Allgemeines Live-Blog vom 11.-13. Oktober 2014


13. Oktober

moonvolc

Vulkanismus auf dem Mond in den letzten 100 Mio. Jahren

Rund 70 kleine topografische Anomalien – „Irregular Mare Patches“, 100 m bis 5 km groß – wie die obige beim Krater Maskelyne hat der Lunar Reconnaissance Orbiter gefunden: Es gibt auf ihnen kaum Impaktkrater, und Zählungen auf den drei größten deuten ein Alter von weniger als 100 Mio. Jahren an. Die Morphologie der IMPs passt zu kleinen Basalt-Eruptionen: Offenbar hat der lunare Vulkanismus, der seinen Höhepunkt vor 3.9 bis 3.1 Mrd. Jahren erreichte, nicht abrupt vor ~1 Mrd. Jahren aufgehört sondern ist ganz langsam abgeklungen und wohl immer noch möglich. Auch LRO-Bilder von Chang’e-3 und Yutu, mit denen es allmählich bergab geht, was Luna 25 kosten wird, eine PK morgen zu ersten Beobachtungen von MAVEN am Mars, eine neue Missionsphase von TanDEM-X, Startvorbereitungen des IXV, wie man Soyuz-Starts fotografiert – und die ISS in grünem Laser-Licht gebadet. [10:35 MESZ]


12. Oktober

Da fliegt das Fragment „b“ neben dem Kometen LINEAR auf einer Serie von Bildern des 2-m-Liverpool Telescope. Auch Amateur-Bilder (früher), die Kometen Siding Spring (dito) und Oukaimeden gestern und PANSTARRS am 6.10., eine Vorhersage von Meteorschauern aufgrund von Kometenbahnen, neue Untersuchungen am Nördlinger Ries, der Uranus vorgestern ohne den Sturm und ein Amateur-Neptun auch mit Details. Plus Ärger bei der TMT-Fête (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und hier), das Liverpool Telescope 2 mit extrem schneller Reaktion, ein offener Brief zum IYL, ein neuer Chefredakteur bei S&T – und 5 Jahre alte Mini-Memoiren von Barrie W Jones: Der beliebte britische Astronomie-Professor ist am 4.10. verstorben, wie dieses Blog erst jetzt verifizieren konnte. [20:00 MESZ]


11. Oktober

Zufallsfund vor ~60 Jahren: Bayerns 6. Meteorit präsentiert

Ein Ackerstein aus der Nähe von Dachau hat sich über 50 Jahre nach seinem Fund als erst sechster bayerischer Meteorit herausgestellt, so eine Pressemitteilung der Mineralientage München vom 7. Oktober: Er wird am 25. und 26. Oktober auf besagter Messe öffentlich präsentiert und dann als Spende des Veranstalters in den Besitz der Staatlichen Naturwissenschaftlichen Sammlungen Bayerns übergehen und als Highlight im geplanten Naturkundemuseum Bayern ausgestellt werden (das allerdings erst 2020 fertig werden soll). Es handelt sich um einen Stein-Meteoriten der Klasse H5-Chondrit mit einem Gewicht von 1.4 kg: Er war bereits in den 50-er Jahren von einem Bauernsohn aufgelesen worden und zierte dann lange unerkannt als Wasserstein den Vorgarten des Finders; der Fall war nicht beobachtet worden.

2 x G. Nitschke für The Munich Show

„Gefunden wurde der 1,422 kg schwere Lesestein von einem Acker bei dem kleinen Ort Machtenstein (zwischen Schwabhausen und Bergkirchen im Landkreis Dachau) bereits vor fast 60 Jahren (wahrscheinlich 1956, jedenfalls vor 1960)“, berichtet Dieter Heinlein diesem Blog weitere Einzelheiten: „Als Kuriosum wurde er vom Finder und später dessen Freund über Jahrzehnte hinweg aufbewahrt. Erst im April 2014 entdeckte der Freund des Finders auf der Internetseite des DLR-Feuerkugelnetzes eine Checkliste, in welcher die typischen Merkmale von Meteoriten beschrieben sind, und kontaktierte mich daraufhin. Dass es sich um einen authentischen Chondriten handelt, war rasch geklärt. Nach der Anfertigung einer Silikonform und Abgussmodellen des rohen Fundstücks wurde der Steinmeteorit angeschnitten und eine Referenz-Probe in der Mineralogischen Staatsammlung München hinterlegt. Deren Oberkonservator, Prof. Dr. Rupert Hochleitner, analysierte das Fundstück und klassifizierte den Stein-Meteoriten als H5-Chondrit (S2, W2/3). Bereits am 15. August wurde der Meteorit „Machtenstein“ von der Meteoritical Society offiziell anerkannt. Im Meteoritical Bulletin veröffentlicht wird dieser 6. bayerische Himmelsstein planmäßig am 15. Oktober 2014″ – und sorgt schon jetzt für Schlagzeilen. Auffällig ist die Schmelzkruste (oben), und auf der Schnittstelle (unten) sieht man deutlich die typischen Chondren und Flitter aus Nickeleisen. [4:45 MESZ]

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: