefschürfendste Artikel bisher – drehte die Steuerung eines der Triebwerke durch? Und ExoMars soll auch Proton fliegen …

ase

Rund 80 Astrononauten sind derzeit in Deutschland zum 26. Planetary Congress der Association of Space Explorers: ein Bericht dieses Bloggers über die Auftakt-Veranstaltungen in Köln, ein lokaler Zeitungsartikel dazu und noch mehr Bilder davon.

Die Arkyd-Kampagne endete mit 1.5 Mio. Dollar Spenden

für das erste Crowd-finanzierte Weltraum-Teleskop, und weil zuerst Richard Branson 100’000$ stiftete und kurz vor Schluss ein ‚Stretch Goal‘ mal eben um 100’000$ verringert wurde (wobei ein entsprechender Tweet aber schon Stunden früher rausging), wurden am Schluss gleich derer drei genommen. Damit wird neben einer 2. Bodenstation für den Satelliten parallel eine Crowd-ge-source-te Auswertung alter Himmelsaufnahmen zwecks Aufspürens übersehener Asteroiden organisiert. Und das Weltraumteleskop? Wie im finalen Webcast (oben) zu hören war, stehen dessen Spezifikationen noch gar nicht fest – aber wenn, dann gibt’s ein detailliertes Benutzerhandbuch.

Noch kurz gemeldet: der Status von Opportunity, auch hier und hier / der Shuttle-Orbiter Atlantis ist jetzt am KSC öffentlich ausgestellt / und der kanadische Kleinsatellit MOST zur Sternfotometrie ist zehn Jahre im Einsatz und tut’s immer noch.