Allgemeines Live-Blog vom 28. bis 30. Dez. 2014


30. Dezember

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Komet Lovejoy vor wenigen Minuten über Australien, wo gerade der Mond untergeht und der Schweif-Kontrast deutlich besser als vorher wurde, remotely von M. Mobberley aufgenommen – weitere neue Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier (Lovejoy mit Lovejoy, vor wenigen Stunden – welch ein Selfie!), hier, hier und hier, eine Zeichnung (und Details dazu), viele Schätzungen der Helligkeit und weitere Artikel hier und hier. [18:25 MEZ – Ende. NACHTRÄGE: und hier, plus trotz Mond mehr Bilder hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier und Skizzen hier, hier und hier]

Deutschland war 2014 um 5% sonniger als im Durchschnitt

der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990: Das ist eine der Erkenntnisse der Jahresauswertung des DWD [PDF], die natürlich viel mehr Aufsehen erregt mit der Aussage, dass 2014 das wärmste Jahr überhaupt – seit dem Beginn regelmäßiger Messungen 1881 – war. Die Sonnendaten sind der einzige direkt astro-relevante Inhalt der Auswertung, und sie zeigen eine bemerkenswerte Spannbreite auch für ein relativ kleines Land: „Die Sonnenscheindauer erreichte im Jahr 2014 mit rund 1600 Stunden 105 Prozent des Solls von 1528 Stunden. Begünstigt war erneut die Ostseeküste, wo diesmal Arkona auf Rügen mit etwa 2030 Stunden vorne lag. Am wenigsten zeigte sich die Sonne im Sauerland. Dort erreichte der Kahle Asten insgesamt nur etwa 1260 Stunden.“ Der Sonnigkeit von 2014 stimmen energische Amateurbeobachter zu, die z.B. 267 fotografisch dokumentierte Sonnentage oder 222 visuelle Tage schafften – und in Kärnten kamen gar Sonnenprofis auf 284 „Sonnentage“, wobei der Tag freilich schon gezählt wird, wenn der Beobachter nur in einer größeren Wolkenlücke eine Übersichtszeichnung machen kann. Zur Klarheit der Nachtstunden – die erfahrungsgemäß nur wenig mit der Sonnigkeit des Vortages korreliert – macht der DWD-Bericht indes keine Angaben, und die Pressestelle teilt dazu mit: „Aussagen über die Bewölkung werden an Wetterwarten durch Beobachter gemacht, allerdings nur zu den Hauptterminen (7:50 Uhr, 13:50 Uhr, 19:50 Uhr MESZ).“ Und Satelliten-Daten werden nur monatsweise oder noch stärker gemittelt dargestellt: „Auswertungen des Bedeckungsgrades nur für die Nachtstunden auch von anderen Institutionen sind mir nicht bekannt.“ In other news hat es noch einen hellen Boliden über dem NO der USA gegeben (mehr und mehr) – und der millionste Artikel im Preprint-Server wurde hochgeladen. [18:15 MEZ]

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Ständige Veränderungen in Lovejoys Plasmaschweif zeigen Fotos von M. Mobberley von gestern (oben) und G. Rhemann von vorgestern (beide Mosaike sind noch viel länger – anklicken!) und ein Video von P. Hart. Auch weitere Schweife vom 29. Dezember (mehr und mehr), 28. Dezember (mehr, mehr, mehr und mehr), 27. Dezember (wie’s gemacht wurde; mehr, mehr und mehr) und 23. Dezember, Videos hier und hier und Bilder hier, hier, hier, hier (auch die ‚moralischen‘ Fragen dieses Komposits), hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier des Kometen beim Kugelsternhaufen Messier 79, Bilder mit kleiner Optik vom 29. Dezember (Komposit; mehr), 28. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr) und 27. Dezember (mehr), eine Zeichnung, ein Bild von SWAN mit der Koma aus Wasserstoff und Artikel hier, hier, hier, hier und hier. [1:55 MEZ]


29. Dezember

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Peinlich: Planeten-Profis von ‚Mutual Event‘ überrascht

