Eine Soyuz startet – eine andere kommt zurück

 

Heute Abend MESZ ist in Französisch-Guyana die 8. Soyuz für Arianespace gestartet – und sieben Stunden zuvor ist über Australien die Oberstufe [NACHTRAG: und zwar diese hier] einer vorgestern in Russland gestarteten Soyuz („Start einer Soyuz …“) verglüht, wie die Videos oben so wie hier und hier zeigen: Der Zusammenhang von Reentry und Rakete wird auch vom US-Militär bestätigt. Auf einem der von der Soyuz auch gestarteten Kleinsatelliten ist übrigens ein Prototyp eines IR-Sensors, mit dem einmal NEOs untersucht werden könnten. Die Soyuz in Französisch-Guyana trug eine Fregat mit vier Satelliten für die O3b-Konstellation: Die Fregat-Operationen dauern noch an. [NACHTRAG: Und sind zu einem guten Ende gekommen. NACHTRAG 2: Arianespace freut sich auch. NACHTRAG 3: ein O3B Release, Artikel hier und hier und mehr Links]

Rosetta_OSIRIS_NAC_comet_67P_20140704

Rosettas Zielkomet nimmt allmählich Form an, auf drei OSIRIS-Aufnahmen vom 4. Juli aus 37’000 km Distanz – Abstand jeweils 4 Stunden (bei einer Rotationsperiode von 12.4 Stunden); der Kern füllt bereits ~30 Pixel à ~700 m aus; mehr hier, hier, hier und hier.

Der Venus Express fliegt jetzt tiefer als jemals zuvor

durch die Venusatmosphäre, was ihm die heisste Woche des Aerobrakings beschert, das bald endet und heute auch in diesem ESA-Hangout besprochen wurde. Derweil wächst dank der Mission z.B. das Verständnis der Superrotation der Venus-Atmosphäre über klare Wellenmuster. Und eine weitere ESA-Mission ins innere Sonnensystem macht Fortschritte: Der Start von BepiColombo 2016 zum Merkur scheint gesichert. Unermüdlich macht derweil der Mars Express der ESA weiter: Heute gab’s von ESA wie DLR mal wieder ein frisches Bild, in den üblichen multiplen Darstellungen.

baikonur

Eine aktuelle Aufnahme von Baikonur aus der ISS aufgenommen – auch ein Video über das High Definition Earth Viewing-System mit vier TV-Kameras („Dieses Bild wurde …“): Dabei wird auch explizit die Anwendung Columbus Eye der Uni Bonn erwähnt, die auch hier, hier und hier beschrieben ist. Derweil hat sich A. Gerst mit Seifenblasen befasst, vielleicht nicht nur PR. Und die NASA hat eine weitere Bodenstation des Near Earth Network.

LightSail hat endlich – kostenlose – Fluggelegenheit: 2016

Lange war es schon still um das 2009 wiedergeborene Projekt eines Sonnenseglers der privaten Planetary Society: Zwar hatte man bald eine prinzipielle Start-Chance bei der NASA („Nächster Sonnensegler auf Start-Shortlist …“), doch mit dem Angebot konnte man nichts Rechtes anfangen. Stattdessen hat man nun, wie vergangene Nacht bei einem feierlichen Event verkündet wurde, auf einer Falcon Heavy angeheuert, die es noch gar nicht gibt, bei deren Start des STP-2-Satelliten für die U.S. Air Force im Jahre 2016. Das LightSail ist dabei der Untermieter eines anderen Satelliten, Prox-1, der Operationen zweier Satelliten in enger Nachbarschaft ausprobieren soll: Der Tripel-CubeSat LightSail dient dabei zunächst als Target (was ihm einen kostenlosen Mitflug beschert) – und wird dann zu seiner eigentlichen Mission entlassen, die er in 720 km Höhe durchführen kann: Sonnensegeln im Strahlungsdruck der Sonne. Praktischerweise hat Prox-1 ihm noch beim Entfalten des Segels zuschauen. Ein zweites Flugmodell des LightSail wird eventuell bereits 2015 im Rahmen des alten NASA-Deals fliegen können, allerdings nur in eine viel tiefere Umlaufbahn, wo es nur eine Woche oder so überlebt und auch nur den Entfaltungsmechanismus, nicht aber das Sonnensegeln, ausprobieren kann: Artikel hier (früher), hier, hier und hier. Auf dem nächtlichen Event wurde übrigens auch das „Lunar Flashlight“-Konzept der NASA angesprochen, aber wie es um die Realisierung steht, ist nicht zu ergründen.

Droplets of star formation and two merging galaxies in SDSS J153

Das ist mal eine verwegene kosmische Konstellation, die Hubble hier im Galaxienhaufen SDSS J1531+3414 eingefangen hat: Die beiden zentralen dominanten elliptischen Galaxien verschmelzen gerade – und dabei ist erstaunlicherweise eine 30 Kiloparsec lange Kette aus 19 Riesenhaufen voll blauer Sterne entstanden. Und außen drum gibt’s tolle Arcs von Hintergrundgalaxien, die das Schwerefeld des Galaxienhaufens verbogen hat: Press Releases auch hier, hier und hier und ein Artikel – plus Chandra/Spitzer-Beobachtungen an den „abnormen Armen“ der Galaxie Messier 106.

ISEE-3 trotz Triebwerks-Versagens noch nicht aufgegeben

Klar ist – nach den Anstrengungen vorgestern und gestern („Und wieder wird mit dem Antrieb von ISEE-3 gearbeitet“) – nur, dass die Triebwerke der Uralt-Raumsonde einfach nicht mehr wollen und dass daran nicht nur ein klemmendes Ventil Schuld ist: Vielmehr fehlt jenes Stickstoff-Gas, das den Treibstoff in die Brennkammern zu treiben hat. Dass es zunächst gelungen war, durch ein paar Düsenstöße die Rotation des Satelliten neu einzustellen und dann auch mit der großen Bahnkorrektur zu beginnen, war wohl letzten Stickstoffresten im System zu verdanken – aber die sind nun … weg? Interessanterweise erging gerade ein Ruf an die Welt, mal über das Lösungsverhalten von Stickstoff in Hydrazin über Jahrzehnte hinweg nachzudenken: Man hat noch vage Hoffnungen, ihn in diesem Fall durch Heizen wieder heraus treiben und die Bahnkorrektur zu einem Verbleib in Erdnähe hin doch noch retten zu können. Aber längst wird auch der Plan B propagiert: So lange es geht, mit ISEE-3 auf der alten Bahn noch Kontakt halten und wenigstens etwas Wissenschaft zu produzieren. Ob eilige Nachrufe wie hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier oder hier verfrüht waren, wird sich noch zeigen müssen – populär gewesen sind die Bemühungen um das TCM des Satelliten jedenfalls.

2 Antworten to “Eine Soyuz startet – eine andere kommt zurück”

  1. Allgemeines Live-Blog ab dem 11. Juli 2014 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] Alles über's All … von Daniel Fischer … seit 1985 – und jetzt online im klassischen Blog-Format « Eine Soyuz startet – eine andere kommt zurück […]

  2. Allgemeines Live-Blog ab dem 18. Mai 2015 | Skyweek Zwei Punkt Null Says:

    […] zweiten Raumschiffs dürfte dank sehr gut laufenden Crowdfundings auch gesichert sein: Es soll 2016 zusammen mit PROX-1 gestartet werden (“LightSail hat endlich – kostenlose – Fluggelegenheit …”). Wie viel […]

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