Archive for Januar 2014

Live-Blog von einer Aurora-Jagd in & bei Tromsø

26. Januar 2014

1. Februar

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Eine offensichtlich spektakuläre Aurora-Show über Tromsø in der vergangenen Stunde war über Webcams bei EISCAT (s.u.; in Rot die LIDAR-Laser-Strahlen) wie auch beim geophysikalischen Institut (s. 30. Januar; mit blauem Himmelshintergrund) mitten in der lichtverschmutzten Stadt zu verfolgen (Bilder von 22:15:48, 16:27, 17:18, 17:40, 42:20, 42:27 und 51:50 MEZ) – leider ist unsere Expedition heute zurückgekehrt. Der immer noch andauernde Ausbruch war erwartet worden: alle Bilder der EISCAT-Kamera von heute archiviert – und wie ein solcher Substurm in Echtzeit aussieht, ein seltenes Video von 2013. [23:30 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: Detailbilder dieser Aurora hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein Album, ein Zeitraffer-Video aus Schweden (z.T. überbelichtet) – und Bilder mitten aus Tromsø heraus hier (Vorsicht: HDR), hier, hier und hier]

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„Nordlicht-Touristen schaffen Verkehrs-Fallen“ war gestern der Aufmacher der Lokalzeitung iTromsø, wobei der Artikel warnt, dass Einzelreisende wie auch kommerzielle Busbetreiber im finsteren Umland Tromsøs oft unverantwortlich parken und so das Risiko angesichts der „explosiven Zunahme der Zahl der Aurora-Touristen“ erheblich geworden sei: „Das hat Zustände wie im Wilden Westen geschaffen“, und der erste schwere Unfall würde „der Industrie schaden“. Auch aktuelle Winterbilder aus Tromsø inklusive Aurora – und die große Fleckengruppe 1967 heute und ihr Magnetfeld. [23:00 MEZ]

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Ein Besuch der Ramfjordmoen-Station der European Incoherent Scatter Scientific Association oder EISCAT bei Tromsø gestern morgen: hier die 32-Meter-UHF-Radar-Schüssel für 931 MHz …

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… sowie ihre gewaltigen Klystron-Röhren

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… für 2 Megawatt Leistung …

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… und die Kondensatorbänke ihrer Hochspannungsversorgung – ein beeindruckendes Zusammentreffen von Radio- und Starkstrom-Technik.

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Im zentralen Kontrollraum, wo auch der Zustand der (passiven) Schüsseln in Kiruna und Sodankylä überwacht wird.

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Das VHF-Radar für 224 MHz – gerade in Betrieb und daher, angesichts der 1.5 MW Sendeleistung, nur von hinten zu betrachten.

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Asgeir Brekke erläutert den umfangreichen Campus von Ramfjordmoen, der auch …

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… ausgedehnte Antennenfelder beherbergt sowie …

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… etliche Häuschen mit Kuppeln für LIDAR-Anlagen wie auch …

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… All-Sky-Kameras, etwa eine empfindliche japanische. Doch wie lange wird sie noch die Aurora sehen?

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Nach dieser Modellrechnung Brekkes wird sich das Aurora-Oval durch die Wanderung des Magnetpols der Erde und damit auch des geomagnetischen in ein paar Jahrhunderten so verschoben haben, dass Tromsø leer ausgeht aber dann Oslo an der Reihe ist … [22:45 MEZ]


31. Januar

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Eher ruhiges Polarlicht in den letzten beiden Nächten

gab es für die Tromsø-Expedition: am 29. Januar auf den Inseln Sommarøy & Kvaløya vor sehr dunklem Himmel und am 30. Januar vom Hausberg Fløya aus, zu dem die Seilbahn Fjellheisen seit kurzem wegen der immer zahlreicheren Aurora-Fans auch noch im Winter spät unterwegs ist. Gegen die enorme Lichtverschmutzung der Stadt helfen allerdings auch die 400 Höhenmeter der Bergstation nur bedingt (außer wenn’s richtig los geht); das besonders ereignislose Polarlicht dieses Abends zeigte allerdings auch auf Sommarøy kaum mehr Detail. Die AR 1967 – Detail-Bilder von heute – hat gestern zwar einen M7-Flare abgesondert, aber ob der geoeffektiv werden wird, ist noch unklar. [14:55 MEZ]


30. Januar

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So wurden vor hundert Jahren in Norwegen Polarlichter erforscht: Im Tromsø Geophysical Observatory, dem ehemaligen Auroral Observatory, zeigte Magnar Gullikstad Johnsen diesem Blogger heute Faszinierendes aus der Pionierzeit. Darunter oben eine Originalfotoplatte mit einem Polarlicht über Alta am 4. Januar 1913, hinter Birkelands Observatorium, mit dem alles begann (darunter ein digitaler ‚Abzug‘) – und eine urige Aurora-Kamera, die auf einer Platte sechs Aufnahmen nebeneinander aufnehmen konnte (zwei Beispiele). Dabei ging es vor allem um Stereopaare, um die Höhe der Polarlichter zu bestimmen: Mit Projektoren wie dem unteren wurden die Bilder an die Wand geworden und identische Strukturen vermessen. [23:55 MEZ]


29. Januar

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Das erste nordeuropäische Polarlicht auf festem Boden

und damit vor scharfen Stern-Bildern konnte dieser Blogger gestern Abend trotz einiger Lichtverschmutzung am Rande von Tromsø genießen: Die ganze Story gibt’s beim Anklicken des Bildes! Auch technische Details der Nordlicht-Live-Sendungen der BBC aus der Nähe von und aus der Luft über Tromsø vor 3 Wochen – und die als AR 1967 zurück gekehrte AR 1944, die bereits 7 M-Flares (der stärkste davon) produziert und das Potenzial für mehr hat: Die Sonnenaktivität steigt wieder. [17:00 MEZ]

Intermezzo: Erwartungen, Sorge vor Siding Spring am Mars

Die Annäherung des Kometen Siding Spring bis auf 138’000 km an den Mars im Oktober wird von den Betreibern der dortigen Orbiter mit Spannung wie auch etwas Besorgnis erwartet: Gute Daten fast wie bei einer dezidierten Kometenmission sind zu erwarten, aber der Kometenstaub stellt ein Risiko dar. Noch ist nicht entschieden, ob die Orbiter – die Rover sind dank der Marsatmosphäre sicher – nur ihre empfindlichen Teile in eine kometenabgewandte Richtung zu drehen brauchen oder sich die Satelliten kurzerhand hinter dem Planeten verstecken sollen, was frühe Bahnmanöver erfordert. Auch eine neue Beobachtungs-Kampagne für Siding Spring, ein Paper zum Betragen von ISON rund um’s Perihel, die Kometen LINEAR und Lovejoy gestern als Paar, weiterhin keine Probleme mit Rosetta, leider keine Radar-Echos vom potenziell gut erreichbaren NEO, Venus & Mond in Konjunktion heute, der Mars am 26.1., 25.1. und letzten November – und der Jupiter vorgestern. [15:10 MEZ]

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Wie schon Birkeland: Wir machen uns das Polarlicht selber

Der Nachbau von Kristian Birkelands Terrella im Tromsø Museum gestern in Action: eine Stahlkugel mit Magnetfeld in einem bis auf Ionosphären-Verhältnisse evakuierten Aquarium, in dem auf – beherzten! – Knopfdruck ein (Teilchen-)Strom fließt. „Press the solar wind button,“ heißt es in der Anleitung, und tatsächlich entstehen zwei Polarlichtovale, wo die beschleunigten Elektronen auf Restatmosphäre gelenkt werden: „Damit ist das Tromsø Museum der einzige Ort auf der Erde, wo Sie das Nordlicht das ganze Jahr über sehen können!“ Was wohl tatsächlich stimmt, denn die restaurierte Original-Terrella wurde dem Vernehmen nach inzwischen in einem Museum in Osla weg gesperrt, nachdem man sie in Tromsø – nach Ansicht ihrer Kuratoren – allzu oft öffentlich vorgeführt hatte. [NACHTRAG: Ein Leser weist allerdings auf einen offenbar ganz ähnlichen Aurora-Simulator in Tokio hin.]

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Auch in der Polarlicht-Abteilung des Tromsø Museum Aurora-Videos – die man schon mal abfotografieren kann: Man weiß ja nie, was da noch in Real kommt. (Besonders realistische Polarlicht-Videos gibt es übrigens anderenorts im Museum in einem Werbefilm zur Erschließung des Snøhvit-Erdgasfeldes.)

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Auf einem Computer-Display die Magnetometer-Ausschläge in Tromsø der vergangenen 24 Stunden: Der kleine aber feine Magnetsturm, der zu dem Spektakel für die MS Nordkapp (s.u.) geführt hatte, erweist sich als völlig isolierte Erscheinung.

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Diese Polarlicht-Prognose für die kommenden Jahrzehnte(!) erscheint indes ein wenig gewagt – und sollte angesichts des Betragens des Sonnenzyklus‘ wohl auch mal aktualisiert werden …

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Eine astronomische Entdeckung im selben Museum in der Abteilung für moderne samische Geschichte auf einem Foto von der Eröffnung des norwegischen Sameting durch den König 1993: detaillierte Himmelskarten als Wand-Deko.

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Ein Muss für jeden auroraphilen Tromsø-Besucher ist natürlich das Planetarium (unten), wo der Aurora-Oval-Simulator im Foyer inzwischen nicht mehr den Anspruch erhebt, einen konkreten Zustand darzustellen. Und es sind neue Exponate dazu gekommen, etwa ein lehrreicher „Fahrstuhl“ durch alle Schichten der Erdatmosphäre. [12:20 MEZ]

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Intermezzo: Die Supernova in Messier 82 hat etwa 10.8 mag. erreicht – grün = visuelle Schätzungen, schwarz = Messungen im V-Band – und müsste in Kürze ihr Maximum erreichen, wie hier schon immer vorausgesagt (und inzwischen auch hier verkündet) deutlich schwächer als 10.0 mag. Auch Amateur-Spektren hier und hier, tiefe Limits für den Progenitor, Bilder vom 26.1. und 24.1., ein später deutscher Artikel zur Entdeckung und die berüchtigte Nicht-Entdeckung beim Webcast sowie eine schwache SN in Messier 99 und eine mögliche Nova im Sgr. [11:25 MEZ]


28. Januar

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Phänomenales Polarlicht bei einer 4-stündigen Schiffsfahrt

Just während einer kurzen Fahrt mit der Hurtigruten auf 70°N gab sich gestern Abend ein unverhoffter Substurm nach dem anderen die Ehre: hier drei Impressionen von dem mehrstündigen Spektakel in eisiger Kälte. Zwar erreichte die Aurora nur gelegentlich beachtliche Helligkeiten, die dann mit rasanten Bewegungen und den ganzen Himmel erfüllenden Vorhängen einher ging, aber die ‚vorgeschriebenen‘ Formen waren alle da. Und zu Beginn mit einem – fotografisch – markanten senkrechten roten Strahl ganz am Rand des ’normalen‘ grünen Bogens (1. Bild) sogar eine diesem Blogger bis dato unbekannte. [2:25 MEZ] Wobei das natürlich auch schon andere mal fotografiert hatten. [10:20 MEZ]


27. Januar

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Die Sonnenfleckengruppe (1)1944 meldet sich zurück und hat – noch hinter dem Sonnenrand – schon mal zwei M-Flares nacheinander geschickt. [8:30 MEZ. NACHTRAG: und noch ein fetter M-Flare aus der Gruppe!]


26. Januar

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Der Polarlicht-Tourismus in Nord-Norwegen explodiert

Um 200% hätten die Besucherzahlen in Tromsø gegenüber dem Vorwinter zugenommen, sagt die Rezeptionistin im Hotel, inzwischen gibt es Prospekte für Aurora-Touren selbst in Japanisch, einen dicken Katalog mit Angeboten – und im aktuellen Lufthansa magazin preist doch glatt ein mehrere Seiten langer Artikel energisch die Freuden der Polarlicht-Beobachtung speziell in bzw. bei dieser größten Stadt weit und breit an. Dann lassen wir uns mal überraschen, was die kommende Woche bringt: Bei Norwegen-Aurora-Expeditionen per Schiff hatte es 2011, 2012 und 2013 meist in der Umgebung von Tromsø die besten Schauspiele gegeben. Derweil hat die SN 2014J in Messier 82 eine visuelle Helligkeit von ziemlich exakt 11.0 mag. erreicht: auch die Auswertung eines optischen Spektrums, ein Amateurspektrum und die SN gestern hier, hier und hier ab Minute 17. [18:10 MEZ] Mehrere Jupiters vom 23. Januar, 22. Januar und 18. Januar. [22:40 MEZ] Und C/2012 X1 (LINEAR) dicht beim Sternhaufen IC 4665 heute. [23:55 MEZ]

Allgemeines Live-Blog vom 25. Januar 2014

25. Januar 2014

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Zwei Kometen werden sich am 5. Februar begegnen, von der Erde aus gesehen: C/2013 R1 (Lovejoy) und C/2012 X1 (LINEAR) kommen dann bis auf 2° aneinander heran. Anklicken liefert die GigaPan-Darstellung eines Mosaiks mit beiden, das Jost Jahn heute Morgen mit ROTAT in Frankreich aufgenommen hat. Auch ein Dashcam-Feuerkugel-Video aus Texas von gestern. [20:30 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: die beiden Kometen auf einem Bild, im Mosaik und einzeln einen Tag später]

Seit genau 10 Jahren arbeitet Opportunity auf dem Mars

Denn am Morgen MEZ des 25.1.2004 ist der zweite Mars Exploration Rover gelandet, um seine 90-Tages-Mission anzutreten … das hatte er wohl nicht ganz verstanden: Obiges Video war das einzige vom Landetag, das aufzutreiben war, auch ein schöner Vortrag von PI Squyres von 2012 (Oppy tritt von Min. 24 bis 43 auf), eine Party der Planetary Society, Sonderseiten der NASA, eine Gratulation und Artikel zum 10-Jährigen und dem neuen MER-Paper (aus dieser Sammlung des MSL) hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr und mehr), hier, hier und hier (mehr). Auch eine Kursänderung von Curiosity [NACHTRAG: was der Rover gerade sieht], marsianische Erwartung von Siding Spring, das vielleicht beste Ziel für den Asteroiden-Fang, die Neuentdeckung 2014 BA3 – und Chang’e-3 und Yutu schlafen wieder (mehr und mehr), wobei bei letzterem kurz vorher eine technische Störung auftrat, die fatal sein könnte: Es heißt, ein Solarpanel habe geklemmt. [18:25 MEZ. NACHTRAG: wofür aber die Quellenlage unklar bleibt. NACHTRAG 2: auf der Suche nach Sinn in den dürren Meldungen. NACHTRAG 3: auch hier keine offizielle Bestätigung des Solarzellen-Problems]

The black hole is in a galaxy cluster located about 3.9 billion light years from Earth.

Der Galaxienhaufen RX J1532.9+3021 in einer kombinierten optischen und Röntgen-Aufnahme (Chandra-Daten in lila): Es handelt sich um einen der ausgeprägtesten Cool Core Cluster, in dessen Zentrum die Jets aus dem Aktiven Kern einer Galaxie für mehrere Hohlräume im heißen Haufengas gesorgt haben, während sie hin und wieder ihre Orientierung änderten. [2:45 MEZ]

Drei ziemlich verrückte – wahre – Astronomie-Geschichten

• Auf einer Konferenz stellte David Hogg kürzlich das verwegene Projekt vor, aus dem Internet alle verfügbaren Himmelsaufnahmen zu saugen und zu einer tiefen Himmelsdurchmusterung zu verschmelzen: eine Steigerung der auf ähnliche Weise rekonstruierten Bahn des Kometen Holmes aus ISAN 134-8. Auch gelang es, beim Aufaddieren zahlreicher Bilder derselben Galaxien schwache Sternströme um sie sichtbar zu machen, die sonst nur spezielle extra-tiefe Aufnahmen zeigen. Die „Teilnehmer“ solcherlei astronomischen Crowdsourcings sind dies unwissentlich, arbeiten ihm also in keiner Weise systematisch zu – und es klappt doch: Den Vortrag gibt’s auch auf Vimeo und zwei fundamentale Papers hier und hier, das versprochene neue aber noch nicht [NACHTRAG: das hier wird’s sein – und Amateure machen das auch].

• Das Benfordsche Gesetz gilt auch für das Universum, hat ein Experiment mit Galaxien- und Sternentfernungen gezeigt: bei den Galaxien für die statistische Verteilung der ersten Ziffern der Zahlenwerte, bei den Sternen sogar für die ersten drei Ziffern. Tiefe Schlussfolgerungen werden aus dieser Erkenntnis noch nicht gezogen (liegt’s etwa an der Genauigkeit der Daten?), aber es passt: Schließlich war es der Astronom Simon Newcomb gewesen, der schon lange vor Benford auf die stark ungleichmäßige Verteilung der ersten Ziffern bei vielen realen Datensätzen und insbesondere eine starke Überhäufigkeit der 1 gestoßen war.

• Physiker diskutierten im 18. und 19. Jahrhundert lange, ob man Teleskope mit Wasser füllen sollte, hat ein italienischer Astronom rekonstruiert: nicht für astronomische Beobachtungen, sondern um die Aberration des Lichts von Sternen mit Luft- und Wasser-Füllung zu messen. Einige Optiker glaubten nämlich, dass man so zwischen der Teilchen- und Wellennatur des Lichts unterscheiden können würde, die bei Füllung des Fernrohrs eine gegenteilige Abweichung hervorriefe, andere hielten das für Humbug. Praktische Ergebnisse sind bei den wenigen Versuchen, tatsächlich entsprechende Eperimente zu machen, wohl eh nie heraus gekommen. [2:05 MEZ]

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Der Lagunen-Nebel mit dem VLT Survey Telescope (VST) auf dem Cerro Paranal aufgenommen: ein winziger Ausschnitt aus einer von elf Himmelsdurchmusterungen, die derzeit mit ESO-Teleskopen stattfinden und deren Daten rasch öffentlich gemacht und so zu einer Fundgrube für Astronomen in aller Welt werden. Drei davon erledigt das VST, sechs weitere das VISTA-Teleskop. [0:00 MEZ]

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Nachtstart einer Atlas V / Centaur mit dem TDRS-L, einem neuen dieser Nachrichtensatelliten für die NASA: besonders lange Belichtungen bzw. Summenbilder hier und hier, kürzere hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, ein paar Cooper-Bilder, drei sehr simple Versuche und ein besserer, ein weiterer Screenshot aus der Start-Übertragung, ein NASA Release, Blog und entscheidendes Dokument, der erste Orbit, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. [0:00 MEZ]

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Das Siding Spring Observatory ein Jahr nach dem großen Feuer und unmittelbar danach: Die Vegetation kam wieder, und Schäden wurden beseitigt. Auch die Hoffnungen Afrikas auf den Square Kilometer Array. [0:00 MEZ]

Der wiederbelebte WISE hat bereits drei NEOs entdeckt

Und alle sind groß und sehr dunkel: Genau darin ist der IR-Satellit besonders gut, der auch viele andere Asteroiden charakterisiert hat. Auch die Natur der dunklen Stellen auf Vesta, Planungen für New Horizons bei Pluto (Fortsetzung), ein Riesen-Paper über die kleinen Kepler-Planeten, eine wichtige Review für das JWST, neue Modellierungen von Raumschrott und Impakt-Wahrscheinlichkeiten, der erste Orbitalflug des Dream Chaser, für 2016 angekündigt (Artikel hier, hier, hier, hier und mehr Links) – und einer der neuen ESA-Astronauten hält seinen Beruf für überlebenswichtig: für die ganze Menschheit … [0:00 MEZ]

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Die erste je identifizierte Gravitationslinse samt Umgebung auf einer neuen – und leider völlig undokumentierten – Hubble-Aufnahme: Die alte WFPC2 hatte sie noch so gesehen. Auch die bisherige Rolle des LHC in der Astro-Teilchen-Physik, hilfreich bzgl. UHECR-Physik und Dunkler Materie, aber keine Durchbrüche, der Zustand von SUSY im LHC-Zeitalter (mehr), mal wieder angebliche Dunkelmaterie bei CoGeNT, der erste Anti-Wasserstoff-Strahl beim CERN, Schwarz-Löchrige Gedanken von Stephen H. [NACHTRÄGE: Tweets dazu und Artikel hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier und hier] – und die Zeitleiste der fernen Zukunft. [0:00 MEZ]

Weitere größere Artikel – und SN-2014J-Updates

24. Januar 2014

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Supernova 11. Größe in M 82: Inzwischen steht die V-Helligkeit bei 11.2 mag., und dieser Blogger (mehr) wie jetzt auch ein anderer gehen von ca. 10.5 mag. Maximalhelligkeit aus. Oben animierte Pre- und Post-Discovery-Aufnahmen vom KAIT- und LOSS-Projekt, auch Bestätigungen der Ia-Natur und der starken Staub-Rötung (durch Swift; auch ein NASA Release dazu), weitere Spektren, zusätzliche Pre-Discovery-Daten aus China und keine Pre-Discovery aus Russland, Limits für Röntgen-Emission und optische Variabilität vor dem Ausbruch und Radiostrahlung jetzt weder hier noch hier – und die SN 2014J ist nur die erdnächste seit 5 Jahren, als es in M 82 das letzte Mal krachte. Plus ein gutes Amateur-Spektrum, Bilder von gestern (mehr) und vorgestern (mehr, mehr und mehr) und noch mehr, während hier die arme Supernova in der Galaxie ertrinkt. Ferner ein visueller Bericht, ein Aufruf an Schulen, ein Video, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links hier und hier.

Balkengalaxien nehmen seit dem Urknall zu, haben Citizen Scientists heraus gefunden – auch eine weitere Zusammenfassung der Ergebnisse.

Von diesem Blogger im Web-Fernsehen

ISONs Ende: Rückblick und wissenschaftliche Bedeutung – Interview mit Daniel Fischer. Und vorher News zum neuen Mondkrater, den Lichtechos in RS Pup, der Landung von Chang’e-3 und Junos Erdbesuch.

Komet ISON: Die spannendsten Wochen – Interview mit Daniel Fischer. Und vorher News zu einem künstlichen LRO-Mond, einem Gasnebel um Riesenstern, der letzten Antenne für ALMA und Cassinis Saturn von oben.

Komet ISON im Anflug: Interview mit Daniel Fische. Und vorher News zur Nova Del 2013, einer Begegnung der Marsmonde, der Gaswolke am Zentrum der Milchstraße und globalen Folgen des Einschlags von Chelyabinsk.

Kürzere Artikel

Kleinplanet bedeckte gleich zwei verschiedene Sterne – fast gleichzeitig für verschiedene Beobachter.

Zwei Feuerkugeln über Mitteleuropa mit unterschiedlicher Wirkung.

Rosetta wieder zum Leben erwacht – und gleichzeitig ist eine koordinierte Kampagne für Parallelbeobachtungen online gegangen, während die NASA an ihre Beiträge erinnern zu müssen glaubte (Visuals).

Exo-Jupiter in Offenen Sternhaufen auch nicht seltener als im Feld.

Amateur-Astrofotografen entdeckten drei Zwerggalaxien – und zwar deutsche, aber in russischem Auftrag.

Der Zwergplanet Ceres stößt Wasserdampf aus

23. Januar 2014

Eine kuriose Entdeckung in Daten des – schon lange nicht mehr aktiven – Weltraumteleskops Herschel: Der Zwergplanet Ceres im Asteroiden-Hauptgürtel sondert zuweilen Wasserdampf ab, mindestens 10^26 Moleküle pro Sekunde und aus räumlich begrenzten Quellen in mittleren Breiten. Ob dies eine Sublimation von Eis wie bei einem Kometen oder gar eine Art Kryovulkanismus ist, lässt sich allerdings nicht erkennen. Und genau so unklar ist, wie der Zwergplanet innerhalb der ‚Eisgrenze‘ des Sonnensystems überhaupt zu nennenswerten Eis-Vorräten gekommen ist: eine Pressemitteilung, ein Interview, Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, Science@NASA, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links.

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Opportunity hat sich den mysteriösen Stein selbst vor die Kamera gekickt, als der betagte Marsrover bei einer Drehung sein kaputtes Rad über den Boden schleifte: Dessen war sich der PI S. Squyres auf einer NASA-PK gerade (ab Minute 19) zu neuen Oppy-Papers (mehr) und dem 10. Jahrestag der Landung übernächste Nacht (mehr) praktisch sicher. Die Stelle, wo – offenbar nicht nur – dieser Stein aus dem Boden gerissen wurde, ist allerdings derzeit nicht zu sehen, da wohl von den Solarzellen verdeckt. Und er ist offenbar kopfüber zum Liegen gekommen und bietet nun frische Oberfläche zur Untersuchung an, vielleicht Teil der Erklärung für seine ungewöhnliche Chemie: weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier sowie zu Wolken auf Mars-Express-Bildern, einem kuriosen Stein und anderen Ausblicken auch für Curiosity – und es gibt viele Experiment-Vorschläge für seinen 2020-er Nachbau.

Bislang keinerlei Berichte über Probleme mit Rosetta

nach der Wiedererweckung gibt es aus dem Kontrollzentraum – genauer gesagt, bis auf erfreuliche Kunde am Tag danach, dass der lange Winterschlaf offenbar gut überstanden wurde, hat es überhaupt keine Mitteilungen mehr gegeben (während es andererseits über die Inbetriebnahme des Satelliten Gaia über dessen dessen Twitter-Feed täglich Updates gibt). Stattdessen eine PM der Uni Bern, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, mehr Links, ein TV-Clip, ein Radio-Interview, die Szene im Konferenzraum des ESOC bei der AOS, danach feiernde Manager, Bilder von einem Event in Graz, noch ein Storify, die vergleichsweise geringe Follower-Zahl Rosettas, warum keiner im ESOC weiß, was da auf dem Monitor passierte – und wie Amateurfunker den Träger von Rosetta empfangen. Auch ein besseres Chang’e-3-Panorama (auch in Rund; mehr hier, hier, hier und hier), Erinnerungen an 20 Jahre Clementine, russische Mond-Pläne, Präsentationen der M3-Finalisten der ESA [NACHTRAG: von dieser ein knappes Statement dazu], eine NASA-Rakete zur Aurora-Forschung, gleich fünf neue Erdbeobachter dieses Jahr, der Temperatur-Zustand der Erde (Karte) – und warum 800 Ameisen zur ISS gebracht worden sind.

Supernova 11. Größe in Messier 82 – schon seit einer Woche da – aber von automatischen Profi-Suchprogrammen verworfen, weil zu hell …

22. Januar 2014

Eine Supernova des Typs Ia in Messier 82 ist letzte Nacht von einem Amateur entdeckt worden (Details sind noch unklar) – aber aufgeleuchtet ist sie schon am 14./15. Januar, wie diese Bilderserie aus Japan (eine Lichtkurve daraus) zeigt. Doch weil die SN so hell war, hatten sie automatische Suchprogramme verworfen, und ohne Amateurastronomen wäre die wissenschaftlich hochinteressante Sternexplosion – die erdnächste seit über 20 Jahren! – womöglich nie entdeckt worden. Weitere frühe Beobachtungen (die Helligkeit liegt jetzt bei 11.3 bis 11.4 mag. im Visuellen), erste Alarmmeldungen & Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier, M 82 vorher/nachher blinkend und als Bildpaar, Einzelaufnahmen der Galaxie mit SN hier, hier und hier – und warum keine Neutrino-Sichtungen zu erwarten sind. [NACHTRÄGE: der Bericht der Entdecker (es waren ein Astronomie-Dozent und seine Studenten) der erdnächsten Ia-Supernova seit fast 150 Jahren und der nächstgelegenen im Ausbruch beobachteten überhaupt (denn SN 1972E war wohl weiter weg und von der anderen ist nur der Remnant bekannt, während Jahrhunderte frühere Supernovae nicht als solche verstanden wurden), keinerlei Progenitor beim HST, die gesamte frühe und aktuelle Fotometrie, weitere Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier (neu), hier, hier und hier (pre-discovery) und hier (während einer ‚Starparty‘ im Web, und niemand fiel was auf …) und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier (reichlich übertrieben), hier (erstmal komplett falsch, wird aber korrigiert …), hier, hier und hier. Und zu SN-Ia-Lichtkurven eine Einführung und Papers hier und hier – plus ein eher finsterer geratener eigener Gedanke dazu, dem ein Experte bereits halbwegs zustimmt …]

Das war die untere Konjunktion der Venus in der ersten Januar-Hälfte: eine saubere Animation der vielen Aufnahmen eines Astrofotografen aus Malaysia, die auch die ungleichmäßige Helligkeit der Sichel verdeutlicht, die Beobachtern auffiel. Auch Videos mit spektakulären Nebensonnen tief über Moskau [NACHTRAG: auch viele Standbilder!] und einem zweistündigen Vortrag über Amateure und Exoplaneten – und ein Nachruf auf Wilfried Tost, der nur 61 Jahre alt wurde.

Ein Asteroid bedeckte gleich zwei verschiedene Sterne

Am 17. Januar zog der Kleinplanet (56) Melete über ein schwaches aber enges Sternpaar hinweg, wobei die Schattenzone quer über Europa zog – nicht viele Beobachter waren erfolgreich, aber wie die einlaufenden Berichte zeigen, wurde die Bedeckung beider Sterne je mindestens einmal registriert. Nicht erwähnt ist eine Negativ-Beobachtung aus Radebeul, von wo es aber dieses hochauflösende Video gibt, das die Situation am Himmel verdeutlicht. Auch neue Beobachtungen von 2009 FD, der noch eine minimale Impakt-Wahrscheinlichkeit in ferner Zukunft hat – und der Komet Siding Spring gestern, der in 9 Monaten sehr nahe am Mars vorbei fliegen wird, und C/2012 X1 (LINEAR) heute bei NGC 6384, auch ein Rohbild.

Rosetta-Live-Blog (mit Zugaben) vom 20. 1. 2014

20. Januar 2014

Rosetta sendet jetzt auch Telemetrie über ihren Zustand

Auch die nächste große Hürde wurde soeben genommen: Rosetta hat auf das hochgeschickte Kommando reagiert und sendet nun keinen reinen Funkträger mehr sondern Informationen über den Zustand der Raumsonde. AOS, Kommando und Antwort liegen rund 40 Minuten hinter dem alten Zeitplan, aber wie einer Antwort auf eine Frage dieses Bloggers darunter (14:08) zu entnehmen ist, sollte die grundlegende Gesundheit Rosettas noch diese Nacht zu ermitteln sein. Die Instrumente und Philae kommen erst viel später dran. [21:25 MEZ. NACHTRAG: Video der AOS ergänzt] Die Telemetrie kommt nicht ganz stabil rein – „not serious… wait a bit“. [21:30 MEZ] Problem schon wieder weg – und weitere Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier. [21:35 MEZ] Die Daten in der Telemetrie „sehen gut aus“! Und mehr Artikel hier, hier und hier. [21:50 MEZ] Tja, mehr Updates gibt’s leider nicht heut Nacht – muss dieser ESA Press Release (Deutsch und alt.) halt genügen … [22:05 MEZ] Noch Artikel hier, hier, hier und hier und ein TV-Clip. [23:50 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: mehr Telemetrie mit guten Temperaturen, ein episch langes Werk und ein britischer TV-Clip]

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Rosetta hat sich gemeldet, kurz nach 19:15 MEZ!

Hier ist auf zwei Spectrum Analyzern gleichzeitig – seit 19:15 MEZ war auch die DSN-Antenne Canberra im Einsatz – das klare Signal des Funkträgers zu sehen. Riesenjubel am ESOC. [19:20 MEZ]

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Hier freut sich der langjährige Projektwissenschaftler Rosettas, Gerhard Schwehm – ein Kometen-Veteran schon aus Giotto-Tagen, der kürzlich aus Altersgründen endgültig gehen musste, aber natürlich heute als erster feiern darf. [19:25 MEZ]

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Ein anhaltend starkes Signal für die Antennen in Kalifornien wie Australien. Unmittelbar vor Erscheinen der Peaks hatte jemand in einem Menue herumgefummelt, aber die Doppelspitze ließ keinen Zweifel, dass alles mit rechten Dingen zuging. [19:30 MEZ] Und so meldete sich Rosetta aus dem Twitter-Schlaf zurück – während es im Kontrollraum so, bei den VIPs so und dahinter so zuging. Und das wäre schon mal das Ziel im IR staubend. [19:35 MEZ] Das erste Kommando ist abgeschickt! Auch ein Jubel-Foto aus dem Kontrollraum, das Erscheinen des Signals, ein früher Artikel – und ein Retweet-Status-Vergleich … [20:10 MEZ] Und das war die Ankunft des Signals, ab 46:26 und ganz klar bei 47:10. Auch Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [20:45 MEZ]

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Die letzten Stunden vor der erhofften Kontaktaufnahme

haben begonnen: Im Update aus dem Kontrollraum (oben) wurde gerade berichtet, dass Goldstone energisch lauscht aber bisher nur Rauschen aus der Richtung Rosettas empfängt. Sofern nichts Aufregendes passiert, gibt’s die nächste Meldung um 18:30 MEZ. [16:50 MEZ] Und noch ein Webcast einer Rosetta-Veranstaltung, diesmal aus Graz – und ein weiteres Storify von einem Fan in Indien. [17:10 MEZ] Nach 6 Stunden sollte Rosetta jetzt in einem Safe Mode angekommen sein – und bald den Sender einschalten. [17:25 MEZ] Hat sie aber noch nicht, wie der Blick auf den Spectrum Analyzer mit Goldstone-Daten zeigt. [17:45 MEZ] Die Wahrscheinlichkeit für ein Problem liegt nur bei 1-2%, sagt der Flugleiter in einem Radio-Interview: Aktiv angefunkt würde eine schweigende Rosetta erst morgen früh. [18:05 MEZ]

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Stummes Warten auf den Funkträger … ESA-TV zeigt nur den Spectrum Analyzer und Blicke in den Haupt-Kontrollraum des ESOC, leider ohne den Ton, den die Leute dort in ihren Kopfhörern haben. Noch tut sich nichts … [18:40 MEZ] Anspannung im Konferenzraum des ESOC, wo man einen Video-Feed angespannter Gesichter im Haupt-Kontrollraum beobachtet. [18:50 MEZ] Twitter-Timeline voller – meist lahmer – Rosetta-Witze. Es tut sich nichts … [19:00 MEZ] … und auch die VIPs im ESOC können nur gucken, wie über 10’000 andere auch. [19:05 MEZ]

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Wir warten auf die Trägerwelle … das ESOC-Event geht weiter mit einem dreistündigen Talk (mit langen Pausen) über den Zweck der Rosetta-Mission und ein paar der Instrumente wie die Kamera OSIRIS. Die meisten Zusatz-Infos scheint’s in diesem Live-Blog zu geben – und ein „neues“ Bild des Zielkometen vom letzten Oktober. [14:05 MEZ] Goldstone meldet keine Probleme: Es darf gelauscht werden. [14:25 MEZ] Und hier nun ein anderes Rosetta-Event live: aus Stuttgart, in Deutsch und mit weniger lästigen Lücken im Programm. Auch das 67P-VLT-Bild mit anderer BU und ein langer Artikel. [15:05 MEZ] Es ist technisch nicht ausgeschlossen, aber sehr unwahrscheinlich, dass sich Rosetta früher als geplant meldet, heißt es aus dem ESOC: Jedenfalls würde es nichts an Bord verhindern. [15:25 MEZ] Und Goldstone lauscht jetzt. [15:45 MEZ]

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Und so soll Rosettas erstes Lebenszeichen heute aussehen

Wenn der Funkträger gegen 18:45 MEZ in einem Spectrum Analyzer erscheint: Die genaue technische Timeline sieht vor, dass der S-Band-Sender gegen 18:00 MEZ Sondenzeit anspringt, aber die Signallaufzeit zur Erde beträgt 45 Minuten. Mit erster Telemetrie auf der Erde wird dann gegen 20:40 MEZ gerechnet. [10:55 MEZ] Inzwischen müsste Rosetta (Sondenzeit) zu erwachen begonnen haben; aus Darmstadt war außer gespannter Erwartung bislang – natürlich – nichts Neues zu erfahren. Gleichwohl noch ein Live-Blog. [11:20 MEZ] Viele Fragen gab’s am ESOC entsprechend auch nicht – die Show ist nun bis 14:00 MEZ unterbrochen, wenn es mit 3 Stunden Vorträgen weiter geht. [11:40 MEZ] Noch eine Art Live-Blog aus Darmstadt. [12:05 MEZ] Ein Blick in die Bildregie des Webcasts. [12:15 MEZ] Ein Storify von Tweets dazu. [12:40 MEZ] Ein Plan B, sollte Rosettas HGA nicht zur Erde zeigen. [13:00 MEZ]

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Die Feierlichkeiten zu Erweckung Rosettas haben begonnen – wo der Bordrechner sicher besser programmiert ist als die Untertitel des ESA-Fernsehens. Und warum spricht der Chef für bemannte Raumfahrt als erster? Na, weil Rosetta heute auf „eine ‚Armageddon‘-artige Mission“ geschickt wird … [10:25 MEZ. NACHTRAG: Der Kometenkern auf der Bühne ist ein Klon eines Halley-Kern-Modells, das schon 1986 auf einer Tagung in Heidelberg zu sehen war] Auch für den HR ist Reiter ein „Direkter“. Spannend wird’s erst in acht Stunden, aber ein britisches und ein deutsches Live-Blog aus dem ESOC machen schon mal Stimmung. [10:35 MEZ] Events gibt’s jetzt an vielen Orten, in Toulouse z.B. [10:40 MEZ]

Rosettas Erwachen: Vor 18:30 MEZ erfährt die Erde nichts

über den Zustand des seit dem 8. Juni 2011 fest „schlafenden“ künftigen Kometenorbiters – zwar sollen die Systeme von vier redundanten Timern (ein wie auch immer gearteter Weckruf seitens der Erde erfolgt nicht) ab 11:00 MEZ langsam wieder hochgefahren werden, aber da das Erwärmen der Startracker und die Ausrichtung der Antenne auf die Erde einige Zeit braucht, wird frühestens gegen 18:30 MEZ mit der AOS (Acquisition of Signal) durch die NASA-DSN-Antenne von Goldstone gerechnet. Sie soll als einzige die ersten Signale Rosettas empfangen und sicherheitshalber schon ab 15:35 MEZ lauschen: Wann sich Rosetta tatsächlich melden wird, ist schließlich um ±15 Minuten unsicher. Auch die folgenden Wochen wird sich allein das DSN um Rosetta kümmern, während in der Flugkontrolle in Darmstadt rund um die Uhr in Schichten gearbeitet wird, um die komplexe Sonde langsam wieder in den Vollbetrieb zu nehmen (so ist der Lander Philae erst am 28. März an der Reihe): Sie ist noch so weit weg, dass die ESA-eigenen kleineren Antennenschüsseln zunächst gerade mal den Funkträger aber keine Telemetrie empfangen können.

Die ganze Welt kann in der spannenden Stunde 18:30-19:30 MEZ live dabei sein, über diesen Webcast, der auch schon zuvor einen langen Tag mit Vorträgen – noch ohne Kenntnis des tatsächlichen Zustands der Sonde natürlich – überträgt (während aus Stuttgart eine Konkurrenz-Veranstaltung gestreamt wird). Vermutlich wird die AOS so ähnlich „rüberkommen“ wie einst nach dem Start des GOCS: vorher und nachher. Und wenn sich Rosetta in der kritischen Stunde nicht meldet? Dann ist während der Erwachens-Prozedur etwas schiefgegangen, und der ganze 6-stündige Vorgang hat – hoffentlich – verspätet erneut begonnen: die Details des Erwachens, zahlreiche Viewgraphs eines Briefings („So sieht es wohl aus …“) zur Mission, Visuals hier, hier und hier, Press Releases der ESA vom 16.1. (alt.), 15.1. (alt.) und 13.1. (in Deutsch – und laaang) und von Airbus Defense & Space, Helmholtz, JPL, MPG (mehr), Univ. of Michigan, DLR und CIOC, Artikel in Englisch hier, hier, hier, hier, hier (früher), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und in Deutsch hier, hier, hier, hier, hier (mehr und Kritik), hier, hier (früher), hier und hier. [0:00 MEZ]

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Opportunitys Wunder-Stein – nur Ergebnis eines ‚Unfalls‘?

Weiter wird gerätselt, wie der schon zweimal kurz erwähnte mysteriöse Stein (13. und 16. Januar) plötzlich vor dem Marsrover Opportunity aufgetaucht ist: oben in Farbe, darunter das Endeckungs-Bildpaar nachher/vorher. Auf einem Festakt am JPL zu 10 Jahren Opportunity auf dem Mars sprach sich der MER-PI [0:25:20 bis 0:27:40] klar für die Vermutung aus, dass sich Opportunity den kuriosen Stein „Pinnacle Island“ – mit einer chemischen Zusammensetzung, die noch nie gemessen wurde – selbst mit einem seiner Räder ins Gesichtsfeld gekickt habe. Die u.a. von einem der Rover-Fahrer favorisierte Idee, dass in der Nähe ein Impakt stattfand und den Stein vor Opportunity schleuderte, erscheint ihm allzu unwahrscheinlich: Artikel auch hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und, na ja, hier und zum Jahrestag und Festakt auch hier, hier und hier.

Auch ein neuer Operationsmodus für Chang’e-3, ein Videoclip mit neuen (alten) Erd-Bildern, ein viel besseres Dezember-Panorama aus jetzt veröffentlichten Bildern (auch hier, hier, hier und hier, meist falsch als neu bezeichnet; man vergleiche sie mit der schlechten Version) und Artikel hier und hier, neue russisch-europäische Gespräche zu Details von ExoMars, neue Entdeckungen in alten Venus-Daten, warum Gaia wie eine Planeten-Sonde gesteuert wird, ein 8-Minuten-Video über Indiens Raumfahrt aus den USA, ein japanisches Experiment mit einem Seil gegen Raummüll, eine amerikanisch-chinesische Kollaboration in Weltraumforschung, ein News-Clip über Gersts Training für die ISS, die Umbenennung von Dryden, ein Interview mit dem Chef-Fotografen der und der jetzt unterschriebene FY2014-Haushalt (mehr) für die NASA, eine lange Rede des ESA-Chefs (und Artikel zum Haushalt, Rosetta & Co. und Orions Probleme), ein verrücktes Konzept für ein Riesen-Weltraum-Teleskop – und ein irgendwie ‚verschwundener‘ Satellit aus Südafrika. [0:00 MEZ]

Feuerkugel mit -10. Größe über Niederlanden und England

Sie erschien am 18. Januar gegen 21:18 MEZ und wurde weithin beobachtet, fotografiert, gefilmt und offenbar auch gehört – aber eine eventuelle Restmasse dürfte leider in die Nordsee gefallen sein: ein Dashcam-Video, All-Sky-Aufnahmen hier und hier, zwei „harde knallen“, zahlreiche Beschreibungen (mehr) v.a. aus dem UK, Artikel hier, hier und hier und Diskussionen hier und hier. Tags zuvor hatte es einen Meteor über Deutschland gegeben, der für Chaos sorgte und einiges Medienecho fand, so hier, hier, hier, hier, hier und hier (wo neue Verwirrung gesät wird), plus Diskussionen hier, hier und hier. Auch ein eventueller einsamer ISONid, der 33. Comet’s Tail der BAA mit 50 Seiten, die Venus am 19.1., der Jupiter am 17.1. (mehr) und in der 1. Januar-Hälfte animiert, die Sonne am 19.1. und 18.1. mit neuen Flecken am kommenden Rand sowie Spekulationen über den Zyklus (s.a. diese und diese Grafiken), die Nova Centauri weiter ziellos und das Nova-Jahr 2013 – und ein neuer CV, der um 7 mag. heller wurde und nun 14.5 mag. hat. [0:00 MEZ. NACHTRAG: die neuen Sonnenflecken heute]

Kosmische Kuriosa kompakt aus 2013 und 2014

18. Januar 2014

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Der Uluru am 10. Januar aus der ISS mit 1000 mm Brennweite aus aufgenommen – noch hat also die Erosion den Inselberg aus Arkose nicht dahin gerafft. Und hier noch allerlei Kuriosa aus den vergangenen Tagen und Monaten, wobei viele Stories einfach im Sande verliefen und bisland nicht ordentlich ‚zu den Akten‘ genommen werden konnten …

Aus der Geschichte: • Indianische Felszeichnungen zeigen nicht die Supernova von 1054 – zwar keine neue Erkenntnis aber durch einen Vortrag auf der 223. AAS-Tagung plötzlich populär geworden. • Eine Himmelsmechanik-Demonstration letzten Juni mit dem Qutb Minar in Delhi. • Eine detaillierte Untersuchung, wie Galilei so gute Teleskope bauen konnte. • Ein mutmaßlicher „luni-solar ‚time-reckoner'“ aus dem Schottland des 8. Jahrtausend v.u.Z. • Frühe Eisen-Artefakte aus Meteoriten hergestellt. • Das Verständnis von Stonehenge nach den Ausgrabungen des letzten Jahrzehnts. • Bronzezeitliche Sonnenuhren in der Ukraine? • Hat Einstein etwa nie „größte Eselei“ gesagt, bzgl. seiner Kosmologischen Konstanten? • Wie mit alten Fotoplatten moderne Astronomie gemacht wird, dank DASH, des Digital Access to a Sky Century @ Harvard. • Acht Mythen über Apollo 11 und die Rolle von Zond 8 beim Wettlauf zum Mond. • Und der Ruf nach einer Renaissance der arabischen Astronomie [4:00-8:15].

Aus der Astro-Szene und seriösen Forschung: • Ein deutscher Amateurastronom und Meteoriten-Jäger als Werbestar – die lange, kurze und ganz kurze Version des Spots. • Wie man ein SpaceTweep wird und warum das gut ist. • Lichtverschmutzungs-Forschung mit GLOBE-Crowd-Daten, deren grobe Fehler sich offenbar herausmitteln. • Wie man mit der Software „Blender“ astronomische Daten visualisiert. • Eine Sonifikation von Supernovae: Ergebnisse u.a. hier und hier sowie die Software und etwas Ähnliches („Aus Röntgendaten erst Töne und dann sogar Musik …“). • Die Farbe der Erde durch den Erdschein auf dem Mond ermittelt. • Wie sich Mistkäfer astronomisch orientieren. • Das Verhalten von Flammen unter µg. • Forschung auch in Deutschland zu Nanoröhrchen, die für Weltraum-Aufzüge eingesetzt werden könnten. • Bergbau auf Asteroiden lohnt kaum, sagt eine Stude – lohnt doch, sagen andere. • Die Rolle von Kip Thorne beim SF-Film „Interstellar“. • Ein Aufruf an Berufsastronomen, an einer Reality-TV-Show zum Überleben in der Wildnis teilzunehmen. • Ein krasser Fall von Ideenklau in der Profi-Astronomie. • Und 31 fragwürdige Witze mit Astro-Bezug.

Durchdachtes, Spekulatives und Bizarres zu Leben im All: • Im Prinzip wäre Leben auch bei z=100 auf sternlosen Planeten denkbar gewesen. • Die Erde liegt nur knapp in der habitablen Zone der Sonne – aber bleibt auch länger drin. • Wie sich habitable Zonen mit der Zeit verschieben (mehr und mehr). • Es könnte auch superhabitable Welten geben. • Panspermie im Sonnensystem durch den Chicxulub-Impakt? • Das UK SETI Research Network ist da (mehr und mehr). • Ein Vorschlag für einen Alien-Sucher, das Colossus-Teleskop. • Wie Aliens schneller hier sein könnten. • Eine Stunde Radio-Interview mit Seth Shostak über SETI und so (mehr). • Auf dem Mars ist kein UFO abgestürzt und auf dem Mond keine Alien-Basis. • Ein bizarres Paper(!) über die Suche nach beweglichen(!!) Pflanzen(!!!) auf der Venus … • Und mal wieder die üblichen Verdächtigen mit ihren Mikroorganismen: das ‚leicht‘ vernichtende Echo hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – bloss hier kapierten sie nichts, wie üblich …

Und ganz am Rande war da noch … • … ein arabisches UFO, das sich als der Reentry von chinesischem Raumschrott erwies [NACHTRAG: mehr dazu], während das UFO über Bremen wohl ein komplexer Fall ist. • … zwei Planeten, das das indische Militär schockten, weil man sie für chinesische Flugzeuge hielt. • … eine absurde Story über ein Stück von Mir in den USA, die leider sonst meist nur unkritisch wie hier, hier, hier, hier, hier und leider sogar hier weitergegeben wurde. • … die vorübergehende Abschaltung von HAARP (mehr, mehr und mehr), womit zahlreiche Verschwörungstheorien ein Problem haben (mehr). • … ein angeblicher kosmischer Crash in Mexiko, der auch was ganz Anderes gewesen sein kann. • … noch mehr ungeklärte Behauptungen ungebetener kosmischer Besucher in schon wieder Mexiko (mehr, mehr, mehr und mehr), England und China (mehr und mehr). • … und mal wieder ungebührliche Aufmerksamkeit für die Younger-Dryas-Impakt-Behauptung: Press Release und Artikel hier, hier, hier und hier. Auch ‚Evidenz‘ ein paar Monate früher (Paper, Press Release, Artikel) konnte nicht überzeugen (mehr).

Allgemeines Live-Blog vom 12.-16. Januar 2014

12. Januar 2014

16. Januar

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Citizen Science zeigt: Galaxien-Balken immer häufiger

Und wieder ein relevantes Ergebnis des „Galaxy Zoo“, bei dem unzählige Freiwillige Galaxien klassifizieren: Die Auswertung von 2380 Scheibengalaxien aus dem Hubble-COSMOS-Feld zeigt, dass das Vorkommen von Balken in Spiralgalaxien ständig zunimmt. Bei z~1 (vor rund 8 Mrd. Jahren) lag der Anteil nur bei 11% aber bei z~0.4 (4 Mrd. Jahren) schon über 20% – und heute sind es zwei Drittel (wie oben bei NGC 1300). Bei den massereichsten Galaxien ist der Balken-Zunahme mit dem Alter am ausgeprägtesten – offenbar setzt bei z~1 ein langsamer Evolutionsprozess ein, der mit nachlassender Sternbildung einher geht. Auch die Erfolge des Röntgenteleskops MAXI auf der ISS, ein Euclid-Industrie-Tag bei der ESA, eine Gaia-PM aus der Datenbank-Industrie, ein weiterer Premieren-Bericht von der Gaia-Planetariums-Show, der winzige Astrometrie-Experimental-Satellit Nano-JASMINE aus Japan, der Ende des Jahres starten könnte, Rätseln über den vor Opportunity aufgetauchten Stein – und Verzögerungen bei Europas Orion-Beitrag, die den Testflug 2017 gefährden. [12:45 MEZ – Ende]

bedeck

Eine wahrscheinliche aber schwierige Sternbedeckung durch einen Asteroiden dürfte morgen Abend in Mitteleuropa zu sehen sein: Der Stern hat 12.0 mag., der Asteroid 13.1 mag., d.h. das verschmolzene Bild beider ist – gemäß der Formel für Stern-Summen – 11.7 mag. hell und fällt für bis zu 10 Sekunden um 1.4 mag. Auch der neue Amateur-Komet SONEAR, eine kuriose Suche nach ISON-Staub in der Antarktis, die Venus heute, der Jupiter am 10.1. – und kontroverse Zahlen hier und hier, wie extrem der heutige Apogäums-Vollmond eigentlich ist. [12:05 MEZ, NACHTRÄGE: noch mehr Vollmond-Zahlen-Spiele hier und hier plus hier sowie die Sonne mit dickem Fleck & Rakete, wie SONEAR entdeckt wurde und Komet C/2012 X1 (LINEAR) am 11.1.]