Wie alle 6 Jahre, wenn es zu gegenseitigen Bedeckungen etc. der Jupitermonde kommen kann, ist auch der laufenden Saison dieser „Mutual Events“ eine dezidierte internationale Kampagne gewidmet, an der sich auch etliche Amateurastronomen beteiligen und von der ‚in der Szene so ziemlich jeder wissen dürfte. Außer offensichlich einigen Jupitermond-Experten, die Mitte des Monats bei der Beobachtung Ios im Infraroten mit den nördlichen Gemini-Teleskop von Europa halb vor Io überrascht wurden – und sich erst gar nicht erklären konnten, warum der Vulkanmond wie die Venus aussah (Abb.): Im hier verwendeten L-Band ist Europa fast unsichtbar, weil das Eis seiner Oberfläche ein starker Absorber ist. Der „Schaden“ hielt sich im Grenzen: Nachdem sich Europa wieder davon gemacht hatte, waren alle Io-Vulkane wieder sichtbar. Derweil wird noch gerätselt, ob diese Videos aus Puerto Rico einen besonders langsamen hellen Meteor oder den Reentry eines Satelliten zeigen – einen offensichtlichen Kandidaten für die letztere Erklärung gibt es jedenfalls nicht (während dieses und dieses Video aus Brasilien vom selben Morgen den tollen Reentry einer Falcon-9-Oberstufe einfingen). Und in Missouri wurde ein Amateurastronom in der Lokalpresse porträtiert. [23:35 MEZ]


28. Dezember

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Lovejoys Schweif verändert sich andauernd, hier am 26.12. um 23:45 MEZ von Michael Jäger aufgenommen (8″/2.8 4x180sec) – mehrere Schweifabrisse und -neuformungen in den letzten Tagen: Bilder von heute, gestern (mehr, mehr, mehr und mehr), vorgestern (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, mehr und mehr), dem 25. Dezember (mehr, mehr und mehr), dem 24. Dezember (mehr, mehr, mehr, mehr, mehr, aus Kassel und gegen den 23.), vom 23. Dezember (mehr und mehr) und 22. Dezember (mehr), ein Spektrum vom 25.12. und Artikel hier, hier, hier, hier, hier und hier. Auch Finlay am 24.12., eine japanische Feuerkugel am 25.12., zwei scharfe Jupiters vom 26.12. – und wie aus einem schlappen Astro-Zeitraffer eine tolle Strichspur-Aufnahme über einer Starparty wächst. [1:35 MEZ] Wie die neuesten Lovejoys hier, hier und hier zeigen, geht’s dem Schweif nun wieder gut. [3:45 MEZ] Weitere aktuelle Schweif-Bilder hier, hier, hier, hier, hier und hier, Bildverarbeitung in Kernnähe, Bilder mit kleiner Optik hier, hier und hier, eine Zeichnung und Karten für die nächsten Tage hier, hier und hier. [22:30 MEZ]

Von Erde bis Dunkle Materie: Resurs P2 für alles zuständig

Quasi vier Satelliten in einem stellt der russische Resurs P2 dar, den vorgestern eine Soyuz-Rakete in Baikonur gestartet hat: Primär ist es ein Erdbeobachtungs-Satellit mit mehreren Nutzlasten, darunter einer Hyperspektralkamera, aber es ist auch der Detektor NUCLEON für Kosmische Strahlung an Bord, der auch hinter exotisch-spekulativen Teilchen wie WIMPs her ist. Ein dritter Resurs-Satellit soll 2015 starten: ein Roskosmos Release, ein Startvideo, Standbilder hier, hier und hier, Artikel hier, hier, hier, hier und hier und mehr Links. Soeben hat auch eine Proton einen Astra-Satelliten gestartet: ein Video und Standbilder hier, hier, hier, hier und hier. Und eine andere Soyuz hatte am 25.12. einen mysteriösen Militärsatelliten gestartet: ein Video, Standbilder, Artikel hier, hier und hier und mehr Links. Derweil schwelgt Indien weiter im Ruhme des Mars-Orbiters, das Ende des Venus Express naht – und es wird über einen weiteren deutschen Astronauten spekuliert. [0:45 MEZ. NACHTRÄGE: das ganze Wörner-Interview hier und hier sowie eins mit dem jetzigen ESA-Chef – und zum Proton-Start ein ILS Release, Artikel hier und hier, mehr Bilder hier und hier und mehr Links]

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