John Dobson, 1915-2014: Teleskop-Genie mit 98 gestorben

Wie die u.a. von ihm 1968 gegründeten San Francisco Sidewalk Astronomers auf ihrer Homepage und seiner und ihrer Facebook-Seite vor rund einer Stunde mitgeteilt haben, ist der legendäre amerikanische Amateurastronom und Erfinder des Dobsonian-Teleskop-Designs gestern Morgen im kalifornischen Burbank gestorben, wo er sich nach einer schweren Infektion in einer Reha-Klinik befunden hatte. [0:50 MEZ] Erste längere Nachrufe hier, hier, hier, hier und hier. [11:25 MEZ] Und noch ein ganz langer Nachruf und mehr Links zu Dobsons Leben. [12:00 MEZ. NACHTRAG: und noch mehr Nachrufe hier, hier, hier, hier (mehr), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und die komplette 78-Minuten-Doku „A Sidewalk Astronomer“]


15. Januar

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Der ultraviolette Himmel vom Mond aus aufgenommen vom Teleskop des chinesischen Landers Chang’e-3 (zu sehen sind 23 Sterne im Draco) – die Farbkamera auf dem Lander scheint indes die erste Nacht nicht überlebt zu haben. Auch die Big Data Challenge für, spanische Video-Animationen über und Gedanken zum besonderen Orbit von Gaia – und ein Aufruf zur neuen Kepler-Mission K2, die noch gar nicht genehmigt ist. [23:55 MEZ]

„Jupiters“ in Offenen Sternhaufen sind nicht seltener

als bei Feldsternen in der Milchstraße ohne so enge Nachbarn: Das ist das Ergebnis einer intensiven Planetensuche in Messier 67 mit mehreren Spektrographen, die jetzt drei Exoplaneten mit 0.3 bis 1.5 Jupitermassen zu Tage gefördert hat: Zwei davon kreisen um G-Zwerge, von denen einer zu den sonnenähnlichsten Sternen überhaupt gehört, die man kennt. [14:35 MEZ] Noch ein Press Release dazu. [18:05 MEZ. NACHTRAG: und das Paper als Preprint]

Wie Gaia in den Orbit um den Lagrangepunkt L2 gelangte

und nun um den imaginären Punkt eiert (so dass es nie zu einer totalen Sonnenfinsternis kommt), wird hier näher beschrieben – und zur Funktionsweise des Astrometriesatelliten selbst ein instruktives Video und technische Papers hier und hier [NACHTRAG: und eine erste PSF eines hellen Sterns; mit 3 mag. ist α Aqr eigentlich 15-mal zu hell für Gaia]. Auch ein neuer DLR-Werbefilm für Rosetta in Deutsch und Englisch, chinesische Berichte – immer derselbe – über neue Yutu-Operationen auf dem Mond hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links, eine Vorschau auf New Horizons bei Pluto, die vielen Mini-Satelliten des Cygnus – und der vermutliche NASA-Haushalt im FY 2014. [12:55 MEZ] Die Reaktion auf den überraschend üppigen Etat fällt weithin positiv aus. [13:25 MEZ] Und schon gibt’s angebliche Gerüchte um neue Kürzungs-Versuche im FY-2015-Budget Request … [13:35 MEZ. NACHTRÄGE: … und schon jetzt langt’s kaum für’s SLS und Co. Plus mehr Links]

Warum es keine Meteore von Komet ISON geben wird

Den klaren Ausführungen eines australischen Astro-Bloggers ist nichts hinzuzufügen [NACHTRAG: ausser vielleicht noch diesem Nachschlag eines britischen Kollegen]. Auch viele Berichte einer Vollmond-hellen Feuerkugel über Neuengland, mehr zu NEOWISEs 2. NEO, Lovejoy vorgestern hier, hier und hier, die Venus heute, gestern und in Konjunktion [NACHTRAG: und Tags drauf] – und die Entdeckung von drei Zwerggalaxien durch deutsche Amateure. [10:55 MEZ]


14. Januar

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Gaia ist endgültig am Ziel, und die Premieren der Planetariums-Show zur Mission laufen: Heute hat der ESA-Astrometrie-Satellit durch ein weiteres Manöver seinen endgültigen Lissajous-Orbit um den L2-Punkt eingenommen, der die nächsten 5 Jahre Sonnenfinsternisse verhindert (zwar zieht zuweilen der Mond vor der Sonne vorbei, aber diese Abschattung stört nicht), und die Mission kann beginnen – während überall die Premieren einer Show zum Thema stattfinden. Bei der heutigen in Bochum (oben) war mit 350 Gästen der Andrang so groß, dass sie gleich zweimal nacheinander gezeigt werden musste; unten eine Folie mit Kern-Zahlen der Mission aus einem Vortrag des stellv. Projekt-Wissenschaftlers Jos de Bruijne vor Beginn. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: aus demselben Hause gleich noch ein Artikel, der auch in der gedruckten WAZ erschien – und noch ein Nachzügler]


13. Januar

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Wellen in den Wolken der Venus durch Berge verursacht?

Instrumente auf dem Venus Express haben – vor allem in hohen nördlichen Breiten – immer wieder ausgeprägte Wellen-Muster in den Wolken des Planeten beobachtet, gleich vier verschiedene Typen. Die Interpretation liegt nahe, dass es sich dabei um Schwerewellen handelt, ausgelöst durch Gebirgszüge 60-70 km darunter. Auch ein weiteres Bild der Venus nahe der Konjunktion und ein seltsamer Stein auf dem Mars, auf den Opportunity stieß – und in genau einer Woche soll Rosetta erwachen. [16:55 MEZ]


12. Januar

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Auf die ‚alten Tage‘ noch zu einem lehrbuchreifen Kometen geworden ist Lovejoy lange nach Perihel und -gäum, bei dem auf dieser Aufnahme Michael Jägers von heute Morgen – L-1×450 UV/IR, 1x450sec grün, 1x540sec blau, RGB 450/450/540sec Exprit 80/400 Moravian G3-11002 – Plasma- und Staubschweif gut getrennt erscheinen. Dasselbe in Schwarzweiß (5×3°-Feld, Apo 80/400 3x450sec) und ein Peach von gestern – und der zweite NEO des ’neuen‘ WISE; s.u. [22:20 MEZ] Und dann wäre da noch ein möglicher Nachweis von Ex-ISON – jedenfalls ist in der POSS II an der Stelle des „slender sausage-shaped object“ nix … [23:30 MEZ. NACHTRAG: … doch auch dies wurde wieder zurückgezogen]

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Der Cygnus hat heute die ISS erreicht und wurde eingefangen und angekoppelt – auch die Tür ist schon auf: Releases von Orbital und NASA, Videoclips von Fang und Berthing, Screencaps hier, hier und hier und Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier – und das Paar am Morgen über Europa, auch hier und hier. [21:20 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel auch hier, hier, hier und hier und mehr Links]

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Komet Lovejoy gestern auf einem Bild von M. Jäger – für erfahrene Fotografen weiter ein lohnendes Motiv. Auch ein dicker neuer NEO, die zweite Entdeckung der neuen NEOWISE-Mission, die Venus gestern nahe der Konjunktion mit der Sonne (früher und mehr) und die weiße Sonne gestern, auch die AR 1944 am Rand näher, ganz nahe und in H-Alpha – und weitere Versuche, die Nicht-Wirkung ihrer CME zu erklären. [0:00 MEZ] Die Sonnenflecken heute von den Philippinen – und Jupiter letzte Nacht hier und hier. [13:55 MEZ] Die AR 1944 ist jetzt schon sehr am Rand: die ganze Sonne aus Deutschland (mehr) und Australien und vom SDO. Plus die Venus in Konjunktion mit der Sonne und einem Flugzeug – und Jupiter’s Mond Amalthea während dessen Opposition. [20:15 MEZ]

TV-Zuschauer entdecken ungewöhnliche Gravitationsline

Beim diesjährigen Stargazing Live der BBC gab es nicht nur jede Menge Polarlichter live zu sehen, das Publikum wurde auch animiert, bei einem Citizen-Science-Projekt mitzumachen, das der Suche nach Bildern von Gravitationslinsen diente – und der Zuspruch war enorm. Eine der dabei entdeckten Linsen wurde sofort mit Radioteleskopen beobachtet, und das in der Sendung enhüllte eMERLIN-Bild zeigt unerwartet starke Radioemission (u.r.) – schon sind Messungen mit einem weiteren Radioteleskop anberaumt. [0:00 MEZ]

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Das schärfste Mondpanorama von Chang’e-3, das bisher veröffentlicht wurde: Mehr Bilder in bisher ungekannter Qualität gibt’s hier, hier und hier – inkl. der Erde im EUV. Derweil sind Yutu und Chang’e-3 gerade wieder aufgewacht, wie Artikeln in Mandarin und Englisch zu entnehmen ist. Auch 2016 oder 2017 als Startjahr für Chandrayaan-2 der ISRO, eine 10-Jahre-MER-Ausstellung im NASM und der Weltraum-Gipfel in DC. [0:00 MEZ. NACHTRÄGE: mehr Yutu & Chang’e hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier]

Was von der #AAS223 noch verlinkenswert ist

11. Januar 2014

Die 223. Tagung der American Astronomical Society in National Harbor, Maryland, ist schon wieder Geschichte – und hat, wie bei diesen Wintertagungen üblich, eine breite Spur im WWW hinterlassen. Neben den schon in den letzten beiden Artikeln erwähnten Stories wären das z.B. • Bilder vom Tagungsgeschehen hier und hier, • in Sachen James Webb Space Telescope – bei dem ein neuer GAO-Bericht weiterhin gewisse Probleme sieht – die Aufzeichnungen von einer wissenschaftlichen Session, einer ‚Townhall‘ (auch zum HST; Screencaps hier, hier und hier) und einer Art Talkshow, • ein Vortrags-Slide von A. Riess zu anhaltenden ‚Spannungen‘ zwischen Planck und anderen Kosmologie-Daten, ein Bericht vom HackAAS Day und das Abstract eines Posters zum Nutzen von absurder Astronomie in der Didatik, • die Aufzeichnung eines Seminars zu erdnahen Kleinplaneten, • Press Releases (ohne PKs dazu) zu neuen Ergebnissen von SOFIA und dem Planeten von HD 168443 – und weiter gebloggt haben die AstroBites (mehr und mehr) und HeavyMetallicity.

Die zwei täglichen Pressekonferenzen bestimmten wie schon seit Jahren wieder einmal die Berichterstattung in den Medien von der Tagung (Detail) – aber weiterhin hatte ein Großteil der ‚Neuigkeiten‘ schon vor Monaten in Preprints gestanden, weshalb sie auch im vorangegangenen Live-Blog keinen Platz bekamen. • Bei der 8. PK ging es um Beobachtungen einer damped Lyman-alpha (DLA) galaxy mit z=2.3 (Press Release) und – das war wiederum noch so neu, dass es kaum Auswertungen gibt – Beobachtungen des Satelliten NuSTAR and einem Pulsar-Wind-Nebel und fernen Aktiven Galaxien im COSMOS-Feld. • Die 7. PK hatte u.a. High Velocity Stars nicht aus dem Galaktischen Zentrum zu bieten (Press Release, Artikel, Meta-Artikel) und das Hubble Tarantula Treasury Project zu bieten, wobei es aber weniger um den Nebel selbst sondern vielmehr um die Präsentation der Daten für Blinde mit vielen Methoden ging.

Die 6. Pk stand ganz im Zeichen der BOSS-Ergebnisse zu BAOs und der Expansionsgeschichte des Alls: Press Releases hier, hier und hier, eine PM der MPG und Artikel hier und hier. • Die 5. PK befasste sich mit Zwerggalaxien mit reichlich SMBHs (Press Release und Artikel hier und hier), ein Tidal Flare Candidate in Abell 1795 (ein Konkurrenz-Paper wurde explizit erwähnt; Press Releases hier, hier und hier und eine Blog-Story), Berechnungen zum Besuch von G2 bei Sgr A* (ein Press Release und ein Artikel; die SgrA*-Forscher sehen übrigens Parallelen mit den Börsengeschehen in dessen Röntgen-Variabilität …) und jahrelange Überwachung von Sgr A* mit Swift (Projekt-Seite und Press Release). • Und noch nachgetragen zur 4. und 3. PK („Und schon ist Halbzeit …“) die Frühgeschichte des Kosmos in Hubble-Daten, Modelle zur Beziehung zwischen Ozean und Mantel von Exoplaneten (Press Release und Artikel) und das mysteriöse Objekt ROXs 42B (Press Release).

Weitere größere Artikel (einer mit AAS-223-Content)

Kleinkörper kurz vor Atmosphären-Explosion entdeckt: der 2. Fall, 2014 AA.

Mit Gravitationslinsen noch »tiefer« ins All geblickt mit dem ersten Hubble Frontier Field.

Kürzere Artikel (einer mit AAS-223-Content)

Allerletzte Chance auf Ex-Komet ISON – zu den Spekulationen bzgl. möglicher Sichtungen und Effekte auch Advisories und Artikel hier, hier, hier, hier und hier.

Radiodaten zeigten Quadrantidenschauer in Echtzeit – besser als die visuellen Daten.

Super-Erden zerfallen in zwei verschiedene Gruppen, felsige und Neptun-artige.

Gaia auf Position, Rosetta vor dem Erwachen: parallele Action in der ESA-Weltraumforschung.

Bilanz des Amateur-Venus-Archivs der ESA: Es geht, aber die Leute können anstrengend sein …

Allgemeines Live-Blog vom 6.-10. Januar 2014

6. Januar 2014

10. Januar

ss2

Das SpaceShipTwo flog heute zum 3. Mal mit Überschall und erreichte mit 21.6 km seine bisher größte Höhe (Artikel auch hier, hier, hier, hier und hier) – bis zum Weltraum ist es noch 5-mal weiter, aber R. Branson verkündete nun: „2014 will be the year when we will finally put our beautiful spaceship in her natural environment of space.“ Plus ein NASA Release zur ISS-Verlängerung und dem International Space Exploration Forum – und ein wunderlicher Marsstein, auf den Opportunity gestoßen ist. [23:55 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: mehr offizielle Bilder vom 3. SS2-Flug hier, hier und hier (alle auch hier nochmal), vom Boden aus unabhängige Bilder (die Story dahinter) und Video-Clips. Plus weitere Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

10- bis 20-m-Asteroid kam gerade auf halbe Mond-Distanz

Erst heute wurde 2014 AW32 entdeckt, am hellsten war er – von Deutschland aus gesehen – gegen 19:15 MEZ mit 13.4 mag. in den Zwillingen, und um 22:30 MEZ war er (mit noch 14.2 mag.) der Erde mit 0.0123 au oder 184’000 km am nächsten, 25° hoch im Großen Hund. Gerade ist er mit 15. Größe in der Taube untergegangen: mit 10 bis 20 Metern Durchmesser ein substantiellerer Brocken als der am 2. Januar explodierte 2014 AA. Auch die größte Meteoriten-Ausstellung Kaliforniens, die Kometen Lovejoy heute und C/2012 X1 (LINEAR) gestern, die Venus heute und an den Vortragen – und ein Versuch einer Erklärung der kein bisschen eingetroffenen Prognose eines großen geomagnetischen Sturms letzte Nacht. [23:50 MEZ]

sbw

Sah so die Supernova 1987A kurz vor der Explosion aus? Der Stern [SBW2007] 1 – hier auf einer Hubble-Aufnahme ist ein Riesenstern von (ehemals) 20 Sonnenmassen, dessen Sternwind einen Nebel produziert hat, der demjenigen um die SN in der LMC ähnelt. Auch der Stern mit der längsten bekannten Lebenserwartung, ein Roter Zwerg, der erst in grob 12 Billionen Jahren erlöschen wird. [23:45 MEZ]


9. Januar

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Die CME ist jetzt da, aber noch keine relevanten Effekte

werden bisher gemeldet: Diese Nacht sahen die BBC-Flieger über Norwegen zwar zeitweise helleres Polarlicht als gestern zwischen 21:00 und 22:00 MEZ, aber das hatte mit der Ankunft der Plasmawolke (mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) nach langem Warten (mehr) noch nichts zu tun – und weil der Impakt zunächst schwach ausfiel, wirft man in Belgien schon die Flinte ins Korn. während andere zum Abwarten raten: Die große Plasmamasse ist noch nicht da, und das Magnetfeld könnte sich auch noch ‚richtig‘ drehen. [22:15 MEZ] Jetzt ist wieder alles ruhig, aber vielleicht kommt die ‚richtige‘ CME ja noch? [22:55 MEZ. NACHTRAG: Zwei Stunden später schwinden die Hoffnungen – und die neue NOAA-„Prognose“ ist Quark: Laut der müsste aktuell Kp=7 sein, der Wert ist aber 2 … „A very disappointing outcome“, vielleicht nicht nur weil das Magnetfeld die falsche Richtung hatte – auch ein koronales Loch könnte Schuld sein]

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Spuren von Curiosity auf dem Mars, wie sie im Dezember von der HiRISE-Kamera des MRO gesehen wurden: Die beiden Spuren haben etwa 3 m Abstand voneinander, und man sieht gut, wie der Marsrover auf dem Weg zum Aeolis Mons Hinternisse und zu steile Abhänge umfährt. [21:45 MEZ]

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Cygnus auf dem Weg zur ISS – mit vielen Satelliten an Bord

Die werden später von der ISS aus in den Orbit entlassen – unter ihnen auch der CubeSat SkyCube, der am Ende seiner Mission einen Ballon aufblasen und so einerseits gut sichtbar werden und andererseits seinen Wiedereintritt beschleunigen soll. [19:10 MEZ] Der Cygnus wurde erfolgreich im Orbit abgeliefert! Viele weitere Screencaps vom Start der Antares hier. [19:20 MEZ]

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Ein NASA-Foto vom Start, ein Bild von weit weg und erste Artikel hier, hier und hier. [19:45 MEZ] Ein NASA Release zum Start. [20:30 MEZ. NACHTRÄGE: noch einer, ein Orbital Release, geniale Cooper-Fotos des Starts, dieser von unten, mehr NASA-Bilder, ein Video aus der Nähe (mit umwerfender Wirkung …), Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links]

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An diesem neuen Hubble-Bild von Messier 83 sollen sich die Massen noch zu schaffen machen – denn die Daten dahinter sind, so wurde gerade auf einer AAS-223-PK erläutert, ab dem 13.1. Teil eines neuen Citizen-Science-Projekts. Diesmal geht es darum, ~3000 Sternhaufen in der Galaxie zu finden und festzustellen, ob sie von H-Alpha-Emission umhüllt sind oder nicht: Das ist nur bei jungen Haufen der Fall, während alte gelblich erscheinen, weshalb allein über das Aussehen schon eine gewisse Altersbestimmung möglich ist. Eine sinnvolle Zweitnutzung eines Bildes, das in der jetzigen Version für das Hubble Heritage-Programm gewonnen wurde und v.a. schön aussehen soll. [18:05 MEZ. NACHTRÄGE: ein Artikel & ein Hangout zur Citizen Science]

Mächtig verspätete CME vom 7.1. endlich im Anrollen?

Der koronale Massenauswurf der Sonne nach dem X-Flare vorgestern (s.u.) hat sich reichlich Zeit gelassen: Erst heute Nachmittag zeigen sich vermutlich erste Anzeichen, dass der erwartete geomagnetische Sturm in den nächsten Stunden beginnen könnte. Nach der aktuellen Vorhersage der NOAA sollte er dann immerhin die ganze europäische Nacht anhalten. Der sonnenhalber abgesagte Antares-Cygnus-Start ist derweil für heute 19:07 MEZ angesetzt worden: Updates gibt’s hier und hier. Auch Bilder von heute von den Sonnenflecken aus den Philippinen (mehr und mehr), der Venus am Taghimmel über Malaysia (Rohdaten-Video) und Komet Lovejoy. [17:40 MEZ]


8. Januar

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Der Manicouagan-Krater in Kanada aus der ISS gesehen (auch größer): sicherlich die am häufigsten aus dem LEO fotografierte Impaktstruktur. Auch die Entdeckung ein seltenen Doppel-Asteroiden mit gegenseitigen Bedeckungen, die Venus-Sichel heute aus Malaysia, der Jupiter am 4.1. und am 30.12.2013 animiert mit Io und Schatten – und wie falsch Uhren anzeigen, relativ zur wahren Sonnenzeit, wegen der Zeitzonen. [23:45 MEZ]

Die USA wollen die ISS noch bis mindestens 2024 betreiben

Wobei diese durchaus folgenschwere offizielle Mitteilung gerade in einem gemeinsamen Blog-Posting (!) des NASA-Chefs und des Direktors des White House Office of Science and Technology Policy erfolgte, mehrere Stunden nach einer Medien-Telecon – eine ungewöhnliche Vorgehensweise, auch ohne Einbeziehung der ISS-Partner: So ist z.B. unklar, ob die ESA über 2020 hinaus an Bord bleiben kann; mehr frühe Artikel hier, hier, hier, hier und hier. Und gleich noch mehr internationale Weltraumpolitik: Beim US-Mini-Shuttle Dream Chaser machen jetzt die ESA und das DLR (noch ohne PM dazu) mit! Außerdem ein ESA Release und Artikel hier und hier zur L2-Ankunft von und ein ESA Release zu den Premieren der Planetariums-Show über Gaia – und die Fernerkundung der Landestelle sowie das baldige Erwachen von Chang’e-3 und Yutu. [23:35 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel hier, hier, hier und hier und mehr Links zur ISS-Verlängerung und hier, hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links zum Dream-Chaser-Deal]

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Wird es dieser koronale Massenauswurf in 24 Stunden krachen lassen? Zumindest ein Teil der Plasmawolke – hier ein SOHO-LASCO-C2-Differenzbild von gestern 20:05 MEZ – nach dem X-Flare (s.u.) ist auf Erdkurs, und Modellrechner hier, hier und hier machen sich unterschiedlich heftige Gedanken über die Folgen. Auch die Verursachergruppe gerade in Malaysia und etwas vorher vom SDO aufgenommen. [5:10 MEZ] Die heranrollende Plasmawolke macht sogar in Deutschland Schlagzeilen, während das Weltraumwetter den Antares-Cygnus-Start aufhält – und die immer noch zentrale Ar 1944 bleibt weiter anfällig für X-Flares. [15:40 MEZ] Mit hohen Kp-Werten und dem Einsetzen des geomagnetischen Sturms wird nach der neuesten NOAA-Prognose nicht vor 7 Uhr MEZ am 9. Januar gerechnet. [16:15 MEZ] Damit passiert kommende Nacht wohl nichts – aber vielleicht in der übernächsten? Und wieder die „üblichen“ heutigen AR-1944-Bilder von den Philippinen. [17:25 MEZ] Weitere Details zur Startverschiebung. [19:30 MEZ] Für morgen und übermorgen wird nun für mittlere Breiten eine 50:50-Chance für einen „Major-Severe Storm“ vorausgesagt, während auf die Meldung inzwischen viele deutsche & österreichische Medien abfahren. [23:05 MEZ]

Und schon ist Halbzeit bei der 223. AAS-Tagung in MD

Am umfassendsten berichten die AstroBites (Artikel eins, zwei, drei, vier und fünf), während Heavy Metallicity sehr „roh“ live-bloggt (Artikel eins und zwei). Über astronomische Visualisierung gibt es Artikel hier und hier und von einem Town Hall Meeting über den NASA-Haushalt eine komplette Aufzeichnung, Screencaps hier, hier und hier und alle 25 Viewgraphs. Zur 3. PK noch ein PR über das Wetter auf Braunen Zwergen, und zur 4. (Hubble-)PK ein Paper und ein PR (mehr) über Galaxien mit z=9…10 sowie PRs zu vielen jungen schwachen Galaxien (mehr) und über Hubble-3D-‚Bilder‘ für Blinde. Und dann waren da noch eine drehbare Sternkarte mit Radiohimmel, mal wieder Streit um Strings – und ein Abendvortrag eines Pop-Astro-Promis, der ein sehr geteiltes Echo fand. [2:45 MEZ]


7. Januar

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Polarlicht satt, live aus Norwegen, im britischen TV: Das gab es heute gleich in der ersten von drei Shows der 4. Auflage von „Stargazing Live“ der BBC zu sehen: hinter der der großen Radarschüsseln von EISCAT bei Tromsø und sogar als Backdrop für ein Interview mit einem Geophysiker. Die – angeblich spezielle – TV-Kamera erfasste das relativ ruhige Aurora-Band verblüffend realistisch; auf Fotos war natürlich noch mehr zu sehen. Und morgen wollen sie Polarlichter live aus einem Flugzeug übertragen. [23:55 MEZ. NACHTRÄGE: das Foto in echt – und die Übertragung aus dem Flugzeug klappte zwar, aber die Aurora blieb schwach]

Gaia am Lagrange-Punkt 2 angekommen – und abgebremst

Bisher gibt es nur einen ESOC-Tweet und eine Blog-Meldung, aber danach haben die kritischen Manöver des Gaia-Satelliten beim Erreichen des L2-Punkts und dem Einschwenken in einen Lissajous-Orbit darum heute funktioniert! Auch Bemühungen um die neue Kepler-Mission „K2“, die erste Asteroiden-Neu-Entdeckung des wieder in Betrieb genommenen WISE-Sateliten, eine konkrete Kandidaten-Liste für die Asteroid Redirect Mission der NASA, die Aktivitäten mit New Horizons 2014 und das Go morgen für den nächsten Cygnus zur ISS. [23:45 MEZ]

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Das Zentrum des ersten „Hubble Frontier Fields“ um den Galaxienhaufen Abell 2744 („Pandora’s Cluster“) – der durch seine Gravitationslinsenwirkung unzählige Hintergrund-Galaxien überhaupt erst sichtbar macht, mit Leuchtkräften 10- bis 20-mal schwächer als was bisher in diesen Distanzen bekannt war. So „tief“ schaute die Menschheit noch nie in den Kosmos: 840 HST-Orbits über 3 Jahre sind für das Programm reserviert, das gerade auf auf der 4. AAS-223-PK vorgestellt wurde. [20:25 MEZ. NACHTRÄGE: Artikel hier und hier und ein langer Hangout, Teil 1 und Teil 2 – und schon hat sich ein Fan an den Daten versucht]

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Ein X1.25-Flare aus der AR 1944 genau in der Sonnenmitte

hat sich vor 1/2 Stunde ereignet – und er war lang, was Folgen haben könnte. Mehr Bilder hier, hier und hier – und zur Beruhigung ein schöner Lovejoy von heute. [20:05 MEZ] Und diesmal gibt’s – so ein STEREO-Beacon-Bild – auch eine CME Richtung Erde! [20:15 MEZ. NACHTRÄGE: ein weiteres Bild der CME, eine NASA-Mitteilung und ein Artikel zum und ein Video und der Verlauf vom Flare, SDO-Bilder, Multi-Lambda-Amateurbilder und Full-Disk-Bilder von der AR 1944 – und noch ein schöner Lovejoy von heute]

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So sieht der Gemini Planet Imager den Stern HR 4796A und seinen berühmten Staubring: links im gesamten Licht, rechts im polarisierten – gerade auf der 3. AAS-223-PK präsentiert. Zwar hat Hubble den Ring auch gesehen – aber nicht so nahe an den Stern heran wie das neuartige AO-Instrument am 8-m-Teleskop. [16:25 MEZ]

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Der dicke Sonnenfleck steht jetzt im Zentralmeridian

und ist – zusammen mit den anderen Bestandteilen der großen Aktivitätsregion 1944 – mit geschütztem bloßem Auge sogar als längliche Struktur zu erkennen. Weitere Full-Disk-Bilder von heute hier, hier und hier – und es gab heute einen M7.2-Flare aus der Gruppe (mehr und mehr), der aber wohl ohne CME blieb. Aber vom 4. Januar ist gerade was am ACE angekommen. Und in der Nähe der Sonne am Himmel: die super-schmale Venus! [15:55 MEZ. NACHTRAG: wo in der AR 1944 der M7.2-Flare stattfand – und mehr Weißlichtbilder von heute hier, hier, hier, hier und hier]


6. Januar

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Was man auch aus einer halb wolkigen SoFi noch alles heraus holen kann, hat Miloslav Druckmüller jetzt mit Bildern von Pavel Štraha und Kristián Molnár demonstriert, die zu den wenigen gehörten, die von der SoFi vom 3.11.2013 in Kenia überhaupt etwas sahen: Bild anklicken und staunen! Und was er 2013 astronomisch so vollbracht hat, berichtet Rudolf Hillebrecht hier auf 137 Seiten: sozusagen ein Blog auf Papier als PDF … [23:55 MEZ]

aas

System aus Neutronenstern und zwei Weißen Zwergen

Dieses kosmische Kuriosum (auch Press Releases hier, hier, hier, hier und hier, eine PM und Artikel hier, hier und hier) wird sich noch für allerlei Relativitäts-Experimente nutzen lassen. Es war auf der 1. AAS-223-PK heute ebenso Thema wie ALMA-Beobachtungen von viel Staub in der SN 1987A, der dabei entstand (auch Press Releases hier und hier und ein Artikel), und die erste Beobachtung eines Licht-Echos im Gammabereich (auch ein Press Release), das sich durch Laufzeit-Unterschiede von Helligkeits-Schwankungen in den beiden ‚Bildern‘ verrät. [23:45 MEZ]

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Erfolgreicher Start einer Falcon 9 v1.1 in der vergangenen Viertelstunde: Die zunächst verschobene Mission hat jetzt tadellos geklappt, auch mit schönen Bildern von On-Board-Kameras. Plus die erfolgreiche Inbetriebnahme der Focal Plane von Gaia zu Beginn des Jahres – und morgige Feierlichkeiten zum 10-Jährigen der Spirit-Landung. [23:20 MEZ. NACHTRÄGE: ein SpaceX Press Release und ein weiterer mit vielen Bildern zum Falcon-Start, dieser aus einiger Entfernung gefilmt, die ersten 1/2 Minuten und alle 9 Minuten des Starts im Webcast, ein amtliches Foto und viele weitere aus der Nähe vom Start, Artikel hier, hier, hier, hier, hier, hier (mehr), hier und hier und mehr Links]